Sind drei Alben ausreichend, um in die Riege von  Morrissey , U2 , The Smashing Pumpkins , a-ha , Talk Talk , The Cure ,  Massive Attack , T...

Revision: My Bloody Valentine






Sind drei Alben ausreichend, um in die Riege von Morrissey, U2, The Smashing Pumpkins, a-ha, Talk Talk, The CureMassive Attack, The Clash, The Verve, BlurOasis, Depeche Mode, Radiohead und Suede aufgenommen zu werden und eine Revision bei Platten vor Gericht zu erhalten? 

Im Falle von My Bloody Valentine lautet die Antwort zum heutigen 30. Geburtstag von „Loveless“ selbstverständlich „Ja“. Und wer weiß, ob es überhaupt noch ein viertes Album von My Bloody Valentine geben wird...  






„Isn’t Anything“

1988, Creation Records (12 Songs; 38:00 Minuten)

Dirk:
„Viva Hate“, „Life’s Too Good“ und „The House Of Love“, aber auch „Stay On These Roads“, „Big Thing“ und „Fearless“. 1988 spielte zwar coole Indie-Musik schon eine gewisse Rolle in meinem Leben, die Popmusik aus den Charts aber auch noch. Einige wichtige Debutalben wie „Surfer Rosa“, „Today“ oder „Isn’t Anything“ bekam ich aber gar nicht mit.    

Also musste ich mir das erste Album von My Bloody Valentine nachträglich erarbeiten. Und das ist wörtlich zu nehmen, denn diese Mischung aus Noise, Avantgarde, Shoegaze, Experimenten und Dreampop macht es dem Hörer nicht gerade leicht. Und um ehrlich zu sein: Eigentlich bin ich immer noch dabei... 

7,5 Punkte


Ingo:
Respekt für den Mut der Band. Man kann ihnen nicht vorwerfen, dass sie sich mit dem Debüt anbiedern wollten. Beim Label oder beim Publikum… oder irgendwo. Aus heutiger Sicht finde ich “Isn’t everything” spannender als die beiden Nachfolger. Aber stellenweise doch nur schwer hörbar. 

6,5 Punkte


Oliver:
Wie ihr ja sicherlich wisst (ich erwähnte es vielleicht zwei- oder dreimal), war das lauteste Konzert, dem ich beiwohnen durfte, das von Verve (damals noch ohne ‚The‘) zur Popkomm 1994 im Luxor. Aus dieser Aussage lässt sich schließen, dass ich My Bloody Valentine nie live gesehen habe, da sonst ohne Zweifel diese(s) Konzert(e) ganz oben auf dieser Liste stehen würde(n). Allerdings klangen Verve 1994 ungefähr so, wie My Bloody Valentine 1988 klangen: Nämlich genauso wie Dirk so passend beschreibt: eine Mischung aus Noise, Avantgarde, Shoegaze, Experimenten und Dreampop.

8,5 Punkte


Volker:
-


Gesamturteil: 7,500 Punkte






„Loveless“

1991, Creation Records (11 Songs; 48:31 Minuten)

Dirk:
Vermutlich war „Loveless“ mein erstes Album von Creation Records. Viele weitere sollten folgen… 
…dabei hätten die Aufnahmen von „Loveless", die von Februar 1989 bis September 1991 dauerten (der Vorgänger war innerhalb von zwei Wochen im Kasten und angesetzt waren von Alan McGee wohl ursprünglich 5 Tage!), in zahlreichen Studios stattfanden und damals rund £250,000 verschlangen, was heute fast einer halben Million Pfund entsprechen würde, fast zum finanziellen Kollaps des Indie-Labels geführt. Ob Mythos oder Wahrheit - hier hat sich jedes ausgegebene Pfund gelohnt! Ein Shoegaze-Meisterwerk. Ach was, das Shoegaze-Meisterwerk.
 
10 Punkte


Ingo:
Mensch, Dirk… hättest du mir mal gesagt, dass man sich eigentlich nur dieses Album anhören muss und dann mit Shoegaze durch ist… ich hätte es noch mehr geschätzt. Was soll ich sagen? Shoegaze könnte mir ja theoretisch gefallen. Aber im August 1991 erschien “Ten”, im September “Nevermind” und "Badmotorfinger" folgte im Oktober. Von der Stimmung her passte ein vermutlich trüber November zweifellos zu “Loveless”. Aber gegen die mächtige Grunge-Welle hatte My Bloody Valentine damit bei mir keine Chance mehr. Bis heute nicht. 

7 Punkte


Oliver:
Ist es DAS Shoegaze-Meisterwerk? Wahrscheinlich schon. Im gleichen Jahr wie ‚Loveless‘ erschien auch ‚Whirlpool‘ von Chapterhouse. Beide Alben erhalten von mir die gleiche Punktzahl, aber im Vergleich zu ‚Loveless‘ ist ‚Whirlpool‘ eher Shoegaze light (ich schmelze dennoch regelmäßig zu den zuckersüßen Melodien dieses Albums dahin).

9,5 Punkte


Volker:
-


Gesamturteil: 8,833 Punkte






„m b v"

2013, m b v (9 Songs; 46:37 Minuten)

Dirk:
Von all den überraschenden Übernacht-Veröffentlichungen ist „m b v“ die überraschendste. Denn wer hätte nach all den Trennungen, Gerüchten und Ankündigungen tatsächlich noch - nach über 21 Jahren oder 7 761 Tagen oder 186 264 Stunden, wie ich 2013 hier schrieb - ernsthaft mit einem dritten Album von My Bloody Valentine gerechnet? Doch dann kam der 2. Februar 2013!
2008 sah ich Kevin Shields & Co. auch erstmals live im London Roundhouse. Der Auftritt grenzte gegen Ende schon an Körperverletzung...
Mein Urteil zum Album bleibt wie vor 8 Jahren und ich freue mich schon jetzt auf 2034 (oder etwas später) und das vierte Album von My Bloody Valentine.

8,5 Punkte


Ingo:
Zumindest in gewisser Weise ist “m b v” zeitlos: Ich bleibe bei meiner Wertung aus dem Erscheinungsjahr.

7 Punkte


Oliver:
Generell ist dieses Album zeitlos. Als wären nicht 20 Jahre seit ‚Loveless‘ vergangen, sondern nur 20 Monate.

9 Punkte

Volker:
-


Gesamturteil: 8,167 Punkte


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