• The Black Keys - Magic Potion














    Dank Oliver R. gab es ordentlich was auf die Ohren:
    Nicht immer muss es Marmelade sein, was ich mir aufs Frühstücksbrot schmiere (oder unters Müsli mix), nee, manchmal kommt deftiger Schinken zu Käse und anderem... Habe ich mir in der letzten Zeit lauter mißmutig klingende, elektronisch gefärbte, verklausulierte oder gar verbrämte Musik zugemutet, so finde ich in den Black Keys zu den Tagen meiner Frühstücksmeisterschaft zurück. Tage, an denen alles gelingen will, das Lustvolle im Gefühl sich nicht verdrängen lässt, eine gewisse Erhabenheit meinen Kopf befreit und locker auf den Schultern baumeln lässt. Dank eines gescheiten Mahls. Diese Black Keys Mannen haben nichts Weltbewegendes zu bieten. Sie rocken rotzfrech, manchmal verdammt teufelswild, immer ohne Schnörkel, geradeaus. Ich will auch nicht schwer schlucken müssen, wenn ich ins Brot beiße. Aspiration ist was für alte Säcke. Die werden zwar auf Magic Potion in gängiger Manier zitiert, aber recht bald auch auf offener Chaussee "entsorgt". Das Tempo ist gleichbleibend hoch, aber nicht manisch. Die Soli sind breit, aber nicht anstrengend. Das Schlagzeug arbeitet auf Hochtouren, überdreht aber nicht. Das ist gewiß kein Zaubertrank, von dem verspreche ich mir irritierende Veränderung, aber es gelingt ein Aufwecken und Besinnen auch auf meine musikalischen Wurzeln. Auf der Negativseite verbuche ich bei diesem Album einen Mangel an Melodien, die mehr Fluß gegeben hätten, außerdem einen Stolz, der zu sicher macht, Reflexion entbehrlich erscheinen läßt. Led Zeppelin, Edgar Broughton, Blue Cheer, Cactus sind die Namen, die mir sofort zur Hand sind.
    1. Just Got To Be ***1/2 (satter Beginn)
    2. Your Touch ***
    3. You're The One **1/2 (schwacher Balladenversuch, ein Thema wird beritten)
    4. Just A Little Heat ***1/2
    5. Give Your Heart Away ***1/2 (deftig groovend)
    6. Strange Desire **** (fast verschluckt!)
    7. Modern Times **** (rockt wie Hölle!)
    8. The Flame ***1/2 (erinnert mich etwas an Youngs Gitarre aus "Dead Man")
    9. Goodbye Babylon ***1/2
    10. Black Door ***
    11. Elevator ***
    Letztlich verdammt simpel, aber einnehmend.
    Drei, vier Titel weniger und es wäre etwas runder.
    Ich muss nun noch mal den Grundkurs in Luftgitarre belegen und werde wohl zukünftig häufiger Salami auf die Bemme packen.
    6,5 punkte
  • 1 Kommentare:

    oliver r. hat gesagt…

    Unglaublich, vom Versenden der CD bis zur Vorstellung vergingen nur 2-3 Tage, sehr schnelle Arbeit, Eike!
    Hätte gar nicht gedacht, daß ich mich bei PvG mal zu Blues-Rock äußern dürfte. Ein Genre, welches wahrscheinlich hier nicht allzu viele Freunde haben dürfte.
    Aber anyway, mir gefällt's, wen wundert's?
    Staubtrocken und ziemlich roh das Ganze. Aber beim Wein bevorzuge ich ja auch die trockene Sorte. Die Black Keys mag ich vor allem, weil sie mich an John Lee Hooker erinnern. In den Neunzigern habe ich nicht sehr viele CDs gekauft, nur die Werke von Oasis, Blur, Radiohead und eben John Lee. Interessanterweise habe ich gelesen, daß Tom Yorke von Radiohead die Black Keys bewundert. Wizige Parallele.

    Ein wenig monoton ist die Geschichte aber schon

    -7- Punkte

    Die 10 besten Alben von Stephen Duffy

    10. Stephen Duffy - The Ups And Downs (1985)
    9. The Lilac Time - lilac6 (2001)
    8. The Lilac Time - Paradise Circus (1989)
    7. Stephen Duffy and The Lilac Time - Keep Going (2003)
    6. The Lilac Time - The Lilac Time (1987)
    5. Stephen Duffy - Duffy (1995)
    4. The Lilac Time - And Love For All (1990)
    3. Stephen Duffy featuring Nigel Kennedy - Music In Colours (1993)
    2. The Lilac Time - Astronauts (1991)
    1. Stephen Duffy - I Love My Friends (1998)

    (ausgewählt von Dirk)