Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Polarkreis 18 - The Colour Of Snow

    Polarkreis 18 - The Colour Of Snow




    Polarkreis 18 sind als „Beste Newcomer“ für die 1 Live Krone 2008 nominiert. Das gibt mir zu bedenken.
    Erstens: Was ist das denn für Konkurrenz? Da wären Stefanie Heinzmann, von der man ohne Stefan Raab nie etwas gehört hätte und Philipp Poisel, von dem wir ohne Volker nie etwas erfahren hätten. Und da wären noch Jenniffer (nein, ich habe mich nicht vertippt) Kae und Stanfour, von denen ich vermutlich weder etwas hören noch erfahren möchte. Klar, Frau Heinzmann gewinnt, noch klarer, ich habe für die Dresdener gestimmt.
    Zweitens: Bester Newcomer? Das hat wohl jemand das Debütalbum verpasst, dass bei uns mit Wertungen zwischen 4,5 und 8,5 Punkten durchaus umstritten war.
    Drittens: Ist die Nominierung die Konsequenz dafür, dass der Song „Allein Allein“ im Film „Krabat“ zu hören war und - man halte sich fest - auf Platz 1 der deutschen Single Charts kam? Wahrscheinlich.




    „Allein Allein“ Video

    Viertens: Ist „The Colour Of Snow“ jetzt massenkompatibel und gelingt mit dem zweiten Album vielleicht der kommerzielle Durchbruch? Zu wünschen wäre es Polarkreis 18, denn mit Hilfe von Mario Thaler (The Notwist), Sven Helbig (Rammstein, Pet Shop Boys) und O.L.A.F. Opal (The Notwist, Naked Lunch, aber auch Sportfreunde Stiller, Juli) wurde im Weilheimer Uphon Studio der Sound noch weiter verfeinert und bekam Dank des Filmorchesters Babelsberg eine zusätzliche cinematographische Komponente. So könnte „Prisoner“ auch ein James Bond-Theme sein, „Untitled Picture“ passt in jeden Tim Burton Film und der wunderbare eingängige Chorgesang auf „Allein Allein“ - aufgenommen bei einem Konzert in Dresden - zählt bisher zu den größten Pop-Momenten des Jahres.

    Das Klangbild ist dadurch noch voller geworden, noch komplexer, aber auch noch theatralischer und fantastischer. Dazu passend hat Sänger Felix Räuber noch exponierter die Rolle des Frontmannes angenommen, sein Gesang erinnert öfter an den so verwunschen klingenden Jonsi von Sigur Rós oder die artifizielle Zartheit eines Maximilian Hecker. Mit wenigen zweisprachigen Worten gibt er den Zuckerguss auf eine plakative Symbolkraft, mit der Polarkreis 18 durchaus auf einer Eröffnungsfeier von Olympischen Spielen reüssieren könnten. Aus "The Colour ..." quillt kosmopolitisches Pathos, mit der ersten Single "Allein allein" und dem Titelsong haben sie alles und jeden vereinigende Pophits gewollt und geschaffen, sie sind endgültig vom gesichtslosen Postrock-Act zur Popband mit vielen strahlenden Mitteln geworden.
    (intro.de)


    Tourdaten:

    25.11.08 Potsdam, Waschhaus
    26.11.08 Hamburg, Übel & Gefährlich
    27.11.08 NL - Den Bosch, W2
    28.11.08 NL - Amsterdam, Paradiso
    29.11.08 Köln, Gebäude 9
    01.12.08 Leipzig, Werk 2
    02.12.08 München, Ampere
    03.12.08 A - Innsbruck, Weekender
    05.12.08 A - Wien, Flex
    06.12.08 Aschaffenburg, Colos Saal
    08.12.08 UK - London, The Borderline
    10.12.08 DK - Kopenhagen, Loppen
    11.12.08 DK - Aarhus, Voxhall
    05.03.09 Dresden, Alter Schlachthof
  • School Of Seven Bells - Alpinisms

    School Of Seven Bells - Alpinisms



    Ich lass mal diverse last.fm-User über School Of Seven Bells berichten:

    Asquiescence:
    I've checked this band out purely for the fact that the guitarist of The Secret Machines is a member. Glad I did! 'My Cabal' is a spectacular blissed-out symphony.



    optimistic_tour:
    reminds me more of Ride with some Cocteau Twins mixed in. Then some more modern beat production. Or something. Either way it's a damn good sound eh?



    MykeProdukt:
    Oh yeah! Me likey!! Makes me look at my shoes.



    Cropulis:
    Has the full album come out yet?

    Zwei Wochen müssen wir uns noch gedulden. Am 14.11. wird es in Deutschland veröffentlicht. Bis dahin verweise ich auf:

    MySpace
  • Entertainment For The Braindead - Hydrophobia

    Entertainment For The Braindead - Hydrophobia




    Die erste Vorladung (X)


    Personalien:
    Entertainment For The Braindead - das klingt zunächst mal nach einem Horror- oder Splatterfilm. Erhält man dann den Hinweis, dass es um Musik geht, erscheint vor dem inneren Auge eine Gruppe junger Männer, die auch gut und gerne als Zombies in einem Film oben genannter Genres mitspielen könnten und mit Gitarre und Geschrei für ziemlichen Krach sorgen können. Aber weit gefehlt, denn hinter dem eigenwilligen Bandnamen verbirgt sich die 22jährige Kölnerin Julia Kotowski.


    Tathergang:
    Im elterlichen Wohnzimmer nahm Julia in mühsamer Kleinarbeit „Hydrophobia“ mit dem Laptop auf: Türen zu, Ukulele, Gitarre und Flöte griffbereit, Einmachgläser, Töpfe und andere Gefäße für die Rhythmen zu Recht gelegt, auf „Record“ gedrückt und ins einfache USB-Mikrofon gesummt und gehaucht, geflüstert und gesungen.
    Nicht nur Musik und Text stammen aus der Feder der jungen Dame, die nebenbei an der KHM audiovisuelle Medien studiert, sondern sie zeichnet sich auch für Aufnahme, Produktion und die Gestaltung des Plattencovers verantwortlich.


    Plädoyer:
    Atmosphärisch dichter, dennoch intimer Küchen-Pop, immer liebevoll und low-fi, in den es sich lohnt hineinzuhören.


    Zeugen:

    Was kann man nun von dieser Veröffentlichung erwarten? Ich würd’s mal irgendwie “fragilen, verträumten Laptop-gestützten Singer/Songwriter-Folk mit weiblichem Gesang” nennen, die Künstlerin gibt als Genre “acoustic dilettante post-something” an. Passt schon. Neben der obligatorischen Akustikgitarre kommen noch diverse zusätzliche Instrumente wie Ukulele, Glockenspiel, Flöte, verschiedene Haushaltspercussion und andere Klangquellen zum Einsatz. Insgesamt eine schöne runde und stimmige Mischung mit schönem Gesang.
    (blog.kammerflimmer.net)

    Ihre Songs definieren sich neben der inhaltlich-persönlichen Komponente durch eine Minimierung von klanglicher Dichte, auf Effekte wird gänzlich verzichtet, und alle Songs kommen völlig unaffektiert und authentisch daher. Es werden Gitarrenpickings mit Glockenspiel und mehrstimmigen Gesang kombiniert, alles sehr ruhig, aber eben auch intensiv.
    (metawelle.net)


    Indizien und Beweismittel:
    Nach Julias Ansicht sei Musik etwas, das man teilen sollte - so wie man Mixtapes zusammenstellt und weitergibt. Daher führte sie ihr Weg zu den Netlabels Aaaahh-Records und Aerotone, die „Hydrophobia“ unter Creative Common Licenses veröffentlichen, also für jedermann frei und umsonst zugänglich.

    „Hypersomnia“ und „Hydrophobia“ können hier und hier legal heruntergeladen oder (bzw. anschließend) über die Homepage käuflich mit dem wunderbaren Artwork erworben werden.




    „Fences“ (Live)




    „Maybe“ (Live)


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Port O’Brien - All We Could Do Was Sing

    Port O’Brien - All We Could Do Was Sing




    Die erste Vorladung (IX)


    Personalien:
    2005 begannen Van Pierszalowski und Cambria Goodwin als folkorientiertes Duo gemeinsam zu musizieren. Später schlossen sich ihnen als Rhythmusgruppe Caleb Nichols und Joshua Barnhart an. Selbst aufgenommene Demos wurden später unter dem Titel „The Wind And The Swell“ veröffentlicht.
    Mittlerweile hat sich auch das Line-Up der Band verändert: Caleb Nichols zählt nicht mehr dazu, dafür fanden Zebedee Zaitz und Ryan Stively den Weg zu Port O’Brien.


    Tathergang:
    Das Meer und die Seefahrt haben es der Band angetan. Kein Wunder, wenn man, wie Van Pierszalowski in Alaska 20 Stunden als Tag als Lachsfänger arbeiten muss. So drehen sich die Texte des Albums um diese Themen, das Cover ziert eine entsprechende Fischerhütte an einem See und der Bandname bezieht sich auf eine Bucht auf Kodiak Island.
    All We Could Do Was Sing“ ist das erste in richtigen Studios aufgenommen Album der Band. In San Francisco, denn im sonnigen Kalifornien verbringt die Band ihre Sommermonate, standen ihnen dabei mit Aaron Prellwitz und Jason Quever zwei erfahrene Produzenten zur Seite.


    Plädoyer:
    Am 07.12.08 - das ist auch der eigentliche Grund für diese nicht mehr ganz so frische Neuvorstellung - kann man sich auf einem wundervoll besetzten Konzert (zusammen mit Herman Düne und Get Well Soon) gemeinsam mit mir auch live von den Qualitäten von Port O'Brien überzeugen, deren Songs in den guten Momenten an Arcade Fire, Bright Eyes oder The Decemberists erinnern.


    Zeugen:

    "All We Could Do Is Sing" ist der folkpopige Ausdruck der Port O`Brien’schen Hassliebe zum Leben auf und mit dem Meer. Dabei fabrizieren sie nicht nur stimmlich, sondern auch musikalisch, zwölf ganz unterschiedliche Songs zwischen minimalistischer Instrumentierung und ausufernden Gitarrensoli mit Streicherteppichen.
    (laut.de)

    (...) sein polternder Indiepop wirft mit Streichersätzen, keifenden Gitarren, mehrstimmigem Schräggesang und Schlagzeugsoli auf Töpfen und Pfannen wunderbare Indiehymnen ab.
    (kulturnews.de)



    Indizien und Beweismittel:




    „I Woke Up Today“ Video; MP3



    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • It’s A Musical - The Music Makes Me Sick

    It’s A Musical - The Music Makes Me Sick




    Die erste Vorladung (VIII)


    Personalien:
    Die Schwedin Ella Blixt und der Deutsche Robert Kretzschmar sind It’s A Musical.


    Tathergang:
    Ella war zunächst in ihrem, nun ruhenden Projekt Bobby Baby aktiv und zog dann von Malmö nach Berlin. Zusammen mit Robert, der als Lady Boy bereits seine Version von Popmusik verbreitete, gründete sie It’s A Musical. „The Music Makes Me Sick“ - der Albumtitel darf vermutlich nicht als Warnhinweis verstanden werden - ist ihr erstes Album und wird von Morr Music herausgebracht. Dort veröffentlichte Ella übrigens zusammen mit F.S. Blumm bereits als Bobby & Blumm dieses Jahr ein Album.


    Plädoyer:
    It’s A Musical spielen Indiepop ohne Gitarren, denn dafür haben die beiden keine Hand mehr frei: Diverse Tasteninstrumente, Schlagzeug und ihrer beiden Stimmen sorgen für einen Sound, der sich bei Stereolab und Saint Etienne, aber auch bei Burt Bacharach bedient. Hinzu gesellen sich je nachdem Trompeten, Orgeln, Glockenspiel, Vibraphone oder Chorgesänge.


    Zeugen:

    Denn auf ihren zwölf Songs haben sie so viele Ideen, eingängige Melodien sowie elektronische Hooks versteckt, dass man mit den Zählen gar nicht hinterher kommt. Rhythmenwechsel, plötzliche Bläsereinsätze, Jazzanleihen, dann wieder ein halbes Kinderlied, Songs, die man schon am Ende wähnt, kriegen nochmal die Kurve – es ist wie ein prächtiger Erwachsenengeburtstag mit großen bunten Hüten und permanenten Purzelbäumen.
    (titel-magazin.de)

    Von Indie-Pop bis zu electroclashigem Casio-Sound reicht die Bandbreite. It's A Musical haben ein Gespür für Pop, doch halten ständige Rhythmuswechsel die Ohrwurmgefahr zunächst im überschaubaren Bereich. Sucht erzeugen die Songs erst bei zweimaligem Zuhören - dann aber umso unbarmherziger. Zu beatlesken Harmonien gesellen sich Lyrics, die bei aller Verspieltheit messerscharf sind.
    (intro.de)



    Indizien und Beweismittel:



    „Bad Day“


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Lisa Hannigan - Sea Sew

    Lisa Hannigan - Sea Sew




    Die erste Vorladung (VII)


    Personalien:
    Lisa Hannigan stammt aus Irland, ist 27 Jahre alt und dem ein oder anderen aus ihrer Zusammenarbeit mit Damien Rice bekannt. So sorgte sie nicht nur auf dessen Alben „O“ und „9“ für einen wunderbaren Kontrapunkt zu Damiens Stimme, sondern auch auf Konzerten für die stimmlichen Highlights.


    Tathergang:
    Im März 2007 erklärte Damien Rice während einer Tournee offiziell - und für Außenstehende überraschend - ihre professionelle Zusammenarbeit für beendet, so dass sich Lisa Hannigan gezielt auf ihr erstes Soloalbum konzentrieren konnte.


    Plädoyer:
    Sea Sew“ bietet ruhige und dezent instrumentierte Songs im Spannungsfeld zwischen Folk und Pop. Vergleiche mit Sinéad O’Connor, Beth Gibbons und Feist dürfen durchaus gezogen werden, auch wenn deren Güteklassen noch nicht erreicht werden.
    Erst das nächste Album von Damien Rice wird zeigen, ob die beiden zusammen mehr waren, als die Summe der einzelnen Teile.


    Zeugen:

    To be defiant yet soft is a difficult combination when coming from a peculiar background like Hannigan’s. Like the thematic tide of the the album, she took her time coming in from the cold. She had everything to lose and everything to prove, but Sea Sew stitches the two anticipations together gorgeously enough to silence any lasting critics.
    (wearsthetrousers.com)

    Sea Sew is not only a vast improvement on her work with Damien Rice but also an exceptional indie-folk record that sets the bar high for other singer-songwriter work in 2008. Lisa Hannigan proves to be more than just a back up singer and creates a distinct style while doing so; a trait that will be sure to win over many fans, new and old.
    (sputnikmusic.com)



    Indizien und Beweismittel:




    „Lille (Demo)“ Video




    „The Man I Love“ Live-Video




    „My Private Disco (Demo)“ Video




    „Splishy Splashy“ Live-Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Hamfatter - What Part Of Hamfatter Do You Not Understand?

    Hamfatter - What Part Of Hamfatter Do You Not Understand?





    Die erste Vorladung (VI)


    Personalien:
    Hinter Hamfatter verbergen sich Eoin O’Mahoney (Gesang, Piano, Bass), James „Jimbo“ Ingham (Gitarre, Gesang) und Mark Ellis (Schlagzeug). Das Trio stammt aus Cambridge und gründete sich 2002.


    Tathergang:
    Hamfatter veröffentlichten mit „Fireworks“ (2004) und „Girls in Graz“ (2006), das es in Österreich bis auf Platz 3 der Charts schaffte (!), bisher zwei Alben. Im Sommer 2007 nahemn sie „What Part Of Hamfatter Do You Not Understand?“ auf und der NME schrieb: "Hamfatter carry an arsenal of power-pop nuggets including the amazing 'Sziget' which deserves to be a hit."
    So ähnlich kam es dann auch, denn „Sziget“ erklomm Platz 13 der Indie und Platz 54 der regulären Single Charts.


    Plädoyer:
    Typisch englischer Indiepop, der in der Hochphase des Britpop-Hypes sicherlich viele Anhänger gefunden hätte.


    Zeugen:

    Es klingt, wie man es von einer britischen Popband mit Blur, Teenage Fanclub und Wedding Present im Rückspiegel erwartet: humorvoll, abwechslungsreich und mit jeder Menge zufriedenstellenden Melodien in den Fingern. (...)
    Mit breitem Grinsen holen Hamfatter den Britpop zurück und sehen dabei gar nicht mal schlecht aus.
    (intro.de)

    Stilistisch zwischen EDWYN COLLINS, BELLE & SEBASTIAN und BLUR angesiedelt, präsentieren HAMFATTER hierbei 12 melodisch treibende und mit raffinierten Streicher- und Bläser-Arrangements veredelte Gitarren-Pop-Tracks mit Tiefgang.
    (amazon.de)



    Indizien und Beweismittel:




    „The Girl I Love“ Video




    „Do Something Stupid Tonight“ Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • TV On The Radio - Dear Science

    TV On The Radio - Dear Science



    Leichtverdauliche Hypes # 4 Weniger leichtverdauliche Hypes #1?

    Harald Schmidts Definition von "Kult" war einmal:

    Alle finden es scheiße, aber keiner traut es sich zu sagen.

    "Kultverdächtig" ist TV On The Radio, denn selten habe ich so viele positive Stimmen zu einem Album vernommen. Auf vielen Bestenlisten wird das Album erscheinen, daher sollte es hier nicht fehlen.

    Schon beim Vorgängerwerk "Return To Cookie Mountain" waren sich die PvG-Kollegen nicht so recht einig, auch "Dear Science" sage ich dieses Schicksal voraus. Die Kritiker überschlagen sich und haben mich damit zum Kauf des Albums gebracht. Das Kriterium "Hype" sehe ich als erfüllt an.

    Laut.de beschwert sich darüber, dass die Promo-CDs spät verschickt wurden, ist aber ansonsten milde gestimmt:

    [...]Eigentlich kann ich also von Glück reden, dass "Dear Science" ein Stück weit weniger komplex und verschachtelt daherkommt als der Vorgänger. Zwar ist es nicht so, dass der musikalische Panoramablick über etliche Genres dabei verschwunden wäre. Er konzentriert sich allerdings nicht mehr so sehr auf einzelne Titel, sondern verteilt sich angenehm auf die Platte in ihrer Gesamtheit.

    Viele Passagen des Albums erinnern mich an Bloc Party. Verschiedenste Stile und Ideen werden auf "Dear Science" vermischt. Vielleicht habe ich den roten Faden in diesem Sammelsurium noch nicht gefunden, vielleicht gibt es ihn nicht, vielleicht ist er auch gar nicht nötig. Aber "leichtverdaulich" ist diese Platte nicht. Mal gespannt, ob die Zeit weitere Erkenntnisse bringen wird.

    Das Video zu "Golden age", m. E. eines der Highlights des Albums:

  • Keane - Perfect Symmetry

    Keane - Perfect Symmetry




    "Traditionally speaking, the three biggest twats in any band are the singer, the keyboardist and the drummer. I don't need to say anything else."
    (Noel Gallagher)

    In vielen, vielen Ländern misst man Noel Gallaghers Bemerkung wenig Bedeutung zu, vergisst das schwache zweite Album und räumt Keane mit ihrem dritten Longplayer eine weitere Chance auf Bewährung ein: Platz 1 in England und Mexiko, Platz 3 in Holland, Platz 4 in Irland, Platz 5 in Portugal, Platz 6 in der Schweiz, Platz 7 in Kanada, Norwegen und Spanien, Platz 8 in Belgien und auch in Deutschland reichte es für den 10. Rang der aktuellen Charts.

    Perfect Symmetry“ bietet zugekleisterten und verhallten Sound, für den sich neben Keane selbst auch noch bekannte Namen wie Stuart Price (Zoot Woman und Madonna-Produzent) und Mark „Spike“ Stent (Oasis, Depeche Mode, Pet Shop Boys) zu verantworten haben, 80er-Jahre-Synthie-Pop, der sich mal bei den Pet Shop Boys, Queen oder David Bowie („Better Than This“ klaut die „Ashes To Ashes“-Keyboards schamlos) bedient und zu wenig große, wiedererkennbare Melodien.
    Man kann es auch noch deutlicher ausdrücken:

    Keane überraschen: Mit “Perfect Symmetry” liefern sie das Album des Jahres ab. Das grässlichste Album des Jahres.
    (...) Völlig überambitioniert, unfassbar überproduziert und ohne Übertreibung nur sehr schwer zu ertragen. “Perfect Symmetry” ist ein klebriges Stück Knetmasse, dass jemand in die Disco geworfen hat.
    (www.78s.ch)


    Andere Reviews sehen das Ganze durchaus positiv und das Q Magazin kürte „Spiralling“ zum „Best Track 2008“:

    Perfect Symmetry bursts out of the gate with a suite of giddy, '80s-inflected Brit pop songs that, surprisingly, suit the band well.
    (Billboard)

    On album three, Keane trick out their pretty piano melodies with tasty synths ('The Lovers Are Losing'), booming rap beats ('Spiralling'), and fuzzy new-wave guitars ('You Haven’t Told Me Anything').
    (Spin)


    Nach der Zusammenarbeit mit Sanna Annukka für „Under The Iron Sea“ konnten Keane erneut einen bekannten Künstler für die visuelle Gestaltung des Albums gewinnen: Im Booklet (natürlich gibt es auch wieder eine limited Edition und mit „My Shadow“ und „Time To Go“ zwei iTunes-Zusatzsongs) finden sich die Bilder der Skulpturen, die der südkoreanische Künstler Osang Gwon von den drei Bandmitgliedern Tom Chaplin, Tim Rice-Oxley und Richard Hughes (natürlich: der Sänger, der Keyboarder und der Schlagzeuger) anfertigte. Auf dem leider ziemlich hässlich geratenen Cover sind jedoch nur einzelne Ausschnitte dieser Statuen zu sehen.


    Keane in Deutschland:

    05.11.08 Köln (Palladium)
    06.11.08 Berlin (Tempodrom)
    07.11.08 München (Zenith)




    „Spiralling“ Video

    „The Lovers Are Losing“ Video
  • Travis - Ode To J. Smith

    Travis - Ode To J. Smith




    Auch Travis wandeln nach dem schwächelnden „The Boy With No Name“ auf den Pfaden der Bewährung und versuchen das Ruder durch deutlich härtere Töne herum zu reißen. Vorbei sind die Zeiten der Schmusesongs, das Banjo sucht man hier vergeblich und seit dem Debütalbum wurden die Gitarren nicht mehr so lautstark aufgedreht. Beispielhaft seinen der furiose Opener „Chinese Blues“ oder das von einem immanenten Gitarrenriff dominierte „Something Anything“ genannt. Weitere Highlights des Albums sind das Rock-Opernhafte „J. Smith“ mit seinem tollen chorartigen Break im Mittelteil und am Ende des Albums das ruhigere, von einem Piano getragene „When You Were Young“.
    Ode To J. Smith“ wurde in nur 5 Wochen geschrieben und innerhalb von 14 Tagen aufgenommen und zeigt Travis in guter Form.

    Umso rumpeliger und untypischer ist dann auch "Ode To J. Smith". Fran spielt jetzt E-Gitarre, mit allerlei Strom dazwischen. Die Fingerkuppen werden also gegen ein Plektrum eingetauscht, und am Ende des Kabels wartet der neue Vox-Verstärker. Ob das auch dem Dudelfunk gefällt, wird sich zeigen.
    (intro.de)





    „J. Smith“ Video


    Travis folgen in ihrer Veröffentlichungspolitik nicht dem derzeitigen Wahn nach Super-Deluxe-Box-Sets, frühzeitigen Downloads oder Bonus-DVDs. „Ode To J. Smith“ kommt im herkömmlichen Sinne als schlichte CD daher, die Bonussongs befinden sich auf den Singles „J. Smith“ (2), "Song To Self" (1) und „Something Anything“ (2).

    "On their sixth album, the band finally display a disregard for expectations and turn the guitars up to 11."
    (Independent On Sunday.)





    „Something Anything“ Video


    Travis spielen am 22.11.08 im Rahmen des Rockpalast Festivals in der Essener Grugahalle gemeinsam mit Ben Folds, Donavon Frankenreiter, Fleet Foxes, Glasvegas und The Rascals.

    "This album is certainly a rush. Their re-embrace of rock is a move forward, rather than a step back – a return to form."
    (BBC Music)




    „Song To Self“ Video
  • Diego - Two

    Diego - Two



    Falls nicht noch die Editors oder Interpol dieses Jahr mit einem Überraschungsalbum um die Ecke kommen sollten, kann man sich mit dem Debut der Band Diego aus äh... Karlsruhe Rock City sicher mehr als trösten.

    Klar, man braucht nicht lange um den heissen Brei zu reden, die Parallelen zu den genannten Bands sind unbestreitbar da. Der deutliche Zitatwillen geht bei DIEGO allerdings einher mit einem grossartigen Gespür für memorable Melodien und griffiges Songwriting. Zudem verströmen die 11 Tracks weitaus weniger finstere Melancholie als die Referenzbands. Songs wie "Dance" oder "Fan City" sind von einem schwelgerischen Aufbegehren und einer deutlich zutage tretenden Lebenslust gekennzeichnet. (noisedeluxe.com)

    Das Album kann man sich zurzeit als Stream auf der Band-Seite des Labels anhören.

    Homepage
    MySpace

    Tourdaten:
    15. Nov 2008 Substage, Karlsruhe
    21. Nov 2008 Klub Drushba, Halle / Saale
    22. Nov 2008 Asta Kneipe, Rosenheim
    26. Nov 2008 Blue Shell, Köln
    27. Nov 2008 Zum Teufel, Heidelberg
    28. Nov 2008 Elfer Music Club, Frankfurt a.M.
    12. Dez 2008 Seven, Geldern
    13. Dez 2008 Cube, Paderborn
  • Kaiser Chiefs - Off With Their Heads

    Kaiser Chiefs - Off With Their Heads

    cover

    Wir unterbrechen den Verhandlungsmarathon für Wiederholungstäter, die noch während ihrer Bewährungszeit nachlegen: Die Kaiser Chiefs.

    Schon vor mehr als zehn Jahren gegründet, hatte die Band einen langen Weg (der in diesem Podcast beschrieben wird) bis zu ihrem Debütalbum "Employment" im Jahr 2005 vor sich. Nach dem Nachfolger "Yours truly, angry mob" im Jahr 2007 folgt nun bereits das dritte Album "Off with their heads".

    Der allgegenwärtige Mark Ronson produzierte das Album neben Eliot James (Bloc Party, Kate Nash) und ließ sich vorab zu dieser Ankündigung hinreißen:

    The super-producer compared the album's sound to that of post-punk legends Talking Heads and Seventies rock/pop titans ELO, and suggested that Kaiser Chiefs fans may find the follow up to 2007's 'Yours Truly, Angry Mob' "bizarre".

    Ein dichtes Werk ist es geworden. Die elf Songs bringen es auf nur 35 Minuten, die sich aber sehr abwechslungsreich gestalten. Da darf sogar mal ein Rapper (Sway) ein paar Worte beisteuern und den letzten Titel "Remember you're a girl" der Drummer Nick Hodgson singen.

    Vielseitigkeit ist mal wieder Trumpf bei den Kaiser Chiefs, meint auch Whiskey Soda:

    "Off With Their Heads" bietet beides: Eine erwachsene(re) Band und frische Spontaneität. In einem Meer von immer jüngeren, austauschbareren britischen Truppen schicken sich die alten Säcke (selbst Gruppen-Küken Ricky Wilson wurde am 18.Januar dreißig Jahre alt) an ein unverwechselbares Zeichen zu setzen. Weiter so!

    Schlimm genug, dass es eines "platten" Titels wie "Ruby" bedurfte, um in Deutschland die verdiente Aufmerksamkeit zu erlangen, bin ich auf den Erfolg der aktuellen Platte gespannt. Wirklich "zwingende" Hits konnte ich bislang nicht heraushören, was in dem Fall für die Band spricht.

    Die Limited Edition kommt als Doppel-CD im Buchformat mit einigen Live-Tracks daher.

  • Sharleen Spiteri - Melody

    Sharleen Spiteri - Melody




    Die erste Vorladung (V)


    Personalien:
    Sharleen Spiteri wurde am 07. November 1967 in Bellshill in der Nähe von Glasgow geboren. Sie arbeitete zunächst als Friseuse (daher auch ihre immer schicken Haarschnitte) und wandte sich dann der Musik zu.


    Vorstrafen:
    Sharleen Spiteri stand ab 1986 der sehr erfolgreichen Band Texas vor, deren Musikstil sich im Laufe der Zeit von bluesorientiertem Rock, über blue-eyed Soul hin zu Disco Pop veränderte.


    Tathergang:
    Ihr Solodebüt "Melody" über das Sharleen als Komponistin und Produzentin die komplette künstlerische Kontrolle behielt, erschien bereits im Juli des Jahres, erreichte Platz 3 in England und verkaufte sich mehr als 100000mal. Die erste Singleauskopplung „All The Times I Cried“ stieg zuvor bis auf Platz 26. der Charts.


    Plädoyer:
    Das Album orientiert sich am Soul und Doo-Wop der 50er und 60er Jahre und darf daher durchaus mit den anderen Retro-Pop-Alben der Kolleginnen Adele und Duffy verglichen werden.


    Zeugen:

    What there is, is what you’d expect. Spiteri is in fine vocal form, with that distinctive burnt caramel carapace pulling at the heartstrings as effectively as ever. A pity that album opener It Was You (co-produced with Bernard Butler) sounds like Duffy’s Mercy and I’m Going To Haunt You is a poor plastic take on Nancy Sinatra’s These Boots Are Made for Walkin’. But Berry Gordy would find much to approve of in Spiteri’s accomplished use of brass and rippling percussion in Don’t Keep Me Waiting, soul-laced harmonies in You Let Me Down and the glorious finger-clicking excitement of the Supremes-like Day Tripping.
    There’s a touch of an end-credits Bond theme about the title track, a forlorn late-night pledge to a lost lover, and launch single All The Times I Cried adds a sprinkling of Burt Bacharach to the mix to prove a likable introduction to Spiteri’s new solo career. It still sounds like Texas, though!
    (bbc.co.uk)



    Indizien und Beweismittel:




    „Stop, I Don’t Love You Anymore“ Video




    „All The Times I Cried“ Acoustic Version; Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Adele - 19

    Adele - 19




    Die erste Vorladung (IV)


    Personalien:
    Adele Laurie Blue Adkins wurde am 05. Mai 1988 in Enfield im Norden von London geboren.


    Tathergang:
    Ihr Debütalbum erschien bereits im Januar des Jahres und erhielt passend zum Alter der Protagonistin den Titel „19“. Ebenso wie Amy Winehouse und Duffy, die (neben Ella Fitzgerald und Dusty Springfield) immer als Vergleiche herhalten müssen, stand auch Adele mit Jim Abbiss (Arctic Monkeys, Editors, Kasabian) ein erfahrender Produzent zur Seite.
    Das Albumerreichte Platz 1 in England, wurde für den Mercury Prize Award nominiert und verkaufte sich bereits weit über 500000mal.


    Plädoyer:

    (...) Und wann kommt hier die Vorstellung von Adele? Das würde zu Duffy musikalisch passen.
    (Oliver R. zu „Rockferry“ von Duffy)

    Gefällt mir doch recht gut, wobei ich die tatsächlich recht dazu passende Adele noch einen Hauch besser sehe...
    (Volker zu „Rockferry“ von Duffy)

    Nicht ganz so gut wie das Album von Adele
    (Olly Golightly zu „Rockferry“ von Duffy)


    Zeugen:

    Adele's songs possess an ageless classification.
    (Q Magazine)

    A beyond stellar debut in both quality and originality.
    (All Music Guide)

    Her debut, which topped the British charts earlier this year, lacks the bad-girl brio of those grads [Amy Winehouse and Kate Nash], but it shows off a vocal instrument that smokes the competition.
    (Rolling Stone)


    Indizien und Beweismittel:




    „Chasing Pavements“ Video




    „Cold Shoulder“ Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Roses Kings Castles - Roses Kings Castles

    Roses Kings Castles - Roses Kings Castles




    Die erste Vorladung (III)


    Personalien:
    Adam Steven Ficek stammt ursprünglich aus Polen, zog aber früh nach England, wo er auch in der Schule den ersten Unterricht im Schlagzeugspielen erhielt.


    Vorstrafen:
    Adam Steven Ficek trat im Januar 2005 als Ersatz für Gemma Clarke den Babyshambles bei.


    Tathergang:
    Roses Kings Castles ist Ficeks Nebenprojekt zu den Babyshambles, an dem er seit 2007 arbeitet. Dort spielt er alle Instrumente und kann seine persönlichen musikalischen Ideen umsetzen: "It's an outlet for putting stuff out, just demos that I've been working on."
    Nach zwei frühen Singles („Sparkling Bootz“ und „Entroubled“) gibt es nun das selbstbetitelte Debütalbum, das Adam Ficek nach allerlei Querelen mit der Plattenfirma nun selbst veröffentlicht.
    Roses Kings Castles“ bietet keinen babyshambeligen Indierock, sondern locker folkige, manchmal ein wenig schräge Indiepopnummern im Lo-Fi-Outfit zwischen Belle &Sebastian und Syd Barrett.


    Plädoyer:

    Hallo ihr Plattenrichter

    Ich hab gedacht ich schick euch das hier einfach mal, vielleicht habt ihr ja Lust was drüber zu schreiben!
    Roses Kings Castles ist das Soloprojekt von Adam Ficek, dem aktuellen Drummer von den Babyshambles. Das ganze ist im Moment noch in den Startlöchern, das meiste läuft über Myspace, für die erste Single "Sparkling Bootz" hat er 500 Stück pressen lassen und umsonst an alle geschickt die ihm einen frankierten Umschlag geschickt haben. Für September ist dann ein Album und eine Tour durch kleine Bars oder ähnliches geplant, während der er auch ein paar Konzerte in Deutschland spielen möchte.

    Hier ist die deutsche Myspace Seite da könnt ihr euch ein paar Songs anhören und ich schick auch noch 2 Songs mit!

    Ganz liebe Grüsse,
    Sarah

    (per Email am 09. Juli 2008)



    Zeugen:

    "Pete's not the only 'Shambler with a swish line in solo material - through his Roses, Kings, Castles project sticksman Adam Ficek shows an ear for melody that the likes of Belle And Sebastian would smash up a tea party for."
    (Jamie Fullerton, NME)

    "Roses Kings Castles shows Ficek is as sweet and starry-eyed on the quiet, as he is strutting and swaggery in Babyshambles. A lovely, lo-fi treat."
    (Sarah-Louise James, Daily Star)

    "Sounding reminiscent of Graham Coxon's solo material, Adam proves there's more to him than just a beat for Pete."
    (Chris Barker, Future Music)



    Indizien und Beweismittel:




    „Entroubled“ Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Alt-Ctrl-Sleep - Alt-Ctrl-Sleep

    Alt-Ctrl-Sleep - Alt-Ctrl-Sleep





    Die erste Vorladung (II)


    Personalien:
    Aus Huntersville in North Carolina stammen April und Joe Diaco und man hat eine 50 prozentige Gewinnchance, wenn man versucht zu erraten, ob sie den gleichen Nachnamen tragen, weil sie entweder miteinander verheiratet oder Geschwister sind.


    Tathergang:
    Joe begann bereits als Kind Piano zu spielen, die Gitarre und das Experimentieren mit Sounds kamen später hinzu. 2001 lernte er April kennen, die sich dann selbst das Schlagzeugspielen beibrachte und sich im Liederschreiben übte. Die Diacos begannen im Januar 2006 gemeinsam zu musizieren.
    Bei Alt-Ctrl-Sleep sind die Instrumente nicht ganz eindeutig verteilt: Joe spielt Keyboards, Gitarre, Bass und singt, April bedient das Schlagzeug, greift aber auch zu Gitarre oder Keyboard und unterstützt ihn stimmlich.
    Das selbstbetitelte Debütalbum erscheint über das Indie-Label Lakeshore Records, die die beiden über MySpace entdeckte. So etwas soll es ja geben.



    Plädoyer:
    Alt-Ctrl-Sleep haben sich nicht nur Gedanken über einen originellen Bandnamen gemacht, sondern auch überlegt, wie schöner Dreampop mit Shoegaze-Einfluss zu klingen hat: Nämlich wie eine Mischung aus Galaxie 500, Slowdive und Monster Movie, dazu eine Prise Mazzy Star, Sigur Rós und Thom Yorke.


    Zeugen:

    Despite such aforementioned focuses on melancholy, Alt-Ctrl-Sleep’s material tends to shift emotional leverages in appliance to the audible atmosphere at hand. While their eponymous debut album does show a tendency for the bleaker sides of a relationship, the effect they convey is more serene than overwhelming depressing or instantaneously chaotic. (...)
    Though it remains distinctively lo-fi effort at heart, „Alt-Ctrl-Sleep“ has all the elements of a very commendable debut album, from the stylistic consistencies and high rush of emotions to the superb production and captivating songwriting.
    (obscuresound.com)



    Indizien und Beweismittel:




    „In The End“Video; MP3




    „Catching Up To You“ Video

    „Kandy“ MP3

    „Take Care“ MP3


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • Francis International Airport - We Are Jealous, We Are Glass

    Francis International Airport - We Are Jealous, We Are Glass





    Die erste Vorladung (I)


    Personalien:
    Markus Zahradnicek (Gesang, Gitarre), David Zahradnicek (Bass), Manu Kaminski (Gesang, Keyboards), Christian Hölzel (Gitarre) und Andreas (Ottosson (Schlagzeug) stammen aus Österreich und sind zusammen Francis International Airport.


    Tathergang:
    Nach einer frühen EP („Science Fiction Love Novel“) im Jahre 2005, besteht die derzeitige Besetzung der Band seit dem Frühjahr 2006. Im eigenen Studio in Hohenberg wurde das Debütalbum „We Are Jealous, We Are Glass“ aufgenommen und mit Hilfe des Indie-Labels Siluh Records im Mai 2008 veröffentlicht.


    Plädoyer:
    Francis International Airport spielen Indiepop, der sie selbst als Fans von Death Cab For Cutie, The Shins oder The Cure outet und den Hörer ob der Herkunft aus der niederösterreichischen Provinz überrascht die Augenbrauen heben und die Ohren spitzen lässt.


    Zeugen:

    Popmusik in all ihrem Facettenreichtum. Mit Freude schöpft man hier Inspiration aus der Fundgrube der Musikhistorie. Manchmal auf kindlich-naive Art, dann wieder überraschend erwachsen. Musik ist eine Spielwiese. Francis International Airport lebt von den Gegensätzen, der Synergie aus männlichen und weiblichen Vocals, dem Hin und Her, dem Auf und Ab zwischen Tradition und Neuland.
    (fm4.orf.at)


    Indizien und Beweismittel:




    „Words On Logs“ Video, MP3




    „Dancing Ships“ Video

    „Neon Sign“ MP3


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt.
  • PeterLicht - Melancholie und Gesellschaft

    PeterLicht - Melancholie und Gesellschaft




    abhandeln
    abschätzen
    abwägen
    abwerten
    analysieren
    anerkennen
    angreifen
    Anstoß nehmen
    aufwerten
    auseinander nehmen
    auswerten
    beanstanden
    befinden
    begutachten
    Beifall zollen
    bejubeln
    beloben
    belobigen
    benoten
    besprechen
    beurteilen
    bewerten
    diagnostizieren
    ehren
    einordnen
    einschätzen
    einstufen
    einteilen
    empfehlen
    empfinden
    ermitteln
    eruieren
    evaluieren
    feststellen
    gegenüberstellen
    gewichten
    gut finden
    hochschätzen
    in der Luft zerreissen
    klassifizieren
    kritisieren
    loben
    niedermachen
    prüfen
    resümieren
    rezensieren
    rügen
    schätzen
    schlecht finden
    sich auslassen über
    sich beklagen
    sich beschweren
    Stellung nehmen
    subsumieren
    tadeln
    untersuchen
    urteilen
    verreißen
    werten
    würdigen
    zensieren
    zerpflücken
    zuordnen




    "Trennungslied" Video

    Homepage
  • Tomte - Heureka

    Tomte - Heureka



    Mit einem Kettcar-/Tomte-Doppelschlag will es das Grand Hotel van Cleef 2008 wissen. Kettcar haben vorgelegt, nun ist Tomte an der Reihe. Omnipräsent in den einschlägigen und z. T. abwegigen Medien (ZDF Morgenmagazin) konnte der interessierte Musikfreund den Ankündigungen kaum entgehen. Aber Thees Uhlmann nervt noch nicht... und wenn, wäre es ihm eh egal. Die Band sucht den Erfolg mit Gewalt. Allein Glanztaten der Vergangenheit (Platz elf in den PvG-Jahrescharts 2006) würden diesen rechtfertigen. Doch was bringt "Heureka"? Vor allem einen Tomte-Aufnäher. Meine Jeans-Jacke werde ich trotzdem nicht reaktivieren.

    Einige Umbesetzungen kündigten Veränderungen an und Plattentests findet solche auch in der Musik:

    Nach wie vor brauchen Tomte für den Fortschritt den Standard, um abzuweichen zu können. So versammelt "Der letzte große Wal" als übertypische Single nur am offensichtlichsten das, was man an Tomte schätzen gelernt hat: Die lwuuuuaaawuaaaaaaaang gezogenen Vokale, die leicht kryptisch erzählten Uhlmannschen Momentaufnahmen mit Blick für das große Ganze, die britischen Gitarren mit der deutschen Finesse. Auch ein im besten Sinne konventioneller Rocksong wie "Wie ein Planet" oder das tosende Oasis-Ende von "Nichts ist so schön auf der Welt, wie betrunken traurige Musik zu hören" dokumentieren, wie sehr die Band ihren ureigenen Stil mittlerweile verinnerlicht und perfektioniert hat.

    Spannender sind auf "Heureka" aber die sperrigeren Momente, in denen die Freude aufgebrochen wird und sich das Album einer nachdenklicheren Seite öffnet: Zum ersten Mal reflektieren Tomte-Songs unmittelbar, allen voran das großartige "Wie siehts aus in Hamburg": "Wer ist pleite? / Wer ist fertig? / Und wer hat es ans Ufer geschafft?" fragt Uhlmann und fleht: "Halte durch!". Das ist nicht mehr der Typ, der im Sturm des Lebens neben Dir an der Bar steht, das ist der väterliche Freund, der diesen Lebensstil kennt und ihm doch ein wenig entwachsen ist. So baut der Song eine Brücke zwischen Kreuzberg und St. Pauli, zwischen früher und heute, und offenbart erstaunlich konkret den Phantomschmerz des Tomte-Sängers, der auch einmal "eine Geschichte, die auf ein Reiskorn passt" sein eigen nannte.

    Der Spiegel legt anscheinend andere Messlaten an:

    Und leider hat sich der inzwischen in Berlin lebende Hamburger auch auf dem restlichen Album kaum mit literarischem Ruhm bekleckert. Die notorisch jubelnde Fachpresse alternativer Prägung stört sich daran natürlich überhaupt nicht und lobt "Heureka" wortreich über den grünen Klee (der auf der Wiese, im Tal der Lust). Aber man soll sich nicht blenden lassen: Uhlmanns eh schon anstrengende Befindlichkeitslyrik ist auf "Heureka" (allein dieses Wort!) leider auf Kalenderblattniveau gelandet, da nützt es auch nichts, wenn er versucht, der Kritik gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen, wenn er singt: "Du nennst es Pathos und ich nenn es Leben" ("Küss mich wach, Gloria").

    Zwischen diesen Extremen schwankt meine aktuelle Wahrnehmung des Albums nicht. Aber viele weitere Durchläufe liegen noch vor mir und Heureka. Da mir Texte egal sind, freue ich mich auf Volkers Urteil zu diesem Thema. Auf jeden Fall ist die Platte nicht zu glatt produziert. Diese Befürchtung hatte ich, nachdem ich die ersten neuen Songs live gehört hatte.

    Als nächste Single scheint sich "Wie ein Planet" zu entpuppen. Bis dahin hier das Video zu "Der letzte große Wal":

  • Ballboy - I Worked On The Ships

    Ballboy - I Worked On The Ships





    Ballboy sind drei Jungs und ein Mädchen aus Edinburgh, Schottland. Sie musizieren seit zehn Jahren zusammen und haben bereits fünf Alben (inklusive einer Zusammenstellung früher Singles) veröffentlicht. Dieser Tage erscheint „I Worked On The Ships“ auf dem eigenen Label Pony Proof Records.

    Das Album beginnt mit Vogelgezwitscher und ebenso lieblich und ruhig geht es weiter. Der Opener wird von Streichern getragen, im folgenden „Songs For Kylie“ perlt ein Piano dahin, während Gordon McIntyre seine hörenswerten Texte vor sich hin sprechsingt. Etwas treibender wird der Beat dann erst auf „Cicily“ (und später bei „Picture Show“), aber richtig rocken lassen es Ballboy nicht (mehr), sondern setzen auf verträumte, melankolische, akustische Indie-Popsongs, die gerne mit Glockenspiel oder Streichern angereichert werden.
    Ballboy bleiben weiterhin ihrem Hang zu extrem langen Songtiteln treu. Beispiele gefällig? „Godzilla Vs The Island Of Manhattan (With You And I Somewhere In Between)“ oder „We Can Leap Buildings And Rivers, But Really We Just Wanna Fly“.

    John Peel mochte die Band und lud sie fünfmal zu seinen Sessions ein und auch ihr werdet Gefallen an Ballboy finden, wenn es euch bereits andere schottische Gruppen wie Belle & Sebastian, The Delgados oder Arab Strap angetan haben.

    As a footnote, that Glasvegas album was indeed released the same day as „I Worked On Ships“. And was heralded as the best Scottish release ever. To paraphrase Paul McCartney’s Ringo Starr jibe, not even the best Scottish album that week.
    (Is This Music?)


    Hier gibt es zahlreiche Downloads aus den letzten Alben und den John Peel Sessions.

    In Ermangelung eines aktuellen Videos noch ein Live-Video und zwei ältere Clips (aus noch deutlich rockigeren Zeiten):




    „I Don’t Have Time To Stand Here With You Fighting About The Size Of My Dick“ (2005)




    „I Hate Scotland“ (2001)




    Ballboy spielen ihre Debütsingle „Donald In The Bushers With A Bag Of Glue“ beim Indietracks Festival 2008
  • Herman Dune - Next Year In Zion

    Herman Dune - Next Year In Zion




    Leben wie Gott in Frankreich bedeutet wohl auch das neue Herman Dune Album pünktlich zu erhalten. Denn in Frankreich lebende Menschen konnten „Next Year In Zion“ bereits 2 Wochen vor dem Rest der Welt erstehen.
    Next Year In Zion“ ist ein würdiger Nachfolger von „Giant“, auch wenn mit Andre Herman Dune auch die düsteren und schwermütigen Momente aus der Musik verschwunden sind. David-Ivar sagt passend dazu: "It's the first album that I write while I am happy. I used to think I needed to be a little sad, or at least melancholic to write, this one proved me wrong…"
    Das merkt man nicht nur in den beschwingten Songs (erneut stimmlich unterstützt von Crystal Madrilejos und Angela Carlucci, aka The Babyskins und The Jon Natchez Bourbon Horns an den Blasinstrumenten), sondern auch an den Texten, wenn David-Ivar seiner Liebsten diverse Ängste nimmt und wegküsst („My Baby Is Afraid Of Sharks“) oder ihr seine Heimatlosigkeit so erklärt:

    „My Home Is Nowhere Without You“




    Eine kleiner Veränderung gibt es doch: Denn Herman Dune haben die beiden Punkte über dem „U“ im Namen verloren, nachdem Andre Herman Dune die Band nach den Aufnahmen zu „Giant“ verlassen hatte.

    Aufgenommen wurden die 12 Songs der Platte in der Provence und das hört man ihnen an: "Next Year in Zion" macht aus jedem deutschen Regentag einen französischen Strandspaziergang und David-Ivar zu einem scheinbar guten Bekannten. Denn jeder Song erzählt eine heitere Episode aus seinem täglichen Leben - und funktioniert damit wie eine Art vertontes Tagebuch. (...)
    Keine Frage: David-Ivar hat so viel Humor wie Bart im Gesicht und das macht "Next Year in Zion" zu einer akustischen Wärmestube (...)
    Doch die Songs auf "Next Year in Zion kommen so nett und aufgeweckt daher, dass man unwillkürlich zu jedem Song die Fraggles tanzen sieht. Und die Fraggles sind schwer in Ordnung.
    (Zündfunk)




    The Mr. Monkey Show mit Herman Dune


    Herman Dune ist nicht erst nächstes Jahr in Zion, sondern schon demnächst in Deutschland zu treffen:

    4.12.08 München, Feierwerk

    5.12.08 Freiburg, Fri Son

    6.12.08 Mannheim, Feurwache
    7.12.08 Köln, Gloria
    8.12.08 Bochum, Zeche
    9.12.08 Berlin, Columbiahalle
    11.12.08 Hamburg, Fabrik
  • Rose Kemp - Unholy Majesty

    Rose Kemp - Unholy Majesty

    cover

    Cover, welche hervorragend zum Layout des PvG-Blogs passen I

    Letztes Jahr durfte ich bereits Rose Kemps Vorgängeralbum "A hand full of hurricanes" vorstellen. Damals hielt ich die darauf enthaltenen Songs für Hurrikane. Da es bekanntlich verschiedene Kategorien dieser Phänomene gibt, muss ich meine Aussage im Rahmen der Vorstellung des aktuellen Albums "Unholy Majesty" präzisieren: Der Song Violence war bestimmt einer der höchsten Kategorien zuzuordnen, im Schnitt brachte es "A Hand Full Of Hurricanes" zu einer Kategorie 2-3. "Unholy Majesty" toppt das und landet mindestens eine Kategorie darüber.

    Rose Kemp entfernt sich weiter von ihren Folk-Wurzeln. Die elektronischen Gitarren gewinnen an Einfluss. Die Songs bieten durchweg eine tolle Dynamik zwischen Phasen der Ent-, Anspannung und Entladungen. Fürchte ich beim ersten Durchlauf noch seichte Songs mit Folk-Versatz als Lückenfüller, konnte ich mich ab der zweiten Runde einfach nur noch an der Tiefe dieses Albums erfreuen.

    Auch andere Hörer scheinen die Vielseitigkeit der Künstlerin zu schätzen zu wissen:

    Since hearing Unholy Majesty I’ve been trying to find different superlatives to help describe the extraordinarily talented Rose Kemp. In fairness to the reviewer, she is impossible to pigeonhole and, it has to be said, that to try and do that would, in fact, be doing her a great disservice. In short ‘England’s’ Rose is simply remarkable. Her work both on 2007’s A Hand Full of Hurricanes and this, the latest album, Unholy Majesty is uniquely powerful. Rose Kemp can be uplifting, passionate, sensual, disturbing, unsettling, invigorating, definitely compelling, and totally absorbing.

    What makes her so different is that she can switch from one element to another with absolute authority and conviction. Never influenced by any trend her work ranges from her family folk background right through the spectrum to her heavy rock influences gained throughout her teenage years. It is not merely the range in her style that draws you like a moth to a burning flame it is the range in her voice.

    http://blogcritics.org

    Das Album gibt es als Stream. Den Song "Nanny's world" als Download.

  • Son Ambulance - Someone Else's Deja Vu

    Son Ambulance - Someone Else's Deja Vu



    So warum meine Vorstellung dieser Platte auch immer aus unserem Blog verschwunden ist, hier also der zweite Versuch:
    Nach einem Debüt (Euphemistic), das ich nicht kenne, einer Kolaboration mit Bright Eyes, die ok war und dem eigentlich ersten richtigen Album das in Deutschland auf dem Radar erschien (Key) und das mich damals sehr enttäuscht hatte, nun also der NAchfolger "Someone Else's Deja VU". Und was ist das für eine Wucht von Album. Schon der Opener "A Girl In New York", lateinamerikanisch angehaucht, hat es mit einigen unerwarteten Tempiwechseln in sich und auch im Anschluss wird man durchaus auch innerhalb eines Song immer wieder mit feinen Ideen überrascht, ohne das dabei jedoch das Gesamtkonzept des Songs aus den Augen verloren wird.
    Die Platte ist in vier Teile untergliedert und erweckt dadurch, gepaart mit den zum Großteil sehr variantenreichen Tracks fast ein wenig wie (wenn es denn eine der beiden Sparten wirklich gäbe) Indie-Prog, aber im allerbesten denkbaren Sinne. Neben großartigen berührenden Balladen fällt dabei auch durchaus mal der ein oder andre lupenreine Popsong ab (Horizons, Juliet's Son) und mit dem Titelsong kommt es mir dann fast so vor als habe man eine meiner Lieblingsbands der 80er "The Dream Academy", doch noch ins neue Jahrtausend gerettet, Großartig. Wenn Joseph Knapp dann ganz ruhig und allein mit Akkustikgitarre auftritt wie in "Constellations" ist der befreundetete Conor Oberst tatsächlich nicht weit, auch stimmlich, während Knapp in andren Songs fast ein wenig klingt wie Stuart Murdoch.
    Nicht unerwähnt bleiben sollte in Tagen, in denen sich zu Recht oftmals über schlechte Pressqualität beklagt wird, dass es sich hierbei um eine tolle Pressung 180gr Doppel-Vinyl ohne auch nur das kleinste Anzeichen einer Wellung handelt. auch der Klang ist hervorragend, selbst das kleinste Klingeln oder Fingerschnippen ist deutlich abgrenzbar zu hören, so dass man tatsächlich das Gefühl haben könnte, die Band spiele gerade live im gleichen Raum.
    Zum heutigen Zeitpunkt hat dieses Album damit "Portishead" erstmal vom Spitzenplatz meiner Jahresliste verdrängt. Ich bin begeistert und das obwohl ich mittlerweile an macher Stelle sogar Pink Floyd wahrzunehmen meine....
  • Bloc Party - Intimacy

    Bloc Party - Intimacy




    Am 18. August erfuhr der überraschte Bloc Party Fan, dass „Intimacy“ sehr schnell als Download bereitgestellt wurde. Nur 3 Tage später war es dann soweit: Mehr als zwei Monate vor der tatsächlichen Veröffentlichung als CD oder LP am 24. Oktober war das neue Album gegen einen geringen Obolus bereits zu erwerben.
    Für „Intimacy“ wurden mit Paul Epworth und Jacknife Lee die Produzenten verpflichtet, die auch für das erste bzw. zweite Album verantwortlich waren. So verwundert es nur wenig, dass sich der dritte Longplayer von Bloc Party sowohl aus den für „Silent Alarm“ typischen prägnat-krachigen Rock Songs mit New Wave und Punk-Einschlägen (hier „Halo“ oder „One Month Off“), als auch den soundmäßig aufgeblähten, mit elektronischen Spielereien verzierten Lieder der „A Weekend In The City“ Phase (man höre nur die schönen Glöckchen in „Signs“ oder die Chöre in „Zepherus“) zusammensetzt.

    Brave, individual and heartfelt, Intimacy offers treasure for fans old and new.
    (The Guardian)


    Ein dritter Bestandteil von „Intimacy“, die Singles „Flux“ und „Mercury“ deuteten es bereits an, verbindet Experimentierfreude, Orientierung am Dancefloor (insbesondere am Big Beat) und eine verstärkte Hinwendung zu elektronischen Elementen, so klingt zum Beispiel der Opener "Ares" wie ein Derivat aus Chemical Brothers, The Prodigy und Bloc Party, versehen mit Sprechgesang-Einlagen.




    „Mercury“ Video


    Mittlerweile wurde mit „Talons“ eine zweite Single ausgekoppelt, die jedoch nicht unter den ursprünglichen 10 Download-Songs war und nur auf der physischen Veröffentlichung des Albums (vermutlich an neunter Stelle) zu finden sein wird. Die limitierte Version wird wohl zusätzlich noch die Songs „Letter To My Son“ und „Your Visits Are Getting Shorter“ beinhalten.




    „Talons“ Video


    Passend zur kontemplativen Grundstimmung finden sich keine übermäßig anbiedernden Dancefloor-Filler wie „Hunting For Witches“, was nicht heißen soll, dass INTIMACY nicht tanzbar gediehen ist. Au contraire: It’s danceable as fuck! Aber eben auch verstörend as fuck. Dieses höhere Maß an vom Rezipienten geforderter Aufmerksamkeit gemahnt schon sehr an die britischen Indie-Überväter von Radiohead – neben der Veröffentlichungspolitik ein weiteres Indiz dafür, zu wem Bloc Party aufblicken.
    (Musikexpress)


    Bloc Party in Deutschland:

    09.02.09 Tonhalle, München
    14.02.09 Columbiahalle, Berlin
    16.02.09 Schlachthof, Dresden
    17.02.09 Palladium, Köln
    21.02.09 Docks, Hamburg
  • Oasis - Dig Out Your Soul

    Oasis - Dig Out Your Soul




    Das siebte Studioalbum "Dig Out Your Soul" ist die erste Veröffentlichung der Brit-Pop-Helden seit "Lord Don't Slow Me Down", dem Soundtrack zum gleichnamigen Roadmovie. Es erscheint als erstes neues Oasis-Album auch international auf dem bandeigenen Label Big Brother. Auf dem Produzentenstuhl saß erneut Dave Sardy, die Aufnahmen fanden in den Abbey Road-Studios in London statt, wo alle vier Bandmitglieder am Entstehungsprozess beteiligt waren. (...)Dennoch markiert die Arbeit an der neuen Platte einen Wendepunkt. Dazu Noel Gallagher: "Ich wollte Musik schreiben, die groovt und sich vom traditionellen Strophe-Refrain-Mittelteil-Schema unterscheidet. Ich war auf der Suche nach einem hypnotisierenden Sound, einer treibenden Kraft." Dass die Suche erfolgreich war, zeigt "Dig Out Your Soul" in aller Deutlichkeit.
    (amazon.de)

    1. Bag It Up
    „Dig Out Your Soul“ startet mit einem sich monoton wiederholenden Gitarren-Rif aus dem ein klassischer Oasis Rocker erwächst, der vor allem gegen Ende zu beeindrucken weiß, wenn Noels Gitarre in einem bombastischen Crescendo kulminiert. Mit staunend offenem Mund sitzt man da und fragt sich, was als nächstes kommt.

    2. The Turning
    Der zweite Song birgt die ersten Überraschungen in sich: Wir hören einen funky Groove, dazu ein Piano, das aus Radioheads „Everything In Its Right Place“ stammen könnte, Chöre im Refrain, die an „Standing On The Shoulder Of Giants“-Zeiten denken lassen und zum Schluss mit einem „Dear Prudence“-Gitarrenpart eine erste Beatles-Reminiszenz.

    3. Waiting For The Rapture
    „Waiting For The Rapture“ wird geprägt von einem vor sich hin stampfenden Glam Rock Groove und einer White Stripe-artigen Gitarre, die im Mittelteil auch ein wenig „Helter Skelter“ sein darf. Auch der dritte Song stammt aus der Feder Noel Gallaghers, der nun zum ersten Mal den Gesangspart übernimmt und dabei im Refrain in ungewohnte Höhen abdriftet.

    4. The Shock Of The Lightning
    Die erste Single aus dem Album erinnert an die frühen Zeiten von Oasis und könnte durchaus auch auf „Definitely Maybe“ oder „Morning Glory“ zu finden sein. Ein an „Rock & Roll Star“ erinnernder, treibender Beat, Liams herausragender Gesang mit den typisch lang gezogenen Vokalen, lauter psychedelischer Gitarren-Sound und eine Strophe („Come in come out tonight“), die mindestens so eingängig und prägnant ist wie der Refrain („Love is a time machine, up on silver screen“). „The Shock Of The Lightning“ kann sich mit den besten Oasis Singles messen.




    „The Shock Of The Lightning“ Video


    5. I'm Outta Time
    Eine Piano-Ballade, von Liam geschrieben und John Lennon gewidmet. Das hätte man sich beim Hören auch denken können. Sicherlich seine beste Komposition bisher und ein wahrscheinlicher Single-Kandidat. Noel trägt ein wundervolles George Harrison-Gedächtnis-Gitarrensolo bei.

    6. (Get Off Your) High Horse Lady
    In Interviews sagte Noel, dass er eigentlich zwei Songs aus dem Album austauschen wollte (natürlich nur, weil zwei andere noch viel besser waren, nun aber schon für den Nachfolger fertig sind) - ob dieser dabei war?
    Wir hören im bluesigen, sich langsam dahin schleppenden „(Get Off Your) High Horse Lady“ Oasis soundmäßig bis aufs Minimum reduziert: eine rumpelnde Gitarre, einen Handclap-artigen Beat und Noels durch diverse Effekte verzerrte Stimme. Sehr experimentell, sicherlich sehr umstritten.

    7. Falling Down
    Das Album-Highlight und gleichzeitig der letzte Noel-Song auf „Dig Out Your Soul“. „Falling Down“, im großartigen Chemical Brothers-Remix bereits auf der B-Seite von „The Shock Of The Lightning“ zu hören, ist Noels Antwort auf „Tomorrow Never Knows“ und seine persönliche Version von „Setting Sun“. Perfekt.

    "The true follow-up to What's the Story Morning Glory, completing the elusive and perfect rock'n'roll trilogy that began with Definitely Maybe."
    Alan McGee


    8. To Be Where There's Life
    Bei Oasis herrscht eine Demokratie mit Diktator, also dürfen, so hat Noel beschlossen, auch die übrigen Bandmitglieder Songs beisteuern. Mal sehen, was sie auf den folgenden Nummern so zu bieten haben:
    Aus Gem Archers „To Be Where There’s Life“ ist der Albumtitel entnommen. Es kommt erneut sehr rhythmusorientiert daher, könnte mit seinem psychedelischen Einschlag auch von The Verve stammen und lässt aufgrund seines Sitar-Einsatzes unvermeidlich an George Harrisson denken.

    9. Ain't Got Nothin'
    Liam zeichnet sich für diesen kurzen, von The Who beeinflussten Rocker verantwortlich, der nach 2 Minuten 14 bereits wieder vorbei ist und keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

    „For me, the past four post-Morning Glory albums never captured the magic of the first two. Songs from the past five albums had moments of pop reverberations and incredible songwriting, but were never complete statements. With Dig Out Your Soul, the notorious Oasis brothers have found their mojo. It's back, without a doubt.“
    Alan McGee


    10. The Nature Of Reality
    Spätestens bei Andy Bells „The Nature Of Reality“, einem weiteren bluesorientierten Rocker, stellen sich zwei Fragen:
    1. Was macht Andy Bell eigentlich mit all den guten Songs, die er seit dem Ende von Ride bzw. Hurricane #1 einfach geschrieben haben muss? Auf Oasis Alben oder Single B-Seiten landeten sie jedenfalls nicht.
    2. Warum trägt Noel eigentlich nur sechs Songs zu diesem Album bei? Wo sind die tollen „Stop The Clocks“ oder „I Wanna Live In A Dream In A Record Machine“ gebleiben, die im Internet kursierten?

    11. Soldier On
    Einen guten Abschluss bildet Liams bassgetriebenes „Soldier On“. Begleitet von einer Melodica treibt der Song dahin, wiederholt Liam den Titel mantraartig.

    „The Beatles and the (Rolling) Stones released 'Revolver' and 'Beggar's Banquet' respectively, both were album number seven, and 'Dig Out Your Soul' is on a par of with both in terms of classic songwriting.“
    Alan McGee
  • Finn. - The Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own

    Finn. - The Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own




    Patrick Zimmer scheint ein Tausendsassa zu sein. Sein neues, mittlerweile drittes Album hat er im Alleingang geschrieben und zum größten Teil auch selbst eingespielt, aufgenommen, produziert und abgemischt. Zudem zeichnet er sich im wahrsten Sinne des Wortes für das Cover verantwortlich.

    The Best Low-Priced Heartbreakers You Can Own“ folgt dem klassischen Konzept des Dramas und ist in fünf Akte untergliedert. Dabei geht Zimmer den Weg in entgegengesetzter Richtung von Mercury Rev, befreit seine Musik von allen elektronischen Elementen und setzt auf traditionelle bis orchestrale Instrumentierung: mal spärlich (Gesang und Gitarre), wie im ruhigen, sakralen „Dew“, mal bombastisch mit Streichern und Bläsern im sphärischen, an Sigur Rós erinnernden, sich stetig steigernden „In The Wake Of..“. Aufgrund seines Falsetts können Parallelen zu Maximilian Hecker oder Radiohead („The Forth, The Fifth“ klingt als erinnere sich Thom Yorke zur Akustikgitarre an frühere, nicht elektronische Zeiten) gezogen werden.

    Aufgenommen wurde das Album in einem historischen Kirchenkellergewölbe aus dem 14. Jahrhundert unter den Straßen von St. Pauli. Dort, wo fünf Meter unter der Erde viele Jahre die Pestkranken gehaust haben. Und dort, wo es noch heute stetig von der Decke tropft. In dieser Atmosphäre ist ein Werk frei von elektronischen Elementen entstanden. Stattdessen werden wir orchestral überwältigt: mit Pauken, Tusch, Kontrabass, Geigen und Posaunen. Patrick Zimmer alias Finn. erzeugt so eine Atmosphäre, die sonst - wenn überhaupt - nur Sigur Rós zu erzeugen vermögen und bleibt dabei trotzdem der schüchterne und introvertierte Finn.
    (intro)





    „Dew“ Video (Visualization 1 of 17)




    „Truncheon Sound“ Video (Visualization 2 of 17)




    „My Last Rites“ Video (Visualization 3 of 17)


    Finn. sehen und hören:

    06.10. Heidelberg – Karlstorbahnhof
    08.10. Berlin - Popkomm TBC
    08.11. Hamburg - Zeise Kino
    09.11. Berlin - Centre Francais
    11.11. A - Wien - Szene
    13.11. A - Innsbruck - PMK
    20.11. Frankfurt - Das Bett
    21.11. CH - St. Gallen - Grabenhalle
    22.11. CH - Luzern - Treibhaus
    24.11. A - Wien - B72
    25.11. Ausgburg - Kantine
    26.11. München - Rote Sonne
    27.11. Würzburg - Cairo
    28.11. Leipzig - Nato
    29.11. Magdeburg - Projekt 7
  • Mercury Rev - Snowflake Midnight

    Mercury Rev - Snowflake Midnight




    Mercury Rev sind auf den Hund gekommen. Also nicht, wenn man sich das neue Album anhört, denn dann erblickt man andere Tiere: Cover und Innenseite von „Snowflake Midnight“ ziert ein schwarzes Kaninchen und auf Rückseite und CD ist eine weiße Katze abgebildet.
    Hört man sich das siebte Album der Band aber an, so kommt man schon eher zu dieser Meinung.

    Drei Jahre vergingen seit der letzten regulären Veröffentlichung „The Secret Migration“. Drei Jahre, in denen die Band auf ein Trio schrumpfte, drei Jahre, in denen Gitarren nur selten angerührt, Streicher und Posaunen aus dem Studio verbannt und Computer und Keyboards hinein getragen wurden, drei Jahre, in denen Mercury Rev auf die seltsame Idee kamen, neue musikalische Wege beschreiten und ihren Klangkosmos erweitern zu müssen.
    Die Songs auf „Snowflake Midnight“ versuchen eine Mischung aus moderner Popmusik und Ambient zu sein, orientieren sich, man glaubt es kaum, wenn man die früheren Alben der Band kennt, am Dancefloor und vergessen dabei leider nahezu den Psychedelic Rock oder Dreampop früherer Tage. Die Rhythmen sind meist künstlich erzeugt und dürfen sogar mal in Richtung Techno schielen, alles wird mit Synthie-Flächen zugekleistert und die 6-Minute-Marke wird schon mal überschritten, um alle vorhandenen Klangideen in Songs von epischen Ausmaßen fernab der üblichen Strophe-Refrain-Struktur zu packen („People Are So Unpredictable“ und „Dream Of A Young Girl As A Flower“).
    Stünde der Bandname nicht klar und deutlich auf dem Cover und wäre nicht Jonathan Donahues nasal-hohe Stimme von tausend anderen deutlich zu unterscheiden, man wüsste nicht von wem dieses Album stammt.
    Für „Snowflake Midnight“ stand der Sound von Radiohead, Brian Eno, Boards of Canada, Kraftwerk, Underworld und M83 Pate, die Kritiker nehmen es positiver auf als ich derzeit:

    Ten years after Deserter's Songs became a gorgeous Americana classic, Mercury Rev have made another masterpiece.
    (The Guardian)

    Snowflake Midnight ranges widely, from synth-heavy orchestration to film-score dramarama. And between those ambient bookends, there's virtually no filler.
    (Spin)

    This Rev record is another triumph in which all is dream and this sometimes symbolism, the overall effect trippy, though less dark than of yore.
    (Mojo)


    Wer sich auf der Homepage in die Mailing List einträgt, erhält mit „Strange Attractor“ umsonst ein zweites, komplettes Album (11 instrumentale Songs) umsonst.

    Mercury Rev sind am 17. (Köln, Luxor) und 21. November (Berlin, Lido) live in Deutschland zu sehen.
  • Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)