Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Endstand 2013

    Endstand 2013




















    1. Woodkid - The Golden Age (9,083)






















    2. Sigur Rós - Kveikur (8,250)






















    3. John Grant - Pale Green Ghosts (8,250)






















    4. Arcade Fire - Reflektor (8,214)






















    5. My Bloody Valentine - m b v (8,178)























    6. Vampire Weekend - Modern Vampires Of The City (8,142)






















    7. The Polyphonic Spree - Yes, It's True (8,125)






















    8. Goldfrapp - Tales Of Us (8,000)






















    9. Moddi - Set The House On Fire (8,000)






















    10. Portugal. The Man - Evil Friends (8,000)






















    11. Black Hearted Brother - Stars Are Our Home (7,875)






















    12. Yo La Tengo - Fade (7,875)






















    13. Girls In Hawaii - Everest (7,833)






















    14. Ólafur Arnalds - For Now I Am Winter (7,750)






















    15. múm - Smilewound (7,750)






















    16. The Veils - Time Stays, We Go (7,750)






















    17. Dear Reader - Rivonia (7,750)























    18. Sans Parade - Sans Parade (7,667)






















    19. Moddi - Kaem Va Du? (7,667)






















    19. Travis - Where You Stand (7,667)




  • The Flaming Lips - The Time Has Come To Shoot You Down… What A Sound

    The Flaming Lips - The Time Has Come To Shoot You Down… What A Sound

















    Ich verrate wohl nicht zu viel, wenn ich sage, dass The Flaming Lips morgen bei Platten vor Gericht nicht für das Album des Jahres gekürt werden. Wenn es jedoch einen Preis für die fleißigste Band geben würde, so würden ihn Wayne Coyne & Co. Sicherlich abstauben.

    The Flaming Lips eröffneten das Jahr mit der Veröffentlichung der Songs „Sun Blows Up Today“ / „All You Need Is Love“ und ließen zum Valentinstag die in einem Schokoladenherz eingeschlossene Compilation „Songs of Love“ folgen. Im April wurde ihr dreizehntes Studioalbum „The Terror“ veröffentlicht. Zur folgenden Tour mit Tame Impala erschien eine Single, auf der sich die beiden Bands gegenseitig coverten („Runway, Houses, City, Clouds“ / „Elephant“) . Für den Film „Ender’s Game“ steuerten The Flaming Lips den Song „Peace Sword (Open Your Heart)“ bei, die restlichen Songs der gleichnamigen EP, die im November erschienen ist, wurden jedoch von den Filmmachern abgelehnt. Und dann soll es noch eine zurückgehaltene Platte geben, die zusammen mit Kesha entstanden ist.

    Und als wäre dies noch nicht genug, spielten The Flaming Lips zusammen mit New Fumes, Stardeath und White Dwarfs, Foxygen, Polica, HOTT MT, Spaceface und anderen das Debütalbum der Stone Roses in bisweilen gewöhnungsbedürftigen, abenteuerlichen bis fürchterlichen Interpretationen neu ein. Ähnliches hatten sie bereits 2009 mit „The Dark Side Of The Moon“ von Pink Floyd getan. 
    Das Album ist auf 500 kunterbunt eingefärbte, individuelle Platten limitiert. Also viel Spaß beim Suchen, Kaufen oder Ersteigern.


    Das ist die Trackliste:

    Seite A

    1. “I Wanna Be Adored” – HOTT MT – Stardeath and White Dwarfs
    2. “She Bangs the Drums” – The Flaming Lips, Polica, New Fumes
    3. “Waterfall” – Blobs Descending From Heaven – HOTT MT – Stardeath
    4. “Don’t Stop” – Stardeath and White Dwarfs
    5. “Bye Bye Badman” – New Fumes – Def Rain
    6. “Elizabeth My Dear” – New Fumes – The Flaming Lips

    Seite B

    7. “(Song for My) Sugar Spun Sister” – HOTT MT
    8. “Made of Stone” – Stardeath and White Dwarfs – The Flaming Lips
    9. “Shoot You Down” – Peaking Lights
    10. “This Is the One” – Depth and Current – Jonathan Rado (Foxygen) – The Flaming Lips
    11. “I Am the Resurrection” – New Fumes
    12. “Fools Gold” – SpaceFace






  • TOY - Join The Dots

    TOY - Join The Dots


















    Kurz vor Abschluss des Kalenderjahres setzen die aus Brighton stammenden TOY ihre Ankündigung, dass sie jedes Jahr ein neues Album vorlegen wollen, doch noch in die Tat um. 15 Monate nach ihrem Debüt "Toy" erschien Anfang Dezember über Heavenly Records "Join The Dots".

    Zu befürchten war, dass die 11 neuen Titel genau so klingen würden wie die 12 von "Toy", die untereinander bereits schwer zu differenzieren waren. Der Auftritt beim Maifeld Derby dieses Jahr, die Wahl des gleichen Produzenten (Dan Carey) und die Länge der Titel, die gerne die 5-, 7- oder sogar 9-Minuten-Marke knacken, waren weitere Indizien für diese Vermutung in Richtung einer monotonen, repetitiven und nostalgischen Mischung aus Krautrock, Shoegaze und Psychdelic-Rock.

    Natürlich ist "Join The Dots" auch so geworden und natürlich ist die Platte mit einer Spielzeit von über einer Stunde viel zu lang geraten. Doch vielleicht liegt es am doppelt so langen Aufenthalt in Careys Studio (vier statt zuvor zwei Wochen), dass "Join The Dots" auch mit einigen Überraschungen aufwarten kann: So klingt der instrumentale Opener "Conductor" als würden Pink Floyd den Soundtrack von "Timm Thaler" spielen, "You Won't Be The Same" orientiert sich an The Byrds und (nicht nur) der Titelsong gibt sich einer herrlichen Melodie hin, nach der man nicht zunächst hinter einer Wall of Gitarren-Drone-Wand suchen muss. 
    Bleiben noch meine Wünsche ("kürzer und gleichzeitig länger") für das nächst(jährig)e Album: kürzere Spielzeit und längerer Aufenthalt im Studio.   




    Instead the sound of Join the Dots is defined by, at one extreme, the droning instrumental jam Conductor, which lasts seven minutes, involves their bassist playing the same solitary note for its entire duration and thus seems a fairly bullish way to open an album – and, at the other, a richly melodic brand of jangle that any surviving devotees of the early-80s psych revival might find recalls the Rain Parade's debut album Emergency Third Rail Power Trip: wall-eyed harmonies, vaguely ragaish riffs, tumbling drum patters, synthesisers set to sound like the keyboards bands made do with before synthesisers were widely available. They're better at the latter than the former. For one thing, there's an awful lot of drone-rock jamming in the world at the moment, a considerable wodge of it far more unbridled and intoxicating than anything Toy come up with here. Their audible love of Neu!'s taut rhythmic pulse seems to clash with their urge for effects-laden guitar recklessness; the results feel a little hemmed-in and polite. For another, there's the sense that Toy's real skill lies less in sprawling experimentation than tightly crafted melody – a commodity that's pretty rare among 2013's crop of psych bands – as demonstrated by the tunes of You Won't Be the Same, As We Turn and Left to Wander.

    At its least interesting, Join the Dots contributes another couple of additions to the teetering pile of My Bloody Valentine-inspired alt-rock tracks, guitars strummed while holding the tremolo arm and all. But elsewhere, Toy reconcile the extremes of their sound in a way that's really exciting. The closer Fall Out of Love keeps shifting its shape, from wafting melody to pounding drums to a relentless, Hawkwind-like finale. Best of all is the title track, which starts out dazed and somnambulant, but thrillingly attains feedback-drenched vertical takeoff after three and half minutes. These are the moments when Join the Dots actually sounds like the laser- and smoke-filled environment in which it was recorded.
    (The Guardian)




    Die Band habe damit einen ausgefeilteren Sound schaffen, mehr Experimente wagen und ein durch und durch runderes Album produzieren wollen. Als Vorab-Single gab es den achtminütigen Titeltrack zu hören, der mit lupenreinem Basslauf startet und sich langsam für Dougall öffnet, der hier ein noch besseres Gespür für Melodien beweist als auf dem Vorgänger. Ab der Hälfe wird es wunderbar krautrockig dank schepperndem Schlagzeug und schrammeliger Gitarre, bis schließlich "To a death unknown" das Ruder an sich reißt und sich dem 90er-Jahre-LoFi hingibt, den man so zuletzt von Pavement und Co. gehört hat.

    Psychedelischer wird es im komplett instrumental gehaltenen Opener "Conductor", der mit fast sieben Minuten zunächst etwas lang erscheinen mag, dank des sich aufbauenden Spannungsbogens aber sicher perfekt ins Konzept passt. Mit ordentlich Verve und tatsächlich leichten The-Verve-Anleihen plustert sich "Too far gone to know" von Anfang an zur kleinen Hymne auf, dem ein Tempowechsel zur richtigen Zeit guttut, während "It's been so long" bereits so hektisch startet, dass man schon drei Runden um den Weihnachtsbaum gedreht hat, ohne es zu merken. Die im Gegensatz zum Debüt relativ deutlich ausgelebte Spielfreude merkt man Toy nicht nur hier an, und obwohl es mit dem Schlusslicht "Fall out of love" fast schon droht, doch noch traurig zu werden, lässt Dougall das Singen schließlich wieder sein und schrammelt sich mit seinen vier Kameraden bis zum Schluss durch.
    (Plattentests)

    TOY auf Tour in Deutschland:

    07.03.2014 Hamburg, Molotow
    14.03.2014 Berlin, Comet Club
    17.03.2014 Leipzig, Moritzbastei
    18.03.2014 München, Kranhalle Feierwerk
    08.04.2014 Weinheim, Café Central
    09.04.2014 Köln, Studio 672 Stadtgarten

  • Moon Hooch - Moon Hooch

    Moon Hooch - Moon Hooch

    Moon Hooch

    Vielleicht sind die Weihnachtstage nicht die beste Zeit, eine “Blasmusikband” vorzustellen. Gerade um diese Zeit wird einiges dafür getan, dass Menschen mit Blasmusikphobie diese nie ablegen werden. Doch statt eines evangelischen Posaunenchors präsentieren wir hier ein Antidot: Moon Hooch. Mal sehen, ob einige der Richter zum Jahresende Gnade walten lassen.

    Die Saxofonisten Mike Wilbur und Wenzl McGowen sowie Schlagzeuger James Muschler lernten sich als Studenten der New School for Jazz and Contemporary Music in New York City kennen. 2010 brachten sie dann ihre Energie und Ideen im wahrsten Sinne des Wortes auf die Straße: Als Straßenmusiker. Und als sie in einer U-Bahn Station spielten und die Besucher eines “ins Wasser gefallenen” Modest Mouse-Konzerts eben diese Station passierten, kam es dort zu einer spontanen Party. In dieser Station darf die Band nun nicht mehr musizieren. Statt dessen traten sie inzwischen u. a. als Vorgruppe von They Might Be Giants auf deren Nanobots Tour auf und auch dort begeisterten sie das Publikum.

    Die Band selbst nennt ihren Musikstil “Cave Music” als primitivere weil ursprünglichere Form der “House Music”. Und in der Tat schaffen es die Musiker, die Wirkung elektronischer Dance Music mit ihren Instrumenten “organisch” nachzubilden. Treibende Rhythmen treffen auf hypnotisierende Melodieschleifen. Der Opener “Number 9” ist der Hit auf “Moon Hooch”:

    Und das Video zu “Megatubes”:

    Auf der Bandcamp Site gibt es das Album als Stream und für faire $ 6 dort als Download.

    In den College Radio Charts wird das Album so beschrieben:

    Kenny G. takes testosterone, a speedball, and acid. With a baritone sax, the most sensual of the wind instruments, laying down what would typically be the bassline in a traditional band but with more versatility here, the tenor saxophonist tears it up in what seems to be the equivalent of a non-stop guitar solo throughout all 14 tracks. It is like the experimental jazz version of 80’s glam-rockers Poison.

  • Love Inks - Generation Club

    Love Inks - Generation Club

















    Das texanische Trio Love Inks veröffentlichte dieses Jahr mit "Generation Club" über Monofonus Press seine zweite Platte, die erneut durch Sherry LeBlancs süßen Gesang, sanft, aber monoton vor sich hin pluckernde Beats und dezente, unterkühlte Synthie-Sounds zu gefallen weiß. Das lässt an den Soundtrack von "Drive" denken, oft werden auch The xx als Vergleich herangezogen und die Band selbst nennt Kraftwerk und Brian Eno als Einflüsse.

    Leider ist kein so prägnanter Song wie "Blackeye" vorhanden und somit fallen auch viele Kritiken weniger positiv aus als beim Debüt "E.S.P." (2011):

    ‘Generation Club’ immerses LeBlanc’s silky, warm vocals in a busy soundscape of synths, fuzzy and strident bass lines, off-kilter guitars and skittering percussion. At its best, this combination works a treat: on ‘Night Lights’, for instance, a sweet yearning melody and insistent bass conjure up summers past, and on ‘I’m Gone’ the guitar comes to the forefront to provide a welcome change of texture.

    However, there are just not enough memorable songs here to hook the listener in and keep their attention. In between its best tracks, ‘Generation Club’ slips by with only the changing light outside the window indicating that time has passed. Perhaps Love Inks’ group dynamic has indeed led to a compromise of their aesthetic: this album would be perfect, inconspicuous background music for a cosy couple’s night in.
    (TimeOut)




    Opening Track ‘Solar Diary’ is quietly epic, Dehan has claimed the song to be ‘about a girl running’, the low, murmuring synthesizers and relentless beat do a good job of constructing this image and create a sense of foreboding. “Scream against the sky” Leblanc sings, conjuring all manner of dark images. In contrast, single Time has all the attributes of a perfect pop song; a catchy, memorable melody, a driving rhythm, euphoric synths and a punk-rock length of 2 minutes.

    Leblanc’s vocals are reminiscent of a softer Karen-O, at times her lyrics are almost whispered over beautiful, flying melodies. She sounds like a more sophisticated Lana Del Rey at the lower end of her range, and a more polished Debbie Harry at the top. The upbeat single ‘Outta Sight’, led by a rather lovely reverb-y guitar line, particularly benefits from Sherry’s sleek vocals, as does final track ‘Waiting on A Plane‘ where Sherry sounds truly heartbroken as she wavers through the simple tune.

    Love Inks have managed to create a record that, despite its glossy finish, sounds raw and full of emotional significance. The tracks have a tendency to merge together (one of the perils of going down the ‘minimalistic’ route I feel) but do so in a listener-friendly way. Generation Club is a modest gem, definitely worth a listen.
    (The Mancunion)



  • Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. IV

    Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. IV

















    Was wäre passender zum 4. Advent als der 4. Teil von Tanya Donellys "Swan Song Series"?!

    Nur 5 Titel beinhaltet der letzte Teil dieser EP-Reihe. Eröffnet wird "Swan Songs Series Vol. IV" von der Ballade "Salt", die zunächst nur zur akustischen Gitarre vorgetragen wird. Doch dann schleichen sich ein Cello und der Gesang von Bill Janovitz, Donellys musikalischem Partner in diesem Song ein. Sicherlich ein Highlight unter allen "Swan Songs".
    "Worry Doll" ist das älteste Lied dieser Reihe und beruht auf einem Schlaflied, das Tanya Donelly ihren Töchtern früher sang. Es wäre ähnlich stark wie "Salt" (und bietet auch erneut das von Sam Davol gespielte Cello) hätte man beim arrangieren nicht versucht einen 80er Jahre-Radiopop-Klang zu erzeugen.

    Ungewöhnlich arrangiert sind die nächsten beiden, erneut gelungenen Titel: "Cape Ann" erzeugt durch seine Akkordeon-Klänge Seemanns-Romantik und lässt an Yann Tiersen denken, "Flaying At Night" wurde von Tanya Donelly zusammen mit Christopher Ewen (Future Bible Heroes) komponiert und zeigt beide in Experimentierfreude: unbeholfene Beats, versponnene Synthieschleifen und doppelte Gesangsspuren.  
    Das abschließende "Old Brown Radio" wurde geschrieben, vorgetragen und aufgenommen von Donellys Tochter Gracie.
      
    Fazit: Bis auf "Old Brown Radio" sind alle Lieder empfehlenswert und wären für mich Kandidaten für ein fünftes Soloalbum von Donelly gewesen. Kurze, aber gute EP.
    Aber eigentlich stimmt "kurz" nicht, denn der Download enthält noch Demoversionen von gleich 10 Belly-Songs, die damals auf dem Album "Star" erschienen und zeigen, warum die Titel eigentlich als zweites Breeders Album gedacht waren. Denn zunächst hatte Kim Deal die Songs für "Pod" geschrieben und Tanya Donelly sollte dann für den Nachfolger verantwortlich sein. Doch diese Idee zerschlug sich und Belly wurde gegründet.  

    Das Cover der EP stammt erneut von Sue McNally und trägt den Titel "Getting over the hurdle". "Swan Songs Series Vol. IV" kann man über die Bandcamp-Seite von Tanya Donelly für $4 in digitaler Form käuflich erwerben.


  • Chris Garneau - Winter Games

    Chris Garneau - Winter Games

















    Schon seltsam: Da wählt jemand "Winter Games" als Titel für sein Album aus, benennt die Lieder "Winter Song" (gleich zweimal), "Reindeer" oder "Switzerland", lässt Glöckchen klingeln, Streicher zupfen, Bläser erschallen und Chöre jubilieren, so dass es klingt als sängen sie in einer hallenden Kathedrale und dennoch erscheint die Platte in physischer Form erst im April 2014. Am 11.04. um genau zu sein.

    Jedoch veröffentlicht Chris Garneau sein drittes Album nach den tollen "Music For Tourists" (2006) und "El Radio" (2009) zumindest digital in der passenden Jahreszeit. Für 6,99 € erhält man die 10 von CJ Camerieri und Rob Moose (Bon Iver) arrangierten Songs im Clouds Hill Shop. Unter den Weihnachtsbaum lässt sich das schlecht legen, aber "Winter Games" ist eine passende Alternative zur musikalischen Untermalung der Bescherung.

    “This record isn’t about trivial shit,” explains Garneau. “It’s about why love doesn’t happen right, how your person is shaped in the early stages of life. It’s about defeating parental abandonment, sexual abuse, or family rejection. It’s about people who struggle well, what it means to have these things happen to you as a child and play out later in life.”


    “I trusted myself on this record,” says Garneau, “and it forced me to go well past my boundaries. I wanted to get away from clean and tight, to make things big and loose and free. Form can be really important but I also wanted to just play music. In the past, I always focused on the ‘song’ first. For the first time, this record is me. That’s all I know.”


  • Tired Pony - The ghost of the mountain

    Tired Pony - The ghost of the mountain

    cover

    Drei Jahre nach “The place we ran from” erschien dieses Jahr mit “The ghost of the mountain” das zweite Album der Band Tired Pony. Erneut fanden sich musikalische Schwergewichte wie Gary Lightbody (Snow Patrol), Richard Colburn (Belle & Sebastian), Iain Archer (Komponist / Prozudent vieler Hits, z. B. für Snow Patrol, Jake Bugg), Jacknife Lee (Produzent von U2, R.E.M., Robbie Williams, Snow Patrol, Bloc Party, The Hives, Weezer, Editors,…) und Peter Buck (R.E.M.) zusammen um zu prüfen, ob das Ergebnis der Arbeit die Summe der Einzelleistungen übertrifft. Und erneut gelingt dieses Kunststück nicht. Tired Pony klingt zwar etwas weniger eingefahren als Snow Patrol aber auch aber wirklich eher nach einem müden Pony denn nach einem wilden Mustang.

    Blurtonline ist ziemlich begeistert:

    Happily, The Ghost of the Mountain succeeds in every respect, an album that sounds like the product of a group rather than simply a collaboration between like-minded associates.

    Und auch The Independent kann dem Album etwas abgewinnen:

    But there's much to admire here, not least the broadened stylistic palette, which sees the band's staple country-rock Americana mode augmented with more European influences.

    Tired Pony ist Gary Lightbodys Versuch ein Country Album zu generieren. Doch da seine Stimme unausweichlich an Snow Patrol erinnert, betrachte ich dieses Vorhaben in dieser Hinsicht als gescheitert. Harmonische Backgroundgesänge und ein paar Country-Gitarren alleine verbreiten eben noch nicht die beabsichtige Stimmung. Es bleibt ein gefälliges “Folkrockpop”-Album, welches beiderseits des Atlantiks Futter für Radiostationen bietet. Doch auch der diesbezügliche Erfolg ist nicht überwältigend. Weder Snow Patrol- noch R.E.M.-Fans haben bislang in Tired Pony eine Ersatzdroge gefunden. Aber wirklich böse kann man den Machern des Album auch nicht sein. Dafür ist dieses zu harmlos.

    Das Video zu “All things all at once”:

    Tired Pony All Things All At Once from Nicky Paranoica on Vimeo.

  • Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. III

    Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. III


















    Was wäre passender zum 3. Advent als der 3. Teil von Tanya Donellys "Swan Song Series"?!

    Sehr minimalistisch beginnt "Swan Songs Series Vol. III", das zunächst wie gewohnt von 5 Songs aus der Feder von Tanya Donelly und wechselnden Partnern eröffnet wird und dann noch 2 Coverversionen folgen lässt. 
    "Written/Unread", "Viva Karaoke" und "Far Away And Hard To See" wurden jeweils nur als Duo von Tanya Donelly und Michael Hearst (One Ring Zero) bzw. Kraig Jordan (The Masons) eingespielt, so dass außer ihrer Stimme nur Keyboards und Theremin bzw. Synthesizer und Gitarre zu hören sind. Besonders gelungen sind die balladesken "Written/Unread" und "Far Away And Hard To See", das auf einer Kurzgeschichte von Mary Gaitskill beruht. Dem experimentellen Synthie-Pop von "Viva Karaoke" kann ich hingegen wenig abgewinnen.

    "Hidalgo Street" ist dann der erste in voller Bandstärke dargebotene Song, aber sonst nicht weiter erwähnenswert. "Cygnet Song" wurde bereits vor Jahren für ein gemeinsames, aber nicht beendetes Projekt von Tanya Donelly, Manolis Famellos und Mark Eitzel geschrieben und liefert sowohl den Titel für die EP-Serie als auch einen Höhepunkt der Reihe.

    Bleiben noch die beiden Coverversionen: "I Would Like To Call It Beauty" ist eine Piano-Ballade, die erneut in Richtung jazzige Barmusik tendiert und eine Replik für die Coverversion von Corinne Bailey Rae, die "Low Red Moon" von Belly interpretierte, darstellt. "Midnight Flowers" ist eine recht schlicht gehaltene Ballade und stammt ursprünglich von Bob Kendall, einem Freund Donellys, der auf dieser Version ebenfalls zu hören ist.           

    Fazit: Die Songs "Written/Unread", "Far Away And Hard To See" und "Cygnet Song" sind empfehlenswert und wären für mich Kandidaten für ein fünftes Soloalbum von Donelly gewesen.

    Das Cover der EP stammt erneut von Sue McNally und trägt den Titel "Peekaboo". "Swan Songs Series Vol. III" kann man über die Bandcamp-Seite von Tanya Donelly für $5 in digitaler Form käuflich erwerben.


  • Dean Wareham – Emancipated Hearts

    Dean Wareham – Emancipated Hearts



    Dean Wareham. Viel mehr muss man eigentlich nicht sagen. Ach, doch: Galaxie 500 und Luna. Zwei Bands, die uns durch die letzten Jahre der 80er (Galaxie 500) und die 90er (Luna) begleitet haben und zu unseren musikalischen Lieblingen gehörten.

    Aus Nostalgiegründen und für alle, die nicht wissen wovon der alte Mann da redet:





    Luna bestand bis zum Jahre 2005. Danach machten Bassistin Britta Phillips und Dean Wareham musikalisch und privat gemeinsame Sache und veröffentlichten Alben unter dem überraschenden Bandnamen Dean & Britta.

    Vor kurzem erschien Dean Warehams erstes Solo-Album Emancipated Hearts.

    Right from the outset of the mini-album, it’s clear that Wareham’s recent trip down memory lane had a greater effect on him that many anticipated. For years, Wareham has fended off inevitable comparisons between his projects and Galaxie 500: no one quite has his unmistakable singing voice, and Galaxie’s reputation has only grown as time has passed. Emancipated Hearts invites those comparisons, though, and not for superficial reasons. Wareham’s songs here bear structural resemblances to Galaxie 500. Wareham has returned to the deceptively simple songwriting style of his past, allowing the songs to breathe and expand in the studio without having to say too much. It’s a technique that works, and Wareham does it better than any songwriter currently working. (popmatters.com)



    Zwar kann und möchte Wareham seine Inspiration durch Velvet Underground nach wie vor nicht verleugnen, aber insbesondere die Streicher-Parts von Gillian Rivers verleihen dem Werk dann doch eine ganz eigene Note. Inhaltlich ließ sich Wareham von Catchphrases aus Poesie, Literatur, Film, Funk und Fernsehen inspirieren, um die herum er dann seine Geschichten spann - wie so oft; nur dass er das dieses Mal bewusst zum Anker seiner Songs machte. Es ist dieses also ein typisches Werk aus dem Hause Wareham und für alle Fans von Galaxie 500, Luna und Dean & Britta nachdrücklich zu empfehlen. (gästeliste.de)

    Und wie ist Dean Wareham so live? Antwort hier.

  • Black Hearted Brother – Stars Are Our Home

    Black Hearted Brother – Stars Are Our Home



    Neil Halstead. Viel mehr muss man eigentlich nicht sagen. Ach, doch: Mark Van Hoen. Die beiden Männer, die uns mit ihren Bands Slowdive, Mojave 3 (Halstead) bzw. Locust, Seefeel (Van Hoen) schon einige Jahre begleiten und vor allem in den 90er Jahren des letzten Jahrhunderts zu unseren musikalischen Lieblingen gehörten, haben sich zu dem Projekt Black Hearted Brother zusammengefunden. Nick Holton, Produzent von Halsteads letztem Solo-Album ist der dritte Mann an Bord und die Schnittmenge klingt dann so:



    Oder so:



    Als Black Hearted Brother nun packen sie alle ihre Ansätze zusammen und entwickeln einen neuen Versuch, Dream Pop, Shoegazing, Indie und das kleine Experiment zusammenzufügen. Auch wenn Halstead solo etwa immer und insbesondere live zu begeistern wusste, tut es auch ihm gut, wieder ein klein wenig weg vom Traditionellen zu kommen und spaciger zu klingen. Zwölf Songs, die einen mitnehmen, im wahrsten Sinne des Wortes. (de:bug)



    Wie von Zauberhand entstand ein Album, das weder Rücksicht auf die Kluge-Blumenmädchen-Hörerschaft von Mojave 3 und Halstead solo noch auf die Dröhnkopp-Klientel ("Das ist wie Fliegen!") Slowdives Rücksicht nimmt. "This Is How It Feels" ist zirpender, wohlmeinender Pop, "Ufo" eine echte Hymne für Feinde herkömmlicher Charts-Ware und "Oh Crust" für Halstead-Verhältnisse fast schon Can, Silver Apples, Neu!. Nur logisch, dass gleich der nächste Track die letzte Ausfahrt Pop nimmt: "Take Heart" ist Teil jenes Baumwipfel-Folk-Programms, das Halstead (übrigens einer der größten Neil-Young-Fans, die ich je getroffen habe) so tadellos beherrscht. Der zunächst gedämpft dahingleitende Space-Rock von "My Baby Just Sailed Away" führt dann alles wieder zusammen: Das Wabern und die Wehmut, das Elegante und das Temperierte, das Schroffe und den Tod. (spiegel.de)

    Erschienen ist Stars Are Our Home als Vinyl (via Slumberland sogar noch in weiß erhältlich), CD und Download.


  • True Widow - Circumambulation

    True Widow - Circumambulation

    cover

    True Widow aus Dallas wurde 2007 gegründet. Mit “Circumambulation” veröffentlichte das Trio dieses Jahr bereits ihr drittes Album. Natürlich muss nicht für jede Band und jede Kombination bestehender Musikstile ein eigenes Genre benannt werden. Doch der von der Band bzw. deren Management genutzte Begriff “Stonegaze” ist einfach zutreffend: Stoner Rock trifft auf Shoegaze. Eigentlich fehlt nur noch “Drone” für eine komplette Umschreibung dieser Platte. Etwas abstrakter ist das dann wohl “Post Rock”. Und bildlich gesprochen klingt “Circumambulation” nach trockener Wüste in dunkler Nacht.

    Die drei Musiker Dan Phillips, Nicole Estill und Timothy "Slim" Starks mit dem Produzenten Matt Pence geben dem Stoner Rock die Tiefe, welche die Basslastigkeit dieses Musikstils eigentlich mit sich bringt. Dan Phillips’ Gesang könnte sicherlich einen Tick enthusiastischer sein, aber vielleicht würde das eine Lebensfreude vermuten lassen, die True Widow sich und ihren Hörer nicht zugesteht. Selbst wenn Nicole Estill das Mikro übernimmt bleibt die Grundstimmung ähnlich. Das Gesamtergebnis in Form von “Circumambulation” ist weniger kryptisch als es einige der Songtitel vermuten lassen, aber vielen Hörern wird sich dieses Werk nicht erschließen.

    Die Songs “Creeper”, “S:H:S” und “HW:R” sind die Höhepunkte des Albums.

    Popmatters.com ist begeistert:

    Circumambulation begins with the foreboding (and aptly titled) “Creeper” and ends with the gently decaying despair of “Lungr”, and between and among them there is all the dark momentum, late-night bad vibes, and sullen melodies you could want. Many of the best records manage the trick of making the listener feel like they are hearing nothing less than a satisfyingly total and complete sound-world, that for its length no other music could or need exist. The stoned-lava flows and driving inertia of Circumambulation make that trick seem like the easiest one in the world.

    “Fourth teeth” ohne Video aber mit Blick auf das Cover (welches sich übrigens wunderbar auf schwarzen Abspielgeräten macht):

  • Susanna And Ensemble neoN - The Forester

    Susanna And Ensemble neoN - The Forester


















    Die Norwegerin Susanna Karolina Wallumrød hat unter verschiedenen Namen (Susanna And The Magical Orchestra, Susanna, Susanna Wallumrød) bereits acht Alben veröffentlicht, die sich im Spannungsfeld zwischen Pop, Electronica und Jazz bewegen. Zusammen mit dem Ensemble neoN ist nun das 34minütige "The Forester" entstanden, das nur aus 5 Songs besteht. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der in einem Take aufgenommene Titelsong zu Beginn gleich 15 Minuten dauert.

    Das Ensemble neoN wurde 2008 von Martin Smørdal und Julian Skar gegründet und beheimatet eine Vielzahl an Musikern, die in Oslo an der "Norwegian Academy of Music" ausgebildet wurden.  

    Zuhören sind Susannas markante Stimme, dezentes Piano, Windspiele, das barocke Lauteninstrument Theorbe, Flöten, Saxophon und zahlreiche Streicher, die sowohl neue als auch alte Titel (in neuem Arrangement) von Susanna darbieten. Eingespielt wurden alle Titel an einem einzigen Tag in den Rainbow Studios in Oslo.
    Freunde von Joanna Newsom, Kate Bush oder dem Spätwerk von Talk Talk können an diesem Kammerpop ihre wahre Freunde haben, der für andere, die vielleicht noch nicht einmal den ersten Song überstehen, auch ziemlich anstrengend, weil ambitioniert und fernab des üblichen Pop-Klischees, ist.


     
    The music has a spacious early-music ring that marks it out from Susanna's electronic and percussion-driven ventures, but her pristine voice still evokes the same journeys through dark landscapes – lost-in-the-woods fairytales that summon up the fears and wonderings of childhood. The three-part title track moves from tentative beginnings accompanied by a fragile piano motif to soft clouds of strings sounds against a lissome folk-song melody, and concludes in whispered dissonances. Marimba tones and the deep jangle of the theorbo underpin the quietly pleading Hangout; Oh, I Am Stuck describes a sense of being psychically stifled all the more scary for being expressed with such tranquillity; and the concluding Lonely Heart stirs Susanna's soul-vocal inflections as a more angular arrangement winds around her. There aren't many laughs, or much jazz, but it's exquisite and unique music-making.
    (The Guardian)




  • Midlake - Antiphon

    Midlake - Antiphon

    cover

    “Antiphon” bezeichnet:

    1. Mindestens einen griechischen Redner
    2. Eine Heuschreckengattung
    3. Eine besondere Form des Kirchengesangs, wörtlich “Gegengesang oder Wechselgesang”.

     

    Man muss kein griechischer Philosoph oder Wahrsager sein um zu  vermuten, dass sich dieser Titel des vierten Albums der harmonienverliebten Band Midlake auf die letztgenannte Deutung bezieht. Tatsächlich lieh aber ein griechischer Redner seinen Namen für diese Platte. Anscheinend sehen die Mitglieder einen Zusammenhang zwischen ihm und dem Verlust ihres Weggefährten.

    Midlake wurde 1999 von Jazzstudenten gegründet. Diesen Wurzeln blieb die Band in geringem Umfang treu. Inzwischen ist aber die unermüdliche Suche nach Harmonien das Markenzeichen der Band geworden. Nach dem Ausscheiden des Sängers und Songschreibers Tim Smith war einen Moment lang spannend, was aus der Band werden könnte. Und obwohl mit dem Gitarristen Eric Pulido ein neuer Mann hinter dem Mikrophon steht und sich der Prozess zur Entstehung der Songs grundlegend geändert haben muss klingt das Ergebnis nicht wesentlich anders als man es von der Gruppe im Rahmen einer behutsamen Weiterentwicklung nach “The courage of others” aus dem Jahr 2013 hätte erwarten können. Die Stimme klingt etwas sanfter, die Songs wurden musikalisch einen Tick komplexer und ab und zu klingt es gar nach Prog Rock. Neben den Referenzen Fleetwood Mac und Fleet Foxes darf man nun also auch Bands wie Marillion oder Jethro Tull anführen. Doch so gerne ich Midlake wirklich mögen würde… so richtig spannend ist das Gesamtergebnis trotz vieler toller Melodien noch immer nicht. Vielleicht sehen das die bekennenden Midlake Sympathisanten untern den Richtern anders.

    Im Heimatland der Band finden sich durchaus begeisterte Stimmen. So z. B. bei Clash Music:

    What remains is a new Midlake, a brilliant Midlake, full of punchy psychedelia, fuzzy synths, massive harmonies and drumming like you’ve never heard from them before. […] Antiphon is going to divide opinion, but give it a chance – it might just be the best thing they’ve ever done.

    Für sich genommen ist fast jeder Song auf “Antiphon” hörenswert. Vor allem der Opener und “Provider” ziehen den geneigten Hörer durchaus in ihren Bann. Doch über die gesamte Spieldauer gelingt das “Antiphon” nicht. Da verweise ich für 2013 lieber auf John Grants “Pale green ghosts”, der sich für seine Platte “Queen of Danmark” (2010) von Midlake unterstützen ließ.

    Das Video zum Titelsong:

  • Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. II

    Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. II


















    Was wäre passender zum 2. Advent als der 2. Teil von Tanya Donellys "Swan Song Series"?!

    Gleich 6 Songs präsentiert und Tanya Donelly auf "Swan Songs Series Vol. II". Während der von David Brophy mitkomponierte Song "Still" eher behaglich und wenig spektakulär eröffnet, folgt mit "Mary Magdalene In The Great Sky", das in Zusammenarbeit mit Brian Sullivan (Dylan In The Movies) entstand, ein Highlight unter all diesen Songs, das sich nahtlos in das leider unterschätzte und zu wenig beachtete Album "Lovesongs For Underdogs" (1997) einfügen würde. Mit "Why So Sad" schließt sich eine akustische Ballade an, die textlich auf einem Gedicht von Rick Moody basiert und zu der Carrie Bradley (The Breeders) und Sam Davol (The Magnetic Fields) Geige und Cello beitragen.
    "Making Light" und "Miranda (Pacifically)" setzten auf den Einsatz von Trompeten bzw. Mandoline, können das Niveau der beiden vorherigen Titel jedoch nicht ganz halten. Mit "The Law" folgt erstmals die Interpretation einer Fremdkomposition, denn der Song stammt ursprünglich von Leonard Cohen und wurde von Tanya Donelly und Dean Fisher abends mit Garageband aufgenommen, nachdem Kinder und Tiere bereits "zu Bett" gegangen waren.      

    Fazit: Die Songs "Mary Magdalene In The Great Sky" und "Why So Sad" sind ausnahmslos zu empfehlen und hätten sehr gut auf ein fünftes Soloalbum von Donelly gepasst.

    Das Cover der EP stammt erneut von Sue McNally und trägt den Titel "14.6 Miles". "Swan Songs Series Vol. II" kann man über die Bandcamp-Seite von Tanya Donelly für $5 in digitaler Form käuflich erwerben.


    “Still” opens the six track EP quietly with a hushed ballad that quietly plinks the guitar and piano along in a shoop-shoop while the guitar that I always call “The Spaghetti Western” guitar gives the track a notable Cowboy Country vibe. It’s a pretty introduction but “Mary Magdalene In The Great Sky” elevates proceedings with its pacey acoustic rock that Tanya has stamped her authority all over for many years shining through. There’s catchy riffs, Donelly-esque vocal call outs and embellishments throughout the track. It’s a testament to the track that each verse and coda have a strong enough riff and melody to make the song feel like it’s crammed with choruses. “Why So Sad” then takes things into a darker rumble with a track that would have fitted perfectly on the “Beautysleep” album. It has thick cello underpinning dark whispery vocals and I love the way how Tanya let’s the track have space when it hits the choruses and then allows the build ups before breaking into each verse. It’s a cleverly constructed track that I really dig.

    “Making Light” continues with a real Country Desert vibe. There’s Mexican styled trumpets and heavy guitar riffs whilst Tanya sings her heart out. The main riff is superb with the strong guitar lead and vocal cry out. In one of the very few musical crossovers that my mother and I have in common, she always likens Donelly’s music to the music when the Ice Cream lady used to come out in the 80s and early 90s in the cinema. This song is about as close to that analogy I could vaguely get! Awesome number. “Miranda (pacifically)” takes a mandolin and gently sways away in a Hawaiian inspired track with some absolutely gorgeous imagery. Seas, shells, messages in bottles and waves washing away relationships against rocks. It’s a piece that relies heavily on Tanya’s voice and she nails it. “The Law” closes the EP with a Leonard Cohen cover. Everytime I then hear a Cohen original I realise how much I love his songs when they aren’t being performed by him and this is no exception. Smoky, husky, taut and dry, it’s a really interesting choice and fits into the theme of the music well.
    (Higher Plain Music)

  • Message To Bears - Maps

    Message To Bears - Maps

















    Jerome Alexander bereitet mir derzeit einiges Kopfzerbrechen, denn seine ersten beiden Alben "Departures" (2009) und "Folding Leaves" (2012) habe ich jeweils über seine Homepage in der sehr schön aufgemachten CD-Version bestellt. Kurz danach wurden sie jedoch auch auf Vinyl veröffentlicht. Ärgerlich. Mittlerweile sind alle vier limitierten Ausgaben ausverkauft.

    Nun gibt es das dritte Album von Message To Bears zu kaufen. Offeriert wird derzeit die auf 400 Stück begrenzte CD-Auflage, die Vinyl-Ausgabe ist zumindest bereits angekündigt. Soll ich nun "Maps", passend zu den Vorgängern, als CD erwerben oder doch nach der Schallplatte, die man noch nicht vorbestellen kann, greifen?

    Musikalisch bleibt sich Alexander mit seinem Schlafzimmer-Folktronic treu und hüllt Gitarren basierte Folksongs zu sanftem Gesang in elektronische Gewänder. Dazu werden die Songs mit Vogelgezwitscher ("The Tourist"), Meeresrauschen ("Rather Stay") oder Kinderstimmen ("Closed Doors") unterlegt, auf einem Teppich aus Streichern ausgebreitet ("You Are A Memory") oder weisen von schlichten Beats und Stimmverzerrer dominiert in Richtung James Blake ("Almost Faded", "Rather Stay").

    "Departures" erreichte 2009 mit 7,5 Punkten Platz 39 bei Platten vor Gericht, "Folding Leaves" kam 2012 mit 8,125 Punkten auf Rang 4. Wo wird "Plans" landen?



    Maps is beautifully dense, mirroring the man-made (electronic) against a natural backdrop. Maps is Jerome Alexander’s third LP as Message To Bears. In it, he bravely dares to expand his musical palette with a greater emphasis on the electronic, which has increased substantially. Still, Alexander’s lovely, wind-swept vocals and the guitar’s melodic spray of blown kisses are still here and as serene as ever, never losing the familiar sound that came to define his earlier output.

    The electronics sit easily beside the peaceable guitar melodies, casting even more colour onto the sound and sprinkling its wide, shimmering, textured glow like sunlight twinkling over the deep blue ocean. Never one to stay still, Maps is a mature record, but it is still young at heart and free in spirit.

    It’s the sound of the ‘Sun Breaking Through’. The finger-plucked melody sets the tempo – not the percussion – taking over the drum’s duties in this respect. The drum then gives the tempo some rhythmic definition, pushing it forward, but lightly so. The padded beats are just a touch above the lighter guitar, without submerging the crisp notes and their clarity. Slowly, the music ascends, an air bubble of optimism that cannot burst or be dampened.

    The tones shimmer over the sung vocal, mixing into different, cooler pools and leaving eclectic timbres in their wake. On some occasions, the tones sound like they might’ve come from the coolest pedal-board in history. The electronic side radiates a lovely warm texture which then wraps itself lovingly over the voice. The gentle progression is cushion soft and fresh, but it’s also intent on rushing through you in an exhilarating flow of sound, refilling you anew after every track.

    They are songs of peace, dappled with the glittering colours of magenta and deep blue, coalescing to produce a haven of sound. The synths, sprinkled with light foam, are the bearers of harmony. The electronic beats are never abrasive or harsh; it’s a perfect demonstration that they can and do have an introverted side to their usual, ceaseless thump.

    Rain falls on ‘Rather Stay’ – the beat is a thumper that blinks out the thin, deeper harmony. It could be the sound of a lover’s heartbeat, mixed in with the gentle intimacy of the rain. Hot on the heels is the track ‘You Are A Memory’, which seems to evoke the sadness of loss, made audible through the weeping of the strings, discharging its tears over the lost voice. It shares the same level of intimacy as ‘Rather Stay’, but the mood is very different. Where before the kiss had lingered, and the only expression in the sweet moment was a smile, the embrace now rewinds and reverses, separated forever, never to be chained together again. The vocal repeats its anguish as if it were a ghost trauma-trapped between the Earth and the spiritual realm, ‘calling for the last time’.

    The strings, guitar, viola and violin showcase Alexander’s love for instrumental variation. Because of that, Maps is a colourful tributary of sound, branching out through many different rivulets of gentle innovation like an intricately designed map, courtesy of a skilled cartographer.  Despite the variety, the instruments share the same emotions, the same feel, transcending their unique barriers effortlessly until they form a collective whole.

    It’s a pyramid of sound that, stone by stone, steadily ascends to the tip of the pinnacle. The gentle ambient swell on ‘Closed Doors’ begins to close the shutters, but it is at this point we reach the heights of the album; it’s a sound that you could never tire of. Maps is the safe refuge, located somewhere in the wilderness. The light bursts out of the lake, leaving a thousand ripples on the still water. Maps shines with a similar brilliance, and it is intensely beautiful because of it.
    (Fluid Radio)




  • Das Platten vor Gericht November Mixtape

    Das Platten vor Gericht November Mixtape



    Hören worüber wir schreiben: Das Platten vor Gericht-Mixtape mit Musik aus unseren November-Vorstellungen.

    1. The Dark Shadows – Eisbär
    2. The Sounds – Outlaw
    3. The Building – Friendly Fire
    4. Teitur – It’s Not Funny Anymore
    5. Los Campesinos! – Avocado, Baby
    6. Yuck – Middle Sea
    7. Moddi – Kjerkegård ved havet
    8. Blood Orange – Time Will Tell
    9. Radical Face – Reminders
    10. Suns Of Thyme – Asato Maa
    11. Robbie Williams – Swing Supreme
    12. Kitchens Of Distinction – Japan To Jupiter
    13. Arcade Fire – Reflektor
    14. Money - Who’s Gonna Love You Now
    15. Jake Bugg – What Doesn’t Kill You
    16. San Fermin – Daedalus (What We Have)
    17. Eros And The Eschaton – Terence McKenna
    18. The Lone Bellow – Green Eyes And A Heart Of Gold
    19. Jon Hopkins – We Disappear



    Platten vor Gericht // November 2013 from Platten vor Gericht on 8tracks Radio.


  • Shearwater - Fellow travelers

    Shearwater - Fellow travelers

    cover

    Schon 1,5 Jahre nach “Animal joy” legt Shearwater mit dem achten Album nach. Die Band ließ sich dafür von Künstlern inspirieren, mit denen sie auf Tour war: Jesca Hoop, Xiu Xiu, Coldplay, Folk Implosion, David T. Broughton, St. Vincent, Clinic, Wye Oak und The Baptist General. Und als wäre das nicht schon Austausch genug, wirken einige der Künstler bei ausgewählten Titeln (nie bei ihren eigenen) mit.

    Da ich nur wenige der Originaltitel kenne, gelten für “Fellow travelers” nicht die Kriterien eines Cover-Albums sondern die für ein Shearwater-Werk. Und die sind recht einfach: Schreit sich Jonathan Meiburg zumindest zeitweise die Seele aus dem Leib und gibt es markante Gitarrenparts. Spätestens mit dem zweiten Song “I luv the valles Oh!” sind diese Fragen auch schon positiv zu beantworten. Daneben wissen auch “Natural one”, das ruhige “Ambiguity”, “Tomorrow” und “Mary is Mary” zu begeistern. Mit 34 Minuten Spielzeit ist “Fellow travelers” ein wenig kurz geraten. Aber es soll ja auch nur die Zeit bis zum nächsten Album überbrücken. Und diese Mission erfüllt das Album absolut.

    Consequence of sound teilt meine Begeisterung nicht:

    Fellow Travelers would likely have been better off in its original state: a few covers that Meiburg simply had to record, without any idea of a full-to-bloating LP. As a full-length record, Fellow Travelers includes too many songs that come off like that neutered high note as opposed to an original, undeniable, caterwauling scream.

    Kein Video zu "Ambiguity":

  • Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. I

    Tanya Donelly - Swan Songs Series Vol. I


















    Was wäre passender zum 1. Advent als der 1. Teil von Tanya Donellys "Swan Song Series"?!

    Nachdem Tanya Donelly vier Soloalben ("Lovesongs For Underdogs", 1997, "Beautysleep", 2002, "Whiskey Tango Ghosts", 2004, und "This Hungry Life", 2006) veröffentlicht hatte, wurde es still um die 47jährige Singer/Songwriterin. Dieses Jahr erschien jedoch eine Reihe von EPs über ihre Homepage, die jedoch, der Titel lässt es schon erahnen, nicht ihr Comeback darstellen, sondern ihren Abschied aus dem Musikbusiness dokumentieren sollte.

    Die "Swan Songs Series" beinhaltet ausnahmslos Zusammenarbeiten mit einer Vielzahl an Musikern, Autoren und Freunden Donellys. Die erste Folge der EP-Serie bietet 5 Titel, bei denen Tanya Donelly zum Beispiel von den Autoren John Wesley Harding und Rick Moody sowie dem Musiker Dean Fisher (Juliana Hatfield Three, Dylan in the Movies, Bathing Beauties) als Komponisten unterstützt wurden. Als Musiker sind u.a. Sam Davol (The Magnetic Fields) am Cello und Anthony Saffrey (Cornershop) an der Sitar zu hören. Dazu Tanya Donelly:
    I sat down to write the blurb for this first volume (cleverly titled Volume 1) with a familiar shy anxiety that bubbles up when I commit to talking about myself. But it became immediately clear that this will be fun, because in blogging for these volumes, I get to write about the fabulous co-writers and contributing artists of the Swan Song Series, and the songs we all made together. V.1 consists of five songs, with some general thematic connective tissue: windows, streets, stars, flashbacks, escape. (Clearly, I need to get out more...) 

    Die Songs "Mass Ave", "Christopher Street" und "Meteor Shower" sind ausnahmslos zu empfehlen und hätten sehr gut auf ein fünftes Soloalbum von Donelly gepasst. "Blame The Muse" mit seinem leichten Country-Touch und die jazzige Piano-Ballade "Let Fall The Sky" hätte ich persönlich dafür nicht in Erwägung gezogen.

    Das Cover der EP stammt von Sue McNally und trägt den Titel "Pebbly Beach". "Swan Songs Series Vol. I" kann man über die Bandcamp-Seite von Tanya Donelly für $5 in digitaler Form käuflich erwerben.






  • Die 10 besten Alben von Stephen Duffy

    10. Stephen Duffy - The Ups And Downs (1985)
    9. The Lilac Time - lilac6 (2001)
    8. The Lilac Time - Paradise Circus (1989)
    7. Stephen Duffy and The Lilac Time - Keep Going (2003)
    6. The Lilac Time - The Lilac Time (1987)
    5. Stephen Duffy - Duffy (1995)
    4. The Lilac Time - And Love For All (1990)
    3. Stephen Duffy featuring Nigel Kennedy - Music In Colours (1993)
    2. The Lilac Time - Astronauts (1991)
    1. Stephen Duffy - I Love My Friends (1998)

    (ausgewählt von Dirk)