Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Loney, Dear - Loney, Noir

    Loney, Dear - Loney, Noir



    Eigentlich wollte ich bis Mittwoch mit dieser Neuvorstellung warten, denn dann hätte ich schreiben können: „Auf den Tag genau vor vier Monaten habe ich „Sologne“ von Loney, Dear vorgestellt.“
    Aus aktuellem Anlass beginne ich nun aber so: „Am Dienstag, den 27. Februar, wird Loney, Dear sein neues Album „Loney, Noir“ ab 18 Uhr im Kölner Plattenladen Normal live vorstellen.“
    Eigentlich müssten alle, die es irgendwie ermöglichen können, dort morgen auf der Matte stehen. Aber leider hat im letzten Jahr außer mir niemand Interesse an diesem wunderbaren schwedischen Pop gezeigt. Daher möchte ich nur noch einmal auf die diversen Links hier hinweisen und euch zurufen: „Loney, Dear ist toll, toll, toll!“

    Folky, orchestral indie-pop that's surprisingly effervescent and hopeful. (Lost At Sea)

    Loney, Noir is an excellent little album and a great precursor to spring that seems so far away right now. (Almost Cool)

    This is comfort music, and comfort never goes out of style. And while the aura of dreamy romantic abstraction is the same, Svanängen distinguishes himself from his peers on the structural level. (Pitchfork)


    „I’m John“ (Video; MP3)
    „Saturday Waits“ (MP3)
    „Hard Days 1.2.3.4.“ (MP3)
  • Belasco - 61

    Belasco - 61



    CDstarts.de sagt:

    Der wohl markanteste Unterschied zwischen Belasco und anderen vergleichbaren britischen Musikkapellen ist der, dass die drei Londoner Musiker auch vor der Veröffentlichung ihres bereits vierten Studioalbums noch relativ unbekannt sind.
    Zu Unrecht, wie nach dem Hören von „61“ anzumerken ist. Zwar ist ihre Musik
    weniger Stadionrock kompatibel als die von Chris Martins Coldplay. Deutlich unkitschiger, deshalb auch nicht so chartverträglich, als die in ihrer musikalischen Bandbreite doch eher beschränkten Keane. Und auch kein so Hymnen lastiger Sound Marke Starsailor oder Embrace. Dennoch haben Belasco das Potential berührende, wie auch rockige Überraschungen aus ihrem britischen Hut zu zaubern.

    Der Opener „The Earth“ ist ein erfrischender, mit einprägsamem Refrain ausgestatteter Rocksong, der im Laufe seiner Spielzeit zu einem kleinen, von treibenden Gitarren angestachelten Juwel anwächst. „Swallow“ wirkt dagegen zunächst sehr balladesk. Doch angetrieben durch das kraftvolle und energiegeladene Schlagzeugspiel von Bill Cartledge, entwickelt sich das Lied schließlich zu einem der stärksten dieser Platte. „Ask Me“, „What If God“ und „Buterflies“ sind im Vergleich dazu leider nur nette, harmlose Lieder, die nicht wirklich schlecht sind, aber auch keinen erwähnenswert bleibenden Eindruck hinterlassen. Etwas zu kraftlos vorgetragen und zu sehr sich an denen uns durch Radio und TV eingeimpften „Sing Sang“-Melodien der Red Hot Chili Peppers orientierend wirkend. Auch die punkige, an Iggy Pop oder The Smiths angelehnte Attitüde von „On A Wire“ möchte man den Jungs nicht wirklich abkaufen.

    Belasco spielen dann groß auf, wenn sie in einer unkomplizierten, kraftvollen, wie auch gefühlvollen Art und Weise, ihr vorhandenes musikalisches Talent umsetzen. So wie bei dem brillanten „In The End“. Hier beschenkt uns die Band mit einer an Perfektion grenzenden Rock-Nummer, die den BritPop-Olymp in neuem Glanze erstrahlen lässt. Bedächtig angehend, hangelt sich der wohl beste Song ihrer Karriere, zu einem fulminanten Finale mit verzerrten Gitarrenriffs und pompösen Melodien empor. Besser geht’s nicht. Auch das akustische „Lawman“, versehen mit einer herrlich eingängigen Melodie und spärlichem Gitarrenspiel gehört zweifelsohne zu den Höhepunkten auf „61“. „Finest Thing“ ist der fulminante Abschluss eines wirklich guten Rockalbums. Die durch die Stimme Brownlows und ihrer Sanftheit träumerisch anmutende Atmosphäre, hinterlässt beim Hören Glücksgefühle. Abgesehen vom überflüssigen, als Hardrock Song konzipierten „Joseph Conin“, liefern Belasco mit „61“ ihr bis dato beste und überzeugendste Leistung ab.

    „Diese Platte sind wir, und hat alles, was uns ausmacht, unseren Sound.“ (T. Brownlow)

    Noch etwas mehr „Finest Things“ und ein paar weniger „Butterflies“ hätten dieser Platte dennoch gut getan. Denn am authentischsten funktionieren Belasco mit denen für viele britische Bands so typischen, episch ausufernden Rocknummern. Abschließend bleibt die Hoffnung, dass diese Formation aus London mit „61“ endlich den Durchbruch schaffen wird, um dann in einem Atemzug mit all den anderen so erfolgreichen Poprockern „von der Insel“ genannt zu werden. Verdient hätten Sie es auf jeden Fall.


    Homepage
    MySpace (On A Wire und What If God sind vom aktuellen Album)
  • Chris & Carla - Flying High Brave Dreamers

    Chris & Carla - Flying High Brave Dreamers













    immer wieder verwirren die zwei - chris eckman und carla torgerson - walkabouts fans mit ihren zwischenspielen. zuletzt geschah dies 1998.
    "Musikalisch hat sich seitdem einiges getan. Natürlich bleiben die Markenzeichen hörbar: die warme, hervorragend unaufdringlich produzierte Grundstimmung, Eckmans Gitarrenspiel, die Gesangsharmonien. Doch herausgekommen ist dabei die Upbeat-Version einer Chris-&-Carla-Platte. Die eine Hälfte entstand mit analogen Instrumenten als digitale Produktion, quasi ein Folktronica-Entwurf, die anderen fünf Songs so live und direkt wir möglich mit Unterstützung von u. a. Al Deloner (Ex-Midnight Choir) und Jason Victor (Steve Wynn, Willard Grant Conspiracy). Der elfte Song, "Salad Days" von den Young Marble Giants, liefert das Credo für dieses Album: Bleib direkt und halte alles so simpel wie möglich."
    auch hier bin ich gespannt, ob mir jemand folgt.

  • [ingenting] - Mycket Väsen För Ingenting

    [ingenting] - Mycket Väsen För Ingenting













    die band mit dem schönen namen und der außergewöhnlichkeit, als einzige kapelle auf dem schwedischen hauslabel eine scheibe komplett in der landesprache einzusingen, musste ich einfach noch unterbringen. das album "mycket väsen för ingenting" (was so viel bedeutet wie "viel lärm um nichts") ist auf "freude bringen" angelegt. neben schwelgerischen momenten fehlt weder der flotte pop noch der verrückte gedanke, eben:
    "... an album packed with a glorious mix of psychedelic folk, sunny 70's pop and sinister proggy overtones. A slightly schizophrenic and highly wonderful collection of songs that tastes of the Swedish country side as well as decadent urban night life and crushed dreams."
    so schreiben es die labelherren.

    zu der scheibe fällt mir noch ein, dass ich sie nur in die hände bekam, weil mir mittlerweile klar ist, dass das örtliche mediamarktpersonal keinen blassen dunst vom schimmer einer ahnung hat, jedenfalls was musik betrifft. wenn ich dann aber diese wichtige fresse sehe, wie sie cds einordnet, könnte ich mit dem arschtreten beginnen und nie wieder aufhören. entschuldigung. die ingenting cd fand ich unter independent. ist sicher kein so großer fehler wie tinariwen unter brasil abzustellen oder yusuf islam unter "j", aber einer, der einem das finden denkbar erschwert. zum glück habe ich hin und wieder eine frage an die blitzer, die sie "leider" nie ohne computer beantworten können. zusatzinfos kriegen sie dann gratis von mir.

  • Richmond Fontaine - Thriteen Cities

    Richmond Fontaine - Thriteen Cities













    calexico und howe gelb, fast wird es zur tradition, muss ich hier unterbringen. diese hervorragenden musiker unterstützen nämlich die americana- könige von richmond fontaine bei ihrem siebten album. dass sich zur countryeskheit des unternehmens nun auch noch der mexikanische einfluss fügt, wen verwunderts. man kann sich freuen auf fidel, akkordeon, mandoline, orgel und eine menge bläser. die band darf vergleiche mit dem gun club, mit der willard grant conspiracy und auch mit green on red nicht scheuen.
    mancherorts heißt es übrigens, dass der band nun endlich das album gelungen sei, das sie schon immer machen wollte. grund hierfür sei die zusammenarbeit mit howe gelb und calexico, die für eine befreiung aus dem mainstream country, hin zu mehr folk sorgten. ich bin gespannt, wer dies auch spannend findet.

    Mar 1 07; Haus 73; Hamburg (wird man bannig knapp)
    "Moving Back Home #2" (mp3)
    Sneak Preview from "Thirteen Cities"
    "Evergreen" (mp3)
    From the Album: "Obliteration by Time"
    "Barely Losing" (mp3)
    From the Album: "Post To Wire"
  • Locas in Love - Saurus

    Locas in Love - Saurus




    Auch auf die Gefahr hin, daß das unglaubwürdig klingt: Vorhin im Auto auf einer Fahrt nach Köln und zurück habe ich beim zweiten Hören der gestern gekauften Locas in Love-Platte gedacht, daß dieses fabelhafte deutsche Album nicht nur ein wenig wie Tomte oder kettcar (aber besser gelaunt) klingt, sondern eben auch ab und an an die Lassie Singers erinnert. Zu Hause hatte ich dann die neue Visions in der Hand und sehe da eine Rezension von "Saurus", in der steht, daß der "Sound" [...] "den Charme früher Sterne-Platten oder der Lassie Singers transportiert." Um das ganze noch ein wenig glaubwürdiger zu machen, sollte ich noch erzählen, daß im Briefkasten ein Brief von Björn Sonnenberg, dem Sänger und Gitarristen von Locas in Love lag, mit einer Setliste von der Karpatenhund-Tour, die er mir versprochen hatte.

    Über Karpatenhund bin ich auf Locas in Love gekommen. Die nach den Drei ??? benannte Kölner Band, die ich zweimal als Razorlight-Vorgruppe gesehen habe (und die ich in den kommenden Wochen noch zweimal sehe, bei den Magic Numbers und bei Intro intim), besteht unter anderem aus den Musikern, die seit 2001 bei Locas in in Love Musik machen. Nach eigenen Angaben ist Karpatenhund der Versuch, radiotaugliche Musik zu machen.

    Aber zurück zu Locas in Love. "Saurus" ist die zweite lange CD der Kölner Band. Obwohl viele Lieder englische Titel haben, singt die Band auf Deutsch. An was mich die Lieder erinnern, habe ich ja schon geschrieben. Ein zweite Sache, die mir und der Visions aufgefallen ist (in der Reihenfolge natürlich!), ist, daß die Band Geschichten erzählt. Ich bin bei Musik ein vollkommener Text-Muffel (interessiere mich überhaupt nicht für die), ich habe aber trotzdem bemerkt, daß die Lieder eine Story haben.

    Auch wenn Locas in Love recht haben, daß Karpatenhund sicher radiotauglicher ist (die Platte stelle ich hier gerne im April nach der Veröffentlichung vor), ist auf "Saurus" für jeden etwas bei, ganz sicher. Wer Peter, Björn & John mag, mag "High Pain Drifter", wer Tomte mag, mag auch "Saurus", kettcar-Freunde werden "Monkey" lieben, Liebhaber toller Pop-Songs kommen an "Commandante" nicht vorbei, einem wundervollen Duett, Lassie Singer Hörer mögen "Zum Beispiel ein Unfall". Myspace-Nutzer sollten sich unbedingt die Albumtitel "Mabuse" (mit einem Kinderchor im Hintergrund) "Honeymoon is over" und "Sachen" anhören. Das ist alles sehr schöne nicht-mainstreamige deutsche Musik, die Erfolg verdient (jaja, ich sehe den Widerspruch).

    8 Punkte von mir.

    Locas in Love
    Locas in Love bei myspace
    Karpatenhund (schon mal vorab)
    Karpatenhund bei myspace
    Bassistin und Sängerin Stefanie Schrank, die auch das Artwork macht

  • The Go Find - Stars On The Wall

    The Go Find - Stars On The Wall



    Was haben The Reindeer Section, The Delgados und The Go Find gemeinsam? Die erste Band ist eine „Supergroup“, die zweite hat sich mittlerweile aufgelöst und die dritte ist eigentlich ein Ein-Mann-Projekt, denn hinter The Go Find verbirgt sich Dieter Sermeus aus Antwerpen, Belgien. Somit kann „Schottland“ als gemeinsames Herkunftsland und als Antwort auf die eingangs gestellte Frage ebenfalls ausgeschlossen werden.
    Auch in der Musikrichtung unterscheidet sich The Go Find von den anderen: Indietronics im Gegensatz zu Indie Rock. Vielleicht die Anzahl der Alben? The Reindeer Section und The Go Find (nach „Hawai“ kommt am 30.03. „Stars On The Wall“ über Morr Music in den Handel) haben jeweils zwei zu bieten, aber nun fallen The Delgados aus der Reihe.
    Volker könnte die Antwort wie selbstverständlich liefern: Sie sind alle in Folge 11 „Die zweite Chance“ der 2. Staffel von O.C. California zu hören.

    a record of modern pop songs, nonchalant and elegant in equal measures, with touches of rock, dance and singer-songwriter introspection. (morr music)

    Freunden von Death Cab for Cutie, The Postal Service und Styrofoam ans Herz gelegt.

    „Beautiful Night“ (MP3)
    „Dictionary“ (MP3)
    „New Year“ (MP3)
    „25 Years“ (MP3)

    Video: „The Go Find Is Making Music Part 1 and 2
  • Tokyo Police Club - A Lesson In Crime

    Tokyo Police Club - A Lesson In Crime



    Eigentlich wollte ich „A Lesson In Crime“ nicht vorstellen, da es mit 7 Titeln in 17 Minuten doch recht knapp ausgefallen ist, aber da es im aktuellen Musikexpress besprochen wird und hier auch schon „Back To Earth“ von Battle (7 Titel in 24 Minuten) an den Start ging, soll das Mini-Debüt der vier jungen Kanadier nicht verschwiegen werden. Im Spätsommer soll dann das richtige Debütalbum von Tokyo Police Club folgen.
    Dave Monks (Gesang, Bass), Josh Hook (Gitarre), Graham Wright (Keyboards) und Greg Alsop (Schlagzeug) spielen schnörkellosen, hooklineträchtigen Schrammel-Pop, der allen gefallen könnte, denen „A Weekend In The City“ zu aufgeblasen und überladen ist und denen auf den letzten beiden Alben von The Strokes die Hits und Tanzflächenfüller fehlten.

    "[Tokyo Police Club] are undeniably catchy and raw, marrying danceable hooks with talk of robot masters and global emergencies, providing an upbeat soundtrack to our troubled times." (EYE Weekly)


    „The Nature Of The Experiment“ (Video, MP3)
    „Citizens Of Tomorrow“ (MP3)
    „Box“ (MP3 - nicht auf „A Lesson In Crime“ enthalten)
  • Cloud Cult - The Meaning Of 8

    Cloud Cult - The Meaning Of 8



    Allzu großartig ist diese Band, allzu talentiert, allzu eigensinnig. Die besseren Arcade Fire. (spiegel.de)

    Cloud Cult ist ein Sextett aus Minneapolis, USA, um den Singer/Songwriter Craig Minowa herum, das es bereits seit 1995 gibt und das schon 6 Alben veröffentlicht hat.
    Der Spiegel schreibt über die seltsamen Vögel:
    Cloud Cult sind wohl der feuchte Traum eines jeden politisch auch nur halbwegs interessierten Bloggers: der Inbegriff vom alten Do-It-Yourself-Prinzip einerseits, die Speerspitze der Umweltbewegung im Musikbusiness andererseits. Und das läuft dann so: Kaum Verpackungsmüll bei ihren Promo-Aktionen, Bäume pflanzen vor jeder Tournee, Konzerte mittels Wind- und Sonnenenergie, selbst für die CD-Herstellung an sich haben sie neue umweltschonende Praktiken entwickelt.

    Darüber hinaus verweigern sie sich den Major Labels und veröffentlichen ihr Album „The Meaning Of 8“ seit einiger Zeit nur über ihre Homepage und ab dem 10. April über das Non-Profit-Label Earthology Records.


    „Chemicals Collide“ (Video, MP3)
    „Take Your Medicine“ (MP3)
  • Andrew Bird - Armchair Apocrypha

    Andrew Bird - Armchair Apocrypha



    Apropos „seltsame Vögel“: Hier kann ich nicht nur den Wellensittich (Melopsittacus undulatus) auf dem Cover, sondern mit Andrew Bird auch den dazugehörigen Interpreten nennen. Letzterer wurde am 11. Juli 1973 irgendwo in Illinois, USA, geboren und griff bereits mit 4 Jahren zum ersten Mal nach der Geige. Seitdem hat er fleißig geübt und es so auf Alben von Neko Case, Kristin Hersh, Bonnie „Prince“ Billy, My Morning Jacket uva. geschafft. Der Musiker, Songwriter und Multi-Instrumentalist veröffentlicht am 20. März „Armchair Apocrypha“, sein insgesamt siebtes Album (Solo bzw. mit seiner Band Bowl Of Fire), auf dem Bird und der Wellensittich um die Wette pfeifen und trällern.

    (...) die Aufmerksamkeit ist dem Songwriter aus Illinois gewiss. Im Laufe seiner Karriere hat sich Bird dabei vor allem mit seinem Geigenspiel, Glockenspiel-Intermezzi und einem kuriosen Pfeifsound einen Namen gemacht. Auch wenn er an den genialischen Sufjan Stevens nicht ganz heranreicht, sticht er doch zusehends aus der Masse an Folksängern heraus. (spiegel.de)


    „Simple X“ (MP3)
    „Heretics“ (MP3)
  • Mika - Life In Cartoon Motion

    Mika - Life In Cartoon Motion




    Mika, Mika kannte ich bisher nur als Spitznamen aus unserem Bekanntenkreis und wenn man das Booklet so betrachtet, sieht der Sänger nicht wirklich wie Michael aus, eher wie Chris Martin mit Tim Buckley Frisur.
    Ihr fandet die Scissor Sisters letztes Jahr schlimm? Freddie Mercury war ein fürchterlicher Sänger? Dieses bunte Yellow Submarine-Zeichentrick-Artwork ist euch zuwider? Instrumentalpassagen aus "Eleanor Rigby", die plötzlich unverhofft in Liedern auftauchen könnt ihr nicht ab und Penny Lane mag ein schöner Straßenzug sein, aber der Song ist grottig? Dann könnt ihr gerne schon jetzt aufhören zu lesen und euch anderer Musik zuwenden. Ansonsten aber HÖRT dieses Album, denn dieser junge Man schreibt P O P nicht nur groß, sondern auch fett. Gescissor Sistered wird vor allem im ersten Stück - gleichzeitig DER Hit in England - "Grace Kelly" (hätt ich gern für's MixTape genommen) und in "Big Girl (you are beautiful)", Penny Lane heißt bei Mika "Billy Brown" und besagter Eleanor Rigby-Streicherpart taucht im Höhepunkt des Albums "Any Other World" auf. aber auch der Rest geht wunderbar ins Ohr und nicht mehr so schnell raus, wenn man nicht gerade die Scissor Sisters, Freddie Mercury oder Beatles-Anleihen verschmäht.

    Das Video zum Hit (ok hier fällt dann auf das dieser Chris Martin-Tim Buckley-Mix im Look, wohl doch nur auf dem Foto im Booklet so rüberkommt)
  • The Rakes - Ten New Messages

    The Rakes - Ten New Messages



    Anstatt Rosenmontagsumzug drei Neuvorstellungen aus britischen Landen:

    Am 16. März erscheint mit „Ten New Messages“ das zweite Album von The Rakes. Mit Hilfe der Produzenten Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Editors, Kasabian) und Brendan Lynch (Primal Scream) sollen ähnlich gute Kritiken wie zu „Capture/Release“ (2005) eingefahren, aber deutlich mehr Platten verkauft werden.
    Sänger Alan Donohoe ließ zur neuen Platte bisher nur solche Aussagen vom Stapel: "The album was inspired by a combination of choral music, the television show 24, Bond theme tunes, World War I poets and the Sugababes."
    Als erste Single wird „We Danced Together“ veröffentlicht, das stilistisch auch vom letzten The Killers Album stammen könnte (und diesem gut getan hätte). Wenn es also diesen Amerikanern gelingt hierzulande die größten Hallen zu füllen, dann sollten The Rakes doch zumindest aus dem Schatten und Vorprogramm von Maximo Park & Co. treten können, oder?

    „The World Was A Mess But His Hair Was Perfect“ (MP3)
    „We Danced Together“ (MP3)
    „Trouble“ (MP3)
    „When Tom Cruise Cries“ (MP3)
  • The Wombats - Girls, Boys & Marsupials

    The Wombats - Girls, Boys & Marsupials



    Wombats sind eine Familie in Australien lebender Beutelsäuger. Es handelt sich um hölengrabende Pflanzenfresser mit bärenähnlichen Aussehen, die eine Kopfrumpflänge von 70 bis 120 Zentimeter und ein Gewicht von 20 bis 40 Kilogramm erreichen. Aber da wir hier nicht bei „Die seltsame Tierwelt Australiens“, sondern bei „Platten vor Gericht“ sind, gibt es wohl auch noch eine Band gleichen Namens als zweiten Tipp: The Wombats sind Matthew Murphy (Gesang, Gitarre, Keyboards), Dan Haggis (Schlagzeug, Gesang) - beide aus Liverpool stammend - und der gebürtige Norweger Tord Overland-Knudsen (Bass, Gesang).
    Bisher wurden mit „Moving To New York“ und „Lost In The Post“ zwei Singles veröffentlicht, „Backfire @ The Disco“ wird im April folgen. „Girls, Boys & Marsupials“ ist bisher nur in Japan erschienen, was bezüglich Veröffentlichungen in Europa passieren wird, steht noch in den Sternen. Passend dazu fällt mir noch ein: Scheinbar sind die drei Wombats in China Stars!
    Musikalisch orientieren sie sich an The Jam, Supergrass, The La’s, Hefner oder Blur.

    "More tunes than a pharmacist's counter!" (NME)

    "Dynamic sparkle-popshimmering guitars are raised to another level by all-together harmonies" (The Fly)

    „The Wombats have all the right ingredients to put a smile on your face.“ (Rough Trade)

    „Moving To New York“ (MP3)
    „Lost In The Post“ (Video, MP3)
    „Backfire @ The Disco“ (MP3)
  • Kubichek! - Not Enough Night

    Kubichek! - Not Enough Night



    Bei dem dritten Tipp handelt es sich um ein junges Quartett aus Newcastle upon Tyne, England, das flotten Indie-Rock spielt: Alan McDonald (Gitarre, Gesang), Michael „Frog“ Coburn (Bass, Gesang), Mark Nelson (Gitarre) und Chris McGreevy (Schlagzeug) bringen es bisher mit „Outwards“ und „Nightjoy“ auf zwei Singles, diverse Nennungen im NME unter „Next big thing“, Konzerte im Vorprogramm von The Futureheads, The Kooks, Editors und White Rose Movement und demnächst ein von Dave Eringa (Manic Street Preachers) produziertes Debütalbum namens „Not Enough Night“.
    Die Liste der genannten Referenzbands zu Kubichek! ist lang und soll hier chronologisch und gekürzt wiedergegeben werden: Es beginnt mit den frühen U2, Joy Division und Gang of Four, geht dann über Bloc Party und Maximo Park bis hin zu DARTZ! oder iForward Russia! (haben ja schließlich auch beide ein Ausrufezeichen im Bandnamen).

    „Outwards“ (Video)
    „Nightjoy“ (Video, Demo MP3)
    „Hometown Strategies“ (Demo MP3)
  • Rose Kemp - A Hand Full Of Hurricanes

    Rose Kemp - A Hand Full Of Hurricanes



    Das Thema „Bei mir dürfen nur ausgewählte Frauen singen“ hatten wir ja schon. Hier ein weiterer Beitrag hierzu: "A hand full of hurricanes" von Rose Kemp. In diese Hand passen 11 Hurrikane. Einige entfachen ihre Kraft ganz offensichtlich („Violence“), andere schleichen sich durch die Hintertür hinein („Skins’ suite“).

    Rose Kemp kommt ursprünglich aus der Folk-Ecke. Einer glücklichen Fügung ist es zu verdanken, dass sie sich zusätzlichen Einflüssen zugewandt hat. Auf dieser Platte sollte für fast jeden Platten vor Gericht-Teilnehmer etwas dabei sein. Daher die dringende Empfehlung, mal hineinzuhören.

    Eine komplette Lobeshymne findet sich hier. Einen Absatz daraus zitiere ich gerne:

    Diese Stimme - wahnsinnig! Diese Songs - nervenaufreibend! Dabei ist Rose Kemp, Tochter von Maddy Prior und Rick Kemp von den Folkrockern Steeleye Span, gerade mal zweiundzwanzig. Baut mit intuitivem Gefühl für Folk einen Indierock zusammen, wie ihn selbstbewusste Frauen eigentlich seit Anfang der Neunziger nicht mehr so dringlich hinbekommen haben. Formuliert, strapaziert und dekonstruiert ihr Seelenleben. Taumelt mit ihrer Stimme durch die Gitarrenstürme, von denen schon der Albumtitel "A hand full of hurricanes" erzählt. Und ist dann plötzlich und gleichzeitig ganz bei sich und einer ganzen Historie von starken Frauen. ( …)
    (der Absatz und mehr davon unter Plattentests.de)
    Und um richtigen Appetit zu machen gibt es auch noch ein Zitat zum Song „Violence“:

    Affecting, haunting vocals reminsicent of a young PJ Harvey stripped bare are woven over exciting, dynamic Bjork-esque rhythms.
    (aus www.godisinthetvzine.co.uk)

    Einen guten Eindruck verschafft auch das Hammervideo.

    MySpace

    Website

  • Sondre Lerche - Phantom Punch

    Sondre Lerche - Phantom Punch












    gab es nicht auch in diesen kreisen positive vermerke über die letzten lps dieses mannes? "two way monologue" aus 2004 jedenfalls brachte mir das eine oder andere lächeln auf die lippen. sein erstes album "faces down" gibt es, glaube ich, in vier verschiedenen versionen. wer ist sondre lerche? wer hat angst vor sondre lerche? die wenigsten wahrscheinlich, ist ja noch so jung. "When I was 12, struggling with classical guitar lessons, my Brazilian teacher started playing these amazing tunes by Tom Jobim. Learning those harmonies and chord voicings, blending Brazilian folk and cool jazz, really opened my eyes.” ein wenig davon läßt sich noch erahnen, sein spielraum ist groß, da ist man schnell beim fußball.
    das neue album gibt es seit anfang februar in den usa, ab montag auch bei uns. und dazu hol ich noch einmal aus: “It’s an Orange Juice meets Fleetwood Mac & My Bloody Valentine meets Gilberto Gil & Os Mutantes meets early Elvis Costello & Prefab Sprout & XTC meets Thomas Dolby meets Steely Dan circa Katy Lied, kind of thing,” Lerche says half jokingly. No matter what you call it, Phantom Punch is a testament to Lerche’s growing confidence as a songwriter, singer and guitarist, a unique synthesis of pop past and present that effortlessly creates the sound of future."
    zum reinhören und -sehen, hier!
  • Kings of Leon - Because Of The Times

    Kings of Leon - Because Of The Times













    "In March 2006, it was announced by
    NME that Kings Of Leon were back in the studio, working on their third album. Drummer Nathan Followill told NME.COM: "Man, we're sitting on a bunch of songs right now that we wish we could let the world hear!" They premiered new songs called "On Call", "Arizona", "McFearless" and "Black Thumbnail" in Australia while on tour supporting Pearl Jam. The Kings played another new song called "My Party" at the 2006 Austin City Limits Music Festival.
    Kings of Leon's third album is entitled
    Because of the Times, which is a not-so-subtle reference to a large UPC ministers conference held in Alexandria, Louisiana that the brothers often attended. The album will be released on April 2, 2007 in the UK, and a day later in the US. The album will be preceded by the single "On Call", which will be available for download on iTunes on February 6. The single will be available for airplay on February 26 in the US, and available to purchase in the UK on March 26. The song can currently be heard on their MySpace page. On the 13th of February the album leaked on torrent sites.
    The album Because Of The Times has been leaked onto the internet and is available for download from several torrent trackers. The torrent is an "Advance" copy and, the source of the copy is unknown."
    den schrubber fest in proletariererhand! seid gewiß!
  • Air - Pocket Symphony

    Air - Pocket Symphony




    Im Newsflash stand auf der Homepage des Musikexpress dieser Tage folgendes zu lesen:

    Air feiern weltweite Listening Party

    Am 15. Februar feiern Air in Kooperation mit Google Map eine weltweite Listening Party ihres am 02. März erscheinenden neuen Albums POCKET SYMPHONY.
    Jeder registrierte Teilnehmer wird die Möglichkeit haben, seinen Standort auf einer "Google Map" zu kennzeichen und kann dann sehen, wo andere Teilnehmer weltweit ebenfalls zeitgleich an der Listening/Aktion teilnehmen.


    Da können wir natürlich nicht hinten anstehen und lassen bereits heute am Valentinstag unsere eigene Listening Session steigen.
    Vielleicht ein paar Worte, um Interesse zu wecken und ohne zu viel zu verraten: Soundtechnisch war keines der letzten Alben der beiden Franzosen Nicolas Godin und Jean-Benoit Dunckel so nah an „Moon Safari“ wie „Pocket Symphony“, mit Jarvis Cocker und Neil Hannon fanden sich zwei interessante Künstler als Gastsänger ein und produziert wurde das Ganze von Nigel Godrich (Radiohead, Travis) - scheinbar hat den fünf Herren die gemeinsame Arbeit am Album von Charlotte Gainsbourg so gut gefallen, dass es einer Weiterführung bedurfte.

    „Once Upon A Time“ (Video, MP3)
    „One Hell Of A Party“ feat. Jarvis Cocker (MP3)
    „Somewhere Between Waking And Sleeping“ feat. Neil Hannon (MP3)
  • Virginia Jetzt! - Land Unter

    Virginia Jetzt! - Land Unter




    So nach ausgiebigem Hoch und Runter oder hier besser anspielungstechnisch Auf und Ab-Hören: Es ist natürlich kein neues "Anfänger", was aber auch kaum zu erwarten war, war eben jenes 2004 ja mein Album des Jahres .
    Nichtsdestotrotz baut es, wenn ich es eben an diesem Album des Jahres-Nachfolgermaßstab messe wesentlich weniger ab, als die direkten Konkurrenten als da z.B. wären: Tom Liwa's "Evolution Blues" nach dem Album des Jahres "St. Armour", Teitur's "Stay Under the Stars" nach seinem Album des Jahres "Poetry And Aeroplanes", Mercury Rev's "All is Dream" nach ihrem Album des Jahres "Deserter Songs" oder auch The Magnetic Field's "I" nach deren grandiosen "69 Love Songs".
    Insofern zumindest soviel Respekt an Virginia Jetzt!, dass sie es doch schaffen einen gewissen Level zu halten. Interessanterweise kommen Tief-und Höhepunkt gleich hintereinander und durchbrechen als Einzige das übliche Strophe - Refrain - Stropheschema, sind also eigentlich ähnlich aufgebaut. Während "Zonenkind" aber als Rohrkrepierer in die Bandgeschichte eingehen dürfte, weil es so flau und dünn ist, dass es von Pur sein könnte, kämen diese aus dem ehemaligen Zonenrandgebiet (und selbst die würden es wahrscheinlich überzeugender hinkriegen), macht "Die Teile deines Lebens" in punkto Arrangment Text und Dramaturgie alles richtig.
    Ach und ich mag's halt auch so völlig offensichtliche Zeilen wie:

    "Denn das schlimmste, was es gibt
    ist nicht, dass man sich trennt,
    sondern sich trennt,
    obwohl man sich liebt"

    in irgendwelchen Liedern gesungen zu finden, wenn man mich mit ein zwei Textstellen hat, kann in einem Song schon nicht mehr viel schief gehen. Fiel mir damals das erste mal bei den Weakerthans auf, in deren Song "Pamphleteer", wo mich die Zeilen

    "How I don't know what I should do
    with my hands when I talk to you
    How you don't know where you should look
    so you look at my hands"


    so gefangen nahmen, dass der ganze Song wie von selbst zu funktionieren begann.

    Und so geht es mir auch hier immer noch Gott sei Dank bei der Mehrzahl der Songs, dass mich ein paar - vielleicht sogar banale Zeilen - so in den Song ziehen, dass er dann doch funktioniert ( Bsp.

    "Ich hab mich nie gefragt,
    warum dich alle Menschen lieben,
    und ich mir niemals sicher war,
    und das ist nicht mal übertrieben"

    mag banal klingen, hat für mich auf den zweiten Blick doch eine gewisse Tiefe), obwohl die Songs im Ganzen - und da geb ich den Kritikern recht - nicht mehr so mitreissend und auch nicht mehr so interessant arrangiert sind, wie noch auf "Anfänger"

    die neue Homepage

    und natürlich Myspace
  • The Blood Brothers - Young Machetes

    The Blood Brothers - Young Machetes



    Bei Young Machetes handelt es sich noch um eine Veröffentlichung aus dem letzten Jahr. Allerdings ist das gute Stück erst im November 2006 erschienen, so dass euch dieses Album nicht vorenthalten möchte. Nachfolgend gibt es noch eine Rezension von Plattentest zu lesen:

    Und läuft und läuft und läuft ...

    Der tägliche technischer Vorschritt überfällt und überrascht uns immer und immer wieder. Und zeigt uns die eigenen Grenzen auf, bis wir uns fragen, wo der ganze Spaß überhaupt einmal enden soll. Der Duracell-Hase zum Beispiel war uns schon in allen Belangen haushoch überlegen. Der konnte doppelt so schnelle Aufschläge hämmern wie Boris Becker, dreimal schnellere und ausdauerndere Liebesakte vollziehen und viermal gewaltiger trommeln als Tools Danny Carey.

    Aber alles Schnee von gestern, Leute, denn ab jetzt sind sie auf dem Markt: die neuen 3000-V-Plus-Hyperengery-Longlife. In der X-treme Edition! Für Testzwecke wurde der geballte Wahnsinn schon einmal bei den Blood Brothers eingepflanzt. Und das Ding geht mordsmäßig ab. Da zieht es dem alten Duracell-Bunny und Schmidts Katze schon beim Opener "Set fire to the face on fire" gleichzeitig das Fell von hinten über dir Ohren. "Fire! Fire! Fire!" Ein köstlicher Anblick.

    Doch um es sich mit den beiden Hübschen nicht gleich komplett zu verscherzen, lassen The Blood Brothers erstmal Gnade walten. Das melodische "We ride skeletal lightning" und die verdrehte, aber tanzbeinschwingende Keyboard-Single "Laser life" knüpfen deutlich an die verhältnismäßig popigeren Momente von "Crimes" an. Und im Mittelpart von "Camouflage, camouflage" können sich sogar die beiden Gebeutelten beim sentimentalen Piano- und Gesangssolo von Johnny Whitney etwas näher kommen. Wenn das nicht einmal rührend wird.

    Doch Schluß mit den Faxen, denn hier sollen schließlich die Grenzen der neuen Megabatterie getestet werden. "You're the dream unicorn!" lassen schließlich die Regler wieder mächtig in die Höhe schnellen, bevor "Vital beach" nicht nur seinem Namen gerecht wird, sondern auch die komplette Testanlage in den roten Bereich katapultiert. Doch es gibt immer drei Faktoren, die bei den Blood Brothers und bei der Entwicklung neuer Produkte eine Rolle spielen: 1. Einfachheit, 2. das Verhalten bei Überlastung und 3. Innovation.

    Und natürlich entwickelt sich die Band auf "Young machetes" abermals weiter und läßt das politisch zugespitzte "Spit shine your black clouds" mit einem Dancefloor-Beat in bester Neon-Blonde-Manier starten, der im Endeffekt schon fast balladesk wirkt. Und auch das witzig betitelte "1, 2, 3, 4 guitars" wirkt reichlich irreführend, da von eben diesen erst am Ende überhaupt etwas zu hören ist. Doch nach dem anfänglichen Ausflug in melodische Gefilde soll auch dieser in die Elektronischen nicht lange Bestand haben.

    Gegen Ende geht es mit "Nausea shreds yr head" und "Rat rider" noch einmal mächtig wild nach vorne, daß die im Rücken der Band implantierten Akkus ihren letzten Saft rauskitzeln müssen. Doch die 3000-V-Plus haben nicht umsonst den Longlife-Zusatz im Namen. Denn so ist es nicht nur locker möglich, daß die Blood Brothers ihr bis dato längstes Album einspielen, sondern in den beiden letzten, scheinbar überlangen Liedern noch einmal alles symptomatisch zusammenfassen, was die Band heute, das Album "Young machetes" und die neuen Hightech-Akkus ausmacht: noch mehr Vielseitigkeit, Innovation und durchweg Power im roten Bereich. Da applaudiert sogar der Duracell-Hase eine halbe Stunde durchweg.



    Homepage
    MySpace
  • Vega 4 - You And Others

    Vega 4 - You And Others




    Schade, ich habe gerade erst gelesen, dass Gavin Fox (Bass) 2006 von Idlewild zu Vega 4 wechselte. Wäre ein schöner Anknüpfungspunkt für eine Doppelvorstellung gewesen... Macht nichts. Johnny McDais (Gesang, Gitarre) aus Irland, Bryan McLellan (Drums) aus Kanada und Bruce Gainsford (Gitarre) aus Neuseeland komplettieren das multinationale Quartett, das über 4 Jahre an einem Nachfolger für „Satellites“ arbeitete. „You And Others“ erschien in England klammheimlich bereits im Oktober 2006, in Deutschland wurde das Releasedatum wieder und wieder verschoben und ist jetzt für den 20. April anberaumt. Produziert wurde das Album von Jacknife Lee, der auch schon bei U2, Snow Patrol, Kasabian und zuletzt für Bloc Party an den Reglern saß.
    Unter "Ähnliche Künstler" nennt last.fm so ziemlich alle Vertreter des melodischen Gitarrenpops aus britischen Landen: Starsailor, Thirteen Senses, Feeder, Embrace usw.

    the jacknife lee produced uplifting and poignant 11 track album took 9 months to complete and is a incredible mix of driving guitar lines, strong vocals and unforgettable hooks. (rough trade)

    „Traffic Jam“ (Video)
    „You And Me“ (Video)
    „Life Is Beautiful“ (Video, MP3)
  • Naked Lunch - This Atom Heart Of Ours

    Naked Lunch - This Atom Heart Of Ours



    Was den Engländern ihre Schotten, sind uns die Österreicher. Also wird es Zeit, einmal eine gute (die einzige?) Band aus der Alpenrepublik vorzustellen: Naked Lunch.
    Zunächst spielte das Quartett aus Klagenfurt Gitarren-Rock, galt als große Alternativ-Hoffnung, scheiterte an den hohen Erwartungen des Majorlabels und drohte zu zerbrechen. Nach der Krise und einer Auszeit wurden Verbindungen nach Weilheim geknüpft und die Musik mit elektronischen Elementen verwoben. Ergebnis war das düstere und melancholische „Songs For The Exhausted“ (2004).
    Mit „This Atom Hearts Of Ours“ setzen sie ihren eingeschlagenen Weg konsequent fort, fügen jedoch der Traurigkeit, die in jedem Song mitschwingt, einen optimistischeren Grundton bei und versetzen sie mit dem ein oder anderen Hoffnungsschimmer.

    Der düstere Grundton, der kratzige Gesang, traurige Gitarren und verhaltene Elektronik: Das blieb. Doch immer wieder durchbrechen sie die Schwermut und jubilieren mehrstimmig und mit beatlesker Leichtigkeit Melodien, deren Schönheit derzeit konkurrenzlos ist. In der Erschöpfung haben Naked Lunch ein Glückskonzept gefunden: Liebe. Könnte kitschig sein. Weil sie aber die erfüllende Zweisamkeit nie absolut setzen, weil sie stets die Flüchtigkeit des Glücks anerkennen und die Krisenzeiten auch in unbeschwerten Momenten nicht vergessen, funktionieren Ohrwürmer wie "Military of the Heart" perfekt - als aufrichtige Hoffnungsmacher. (kulturnews.de)

    Weitere Lobeshymnen gibt es zum Beispiel hier und hier.

    „Colour“ (MP3)
    „Military Of The Heart“ (Video)
  • Idlewild - Make Another World

    Idlewild - Make Another World




    Nach Malcolm Middleton und The View möchte ich noch einen dritten schottischen Act nachschieben, der ebenfalls dieser Tage eine neue Platte veröffentlichen wird: Idlewild kommen aus Edinburgh, bestehen seit 1995 und haben es bereits auf 4 Alben gebracht. Nachdem sie zuerst bei Fierce Panda Records, einem Label mit ganz feinem Näschen, veröffentlichten, folgte später der Wechsel zu einem Major (Food Records/EMI). Nach acht Jahren trennten sich jedoch 2005 die Wege ('The band had fulfilled their record contract and it seemed like a good time to move on.').
    Mit neuem Label (Pye Records/Sanctuary ) und altem Produzenten (Dave Eringa, der auch schon mit den Manic Street Preachers oder Ocean Colour Scene arbeitete) versucht „Make Another World“ (VÖ 09.03.) nach dem schwächelnden „Warnings/Promises“ wieder in die richtige Spur (schneller, härter, knapper, eingängiger) zu finden.

    Wer eher die ruhigen Momente von Idlewild schätzt, dem sei mit „My Secret Is My Silence“ (2006) das Solo-Album von Roddy Woomble empfohlen. Und als wären das noch nicht genug Tipps, so möchte ich hier auch noch den Sampler „Ballads Of The Book“ empfehlen, der zeitgleich über Chemikal Underground Records erscheint. Interessierte Freunde schottischer Alternative-Musik können sich bei mir melden...

    „If It Takes You Home“ (Video)
    „No Emotion“ (Video)
    „A Ghost In The Arcade“ (MP3)
    „Everything (As It Moves)“ (MP3)
  • Tenacious D - The Pick Of Destiny

    Tenacious D - The Pick Of Destiny



    Liebe Blog-Kollegen, prügelt bitte jetzt auf mich ein. Ja ich wage es, Tenacious D. hier vorzustellen. Natürlich hat diese Musik keinen künstlerischen Anspruch. Starten wir also einen Diskutierkreis mit dem Thema „Darf Musik einfach nur doof sein aber trotzdem Spaß machen?“. Die Musik ist nicht schlecht gemacht (zumal Dave Grohl die Knüppel schwingt, das gibt bestimmt einen Gnadenpunkt von Marcell), es ist halt einfach nur alter Schweine-Rock. Und so lange Leute in Discos immer noch auf „Highway to hell“ tanzen gibt es wohl auch ein Publikum für den Kram. Wenn man sich daran aber nicht zu sehr stört und sich auf Jack Blacks Welt einlässt, kann man mit den „Werken“ der Band viel Spaß haben.

    In Deutschland erst jetzt zum Kinostart erschienen kommt die Special Edition in einer aufwendig gestalteten Box mit dem „Pick of destiny“ daher und ist einfach zu beschreiben: Spoiler statt Hubraum. Nach der Aufregung während der feierlichen Öffnung der Packung kommt die erste Enttäuschung. Die CD hat eine Laufzeit von knapp über 30 Minuten und kann auch ansonsten nicht die Erwartungen erfüllen, die man nach dem ersten Album haben durfte. Irgendwie wirkt die Sache unausgegoren. Eben weil „Pick of destiny“ gegenüber dem Vorgängerwerk abfällt (was kaum zu vermeiden war), gibt es von mir nur 6,5 Punkte.

    Aber ich habe die Hoffnung, dass die Musik mit dem zugehörigen Film eine andere Wirkung erzielt. Natürlich sollte man den Film mit Originalton sehen, ansonsten geht ungefähr so viel verloren wie bei der deutschen Übersetzung der Seinfeld-Folgen.

    Website Pick Of Destiny

    Myspace


  • The View - Hats Off To The Buskers

    The View - Hats Off To The Buskers



    "Here's a good reason to keep living: Every year, a new English band pops up with a perfect goose-bump inducing rock anthem. Hail Britannia!" (Rolling Stone)

    Natürlich ging „Hats Off To The Buskers“ im Vereinigten Königreich direkt an die Spitze der Charts und verwies mit 100.000 verkauften Alben Damon Albarns neue Projekt auf die Plätze, selbstverständlich liebt der NME diese Band und im WWW wird von der „Besten Band der Welt“ gesprochen (und damit sind dann nicht Die Ärzte gemeint) oder eine „Rock ’n’ Roll Sensation“ ausgerufen. Ich würde The View als den „heißen Scheiß“ ankündigen, unterlasse dies aber aus gegebenem Anlass.
    Das Album enthält 14 rauhe Indie-Rock-Songs, wurde innerhalb von zwei Wochen aufgenommen und von Owen Morris (Oasis, Ash, The Verve) produziert.
    Ob die vier jungen Schotten aus Dryburgh dieser Ehre gerecht werden und den Erfolg verdient haben, wage ich nach mehreren Hördurchläufen zu bestreiten und freue mich schon auf den Meinungsaustausch mit den anwesenden Libertines-Fans.

    Für 3 Konzerte kommen die Jungs übrigens nach Deutschland und vielleicht ist dann (ein wenig Schleichwerbung als Wiedergutmachung) hier oder hier davon zu lesen:
    24.02. Köln Cologne, Prime Club 

    25.02. Berlin, Postbahnhof 

    26.02 München, Atomic

    Und hier noch die 3 bisher veröffentlichten Singles. Die ersten beiden erreichten im letzten Jahr jeweils Platz 15 in den Charts, „Same Jeans“ kam im Januar auf Platz 3.

    „Wasted Little DJ’s“ (MP3)
    „Superstar Tradesman“ (MP3)
    „Same Jeans“ (MP3)
  • Malcolm Middleton - A Brighter Beat

    Malcolm Middleton - A Brighter Beat



    Wir haben wirklich unser Bestes getan, damit Volker nicht wieder über Malcolm Middleton und sein (verspätetes) Auftreten bei Platten vor Gericht nörgeln muss: Oliver hat ein Showcase im Stereo Wonderland in Köln organisiert (der Eintritt war frei), Sabrin hat dafür gesorgt, dass die ehemalige Hälfte von Arab Strap im Vorprogramm von Sophie zu sehen war und ich stelle nun mit „A Brighter Beat“ das dritte Soloalbum zeitgerecht (VÖ ist am 23.02) vor und bereit.
    Halb Schottland war involviert, um hier eine ähnliche gute Platzierung wie die von „Into The Woods“ zu erzielen: Barry Burns (Mogwai), Jenny Reeve (The Reindeer Section), Paul Savage (The Delgados), Mike Cooke (Belle & Sebastian) und Co-Produzent Tony Doogan (Belle & Sebastian, Mogwai) gaben sich in Mogwais Castle of Doom Studio in Glasgow die Klinke in die Hand.
    Es bleiben euch noch 11 Monate, um ein Album zu hören, dass den Arab Strap-Split vergessen lassen bzw. um Herrn Middleton endlich kennen zu lernen. Es lohnt sich.

    „A pop album for people who hate pop music."

    "There’s nothing clever, hidden or political in any of the songs, it’s pretty much a me album again." (Malcolm Middleton)

    „A Brighter Beat“ (Video, MP3)
    „Fuck It, I Love You“ (MP3)
  • Doi - Sing The Boy Electric

    Doi - Sing The Boy Electric




    Eigentlich wollte ich beginnen mit: Die beste Sigur Ros-Platte, die nicht Sigur Ros gemacht haben, aber weil das zu kurz greift tue ich etwas, dass ich bisher hier noch nie getan habe, ich zitiere.
    Der Musikexpress schreibt:

    Gestern hat mich eine Musik verschluckt. Die war von Dänen gemacht. Dänischen Zwergen, vermute ich. Weil sie so klein waren, die Gänge, in die sie mich gelockt hatten. So dass ich kriechen musste. Immer den Geräuschen, dem Geflüster hinterher, dem Aloha der Drunterwelt, diesem allmählichsten Swingen der Graswurzeln. Es musste da doch etwas zu verstehen geben. Die Geräusche, ein Kling und ein Glöckchen, Schatten von Stimmen. Töne
    fast perfekt getarnt, immer vorneweg. Und dann, plötzlicher noch als ein aus allen Wolken fallender Platzregen, stand ich in einem Saal, weit mehr noch: dem Schiff der größten Kathedrale des Universums, dass so groß war, dass man hätte glauben können, der ganze Himmel passe dort hinein. Vermutlich tat er das auch.
    Dort entluden sich all diese winzigen Geräusche zu einer ;elodie, die so schön, so klar und einfach war wie keine zuvor... Nun ja, klar hätte ich dem Leser auch erzählen können, dass sich mit Doi nur eine feine Truppe von dänischen Luftikussen aufgemacht hat, zwischen zwei Platten von Sigur Ros eben jenen nachzutun und dabei fast schon ebenso verwunschen traumpoppen können wie ihre Vorbilder. Keine Rede also von Pausenfüllerei. Das diese Dänen formidable Zeitvereiser und Noiseharmonisierer undSeelenbeschwaller und Allesverhaller
    sind, wie auch My Bloody Valentine, Seefeel und Slowdive welche waren. Dass sie obendrein eine Trompete haben und was für eine feine! Aber wie hätte ich dann das Leuchten in meinen Ohren und die feuchte Erde in meinen Haaren erklären sollen.

    Ist dem noch was hinzuzufügen? Muß man dem überhaupt noch etwas hinzufügen? Gibt es jemanden, der nach dem Lesen dieser Sätze nicht sofort losfährt, respektive surft, ums sich das Album schnellstmöglich zu ergattern (vor allem wenn man bedenkt, dass innerhalb einer einzigen Rezension die Namen Sigur Ros, My Bloody Valentine und Slowdive fallen)?

    Eigentlich wollte ich diese Vorstellung beenden mit: Die beste Sigur Ros-Platte, die nicht Sigur Ros gemacht haben. Aber das greift zu kurz. Hier beginnt alles in luftigen feinen Sigur Ros-Sphären, um plötzlich unvermittelt in einen David Lynch Film zu schlittern und dann, mit einem kleinen feinen Jazz-Schlenker (übrigens eine zweite Musikrichtung neben "Frauenstimmen, die ich in letzer Zeit mehr und mehr zu schätzen lerne - Merci Eike), wieder bei Sigur Ros zu landen.
    GROSS!

  • The Films - Don't Dance Rattlesnake

    The Films - Don't Dance Rattlesnake



    Ein Wunsch von Paula und ein neuer Anwärter auf den Titel "hässlichstes Cover des Jahres". Oder ist das schon wieder cool? Ich weiß es nicht.
    THE FILMS stammen aus Charleston (South-Carolina), wo sie sich durch unablässige Tourneen und Auftritte eine große Fangemeinde erspielt haben. Waren es zu Beginn noch die Südstaaten, so folgten im vergangenen Jahr die Ost- und die West-Küste der U.S.A., wo die Reaktionen ähnlich euphorisch waren und der Band einen Plattenvertrag bei Warner Music einbrachte. Im November und Dezember 2006 konnten THE FILMS dann endlich auch in Deutschland ihre druckvolle Musik präsentieren. Als Support-Act auf der ausverkauften Tour der KOOKS überzeugten die vier U.S.-Boys auf ganzer Linie und auch im Rahmen der Visions-X-mas-Tour wurden zahlreiche Fans gewonnen. Insgesamt sahen die Band schon mehr als 15.000 begeisterte Zuschauer in Deutschland und diese Zahl wird auf der bevorstehenden Hurricane/Southside-Tournee im Februar entsprechend wachsen. Dies wird auch durch die unglaubliche Zahl von mehr als 400.000 Zuhörern (!!!) auf der MySpace-Seite der Band untermauert. Das Debüt-Album "DON'T DANCE RATTLESNAKE", besticht durch energiegeladene Rocksongs, die sich nur schwer in eine Schublade stecken lassen. Während man stellenweise an Bands wie Green Day, Mando Diao oder The Strokes erinnert wird, lassen sich Einflüsse der Beatles, Rolling Stones oder auch von David Bowie nicht leugnen. Titel wie "Belt Loops", "Call It Off", oder auch die erste Single "Black Shoes" gehen sofort ins Ohr und bestechen durch eingängige Refrains, intelligente Texte und druckvolle Gitarren. THE FILMS sind weitaus mehr als nur eine weitere "The"-Band und die Reaktionen von Fans und Medienpartnern lassen den Schluss zu, dass man Adam Blake (Schlagzeug), Michael Trent (Gitarre), Jake Sinclair (Bass) und Kennie Harris (Gitarre & Keyboards) schon bald auf den ganz großen Bühnen dieser Welt sehen wird. Moderne Rock-Sounds mit Anleihen aus der Rockmusik der 60-er und 70-er Jahre hat selten so frisch geklungen und "DON'T DANCE RATTLESNAKE" hat das Zeug ein Klassiker zu werden. (amazon.de)

    MySpace
    Homepage
  • Rickie Lee Jones - The Sermon on Exposition Boulevard

    Rickie Lee Jones - The Sermon on Exposition Boulevard












    mit den tengos durfte ich im letzten jahr meine lieblingsband preisgeben. mit rickie lee jones folgt in 2007 meine lieblingskünstlerin. bei ihr hatte ich das glück, rechtzeitig anbandeln zu dürfen, um regelmäßig fiebrig neue alben zu erwarten und nicht in öder schweißarbeit den backkatalog zusammen tragen zu müssen. mit rickie bin ich länger beisammen als mit meiner frau. eine meiner töchter trägt ebenfalls lee als stützpfosten in ihrem namen. so viel zum persönlichen bezug. obwohl natürlich eine trennung zum neuen album, aber auch zum bisherigen schaffen rickie lee jones nicht möglich ist. ich sah ihr debütalbum bei einem freund. wir hausten damals alle in den wüstesten hütten und auch bei h.g. sah es aus, als wäre eine mongolische reiterarmee durch die 35 qm geschossen. essensreste, bastelarbeiten, der aufzubereitende küchenschrank mitten im raum, die gestapelten matratzen, die flaschen und gläser der vergangenen nacht, die kassetten- und plattenberge. scherben und gerümpel, staub und schmutz. nur ein ding war drapiert, so dass es niemand übersehen konnte, durfte. das konterfei rickies auf ihrem erstling. diese haltung, das gesicht, die musik, "chuck e's in love", es war um mich geschehen.
    die welt hat die dame nicht wirklich wahrgenommen, obwohl sie innovativ und wandlungsfähig blieb, obwohl sie mit einer wunderbaren stimme ausgestattet ist, hervorragendes songwriting betrieb und betreibt. sie wird wohl zeitlebens im schatten tom waits stehen. vielleicht gelingt ihr aber mit "the sermon..." der absprung.

    myspace (zwei songs des neuen albums)
  • The Arcade Fire - Neon Bible

    The Arcade Fire - Neon Bible








    da wir alle innerhalb eines umgrenzten zeitraums geboren wurden, kann ich mir vorstellen, dass sich erinnerungen teilen lassen. eine meiner frühen liebsten sportarten war nachtfernsehen. also, die oldies waren schon am pennen und ich schlüpfte wieder aus der koje, um mir im spätprogramm die geilen streifen reinzuziehen. neben der eigentlichen spannung der filme faszinierte natürlich auch der grusel des verbotenen. kennt ihr das? vor allem sfb, ndr3 usw. brachten manchen film, der mir die adoleszenz versüßte. wie ich die kurve zum neuen arcade fire album bekomme? nun, sie organisierten sich eine kirche, in der sie "neon bible" aufnehmen wollten. wie diese hippies in dem streifen, den ich immer wieder vor augen habe, wenn ich eine kirchenorgel höre, und auf dessen namen ich nicht komme. so könnte ihr mir vielleicht zwei dinge erklären. erstens: woraus speist sich die von mir nicht geteilte faszination für diese band und ihre musik? zweitens: wie heißt der film? wobei mir die letztere frage wichtiger erscheint, denn auch "neon bible" wird es nicht gelungen, mich derart in den bann zu ziehen, wie es einst diese besondere art des fernsehens tat. mergerecords.com schreibt:

    "Neon Bible was written, produced, arranged, and performed by the Arcade Fire and recorded throughout 2006 in Quebec, New York, Budapest,and London with recording and engineering help from Markus Dravs (Bjork, Brian Eno) and Scott Colburn (Animal Collective, Sun City Girls). With string and orchestral arrangements by the band's own Owen Pallet (also Final Fantasy) and Regine Chassagne, Neon Bible is full of both half-assed punk rock mistakes and meticulously orchestrated woodwinds. Processed strings and mandolin. Quiet rumbles and loud rumbles. But mostly just eleven songs that the band thinks are really good!"

    27.03. Berlin - Postbahnhof
    28.03. München - Elserhalle
    01.04. Köln - Live Music Hall
  • Hafdis Huld - Dirty Paper Cup

    Hafdis Huld - Dirty Paper Cup













    Lange habe ich gezögert diese Platte vorzustellen, weil sie mir zu süßlich, ja fast zu kitschig klang. Inzwischen laß ich ich "Dirty paper cup"(übrigens produziert von Boo Hewerdine, Eike) aber doch gerne mal auf meinem i-pod laufen.
    Hafdis Huld, wer ist denn daß? Wußte ich bis Ende letzten Jahres auch nicht. Am 12. Dezember habe ich die zierliche Isländerin Hafdis Huld Hakonardottir, so heißt sie mit vollem Namen im Rahmen eines kleinen Festivals an der Seite von Anna Ternheim und Frida Hyvönen kennengelernt und wurde zumindest sehr gut unterhalten. Eine solch durchgeknallte Person hat man nämlich seit der jungen Nina Hagen nicht mehr gesehen. Sie redet wie ein Wasserfall, rollt das "R" sehr charmant, macht Turnübungen auf der Bühne und hat einen dermaßen süßen Augenaufschlag, daß man fast verlegen wird, wenn man in der vorderen Reihe steht. Eine Frau, die einem mit dem Spitzenhandschuh über die Glatze streichelt, um einen dann wieder wegzustoßen, so eine ist das. Die spielt mit den Männern! Auch ihr Kleidchen und die kleinen Tänzerinnenschuhe hatten es mir angetan. Die Musik allerdings etwas weniger, da mich ihr Gesang an Dolly Parton erinnerte. Dolly Parton, hmm, grenzwertig, aber im Grunde genommen ja eigentlich keine schlechte Sängerin. Meine Assoziation, die ich selbst für etwas gewagt hielt, bestätigte sich, als ihre MySpace-Seite besuchte. Da stand es schwarz auf weiß: Influences: Dolly Parton!
    Nun gut, jeder sucht sich selbst seine Vorbilder. Ist vielleicht auch besser, um sich von der allgegenwärtigen Björk abzugrenzen. Folk-Pop der süßlichen Art macht die kleine Hafdis also.
    Ein ganz anderer Stil als vorher, als sie Sängerin der isländischen Techno-Ambient Band Gus-Gus war, übrigens an der Seite von Emiliana Torrini.
    Wer läßt sich von dem Schnuckelchen Honig um den Bart schmieren?

    Home
    MySpace
    Yahoo Music
  • Ray LaMontagne - Till The Sun Turns Black

    Ray LaMontagne - Till The Sun Turns Black













    Wird Zeit , daß das mal vorgestellt wird. Der zweite Output von Ray LaMontagne liegt nämlich schon seit ein paar Monaten hier rum, in Frankreich stand der Silberling schon seit ein paar Monaten in den Regalen, wann "Till the sun turns black" offiziell in Deutschland erscheint entzieht sich meiner Kenntnis. Die Veröffentlichungspoltik des Labels des Amerikaners kann ich sowieso nicht ganz nachvollziehen, war doch sein Debütalbum "Trouble" zumindest in Frankreich schon 2004 zu haben. Die Engländer kamen aber erst 2006 in den Genuss des Werkes und so war er im letzten Jahr auf der Insel mit seiner alten Scheibe im Gepäck auf Tour. Dies muß den Beefeatern aber so gut gefallen haben, daß er nun bei den kommenden Brit-Awards für den internationalen Breakthrough Act nominiert wurde. Verdient hätte er den Preis, denn das erste Album enthielt zahlreiche Folk-Perlen, so z.B. den Titeltrack "Trouble", oder auch Hannah, ein Lied, das ich sehr schätze. Das neue Opus nun sollte nach Wunsch des Künstlers auf keinen Fall ein neues "Trouble" werden, er wollte sich nicht wiederholen, sondern neue Wege einschlagen. Dies ist ihm meines Erachtens geglückt, denn "Till the sun turns black" erscheint wesentlich ruhiger, zurückgenommener, dezenter und auch weniger soulig. Stimmlich hält sich der sympathische Bartträger zurück, flüstert manchmal nur, und seine rauchige Reibeisenstimme läßt er nur zuweilen laut werden. Ein Album mit weniger Hits also, weniger eingängig, aber möglicherweise auch länger auf dem Gaumen. Urteilt bitte selbst...

    Homepage mit der Single "Three more days"
    MySpace
    "Trouble" (Video)

  • Asleep - Days Of Pure Delight

    Asleep - Days Of Pure Delight




    „Asleep rise proudly from an English pop tradition, with a unique sound, strong vocals, and the uncompromising ambition to communicate with the audience." - Magne Furuholmen (a-ha)

    Asleep spielen nach eigener Aussage düsteren melodischen Pop im Sinne von Doves, Smiths/Morrissey und House Of Love. Gegründet wurde die Band im Frühjahr 2005 in Oslo und besteht aus Fredrik Christie Rødsæther (Songwriter, Gesang, Gitarre, Keyboards), Johan Back (Gitarre, Keyboards), Daniel Neegaard (Gitarre), Geir Dahle (Bass) und Lars Haugen (Schlagzeug). Dass mir ausgerechnet Oliver im letzten Jahr mit „Be My Light“ einen veritablen Ohrwurm verpasste, vermag bei der musikalischen Nähe zu Gene oder den Weeping Willows nicht zu verwundern.
    Ich denke, jetzt habe ich genug Namedroping betrieben, um an der ein oder anderen Stelle Interesse für das bereits im Herbst erschienene „Days Of Pure Delight“ zu wecken.

    „Be My Light“ (MP3)
    „I Lost You“ (MP3)
  • Polarkreis 18 - Polarkreis 18

    Polarkreis 18 - Polarkreis 18




    Fünf Männer, alle Anfang 20 und aus Dresden kommend, sind meine Lieblinge des Wochenendes: Polarkreis 18.
    Felix Räuber (Gesang, Gitarre, Klavier), Philipp Makolis (Gitarre, Klavier), Christian Grochau (Schlagzeug), Uwe Pasora (Bass) und Bernhard Wenzel (Elektronik, Keyboard) werden derzeit überall hoch gehandelt. Wer diese wunderbare Mischung ("emotional soundscapes") aus „pulsierenden Beats, sphärischen Elektroniksounds, gezupften Gitarren und einem ergreifenden Falsett-Gesang“ einmal gehört hat, der weiß warum. Nicht umsonst werden Assoziationen an Radiohead, Muse, Sigur Ros und Notwist geweckt. Das neue, selbstbetitelte Album erscheint am 16. Februar und ist bereits vorbestellt.
    Schallplatten-Freunden sei noch die „Stellaris EP“ empfohlen, die es nur auf Vinyl und über die Homepage oder auf Konzerten (z.B. einen Tag nach meinem Geburtstag, also am 15.03. in Köln beim intro intim) zu beziehen gibt.

    Sollten sich Polarkreis 18 durch die Sigur Ros-Vergleiche dennoch eingeengt und missverstanden fühlen: Dahinter steht doch nur das Kompliment für das interessanteste und innovativste Debüt, das Deutschland in den letzten Jahren hervorgebracht hat. (kulturnews.de)

    „Klangfilm“ (Video)

    „Dreamdancer“ (MP3)
    „Look“ (MP3)
  • The Good, The Bad & The Queen - The Good, The Bad & The Queen

    The Good, The Bad & The Queen - The Good, The Bad & The Queen



    Wenn man sich die aktuellen Publikationen der deutschen Musikpresse so ansieht, dann muss ich uns (wenn es denn sonst keiner tut) mal ein Lob aussprechen, denn die relevanten Alben sind hier bereits vorgestellt worden, manche schon vor Wochen (Cooper Temple Clause, Bloc Party, Little Man Tate), andere bereits vor ein paar Monaten (Decemberists, Young Knives, Fratellis, Irving, David Kitt)!
    Nur The Good, The Bad & The Queen wurde hier bisher totgeschwiegen. Daher ist es mir als Oasis-Fan eine besondere Freude das neue Projekt von Damon Albarn (Blur; Gesang, Keyboards) - zusammen mit Paul Simonon (Ex-The Clash; Bass), Tony Allen (Schlagzeug) und Simon Tong (Ex-The Verve; Gitarre) - anhand der ersten beiden Singles vorzustellen:

    „Herculean“ (MP3) war die erste Singleauskopplung der Band und kam in Großbritannien am 30. Oktober 2006 in den Handel. In der ersten Woche stieg die Single auf Platz 22 der britischen Charts, in der nächsten Woche stürzte sich bereits auf Platz 72 ab und dann aus den Top 75.
    Die Fachpresse beurteilte die Single positiv. So schrieb das Q-Magazin: „Erinnert an Blurs stärkere Momente - man denke an die Balladen auf ‚13‘ - oder, flüstere es, Radiohead.“

    „Kingdom Of Doom“ (Video, MP3) folgte am 15. Januar und erreichte den 20. Platz der Single-Charts. Der NME zog Vergleiche zu „60s Brit psychedelia“ a la Beatles und Kinks. Eine Woche nach dem Release folgte mit "The Good, The Bad & The Queen" das von Danger Mouse produzierte Album.

  • Die 10 besten Songs bei Dirks Wohnzimmerkonzerten

    10. Missingcat – Don’t let her (19.03.2016)
    9. Woodpigeon – Canada (14.06.2015)
    8. The Indelicates – I am Koresh (12.07.2014)
    7. Enno Bunger – Regen (20.10.2014)
    6. The Lake Poets – North view (08.04.2017)
    5. Jonah Matranga – Bitte ein Kuss (08.10.2015)
    4. Dirk Darmstaedter – Pop guitars (14.05.2016)
    3. Pelle Carlberg – Pamplona (24.03.2014)
    2. Loch Lomond – Violins and tea (17.03.2018)
    1. Jonah Matranga - Deafening (19.06.2014)

    (ausgewählt von Ingo)