Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • British Sea Power - Valhalla Dancehall

    British Sea Power - Valhalla Dancehall



















    Normalerweise gelingt es britischen Indierock-Bands relativ leicht, mich in Begeisterung zu versetzen. Manchmal dauert es etwas länger, wie zum Beispiel bei Kasabian, die mich erst mit "West Ryder Pauper Lunatic Asylum" überzeugen konnte, manchmal frage ich mich nachträglich Stirn runzelnd, was ich an diesem oder jenem Alben gut gefunden haben, manchmal gibt es aber auch Bands, denen ich nichts bis wenig abgewinnen kann.
    British Sea Power gehören in diese letzte Kategorie.

    Auf ihrem letzen Album "Do You Like Rock Music?" konnten mich zumindest die beiden Singles "No Lucifer" und "Waving Flags" überzeugen - einen solchen Song konnte ich auf "Valhalla Dancehall" bisher nicht finden. Die vierte Platte von British Sea Power (den Soundtrack "Man Of Aran" (2009) nicht mitgerechnet) rockt amtlich ("Who's In Control", "We Are Sound"), trägt dick auf ("Georgie Ray"), wagt das ein oder andere Experiment (den deutschen Text in "Stunde Null" und Krautrock-Exerzitien), schafft es aber in einer Spielzeit von einer Stunde nicht, dem geneigten Zuhörer einen großartigen oder packenden Song zu präsentieren oder als geschlossenes Ganzes zu überzeugen. Songs wie "Luna" oder "Baby" (trotz Glockenspiel!) füllen das Album mehr schlecht als recht auf, "Living Is Easy", das als erste Single ausgewählt wurde, entpuppt sich als luftiger bis seichter Pop-Song, das über 11-minütige "Once More Now" wirkt einfach zu überambitioniert und hätte auf einer EP oder im Soundtrack sicherlich einen besseren Platz finden können.





    "Living Is Easy" Video


    Nicorola.de ist Fan der Band und mag das Album, zumindest nachdem er es ausgemistet und auf den Kopf gestellt hat:
    “Valhalla Dancehall” ist natürlich alles andere als schlecht. Dafür ist die Band einfach zu erfahren und ausgefuchst. Ein wenig mehr Experiment hätte ich mir allerdings gewünscht, denn auch die guten Songs klingen ein wenig wie Variationen von bereits auf den Vorgängern vertretener Stücke. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich liebe die Band, ich mag ihre überdrehte Art, ihre Schwülstigkeit, ihren Humor. Und die paar Durchhänger und die etwas unglückliche Reihenfolge verzeihe ich ihnen gerne.


    British Sea Power auf Tour:
    11.03.11 Müchen, 59:1
    12.03.11 Berlin, Lido
    13.03.11 Köln, Luxor
  • Wire – Red Barked Tree

    Wire – Red Barked Tree

    cover

    Mit den Bezeichnungen “Post-Punk” und “Post-Rock” tue ich mich immer schwer. Mit “Red barked tree” veröffentlichte dieses Jahr allerdings eine Londoner Band ihr zwölftes Studioalbum, welche das Präfix “Post” verdient, hat sie doch die vielen Wirrungen des Punk und des Rock der letzten Jahrzehnte zum Teil aktiv und zum Teil im Winterschlaf überlebt. Wire wurde bereits 1976 gegründet. Bis heute wurden allerdings “nur” 21 Jahre aktiv genutzt. Drei Bandauflösungen wollten schließlich auch noch in der Bandgeschichte untergebracht werden. Dabei ging bislang nur eines der vier Gründungsmitglieder “verloren”.

    Zu Beginn ihrer Karriere stand die Band dem Punk nahe und sie beeinflusste dessen Entwicklung auf der Insel. Dieses engen Korsetts entledigte sie sich aber bald um weitere musikalische Möglichkeiten zu erforschen. Ende der 70er Jahre setzte Wire gar in begrenztem Umfang Synthesizer ein.

    Heute müssen sie anscheinend weder sich noch ihren Zuhörern etwas beweisen. Sie konzentrieren sich auf ihre erprobten Stärken. Wirklich experimentell ist “Red barked tree” daher nicht nicht. Aber erfreulich geerdet.

    BBC,co.uk zum aktuellen Album der Band:

    But if you love alternative guitar music, you will love this, because Wire play alternative guitar music better than any young British band you can name

    Und was können junge aufstrebende Bands von den “alten Herren” lernen? Klischeeverzicht! Wenn es atmosphärisch-düster klingen soll, kommt Wire ohne verwaschene und dämpfende Shoegaze-Wälle aus. Soll es punkig sein, muss es nicht nerven. Ist es Rock, dann wird er nicht breitbeinig zelebriert.

    Pomatters kommt ebenfalls zu einem positiven Urteil:

    Over 11 tracks of fantastically unapproachable guitars and vocals, of deceivingly simple rhythms and unswerving purpose, Wire sound perfectly comfortable in their own skin and sense of history on Red Barked Tree.

    “Red barked tree” ist ein tolles Rockalbum und allen Genrefans empfohlen.

    Live kann man sich von der Vitalität der Band überzeugen:

    • 25.02. München
    • 26.02. Berlin
    • 28.02. Köln
    • 01.03. Hamburg
  • Isbells - Isbells

    Isbells - Isbells



















    Das erste Mal begegnete ich dem Namen Isbells beim Durchstöbern des letztjährigen Haldern Pop Line Ups, wo sie donnerstags in (bzw. vor) der Haldern Pop Bar spielten. Freilich ohne mich, stand ich doch zu diesem Zeitpunkt vor dem Spiegelzelt und kam nicht rein. Hätte ich mir die Mühe gemacht, Richtung Pop Bar zu gehen und den Isbells zu lauschen, hätte ich wahrscheinlich ein tolles kleines Konzert erleben dürfen. Denn das jetzt vorliegende erste Album der Belgier um Gaëtan Vandewoude ist ein wunderschönes.

    Diese Stimme. Nicht für eine Rock-Band gemacht. Da ist nichts Dreckiges, nichts Rauchiges. Sondern gnadenlose Klar- und Reinheit. Vergleiche zu Bon Iver aka Justin Vernon treten dabei auch durch die oft auftretende Kopfstimme automatisch in den Vordergrund. Aber im Unterschied zu eben jenem klingt der Belgier weniger fragil, verständlicher (in stimmlicher und textlicher Hinsicht), und vor allem viel optimistischer. […]

    Während manche Songs wie „Without A Doubt“ und „B. B. Chevelle“ durch ihre Reduziertheit in Perfektion noch so wirken, als ob Isbells das alleinige Projekt von Vandewoude sind, wird ab der Quasi-Single „Reunite“ klar, dass er auch einige Mitstreiter an seiner Seite hat, die für Abwechslung sorgen: Backing-Vocals, dezente Chöre, Glockenspiel, und verschiedenste Blasinstrumente inklusive. (radio-unicc.de)



    Official music video Isbells - Reunite

    Isbells | Myspace Music Videos



    Tourdaten:

    01.03.2011 München, 59 to 1
    02.03.2011 Köln, Studio 672
    03.03.2011 Frankfurt, Brotfabrik
    04.03.2011 Berlin, Privat Club
    05.03.2011 Hamburg, Beatlemania
  • White Lies - Ritual

    White Lies - Ritual



















    Die White Lies veröffentlichen ihre Alben anscheinend gerne im Januar. Sowohl To Lose My Life (2009) als auch Ritual (2011) erblick(t)en in jenem Monat das Licht der Welt. Eine Welt, die mitunter mit böser und grausamer Verachtung auf sie reagiert. Auch wenn in der aktuellen Ausgabe des Musikexpress zu lesen ist, dass „es ja nicht so [sei], dass dieses Londoner Trio mit seinem Debütalbum die Menschen abschreckte“ – irgendwo in einem Wohnzimmer in Paris kam dieses Stück Musik jedenfalls nicht so gut an:

    „Das ist eine ganz scheußliche Band, noch schlimmer als die ähnlich bombastischen Glasvegas und hinsichtlich der Schwülstigkeit nur noch von den Killers zu überbieten.“

    „Diese Milchbubis mit Joy Division zu vergleichen ist ungeheuerlich, das möchte ich nirgendwo mehr lesen müssen!“


    Damit Oliver Peel diesen Joy Division-Vergleich nicht mehr lesen muss, wird er hier auch nicht erwähnt. Ist vielleicht auch gar nicht nötig, denn der Musikexpress berichtet weiter: „Nicht mehr so düster, dafür ambitionierter. Das Londoner Trio holt mit hymnischen Rock zum großen Schlag aus.“ Hier wurde dementsprechend dann auch nicht gekleckert, sondern geklotzt. Und zwar im ganz großen Stil: Streicherteppich, Breitwandsound, Überproduktion. Monsieur Peel findet bestimmt einige Mitstreiter.

    Mit den ersten drei Songs spielen sich White Lies wie stürmische Welteroberer auf. Wer traut sich sowas noch? Elektronisches Beiwerk lässt den Sound voller erscheinen und unterstützt den Breitwandeffekt. Danach fährt die Band das Adrenalin etwas herunter […], bringt sie schwere Trommelschläge ins Spiel und lässt sie in „Come Down“ durchklingen, dass bei der Vorbereitung diverse R’n’B-Alben eine große Rolle gespielt haben. Am Ende kann es keine Zweifel geben. Was White Lies auch anpacken, es klingt gewaltig. Das neue Jahr wird ihnen gehören. (musikexpress)


    Na also, doch noch ein paar positive Worte zum Abschluss.



  • Cold War Kids - Mine Is Yours

    Cold War Kids - Mine Is Yours




    Ich gebe zu die Cold War Kids waren für mich bisher kein großes Thema, der kleine Hype um "Robbers & Cowards" war mir damals nach Anhören des Debüts ein Rätsel und mit dem zweiten Album wurde nicht viel zur Lösung desselbigen beigetragen. Nun also Album Nummer 3 und im Vorfeld war schon so ein Murren und Grummeln zu hören, die Cold War Kids würden "mainstreamiger", will heißen eingängiger. Das ist natürlich dann mein Auftritt. Und es stimmt abgesehen von ein paar kleinen Schlenkern und Gimmicks, die immer mal wieder in den Liedern untergebracht sind, könnte man fast sagen dieses Album sei fürs Stadion gemacht. Keine nervigen Breaks und großartige Tempiwechsel, die Fans der ersten Stunde sich wahrscheinlich wünschen, damit die Band speziell bleibt und die offensichtliche Fähigkeit durchaus Songs für eine breitere Masse zu schreiben übertüncht wird. Statt dessen HYMNEN und nicht zu knapp. Bevor jetzt alle komplett abgeschreckt werden, das ist immer noch kein Stadion a la U2 oder Bon Jovi, aber definitiv so Stadion, wie es das letzte The National-Album eigentlich auch schon war.
    Nebenbei klare Hörempfehlung für Fans von "High Violet", man höre nur

    "Skip The Charade"



    oder "Bulldozer"



    und achte dabei vor allem auf das Schlagzeug.


    Die Indie Kids werden weinen, but who cares.


    Tracklist:

    1. "Mine Is Yours"
    2. "Louder Than Ever"
    3. "Royal Blue"
    4. "Finally Begin"
    5. "Out Of The Wilderness"
    6. "Skip The Charades"

    7. "Sensitive Kid"
    8. "Bulldozer"
    9. "Broken Open"
    10. "Cold Toes On The Cold Floor"
    11. "Flying Upside Down"
  • Esben And The Witch - Violet Cries

    Esben And The Witch - Violet Cries



















    Welche Namen tauchen noch in der Hot List 2011 des Musikexpress auf? (III)


    Aus Brighton stammen Rachel Davies, Daniel Copeman und Thomas Fisher, die seit 2008 gemeinsam als Esben And The Witch (benannt nach einem dänischen Märchen) musizieren. Nach 3 Singles, von denen sich weder "Skeleton Swoon" noch "Lucia, The Precipice" auf dem Album befinden, und einer EP, erscheint Ende Januar auf Matador der erste Longplayer des Trios.
    "Violet Cries" ist bisweilen düster, dramatisch und beklemmend, so dass die Band selbst den Begriff "Nightmare-Pop" kreierte. Rachels Gesang und die spooky Sounds lassen das ein oder andere Mal an die Cocteau Twins, Dead Can Dance oder Siouxsie Sioux denken. Dazu gibt es schaurige Texte über Krankheiten oder tote Mädchen, die in den Videos passend visualisiert werden:





    "Marching Song" Video

    Die LP beginnt langsam, schleichend beißt sich der Eröffnungstrack "Argyria" durch morsche Holzwände und läutet mit seinen Ambientflächen die 44-minütige Schauergeschichte ein. Die Marschroute ist klar: "Violet cries" ist ein Vexierbild, es trägt die Schönheit versteckt und den Schrecken, das Abscheuliche offen nach außen. Der Videoclip zur Single "Marching song" ist der beste Beweis für die Lust an Gewalt und Qual: Wozu braucht man schon Tattoos und Piercings, wenn die eigenen Hämatome doch schon schönster Körperschmuck sind? Im Hintergrund hört man Stimmen, die unheilig durch den Song wabern, Todestrommeln peitschen das Stück nach vorne.
    Gegen Mitte des Albums erreicht die Intensität bereits ihren Höhepunkt: Das zarte "Marine fields glow" verzichtet auf Effekthascherei, "Light streams" würde in einer ziemlich dunkel getarnten Welt vielleicht sogar als Hit durchgehen. Das beste Stück der Platte, "Hexagons IV", beruht auf der steten Litanei der Sängerin Rachel Davies: "Contours, refract / Patchwork, casket / Enclose, pinfold / Crystal, fortress." Das Stück ist eine pulsierende Schlagader, gefangen in der hallenden Finsternis einer Tropfsteinhöhle. Was man Esben And The Witch indes vorwerfen muss: Die zweite Albumhälfte verlässt sich zu sehr auf Schockeffekte, kann die schwelende Stimmung nicht in Gänze aufrechterhalten und fällt deutlich hinter die ersten Tracks zurück. "Violet cries" ist trotz des immensen Hypes noch nicht die erwartete Großtat. Es fehlt die Substanz, welche die vorherrschende Intensität auf Albumlänge konservieren würde. Auch wenn dieses Debüt alles andere als ein schlechtes Album ist, bleibt ein fader Beigeschmack sowie die Erkenntnis, dass man nur den Listen glauben schenken sollte, die man selbst gefälscht hat.
    (plattentests.de)





    Zum Weiterlesen: Hier ein Interview mit der Band.

    Esben And The Witch in Deutschland:
    13.02.11 Köln, Gebäude 9
    14.02.11 Hamburg, Molotow
    17.02.11 Berlin, Comet Club
  • The Decemberists - The King Is Dead

    The Decemberists - The King Is Dead



















    Wenn mich eine Band mal mit 1-2 Alben überzeugt hat, verliert sie mich auch so schnell nicht wieder. Nur so ist es zu erklären, dass ich mich nach den letzten beiden Alben der Decemberists, "The Crane Wife" und "Hazards Of Love", durch die ich mich teilweise durchquälen musste, dennoch wie bolle auf "The King Is Dead" gefreut habe. Hatten sie damals mit "Picaresque" und vor allem "Her Majesty..." zwei ganz vorzügliche Werke vorgelegt, die mich auch heute noch begeistern können. Auch die Ankündigungen im Vorfeld, dass das neue Album "simpler" klingen solle als zuletzt, schürte die Vorfreude, die sich übrigens auch durch weitere Angaben wie "Countryrock" nicht trüben ließ.

    Und was soll ich sagen, alle hohen Erwartungen waren gerechtfertigt und wurden mehr als erfüllt. Was ich eigentlich fast nicht mehr zu hoffen wagte, dass nämlich die großen Melodien, zu denen die Band bewiesenermaßen fähig ist, endlich mal wieder über das Konzept siegen, ist eingetreten. Das wird vielleicht Fans der letzten beiden Alben nicht gefallen, die es eventuell als zu "gewöhnlich" wahrnehmen könnten, ich finde es großartig. Es ist wahr, viele der Songs sind deutlich einfacher gehalten, und erklingen in einem folkartigen Gewand (sollte Countryrock schon durch das Auftauchen einer Pedal Steel Gitarre definiert werden, soll mir auch das recht sein, ich höre ihn hier bis auf eine Ausnahme nicht wirklich). Das macht aber gar nichts, da sie durchaus auch auf diesem Album, durch die gewisse Schräge in Colin Meloys Stimme, gebrochen werden, was wirklich einen tollen Gegenpart erzeugt. Die ersten drei Songs gehen dabei ohne Güteverlust direkt ins Ohr bevor in "Rox In The Box" die erste wirklich offensichtliche Countryanleihe auftaucht. Danach die erste Single "January Hymn", die so simpel wirkt und doch so bezaubert. Später folgen noch ein waschechter R.E.M. - Klon ("Down By The Water", passenderweise mit Peter Buck an der Gitarre), die Hymne für die wärmere Jahreszeit (June Hymn) und besagte Pedal Steel im grandiosen und traurigen "Dear Avery". Passenderweise geht das alles so schnell vorbei, ohne diesen ganzen Progrock/Theater/Märchen-Rahmen, dass man gar nicht erst Gefahr läuft zu schnell gesättigt zu werden.
    Ein perfektes Sommeralbum für die nasskalten Wintertage, und für mich das beste Album der Band seit "Her Majesty The Decemberists".





    und auch ein bisschen R.E.M. angehaucht


  • The Soft Moon - The Soft Moon

    The Soft Moon - The Soft Moon



















    Welche Namen tauchen noch in der Hot List 2011 des Musikexpress auf? (II)


    Der fünfte Künstler in Folge, dem kein origineller Albumtitel eingefallen ist! Kennen die denn alle nicht das schöne Spiel, bei dem man auf einfache Art und Weise an Bandnamen, Coverfoto und eben auch Albumtitel gelangt?!

    Aus San Francisco kommt Luis Vasquez, der als The Soft Moon sein erstes Album im Gepäck hat, eine Mixtur aus Post-Punk, New Wave, Krautrock und 80s Indiepop, so dass keiner an der Platte vorbei gehen sollte, der Joy Division, New Order, Bauhaus, Suicide oder The Cure mag. Jüngeren Menschen müsste man sicherlich die Namen Editors, Interpol oder She Wants Revenge nennen, auch wenn Vasquez Stimme nicht so tief dröhnt wie die von Tom Smith oder Paul Banks, auch deutlich seltener zu vernehmen ist und eher einem Flüstern gleicht. Ein Hauch von Gothic darf auch nicht verheimlicht werden, denn "The Soft Moon" (Captured Tracks) klingt so düster wie "Pornography", und lässt sicherlich Andrew Eldritchs Fuß locker mitwippen, eingehüllt in Trockeneisnebel.





    "Circles" Video


    Pitchfork vergibt 8,1 (von 10 Punkten) und der Musikexpress (5 von 6 Sternen) schreibt:
    Soft-Moon-Hören heißt mitten in diesem zischenden, pfeifenden "Naturerlebnis" zu stehen und die Welt drumherum wie in einem Kokon zu erleben, einer schwarzen Glocke, die sich über alles stülpt, was noch wegfliegen kann.
    "Breathe The Fire" zur Eröffnung hat vielleicht die höchsten Zischwerte (auch im Gesang), "Dead Love" in der Mitte des Albums arbeitet mit twangenden Surf-Gitarren, und "Into The Depths" ist die Kernspaltung all dieser Sounds. Was Luis Vasquez kann, das kann er wirklich: Bass-Hooks spielen, Motorendrums anwerfen, Synthie-Sirenen einstellen. Man muss dieser Musik nur standhalten, wer das schafft, weiß, was er getan hat. The Soft Moon belohnt den Mutigen in jeder Sekunde der 38 Minuten Spielzeit.





    "Parrallels" Video
  • James Blake - James Blake

    James Blake - James Blake



















    Welche Namen tauchen noch in der Hot List 2011 des Musikexpress auf? (I)


    Den Musiker James Blake sollte man nicht mit dem amerikanischen Tennisspieler verwechseln, der noch deutlich mehr Treffer bei Google erzielt. Noch. Denn der Londoner Blake wird nicht nur von der britischen Presse als DAS Ding 2011 gehandelt.
    Im letzten Jahr veröffentlichte der 22-jährige, der Pop Musik auf dem Goldsmiths College London studierte, drei hoch gelobte EPs ("The Bells Sketch", "CMYK" und "Klavierwerke") und die Single "Limit To Your Love". Diese Coverversion des Songs von Feist, die ihm erste kommerzielle Erfolge bescherte, führte ihn auch auf die BBC's Sound of 2011 Liste. Nun müssen die elf Titel seines Debütalbums die hohen Erwartungen erfüllen. James Blake singt mit hoher, teils souliger Stimme, die immer wieder gesampelt und durch den elektronischen Synthiewolf gedreht wird. Als prägende Gesangseinflüsse nennt er selbst Joni Mitchel, Laura Marling und Justin Vernon (Bon Iver). Dazu pluckern zum Piano die Computer irgendwo zwischen Ambient, R 'n' B und minimalem Dubstep. Man stelle sich vor, John Cage, D'Angelo, The XX, Portishead und Aphex Twin remixten ein Album von Bon Iver oder Antony and The Johnsons!

    Aside from the hype, this album is by no means a feasible breakthrough into the mainstream – there’s not stride enough for that. But when it’s at its best, it’s boundary-breaking – and Blake is indeed a rare specimen, with many faces, each obscured. Each playback draws the listener in closer towards to the record’s core, like a dimmer switch being raised incrementally – a true beauty to behold.
    (bbc.co.uk)





    "Limit To Your Love" Video

    However this is an album beyond the grasps of categorisation; aside from the terrible opening track Unluck, which would be enough to put off many a fickle music fan, James Blake is an exceptionally well crafted album.
    Blake is by no means the greatest singer yet the subtle production techniques used to treat his vocals help to provide as distinctive a sound as you might possibly hear all year.
    Songs such as Wilhelms Scream and Give Me My Month are impressive but the albums real stand out tracks are those which are more dynamic.
    Lindesfarne I and Lindesfarne II are prime examples of auto-tune being used to its most effective, creating an ambience and emotional tone far greater than other vocoder pedallers such as Bon Iver can muster.
    On a number of tracks Blake makes use of distorted samples of his own vocals, which at times sound very similar to a woman’s voice. The resulting sound works almost as a response to Blake’s narrative and provides an antithetic feel to the sorrow-filled To Care (Like You).
    Releasing a cover of Feist’s Limit to Your Love as the albums lead single was an obvious choice, but it is the best track on James Blake. By stripping away much of folksy-elements of the Feist version Blake creates a sound that resonates much more than the original and does far more justice to its potentially moving lyrics.
    Whilst other breakthrough artists may release far more commercially viable albums this year James Blake will undoubtedly be amongst a handful of releases that are genuinely progressive. The subtlety and care shown in producing this album go a long way to proving that success is most definitely in the execution.
    (truetosound.net)
  • Anna Calvi - Anna Calvi

    Anna Calvi - Anna Calvi



















    Die BBC hat ihre Sound of 2011 - Liste, der NME listet in seiner aktuellen Ausgabe DIE Alben 2011 auf (every important release!) und der Musikexpress hat nun ebenfalls eine Hot List 2011. Gemeinsam haben alle Auflistungen den Namen Anna Calvi.

    Die 28-jährige Musikerin setzt die Welle an starken weiblichen Musikerinnen (Florence, Marina usw.), die uns im letzten Jahr aus England erreichte, nahtlos fort. In Vergleichen müssen dann auch nicht zu Unrecht andere erfolgreiche Musikerinnen und außergewöhnliche Persönlichkeiten wie Patti Smith, PJ Harvey oder Siouxsie Sioux herhalten. Diesen Vergleichen nicht abdienlich ist die intensive, düstere und leicht rauchige Stimme Calvis. Auch wenn die Arrangements meist recht karg gehalten sind, durchweht die Songs nicht selten reichlich Theatralik. Manch einer dürfte sich daran stören, wenn Calvis Stimme ins knödeln gerät oder wenn sie darin übertreibt, uns zeigen zu wollen, welch' gute Gitarristin sie ist und dabei in bluesige Gefilde abdriftet. Passend, dass Anna Calvi Nick Caves Grinderman auf ihrer letzten Tour supportete und dass Rob Ellis (PJ Harvey) ihr Debütalbum produzierte.





    "Love Won't Be Leaving" (Live At Luminaire)

    (...) Famos ist dagegen, wenn sie und ihre kleine Band – das Album wurde ausschließlich mit dem Schlagzeuger Daniel Maiden-Wood und der Multi-Instrumentalistin Molly Harpaz eingespielt – mit echten Songs zu tun haben, wie etwa bei „Blackout“. Und eines hat man in dieser Form wirklich lange nicht mehr gehört: Hier gibt es noch jede Menge Raum zwischen den Tönen – bei „Love Won’t Be Leaving“ wird zum Beispiel in den weiten Lücken zwischen den Gitarrenakkorden scheinbar eine Bohrmaschine angeworfen.
    Diese selbstbetitelte Debütplatte Anna Calvis und ihrer Band ist eine unausgeglichene, bald in sich verkrochene, dann wieder explodierende Platte. Man kann hier vieles gespreizt und überdehnt, manches sogar nervtötend finden. Aber es ist doch hocherfreulich, eine junge Britin zu hören, die etwas anderes zuwege bringt als Retro-Soul oder Akustikgitarrengezupfe oder quirligen Alltagsbeobachtungspop. Keine andere junge Musikerin klingt derzeit jedenfalls wie Anna Calvi.
    (faz.net)

    Anna Calvi spielt bei ARTE ihre Songs "Blackout" und "Desire":




    Anna Calvi in Deutschland:
    11.02.11 Hamburg, Prinzenbar
    03.04.11 Köln, Studio 672
    04.04.11 Frankfurt, Brotfabrik
    06.04.11 München, 59:1
    11.04.11 Haldern Pop Festival
  • Jonny - Jonny

    Jonny - Jonny



















    Zuerst gab es das Coverfoto, dann den Bandnamen. Norman Blake von Teenage Fanclub entdeckte das Foto auf der Webseite eines Freundes und war der Meinung, dass es sich bestens als Cover für das gemeinsame Projekt mit Euros Child (Gorky's Zygotic Minci) eignen würden. Und so wurden Norman und Euros zu Jonny.

    Bereits 1997 arbeiteten die Beiden erstmals zusammen, als Blake zu "How I Long (To Feel That Summer In My Heart)", dem schönsten Song der Gorky's, Harmoniegesang beisteuerte. 2006 nahm man dann gemeinsam in Normans Haus in Glasgow das auf, was eigentlich nur eine EP werden sollte, gemeinsame Konzerte kamen hinzu und nun das erste Album mit der ungewöhnlichen Covergeschichte.





    "Candyfloss" Video


    Highlights der Platte, die sich tatsächlich im Spannungsfeld zwischen Teenage Fanclub und Gorky's Zygotic Minci bewegt, sind "English Lady", das ein wenig an das bereits erwähnte "How I Long" erinnert, "Circling The Sun", welches auch dem letzten TFC-Album sehr gut getan hätte und bei dem Blake den Hauptgesangsanteil übernimmt oder die abschließende Piano-Ballade "Never Alone".
    Abstriche könnte es für den uninspirierten Rocker "Witch Is Witch" eingangs des Albums, den Country & Western-Schunkler "I'll Make Her My Best Friend" und das über 10-minütige "Cave Dance", bei dem ich freiwillig auf 7 Minuten relativ monotone Keyboard-Sounds verzichtet hätte.
    Zwei begnadete Songwriter musizieren zusammen, heraus gekommen ist ein überzeugendes und abwechslungsreiches 60s Pop/80s Indierock - Album.

    Als Vorgeschmack auf das Album, welches Ende Januar erscheinen wird, gibt es umsonst eine EP mit 4 Titeln, die sich allein schon wegen "Gloria" lohnt:











  • A Home. A Heart. Whatever. - A Home. A Heart. Whatever.

    A Home. A Heart. Whatever. - A Home. A Heart. Whatever.



















    Selbst ist der Mann, mögen sich auch Tobias Mecklinger, Marcus Schreiner und Florian Zabel aus München und Augsburg gedacht haben. Denn sie haben bei der Herstellung ihres ersten gemeinsamen Albums als A Home. A Heart. Whatever. nicht nur Songwriting, Recording und Mastering übernommen, sondern sich auch um das Artwork gekümmert und die Platte letztendlich hier selbst vor Gericht gezerrt.

    "A Home. A Heart. Whatever." wird von "Fine", einem schlichten Folksong eröffnet, geht jedoch dann verstärkt in Richtung elektronischen Indiepops. Bei diesem dürfen dann die Synthesizer neben Gitarren quietschen ("Me, Pretender") und die 80er zitieren ("Your Love"), sowie die Beats dezent pluckern ("Crystaleyed") oder amtlich wummern ("Inspiration Medication").
    Da klingen dann Mexican Elvis oder Francis International Airport durch, die letztes Jahr hier gute Bewertungen erhielten, oder in den elektronischeren Momenten auch Styrofoam oder Electric President, was die Band für Fans (und Macher) des Morr Music Labels interessant machen könnte.
    Das sollte doch den ein oder anderen Hördurchlauf wert sein, vor allem, da es das komplette Album derzeit als freien Download gibt.




    Das Trio “A home. A heart. Whatever” ist kein unbeschriebenes Blatt – zumindest 2/3 von Ihnen. Denn Tobias und Marcus spielten bereits vor der Neugründung in anderen Bands, tourten durch Europa, spielten bei Rock im Park und waren Vorband von Weezer und den Stereophonics.
    Aber das alles spielt keine Rolle. Denn hier geht es um diese neue Band und eben dieses neue Album. Und das ist wirklich gelungen. Hier wird Indie Pop, Folk und Electro wild gemischt. Was sich im ersten Moment wild anhört ist es nicht. Denn das ganze ist mehr als harmonisch und ergänzt sich ausgezeichnet.
    (www.indie-blogger.de)
  • Sarsaparilla – Everyone here seems so familiar

    Sarsaparilla – Everyone here seems so familiar

    cover 

    Sarsaparilla” ist der englische Ausdruck für Stechwinden. Verschiedene Getränke wurden und werden aus dieser Zutat hergestellt. Yosemite Sam bestellte es gerne und in Europa wurde es vor vielen Jahren als Mittel gegen Syphilis verwendet.

    Sarsaparilla ist aber auch der Name einer Band aus Berlin, die sich laut Myspace dem Genre “Andere / Folk” verschrieben hat und auf dem Album “Everyone here seems so familiar” nicht minder vielseitig erscheint als die Verwendung der oben genannte Pflanze.

    Hinter der Band steckt der gebürtige Amerikaner und Wahlberliner Brandon Miller. Als musikalische Einflüsse nennt er Led Zeppelin, die Pixies, Tom Waits, Radiohead und Beethoven. Letzteren hörte ich auf dem Album nicht heraus, dafür aber Damien Rice und Gomez. Melancholische Singer/Songwriter-Nummern machen den Großteil der Songs auf “Everyone here seems so familiar” aus. Hin und wieder wird Miller aber experimentierfreudig. Das stört vielleicht etwas die Grundstimmung des Albums, sorgt aber für Abwechslung. Und so ein paar Rock- und Indiefolksongs oder ein Trompetensolo hat bislang selten einem Album geschadet.

    Seit 2006 ist Miller musikalisch aktiv. Vier Platten hat er bereits in Eigenregie fabriziert. Mir scheint viele der dort erprobten Ideen wurden auf “Everyone here seems so familiar” zusammengeführt. Vielleicht könnte etwas Fokussierung das Album noch “zwingender” machen und noch weiter unter die Haut gehen. Aber vielleicht macht auch gerade die Abwechslung den Reiz aus. Mein endgültiges Urteil steht noch aus. Bei den ersten Durchläufen fühlte ich mich sowohl unterhalten als auch berührt.

    Weitere Meinungen zu Singer-/Songwriter-/Folk-Alben suche ich natürlich immer zuerst bei “Reflections of darkness”:

    In so many ways they evoke remote and urban parts of America, but his European fascination seeps in to it too - there is a dark knowing melancholy that is bubbling in the blood soaked soil of Europe’s countless tragedies; a fusion of places he’s been, seen and experienced is vividly transcribed into deeply ruminative and emotive music. The comparison that comes to mind here is RAY LaMONTAGNE, except Miller’s music is quieter and less “showy” and less chorus driven too.

    Wer auf einen visuellen Eindruck zum Album besteht, kann diesem Drang mit diesem Live-Video nachkommen.

    Im “Grünen Salon” in Berlin wird am 21.01.2011 die Veröffentlichung des Album gefeiert.

  • Mogwai - Hardcore Will Never Die, But You Will

    Mogwai - Hardcore Will Never Die, But You Will




















    10 Fakten über das neue Album von Mogwai:


    1. "Hardcore Will Never Die, But You Will" ist das siebte Studioalbum der schottischen Postrocker von Mogwai und wird am 11. Februar 2011 veröffentlicht werden.

    2. Produzent des Albums ist Paul Savage, früher Schlagzeuger bei The Delgados und Produzent zahlreicher Bands aus Schottland, wie zum Beispiel Arab Strap, Aereogramme, Zoey van Goey, Teenage Fanclub oder Camera Obscura. Auch bei "Young Team", dem ersten Mogwai-Album von 1997, saß er hinter den Reglern.

    3. Die Platte wird über Mogwais eigenes Label Rock Action Records (Envy, Errors) bzw. Sub Pop (in den USA) veröffentlicht werden. Nach dem letztjährigen Livealbum "Special Moves" ist dies der erste Longplayer Mogwais auf dem eigenen Label.

    4. Bereits im November 2010 wurde der Song "Rano Pano" von der Band als freier Download zur Verfügung gestellt. Grund genug für die intro-Redaktion ihn unter die Songs des Jahres 2010 (Platz 20) zu wählen.

    5. Für das Coverfoto war Antony Crook verantwortlich. Einen Remix des neuen Mogwai-Songs "How To Be A Werewolf" hört man auch in dessen Kurzfilm "Thirty Century Man".

    James Bowthorpe is the round-the-world champion cyclist who beat the previous record by an epic 20 days. This summer he found himself in the isolated Norwegian countryside in the middle of a “white” night with director Antony Crook and stylist Glenn Kitson for Crook's film 30 Century Man. "We were so far north the sun never set. I wanted the film to somehow give a sense of what James had achieved and the idea of him being alone, somewhere wild and isolated,” says Crook, who was carrying new demos by Scottish alt-rockers Mogwai at the time of filming. Listening to “How to Be a Werewolf” on repeat while driving around looking for shoot locations, he says, seemed to fit perfectly with the landscape. When Mogwai saw the footage, the group decided to remix the song, tailor-making a version exclusively for the film. The result spectacularly captures the notion of circumnavigating the earth. “We found the perfect backdrop to tell this story of somebody who points his bike at the horizon and then doesn't stop pedaling. It's a film about never giving up,” says Crook.
    (nowness.com)

    6. Der limitierten Auflage des Albums wird eine Zusatz-CD beigefügt sein, die das 26-minütige "The Singing Mountain" beinhalten wird, das für die Installation "Monument for Forgotten Future" von Douglas Gordon und Olaf Nicolai in Essen aufgenommen wurde.

    7. Den vollen Rundumschlag an "Hardcore Will Never Die, But You Will" gibt es aber (mit Kosten von 40 Pfund) als limitiertes Boxset: schwere Doppel-LP in Aufklappcover, Doppel-CD, Bonus Demo EP (5 Songs aus dem Album), 4 Art Prints und - man darf sich überraschen lassen - ein "Laser cut stencil", welches es nur in dieser Box geben wird.
    Wer noch Geld übrig hat, kann sich direkt noch ein T-Shirt (dann für 54 Pfund) mitbestellen.

    8. Das Album wird 10 Songs beinhalten (53 Minuten), die folgende, wie immer viel versprechende Titel tragen:
    • 01. White Noise
    • 02. Mexican Grand Prix
    • 03. Rano Pano
    • 04. Death Rays
    • 05. San Pedro
    • 06. Letters To The Metro
    • 07. George Square Thatcher Death Party
    • 08. How To Be A Werewolf
    • 09. Too Raging To Cheers
    • 10. You’re Lionel Richie

    Mit Lionel Richie hat das neue Album nichts zu schaffen, dennoch ist es melodischer und verspielter als Mogwais vorherige Veröffentlichung. "Death Rays" könnte sich so auch bei Sigur Rós wieder finden, "Letters To The Metro" schleicht sich geradezu dahin und "How To Be A Werewolf" ist, anders als der Titel es vermuten lässt, regelrecht zahm.
    Die Platte bietet weniger Postrock-Elementen als zuvor (das über 8minütige "You're Lionel Richie" dürfte hier Fans der frühen Mogwai am besten gefallen) und verzichtet gänzlich auf ein Brett wie zuletzt "Batcat", dem kommt das kurze, rockige "San Pedro" noch am nächsten. Das Label "Instrumental" bekommt sie, trotz des Gesangs auf "Mexican Grand Prix" (mein Highlight auf dem Album) und "George Square Thatcher Death Party", das ebenfalls Spuren an Gesang aufweist.

    9. Gehört und bewertet hat das Album bereits Consequence Of Sound (4 von 5 Sternen):
    Mogwai have hardly ever been as accessible as they are on Hardcore…. Only three of the 10 songs break the six-minute mark and when they do, you’ll hardly notice. The vocoded lyrics and steady click-beat of album highlight “Mexican Grand Prix”, for instance, are so enrapturing that the song glides on and on with ease. Track six, “Letters to the Metro”, sees Mogwai take a page from Godspeed’s well-worn book, painting about as movingly evocative a picture as could possibly be put together in just under five minutes. The dirge-like funeral march of “Too Raging to Cheers” again instantly calls to mind Godspeed You! Black Emperor’s signature movie score-like musical quality, but with more than enough of Mogwai’s guitar-oriented sound to avoid sounding too imitative.
    There’s more than enough vintage Mogwai to go around, however. The piano and guitars on album closer “You’re Lionel Ritchie” (You see? The aforementioned British humor is well-intact) build and swirl around perilously for the better part of the track before, following a signature Mogwai 10-second rest, the full band—roaring guitars, drums and all—come crashing in precisely at four minutes in. The quintet keep things in high gear for another four and a half minutes before the wash of sound finally dies down.
    As far as faults go, though, Hardcore Will Never Die, But You Will is pretty spotless. The band proves they’re as skilled as ever when it comes to entertaining with just their instruments. If you can manage to listen past the lack of conventional song structures and vocals, Hardcore… will likely be a very pleasant listen. It’s a striking snapshot of a band on top of their ever-evolving game, with a fair amount of surprises thrown in for good measure.

    10. Mogwai präsentieren ihre neuen Songs auch live in Deutschland:

    06.03.2011, Frankfurt am Main, Mousonturm
    07.03.2011, München, Backstage
    14.03.2011, Köln, Bürgerhaus Stollwerck
    28.03.2011, Hamburg, Gruenspan
    29.03.2011, Berlin, Postbahnhof
  • Brian Eno - Small craft on a milk sea

    Brian Eno - Small craft on a milk sea

    cover

    Instrumental-Alben spielten bei Platten vor Gericht 2010 keine große Rolle. Giardini di Mirò konnte nur Dirk locken. Bevor wir 2011 eine Chance geben, sollte zumindest noch ein Werk dieses Genres aus dem vergangenen Jahr erwähnt werden.

    Wenn ein Künstler den Ausdruck “Ambientlegend” als Myspace-Adresse verwendet, könnte man dessen Werke je nach persönlicher Vorliebe direkt als “langweilig” abtun. Natürlich ist es nachvollziehbar, dass der Mensch hinter diesem Alias nicht seinen kompletten Namen “Brian Peter George St. John le Baptiste de la Salle Eno” verwenden möchte, aber Brian Eno hätte es aus meiner Sicht auch getan.

    Bei Brian Eno denkt man sicher nicht nur an “Ambient”. Begann er seine Karriere doch bei Roxy Music um später mit Künstlern wie David Bowie, Talking Heads, U2, Coldplay, Depeche Mode u. v. a. m. zu arbeiten. Selbst Apple-Jünger dürften häufig seiner Windows 95-Startmelodie gelauscht haben.

    Seit 1973 hat Eno neben solchen Beteiligungen verschiedenster Form auch mehr als 20 Solo-Alben veröffentlicht. Diese Zahl wuchs durch die Veröffentlichung von “Small craft on a milk sea” im November 2010 weiter an. Grundsätzlich kann man von Enos Namen allein nicht ableiten, wie das Werk tatsächlich klingt. Brian Eno hat einfach schon auf sehr vielen Hochzeiten getanzt und dabei immer mal wieder ein paar zu dem jeweiligen Zeitpunkt bahnrechende oder zumindest –ebnende Neuerung aus dem Hut gezaubert.

    “Small craft on a milk sea” ist ein Instrumental-Album, aber es geht auf diesem nicht so ruhig und beschaulich zu, wie es das Cover vermuten lassen könnte. Eine zusätzliche Gewitterwolke mit Blitz und peitschender Regen würden der Sache näher kommen.

    Das Album entstand in zweiwöchiger Improvisation zusammen mit dem englischen Electronica- und Dance-Musiker Jon Hopkins (der auch schon mit Eno gemeinsam an Coldplays “Viva la Vida or Death and All His Friends” gearbeitet hat und ansonsten u. a. Tunng unterstützte) und dem Gitarren-Künstler Leo Abrahams (u. a. Zusammenarbeit mit Paul Simon und Florence & The Machine und Produzent des Smoke Fairies-Albums). Dort wird auf sieben Clips verlinkt und man kann sich ansehen, wie eine solche Zusammenarbeit der drei Tüftler verlaufen kann.

    Möchte man sich mit dem Album befassen, helfen nur zaghafte Melodielinien und rare aber packende Rhythmen bei der Orientierung. Zwei Drittel der Songs ordne ich dem recht behäbigen Ambient-Lager zu, während fünf Songs vor allem dank der stellenweise treibenden Rhythmen für Bewegungsstimmung sorgen und eigentlich in das Set einer Techno-Party in einer stillgelegten Fabrikhalle gehören. Letztere sind auch meine Lieblinge auf “Small craft on a milk sea”. Unter diesem Aspekt beginnt das Album eigentlich erst mit dem vierten Song “Flint march”. Mein Lieblingssong ist “2 forms of anger”.

    Dieser Song und der Rest des Albums haben es cdstarts.de angetan:

    Viel mehr ist „Small Craft On A Milk Sea“ eine physisch wie geistig in Gänze wirksame Achterbahnfahrt voller Wendungen und aufrüttelnder Harmonien, die Brian Eno dunkel verzaubernd auf der Höhe seines Könnens zeigt.

    Wirkliche revolutionäre Ideen finde ich auf "Small craft on a milk sea” nicht, aber schon lange hat mich kein Instrumental-Album mehr so gut unterhalten.  Freunden elektronischer Musik dürfte es ähnlich gehen.

  • Útidúr - This Mess We've Made

    Útidúr - This Mess We've Made



















    - Hallo, wir sind ein isländisches Musikerkollektiv...

    - Herzlich willkommen bei Platten vor Gericht!


    Innerhalb der Instinkttheorie gilt ein Reizmuster, das bei der Wahrnehmung mit einer Instinktbewegung beantwortet wird als Schlüsselreiz.
    Im ersten Satz sind zwei Schlüsselreize versteckt, der zweite ist der instinktiv ausgelöste Verhaltensmechanismus.

    Útidúr wurde von Sänger/Gitarrist Gunnar Örn, Keyboarderin Kristinn Roach und Sängerin Rakel Mjöll gegründet und ist mittlerweile zu einem zwölfköpfigen Ensemble angewachsen. Es stehen also ausreichend Musiker zur Verfügung, dass neben den gängigen Instrumenten auch Violinen, Trompeten und Akkordeon bedient werden können. Die Musik pendelt zwischen melodramatischem Pop und flotter Folklore, und so ist es nicht verwunderlich, dass einerseits Beirut und Calexico, andererseits Angelo Badalamenti und Ennio Morricone herangezogen werden, um den Sound zu beschreiben. Auch die jüngeren Efterklang drängen sich für Vergleiche geradezu auf.

    "This Mess We've Made" wurde im letzten Sommer im "Sundlaugin" Studio von Sigur Rós aufgenommen, erschien in Island bereits im Oktober 2010 und kann zum Beispiel über die Bandcamp-Seite von Útidúr bezogen werden. Es lohnt sich!




    I highly recommend that you do not leave this island without the debut album from local twelve-piece band Útidúr stowed away in your luggage. It’s one of those little gems that turns up out of nowhere and charms its way into your iTunes favourites in less time than it takes to load up your Mac.

    The album flows extremely well from track to track, and skilfully creates a coherent atmosphere throughout that’s laden with Mexican Mariachi flair and darkly mischievous lyrics. It’s somewhat reminiscent of Beirut and at certain moments, Tindersticks. Well, Tindersticks with bottle of tequila and a Colt 45 that is.

    This is an album that you can turn this on and enjoy right through, but forced to choose a favourite, it would be the quirky melody and harmonies on ‘The glow / retreat’.

    This album stands out from the sea of Icelandic post-rock guitars and brooding soundscapes to create something not only distinctive, but distinctively good too.
    (www.grapevine.is)


  • Syd Matters - Brotherocean

    Syd Matters - Brotherocean



















    Vive la France (II)

    Ein dickerer Fisch als Cocoon, zumindest die Punktausbeute beim letzten Album "Ghost Days" betreffend (8,1), ist Jonathan Morali alias Syd Matters. Obwohl er sich seinen Namen mit leichter Modifikation bei zwei Mitgliedern von Pink Floyd entlieh (Syd Barrett und Roger Waters), steht Syd Matters weniger der Sinn nach Psychedelic Space Rock oder aufgeblasenen Konzepten, als nach melancholischem Pop, handgemachtem Folk und ausgefeilten Arrangements.
    "Brotherocean" bleibt dieser Tradition treu und so hören wir zu Moralis warmem Gesang immer wieder gezupfte Akustikgitarren, perlendes Piano, säuselnden weiblichen oder summenden männlichen Chorgesang und dezentes Elektrogefrickel, dazu lassen er und seine 4 Mitstreiter unvermittelt Blockflöten, Bläser oder Celli erklingen, ohne dass es aufgesetzt oder überladen klingen würde. Wer mal wieder ein gutes Album von Rufus Wainwright hören möchte, greife besser zu Syd Matters.

    „Brotherocean“ beginnt mit dem unerwartet elektronischen „Wolfmother I“. Ähnlich wie Sufjan Stevens paaren auch Syd Matters folkige Grundideen mit völlig unvorhersehbaren Strukturen und komplexen Arrangements. Da setzen unerwartet Bläser ein, Elektronik mischt sich in die akustischen Gitarrenpassagen, aus dem Nichts treten Chöre hervor - jeder einzelne Song ist voller Überraschungen und Wendungen. Syd Matters gelingt es, diese Ideen zu einem unglaublich homogenen Fluss zu vereinen. So schwelgt etwa „Rest“ in einer Art Traumwelt, ehe es zum Ende eine nicht mehr für möglich gehaltene Dynamik entwickelt. „I Might Float“ würde mit seiner wahnsinnig fesselnden Melancholie auch auf Radioheads „In Rainbows“ eine blendende Figur machen.
    Wenn dann am Ende der Hidden Track das Motiv des ersten Liedes aufgreift, kann man gar nicht anders, als die CD wieder von vorne laufen zu lassen. Sind wir ehrlich: Dieser kleine Trick wäre nun wirklich nicht nötig gewesen!
    (crazewire.de)





    "Hi Life" Video
  • Cocoon - Where The Ocean Ends

    Cocoon - Where The Ocean Ends



















    Vive la France (I)

    2008 gab es eine ganze Reihe an Neuvorstellung aus Frankreich von unserem dort ansässigen Kollegen Oliver Peel. Vielleicht lässt er sich nun zum Wiederaufleben dieser Tradition animieren, indem ich ihm zwei dicke Fische vor der Nase weg schnappe.

    Dicker Fisch trifft es, rein biologisch betrachtet, nicht wirklich, dennoch ist "Where The Ocean Ends" ein Konzeptalbum über den Wal Yum Yum geworden, der uns bereits auf dem Plattencover und im Video zur ersten Single "Comets" begegnet:





    "Comets" Video


    Cocoon sind Mark Daumail (Gesang, akustische Gitarre, Banjo, Ukulele) und Morgane Imbeaud (Gesang, Keyboard, Arrangement), die uns auch auf ihrem zweiten Album angenehmen und unaufdringlichen Folkpop servieren. Man kann erahnen, dass sie vielleicht selbst zu Hause Platten von Sufjan Stvens ("Sushi"), Nick Drake ("I Will Be Gone") oder Angus & Julia Stone ("Comets") auflegen. Besonders hervorzuheben sind die schönen Streicherarrangements, wenn bei "Dee Doo" das Tempo plötzlich angezogen wird und das unerwartete Auftauchen einer singenden Säge oder einer Maultrommel.

    Ihr Debüt "My Friends All Die In A Plane Crash" konnte einen überschaubaren Notenschnitt von 6,5 Punkten bei uns erzielen, "Where The Ocean Ends", in Frankreich bereits Ende letzten Jahres erschienen, versucht dies ab dem 29.03.11, wenn das Album in Deutschland veröffentlicht wird, zu übertreffen.
    In der Woche zuvor sind Cocoon auf deutschen Bühnen zu sehen:

    23.03.11 Berlin, Festsaal Kreuzberg
    24.03.11 Hamburg, Kulturhaus III&70
    25.03.11 Köln, Blue Shell
    26.03.11 München, 59:1
  • Twin Shadow - Forget

    Twin Shadow - Forget

    cover

    Forget” von Twin Shadow fiel mir in einigen Jahresbestenlisten und in einem “Übersehene Musik 2010”-Podcast auf. Obwohl ich mich einige Wochen mit dem Album befasst habe, tue ich mich mit einem endgültigen Urteil schwer.

    George Lewis Jr. wurde in der Dominikanischen Republik geboren und über Zwischenstationen hat es ihn nach New York verschlagen. “Forget” ist sein 2010 erschienenes Debütalbum und produziert wurde dieses von Grizzly Bears Chris Taylor.

    Die beiden setzten fast komplett auf die Melodieverliebtheit des Pop und leicht abgedunkelte New Wave-Atmosphäre. Dazu passt der Gesang zwischen Morrissey und Guy Garvey.

    OhFancy nennt weitere Referenzen:

    Sie singen über Romantik und die Liebe, erinnern manchmal an Joy Division und doch ist es George Lewis Jr. – wer Ihn noch nicht gehört hat,sollte es jetzt tun. Das Album besteht des Weiteren aus einem Teil Morrissey und zwei weiteren Teilen Edwyn Collins. Sanft gleitet der Gesang über mühelose Melodien und kathartische Schönheiten.

    Ein Tick weniger glatt als Hurts aber im Gesamtbild trotzdem etwas harmlos geraten ist “Forget” sicher eines der besten “80er”-Alben des letzten Jahres. Menschen welche die Musik der 80er Jahre vermissen, werden an “Forget” ihre Freude haben. Man kann das Album auch einfach endlos nebenher laufen lassen. Es stört nicht. Über den Status “wirklich schön” kam es bei mir aber nicht hinaus.

    “Castles in the snow” (da als Download) ist der Hit des Albums. “Shooting holes”, “Tether beat” und “Slow” blieben mir besonders im Gedächtnis.

    Ein paar Videos werden auf der Website des Künstlers gezeigt und eine Daytrotter Session gibt es dort.

    Wer sich für die Twin Shadows Live-Qualitäten interessiert, kann sich bei diesen Gelegenheiten ein Bild machen: 

    • 06.02. Hamburg
    • 08.02. Köln
    • 10.02. Berlin
    • 11.02. München
    • 12.02. Wien
    • 14.02. Zürich
  • Tennis - Cape Dory

    Tennis - Cape Dory



















    Keine Frage, das Cover von "Cape Dory" ist ein heißer Anwärter auf den Sieg in der Kategorie "Schlechtestes Plattencover 2011". Da hilft es auch wenig, dass es eine "Hommage" an "Hold On" von Lisa Hartman ist.

    Hinter Tennis verbergen sich Patrick Riley und Alaina Moore, ein verheiratetes Paar aus Denver, und ihr Debütalbum dürfte alle von den Stühlen reißen, denen im letzten Jahr bereits Best Coast, The School, Frankie Rose and The Outs oder Lucky Soul den Alltag versüßten - und tatsächlich findet sich "Marathon" auf Olivers Jahres-CD unter den besten Songs 2010 wieder! Süßer Pop mit lieblichem Frauengesang und 50s/60s Flair, gelegentliche Fuzz-Giatrren und jede Menge Sha-la-las und Ooh-woo-oohs während der eingängigen Refrains, all das bietet "Cape Dory" , welches am 18.01.11 über Fat Possum Records erscheint - und doch so viel besser in den Sommer passen würde.



    Patrick Riley und Alaina Moore haben unzählige Radio-Melodien im Körbchen. Unbekümmert heben sie die Songs aus dem Indie-Pop der Konkurrenz. Wo die Drums auf Mods machen, bleiben Tennis irgendwie unmodisch. Als warme Luft könnten böse Hörer die Musik bezeichnen. Nein, das wäre gemein. Tennis sind mehr als das. Die luftigen Singalongs perlen wunderbar zur Siesta-Zeit. Du füllst Deine mitgebrachte Gazpacho mit Wodka auf. Als der letzte Ball über den Zaun fliegt, gehst Du ins Clubhaus. Genug Sport für heute. Jetzt wird es Zeit, nach den Mädchen in den kurzen weißen Röcken zu schauen. Du bist enttäuscht. Alle tragen Hosen. An der Bar lässt Du Dir einen Deckel machen. Als Du nach deinem Namen gefragt wirst, sagst Du cool: “Borg, Björn Borg”. Die Thekenbedienung schreibt es auf. Innerlich drehst Du durch.
    Cape Dory ist wirklich ein Highlight des anbrechenden Jahres. Wenn die Gitarre mal den Storch brät und das Schlagzeug schön shufffelt, geht die Sonne auf.
    (jahrgangsgeraeusche.de)



    Tennis live erleben:
    14.01.11 59:1, München
    15.01..11 Comet Club, Berlin
    16.01.11 Beatlemania, Hamburg
  • She & Him - Volume Two

    She & Him - Volume Two



















    ich empfehle dazu den film (500) days of summer (...) der film ist groß.
    (Noplace)

    Der Film ist sooo toll!
    (Olly Golightly)

    Mittlerweile bin ich auch einmal dazu gekommen, den von Oliver und Noplace angepriesenen Film "(500) Days Of Summer" zu sehen. Ein netter Film, der nach dem Schema "Boy trifft Girl, Boy verliebt sich in Girl (spätestens nachdem sie sagt, dass sie The Smiths mag), Boy wird von Girl verlassen, Boy trauert um Girl, Boy findet neues Girl" abläuft. Eigentlich ein Setting für einen typischen Mädchen-Film, jedoch mit vertauschten Rollen, was ihn auch für uns Jungs interessant werden lässt. Richtig gut wirde er jedoch durch den Soundtrack (natürlich The Smiths, Regina Spektor, Feist, The Temper Trap, Doves u.v.m.) und die zahlreichen popkulturellen Anspielungen und Verweise (so wird in einer Karaoke-Bar ein Song der Pixies gesungen oder gibt es als Highlight eine herrliche Star Wars-Reminiszenz).

    Die weibliche Hauptrolle spielt Zooey Deschannel, die aussieht wie Katy Perry, aber bessere Platten aufnimmt und ihre Songs selbst schreibt - und zwar gemeinsam mit M. Ward als She & Him. "Volume Two" ist ihre zweite gemeinsame Platte - der Titel der ersten dürfte nicht schwer zu erraten sein -, die harmlos zwischen den Polen Folk, Softrock, Country und 60s Pop dahin schippert, aber durchaus ihre angenehmen bis schönen Momente hat.





    "In The Sun" Video

    On Volume Two, swirling strings and lush backing vocals underscore Deschanel’s increasingly sophisticated songwriting. She plays the dewy-eyed ingénue a bit too faithfully at times, but there is no denying her legitimacy as a tunesmith, divvying her set between bouncy piano-pop, folk-flavored sing-alongs and orchestral anthems. In lesser hands, the American Graffiti-styled themes of star-crossed lovers and summer nights would drown in their own sincerity. Here, they provide a pleasant escape to a mythical America of endless horizons and youthful resilience—not such a bad place to be in 2010.
    (pastemagazine.com)
  • Titus Andronicus - The monitor

    Titus Andronicus - The monitor

    cover

    Schon im Verlauf des Jahres 2010 stieß ich immer wieder auf lobende Erwähnung der Albums “The monitor” von Titus Andronicus. Die Songs die ich mir anhörte, hauten mich nicht um, so dass ich erst Ende des Jahres wieder neugierig wurde, als das Album in einigen Jahresbestenlisten auftauchte. Da m. E. “Rockmusik” im Sinne modernen Rocks und Alternative 2010 nicht wirklich aufgetrumpft hat, wäre ein echter Knaller sicher willkommen.

    Titus Andronicus leben in New Jersey, machen seit 2005 Musik und “The monitor” ist ihr zweites Album.

    Ich zwänge meine Erkenntnisse in einen Satz: In einem Irish Pub wird ein von Bruce Springsteen inszeniertes amerikanisches Bürgerkriegsmusical aufgeführt und Bob Dylan ist mit den Pogues und einer Punk-Band für die Musik verantwortlich.

    Pitchfork findet noch weitere Einflüsse:

    For stadium-rock inspiration, Titus Andronicus look no further than their home-state hero, paraphrasing Bruce Springsteen in the first song and name-checking him in the last. And while the central muse is obvious, there's a full menu of influences on display. There's the Hold Steady in its mythology of intoxication, the Pogues in its cathartic singalong gutter-punk, and Conor Oberst's Desaparacidos in its brazen earnestness. There's also the fatalistic fuck-all of early Replacements and the brutalist thrashing of east-coast hardcore in its violent instrumentation and apocalyptic worldview.

    Ebenso kreativ wie mit der Musik wird auch mit dem Bürgerkriegs-Thema des Albums umgegangen: Im Booklet werden u. a. der US-Schriftsteller und Sklaverei-Bekämpfer William Lloyd Garrison, Abraham Lincoln und die Butthole Surfers zitiert.

    Irgendwie passt das am Ende auch alles zusammen. Aber wirklich mitreißen kann mich das Album nicht. Vor allem das ausgiebig gefeierte Gegröle hält mich davon ab, mit “The monitor” meine Suche nach dem Rock-Album des Jahres 2010 zu beenden. Vielleicht muss ich auf 2011 hoffen.

    Das Video zu “A more perfect union”:

  • Duran Duran - All You Need Is Now

    Duran Duran - All You Need Is Now



















    Es gibt Bands, von denen wusste man gar nicht, dass sie noch existieren / wollte man gar nicht, dass sie noch existieren. Duran Duran gehören in diese Rubrik.

    Zur derzeitigen Besetzung der Band zählen bis auf Andy Taylor alle, die man den klassischen Duran Duran zuschreiben würde, also Simon Le Bon, John Taylor, Nick Rhodes und Roger Taylor. An der Gitarre werden sie von Dominic Brown unterstützt.
    Nachdem die beiden letzten Alben ziemlich schwach waren (aber welche Duran Duran Platte war wirklich gut? Singles, ja. Alben, nein.) und sich noch schwächer verkauften, kam es zur Trennung von Epic Records und "All You Need Is Now" wird über Tapemodern, das Label von Nick Rhodes und Stephen Duffy (Duran Duran Mit-Gründer), veröffentlicht werden. Als digitalen Download war das 13. Album der Band bereits kurz vor Weihnachten über iTunes zu beziehen, auf den physischen Tonträger muss man noch bis Februar warten.

    Auf "All You Need Is Now" croont/nölt Le Bon als wären seit "Rio" nicht fast 30 Jahre vergangen, sorgt Rhodes für 80er-Synthie-Sounds, die mal nach Depeche Mode ("All You Need Is Now") oder Propaganda ("Blame The Machines") klingen und sorgen die Taylors für teils funkige Rhythmen. Als Gastsängerinnen wirkten Ana Matronic von den Scissor Sisters mit, folglich geht es mit "Safe (In The Heat Of The Moment)" auch in Richtung Disko. Bei "The Man Who Stole A Leopard", dem Höhepunkt der Platte, durften Kelis mitsingen und Owen Pallett den Song mit Streichern veredeln. Ein weiteres Highlight ist sicherlich die abschließende Ballade "Before The Rain", welche ein wenig an "The Chauffeur" oder "Save A Prayer" klingt.
    Als Produzent und Mixer sorgen Mark Ronson (Amy Winehouse, Adele, Kaiser Chiefs) und Mark "Spike" Stent (Radiohead, Björk, Depeche Mode, U2, Hurts) dafür, dass "All You Need Is Now" Fans der frühen Duran Duran beglücken wird, ohne dabei antiquiert zu klingen.
    Vielleicht muss ich meine ersten Sätze noch einmal überdenken...

    Popmatters vergibt 9 von 10 Punkten:
    All You Need Is Now isn’t Son of Rio, but it’s the best album Duran Duran has released since then, a collection that manages what their best material always has, blending art with grand gestures and popcraft. It’s nine songs full of the promise and thrill of 1981-83. But even more than Ronson and Duran Duran have let on, it’s also an album clearly in debt to the future, a sleek and sexy future where a guy in his early 50’s “driving up the Autobahn” is still the same superhero who wrestled hot chicks in a Sri Lankan swamp all those years ago. This is the sound of time stood still, of a feeling of reckless and sophisticated abandon launched decades forward without skipping a beat.




    "All You Need Is Now" Video
  • Console - Herself

    Console - Herself



















    Und noch ein drittes Album aus Deutschland hinter: Auch hier wird nicht deutsch gesungen, und wenn überhaupt gesungen wird, dann von Miriam Osterrieder mit warmer, weicher, aber dennoch distanzierter Stimme.
    Martin Gretschmann, der neben The Notwist und 13&God auch noch Zeit findet, um Hörspiele zu produziert, unter dem Pseudonym Acid Pauli durchs Land zu ziehen und alle Jahre wieder Platten mit Console zu veröffentlichen, bastelte am Laptop ein elektronisches, minimalistisches und dennoch vielschichtiges und spannendes Album, das zwischen den Polen Ambient ("Walking The Equator"), Pop ("A Homless Ghost") und experimentellem Techno ("Upon") kreist. "Herself" verkürzt die Wartezeit auf das nächste Notwist-Album, aber zuvor wären eigentlich mal wieder Ms. John Soda an der Reihe...

    Herself ist eine der Platten, bei denen man auch nach dem zehnten Durchlauf neue Sounds und Spielereien entdeckt. Und das zeichnete ja z.B. auch das Notwist-Über-Album Noen Golden so aus.
    Auf den Konzerten von The Notwist konnte man zuletzt erleben, wie Gretschmann seine Sounds mit Wii-Controllern steuerte. Auch auf dem neuen Console-Album scheint seine Lust am Soundexperiment ungebrochen. Ob Sägezahn-, Pulswelle oder weißes Rauschen – den Synthesizern wird das komplette Modulationsspektrum abverlangt. Vor allem aber klingen die künstlichen Klangerzeuger warm und analog. Der Beat pluckert oft im Hintergrund vor sich hin, um sich in den richtigen Momenten zu einem Percussion-Feuerwerk aufzubäumen. Und das geht auch ohne stumpfe 4-To-The Floor-Attitüde.
    Ihren Pop-Appeal entfalten die Songs vor allem dann, wenn Sängerin Miriam Osterrieder ihre eidringliche Stimme beisteuert. „Bit For Bit We’re All Alone“ singt sie – ein Satz, den man so an Häuserwände sprühen möchte und der die Status-Upates und Freundschaftsanfragen der digitalen Welt ad absurdum führt. Trotz der Bits und Bytes, aus denen diese Musik gemacht ist – Herself ist wie ein analog knisterndes Kaminfeuer, das einen gut durch den langen Winter bringt.
    (detektor.fm)





    "Of Time" Video
  • Velveteen - 27

    Velveteen - 27



















    Beim Aufarbeiten der vergessen Platten des '10er Jahrgangs fiel mir auch wieder "27" in die Hände, das mittlerweile vierte Album eines Quartetts aus Frankfurt.
    Dass man trotz Heinz Schenk, Badesalz und der Rodgau Monotones auch in der Äppelwoi-Metropole gute Musik machen kann, wenn man denn entsprechend musikalisch sozialisiert wurde, beweisen Velveteen. Denn bei ihnen drehten sich in den 90ern Alben von Slowdive und Ride auf dem Plattenteller - und wir dürfen daher heute zurückhaltendem Gesang und Gitarrenwänden lauschen, die stärker noch als bei den Vorgängern von elektronischen Beats und Keyboard-Sounds unterlegt sind. Das klingt dann so als coverten Slut My Bloody Valentine ("L.S.P. Wars") oder remixten The Notwist Death Cab For Cutie ("I Divided Europe").

    Ein gelungenes Album, das man eigentlich nicht vergessen durfte. Auch wenn vielleicht der ganz große Hit fehlt, bleibt abschließend noch die Frage, warum Carsten Schrauff (Gesang, Gitarre), Christoph Faust (Gitarre, Keyboard), Tommy Müller (Schlagzeug, Keyboard) und Chris Sparkes (Bass) noch nicht annähernd den Bekanntheitsgrad zumindest der beiden deutschen erwähnten Bands erreicht haben.





    "Rookie Of What?"

    So werden nach kurzem schwerblütigen Intro (“Pictures & Medication”) und einem klassischen Indiepopgitarrensound (“L.S.P. Wars”), auch neue Klänge in das Repertoire der Frankfurter Velveteen mit eingebunden. Immer mehr vermischen sich Elektronikgewurschtel mit eingängigen Gitarrenriffs. Den längst stattgefundenen Wandel der Zeit, nehmen Velveteen gerne auf und verkünden hier und da vielleicht das etwas hoch gegriffene Notwist Erbe. Zumindest “I Deivided Europe” vermeldet dies vehement. Einer der stärksten Songs auf “27″. Es folgen mit “Rookie Of What?” oder “Escape Plans” unverschrobene Popsongs, die sich durch einen recht monotonen musikalischen Ablauf und einer dahin gehauchten Stimme charakterisieren lassen. Schwermütiger ja fast schon depressiv klingender Ballast, wird in Form von dem shoegazezollenden “Cars” und dem balladesken “Aspen” abgeworfen – langgezogene Riffs und Akkorde, verschrammelt, durchdringende Bassdrum und pathetischer Gesang. Die Stimme von Carsten Schrauff erinnert dabei oft an The Twilight Sad und hat zudem noch einen kleinen 80er Synthiepop-Schlag. “Little Gaps” markiert als elfter Song das Ende von “27″ und schwankt dabei zwischen verträumten imaginären Synthieklängen und eingängigen Melodiefetzen. Ein runder Abschluss für ein rundes Werk.
    (jmcmagazin.de)
  • Die 10 besten Platten von Creation Records

    10. Teenage Fanclub "Thirteen"
    9. Primal Scream "Screamadelica"
    8. Slowdive "Souvlaki"
    7. The Boo Radleys "Giant Steps"
    6. Adorable "Against Perfection"
    5. Ride "Going Blank Again"
    4. My Bloody Valentine "Loveless"
    3. The House Of Love "The House Of Love"
    2. Oasis "Definitely Maybe"
    1. Oasis "(What's The Story) Morning Glory"

    (ausgewählt von Dirk)