Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Our Broken Garden - Golden Sea

    Our Broken Garden - Golden Sea




















    Die erste Vorladung (VII)


    Personalien:

    Die dänische Songschreiberin und Sängerin Anna Brønsted kennen vielleicht einige wegen ihres temporären Mitwirkens bei Efterklang oder The Sad Lovers. Ihr eigenes musikalisches Projekt trägt den Namen Our Broken Garden. Weitere Mitstreiter sind Moogie Johnson (Bass) und Søren Bigum (Gitarre, Keyboards).


    Tathergang:
    Nach ihrem Debüt "When Your Blackening Shows" (2008) veröffentlichte Anna Brønsted letztes Jahr dessen Nachfolger "Golden Sea" (Bella Union). Dieser wurde in einem kleinen Landhaus in der dänischen Einöde unter Mithilfe unterschiedlicher Musiker, zum Beispiel Robert Karlsson und Morten Svenstrup von Under Byen, aufgenommen und von Brønsted mit-produziert.


    Plädoyer:
    Verträumter, sphärischer Pop nordischer Coleur mit sirenenhaftem Gesang, der es Volker sicherlich verschmerzen lassen wird, dass es sich hier eigentlich um ein 2010er-Album handelt.
    Der geneigte Hörer vermag Parallelen zu This Mortal Coil, Cocteau Twins, Sigur Rós, Björk, Goldfrapp, Beach House oder auch Enya zu hören.


    Zeugen:
    Besonders die Vorabsingle „Garden Grow" ist sehr schön gelungen und baut langsam, aber zielstrebig, gestützt auf dezente Streicher und vollen, sanften Gesang eine bedrohliche Atmosphäre auf. „The Feral" dagegen ist theatralischer, manche Zeilen werden zischend gehaucht und die Streicher setzen dramatische Akzente. Brønsted bedient sich einer sehr reduzierten, dramaturgisch eingebundenen Instrumentierung, was in den guten Momenten für einen wohligen Gänsehautschauer sorgt, bei manchen Liedern allerdings ein wenig überstrapaziert wirkt.
    Dennoch, das zweite Album von Our Broken Garden ist ein lohnenswerter Abstecher in fantastische, mystische Welten. Ein wenig Zeit und Muße braucht man indes schon.
    (crazewire.de)
    Golden Sea is a record so unassumingly resonant in emotive pull that from the rolling piano of the aptly titled 'The Departure' you can't help but feel a giddying constriction in your chest. This album itself is a departure in the sense of a complete uncoupling from everyday senses and a submerging in the most deliciously constructed orchestral-tinged dream-pop since Sigur Rós.. this second tide of beauty leaves you simply breathless
    (NME)


    Indizien und Beweismittel:





    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Ringo Deathstarr - Colour Trip

    Ringo Deathstarr - Colour Trip



















    Die erste Vorladung (VI)


    Personalien:

    Hinter Ringo Deathstarr verbergen sich Elliott Frazier (Gitarre, Gesang), Daniel Coborn (Drums) und Alex Gehring (Bass, Gesang).


    Tathergang:
    Elliott gründete die Band 2005 in seiner Heimatstadt Beaumont, Texas. Nach einigen personellen Wechseln, haben Ringo Deathstarr seit einiger Zeit die oben genannte Besetzung.
    Im Oktober 2007 erschien mit der "Ringo Deathstarr" EP ihre erste Veröffentlichung, erst im September 2009 folgte mit "In Love" ihre erste, noch zu beziehende Single (SVC Records), die sich nicht auf dem Debütalbum befindet. "Colour Trip" wurde im The Bubble - Studio in Austin im Frühjahr 2010 aufgenommen und erschien diese Woche über Club AC 30 Records.


    Plädoyer:
    Der Bandname klingt wie eine Hommage an The Beatles und Stars Wars, die Musik reißt einen hinweg, wie die frühen The Jesus & Mary Chain und My Bloody Valentine. Ich bin begeistert, auch wenn Ringo Deathstarr keinen Innovationspreis gewinnen dürften, denn dafür sind die Vorbilder allzu deutlich heraus zu hören. Wer aber in den letzten Jahren Spaß an den Platten von The Pains Of Being Pure At Heart und A Place To Bury Strangers hatte, der darf sich "Colour Trip" nicht entgehen lassen.


    Zeugen:
    darauf schaffen sie es ein füllhorn von eingängigen fuzz-und nu-gazehymnen zu platzieren und zitieren dabei völlig ungeniert ihre vorbilder wie die frühen the mary chain, my bloody valentine oder auch the primitves. wahrscheinlich werden die alten masterminds kevin shields und jim reid dabei reichlich die augen verdrehen. denn genau, sie erfinden eigentlich nichts wirklich neu, aber das clevere klauen machen sie so gut und charmant, das man ihnen gar nicht böse sein kann.
    schreiende gitarren, viel hall auf den stimmen und es rockt, knarzt und grungt an allen ecken und enden. "high", "do it every time" oder "tambourine girl" sind die fuzz-pop-hits auf die der indie-dancefloor lange warten musste. es erscheint schon fast peinlich, das diese band nicht von einem major-label aufgegriffen wurde, sondern auf dem kleinen, aber sehr charmanten shoegaze-label club ac 30 sein erstlingswerk veröffentlicht. drei cool aussehende nerds aus austin, denen in den staaten die fachleute schon seit einiger zeit den durchbruch voraussagen.
    doch leider wird diese band hierzulande wohl erstmal nur ein geheimtip bleiben, obwohl ihnen der durchbruch bei uns von herzen zu gönnen wäre. ein tolles debutalbum was jedem shoegaze-und indie-wavepop-fan nur wärmstens zu empfehlen ist und einem das herz aufgehen lässt.
    (revolver-club.de)


    Indizien und Beweismittel:




    Ringo Deathstarr - Imagine Hearts by Club AC30


    Ortstermine:
    02.03.11 Berlin, White Trash
    03.03.11 Hamburg, Grüner Jäger


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Emily Barker & The Red Clay Halo - Almanac

    Emily Barker & The Red Clay Halo - Almanac



















    Die erste Vorladung (V)


    Personalien:

    Emily Barker stammt aus einem kleinen Nest im Westen Australiens. Mit 19 Jahren zog sie in die weite Welt hinaus, um 2002 in Cambridge mit Rob Jackson zusammen zu treffen, gemeinsam auf Folk-Festivals zu musizieren und als the-low-country zwei Americana/Alt.Country-Alben zu veröffentlichen. 2007 folgte ihr erstes Soloalbum "Photos.Fires.Fable.", das gleichzeitig die Geburt von The Red Clay Halo (benannt nach einem Song von Gillian Welch) darstellte.


    Tathergang:
    Anna Jenkins, Jo Silverston und Gill Sandell komplettieren nun dieses Mädchen-Quartett und steuern Violine, Cello, Akkordeon, Piano, Flöten und Gesangsharmonien zum Sound von Emily Barker bei. Der Song "Nostalgia" wurde vom Komponisten Martin Phipps für den Soundtrack der BBC-Adaption der Wallander-Reihe mit Kenneth Branagh ausgewählt und steigerte in Großbritannien den Bekanntheitsgrad von Emily Barker & The Red Clay Halo ungemein.
    Nach "Despite The Snow" (2008) ist "Almanac" deren zweite Veröffentlichung. Das Geld für die Aufnahmen und Promotion der Platte sammelte die Band über Pledgemusic.com ein. Innerhalb von nur 5 Wochen waren 114% des angestrebten Betrags zusammen gekommen.


    Plädoyer:
    Lieblicher, niedlicher bis harmloser Folkpop zwischen Americana und Celtic-Pop, geeignet für Freundinnen von The Corrs oder den Abspann von schwedischen Krimis. Die englischen Medien sind begeistert, aber dort verehrt man ja nicht nur Laura Marling, sondern hört auch (vermutlich heimlich) Clannad.
    Aber Cover und Booklet sind wirklich gut gelungen und sehenswert.


    Zeugen:
    From the bucolic build that opens Billowing Sea, via the mournful strings of Dancers – which, again, treads a lyrical path to bodies of water – to the sumptuous climax of Bones, a song capping the album’s greatly graphical wordplay with talk of "a wound of a thousand cuts", this is a dream of a record. So perfectly formed is it that, chances are, the listener will need to go around again immediately, to make sure they weren’t imagining anything. A new Marling, then? No, Barker offers something else – vocals that soar and arrangements that shine, but all the time anchored by a strong, sincere respect for the heritage behind an inevitable rise.
    (bbc.co.uk)

    A flawless collection about the temperamental and elemental forces that continually mould us, Almanac is the most definitive statement to date of Barker and The Red Clay Halo’s considerable talent. At times it sounds a little too flawless, but when the women let rip and show the strain at the heart of their songwriting, they reach real heights. Time and tide may wait for no one, but in the shifting fortunes of the creative sea Almanac stands as a gleaming, solid point on the horizon.
    (wearsthetrousers.com)


    Indizien und Beweismittel:




    "Little Deaths" Video





    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • The Andersen Tapes - As I Write 'Today' Ten Times

    The Andersen Tapes - As I Write 'Today' Ten Times

















    Die erste Vorladung (IV)


    Personalien:

    Amanda Aldervall stammt aus Stockholm und gründete gemeinsam mit Roger Gunnarsson vor einigen Jahren die Band Free Loan Investments. Nach mehreren Singles, einem Minialbum und einigen Tourneen löste sich die Band jedoch auf. Danach wurde es um Aldervall aufgrund ihres Studiums in Linköping recht still.


    Tathergang:
    Während des Pendelns zwischen Stockholm und Linköping hatte Aldervall ausreichend Zeit, Songs zu komponieren, die sie nun nicht mehr im sicheren Bandgefüge, sondern als Solistin unter dem Namen The Andersen Tapes veröffentlicht. Den gleichnamigen Film aus dem Jahr 1971 mit Sean Connery in der Hauptrolle hat sie nie gesehen, der Klang des Titels hat Amanda Aldervall aber überzeugt.
    Eine erste EP (2008), erschienen über Cloudberry Records und auf 100 Stück limitiert, ist mittlerweile ausverkauft. "As I Write 'Today' Ten Times" ist somit ihr Debüt, das 10 Titel aus den 5 vergangenen Jahren bündelt, von Fraction Discs veröffentlicht wird und in Deutschland nur als Import zu haben ist.


    Plädoyer:
    Indiepop für Freunde von Talulah Gosh, Heavenly oder The Go-Betweens, der so lo-fi, intim und teilweise schräg klingt, als wäre er in einem schwedischen Wohnzimmer aufgenommen worden. Was er vermutlich auch ist.
    Aldervall reichen eine Gitarre, ein Glockenspiel, ihr Gesang und für die Rhythmen nimmt sie neben einem Tamburine einfach alles, was gerade greifbar ist, und auf das man einschlagen kann. Manchmal reichen dazu auch schon die eigenen Hände.
    Beim Hören frage ich mich immer, was denn aus der reizenden Französin Soko geworden ist!?


    Zeugen:
    Here you'll find that the Free Loan Investments sound isn't completely dead (see 'Cross Country'), it just got mixed up with the beautiful Pipas-like harmonies of 'All You Need to Know'.

    At times this album can seem almost glossy, but you'd be fool to think so, 'cos at its heart is a beautiful mixture of all that's wonderful in indiepop today. You can hear Liechtenstein in there, parts of Crayon Fields, the odd nod towards Pocketbooks, and then you think "Oh! Maybe those bands took their inspiration from Aldervall". Only then you realise how important it is to have her back.

    Where other acts strive and strive to achieve pop greatness, Aldervall seems to have it at her fingertips at all times. Maybe I'm as guilty of hyperbole as those who throw the "legend" status around all over the shop, but these songs are so effortlessly cool and loveable and full of the best pop spirit you could ever wish for.

    By the time you get to the tear-y 'You're So Lonely When You're Old' you're itching to press the repeat button and experience the joy all over again.
    (alayerofchips.blogspot.com)


    Indizien und Beweismittel:
    Hier gibt es den Song "Visual Explanations", bei der You Tube-Suche finden man leider nur Ausschnitte aus dem Connery-Film, Google liefert "private" Filme von Pamela Andersen.


    Finde weitere Künstler wie The Andersen Tapes bei Myspace Musik




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    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Beady Eye - Different Gear, Still Speeding

    Beady Eye - Different Gear, Still Speeding



















    Die erste Vorladung (III)


    Personalien:

    Beady Eye sind Liam Gallagher (Gesang), Gem Archer (Gitarre) und Andy Bell (Bass, Gitarre), die zuvor auch schon gemeinsam in einer Band namens Oasis spielten. Ergänzt wurden sie durch Chris Sharrock am Schlagzeug.
    Live werden sie durch Jeff Wootton und Matt Jones an Bass und Keyboards unterstützt.


    Tathergang:
    Nach dem Ausstieg Noel Gallaghers beschlossen die drei verbliebenen Oasis-Mitglieder unter dem Namen Beady Eye fortzufahren, was Noel zu folgender Aussage verleitete: „Der Typ hat ein Jahr Zeit, sich einen Namen zu überlegen und es fällt ihm nichts Besseres ein als ,Beady Eye‘?“
    In den Londoner RAK Studios wurde gemeinsam mit Steve Lillywhite in 12 Wochen im Sommer/Herbst 2010 das Album "Different Gear, Still Speeding" aufgenommen. Es beinhaltet 13 Titel (knapp 52 Minuten), hinzu kommen bei iTunes "Man Of Misery" und "Sons Of The Stage", die japanische Version wartet zudem noch mit "World Outside My Room" auf.


    Plädoyer:
    "Bring The Light" war der erste Song, den es von Beady Eye zu hören gab, ein plumper Boogie Woogie Rocker. Es folgten "Four Letter Word", das den Led Zepplin hoch fliegen ließ, und "The Roller", ein "Instant Karma"-Abklatsch und damit zumindest ein Song in bester Oasis-Manier.

    Auch wenn ein Song der Platte den Titel "Beatles And Stones" trägt (leider kein The House Of Love-Cover), klingen Beady Eye eher nach dem energiegeladenen Rock von The Who. Auch das einzige Album von The La's ("Millionaire") dürfte Pate gestanden haben, denn "The Morning Son" wäre gern deren "Looking Glass" und behält die Oasis-Tradition der ausschweifenden Abschlusssongs bei.
    Nach Liams schwachen Beiträgen ("For Anyone" gehört sicherlich in diese Güteklasse) auf den Oasis-Album ("Little James"!) und diversen mauen B-Seiten von Bell & Archer, war Schlimmes zu befürchten und die Erwartungen nicht allzu hoch gesteckt. Diese überspringen Beady Eye aber dann locker und setzen das um, was der Albumtitel prognostiziert: "Different Gear, Still Speeding".

    Beady Eyes Debüt ist schwächer als jedes Oasis Album (selbst als "Standing On The Shoulder Of Giants", hat aber dafür ein stärkeres Cover und kommt ohne Rechtschreibfehler aus), kann aber zumindest Heavy Stereos "Deja Voodoo" (Archer) oder Rides "Tarantula" (Bell) übertreffen.


    Zeugen:
    Four Letter Word is a strong opener, powerfully surging orchestral rock providing an effective showcase for Gallagher’s appealingly coarse bellow, which as ever serves to invest the banal lyrics ("Nothing lasts forever," apparently) with, if not meaning, then at least menace. Millionaire is a curious hybrid of folky Led Zep and Wings. Beatles and Stones sounds like The Rutles doing 19th Nervous Breakdown. The Beat Goes On captures some of the lysergic whimsy of Sgt Pepper's-era Lennon while Wigwam hints at what St John might be doing today had he lived. That’s a criticism of Lennon, by the way, but high praise indeed for Gallagher. The Morning Son is the epic closer that grows from an acoustic start towards a cloudburst of psychedelic colour and baroque instrumentation. It’s superb.

    Who’d have believed it? No one, that’s who. Well, apart from Liam.
    (bbc.co.uk)

    bedauerlicherweise hat das ganze hat lediglich den charme einer beliebig dahergelaufenen, hemdsärmeligen postmod-band die von john lennon bis mungo jerry alles zusammenklauen. dazu aber kommen einfach unglaublich bescheuerte texte und diese immer wiederkehrenden "c'mons" in den refrains - das nervt einen zuweilen dann richtig ab. das schlimmste aber ist wie gesagt, das beady eye von little richard, small faces bis hin zu john lennons "instant karma" dermaßen frech klauen, das es dem zuhörer die schamesröte ins gesicht treibt. "wigwam" und "wind up dream" sind immerhin die einzigen songs, bei denen man sich nicht sofort an irgendwelche 6ts klassiker erinnert fühlt.
    auweia, das ganze hat stellenweise fast schon satirische züge à la "spinal tap", ist viel lärm um nichts und eigentlich müsste sich noel gallagher in seinem "supernova-flat" über seinen bruder und die alten mitstreiter nur noch totlachen. sorry liam, aber deine neue band inklusive "different gear, still speeding" sind ein ganz schlechter witz, über den ich als alter oasis-fan nicht lachen kann.
    (revolver-club.de)


    Indizien und Beweismittel:



    "The Roller" Video




    "Four Letter Word" Video


    Ortstermine:
    14.03.11 Köln, Live Music Hall


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Bright Eyes – The people’s key

    Bright Eyes – The people’s key

    cover

    Conor Oberst aus Omaha, Nebraska hat die Musiksammlungen vieler Menschen bereichert. Inklusive des aktuellen Albums brachte er es mit seiner Band Bright Eyes bereits auf sieben Alben. Angeblich handelt es sich bei “The people’s key” um das letzte Werk der Band. Nebenbei war er schon bei Monsters Of Folk, Conor Oberst and the Mystic Valley Band, Desaparecidos und einiger mehr aktiv. Seine Kollaboration beginne ich erst gar nicht aufzuzählen… Fans dürften also nicht zu besorgt bezüglich des künftigen Outputs des Musikers sein.

    Das Intro zum Opener spannt einen großen Bogen: Fortschritt, Evolution, Bibelzitate, Universum…  man könnte erwarten, dass diesem Stile folgend ein großartiges Album die Vertonung der Weltformel darstellt. Doch nach einem wirklich starken Beginn mit “Firewall” und “Shell games” folgen recht zwangslose und entspannte und vor allem gewöhnliche Songs. Anscheinend ist Conor Oberst aktuell mit sich und der Welt im Reinen. Daraus entsteht ein “befriedigendes” bis “gutes” Indierock-Album, welches keinen glanzvollen Schlusspunkt setzt und wohl kaum viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen würde, wäre es das Debütalbum einer jungen Band aus Nebraska. Der Geschichte der Rockmusik hat Conor Oberst wohl aktuell nicht viel hinzuzufügen. Grundsätzlich begrüße ich die Abwesenheit ausschweifender Folkanleihen. Doch vielleicht hätte “The people’s key” mit einem weniger rockigen Ansatz Platz geschaffen für andere Stärken des hochgelobten Musikers.

    Es gibt offensichtlich auch andere Meinungen, z. B. bei CD-Bewertungen.de:

    […] Wie auch der „Ladder Song“, einer der ruhigsten Tracks auf dem Album. „One For You, One For Me“ schließt das Album schließlich würdig ab und macht „The People’s Key“ zu einer Scheibe, die den Country hinter sich lässt und zu modernen, rockigen Ufern aufbricht. Mit Synthesizern, E-Gitarren und Keyboards und einem Conor Oberst, der scheinbar nicht von dieser Welt ist und noch Großes vorhat.

    Fans des Künstlers werden auf dem Album hörenswerte und erinnerungswürdige Songs und Momente finden. Darüber hinaus ist “The people’s key” keine zwingende Anschaffung.

    Das Video zu “Shell games”:

  • Dream Diary - You Are The Beat

    Dream Diary - You Are The Beat



















    Die erste Vorladung (II)


    Personalien:

    Ein junger Mann, nennen wir ihn Jacob, zieht von Philadelphia nach New York, um seinen Traum von einer Gitarrenpop-Band zu verwirklichen. Doch noch fehlen ihm gleich gesinnte Mitstreiter. Eines Tages wandert er die Essex Street entlang, stößt mit einem adretten Mädchen (Madison aus Arkansas) zusammen, so dass deren beide iPods herunterfallen. Hektik, Durcheinander, den jeweils falschen MP3-Player aufgehoben und überrascht festgestellt, dass beide "The Queen Is Dead" von The Smiths hörten. Eins führte zum anderen und Jacobs Traum erfüllte sich.
    Mit Alexander wurde kurze Zeit später in einer Bar durch einen weiteren Zufall der passende Schlagzeuger gefunden, der das Trio Dream Diary komplettierte.


    Tathergang:
    "You Are The Best" ist das Debütalbum von Dream Diary, das passend zum Plattencover am Valentinstag (wie bei den Young Prisms) über Kanine Records in den USA veröffentlicht wurde und hier nur als Import zu beziehen ist.
    Das Cover der LP (rotes Vinyl, gatefold) ziert ein Baby, während einem ein junges Mädchen von der CD her anlächelt. Richtig schön ist keine der beiden Versionen.


    Plädoyer:
    Nostalgischer, romantischer Indiepop, der, wie soll es bei dieser Vorgeschichte auch anders sein, The Smiths zitiert oder auch vor Jahren auf Sarah Records (hier vor allem der Jingle Jangle-Pop von The Field Mice) ein passendes Zuhause gefunden hätte.
    Eine nette Unterhaltung bis zum nächsten Longplayer von The Pains Of Being Pure At Heart, danach wahrscheinlich bis auf wenige Ausnahmen ("Something Tells Her" oder "El Lissitzky") recht schnell dem Gedächtnis entschwunden.


    Zeugen:
    Too many early-'90s indie pop bands had the sound but weak songs or vice versa; only a few like the Field Mice and the Orchids managed to get it completely right. Add Dream Diary to that short list. Just about every track on the album could have been a Sarah A-side. From the rocking (for them) heartbreaker “El Lissitzky” to the Byrdsy “Is He Really Mine,” and from the achingly pretty ballad “Bird in My Garden” to the big-hearted dancefloor-ready “She Has a Way,” the album is made up of thoughtful lyrics, big hooks, variable dynamics, and songs that you’ll find yourself humming at odd times for days. It’s an impressive debut from a band that seemingly arrived on the scene fully formed and ready to break hearts with a cruel ease -- while at the same time filling said hearts with warmth and the kind of joy that well-played, deeply felt indie pop can bring.
    (allmusic.com)

    Indizien und Beweismittel:

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    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Young Prisms - Friends For Now

    Young Prisms - Friends For Now



















    Die erste Vorladung (I)


    Personalien:

    Raus aus dem unbefriedigenden akademischen Alltag, rein in ein von Kakerlaken verseuchtes Appartement über einem chinesischen Restaurant in San Francisco, um von dort den Traum einer Karriere als Musiker zu verwirklichen. Jordan Silbert, Matt Allen, Stef Hodapp und Gio Betteo gingen diesen Weg.


    Tathergang:
    Im Jahr 2009 erschien bereits mit "Mexican Summer" die erste EP, es folgten mehrere Split-Singles und mit "Friends For Now" nun das im Lo-Fi-Sound schillernde Debüt der Young Prisms, welches über Kanine Records veröffentlicht wurde und in Deutschland bisher nur als Import zu haben ist.


    Plädoyer:
    Lärmiger bis dissonanter Gitarrenrock psychedelischer Prägung mit hypnotisierender Wirkung. Dazu gibt es zwischen den Koordinaten Garagenrock (Sonic Youth) und Shoegaze (My Bloody Valentine, Swervedriver) verschluckten Gesang der Jungs als Beiwerk zum hingehauchten Gesang von Stef Hodapp.


    Zeugen:
    Friends for Now begins with a title track, where a soft bass line swells into an opulent swirl of reverb-laden vocals and meandering guitar. It’s as if you’re falling in slow motion into an abyss, paralyzed by whirring feedback and lethargic chords.
    “If You Want To” gracefully breaks the fall, with its danceable beat paired alongside washed-out surf guitar and haphazard vocals. Lacking in substantial lyrics, the ‘oohs’ and ‘ahhs’ allow the music to speak for itself, completely engaging the listener with delectable melody. Young Prisms songs consistently stray from the typical lyrical pop song structure of choruses and verses yet adhere to them musically, creating an compelling dynamic that prevents their slew of delicious pop songs from becoming monotonous.
    Similar tracks characterize about half of the album; 2010 single “Sugar” shows Young Prisms at their strongest. Pounding, pulsating drums and wailing guitar alongside lofty repeated chimes of “I’m still high/I’m still high” add together for a sweet three-and-a-half minutes in which one can’t help but get lost. “Eleni” follows suit, only with the addition of noisy clanking and clamoring alongside a stellar bass groove.
    Although their upbeat tracks are masterful and incredibly enjoyable, Young Prisms take care not to pigeonhole themselves throughout Friends for Now; they also succeed admirably in their ventures into slower, hypnotic jams, fully indulgent in the psychedelic tag of their genre. Exemplifying this is “In Your Room”, a six-minute journey rich in distortion and entrancing percussion. The vocals fade out halfway through the song, allowing for a guitar and pounding drums session that is seriously inescapable, a hallucinogen in its own right.
    All in all, Friends for Now is an impressively strong debut that exceeds even the vast expectations of those fans primed on the band’s introductory singles and releases. With its subtle psychedelia and addictive beats paired with incomprehensible, lofty vocals, Young Prisms keep the listeners guessing – and definitely coming back for more.
    (consequenceofsound.net)

    Indizien und Beweismittel:
    Young Prisms spielen live auf dem Dach des San Francisco Art Institute die Songs "Friends For Now" und "If You Want To":






    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Gus Black - The Day I Realised...

    Gus Black - The Day I Realised...

















    "The Day I Realised..." beschließt Gus Blacks "Day"-Trilogie und ist noch ruhiger und intimer geraten als die beiden Vorgänger "Autumn Days" (2005) und "Today Is Not The Day..." (2008). Kein Wunder, denn der kalifornische Singer/Songwriter bezeichnet seine Platte selbst als "open love letter" und so drehen sich die Songs textlich um seine ganz persönliche Muse und die Entstehung und Entwicklung seiner Liebe zu ihr. Das Happy End wird gleich mitgeliefert, denn "The World Is On Fire" beschließt das Album mit folgenden Worten: „Hey hey hey, there’s nothing left to say/ The world is on fire and I love you, I love you“.
    Es passt auch gut dazu, dass die Platte zunächst von Tom Biller (u.a. Warpaint) im Studio aufgenommen wurde, doch Black mit dem Ergebnis nicht zufrieden war, da er die private Atmosphäre seines zu Hauses, in dem die Vorgänger entstanden, vermisste. Daher nahm er große Teile der Platte in den eigenen vier Wänden neu auf.
    In manchen Momenten erinnern Gus Black und seine Gitarre an Leonard Cohen ("No Love In Vain") oder Neil Young ("Waiting In The Cold"), auch wenn sich dieser gegen die am Ende des Songs aufziehenden Streicher sicherlich zur Wehr gesetzt hätte.
    "The Day I Realised..." ist ein durch und durch gelungenes Album, nur bei der Produktion der CDs scheint etwas nicht richtig verlaufen zu sein, denn die Reihenfolge deckt sich gleich an 4 Stellen nicht mit der in Booklet und Hülle.

    Gus Black, der auch schon Werbefilme (Nike, Mercedes Benz) und Musikvideos (Eels) drehte, plant für jeden Song des Albums einen Clip zu erstellen. Bisher sind zwei zu sehen:






    Gus Black kommt, sobald die Videos fertig sind, auch auf Tournee:

    28.04.11 München, Ampere
    29.04.11 Freiburg, Waldsee
    30.04.11 Stuttgart, Universum
    01.05.11 Köln, Luxor
    02.05.11 Hamburg, Knust
    04.05.11 Berlin, Lido
    05.05.11 Dresden, Beatpol
    06.05.11 Heidelberg, Karlstorbahnhof
    07.05.11 Münster, Gleis 22

  • Radiohead - The King Of Limbs

    Radiohead - The King Of Limbs



















    Radiohead sind immer wieder für eine Überraschung gut: Zunächst gab es weder Informationen über einen Veröffentlichungstermin für deren achtes Album, noch einen Titel, ein Cover oder eine Trackliste. Dann kamen als Valentinstagsgruß für ihre Fans nicht nur all diese Infos auf einmal, sondern auch die Bekanntgabe, dass bei Vorbestellung der Platte bereits fünf Tage später, also am heutigen Samstag, das komplette Album als Download zur Verfügung stehen würde.

    Radiohead verabschiedeten sich von ihrer "Bezahlt-so-viel-ihr-wollt"-Idee, liefern aber "The King Of Limbs" am 9. Mai als so genanntes Newspaper Album (zwei 10'' Platten, CD, besonderes Artwork und eben eine spezielle Verpackung für 36 Euro) aus - was auch immer man sich darunter vorzustellen hat.




    Im Verlauf der Wache gab es dann mit dem Video zu "Lotus Flower" erste neue Töne zu hören, und seit einigen Stunden gibt es tumultartige Fan-Äußerungen, die sich entsetzt über die Länge, oder besser Kürze des Albums zeigen: Nur 8 Titel in knapp 38 Minuten sind für verwöhnte Radiohead-Fans ("In Rainbows" brachte es in der limitierten Form auf 18 Titel mit deutlich mehr als 60 Minuten) anscheinend zu wenig.
    Vielleicht hätten Radiohead die Download-Singles "Harry Patch (In Memory Of)" und "These Are My Twisted Words", die 2009 erschienen, einfach noch mit auf das Album packen sollen. Geschadet hätte es definitiv nicht.

    Aber auch über die Qualität der Songs wird bereits heftig kritisiert und die Meinungen reichen von "Meisterwerk" bis zu "größte Enttäuschung seit ... (hier bitte den Titel des schwächste Radiohead-Albums hindenken)". Sagen lässt sich auf jeden Fall, dass der Weg, den "In Rainbows" zuletzt einschlug, konsequent weiter verfolgt wird. Nicht leicht zu entdeckende Melodien, elektronische Sounds über dominanten Percussions, vertrackte, holpernde, oft in Dubstep-Regionen abgleitende Rhythmen, dazu Yorkes gewohnt weinerlicher Gesang. Gitarren sind selten zu vernehmen, dafür wird häufig mit der Kid A-Experimentierbox gespielt ("Little By Little"). Der ein oder andere jazzige Exkurs (im instrumentalen "Feral") darf ebenso wenig fehlen, wie die schlichte, gefühlvolle Ballade (Piano: "Codex"; Akustik: "Give Up The Ghost").

    Eine von zahlreichen, hastig verfassten Track-by-Track-Reviews finden man zum Beispiel beim britischen Telegraph, die BBC kommt zu folgendem Urteil:
    The staggering, off-kilter step of opener Bloom might not click with those holding a candle for The Return of the Gallagher a week from this record’s release, but to anyone with even half an ear tuned to In Rainbows it’ll seem very (although not over-) familiar indeed. Morning Mr Magpie plucks its way into a Foals-ian spin, the masters seemingly taking on board a few tips from their hometown pupils. Lotus Flower – the source of #thomdance Twitter activity once its video was unveiled – is another piece that looks backwards rather than projecting into bold, new sonic territories. It flails and flaps, but in a manner entirely in keeping with its makers’ predilection for the metronomic – to the wrong ears, it’s five minutes of the same beat, utterly unremarkable.
    But that’s the beauty of Radiohead – they’ve never, certainly not since the breakthrough days of Creep, been a band for the people. They’re too idiosyncratic for that, and even though there are moments aplenty here that suggest the band hasn’t furthered their vision, subtle differences to a tested formula ensure The King of Limbs is another great album from Britain’s most consistently brilliant band. And come Codex, it truly strikes the listener dumb. Like Motion Picture Soundtrack, Street Spirit, Sail to the Moon, Nude – insert your own favourite slow-paced Radiohead numb-er here – it’s a piece of rarefied beauty. Thom says something about dragonflies, something else about nobody getting hurt; the words blur and blend, though, as beneath them the simplest, most strikingly gorgeous piano motif bores its way into the heart. And it’s here, not any of your limited-character blogging or video-sharing sites, that Radiohead trump all comers, again.
  • James Vincent McMorrow - Early In The Morning

    James Vincent McMorrow - Early In The Morning



    Das letzte Wochenende verbrachte ich mit ein paar lieben Freunden in Dublin. Wir zogen ohne Ziel durch sämtliche Schenken der Stadt, auf deren Bühnen wir mit den ansässigen Barden musizierten und hernach unzählbaren Karaffen Guinness frönten. Es war eine große Vergnüglichkeit. Auf dem nächtlichen Wege in unsere Herberge trafen wir auf einen einsamen Straßenmusikanten und seine Leier. Verzaubert von seiner betörenden Darbietung erwarb ich kurzerhand seine CD, die seitdem immerfort mein Leben beschallt.

    In Wirklichkeit verhielt es sich natürlich nicht ganz genau so. Auf James Vincent McMorrow traf ich nicht des Nächtens auf Dublins Straßen*, sondern als Bestandteil einer simfy-Playlist des Online-Magazins crazewire. Dort ist sein Song „If I Had A Boat“ zu hören, der sofort einen festen Wohnsitz in meinem Herzen bezog.

    James Vincent McMorrow - If I Had A Boat by partisanpr

    Freunde der Musik Bon Ivers oder der Fleet Foxes werden jetzt vielleicht hellhörig und sollten sich unbedingt auch diesen Songs widmen:

    James Vincent McMorrow - From The Woods by partisanpr

    James Vincent Mcmorrow - This Old Dark Machine by partisanpr

    Der gute Mann aus Irland muss sich durchaus etwas anhören. Die Vergleiche zu Bon Iver hagelt es zu Dutzenden. Ganz leugnen muss man das hier auch gar nicht, warum sollte man auch? Ein Song ist eine Geschichte und die erlebt man nie zweimal. So hat der bescheidene Anspruch an eine verweilende Platte sein Ziel erreicht. Manche sprechen schon von einem potentiellen Klassiker der Dekade. (Prinz)

    Der gute Mann aus Irland würde sich ganz fantastisch auf dem Haldern Pop machen. (olly_golightly)


    EPK


    *Des Nächtens auf Dublins Straßen trafen wir allerdings auf Pierce Brosnan und wenn nicht eine Mitreisende gut vernehmlich folgende Worte geäußert hätte, hätte ich ihn wohlmöglich übersehen: „Da ist Pierce Brosnan! Da ist Pierce Brosnan!! PIERCE BROSNAN!!!“
  • PJ Harvey – Let England shake

    PJ Harvey – Let England shake

    cover

    Auf PJ Harveys Musik stieß ich erstmals 1993. Im Rahmen des Grunge-Hypes wurde etwas später ihrem dritten Album “To bring you my love” viel Aufmerksamkeit zuteil. Auch der Nachfolger “Is This Desire?” hätte diese verdient gehabt, handelt es sich doch ebenfalls um ein sehr starkes Werk. Doch das alles wurde direkt anschließend übertrumpft durch “Stories from the City, Stories from the Sea” im Jahr 2000. Dabei handelt es sich um eines meiner Lieblingsalben. Dieses Niveau erreichten die Folgewerke des letzten Jahrzehnts nicht erneut.

    Vor wenigen Tagen erschien nun mit “Let England shake” das achte Studioalbum der Engländerin. Zählt man auch die ausdrücklich namentlich gekennzeichneten Kollaborationen mit John Parish, so könnte man gar die zehnte Veröffentlichung feiern. “Let England shake” wurde in einer alten Kirche in Dorset aufgenommen. Zur Seite standen ihr dabei neben John Parish Mick Harvey (Nick Cave-sidekick) und Flood und damit weitgehend die Truppe, die bereits bei “To bring you my love” ganze Arbeit leistete.

    Das Ergebnis ist: Toll. Thematisch um ihr Heimatland angesiedelt versammelt PJ zwölf Songs, die textlich eindimensional bis eindeutig in eine düstere Richtung weisen und von teilweise überraschend abwechslungsreich und fast freudig klingender Musik konterkariert werden.

    Dazu “The guardian”:

    There is always a risk that an album full of war poetry might feel like a downer. But the payload of grief on Let England Shake is made infinitely more bearable by music that really shakes, too.

    “Stories from the City, Stories from the Sea” war vielleicht romantischer und einen Tick eingängiger, “Let England shake” hat das Potential diese Aspekte mit Tief- und Abgründigkeit zu toppen. Der NME vergibt 10/10 Punkte. Für mein endgültiges Urteil benötige ich noch etwas Zeit. Jeder PJ Harvey-Fan hat das Album hoffentlich schon in seinem Besitz. Jeder Indierock-Fan sollte schon jetzt zugreifen, bevor er Ende 2011 eines der Alben des Jahres verpasst hat.

    Der Rolling Stone beschreibt die Musik so:

    Irgendwo zwischen schrägem Folk, ätherischem New Wave und Patti-Smith-Elegien haben sich diese Stücke eingerichtet, die Harvey zur einen Hälfte auf der Autoharp, zur anderen auf ungewöhnlich gestimmten Gitarren schrieb und gemeinsam mit John Parish, Mick Harvey und Flood mit sehr viel Sinn für die Atmosphäre und Raum aufnahm. Man kann hören, wie Stimme und Instrumente von den Kirchenwänden widerhallen, was diesen Songs einen Hauch Ewigkeit verleiht.

    Leitet man aus der Zusammenarbeit mit John Parish ein Muster ab, so lautet dieses: “Solo-Album mit John Parish”, “Kollaboration-Album mit John Parish”, “Solo-Album mit John Parish”, “Album ohne John Parish”. Demzufolge wäre demnächst wieder ein “Album ohne John Parish” fällig. Das letzte am Ende einer solchen Folge war “Stories from the City, Stories from the Sea”. Ich bin gespannt, ob sich PJ nach dem starken “Let England shake” nochmals steigern kann.

    Das Video zum Titelsong:

    Die Tour der Dame ist bereits weitgehend ausverkauft. Für den 22.02. in Berlin gibt es wohl noch Tickets.

  • Gruff Rhys - Hotel Shampoo

    Gruff Rhys - Hotel Shampoo



















    Der Mann ist ziemlich umtriebig (10 Alben mit den Super Furry Animals, 3 Soloalben, dazu das Nebenprojekt Neon Neon und diverse Gesangsbeiträge bei anderen Künstlern, wie Gorillaz, Mogwai oder Danger Mouse and Sparklehorse), kommt daher auch in der ganzen Welt herum und nächtigt im ein oder anderen Hotel. Daraus entwickelte Gruff Rhys den an Kleptomanie grenzenden Tick, in jedem Hotel eine Mini-Shampooflasche oder einen ähnlichen Gegenstand einzusammeln. Diese ersetzen ihm das Tagebuch und dienten als Inspirationsquelle für sein drittes Soloalbum "Hotel Shampoo".
    Im Vorfeld baute er aus den gesammelten Gegenständen ("555 bottles of shampoo or shower gel, 28 sewing kits, 22 razors, 26 packets of shoe polish, 36 toothbrushes or paste, 121 shower caps and eight sanitary bags, 27 combs or brushes, five pairs of slippers, 13 nail files, one badge, one bottle of olive oil and two keys") das Modell eines Hotels, in dem Rhys auch eine Nacht verbrachte und das derzeit im Chapter Arts Center in Cardiff ausgestellt ist ("a monument to the waste that's produced in our disposable age and to catalogue my transient existence").
    Sehenswert ist das dazugehörige Video:





    Das von Andy Votel produzierte "Hotel Shampoo" sollte zunächst ein reines Piano-Balladen Album werden, geriet jedoch zu einem herrlich bunten Pop-Sammelsurium, genau wie es das tolle Plattencover verspricht. Verspielter 60s-Pop ("Honey All Over") ist ebenso zu hören, wie psychedelische Fuzz-Gitarren ("Patterns Of Power"), Mariachi-Klänge ("Sensations In The Dark"), himmlische Streicher-Arrangenments ("Take A Sentence", "At The Heart Of Love") und ein Duett mit El Perro Del Mars Sarah Assbring ("Space Dust #2"). Höhepunkt auf Rhys bestem und stimmigsten Soloalbum, das selbst Vergleiche mit den guten Platten von Super Furry Animals nicht zu scheuen braucht, ist "Christopher Columbus", dessen Refrain man so schnell nicht mehr aus den Gehörgängen bekommt.





    "Shark Ridden Waters" Video





    "Sensations In The Dark" Video

    Rhys's third and best solo effort may be his most classically (and accessibly) pop. Points of reference include the Church of Brian Wilson ("Honey All Over"), French-horn-fueled Bacharachisms ("Take a Sentence"), and Zombies chamber pop ("Vitamin K"). For good measure, "Shark Ridden Waters" samples the Cyrkle's cover of "It Doesn't Matter Anymore," a Bacharach chestnut. Rhys has never been more infectious than he is on the horn-driven "Sensations in the Dark." "At the Heart of Love" boasts one of his most beautiful melodies, and "Christopher Columbus" and "Patterns of Power" give credence to neo-go-go and neo-psych, respectively. Perhaps Damon Albarn is the only songwriter from last century's Britpop posse who continues to rival Rhys in the font-of-creativity department. Yet Rhys is the ex-Britpopper making music that doesn't sound like dreary London fog - and as any New Englander reeling from a long hard winter's ass kick will tell you, that's an advantageous distinction.
    (The Boston Phoenix)





    Die Türen des "Hotel Shampoo" öffnen sich:

    08.03.11 Frankfurt, Brotfabrik
    09.03.11 Schorndorf, Manufaktur
    14.03.11 Köln, Gebäude 9
    15.03.11 Hamburg, Imperial Theater
  • Yuck - Yuck

    Yuck - Yuck



















    Spätestens jetzt ist es amtlich: Der 90er Indierock ist zurück. Dinosaur Jr., Yo La Tengo und Teenage Fanclub lassen schön grüßen.
    Dass die Londoner Max Bloom (Gitarre) und Danny Blumberg (Gesang) ihre frühere Band Cajun Dance Party zu Grabe getragen haben, bedauern sicherlich die wenigsten. Dass die beiden mit Mariko Doi (Bass) und Johnny Rogoff (Schlagzeug) zwei neue Mitstreiter aus Hiroshima und New Jersey für ihr neues Projekt gewinnen konnten, dürfte alle erfreuen, die eine ordentliche Portion Gitarrenkrach zu schätzen wissen oder Platten der eingangs erwähnten Gruppen besitzen. "Yuck" ist das Debüt der gleichnamigen Band, die in den letzten Wochen und Monaten mit Singles wie "Rubber", "Georgia" oder "Holing Out" aufhorchen ließ und es selbstverständlich auf die "Sound of 2011 (The year's most promising new artists)" Liste der BBC schaffte.

    Genau wie Tennis ergatterten Yuck einen Vertrag bei Fat Possum Records, ein Label das auf fürchterliche Plattencover zu stehen scheint. "Yuck" ist ab dem 15.02. als CD und auf Vinyl erhältlich.



    Von den Live-Qualitäten von Yuck kann man sich im März überzeugen, Musik am Rechner hören geht über Soundcloud:

    01.03.11 Köln, Underground
    02.03.11 Hamburg, Beatlemania
    04.03.11 Berlin, Comet Club
  • The Dears - Degeneration Street

    The Dears - Degeneration Street



















    Die letzten drei Alben von The Dears ("No Cities Left", 2003, "Gang Of Losers", 2006 und "Missiles" 2008) stehen bei mir im Regal, weil Murray Lightburns Stimme so schön nach Morrissey oder Damon Albarn klingt. Leider waren bisher immer nur wenige wirklich gute Songs und viel Durchschnittliches zu hören, dazu nahm die Qualität von Mal zu Mal ab.

    Nun kommt mit "Degeneration Street" das insgesamt fünfte Album der kanadischen Band, deren Besetzung Lightburn regelmäßig austauscht - einzige Ausnahme ist Keyboarderin / Sängerin Natalia Yanchak, denn wer schmeißt schon seine Frau aus der Band? Lightburn scheint die oben genannten Vergleiche reichlich satt und in letzter Zeit viel David Bowie gehört zu haben. Denn wie sonst ließe sich die stimmliche und musikalische Nähe zum Thin White Duke sonst erklären ("Thrones", "Yesteryear"). Den Opener "Omega Dog" bestreitet Lightburn hingegen im Falsett-Gesang, so dass man meint, Prince hätte einen großartigen, leicht souligen Indiepop-Song geschrieben. Ein weiteres Highlight stellt "Blood" mit seinen kreischenden Gitarren, die auf Spinett-artige Sounds prallen, dar. Nur bei den beiden balladesken "Lamentation" und "Galactic Tides" sind die Dark Side Of The Moon-mäßigen Frauenchöre vielleicht etwas zu dick aufgetragen.
    The Dears machen auf "Degeneration Street" fast alles richtig und viel mehr als auf den beiden Platten zuvor.

    Bei der Entstehung von "Degeneration Street" (in Deutschland ab dem 15.02.11 als Import erhältlich) gingen The Dears ungewohnte Wege und schickten sich zunächst gegenseitig Songs und Ideen per Email, um an diesen zunächst zu arbeiten, bevor sie innerhalb weniger Studiotage mit Tony Hoffer (Beck, Belle & Sebastian, Phoenix), der sich für den orchestralen Klang mitverantwortlich zeigt, aufgenommen wurden. Den Fans wurde das Album anschließend auf zahlreichen Konzerten in seiner Gänze dargeboten. Von dem Konzert im letzten Mai in Mexiko City stammen dann auch die folgenden Videos:





    "Omega Dog" Live-Video





    "Blood" Live-Video
  • The Boxer Rebellion - The Cold Still

    The Boxer Rebellion - The Cold Still



















    The Boxer Rebellion orientieren sich auf ihrem dritten Streich "The Cold Still" erneut an den gefühlvollen, getragenen bis schwülstigen Momenten von Radiohead, Coldplay, Elbow oder Eskobar ("Caught By Ther Light") und präsentieren uns ein in sich geschlossenes, düsteres und stimmungsvolles Album.
    Zu den Highlights gehören "No Harm", das die flehenden Worte "There's no harm" nur durch wabernde, sphärische Keyboardsound und schlichte, sich mehr und mehr aufbauende Beats unterstreicht und als Opener der Platte bestens positioniert ist, sowie die rockigeren Momente wie "Step Out Of The Car", "Organ Song" (voran treibendes Schlagzeug, Orgelklänge, wie von den Doves erdacht) oder "The Runner", die verhindern, dass das Album in einem See aus Trübsinn, Pathos und Schwermut versinkt.

    Zu überbieten gilt ein Schnitt von 6,83 Punkten, den der Vorgänger "Union" bei Platten vor Gericht erreichte.





    "Step Out Of The Car" Video

    An diesen Erfolg anknüpfend erscheint nun das neue Album „The Cold Still". Musikalische Muskelspiele à la „Evacuate" oder „Forces" sucht man darauf allerdings vergebens. Am ehesten gehen vielleicht noch „Step out of the Car" oder „The Runner" in diese kraftbetonte Richtung, aber insgesamt kommen die zehn Songs eher getragen und sphärisch daher. Ohne aber dabei etwas von der lieb gewonnenen Intensität zu verlieren: So ist es den vier Jungs erneut gelungen, ihr Grundgerüst aus Ohrwurmrefrains, instrumentalen Spannungsbögen und der tollen, omnipräsenten Stimme von Frontmann Nathan Nicholson mit den nötigen Außergewöhnlichkeiten wie etwa beherztem Tom-Tom-Einsatz, Orgel-Sounds oder mehrstimmigen Gesangs-Parts zu würzen. Bei Songs wie „No Harm", „Memo" oder „Locked in the Basement" dürften die nächsten Erfolge jedenfalls nicht lange auf sich warten lassen.
    (koelner.de)


    The Boxer Rebellion kommen zunächst nur zu zwei Terminen nach Deutschland:

    24.03.11 Köln, Underground
    31.03.11 Berlin, Magnet Club
  • The Phoenix Foundation - Buffalo

    The Phoenix Foundation - Buffalo



















    Neulich als ich von Florian eine Email folgenden Inhalts bekam:


    lieber dirk

    folgendes:
    mitte-ende der 80er wurde ich überzeugter fan einer tv-serie, die fortan fester bestandteil meines samsagsabends werden sollte. ihr titel: macgyver! ich glaube, sie kam so gegen 19 uhr auf sat1.

    wow, war das eine super serie! die hauptfigur war macgyver. das war ein sympathischer vokohila-träger der als eine art detektiv arbeitete. so weit, so gut, denkst du jetzt. hört sich nach einer x-beliebigen tv serie aus den 80ern an. das richtig tolle und besondere an macgyver aber war, dass er seine fälle gänzlich ohne waffengewalt löste.

    vielmehr nutzte er sein köpfchen und sein schweizer taschenmesser um aus brenzligen situationen zu kommen. so lernte ich beispielsweise, was man machen muss, wenn man an einer tür mit einem handabdruckscanner nicht weiter kommt. ganz einfach! man kratzt etwas putz von der wand und streut diesen über die auflagefläche. nun drückt man auf diese staubschicht seine hand, welche man in seine jeansjacke eingewickelt hat und sack,

    da wird das schloss schon entriegelt. toll!


    außerdem kam macgyver ganz ohne machotum oder platten sprüchen daher. auch sonst was er ein sehr sportlicher (eishockey) und eigenwilliger man (wohnung auf einem hausboot) dessen lieblingsgetränk beispielsweise "h2o on the rocks" war. das perfekte vorbild für einen braven jungen wie ich es war.

    angestellt war macgyver bei einer organisation, der phoenix foundation!

    das war ein wissenschaftliches unternehmen, welches detektive wie macgyver anstellte.

    wie gerne hätte ich damals für die phoenix foundation gearbeitet!

    mensch dirk, ist das alles lang her. aber es ist alles wieder da... auch die spöttischen blicke und das gellende gelächter der 'coolen' klassenkameraden wenn man ihnen gestand, macgyver zu gucken.

    die sendung macgyver gibt es zwar nicht mehr, aber eine band aus neuseeland die genauso heißt wie macgyvers arbeitgeber: the phoenix foundation.

    ihr neustes album ist jetzt in deutschland veröffentlicht worden und heißt "buffalo". das gleichnamige lied ist wunderschön, genauso wie einige andere lieder von dieser platte.
    denkst du, du könntest die mal bei platten vor gericht vorstellen?




    Es dauert genau zwei Songs, und schon hat man sich in die Neuseeländer verliebt. Alles andere als Büffel-schwer umgarnen einen wunderschöne Gitarren-Nummern mit Dream-Pop Elementen und einem leichten Neo-Folk-Einschlag.
    Wie ihre Kollegen von den Ruby Suns treten The Phoenix Foundation den Beweis an, dass es sich auch 2011 noch lohnt, am anderen Ende der Welt nach Glückshormone versprühenden, zeitlos schönen Popalben zu fahnden! Mit der Leichtigkeit eines Kiwi und der Durchschlagskraft eines Büffels spielt sich dieses Album sofort in meine aktuelle Favoritenliste. Kuriosum am Rande: Der Song Bitte Bitte: »Bitte Bitte Bitte, please don´t beat my friend/ bitte, bitte – I´m going back to Mitte again« höre ich da raus!? Im 21. Jahrhundert scheint es ein kürzerer Weg von Auckland nach Berlin, als noch vor ein paar Jahren nach Christchurch. Und es gibt heutzutage natürlich auch schnellere Wege, an Musik zu kommen. Wer sich die süchtig machenden Ohrwürmer von Buffalo holt, findet einen Gratis-Download-Code zu Pegasus, dem zweiten Album der Band. Kaufen!
    (titel-magazin.de)


    The Phoenix Foundation live:

    22.02.11 Berlin, Comet
    23.02.11 Köln, Studio 672
    24.02.11 Hamburg, Beatlemania












  • The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You

    The Naked And Famous - Passive Me, Aggressive You



















    Wer sich in den letzten Wochen im TV einmal auf VIVA verirrte, der konnte vielleicht zwischen Werbeblöcken und Zeichentrickserien einen Trailer entdecken, der aufgrund seiner Musik im wahrsten Sinne des Wortes aufhorchen ließ:



    Der Song "Young Blood" der neuseeländischen Band The Naked And Famous sprang in ihrem Heimatland von Null an die Spitze der Charts, wurde mittlerweile in zahlreichen US-TV-Serien gefeatured und bei uns eben auch von VIVA gepusht. Als Single wird er in Deutschland heute veröffentlicht, rund 4 Wochen später (am 18.03.) folgt das Album "Passive Me, Aggressive You".
    Dieses kommt dann mit einer halbjährigen Verspätung in unsere Plattenläden, ist ebenfalls als neuseeländische Nummer Eins dekoriert und beinhaltet mit "Punching In A Dream" noch mindestens einen weiteren Singlehit.



    Wer wissen möchte, wie es klingen würde, träfen Metric und MGMT aufeinander und sorgten M83 für einen Remix dessen, der sollte "Passive Me, Aggressive You" eine Chance geben.

    Sputnikmusic hört MGMT, Yeasayer und Cyndi Lauper aufeinander treffen:
    Dreamy, whimsical and strange is the sound of The Naked and Famous, and they welcome you to their alternate world with their debut album,Passive Me, Aggressive You. The best way to describe Passive Me, Aggressive You is like the love child of Yeasayer and MGMT with their odd percussion and synth tones with a mix of psychedelic dream pop, enticing the listener into a mind spin of indie/pop delight. The Naked and Famous are actually not that famous, and unfortunately are not that naked either and hailing from New Zealand, Alisa Xayalith and Aaron Short are out to prove that they are at least, one of those things.

    Passive Me, Aggressive You packs plenty of punches, especially with first single, ‘Punching In A Dream’. The first thing noticed is the instantly recognisable vocals of Alisa Xayalith, which sound like a young Cyndi Lauper as in a girls just wanna have fun take off. Xayaliths vocals stick out like a sore thumb, and take some time to get used to, though they fit the deep pounding electro drums and looped synth lines so perfectly, that you’ll think you are back in the 80’s having the best time of your life. (...)

    The Naked and Famous have a sound that is enticing, dreaming, eclectic and pulsating. Their mix of indie, rock, electro and pop is done well, yet can come across as a bit samey and may not get a large replay factor from some of the lesser tracks. Still, The Naked and Famous have definitely stamped their name on the indie music scene of the moment, and produced a tantalizing offering in Passive Me, Aggressive You.


    Nicht nackt, aber schon ein bisschen berühmt: The Naked And Famous in Deutschland:

    23.03.11 Köln, Gebäude 9
    24.03.11 München, 59:1
    29.03.11 Berlin, Lido
    30.03.11 Hamburg, Knust
  • Telekinesis - 12 Desperate Straight Lines

    Telekinesis - 12 Desperate Straight Lines

    cover

    Michael Benjamin Lerner kommt aus Seattle und er ist der Mastermind hinter Telekinesis. Für die Aufnahmen zu seinem zweiten Album reiste er nach Portland (es ist nicht bekannt, ob er seinen neuen Bass oder gar sich selbst mittels Telekinese dorthin beförderte) um dort Chris Walla zu treffen. Dieser im amerikanischen Indierock fast allgegenwärtige Produzent, Mixer und Tontechniker (u. a. für Nada Surf, The Decemberists, Ra Ra Riot, Tegan and Sara, Mates Of State, Hot Hot Heat) ist darüber hinaus für seine Beteiligung bei Death Cab for Cutie bekannt. 2009 nahm er mit Lerner das Debüt “Telekinesis!” auf und auch für den analog aufgenommen Nachfolger “12 Desperate straight lines” nahm er sich Zeit.

    Obwohl Michael Benjamin Lerner mehr oder weniger als Einzelkämpfer agiert, klingt das Album nach einem echten Bandgefüge. Eine fröhliche Grundstimmung und indiepoppige Melodien lassen auf einen baldigen Frühlingsbeginn hoffen. Da wird man mal an die Fountains Of Wayne und mal Weezer erinnert. Nur an Originalität fehlt es etwas.

    Plattentests.de:

    Es sind die winzigen, ausgetüftelten Gesten, die "12 desperate straight lines" besser als seinen Vorgänger aussehen lässt. Es sind ein paar nette Pop-Songs, einige spröde Rock-Nummern, doch sind sie alle so reizend verpackt, dass man die Platte gerne bei der sommerlichen Jogging-Runde durch die Kopfhörer schickt. Denn Telekinesis sind nette Mitläufer.

    “Please ask for help” (Mit The Cure-Gitarre) und “Fever chill” fallen auf, aber insgesamt hat Lerner ein Album ohne echte Höhen und Tiefen hingelegt. Zwei zwingende Hits und eine insgesamt etwas düstere Atmosphäre (also mehr “desperate” und weniger “straight”) hätten “12 Desperate straight lines” gut getan. So handelt es sich um recht gefälligen aber harmlosen Indiepoprock.

    Der Song “Car crash”:

    Bis zum 15.02. gibt es “12 Desperate straight lines” bei NPR als Stream.

  • M. Walking On The Water - Flowers Of The Departed

    M. Walking On The Water - Flowers Of The Departed



















    Die berühmtesten Krefelder - neben dem Grotifanten - sind nach 14 Jahren Sendepause zurück: Markus Maria Jansen, Mike Pelzer, Axel Ruhland, Konrad Mathieu und Martell Beigang bildeten nach 1990 die konstante Besetzung von M. Walking On The Water und sind auch auf deren achten Album wieder mit an Bord.

    "Flowers Of The Departed" bringt den Balkenkopf zurück, knüpft an den Sound des Debütalbums an und lässt die Schwächen uninspirierter ("Split"), zu bemüht klingender ("La Louisianne") und zu elektrolastigeren Alben ("File") vergessen. Jansens Bariton brummt wie gewohnt, Pelzers englische Aussprache hat sich nicht weiter entwickelt, dazu spielen Akkordeon, Violine und Mandoline groß auf, als wären seit '88 erst wenige Monate verstrichen.
    Short-Distance-Psycho-Folk nannte die Band selbst einstmals ihren Musikstil und Uptempo-Songs wie "Dust In The Suitcase" oder "Sing Sally" sind damit auch heute noch treffend umschrieben. Zu den Highlights gehören die äußerst eingängigen "Love Is On Your Side" und "Song For The Nameless", "Glitter", welches stilistisch auch sehr gut auf "Elysian" (neben "Pluto" das beste Album der Band) gepasst hätte, und "Questionmark", das mehr nach Phillip Boa klingt, als dieser selbst auf seinen letzten Veröffentlichungen. Die Idee, Kaisa Ilmalahti, Mike Pelzers Freundin, hier die Backround Vocals singen zu lassen, stammt vom Produzenten Gregor Henning (Die Sterne). Dass die zweite Hälfte der Platte insgesamt etwas schwächer geraten ist, entschuldigt spätestens das abschließende "Candleblue" (Streicher-Ballade rummst gegen Gitarrenwand).





    "Love Is On Your Side" Video

    Die Krefelder recyceln hier zwar ihre alten Leidenschaften, aber das viele vergossene Herzblut macht aus "Flowers for the departed" ein untotes Feierwerk. Glockenspiele, Nörgelgitarren und Katzenfußklaviere bevölkern abseitige Hits wie das Mardigras-Kleinod "Bury me upright". Jansens rustikales Englisch passt vortrefflich zu weinseligen Rhythmen, quietschenden Geigen und schunkelndem Akkordeon. Sein Sprechgesang wird zu Ohrwürmern wie "Twist your head" oder "Lucky girl"dressiert. Das versoffene "Questionmark" kreuzt Tom Waits mit Phillip Boa, während die Libido von "Heavenlove" in einer dunklen Lounge atemlos "Jazz" in die Rauchschwaden lispelt. Die wankelmütigen Rhythmen werden im entrückten "Glitter" oder vom groovenden Knochenklavier in "Sundownraft" auch noch synkopiert. Irgendein Idiot hat die "Flowers for the departed" in Fusel ertränkt, statt das Zeug selbst zu trinken. M. Walking On The Water wäre das nicht passiert. Denn der Fuß wippt am Besten, wenn der Leib sich schüttelt.
    (plattentests.de)


    M. Walking On The Water, live auf jeden Fall empfehlenswert und sicherlich wieder mit den hin und her schwingenden Glühbirnen auf Stangen:

    15.03.11 Bremen, Modernes
    16.03.11 Hamburg, Beatles Museum /Beatlemania
    17.03.11 Wuppertal, Live Club Barmen
    18.03.11 Krefeld, Kufa Kulturfabrik
    19.03.11 Osnabrück, Lagerhalle
    24.03.11 Mainz, KUZ
    25.03.11 Erlangen, E-Werk
    26.03.11 München, Backstage
    14:04.11 Münster, Sputnikhalle
    15:04.11 Ludwigsburg, Scala
    16.04.11 Weinheim, Cafe Central
    17.04.11 Köln, Underground
  • Chapel Club - Palace

    Chapel Club - Palace



















    Wären andere Bands den gleichen Weg gegangen wie Chapel Club, so hieße das Debütalbum von Oasis "The Rain" und nicht "Definitely Maybe", oder der Erstling von Blur trüge anstatt "Leisure" den Namen "Seymour" .
    Denn "Palace" war der erste Bandnamen, den sich Lewis Bowman, Michael Hibbert, Liam Arklie, Alex Parry und Rich Mitchell gaben, und wenn das Londoner Quintett konsequent bleibt, so wird deren zweite Platte den Titel "Golden Age" tragen.

    Nach dem kurzen instrumentalen Opener "Depths" folgt "Surfacing", das sich den Text von "Dream A Little Dream Of Me" entleiht und gleich aufzeigt, welchen Weg Chapel Club einschlagen (düsteren Indierock, mit einer Priese Shoegaze und New Wave) und welche Bands Pate gestanden haben dürften (chronologisch geordnet: Joy Division, Echo & The Bunnymen, Editors, Glasvegas, White Lies). Das anschließende "Five Trees" (und später "The Shore") orientiert sich am Gitarrensound von My Bloody Valentine, und mit Adorable ist es eine weitere Band von Creation Records, die mir beim Hören von "Palace" immer wieder in den Sinn kommt ("Blind", "All The Eastern Girls").
    Das von Paul Epworth (Maximo Park, Bloc Party, The Big Pink) produzierte Album ist das erste Indierock-Highlight des Jahres 2011, nicht obwohl, sondern gerade weil es so viele gute Bands zitiert.






    "Surfacing" Video

    We're gently ushered in to their debut, 'Palace', by 'Depths', an instrumental intro track that recalls one of the Stone Roses' backwards excursions. 'Surfacing', with its lyrical riff on 'Dream A Little Dream Of Me' (the press release is oh-so-keen to inform us that the band will lose out on royalties for this) and rearing guitars recalls a tethered and tamed Glasvegas (as does 'White Knight Position'), and elsewhere, there's hints of an angsty gaucheness that explains the way they've been lumped into the same landfill as White Lies, Editors et al. But in truth Chapel Club aim for a sonic palette less extreme than many mainstream peers, blurring the monochrome of the 80s into the softer dreampop shades of the early 90s. Not for them a poor man's Numan or Curtis; the mellifluous and melancholic 'Five Trees' and particularly the wave-dandled and wistful ambience of 'The Shore' with its warping and warbling MBV guitar squiggles are more a Soup Kitchens Of Distinction. (...)

    There are moments: 'Fine Lights'' dancing-dust-mote pretty Blue Nile-isms succeed in being genuinely absorbing (though the workaday racing riff it soon collapses into isn't one we'd put money on). 'Blind' though, threatens to be a KOL style chugging-and-howling release but somehow ends up at a polite meander, Bowman's voice is glowing, motionless, mannered. 'After The Flood''s whirring guitar lines recalls Editors' 'Munich', hammering away at the sturm-and-drang button, conjuring more dullage than deluge. Sadly, like the latter days of that lamentable band, Chapel Club have ended up neither fish nor fowl, neither ersatz enough to give a guilty steering-wheel-tapper thrill or genuinely brave enough to inspire. If they're not quite the 'Paper Thin' of the closing track, they're certainly not strong enough to rest your hopes on just yet.
    (thequietus.com)


    Chapel Club in Deutschland:

    04.04.11 München, 59:1
    12.04.11 Köln, Werkstatt
    13.04.11 Berlin, Lido
    19.04.11 Hamburg, Logo
  • Die 10 besten Platten von Creation Records

    10. Teenage Fanclub "Thirteen"
    9. Primal Scream "Screamadelica"
    8. Slowdive "Souvlaki"
    7. The Boo Radleys "Giant Steps"
    6. Adorable "Against Perfection"
    5. Ride "Going Blank Again"
    4. My Bloody Valentine "Loveless"
    3. The House Of Love "The House Of Love"
    2. Oasis "Definitely Maybe"
    1. Oasis "(What's The Story) Morning Glory"

    (ausgewählt von Dirk)