Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • La Roux - La Roux

    La Roux - La Roux




    Gemischtes Doppel (XI)

    „The final word in the synthpop generation“ (NME)


    Nicht nur der NME singt gerade einen Lobgesang auf La Roux und kürt Elly Jackson zur neuen Prinzessin des Synthpop. Nahezu die gesamte Musikpresse ist aus dem Häuschen, die Blogs sowieso.
    Aber La Roux ist, auch wenn es häufig so wahrgenommen wird, kein Soloprojekt, sondern ein Duo, bei dem sich als gleich gestellter Partner Ben Langmaid zu Elly Jackson hinzu gesellt. Die Aufgabenverteilung erinnert sehr an Eurythmics, die Musik zudem an Human League, Depeche Mode, Soft Cell oder (und vor allem) Yazoo, stellt somit wahrlich keine Neuentdeckung dar.





    „Bulletproof“ Video


    So überrascht in erster Linie die stimmige Reanimation altgedienter Analogsounds in zeitgemäße Soundscapes: Zu "In It For The Kill" und "Quicksand", zwei der herausragenden Tracks, tanzt bereits halb England. Würde man dasselbe dort nicht auch zu Lady Gaga tun, wäre man geneigt, der Stilsicherheit der Insulaner neidische Blicke zuzuwerfen.

    Die schnelleren Songs funktionieren auf Anhieb hervorragend. Neben den erwähnten Singles entpuppt sich "Bulletproof" als würdige Auskopplung. (...)

    La Roux legen die Messlatte für alles Kommende hiermit relativ hoch und vermitteln gleichzeitig das Gefühl, dass da noch Großes kommen könnte. Mehr UK-Singles als Yazoo bei deren Debüt haben sie jetzt schon.
    (laut.de)


    Songs wie „Bulletproof“, nach dem ersten Hit „In For The Kill“ die nächste Single, klingen so quietschvergnügt wie Depeche Modes „Just Can’t Get Enough“. Die kleinen, fiepsigen Synthie-Melodien sind unpackbar eingängig, das Gleiche gilt für die Refrains. La Roux scheuen auch nicht davor zurück, ihre besten Stücke gleich an den Anfang zu stellen: Der Eingangsblock mit „In For The Kill“, „Tigerlily“, „Quicksand“ und „Bulletproof“ ist eine makellose Viertelstunde Musik. Auch danach wird es nicht viel schwächer. „I’m Not Your Toy“ ist etwas ruhiger, doch um nichts weniger melodiös, die Hookline und der Beat von „Colourless Colour“ sind geradezu schamlos ansteckend und auch die beiden Balladen „Cover My Eyes“ und „Armour Love“ bremsen den Fluss nicht. Natürlich wäre über Albumlänge etwas mehr Variation nett, aber das hat noch Zeit. Für jetzt ist La Roux ein Hit.
    (now-on.at)



    „Quicksand“ Video

    „In For The Kill“ Video


    La Roux in Deutschland:

    06.07.09 Berlin, Lido
    07.07.09 Hamburg, Übel & Gefährlich
    08.07.09 Köln, Luxor
    17.07.09 Ferropolis, Melt! Festival
  • Little Boots - Hands

    Little Boots - Hands




    Hinter Little Boots, dem zweiten aktuellen Pop-Hype aus Großbritannien, verbirgt sich die 25jährige Victoria Hesketh. Für ihr Debütalbum „Hands“ hat sie alle Songs selbst geschrieben und eingesungen, zudem spielt sie Keyboards, Piano, das Miniatur-Keyboard Stylophone und das vom japanischen Medienkünstler Toshio Iwai entwickelte Tenori-on.
    „Hands“ liefert massentauglichen 80ies-Dancepop zwischen Kylie Minogue, Madonna und Lady Gaga. Dies beweist nicht nur der Erfolg der Single „New In Town“, sondern auch der Sprung von „Hands“ auf Platz 5 der englischen Longplayer-Charts.
    Berühmte Hilfe gab es auch: „Stuck On Repeat“, eine von zahlreichen Kylie-Gedächtnis-Nummern, wurde zusammen mit Joe Goddard (Hot Chip) geschrieben und auf „Symmetry“ ist Phillip Oakley (The Human League) als Gesangspartner zu hören.




    „New In Town“ Video


    Little Boots ist nicht nur Top of the Pops, sondern überraschender Weise bei den britischen Buchmachern mit einer Quote von 4-1 auch ein heißer Kandidat für den renommierten Mercury Prize. Neben den Doves (3-1) werden auch Bat For Lashes, La Roux und Glasvegas derzeit als Nachfolger für „The Seldom Seen Kid“ von Elbow hoch gehandelt.


    But trust her or not, Hesketh can write a damn good pop song, and whether that’s what caused the initial buzz, it's something hard to deny when presented with the cold, hard proof of Hands.
    (drownedinsound.com)






    „Meddle“ Live on Later with Jools Holland


    (...) Hooks und Beats von „New In Town“ (aktuelle Single) und „Meddle“ mögen die Charts- Konkurrenz alt aussehen lassen, über die Strecke eines Albums aber grast das Dancefloor-Aschenbrödel doch nur die bekannten Spielfelder ab (Eighties-Pop mit Gimmickery, Schmusi-Melodien auf Synthie-Meterware). Little Boots reimt Earthquake auf Heartbreak und kriegt garantiert die Kurve vom Breitwand- Techno (konnte das nicht Marusha besser?) zum Feel-Good-Pop in den Zeiten kleinerer Portefeuilles: „I want to take you out tonight / I want to make you feel alright / I don’t have a lot of money, but we’ll be fine / No, I don’t have a penny, but I’ll show you a real good time“. Wenn das schon einen Hype wert ist, lege ich meine Millionen in Madonna-Fonds an.
    (musikexpress.de)
  • White Rabbits - It’s Frightening

    White Rabbits - It’s Frightening




    Gemischtes Doppel (X)

    Gleich mit zwei Schlagzeugern geht die US-amerikanische Rockband White Rabbits an den Start. Ergänzt werden sie durch Alexander Even (Gitarre), Brian Betancourt (Bass), Gregory Roberts (Gesang, Gitarre) und Stephen Patterson (Gesang, Piano).
    Wie aus der Pistole geschossen legen Matthew Clark und Jamie Levinson dann auch gleich im Opener „Percussion Gun“ los. Die Drums bleiben auch im weiteren Verlauf das dominierende Instrument, unterstützt von - ein Blick auf das Cover von „It’s Frightening“ verrät es - Piano und gelegentlichem mehrstimmigen Gesang. „Lionesse“ ist auch unter Radiohead-Gesichtspunkten als experimentell zu betrachten und bei „Company I Keep“ wird zum ersten Mal das Tempo gedrosselt und die akustischen Gitarren ausgepackt. Die frühen Radiohead dürfen für „The Salesman (Tramp Life)“ Pate gestanden haben und bei „Right Where They Left“ drängen sich Vergleiche zu Tiger Lou auf. Bis zum Finale haben sich Clark und Levinson wohl total verausgabt, denn im ruhigen „Leave It At The Door“ ist von ihnen nichts mehr zu hören.






    „Percussion Gun“ Video


    Die Ähnlichkeiten zwischen dem Sound von Spoon und den White Rabbits sind natürlich kein Zufall, sondern der Tatsache geschuldet, dass Spoon-Frontman Britt Daniel "It’s Frightening" produziert hat. Daniel hat auch schon bei Bands wie Interpol und I Love You But I've Chosen Darkness mitgemischt. Seine Philosophie von einem Indierock, in dem die Band Rhythmen variiert und mehrstimmige Gesangsparts frei stehen, hört man auch auf "It's Frightening". Oder anders gesagt: Die White Rabbits sind alles andere als eine schepprige Do-It-Yourself-Band, der die musikalische Umsetzung egal ist.
    (on3-radio.de)
  • Placebo - Battle For The Sun

    Placebo - Battle For The Sun




    Placebo können nur mit einem Schlagzeuger dienen. Doch dieser ist dafür nicht nur jung, blond und tätowiert, sondern auch neu in der Band. Steve Forrest heißt der neue Mann, den Brian Molko und Stefan Olsdal als Ersatz für Steve Hewitt engagiert haben, um Placebos musikalischem Output neue Impulse zu geben. Zudem wurde mit David Bottrill (Muse, Tool, Silverchair) für „Battle For The Sun“ ein Studio-Crack als Produzent verpflichtet und Alan Moulder (My Bloody Valentine, Smashing Pumpkins, Arctic Monkeys, Nine Inch Nails) besorgte den abschließenden Mix. Ist dies auf „Battle For The Sun“ zu hören? Nicht wirklich.

    Erneut hören wir druckvollen Glamrock orientierten Indierock, wie er auch auf den bisherigen Placebo Alben anzutreffen ist, jedoch wurden Schwerpunkte leicht verlagert: auf klare Sounds, gelegentliche Elektro-Anleihen (nur noch beim Daft Punk-artigen Beginn von „Julien“) und ruhigere Songs ("Kings Of Medicine") wurde größtenteils verzichtet, dafür klingt der Sound nun deutlich bombastischer und erschallen zu den Streichern erstmals auch Bläser.
    Mein persönliches Highlight ist der sich ständig bis zu einem orchestralen Finale steigernde Titelsong (auch „Julien“ und "Happy You're Gone" folgen diesem Rezept), der aber einige Hördurchläufe benötigte, um seine ganze Pracht zu entfalten. Singlekandidaten sind „Ashtray Heart“ und „Devil In The Details“.




    „Battle For The Sun“ Video


    Die Reaktionen der musikorientierten Presse sind nicht berauschend, beispielsweise sei auf Plattentests.de verwiesen oder der Musikexpree zitiert:

    (...) Aber BATTLE FOR THE SUN verdient kaum mehr als ein paar Fleißbienchen.
    Für die schneidenden Bläsersätze, ein paar ermunternde Handclaps und das zwischen ordentlichem Anzug und virtuosen Snarerahmen-Tapping oszillierende Schlagzeugspiel des jungen Steve Forrest. Fleißbienchen auch für den Produktionsaufwand und die imposanten Arrangements, hinter denen sich ein halber Spielmannszug, ein komplettes Orchester und mindestens zwei Rocktrios vermuten lassen. Und für die Vorabsingle „Battle For The Sun“, die auf ihrem langen Weg vom sperrigen Intro-Riff bis zum edelbitteren Orchesterfinale so einige Placebo-Qualitäten versammelt, möchte man sogar für fünfeinhalb Minuten alle Bedenken über Bord werfen. Doch sie kehren wieder mit zunehmender Laufzeit dieses Albums. Da ist eben doch zu viel Routine im Drama, vor allem aber: weitaus mehr Aufwand als Ergebnis. Bei allem Leid zu wenig Lied. Oder unterm Strich einfach: zu wenige Bienchen.
    (musikexpress.de)





    „For What It’s Worth“ Video


    Bombastischer Sound führt Placebo natürlich auch in Deutschlands Arenen:

    09.11.09 Stuttgart, Hans-Martin-Schleyer-Halle
    10.11.09 Hamburg, Color Line Arena
    21.11.09 Leipzig, Arena
    22.11.09 Berlin, Arena
    24.11.09 Mannheim, SAP Arena
    26.11.09 München, Olympiahalle
    04.12.09 Köln, Lanxess Arena
  • Indochine - La Republique des Meteors

    Indochine - La Republique des Meteors




    Es gibt Bands, die sind nie wirklich weg. Man kennt sie, seitdem man sich ein wenig für Musik interessiert und verliert sie während seiner musikalischen Sozialisation auch nicht aus den Ohren. Für mich gehören Indochine aus Paris zu diesen Bands. Mitte der 80er Jahre finden Indochine eingebettet zwischen Elmer Foot Beat und Niagara den Weg über diverse Mixtapes, welche vom Schüleraustausch mit nach Hause gebracht werden, (nicht nur) in mein Kassettendeck. L'aventurier, 3 nuits par semaine, Les Tzars, Les citadelles sind nur einige Songs, die mich in mehr oder weniger großen Zeitabständen immer wieder begeistern. Auch während der 90er, als Indochine regelmäßig neue Alben veröffentlichen, hänge ich mehr an den alten Songs. Es ist 2006, als ich erfahre, dass Indochine im neuen Millennium (zwar schon lange nicht mehr in Urbesetzung, aber) immer noch aktiv sind, auf Tour gehen und Alben veröffentlichen. Ausgesprochen schöne Alben im Übrigen. Seit April dieses Jahres steht mit La Republique des Meteors das neue Album in den Läden.

    Die Franzosen [bauen] auf düstere Stimmungsbilder, die in Synthie-Klängen ertrinken und von schweren Gitarren erdrückt werden. Und genau deswegen ist "La République des Meteors" eines der schönsten Alben, das seit langem den Weg aus Frankreich zu uns geschafft hat. […] Am besten klingt das auf dem rockigsten Song "Republika". Und auf dem abschliessenden, siebenminütigen "Le Dernier Jour", das die wildesten Stimmungsschwankungen durchlebt und deshalb für die unerwartetsten Momente auf "La République des Meteors" besorgt ist. Von ihren leichtfüssigen New-Wave-Anfängen in den 80er-Jahren haben sie sich längst entfernt – auch wenn beispielsweise "Union War" als eines von wenigen Relikten an die alten Zeiten der Band erinnert. (http://www.students.ch/)



    Little Dolls Video
  • Green Day - 21st Century Breakdown

    Green Day - 21st Century Breakdown

    cover

    Seit gut 20 Jahren aktiv, seit knapp 20 Jahren in gleicher Besetzung und seit ewig unverkennbar Green Day. Dachte ich lange, die Band habe mit ihrem dritten Album “Dookie” ihren Zenit erreicht und überschritten, startete sie 2004 mit “American idiot” noch einmal richtig durch. George W. Bush schien den ehemaligen Jungs eine ungeahnte Inspiration zu verleihen und so entstand ein hochgelobtes und äußerst erfolgreiches Werk.

    Nun muss das achte Album “21st century breakdown” daran anknüpfen, ohne zu viel Credibility zu kosten. Der “Dookie”-Nachfolger “Insomniac” war ein Schlag vor den Kopf vieler Fans des Durchbruch-Albums. Für “21st century breakdown” wählte man einen anderen Weg: Mit Butch Vigs Hilfe entstand ein Konzeptalbum rund um die Kapitel „Heroes and Cons“, „Charlatans and Saints“ und „Horseshoes and Handgrenades“. Die 18 Titel bieten einige Single-Kandidaten und einen Streifzug durch die Rockmusik der letzten Jahre. So kann der Hörer seinen persönlichen Favoriten aus einem großen Angebot auswählen. Meiner ist "East Jesus Nowhere".

    Zwei Stimmen zu “21st century breakdown”:

    Das Markenzeichen dieser Band, die frechen Melodien der Stiff Little Fingers mit der Eleganz von Beatles-Kompositionen zu verbinden, ist ebenso zahlreich vertreten wie alles andere. Keine einzige Nummer ist auch nur ansatzweise irgendetwas anderes als eingängig, tanzbar, fürs Mitsummen überhaupt erst erfunden. Genau darin liegt auch der Witz der neuen Green Day. Abgesehen von Michael-Moore-Filmen geht nichts in der amerikanischen Protest-Kultur eine so feste Bindung mit der Mainstream-Unterhaltung ein. Auch die Hits von "21st century breakdown" werden wieder auf Gartenparties, Disco-Veranstaltungen und Jahresabschlussfeiern der Jungen Union aufgelegt werden. plattentests.de

    2009 haben Green Day einen Sack voll "Boulevard Of Broken Dreams"-Balladen, "Basket Case"-Dampframmen und ordentlich Standard-Rock im Gepäck. Der Geist der Beatles fährt in den Pianisten und mündet gelegentlich in hitkompatiblem Stadionrock. Green Day liefern teilweise richtig gute Arbeit ab, schreiben aber auch einer seit dem 2004er-quasi-Comeback neu entstandenen Teenie-Zielgruppe nach dem Mund. Da prallen künstlerischer Anspruch und der Wunsch nach Authentizität aufeinander und hinterlassen ein solides, aber diskussionswürdiges Album der Kalifornier. laut.de

    Das Video zur ersten Single “Know your enemy” ist schon eine Weile auf allen Kanälen zu sehen, während das Video zur unvermeidlichen Ballade “21 guns” diese Tage veröffentlicht wird.

    “21st century breakdown” stellt keinen Zusammenbruch dar, wird keinen begleiten und auch keinen auslösen. Aber die Platte ist weit weniger schlimm als befürchtet und wird es Green Day erlauben, den Erfolg auszukosten. Ich bin gespannt, ob die Band konsequent ist und Album Nummer neun erneut einen Dampfhammer vor das Brett vorm Kopf der Fangemeinde darstellen und die Erwartungen wieder auf ein gesundes Maß herunterprügeln wird.

  • Maria Taylor - LadyLuck

    Maria Taylor - LadyLuck




    Gemischtes Doppel (IX)

    Die eine Hälfte von Azure Ray, Maria Taylor, geht mit ihrem dritten Soloalbum an den Start. Der richtige Zeitpunkt zum Hören von „LadyLuck“ scheint gekommen, wenn man nach einem anstrengenden Arbeitstag nach Hause kommt und ein entspannendes, Bad nimmt - mit viel Schaum. Maria Taylor möchte dies noch etwas weiter gefasst wissen ("in a dark room, with a candle or two with headphones, maybe in the bath, but definitely horizontal."), aber gerade große, luftige Schaumberge versinnbildlichen schön, was uns die 33jährige Amerikanerin da serviert. Die beiden Singles „Time Laps Lifeline“ (eine der wenigen Uptempo-Songs mit schönen Streichern) und „Cartoons And Forever Plans“ (ein Country-lastiges Duett mit Michael Stipe von R.E.M.) ragen noch heraus, der Rest plätschert leider nur vor sich hin.
    Maria Taylor verarbeitet wohl auf „LadyLuck“ auch ihre Trennung von Conor Oberst und genau wie bei ihrem Ex wirkt sich diese negativ auf die Qualität des musikalischen Outputs aus. Nur Die-Hard-Fans oder gestressten Vollbad-Freunden zu empfehlen, alle anderen sollten es mit ihren früheren Platten versuchen.




    „Cartoons And Forever Plans“ Video


    (...) Auch auf "LadyLuck" sind solche Stilcollagen. Zum Beispiel bei "It's Time", bei der Kate-Bush-artige Trommeln klöppeln und eine Wave-Gitarre klingelt. Auch "A Chance" hat entsprechende Elemente. Die weichen Backgrounds der federnde croove, die Oberdrehte WahWah-Gitarre zum Schluss - das hätte McLachlans Produzent Pierre Marchand genau so gemacht. Bei all dem klingt Taylor natürlich nie synthetisch. "LadyLuck" ist eine erdige, ockerfarbene Platte, aufgenommen mit LoFi-Gestus, akustischer Gitarre und analogen Signalen. Diese Spannung zwischen pop-Reminiszenz und Indie-Ästhetik bauen Taylor und LeMaster hier zu einem Markenzeichen aus. Dass die schönsten Lieder nun gerade nicht diesem Schema folgen, nun, das ist einfach so.
    Das famose "Time Lapse Lifeline" ist der legitime Nachfolger von "Song Beneath The Song" und "A Good Start", ein wunderschön filigranes pop-Lied. wie es auch Aimee Mann schreiben würde. Und das mit einem tollen Gitarrenthema verzierte "Orchids" zeigt Maria Taylor, wie sie leibt und lebt. Zerbrechlich, schwelgerisch, romantisch verklärt. Und absolut herzerweichend. Wen wundert es da, dass am Ende, bei "Cartoons And Forever Plans", plötzlich auch noch Michael Stipe mitsingt.
    (Rolling Stone)




    „Time Laps Lifeline“ Video
  • O+S - O+S

    O+S - O+S




    Die andere Hälfte von Azure Ray, Orenda Fink, lässt mit ihrem zweiten Soloalbum noch auf sich warten, schickt dafür aber ein Projekt namens O+S ins Rennen. Das O steht, ganz klar, für Orenda und das S symbolisiert ihren musikalischen Partner Scalpelist, auch bekannt als Cedric LeMoyne (Remy Zero).

    Orenda und Scalpelist kennen sich seit langem und stammen beide aus Birmingham, Alabama, was läge also näher, als ein gemeinsames Album, das über Saddle Creek veröffentlicht wird? „O+S“ ist deutlich spannender, weil abwechslungsreicher und experimenteller als der aktuelle Versuch Taylors. Orendas Stimme schwebt über den meist elektronischen, von Scalpelist gebastelten Soundlandschaften, die aus Piano, akustischer Gitarre, Keyboard-Flächen, Drum-Loops, Samples und Straßengeräuschen zusammensetzen. So verwundert es auch nicht, wenn sie Beiden nach eigenen Angaben durch David Lynch-Soundtracks, 10CC und 4AD-Platten beeinflusst wurden.

    Orenda's ghostly, diaphanous vocals feel ominous next to Scalpelist's haunted patchwork of samples and instrumentation on some songs (hence the David Lynch press materials name drop), and self-consciously uplifting on others. "We Do What We Want To" finds the bittersweet go-between, building acoustic guitar, keyboards, silken coos, and whirling samples into a subtly anthemic strain of dream-pop. In the vein of School Of Seven Bells, sans their secret machine.
    (stereogum.com)





    „Permanent Scar“ Video


    Zusammen ist ihnen ein modernes Songwriterpopalbum gelungen, offen in die verschiedensten Richtungen, getragen von Orenda´s unter die Kopfhaut kriechender, intimen Stimme, die auch gedoppelt und verdreifacht über einen zusammenschlägt wie eine Welle. LeMoyne nutzt die Studiotechnik in ganzer Bandbreite, analog und digital, Samples, viele kleine Tricks, dies alles verleiht der Scheibe das Besondere Etwas. Ein herllicher Sound voller Wärme und Weite und Eigenständigkeit!
    (flight13.com)
  • The Horrors - Primary Colours

    The Horrors - Primary Colours




    Gemischtes Doppel (VIII)

    Auf ihrem zweiten Album pendeln The Horrors, ein Quintett aus Southend, England, zwischen Shoegaze und Garagenpunk und dürften aufgrund der düsteren Stimmung auch mitunter unangenehme Gothikrock Assoziationen hervorrufen. An den Reglern von „Primary Colours“ saßen Geoff Barrow von Portishead, Craig Silvery und der Regisseur Chris Cunningham, der zum Debüt noch das Skandalvideo zu „Sheen Is A Parasite“ beisteuerte.
    „Three Decades“ liefert den oszillierenden My Bloody Valentine-Gitarrensound, „Who Can Say“ muss aufgrund seiner scheppernden Drums und der verzerrten Gitarren einfach von The Jesus & Mary Chain sein und dann spuckt die Erinnerungsmaschinerie auch noch Namen wie Joy Division, The Velvet Underground, Killing Joke, The Psychedelic Furs, Spaceman 3 und The Cure in ihren düstersten Stunden aus.


    Of course, it would be foolish to declare The Horrors new members of the musical elite and Primary Colours a landmark release - that’s something to be decided with the luxury of hindsight. For now, Primary Colours is a reminder that young British bands can actually progress to brilliant new heights, and perhaps, just perhaps, the occasional surprise in these media saturated times isn’t as endangered a beast as previously thought.
    (drownedinsound.com)







    „Sea Within A Sea“ Video


    That's because there is a special thrill in witnessing a band take such a massive step up on their second album. Think of Nirvana following up the cheerless sludge-punk of 'Bleach' with 'Nevermind'. Or Neil Young outflanking his bloodless debut with 'Everyone Knows This Is Nowhere'. Or The Strokes transcending the… OK, maybe not the last one.

    But what do you think? What are the most jaw-dropping second-album transformations in music history? And does The Horrors' 'Primary Colours' deserve to be counted among their number?
    (nme.com)






    „Who Can Say“ Video
  • Crocodiles - Summer Of Hate

    Crocodiles - Summer Of Hate




    Wenn der „Summer Of Love“ Harmoniegesang, Akustikgitarren, bunte Kleider und Blumen im Haar verlangte, dann ist es nur logisch, dass die Crocodiles, ein Duo aus San Diego, USA, für ihr Debüt „Summer Of Hate“ die Gitarren durch die Verzerrer jagen und auf die Farbe Schwarz setzen. Dabei gehen sie jedoch nicht ganz so rigoros, schwermütig und düster vor wie ihre Kollegen von The Horrors, auch wenn einem auch hier sofort The Jesus & Mary Chain und Echo & The Bunnymen (nach deren „Crocodiles“ sie sich wohl benannt haben) einfallen.
    Shoegaze trifft Noiserock, schielt dabei aber immer nach einer eingängigen Melodie, ist dabei von Keyboard-Sounds unterfüttert und lässt mal den Glam Rock aufleuchten („Flash Of Light“). „Sleeping With The Lord“ und „Summer Of Hate“ scheinen vom ersten Spiritualized Album gepurzelt zu sein und „I Wanna Kill“ ist ein solch unglaubliches „Head On“ Plagiat geworden, dass ich nicht dabei sein möchte, wenn die Gebrüder Reid davon erfahren - oder vielleicht doch.


    Crocodiles' 2008 cult hit "Neon Jesus" was a pledge of faith — in Echo and the Bunnymen's 1980 LP Crocodiles as well as in the Jesus and Mary Chain. Their debut stays true: "I Wanna Kill" is Chain-like bubblegum noise that's less death threat than come-on, while the raw guitar dub rock of "Soft Skull (In My Room)" could be an old Bunnymen demo. But there's a thrilling free play in the duo's wildly distorted, trippy hook fetishism that makes them more than rehash: This is a repeat-ready 34 minutes of melodic pop pushed to the disintegration point and beyond. Welcome to the art-punk renaissance.
    (rollingstone.com)


    This San Diego duo’s year zero isn’t 1977, but 1989 and The Jesus And Mary Chain’s ‘Automatic’, with its trashy melodies, tacky drum machines and saccharine synth bass; ‘I Wanna Kill’ is all bubblegum bravado and ‘Sleeping With The Lord’ nods (out) to Spacemen 3 circa ‘Big City’. ‘Refuse Angels’ punks it up, but comes across more like No Age. It’s not original, but you’ll love it for the summer at least.
    (nme.com)






    „Refuse Angels“ Video
  • Sophia – There Are No Goodbyes

    Sophia – There Are No Goodbyes

    cover

    Das durchwachsene Wetter und Dirks Erwähnung sind nur zwei Gründe, “There are no goodbyes” von Sophia hier vorzustellen. Das fünfte Album der Band um Robin Proper-Sheppard ist zwar nicht durchwachsen, aber es eignet sich sowohl zur Untermalung sonniger als auch regnerischer Tage:

    Wie ein warmer Regenguss wirkt „There Are No Goodbyes“ ¬– die zehn Stücke lassen einen erschaudern und wärmen im gleichen Moment, als würden sie dem Hörer eine wärmende Decke überwerfen. Eigentlich geht zu den Stücken alles, und sei es noch so gegensätzlich: Wer will, kann sich ganz dem Liebeskummer hingeben, genau so gut lässt es sich aber dazu auch mit der neuen Liebe knutschen. Weinen, lachen, traurig oder glücklich sein – nichts schließt sich hier kategorisch aus. www.rockszene.de

    Das “Spiel” mit der Melancholie ist bei Sophia aber nicht Selbstzweck sondern ein Mittel, einfach schöne Songs zu verbreiten. Bei mir kommen diese auch viel weniger traurig denn als relaxte Indie-Rock Songs an. Während das Vorgängeralbum “Technology won’t save us” ein wenig abfiel, kann sich “There are no goodbyes” am Niveau des 2004er Albums “People are like seasons” messen.

    Der Deluxe-Edition liegt eine CD mit vierzehn Livesongs bei. Darunter auch das mit Streichern beladene “Heartache” vom aktuellen Album:

    Das Akustik-Video zu “Obvious” zeigt, dass Sophias Songs auch gut ohne diesen Ballast wirken.

  • Adam Franklin - Spent Bullets

    Adam Franklin - Spent Bullets




    Gemischtes Doppel (VII)

    Heute in „Vernünftige Veröffentlichungspolitik sieht anders aus oder So macht man sich selbst Konkurrenz“: Adam Franklin.

    Adam Franklin zählt nicht nur seit einigen Jahren zur Liveband von Sophia, sondern stand als Sänger, Gitarrist und Songwriter den Bands Swervedriver, Shake Appeal und Toshack Highway voran. Von den Erstgenannten wurden nach „Ejector Seat Reservation“ zu Beginn des Jahres auch die Alben „Raise“ und „Mezcal Head“ in remasterter Version und versehen mit Bonustracks neu veröffentlicht. Nahezu gleichzeitig erschien das Debütalbum seines Nebenprojekts Magnetic Morning und keine zwei Monate später folgte mit „Spent Bullets“ sein zweites Soloalbum.

    Im Gegensatz zu Swervedriver, die im Alternative Rock / Shoegaze - Kosmos immer zu wenig Beachtung fanden, setzt Adam Franklin auf „Spent Bullets“ weniger auf Gitarrenwände als auf die ruhige und melodiöse Seite des Rock, so dass man sich häufig an Catherine Wheel erinnert fühlt. „Spent Bullets“ stößt zumindest bei den Kritikern auf reichlich Wohlwollen:


    The whole record is a bittersweet meandering, with softness and lucidity permeating throughout. Where Swervedriver was a ramped-up cocaine-frenzied juggernaut, Franklin and his Bolts of Melody are the shimmering comedown, the morning after hungover in a warm bed in your lover’s arms. The album’s closing track, “Two Dollar Dress," might just be the most realized and lovely song he’s written. If only the track stretched out just a bit longer and let the swirling guitar keep wandering off into the ether. Franklin may be older and may even be slowing down, but he’s aged with a grace and elegance, and brought to his music a startling awareness of beauty.
    (prefixmag.com)


    Going easy on the guitar effects, but not abandoning them, Franklin frosts a delicious layer cake of casual hooks, affecting lyrics and personable vocals. Tasty pieces include “Surge” (as definitive an opening statement as any album could wish for), “Champs” and the gorgeous “Big Sur.” No gimmicks, no hip indie rock collaborations, no special event hype – just a winning collection of melodic songs played with taste and passion.
    (bigtakeover.com)






    Swervedriver „Son Of Mustang Ford“ Video


    Zum Weiterlesen: Bericht und Interview mit Adam Franklin auf gaesteliste.de und westzeit.de.

  • Magnetic Morning - A.M.

    Magnetic Morning - A.M.




    Magnetic Morning ist das gemeinsame Projekt von Adam Franklin und Sam Fogarino, auch bekannt als Schlagzeuger von Interpol. 2006 trafen sich die beiden zum ersten Mal in New York und beschlossen gemeinsam zu musizieren. Ergebnisse dieser Kollaboration sind „The Setting Suns“ EP und der erste Longplayer „A.M.“.
    Magnetic Morning zogen im Verlauf der Zeit noch weitere Musiker an: Jimma LaValle von The Album Leaf (Keyboards), Josh Stoddard (Bass) und Blasco (Gitarre).

    Auch auf „A.M.“ wird zunächst entspannter, mit eingängigen Melodien und schönem Harmoniegesang versehender Rock geboten („Spring Unseen“), zwischenzeitlich werden die Gitarren aber immer wieder ordentlich aufgedreht („At A Crossroads, Passive“) und gelegentlich werden die Songs von dezenten Keyboard-Sounds („The Wrong Turning“) untermalt, so entpuppt sich „Motorway“ als ein Konglomerat aus Kraftwerk und My Bloody Valentine.
    Die Kritik nahm „A.M.“ leider nur bedingt begeistert auf (Pitchfork vergibt 5,7 Punkte) und so sollte man sein Geld vielleicht eher in „Spent Bullets“ investieren.
    Swervedrivers „Mezcal Head“ und „Ejector Seat Reservation“ sind sowieso ein Muss.


    It’s disappointing that a duo this good on paper could be responsible for an album as uninspired as A.M. Even the album’s better songs (the piano-led “And I Wonder” and the sauntering “The Wrong Turning”) are limp and tedious at best. You have to respect Fogarino and Franklin’s wish to remain vital with different projects, but A.M. offers us little to love.
    (prefixmag.com)






    Magnetic Morning „Cold War Kids“ (aus: „The Setting Suns“ EP), nur Audio
  • The Decemberists – Hazards Of Love

    The Decemberists – Hazards Of Love

    cover

    Obwohl die Decemberists aus Portland, Oregon immer wieder gelobt wurden, hatte ich mich trotz der bereits vier in der Vergangenheit veröffentlichten Alben noch nicht eingehend mit ihnen befasst. “Hazards of love” macht mich aber nun wirklich neugierig. Anscheinend habe ich mir das bislang schwierigste Werk der Band für meinen persönlichen Einstieg ausgesucht:

    Die Decemberists entführen uns in eine Welt, die mal an tiefstes Mittelalter, mal an Fantasy oder gar Horror erinnert und einige Gänsehaut-Momente bereithält. […] Dass man sich nach Genuss der einstündigen Rockoper seltsam verbraucht fühlt, kommt der Empfindung nahe, die sich einstellt, hat man einen dicken Roman endlich bezwungen. Wann hat man Vergleichbares zuletzt über eine Platte sagen können? www.laut.de

    In der Tat ist “Hazards of love” ein Konzeptalbum und man muss sich mit ihm als Gesamtwerk befassen. Der Titelsong wurde geviertelt und über das Album “verteilt”. Frontman Colin Meloy möchte eine Brücke bauen zwischen Folk und Metal. Metal höre ich hier nicht, dafür aber die Folk-Variante von Led Zeppelin und Pink Floyd und ab und zu ein wenig White Stripes. Man muss sich Zeit nehmen für diese Platte und statt Hits gibt es viele Facetten, die es zu erschließen gilt.

    Ein offizielles Video konnte ich nicht auftreiben, dafür aber “The rake’s song” mit optischer Untermalung:

  • The Legends - Over And Over

    The Legends - Over And Over




    Neulich im Plattenladen. Kunde: "Entschuldigen Sie. Was ist denn das für ein Rauschen?" Tonträgerfachgeschäftangestellte: "Ach das. Das ist das neue Album der Legends."

    Spätestens wenn man den zweiten Song des neuen Albums von Johan Angergård, Kopf der Legends und außerdem Chef des feinen schwedischen Labels Labrador, hört, weiß man, was besagter Kunde meinen könnte. Ein früherer Mitblogger beschreibt es folgendermaßen:

    The Jesus & Mary Chain, Girl Groups der 60er Jahre und der ein oder andere sphärische Shoegazer-Nebel bestimmen die Szenerie. Wohlklang und sanfte Melodien treffen auf kreischende Störgeräusche und Disharmonie. Da gestaltet „You Won“ den Einstieg nicht zu schwer und hält die Waage zwischen Lärm und Pop im Gleichgewicht, doch schon im anschließenden „Seconds Away“ mag der zaghaftere unter den Hörern verschreckt die Anlage leiser drehen. Doch dadurch entginge ihm eine kleine Melodie, die sich unter all der Verstörung verbirgt. (crazewire.de)

    Angergård scheint seinen Ausflug in die 80er beendet zu haben und kehrt heim zu Noise. Und zu Twee. Denn solche Töne gibt es auch.

    Doch The Legends entlassen den Hörer nicht an dieser Stelle, sondern führen mit ruhigen, leicht entrückten Stücken zu einem versöhnlichen, gedankenverlorenen Ende. So spannt man einen Bogen. „Over And Over“ ist ein sehr gelungen arrangiertes, beizeiten herausforderndes Album, das zwar in manch hohen Momenten die Ohren reizt, doch in anderen der perfekte Soundtrack zur U-Bahn Fahrt ist. (crazewire.de)

    Seconds Away und Always The Same hören (mp3s auf der Labrador-Seite).
  • Jarvis Cocker - Further Complications

    Jarvis Cocker - Further Complications




    Gemischtes Doppel (VI)




    Jarvis Cocker, der ehemalige Frontman von Pulp kommt mit seinem zweiten Soloalbum um die Ecke galoppiert und setzt dabei, statt auf Hochglanz-Pop, ganz auf rohen, trocken produzierten (Steve Albini) Gitarren- und Garagen-Rock - und damit aufs falsche Pferd.
    Potenzielle Singles: Fehlanzeige. Positive Überraschungen: mit viel Wohlwollen der an David Bowie in Glam-Rock-Zeiten erinnernde Titelsong, „Leftovers“, bei dem Jarvis wieder mal mehr erzählt, als singt und das noch am ehesten an Pulp erinnert, und der abschließende Discosong „You’re In My Eyes“.
    Ausfälle: so ziemlich der Rest. Das gitarrenschrammelnde „Angela“ mit dauernervigem „Angela“-Refrain, das scheppernde Halbinstrumental „Pilchard“, das bluesrockige „Caucasian Blues“, „Homewrecker!“ mit fürchterlichem Saxofon-Solo usw.
    Wie toll waren da hingegen doch selbst die B-Seiten der Singles des ersten Soloalbums, die ich jetzt schnell hören muss, um "Further Complications" verdrängen zu können.


    Jarvis Cockers Orientierung an den Seventies und am Bluesrock, ist sicher in der Mitarbeit von Steve Albini zu verorten. Dieser arbeitete für Größen wie Nirvana oder die Pixies, seine ersten Produktionen waren jedoch amerikanische Rock- und Bluesbands vor über 30 Jahren. Man hört Jarvis Cocker vielfältig, er scheint sich als Sänger auszutoben und verarbeitet in seinen Texten maßgeblich Frauengeschichten. Es bleibt abzuwarten, was Cocker nach dieser musikalischen Selbsttherapie bieten wird.

    „Further Complications“ ist für Britpop-Liebhaber und Pulp-Fans keine Option, für Freunde des Bluesrocks schon eher.
    (motor.de)


    Pro und Kontra bei intro, ein deutliches Pro bei plattentests.de.




    „Angela“ Video
  • God Help The Girl - God Help The Girl

    God Help The Girl - God Help The Girl




    Kein Soloalbum des Frontmanns von Belle & Sebastian, sondern ein von Stuart Murdoch langfristig initiiertes Projekt. Mehr als 5 Jahre vergingen von den Entstehung der ersten Songs, über öffentliche Castings der Sängerinnen und die Aufnahmen mit einem 45-köpfigen Orchester bis hin zur Veröffentlichung von „God Help The Girl“.

    Stuart Murdoch gibt selbst eine Einführung zu seinem Projekt God Help The Girl:




    Die Schottin Catherine Ireton singt den Großteil der Songs, unterstützt wird sie dabei von weiteren Sängerinnen und Sängern: Asya (von der Teenie-Indie-Band Smoosh), Brittany Stallings, Dina Bankole, Celia Garcia und Alex Klobouk, sowie Neil Hannon (The Divine Comedy) auf „Perfection As A Hipster“ und Stuart Murdoch selbst bei zwei weiteren Songs.
    Die meisten Titel würden auch auf Platten von Belle & Sebastian nicht negativ auffallen, schließlich finden sich auch mit „Funny Little Frog“ und „Act Of The Apostle“ zwei neu arrangierte Songs von „The Life Pursuit“ wieder.
    Für Freunde von 60ies-Girlgroups, Musicals und Belle & Sebastian.


    Nancy Sinatra und ihre Boots, Nico und Garrel, Claudine Longet im Film von Blake Edwards, die enganliegenden Kleider der Shangri-Las und schließlich Burt Bacharachs Soundtrack zu „Casino Royale“, interpretiert von Dusty Springfield… Erinnerungen an das goldene Zeitalter werden wach, als Mädchen Pony trugen und Rythm&Blues und Jazz in die Popmusik einflossen. Genau das möchte Stuart Murdoch mit dem Projekt God Help The Girl erreichen. (...)

    God Help The Girl zeigt die Stärken, aber auch die Schwächen einer Indie-Combo aus Glasgow. Die schönen und sehr eingängigen Kompositionen sind fast schon zu perfekt und ausgefeilt. Dennoch kann man nicht anders, als mitzupfeifen und sie immer und immer wieder anzuhören.
    (arte.tv)






    „Come Monday Night“ Video





    „Funny Little Frog“ Video


    Weitere Dokumentationen zu God Help The Girl: Teil 1 und 2 (3 und 4 folgen wohl noch).
  • Ghinzu – Mirror mirror

    Ghinzu – Mirror mirror

    cover

    Ghinzu kommen aus Brüssel und “Mirror mirror” ist das dritte Album der Band. Da der internationale Durchbruch noch nicht so ganz geklappt hat, muss ich auf eine französische Quelle zurückgreifen (dagegen wird oliver r. wohl nichts haben):

     

    La musique belge en pleine effervescence n’en finit plus de présenter des albums conquérants, innovants, véritables mines d’or d’un rock hybride en pleine ebulltion. Mirror Mirror est de ceux là, Un peu à la manière d’un  Deus mais la fraicheur en plus, Ghinzu frappe fort sur ce nouvel opus tout en énergie. […] C’est le meilleur groupe belge , tout simplement. www.laurelld.fr

     

    OK, die beste Band Belgiens. Da muss man sich immerhin mit Bands wie dEUS, K’s Choice und Soulwax um den Titel prügeln.

     

    Der Bandname ist angelehnt an die Messer-Marke “Ginsu”. Diese wurde vor allem durch flotte Werbesprüche in den USA berühmt. Einer dieser Sprüche war "The more you use it, the sharper it gets" (sorry, oliver r.). Unter diesem Gesichtspunkt ist der Bandname mehr als treffend gewählt. Das Album hat Hit-Potential und der Titeltrack ist der beste Muse-Song, der nicht von Muse gemacht wurde. Leider fand ich ihn als Video nur in bescheiden aufgenommenen Live-Versionen.

     

    Würde Matthew Bellamy weniger wimmern und jammern, könnten einige der Songs auf “Mirror mirror” von Muse stammen. Auch an The Cooper Temple Clause fühle ich mich oft erinnert. Ab und zu klingen Radiohead und dEUS an.

     

    Die erste Single für den belgischen Markt war “Cold love”:

     

    Frankreich wurde mit dem lässigeren “Take it easy” bedacht:

     

    Eine dringende Hörempfehlung geht an alle Muse- und Indierock- Anhänger.

  • Kasabian - The West Ryder Pauper Lunatic Asylum

    Kasabian - The West Ryder Pauper Lunatic Asylum




    Gemischtes Doppel (V)

    "That bullet train was most enjoyable. The sight of Mount Fuji was, and indeed is, always amazing. Majestic, in fact. A bit like that new Kasabian album. But then I am biased."
    (Noel Gallagher)


    Wenn Noel Gallagher eine andere Band lobt, dann kann man davon ausgehen, dass deren Musik Retro-Rock britischer Prägung ist, wie ihn Oasis selbst in ihren schwachen Momenten noch locker aus dem Ärmel schütteln, und dass die Songs so klingen, als seien die Entwürfe aus Noels Papierkorb stibitzt worden.

    „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“, das mittlerweile dritte Album von Kasabian bietet Retro-Rock britischer Prägung, wie ihn Oasis selbst in ihren schwachen Momenten noch locker aus dem Ärmel schütteln, und die Songs klingen so, als seien die Entwürfe aus Noels Papierkorb stibitzt worden.
    Dank Produzent Dan the Automator lassen die Madchester-Einflüsse weiter nach, wird vermehrt auf elektronisch versetzten, (big) beatlastigen Psychedelic-Rock gesetzt. So klingt gleich der Opener „Underdog“ - bekannt aus dem aktuellen Sony-Werbespot - so, als höre man erste, in Kooperation mit den Chemical Brothers entwickelte Töne aus Noels kommenden Soloalbum. „Where Did It All Gone Wrong?“, ein Bastard aus Beatles, Simian und Gorillaz, schließt sich an und wird mit Recht die zweite Singleauskopplung sein.
    Auch wenn dieses Niveau nicht auf volle Albumlänge gehalten werden kann, ist „The West Ryder Pauper Lunatic Asylum“ mehr als nur ordentlich und sicherlich das bisher beste Kasabian Album!

    Kasabian sind tatsächlich der Mount Fuji, wenn Oasis der Mount Everest sind.


    Das Klangbild wird wieder rauer, gleichzeitig allerdings auch vielschichtiger und von überflüssigem Klangballast befreit. Das Resultat ist eine Platte, die trotz erstaunlicher Brüche wie aus einem Guss wirkt und in einem generell psychedelischen Lichte erstrahlt.
    Der Opener 'Underdog' ist programmatisch, bietet mit seinem 'typischen' Sound allerdings eine falsche Sicherheit, bereits das anschließende 'Where Did All The Love Go' fegt so federleicht-provokant über den Dancefloor wie ein Champagnerkorken über ein Meer aus Kokain, die arabischen Texturen von 'Take Aim' präsentieren Kasabian mit Migrationshintergrund, 'Thick As Thieves' klingt nach einem Hybrid aus The Kinks und den Arctic Monkeys, 'Vlad The Impaler' liefert monochromes Stampfen in Schlangenlederschuhen, während 'Ladies & Gentlemen (Roll The Dice)' sich dezent in nächtlich blauen 'Twin Peaks'-Gefilden verliert. Mit 'Fire' folgt mehr lässige Club Ekstase und das abschließende 'Hapiness' leuchtet in seiner kaputten Gospel-Ästhetik, wahlweise wie ein Mülleimer voller Glühwürmchen oder der The Rolling Stones Klassiker 'Exile On Mainstreet'.
    (whiskey-soda.de)





    „Fire“ Video


    Auch "The West Ryder Pauper Lunatic Asylum" verbindet, ganz wie das überragende Debüt, das Beste aus Rock, Beat und Dance und verflechtet diese musikalischen Eckdaten zu einem stimmigen Ganzen, das ganz den Anschein erweckt, die Band würde seit Jahrzehnten nichts anderes machen. Nur wagen sich Kasabian mit ihrem nunmehr dritten Album sogar an den TripHop heran, geben eine sonderbare Form des Garagen-Electro zum Besten und entfernen sich somit von Klängen, die man dem reinrassigen Gitarren-Indie würde zuordnen können.
    Songs wie "Fast Fuse", "Vlad The Impaler" und schließlich "West Ryder Silver Bullet" wirken trotz ihrer stilübergreifenden Ader derart routiniert vorgetragen und auskomponiert, dass man der Band alleine dafür schon einen Mut attestieren möchte, den man anderen britischen Formationen dieser Tage nur allzu gern strittig machen würde.
    Der unbestrittene Höhepunkt von "The West Ryder Pauper Lunatic Asylum", "Where Did All The Love Go", wird es bundesdeutschen Tanzflächen hingegen nicht ganz einfach machen, so verknüpft die Band hier doch musikalisch scheinbar Gegensätzliches und verwirrt den Hörer durch überraschende Rhythmuswechsel und eine Soundkulisse, die alles andere als alltäglich ist.
    (sweetjanemusic.com)




    „Vlad The Impaler“ Video


    „Underdog“ ansehen und „Ladies And Gentleman (Roll The Dice)“ in einer akustischen Version anhören.
  • The Soundtrack Of Our Lives - Communion

    The Soundtrack Of Our Lives - Communion




    “Better than anything that's been out in the last six years...That Soundtrack Of Our Lives album, that’s mega!”
    (Noel Gallagher über „Behind The Music“)


    Wenn Noel Gallagher eine andere Band lobt (TSOOL sind nach Noels Auffassung gar die beste Band der Welt!), dann kann man davon ausgehen, dass deren Musik Retro-Rock britischer Prägung ist, wie ihn Oasis selbst in ihren schwachen Momenten noch locker aus dem Ärmel schütteln, und dass die Songs so klingen, als seien die Entwürfe aus Noels Papierkorb stibitzt worden.

    „Communion“, das mittlerweile fünfte Album von The Soundtrack Of Our Lives bietet Retro-Rock britischer Prägung, wie ihn Oasis selbst in ihren schwachen Momenten noch locker aus dem Ärmel schütteln, und die Songs klingen so, als seien die Entwürfe aus Noels Papierkorb stibitzt worden. Das Ganze gibt es dann gleich in doppeltem Umfang mit 24 Song und annähernd Musik in Spielfilmlänge.
    Communion“ wird nun endlich auch in Deutschland über Haldern Pop veröffentlicht und so verwundert es auch nur wenig, dass sie bei den aktuellen Bestätigungen für das Haldern Festival auftauchen.

    Wenn Oasis der Mount Everest und Kasabian der Mount Fuji sind, dann bleibt für The Soundtrack Of Our Lives immerhin noch der Kebnekaise, der mit 2.111 Metern höchste Berg Schwedens.

    Darum behaupte ich einfach mal, dass TSOOL mit "Communion" das beste Album ihrer 15-jährigen Karriere aufgenommen haben. Natürlich hat sich am Sound nicht viel geändert, warum auch. Seit die Band aus der Asche der Union Carbide Productions entstiegen ist, gab es jedoch noch keinen Moment, in dem die lustigen Drogenfresser beim hemmungslosen Zitieren ihrer Helden ähnlich fokussiert und beieinander klangen.
    Aber das ist auch nicht wirklich der Grund, warum "Communion" so viel besser ist als sein Vorgänger "Origin Vol. 1" der Grund findet sich in der Länge: Das Doppelte ist einfach doppelt so gut. So einfach ist das bei den Schweden.
    (intro.de)





    „Flipside“ Video


    Dennoch weist "Communion" eine für ein Doppelalbum vernachlässigenswerte Zahl an schwachen Momenten auf. Lediglich "Reconnecting The Dots" oder "Saturation Wanderers" mögen etwas ziellos erscheinen. Dass sie beide auf der zweiten CD zu finden sind, ist reiner Zufall.

    Die Höhepunkte sind gerecht verteilt: Auf der ersten Scheibe glänzen "Distorted Child" mit seinem fürstlichen 60s Beat-Riff und die sich mit Cemablo-Crescendo zu einem hymnischen Ende aufschwingende Ballade "Second Life Replay". "Mensa's Marauders" dürfte mit seinen verzerrten Gitarren, dem hyperaktivem Gesang und schönem 70er Rock-Leadriff einer der Songs gewesen, zu dem Jack Black beim TSOOL-Auftritt in Los Angeles kürzlich seinen Nacken massierte.

    Auf der etwas ruhiger geraten zweiten Hälfte findet sich mit "Flipside" die von der Band gewählte Single, die gegen das ebenfalls akustische Popstück "Lost Prophets In Vein" aber Federn lässt. Auf dem wunderschönen "Songs Of The Ocean" klingen sie schließlich nicht nur anhand von Textzeilen wie "Here we are / floating again" wie eine kalifornisch-stämmige Surferband.

    Auf Vinyl erscheint das Doppelalbum selbstverständlich auch. In giftgrüner Farbe, passend zum Fitness-Drink auf dem Cover. Wenn da mal kein ausgeklügeltes Marketing-Konzept dahinter steckt ...
    (laut.de)





    „Thrill Me“ TV-Auftritt
  • Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion

    Dredg - The Pariah, The Parrot, The Delusion

    cover

    Die Band Dredg stammt aus Kalifornien und veröffentlichte kürzlich mit “The Pariah, the Parrot, the Delusion” ihr viertes Album. Während sie bislang eher Kritiker- als (Massen-)Publikumslieblinge waren, könnte ihnen die aktuelle Single “Information” durchaus einen beachtlichen Zuwachs an Aufmerksamkeit bringen. Dank seiner Pop-Anleihen schaffte der Song es gar in die Niederungen des Formatradios. Dredg haben sich bislang mit jeder Platte neu definiert. Obwohl “The Pariah, the Parrot, the Delusion” keinen Schreit weiter geht sondern eher die Alben “El Cielo” und “Catch without arms” miteinander kombiniert, ist Whiskey Soda offensichtlich davon angetan:

     

    'The Pariah, The Parrot, The Delusion' ist nach vier Jahren Abstinenz und sieben Monaten im Studio ein Album geworden, wie man es sich nur wünschen kann. Eine ganze Stunde Spielzeit, 18 Tracks und davon keiner wie der andere. Hier herrscht die Liebe zum Detail: Zahlreiche vertrackte Schlagzeugfills, Breaks einzelner Stimmen, die ausgiebige Verwendung von Keyboards, Metallophonen und anderen "rockfremden" Intrumenten. Insgesamt klingt die Platte konzentrierter, dichter, ausgefeilter. Gerade verzerrte Gitarren kommen groovelastiger daher, weil sie nicht mehr so dumpf und hallend klingen wie auf den beiden Vorgängeralben.

     

    Prog-Rock klingt noch an, setzt sich aber nicht gegen den Teppich aus Pop-Elementen durch. Für mich klingt das, als träfe Incubus auf A-ha und Keane. Zum Teil wirklich starke Songs stehen einigen Lückenfüllern gegenüber. Ein dichtes Werk ist das Album zweifellos. Ich weiß noch nicht recht, ob man es durchdringen muss oder als überladen abheften.

     

    Der Deluxe-Edition liegt eine DVD bei, die Studioeindrücke und Kommentare der Band zu den Songs liefert und der unnütze FSK-Aufkleber lässt sich gut abpiddeln.

     

    Das Video zu “Information”:

  • Patrick Watson - Wooden Arms

    Patrick Watson - Wooden Arms




    Gemischtes Doppel (IV)

    Normalerweise gibt es hier jedes Jahr eine Reihe zum wunderbaren Haldern-Pop Festival. Dieses Jahr wird es Zeit mit dieser Regel zu brechen, denn einige Bands gehen mit Platten aus dem letzten Jahr an den Start (Bon Iver, Noah and the Whale, Port O’Brien), wurden bereits vorgestellt (Dear Reader, The Maccabees, Soap&Skin, Andrew Bird, Loney, Dear) oder haben ihre neuesten Werke noch nicht veröffentlicht (Final Fantasy, The Irrepressibles).
    Zudem - und das ist noch viel schlimmer - sagen mir die Namen einer Vielzahl der Bands und Künstlern rein gar nichts! Kein Wunder also, dass ich noch überlege, ob ich dieses Jahr zum Haldern Festival fahre...

    Kommen wird aber auf jeden Fall Patrick Watson, 30jähriger kanadischer Singer/Songwriter, der gern mit Jeff Buckley, Nick Drake oder Rufus Wainwright verglichen wird. „Wooden Arms“ ist sein drittes Album, über dessen Qualität man wohl durchaus geteilter meinung sein darf: So war es dem NME 9 von 10 Punkten wert, Pitchfork vergab im Gegensatz dazu nur eine Wertung von 3,3.


    Watsons Kompositionen müssen nach wie vor als Expeditionen verstanden werden; als wahnsinnige Wagnisse, die dem Wahn manchmal näher scheinen, als dem Sinn, und am Ende dann doch eine erstaunlich runde Sache ergeben. Aber auch eine größere Herausforderung sind, dem Hörer wesentlich mehr Hingabe und Vertrauen abverlangen, als der Vorgänger "Close to paradise", der trotz aller komplexen Schönheit immer zugänglich blieb und nie den Schwierigkeitsgrad "Coldplay für Fortgeschrittene" überschritt. Dieses Mal empfiehlt es sich hingegen, keine Fragen zu stellen und sich damit abzufinden, dass man nicht alles verstehen muss. Manchmal sollte man sich einfach darauf beschränken, Dinge staunend zur Kenntnis zu nehmen.
    (plattentests.de)






    „Fireweed“ Video
  • Grizzly Bear - Veckatimest

    Grizzly Bear - Veckatimest




    Grizzlybären gibt es in Haldern im Gegensatz zu Kühen nicht. Dafür sind zumindest vier auf der Hauptbühne zu sehen: Daniel Rossen (Gitarre, Gesang, Keyboards), Ed Droste (Gitarre, Gesang, Keyboards), Chris Taylor (Bass, Elektronik, Gesang) und Christopher Bear (Schlagzeug, Gesang).
    Über diese Tatsache sind einige ziemlich aus dem Häuschen, wie auch über deren neues Album „Veckatimest“:

    Auf VECKATIMEST haben sich die Geister der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft verabredet, an den Fäden zu ziehen, die diese Musiker durch den amerikanischen Raum bewegen, mit Gitarre, Bassklarinette und dem Blues, den Schöngeister nie ganz ablegen können. Es ist ein gar unwirkliches Spiel, in dem man mühelos die Beatles, die Beach Boys, das Electric Light Orchestra oder die sehr amerikanische Band America als Referenzen erkennen kann. Aber es vergehen bei Grizzly Bear nie mehr als zehn Sekunden, und ein Song biegt rechts und links der Pop-Prachtalleen in eine dusty road ein, in der wir das posttraumatische New York unserer Jahre entdecken.

    Eine Art von Psychedelic Pop wird das, wenn es eines Tages fertig sein sollte. Wir lauschen einer Live-Schaltung in die Akademie für Polyphonie.
    (Musikexpress)


    Grizzly Bear werden Dank „Veckatimest“ vermutlich die diesjährigen Fleet Foxes (= ich finde es langweilig & alle anderen schwärmen). Denkt an meine Worte, wenn die diversen Jahrespolls eintrudeln...





    „Two Weeks“ Video
  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)