Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

0
Plattenvorstellungen
0
Alben des Jahres
0
Bilder im Sammelalbum
0
Likes
  • Ólafur Arnalds - For Now I Am Winter

    Ólafur Arnalds - For Now I Am Winter

















    Vor einiger Zeit hatten wir hier die isländische Sängerin Ólöf Arnalds, heute kommen wir zu ihrem fast namensgleichen Cousin und Landsmann Ólafur Arnalds. "For Now I Am Winter" ist das dritte Album des 26jährigen seit 2007, zwischendurch veröffentlichte er 5 EPs und 3 Soundtracks, so dass kein Jahr ohne neue Musik von Arnalds verging. 
    Musikalisch lässt der Multi-Instrumentalist Streicher opulent schwelgen, diese von Ambient artigen Synthie-Flächen oder Piano-Parts umwehen und immer wieder von Loops und Beats aus dem Klapprechner unterwandern, so dass keine Langeweile aufkommen und man jederzeit mit einer Variation oder neuen Klangfarbe rechnen darf. Dass Ólafur Arnalds seit 2010 auch Filme musikalisch untermalt, ist nur logisch und konsequent, erinnert sein neues Album doch wieder stark an die Werke von Craig Armstrong (u.a. "Romeo & Julia" und "Moulin Rouge"). 
    Neu an "For Now I Am Winter" ist einerseits die Zusammenarbeit Arnalds mit einem Orchester und andererseits, dass Arnór Dan Arnársson, Sänger der Band Agent Fresco, als Gastsänger auf 5 der 13 Titel zu hören ist, auch wenn man (also ich) zunächst glaubt(e) Antony Hegarty zu lauschen.        

    Für den Song "Only The Winds" gibt es eine interaktive audio-visuelle Web-Applikation, die
    es dem Hörer erlaubt, die verschiedenen instrumentalen Schichten des Stücks zu entdecken. Jede Schicht ist mit maßgeschneiderten Animationen von Visual Artist Christoph Heyden verknüpft. Die Hörer haben die Möglichkeit, in das Stück einzutauchen, indem sie vielfältige audio-visuelle Ebenen hinzufügen oder entfernen. Auf diese Weise wird „Only the Winds“ zu einem individuellen Erlebnis. 

    Ólafur Arnalds erklärt dazu: „Der Zweck dieser Applikation ist es, den Hörern eine Möglichkeit zu geben, in das Innere des Stücks zu schauen und zu erkunden, wie ein derart großes Arrangement zusammengesetzt ist. Man hat die Kontrolle darüber, welche Teile des Stücks erklingen, und Christophs Visuals folgen dann jeder Schicht, um ihre Bedeutung für das Ganze zu beleuchten.“


    For Now I Am Winter is Ólafur Arnald’s latest effort and major label debut. First track “Sudden Throw” gets things underway with a typical Ólafur sound, much like that heard on 2010’s successful ...And They Escaped the Weight of Darkness. However, this doesn’t last long before bouncy violins and a glitchy electronic beat join the fray in “Brim,” a song that sounds very different to anything else previously attempted by the Icelander. The song undergoes multiple mood and atmosphere changes, eventually settling down into the slow and mournful sound we’ve come to know and love from the man. But perhaps the most radical departure comes in the form of vocal embellishments from singer Arnór Dan in the title track. His tender voice is used sparingly, appearing in only four of the album’s twelve tracks, and it certainly isn’t the kind of jarring voice that detracts from the music. Nevertheless, it will certainly be one of the release’s biggest talking points and could be a potential turn-off for some fans. 

    Other highlights include “Reclaim,” which combines the newfound electronic influences with the addition of vocals, and the gorgeous post-rock inspired build-up in “Only the Winds.” The strongest vocal performance from Dan can be heard in what is perhaps the record’s most surprising song, “Old Skin.” His voice is stronger and more confident here, providing a much-needed lift from the more traditional-sounding mid-section of the album. Electronic instrumentation again comes to the fore and percussive beats provide the backbone for “This Place Was a Shelter,” before being rounded-off by the charming ambience of “Carry Me Anew.” 

    For Now I Am Winter is a bold step forward for Ólafur, adding an impressive amount of variety into an otherwise well-established formula. The only question will be whether he manages to take this exciting momentum on to much greater heights in future.
    (Sputnik Music)



    Ólafur Arnalds in Deutschland:

    07.04.13 Berlin, Volksbühne
    12.05.13 Trier, Synagoge Schweich
    21.05.13 München, Muffathalle
    22.05.13 Wiesbaden, Ringkirche
    23.05.13 Köln, Kulturkirche
    25.05.13 Hamburg, Kampnagel
    26.05.13 Leipzig, Theaterfabrik
    31.05.13 Nürnberg, Musiksaal
    01.06.13 Karlsruhe, Tollhaus




  • Johnny Marr - The Messenger

    Johnny Marr - The Messenger

















    Anfang des Jahres erhielt Johnny Marr, ehemaliger Gitarrist und Songwriter von The Smiths, den Godlike Genius Award vom NME - dabei ist Marr das beste Beispiel für verschwendetes Genie.
    Selbstverständlich hat Johnny Marr den Award für seine Leistung mit den Smiths verdient, doch eigentlich hätte dieser viel früher vergeben werden müssen, denn einerseits liegt deren letzten Album "Strangeways, Here We Come" mehr als 25 Jahre zurück und andererseits vergibt der NME diese Ehre seit 1999. 

    Aber welchen musikalisch relevanten Beitrag leistete Marr in den letzten 25 Jahren? Er war Session-Musiker bei mindestens 28 anderen Künstlern (darunter einerseits Billy Bragg, Pet Shop Boys und Oasis, andererseits aber auch Girls Aloud), Teilzeitmitglied bei The The, Modest Mouse und The Cribs, sowie Gründungsmitglied der Projekte Electronic (mit Bernard Sumner und anfangs Karl Bartos und Neil Tennant) und 7 Worlds Collide (eine Wohltätigkeitsband von Neil Finn). Mit "Getting Away With It", "Get The Message" und "Disappointed" (alle von Electronic) fallen mir gerade einmal 3 prägnante Songs in 25 Jahren ein, die mit aus der Feder des Mannes stammen, der zuvor Klassiker wie "This Charming Man", "Bigmouth Strikes Again" oder "Girlfriend In A Coma" schrieb - mit einer Trefferquote von mindestens 3 pro Jahr. 

    Dann gab es auch noch ein nicht besonders erwähnenswertes Album von Johnny Marr And The Healers ("Boomslang", 2003) und seit dieser Woche sein erstes Soloalbum "The Messenger". Marr singt selbst und gibt dabei eine passable Figur ab, bezeichnend dabei ist vielleicht, dass bei Electronic Bernard Sumner den Vorzug bei der Wahl des Sängers erhielt. Einige der 12 Songs auf "The Messenger" klingen tatsächlich ein wenig nach The Smiths, die meisten jedoch nach Electronic und alle würden mit Morrissey am Mikrofon ungemein gewinnen. 
    Morrissey wird vermutlich, da er im Clinch mit dem NME liegt und obwohl er seit der Smiths-Trennung 9 teilweise wundervolle Solo-Alben ("Viva Hate", "Vauxhall And I" und "You Are The Quarry") veröffentlichte, niemals den Godlike Genius Award gewinnen.    

    »The Messenger« ist ohne einen entrückten Charismatiker vom Format Morrisseys vielleicht kein Werk für die Rock’n’Roll Hall of Fame, aber trotzdem hat man sofort eine Lieblingsliederliste: den Haudrauf-Stakkato-Opener »The Right Thing Right«, den von prägnanten Gitarrenriffs getriebenen Singalong-Titeltrack, das Post-Punk-Gewitter »Word Starts Attack« und die nostalgische Smiths-inspirierte Pophymne »New Town Velocity«, in der Marr seine Teenagerzeit in Manchester beschwört.
    (intro)


    The northern soul stomp and soaring slide of The Right Thing Right declares that he is no longer ignoring his past. It pounds like Doves, albeit with Marr’s unmistakable guitar jangle. His vocals initially recall Liam Gallagher before giving way to shouting.
    It’s quickly evident that Marr’s vocal compares poorly to the eloquence of his guitar work. Yet not everything works in that department, either. I Want the Heartbeat layers on decorative chops to disguise a pedestrian tune, badly.
    The lighter touch of European Me recalls Electronic, but this invigoration is short-lived. The title track adopts a typically catchy Manchester swagger, but Generate! Generate! sounds entirely forced.
    With expectations high indeed, it’s perhaps unfair to underline The Messenger’s shortcomings – and it’s worth noting that if the next Beady Eye album was to sound like this, it’d be celebrated as a considerable progression.
    But muddy production does these tracks few favours. More upbeat numbers prevail, new-wave energy crackling; but lyrically Marr misfires often. One wonders how The Messenger could have been improved with a foil for Marr on board – a producer other than himself, perhaps.
    Bonhomie emerges eventually. The Crack Up will prompt smiles, and the melody of New Town Velocity shimmers. Marr’s guitar work can be fascinating – but it’s forever shadowed by less-appealing vocal work.
    In a year where the music industry is declaring guitar music a far-from-spent force, it’s a shame that one of the instrument’s leading lights lacks the shine on his own solo album that he’s successfully brought to other bands’ records. 
    (BBC)

  • Woodpigeon - Thumbtacks And Glue

    Woodpigeon - Thumbtacks And Glue
















    Der aus Calgary stammende Mark Andrew Hamilton kann mit seinem Projekt Woodpigeon auf fünf Alben und zahlreiche EPs zurückblicken, sowie auf ständig wechselnde Zusammenarbeiten mit mittlerweile über 70 Musikern verweisen. "Thumbtracks And Glue" ist das erste Album seit 2010 des nach Wien emigrierten Kanadiers, der selbst The Kinks als größten Einfluss benennt. Kritiker ziehen für den Kammerpop-artigen Folk gern Sufjan Stevens, Elliott Smith, Grizzly Bear und Belle & Sebastian als Vergleiche heran.

    Die 10 Titel von "Thumbtracks And Glue" entstanden zusammen mit dem Produzenten Arran Fisher in Calgary und wurden von Ryan Morey gemastert. Das Album kann hier als CD oder LP (mit alternativem Cover und zwei zusätzlichen Liedern) bestellt werden und wird seit heute verschickt. 
    Hier findet sich ein Track-by-Track-Guide Hamiltons durch das Album, hier eine detaillierte Besprechung und "Sufferin' Suckatash" soll als Appetitanreger dienen:



    Thumbtacks refuses – if you’ll excuse the pun – to be pigeonholed as orchestral-folk the way past releases have. It’s still built around Hamilton’s soft, tender vocals and melodic gifts, and trades in a delicate beauty that would be easy at this point to take for granted, but incorporates a broader, more electrified sonic palate that’s unafraid to let some edges fray or layers stack upon themselves. It’s a side of Woodpigeon that’s come out in live shows in the past, but has until now been unreflected in the recordings and while acknowledging that part of its appeal is the novelty it brings to the Woodpigeon recipe, it’s difficult to argue that it doesn’t legitimately make things tastier.
    (Chromewaves)

  • Atoms For Peace - Amok

    Atoms For Peace - Amok

















    Näher an den Anfängen von Apparat und den Sounds von Moderat und Modeselektor, die Thom Yorke sehr schätzt, als das gestern vorgestellte "Krieg und Frieden (Music For Theatre) steht aufgrund seiner elektronischen, hypnotischen und dominierenden Beats "Amok". Und natürlich näher an den letzten beiden Veröffentlichungen von Radiohead - denn so groß sind die Unterschiede zwischen Yorkes Hauptband und seinem Nebenprojekt, das sich 2009 zur Live-Umsetzung seines Solodebüts "The Eraser" (2006) zusammenfand, eigentlich nicht mehr. 
    Der Begriff Nebenprojekt trifft es eigentlich nicht wirklich, denn für Atoms For Peace, benannt nach einem Song von "The Eraser", wird gern die Beschreibung Supergroup herangezogen, stehen in ihr doch neben Thom Yorke (Gesang, Gitarre, Keyboards, Piano) auch noch Flea (Bass) von den Red Hot Chili Peppers, der Radiohead-Produzent Nigel Godrich (Keyboards, Produktion), Joey Waronker, der schon für Beck und R.E.M. Schlagzeug spielte, und der auch von David Byrne und Brian Eno geschätzte, brasilianische Percussionist Mauro Refosco.

    "Amok" ist optisch wie akustisch eine konsequente Fortsetzung von "The Eraser" und es bedarf keiner großen Phantasie, um sich Songs wie "Ingenue" oder "Judge, Jury And Executioner" auch auf einem Radiohead Album vorstellen zu können. Stilprägendes Merkmal ist natürlich Thom Yorks Falsett-Gesang, dazu gibt es verschrobene, vielschichtige Rhythmen, reichlich klackernde und pluckernde Geräusche, Samples sowie Loops und Fleas Bass dominiert da, wo Greenwoods Gitarre absent ist. 

    Mit "Before your very eyes" startet "Amok" also, bereits in den ersten Sekunden stellt sich Flea angemessenerweise vor: Der Bass ertönt, den Funk seiner Hauptband gibt es hier als Sonderzugabe, dazu ein hypnotischer Uptempo-Beat, und schließlich Yorkes eindringlicher Gesang: "Look out of the window / What's passing you by? / If you really want this / Bad enough." Ein beklemmendes Gefühl macht sich in der Magengrube breit. Eine Mischung aus unheilsschwangerer Finsternis und doch erlösender Hoffnung legt sich über die Melodie, Yorkes Falsetto bohrt sich mit einem sich wiederholenden "Sooner or later" seinen Weg in die Gehörgänge, Synthesizer gesellen sich dazu, und der Einstieg in "Amok" endet in einem langsam steigenden, aber gewaltigen Inferno. Das wäre also geschafft. "Unless" versucht sich auf die gleiche Weise, scheitert aber kurz vor der Zielgeraden am sterilen Unterton des Keyboards. Wenn man so etwas "scheitern" nennen kann. Was man schlichtweg nicht kann.

    Auf sanftere Weise kommen "Default", der erste Vorbote von "Amok", und "Reverse running" daher. Beide versehen mit einer deutlich versöhnlicheren poppigen Note, bei denen Yorke im Vordergrund steht und jeder einzelne Ton auf ihn abgestimmt ist - bis sich im zweitgenannten Song schließlich tumultartige Bilder vor dem geistigen Auge abspielen und die Musik sich in einem elektronischen Feuerwerk verliert. Deutlich klarer wird "Stuck together pieces", bei dem der Bass gemeinsam mit dem Geklapper der am Computer hergestellten Beats jeglichem anderen Ton oder gar Yorkes Stimme locker den Rang abläuft. Wie eine Welle erklingt schließlich die Gitarre und erfasst den Hörer, reißt ihn mit sich, taucht ihn unter, nur um ihm kurz vor Schluss mit einem erlösenden Atemzug vor dem endgültigen Untergang zu bewahren. Passenderweise wartet der euphorischste Song dieses Kraftaktes von einem Album ganz am Schluss auf seine Chance - eben dabei wartet der Titelsong von "Amok" aber auch mit schweren Geschützen auf. Aufbruchstimmung macht sich breit, der Gesang wirkt nebulös, eine merkwürdige Art von Melancholie und Sehnsucht brodelt vor sich hin, bis die letzten Töne doch mehr Frieden bringen, als man anfangs noch für möglich gehalten hätte. Ob Atoms For Peace nach so viel Einkehr zum Tatort zurückkehren werden? Es bleibt zu hoffen. Vorerst aber übernehmen wir es gerne für sie: Klick.
    (Plattentests


    fast hätte man sie allerdings gar nicht erkannt – der anfängliche latinogroove von ‘ before your very eyes ‘ vermag einen kurz zu überraschen. loops, samples, geräusche, einfach an den richtigen stellen miteinander verknotet und fertig ist die laube – tja, “einfach”, als ob man es nicht besser wüsste. etwas mehr gehört wohl schon dazu, damit es an der richtigen stelle poppt und ploppt – die technobeats von ‘ default ‘, der wassertropfen als taktgeber bei ‘ ingenue ‘ und das dunkle wummern und pochen, mit dem ‘ dropped ‘ eröffnet und das sich dann zaghaft aufhellt und belebt. der part von flea geht dabei deutlich über den einer assistentenstelle hinaus – die stücke auf ‘ amok ‘ hätten ohne ihn ganz sicher nicht den vibe, mit dem sie hier glänzen.
    auch wenn die eher düsteren, ja paranoiden texte auf’s erste nicht ganz so zum flirrenden sound passen wollen, das gewohnt emotionale belcanto von yorke harmoniert einmal mehr erstaunlich gut mit der nervösen maschinenmusik der band. ein permanent tickendes schlagwerk untermalt die klug gesetzten gitarrenspuren von ‘ stuck together peaces ‘, ‘ judge jury and executioner ‘ wird von flea regelrecht durch die membranen gejagt, auch dem schlussstück dient sein bass als grundgerüst, auf welchem sich allerlei instrumente zum vielstimmigen finale treffen. man darf sich also ein runde ungetrübter freude gönnen, muss danach aber gleich ans tagesgeschäft denken und mit jeder menge stoßgebeten dafür sorgen, dass atoms for peace nicht nur dieses eine mal im berliner berghain stoppen, sondern noch ein paar termine dazubuchen – wir jedenfalls wären sicher vor ort.
    (oh fancy)


  • Apparat - Krieg und Frieden (Music For Theatre)

    Apparat - Krieg und Frieden (Music For Theatre)


















    Krieg und Frieden gab es bei Platten vor Gericht auch beim letzten Album von Apparat. Während einige Richter (Oliver, Annette, Ursula und Dirk) mehr als zufrieden mit "The Devil's Walk" waren und jeweils 8,5 und mehr Punkte gaben, kämpften Volker, Ingo und Axel mit (viel zu) niedrigen Wertungen (6 Punkte und weniger) gegen eine hohe Platzierung in unseren Jahrescharts an. Letztendlich reichte es nur für den 37. Rang mit 7,556 Punkten im Schnitt.

    "Krieg und Frieden (Music For Theatre)" ist der Titel des neuen Albums von Sascha Ring, ein Soundtrack zur Theateraufführung des Werks von Tolstoi in der Bühnenfassung von Regisseur Sebastian Hartmann. Von Techno ist nichts zu hören, Rings an Thom Yorke gemahnender Gesang fast ebenso verschwunden, Beats setzen erst sehr spät ein und bleiben sehr dezent, statt dessen gibt es Drone- und Ambient-artige Soundlandschaften, die auf klassisch anmutende Streicherarrangements treffen. 

    Die Kritiken sind durch die Bank gut bis sehr gut (9 Punkte bei Drowned In Sound, 8 Punkte beim NME), die Meinungen dürften bei uns wohl wieder auseinander driften...      

    das vielschichtige werk »krieg und frieden (music for theatre)« bewegt sich schon während der ersten beiden titel von spät-romantischer kammermusik zu brachialen noise-flächen, und kristallisiert dann immer stärker zu einer unwirtlichen landschaft von bedrohlich eindringender stille. obwohl das album nie nur atmosphärische begleitmusik ist, entfaltet es einen gewaltigen, durch den titel angeregten, assoziationsraum, in dem entfernt donnernde schlachten oder das von seinen eigenen bewohnern niedergebrannte moskau erkennbar werden können. (»pv«) eine fast feierliche melancholie, in der verzaubert starrköpfige menschen sich gemeinsam darüber hinwegtäuschen, dass das heer der verfeindeten soldaten die stadt belagert. (»k&f thema«). in »austerlitz« schließlich kehren die violinen des anfangs zurück und unterstreichen eine, auch filmmusikalisch beliebte, totale auf das geschehen, sodass die handlung panoramatisch friedlich ausklingt. 

    wo das theaterstück endet, ist das album jedoch noch nicht vorbei: das letzte, schon vorab zu hören gewesene, stück »a violent sky« hatte in der aufführung keinen platz mehr gefunden und ist, als einziger popsong des albums, ein prächtiger trost, für diejenigen, die es ins theater nicht schaffen werden.
    (rote raupe)


    Irgendwo zwischen nervtötend, mysteriös und wunderbar rangiert das Intro dieses Titels. Als gruselig, atemlos und elektrisierend könnte man ihn im Abgang definieren. Dazwischen mischt sich Sascha Rings (a.k.a. Apparat) kratzende Stimme, die an Thom Yorke erinnert und immer ein wenig im Piano-Spiel unterzugehen droht. Die choralen Einlagen, die sich hier im mittleren Teil dazu gesellen, veredeln das Lied, das zum Epos wird. Jetzt ist dieses Pathetische im Stück gar nicht sonderlich überraschend, wenn man bedenkt, dass es ursprünglich für eine Tolstoi-Inszenierung im Rahmen der Ruhrfestspiele 2012 geschrieben und aufgeführt wurde. Die krassen Gegensätzlichkeiten,  die "Krieg und Frieden" eigen sind, schweben auch hier immer irgendwo über der Melodie mit.
    (Rolling Stone)


  • Foxygen - We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic

    Foxygen - We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic


















    das foxygen album ist schon irgendwie cool. total zusammengeklaut, aber cool.
    (oliver)

    Wer ist Foxygen?
    Jonathan Rado und Sam France gründeten 2005 in Westlake Village, Kalifornien, das Psychedelic-Indierock-Duo Foxygen. Nach zahlreichen, selbst veröffentlichten EPs nahm sie 2011 der Produzent Richard Swift unter seine Fittiche. Über Jagjaguwar Records veröffentlichten sie 2012 ihr erstes Album "Take the Kids Off Broadway". Der Nachfolger (9 Titel, 37 Minuten) trägt den Titel "We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic", wurde wieder von Swift produziert und erschien wie das gestern vorgestellte Album von Unknown Mortal Orchestra Anfang des Jahres über Jagjaguwar.

    Von wem haben Foxygen geklaut?
    Das Querlesen durch ein gutes Dutzend Plattenkritiken erbrachte eine reichhaltige Anzahl von Bezugsquellen für den nostalgisch-experimentellen Psychedelic-Pop-Sound auf "We Are The 21st Century Ambassadors Of Peace & Magic": The Beatles, The Rolling Stones, The Kinks, Lou Reed, ELO, Royal Trux, MGMT, The Velvet Underground, David Bowie, Love, Ariel Pink's Haunted Graffiti, Thee Oh Sees, The Doors, The Zombies, Prince, Bob Dylan, Scott McKenzie, Pink Floyd, The Band.



    While each track would certainly work as a straight-up guitar-rocker, it’s Rado’s gentle piano chords that truly make them complete. Light, bluesy keys drive the music along throughout the record, from the phenomenal opening track “In The Darkness,” to the unexpected switch-flipping tempo changes of “On Blue Mountain” and “Shuggie.”

    The added dimension of the piano is matched with truly inspired production throughout, as bells, horns, strings and handclaps pop up all over the record, whenever they’re welcome. These added quirks and flourishes never feel overbearing or cutesy – rather, they keep the sound positive and the music consistently interesting by balancing the old-timey feel with a modern array of sounds.

    Foxygen’s charm wears off just a bit by the last two songs, which don’t quite meet the others in the accessibility department. On the title track, France wears his influences too heavily on his sleeve, stuttering and screaming in a manner that will appeal only to those who miss old-school punk-rock the most. Album closer “Oh No 2” shows the band trying its hand at experimental, psychedelic stuff and only slightly succeeding.

    The song is saved, however, by a piano-and-vocals finale that calls to mind Abbey Road’s famous conclusion. Even the last lyrics mimic McCartney, as France sings in an airy falsetto: ““If you believe in love, everything you see is love.”

    Nostalgia rock can be tiring, as certain sounds become trendy for short periods of time, only to go away as quickly as they came (lo-fi surf-rock comes to mind). But with We Are The 21st Century Ambassadors of Peace and Magic, Foxygen is a breath of fresh air, reviving a vintage style of songwriting in a new and creative fashion.
    (Pretty Much Amazing)


    The best songs on 21st Century are the ones that dig into the grimier and sassier side of early-’70s glam. Big choruses almost pop out of nowhere on “Shuggie” and “Oh Yeah,” which border on the pomp-and-camp world of The Rocky Horror Picture Show. The title-track is the most fun, a loose garage-rock jam with a few surprises of its own (the low hum of organ is the only adhesive to the glittery sty). The chorus to “On Blue Mountain” not-so-suspiciously recalls Elvis’ “Suspicious Minds,” but there are plenty of left-field dynamics and candied vocals to divert your attention (like the sneaky, one-time-only “I need it! I need it!" line).

    While the more unhinged moments tend to overshadow sugary, buttery pop songs like “No Destruction” (even with the delicious jab: “There’s no need to be an asshole / You’re not in Brooklyn anymore”), the softer moments balance out the record’s tidy nine tracks. 21st Century also balances our post-apocalyptic present day with the past Rado and France hold so dear. The true litmus test is whether a modern take on the classics can hold your attention, or makes you immediately reach for your Transformer record. Foxygen wins. This time.
    (Paste Magazine)

  • Unknown Mortal Orchestra - II

    Unknown Mortal Orchestra - II


















    Unter der nicht ganz blickdichten Textilie verbirgt sich Janet Farrar, eine britische Lehrerin, Autorin und Wicca-Anhängerin. Wicca ist eine neureligiöse Bewegung, die sich selbst als eine wiederbelebte Naturreligion und als Mysterienreligion versteht. Die meisten Anhänger bezeichnen sich selbst als Hexen.   

    Unter dem Bandnamen Unknown Mortal Orchestra verbergen sich der in Neuseeland geborene Sänger, Gitarrist und Komponist Ruban Nielson und seine amerikanischen Mitstreiter Jake Portrait (Bass) und Riley Geare (Schlagzeug).

    Ganz ohne Hexerei erregte Ruban Nielson 2010 über den Song "Ffunny Ffrends" auf seiner Bandcamp-Seite die Aufmerksamkeit zahlreicher Blogger und erhielt im folgenden Jahr als Unknown Mortal Orchestra sehr gute Kritiken für das Debütalbum gleichen Namens.

    Für ihr zweites Album, das schlicht "II" betitelt ist, unterschrieb das Trio nun bei Jagjaguwar und huldigt nicht Wicca-Gottheiten wie Gaia, Aradia und Cernunnos, sondern der Psychedelic-Rock-Helden der 60er und 70er Jahre, also The Beatles, Soft Machine und Pink Floyd zu Syd Barret-Zeiten.  

    Hier gibt es als Einstimmung das Video zu "So Good At Being In Trouble":


    Elegant und anmutig füllt der Opener den Raum und inszeniert dabei eine verkaterte Goldgräberstimmung. Kurz darauf geht es behäbig in den Weltraum. “I wish that I could break and bend like the world does“, singt Nielson zwischen New Wave-Bögen und analogem Bandrauschen in dem schönsten Stück Lo-Fi Pop des jungen Jahres. Die im Falsetto vorgetragene R&B-Hommage “So Good At Being In Trouble“ mag als Singleauskopplung befremdlich erscheinen, tanzt der subtile Stampfer in der Summe der pyrotechnischen Zeitrafferaufnahmen doch merklich aus der Reihe. Wenn mit “The Opposite of Afternoon“ und “Monki“ die Krautrock-Darkrooms betreten werden, ist das Unknown Mortal Orchestra allerdings wieder zuhause angelangt. “Faded In The Morning“ führt in den Irrgarten jener halluzinogenen Wände, an denen sich schon Syd Barrett schlimm den Kopf aufgeschlagen hat. Ehe das Schattenspiel mit “Secret Xtians“ im Kaleidoskop-Rummel eines bunten Magie- und Mysterientheaters mündet, werden den aus unerwarteten Ecken stierenden Dämonen noch einmal die Fratzen vom Kopf gerissen.

    Befreit von Vintage-Effekten und konzeptuellen Rahmungen sprechen die Songs für sich. “II“ beinhaltet alles, was man von der Band schon lange gelesen, sich aber nie zu erwarten getraut hat. Es ist ein rundherum gelungenes, experimentelles, schwarzbuntes Indie-Kleinod, das von vielen verpasst und von einigen zur Platte des Jahres erkoren werden wird.
    (The Gap)

    Und noch eine akustische Version von "Swin And Sleep (Like A Shark)" aus den "Fly Sessions":


    ‘From The Sun‘ purzelt mit repetitiv-krautigem Rhythmus und verzauberndem Gitarrengeplänkel direkt aus einem Zeitloch, klingt vollkommen ungeniert nach Beatles und Lennon und damit fantastisch, Nielson leidet: “I’m so lonely but I can never quite reach the phone/ I’ve gotta eat my popcorn all alone/…/ Isolation can put a gun in your hand.” und nimmt damit die lyrisch weitaus dunklere Fahrtrichtung vorweg, die ‘II‘ im Gegensatz zu seiner gedämpft-fröhlichen Musik einschlagen wird. “I wish I that I could swim and sleep like a shark does/ I’d fall to the bottom and I’d hide til the end of time/ In the sweet cool darkness/ Asleep and constantly floating away” heißt es da etwa – und das Schlagzeug galoppiert währenddessen unaufhaltsam dahin, die Gitarre perlt – so zu hören im verträumten Beinahe-Pophit und treibenden Singleschmuckstück ‘Swim and Sleep (Like A Shark)‘. Noch intensiver wird die an der Kante zur Depression schwelgende Melancholistimmung nur im umwerfend schwammigen Motown-R&B ‘So Good At Being In Trouble‘: “Now that you’re gone/ It’s been a lonely, lonely time/It’s a long, sad lonely time“.

    Die Produktion watet dabei stets durch einen analogen Sumpf, die man derart kompromislos wohl nur grandios stilecht oder richtig mies finden kann: die Musik scheint aus dem Nebenraum zu kommen, der Gesang direkt aus einem alten Transistorradio zugeschaltet zu sein, wo die Bläser im groovenden Wah-Wah-Rocker ‘One at a Time‘ plötzlich herkommen weiß niemand. Nach dem eröffnenden Feuerwerk nimmt sich das Unknown Mortal Orchestra aber ohnedies das Recht in andere Sphären auszufransen: ‘No Need For A Leader‘ ist ein schillernder Twist, zu cool zum Tanzen ist, so sexy und stilvoll wie unnahbar. Oder Nielson macht im überlangen ‘Monki‘ einen auf mit Downern ruhig gestellten Robert Plant, seine Band pluckert gutmütig daneben her. Ob ein Song hier 7 Minuten oder nur knapp eine läuft macht dann längst keinen Unterschied mehr, ‘II‘ fließt in seinem trippigen Strom schlicht dahin ohne zu plätschern, der klare Blick verschwimmt vor der Lomo-Kamera im Farbenrausch. Ob ein konkreterer Zug zum Tor der Platte gut getan hätte oder nur geschadet, darüber sollte in diesem Zustand wohl niemand mutmaßen müssen. Dass das schrulligere Unknown Mortal Orchestra hiermit ähnlich durch die Decke geht wie die australischen Kollegen bleibt abgesehen davon generell zu bezweifeln. Kampflos überlassen wird Tame Impala das Scheinwerferlicht jedenfalls nicht – selbst wenn ‘II‘ in erster Linie und jeder Hinsicht passiver Widerstand ist.
    (Heavy Pop)

    Unknown Mortal Orchestra in Deutschland:

    12.05.2013 Frankfurt, Zoom
    13.05.2013 München, Strom
    14.05.2013 Köln, Luxor
    20.05.2013 Hamburg, Prinzenbar

  • Shout Out Louds - Optica

    Shout Out Louds - Optica

    cover

    Da gab es einmal eine hoffnungsvolle schwedische Indierockpopband. 2001 gegründet zog sie los, Menschen mit unbeschwerten Songs zu erfreuen. Etwas Glockenspiel-Toleranz vorausgesetzt, konnte man der Band durchaus etwas abgewinnen. Nach zwei Alben (“Our ill wills” sehr erfolgreich bei PvG)  klang die Sache 2010 auf dem Album “Work” etwas ernsthafter, weniger besonders und auch langweiliger. Und dann kam das Jahr 2013 und die Shout Out Louds veröffentlichten “Optica”.

    Vor Glockenspiel-Attacken muss der Hörer dieses Albums keine Angst haben, aber bei unvorsichtiger Dosierung kann es durchaus zu einer 80er Jahre Allergie kommen. Indierock ist auf “Optica” nicht mehr zu finden und Indiepop-Elemente sind nur noch Beiwerk in diesem Synthiepop-Opus. Das Ergebnis ist tanzbar, weitgehend unterhaltsam und reich an Melodien. Doch alle Streicher und Bläser täuschen nicht über ein schwach ausgelegtes Fundament hinweg. Da es sich bei den Shout Out Louds in der Vergangenheit durchaus um “Richterlieblinge” handelte, würden mich stark voneinander abweichende Urteile zu “Optica” nicht überraschen.

    “Walking in your footsteps”, “Where you come in” und vor allem “Hermila” erscheinen mir bislang als die erfreulichsten Songs auf “Optica”.

    Coolibri.de:

    Bezüge zum klassischen Indie-Rock haben die Shout Out Louds nun endgültig abgelegt und orientieren sich auf ihrem vierten Studio-Album am Radio-kompatiblen Pop der 1980er Jahre. Bands wie A Flock Of Seagulls oder Heaven 17 winken hier freundlich mit den Taschentüchern. Doch das schwedische Quartett plagiiert nie die Vorbilder, nein, die Shout Out Louds gehen auf eine Art und Weise vor, so wie Quentin Tarantino Sequenzen der Filmgeschichte zitiert: sehr ausgesucht, geschmackssicher und charmant.

    Der Song “Illusions”:

    Die Shout Out Louds auf Tour:

    • 22.03.2013 Erlangen - E-Werk
    • 25.03.2013 Karlsruhe – Substage
    • 26.03.2013 Frankfurt – Gibson
    • 27.03.2013 Köln - Live Music Hall
    • 28.03.2013 München – Muffathalle
    • 30.03.2013 Berlin - Astra Kulturhalle
  • Palma Violets - 180

    Palma Violets - 180

















    Für 2013 hat die ein oder andere Kristallkugel die Rückkehr des Gitarrenrock angekündigt und selbstverständlich hat es der NME als erstes gewusst und schnell noch eine schlichte/geniale Garagenrock-Single zum "Best Track Of 2012" gewählt: "Best Of Friends" ist die Debütsingle des Londoner Quartetts Palma Violets, die sich vor den zahlreichen Vergleichen mit The Strokes / The Libertines / Arctic Monkeys tatsächlich nicht verstecken muss.

    "Best Of Friends" ist aber auch der beste Song auf dem Debütalbum von Sam Fryer (Gesang, Gitarre), Chilli Jesson (Gesang, Bass), Pete Mayhew (Keyboards) und Will Doyle (Schlagzeug): "180" wird über Rough Trade vertrieben, wurde von Steve Mackey (Pulp) produziert, ist nach dem Studio der Plama Violets benannt und steht - auch wenn es nicht die Qualitäten von "Is This It" oder "Whatever People Say I Am, That's What I'm Not" hat - sicherlich auf Augenhöhe mit den Debütalben von The Vaccines oder Glasvegas. Auch die waren rotzig-rumpelnder Indierock und konnten viel Spaß bereiten. 



    Kein Song hat durchgehend die Energie von "Best of friends", auch wenn "Chicken dippers" mit seiner Tempovariation nahe ranrobbt. Es muss ja auch nicht immer gleich der nächste Überhit sein für Achselhöhenpogo in verdreckten Kaschemmen. Gut situierter Rotz im Glas tut es ja auch. Und so gibt es im Break zurecht Applaus für "Tom the drum" und auf dem "Rattlesnake Highway" ist Platz für scheppernde Becken und sanfte Backgroundgröhler. Ganz ohne Punk geht es im alternativen Garagenrock eben auch nicht. Fragt mal das surfpunkige "Johnny Bagga Donuts".

    Mit "Step up for the cool cats" schlägt dann die Stunde von Pete Mayhew. Der Keyboarder der Band hat nach dem Opener gut zu tun und quetscht aus dem Gerät immer wieder Orgelklänge raus. Sein Spiel ist vermutlich der Grund dafür, warum Palma Violets trotz ihrer LoFi-Skizzierungen mit Psychedelic-Rock in Verbindung gebracht werden. Sei's drum. Es ändert nichts am immer wiederkehrenden Bild von "180": The Vaccines spielen bei The Clash Songs von The Libertines - und jemand bringt ein Keyboard mit. Best new Spaß für den Moment.
    (Plattentests)


    It would be lovely to report that 180 meets the expectations that have been heaped upon it. The charts could probably use an exciting new guitar band: it's not as if the current dominant forces – post-Guetta rave-pop and earnest acoustic whimsy – are the most bewitching developments in musical history, and there are impressive things about Palma Violets, not least the appealingly rackety sound they've settled on. Drowning in reverb, the trebly guitars, reedy 60s garage-rock organ and clattering drums seem to teeter perpetually on the verge of collapse, a sensation amplified by Pulp bassist Steve Mackey's production, which smothers each song in distortion of varying degrees of severity: from a light sprinkling of period fuzz on the 50s-influenced Three Stars, to Rattlesnake Highway, which sounds like it has been dipped in a corrosive substance.

    The problem lies with the songs themselves. There are certainly moments when the writing sparks: the New Orderish riff of Chicken Dippers crashes into an addictive chorus; Step Up for the Cool Cats maroons a fragmented ballad over see-sawing organ and explosions of frenetic drumming. But they are outweighed by moments where things seems to gutter in a mass of half-formed ideas. It's a sense heightened by the Palma Violets' tendency to write episodic songs, packed with stops and starts and shifts in tempo and mood. Over its three minutes, I Found Love offers up a pop chorus, some anguished screaming, a sudden slump in pace, the riff from the Velvet Underground's Sweet Jane, and a heartbroken coda. There's nothing wrong with trying to break free of the standard verse-chorus song structure, but the problem here is that none of it gels together, leaving you with the distinct impression of a band throwing disparate ideas at the wall in the hope that some of them stick.

    Throwing disparate ideas at the wall is something all artists do while they're still finding their feet. The sneaking suspicion that there's something a little undercooked about the music on 180 is ramped up further by the closing 14, which apparently originated with Fryer drunkenly singing it into Jesson's phone while on the bus hymned in the title, and which segues into the secret track New Song. It is, apparently, the first song they wrote – and it sounds like it. You do wonder that no one around the Palma Violets suggested they lay off making an album until they had come up with some songs a bit better than those.

    Quite why they didn't is a nice question. It's not the Palma Violets' fault they've been pitched, half-formed, into a climate so desperate it has turned delusional, determined to insist they're something they patently aren't, at least not yet. The infuriating thing is that 180 isn't a bad album: there's something there, but it needs time to develop. Whether they'll get it is another matter entirely, which seems stupid. But as a quick glance at certain areas of the music press confirms, we live in stupid times.
    (Guardian)

  • Beach Fossils - Clash The Truth

    Beach Fossils - Clash The Truth


















    2009 startete Dustin Payseur sein Soloprojekt Beach Fossils und nahm im Alleingang das selbstbetitelte Debütalbum auf, das 2010 über Captured Tracks veröffentlicht wurde. Danach wechselte er die Mitmusiker (vor allem Schlagzeuger, denn mittlerweile soll der 13. Drummer seiner Arbeit nachgehen) häufiger als seine Gitarrensaiten und aktuell zählen Tommy Davidson (Gitarre), Jack Doyle Smith (Bass) und Thomas Gardener (Schlagzeug) zum Aufgebot der Beach Fossils. 

    Das zweite Album trägt den Namen "Clash The Truth", sieht aus wie ein Album von Louu Reed, klingt aber nach New Order trifft My Bloody Valentine, wird erneut über Captured Tracks als CD, LP und Kassette veröffentlicht und beinhaltet 14 Titel, die 35 Minuten laufen, zwischen 80er Jahre Dreampop, Shoegaze und Post-Punk changieren und mit Kazu Makino von Blonde Redhead ("In Vertigo") eine Gastsängerin aufweisen können. Ganz feine Platte!

    Die Musik gliedert sich erwartungsgemäß perfekt in den Captured-Tracks-Katalog ein. Mit Leichtigkeit dargebotener Dream-Pop mit verhalltem Gesang, vielen kleinen Ideen und prominenteren Gitarren. Diese sind besonders im Hit „Careless“ zu finden, der mit einem akustischem Outro in das Ambient-Skit „Modern Holidays“ überleitet, nur damit man sich von den wunderschönen Klingel-Gitarren in „Taking Off“ erklären lassen muss, dass man wohl nie genug von Platten wie diesen haben kann. Im zackigen „Shallow“ spielen Beach Fossils dann fast schon mit der „Class Of 2005“ um den Platz der begehrtesten „England brennt“-Kapelle.
    (Musikexpress)


    Auf der einen Seite gibt es immer noch die geliebten Jingle-Jangle-Hymnen mit gewohnt gleichgültigem, fast schon gelangweiltem Gesang („Generational Synthetic“, „Taking Off“), auf der anderen Seite eröffnen sich dem Hörer neue musikalische Türen. Besonders auffällig im wohl stärksten Song des Albums „Shallow“. Diese herzzerreißende Gitarrenmelodie, die man Tage nicht mehr aus dem Kopf bekommt, der tieftraurige, aussichtslose Text („And when I say I go away and I can’t stay, I know I’m done, I’m done. And when you say stay awake and roll way, I know it’s done, so done“) und das treibende Schlagzeugspiel harmonieren in Perfektion – grandios! Die neu gewonnene Energie und Dynamik macht sich auch im vorab veröffentlichten „Careless“ oder in „Burn You Down“ bemerkbar. So hat man die Beach Fossils nicht mehr in Erinnerung und sie liegen damit nun näher am letzten DIIV-Album und Punk, als am Lo-Fi und Surfpop der vergangenen Veröffentlichungen. Weitere Highlights auf „Clash The Truth“ sind das halbakustische und an die Beatles erinnernde „Sleep Apnea“ und das verträumte „In Vertigo“, in dem die Beach Fossils Kazu Makino von Blonde Redhead für den Gesang gewinnen konnten, was einen schönen Gegensatz zu Payseurs murmelnder Stimme erzeugt.
    Die Beach Fossils haben mit ihrem zweiten Album eine fantastische und zugleich reife Platte aufgenommen, die aufgrund eingängiger Melodien und verzweifelt kluger Texte weit aus dem Dreampop-Himmel herausragt. Hut ab!
    (byte.fm)



  • Ocean Colour Scene - Painting

    Ocean Colour Scene - Painting


















    Nach den Soloausflügen von Simon Fowler und Steve Cradock wird es Zeit für ein neues Studioalbum von Ocean Colour Scene. Es heißt "Painting", beinhaltet 14 Titel und beginnt recht ungewöhnlich: "We Don't Look In The Mirror" offeriert zunächst Samples von Stimmen und Vogelgezwitscher, wird von sanften Piano- und Orgelklängen durchzogen und dazu gibt es vielfache Handclaps. Werden die Traditionalisten von Ocean Colour Scene mit ihrer zehnten Platte plötzlich experimentell?

    Nein, ab dem zweiten Song bewegen sich die Songs im gewohnten Retro-Britrock-Terrain, legen zunächst deutlich an Tempo zu und pendeln zwischen The Who ("Goodbye Old Town"), The Rolling Stones ("If God Made Everyone"), The Beatles ("Weekend") und The Kinks ("I Don't Want To Live In England"). 
    "Professor Perplexity" beschließt die erste, schnellere und bessere Albumhälfte. Dieser durchgedrehte Psychedelic-Rocker ist jedoch ebenso wie "If God Made Everyone" und die akustischen "George's Tower" und "Here Comes The Dawning Day" (beide bleiben unter der 2-Minuten-Marke) einfach viel zu kurz geraten. Bei allen vier Songs wartet man vergeblich auf ein fulminantes Ende, wie es "The Riverboat Song", "Get Away" oder "It's A Beautiful Thing" früher bereits vorexerziert haben, oder zumindest eine Fortführung. So dauert der längste Song des Albums gerade einmal 3:28 Minuten und man bleibt als Hörer ob der vergebenen Chancen und einzelner schwächerer Songs ("Mistaken Identity", "The Winning Side") etwas unschlüssig zurück.

    Das Fazit kann aber auch so ausfallen:
    Even if Painting does very little to expand the sonic palette of Ocean Colour Scene, it is a very strong, self-assured and confident recording. It’s, in other words, a crowd pleaser. While I’m unsure if this is the stuff that will make international audiences swoon with delight, thanks to the LP’s British-isms, it is definitely an album that the faithful in their homeland will hold closely to their chest and be happy to call it their own. Ten studio LPs in, Painting just proves that Ocean Colour Scene is a band you can depend on to make some glorious and thoughtful music that only panders to its members’ joy of classic pop. Enjoy this record. It’s great.
    (PopMatters)



    Gediegene BritPop-Klänge mit Gefühl und einer wohldosierten Mischung aus Melancholie Optimismus ist es, was die Band hier spielt – und das auf insgesamt 14 Stücken. Der Titelsong Painting gehört dabei eher zu den optimistischen Momenten. Mit einem 60s-Beat-geprägten Rhythmus spielt man hier munter los und berührt. Etwas melancholischer hingegen klingt beispielsweise Weekend, garniert mit Melotron und Hackbrett. I Don’t Want to Leave England mit seinen Streichern hat wiederum schon etwas Hymnisches.

    Definitiv ist der Ocean Colour Scene hier ein wirklich gutes Album gelungen, auf dem sie mit Herzblut das machen, was sie am liebsten tun: Musik. Authentisch und mit Seele ist es, was hier präsentiert wird. Sehr zu empfehlen!
    (alternativmusik)

  • Indochine - Black City Parade

    Indochine - Black City Parade



    Ach, es ist eine Krux: Da ist man schon sehr vorsichtig, erwartet vielleicht ein 9,5er-Album und ist folglich ein wenig enttäuscht, wenn man die erste Runde des heiß ersehnten neuen Werks seiner Lieblingsfranzosen hinter sich gebracht hat. Klingt das alles nicht ein bisschen zu brav? Wo sind die Gitarren hin? Sind Indochine nach 32 Jahren müde geworden?

    Vielleicht. Nach zwei Durchgängen weiß ich aber bereits, dass mir auch dieses Album früher oder später sehr ans Herz wachsen wird. Beim Vorgänger La Republique des Meteors hat's ja auch ein wenig gedauert. In Nous demain und Le fond de l'air est rouge kann ich sogar schon zwei Lieblinge in spe erkennen und Kill Nico geht sofort ins Ohr (da sie da mal wieder sehr geschickt bei sich selbst geklaut haben). Ach, und selbstredend gibt's Gitarren! Da! Hinter den Keyboardteppichen!

    Nach drei Durchgängen bekomm ich Traffic Girl nicht mehr aus dem Ohr. Und überhaupt: Wie schön ist eigentlich Wuppertal*? (Wuppertal? In diesem sehr ausführlichen und guten Artikel [en français] erfährt man warum ausgerechnet Wuppertal…) An der 9,5 ist es noch nicht ganz dran – aber es wächst stetig.

    Den letzten Schliff bekam das Album übrigens in Berlin. Wo dann auch mal schnell ein Video gedreht wurde:



    Neue Fans werden Indochine mit diesem Album natürlich nicht dazugewinnen. Aber das haben die sechs Franzosen anscheinend auch nicht nötig: Die anstehende Tour in ihrer Heimat ist so gut wie überall ausverkauft. Und das zu Recht, wie ich finde: Nicht zuletzt das Konzert, dem ich beiwohnen durfte war dafür verantwortlich, dass ich dem Vorgängeralbum eine mittlere Punktekorrektur nach oben verpasste. Wer 13 Minuten Zeit hat, kann sich ja mal dieses nette Video vom Konzert im Stade de France anschauen:



    Das Album ist erschienen als:

    • Standard CD (13 Titel)
    • Digipack CD (13 Titel + 3 bonus tracks)
    • Limitierte Box (13 Titel + 3 bonus tracks + DVD + Poster, Sticker etc.)
    • Limitierte FNAC-Box (13 Titel + 3 bonus tracks + DVD + Instrumental CD + Poster, Sticker etc.)
    • Vinyl (14 Titel)


  • Local Natives - Hummingbird

    Local Natives - Hummingbird


















    Wenn eine Band mit ihrem Debütalbum von allen Richtern bis auf einen ignoriert wird und dieser nur 5,5 Punkte vergibt, dann muss sich etwas ändern. Das haben sich vielleicht Taylor Rice, Kelcey Ayer, Ryan Hahn und Matt Frazier nach "Gorilla Manor" gedacht.

    Folgende Strategien haben sich die Local Natives (möglicherweise) für ein besseres Votum bei Platten vor Gericht für "Hummingbird" überlegt: 
    1. Wir behalten den überall hochgelobten Harmoniegesang, vor den so oft das neue Adjektiv fleetfoxeschen gesetzt wird, bei.
    2. Wir gehen mit Arcade Fire auf Tournee, denn von deren Dynamik können wir noch etwas lernen,. Außerdem landeten sie bei Platten vor Gericht schon auf den Plätzen 7 und 1 und das Thema Tod haben sie ebenfalls schon ausführlich behandelt.
    3. Wir nehmen Aaron Dessner von The National als Produzenten, denn seine Band wird von den Richtern immer äußerst milde beurteilt, und vielleicht klingen wir dann auch ein wenig nach denen.
    4. Wir hören uns ganz oft "An Awesome Wave" von alt-j an und ziehen unsere Schlüsse daraus, denn das war im letzten Jahr das Album des Jahres.
    5. Wir müssen "Hummingbird" unbedingt auf Vinyl veröffentlichen, eine Deluxe Version erstellen und mit allerlei Schnickschnack ausstatten - da stehen die Richter drauf:
    Schweres Deluxe-Vinyl im Gatefoldcover im Slipcase mit Die Cut Cover. Inkl. Poster & Downloadcode. Lim. Deluxe CD mit drei Bonus Tracks und alternativem Artwork mit Prägedruck. 

    Ist die Rechnung der Local Natives aufgegangen?



    Mit hochstimmigen Chorälen und ansonsten sehr relaxter Musik (auf den Sonnendeck wäre das fein.. oder an der Bar..), die eine fast durchgehend sonnige Stimmung verpackt in melodieträchtige Indie-Rock’n'Blues-Songs vermittelt.

    “Hold The Summer In You Hands”
    singen sie und dies ist eine sehr passende Beschreibung des typischen Hummingbird-Fluidums. Wobei es textlich wirklich nicht immer witzig zu geht, eher im Gegenteil, geht es doch auch um die Vergänglichkeit allen Lebens und die Endlichkeit im allgemeinen, um das tagtägliche Entfremden von Personen, die Dir einmal nahestanden.
    Ein vertrautes Gefühl, aber kein behagliches.

    So ist hier ein Album entstanden, voll warmer, manchmal temporeicher akustischer Wohlklänge (die stärkeren Momente sehe ich eher in den stillen Songs (Ceilings, Three Months)), voller Poesie und Gedanken.
    (Gut hören ist wichtig)

    Das schon genannte ‘Wooly Mammooth’ sowie die erste Single ‘Breakers’ sind die Paradebeispiele des Albums: rythmische Biester mit mitreißenden Drums, effektvollen Gitarren und mehrstimmigen Hamonien. Americana-Anleihen paaren sich mit klassischem Indierock-Sound, Folk-Chören – und der Verzicht auf die mittlerweile für zeitgenössische Indie-Bands schon fast obligatorischen Synthesizer ist eine wahre Wohltat für die Ohren.

    ‘Colombia’ und ‘Three Months’ hingegen sind herzzereißende Balladen voller Weltschmerz, aber auch in solchen Momenten erscheint das Album nie depressiv. Das warme Piano und die eingestreuten akkustischen Momente auf ‘Colombia’, die in einem mitreißenden Finale enden, sorgen dafür, dass die Traurigkeit nie übertrieben oder tränenheischend-Coldplay-esk wirkt, sondern einfach nur ehrlich. Nichts ist übertrieben, alles ist durchdacht, ohne verkopft zu sein. Die Local Natives beweisen ihre Liebe fürs Detail und ihr Gespür für simples, aber effektvolles Songwriting.

    Mit ‘Hummingbird’ kann die Band sich zweifelsohne in die Reihen ihrer berühmten Genregenossen einreihen – und werden in Zukunft sicher nicht mehr nur die Opener für ebendiese sein.
    (Bedroomdisco)



    Local Natives in Deutschland:

    Das heutige Konzert in Köln (16.02.13, Studio 672) ist ausverkauft, ebenso der Berliner-Termin (25.02.13, Comet Club). Karten gibt es noch für München (26. Februar, Atomic Café). Oder die beiden Termine Ende des Jahres:
    01.11.13 Köln, Gebäude 9
    06.11.13 Hamburg, Molotow
     

  • Leslie Clio - Gladys

    Leslie Clio - Gladys

















    Das Video zu "Told You So" in der Sendung Clipster richteten meine Aufmerksamkeit erstmals auf Leslie Clio. Jetzt weiß ich nichts über die Einschaltquoten von einfestival, aber anderen muss der Song ebenfalls aufgefallen sein, denn Youtube verzeichnet mittlerweile mehr als 1,2 Millionen Zugriffe und die im letzten Oktober veröffentlichte Single erreichte Platz 41 der deutschen Charts.     
    Ihr Nachfolger "I Couldn't Care Less" lief dann ebenfalls bei Clipster, gefiel mir noch besser und kam ebenfalls in die deutschen Top 50. 




    Mittlerweile gibt es das von Tomte-Bassist Nikolai Potthoff produzierte Debütalbum der in Hamburg geborenen Wahl-Berlinerin. Auf "Gladys" klingt Leslie Clio nach Amy Winehouse ("Sister Son Brother Moor", "Twist The Knife"), Duffy ("Told You So", "Gotta Stop Loving You") oder Adele ("Let Go") und dürfte damit allen Freunden des Neo-Soul-Pops gefallen. Im Vergleich zu diesen Damen ist jedoch eine etwas größere Stilvielfalt positiv zu vermerken, denn sowohl der Bombast-Pop einer Florence Welch ("Melt Back") als auch der ungestüme Pop einer Lena ("I Couldn't Care Less") finden auf "Gladys" einen Widerhall. 

    Clios Debüt "Gladys" ist Soul-Pop auf internationalem Niveau. Ihre perfekte englische Aussprache, ihre Frau-Von-Welt Attitüde und das ausgefeilte Songwriting: alles wasserdicht. Wobei ein gewisser Lokalkolorit-Bonus natürlich von vornherein wegfällt. Denn wo deutschsprachige Künstler mitunter den Vorteil haben, uns über geteilte Ausdrucksformen, Alter oder lokale Herkunft aufzugabeln, ist jemand wie Clio unbedingt auf Hits angewiesen. Sonst könnten wir ja auch Adele oder Amy MacDonald hören. Zum Glück kann ein Song wie "Told You So" mit diesen beiden aber zumindest schon mal mithalten.

    Trotzdem ist man manchmal ein bisschen unschlüssig über das Warum und Weshalb dieser Platte. Nicht zuletzt deshalb, weil Clio ihren Sound selbst als "modernen Soul-Pop mit Retro-Touch" beschreibt. Das gibt es doch alles schon, denken wir da, besonders bei den Stücken, die weit weniger Sogwirkung als das schmissige "Told You So" haben. Deshalb: Ein sehr ordentliches Debüt ohne große Makel.
    (Fritz)


    Und nun dieser Albumtitel! Eine Hommage an Gladys Knight, die "Kaiserin des Soul"? "Gladys" entpuppt sich als Name des Ordners, in dem Leslie Clio die Songdateien auf ihrem Computer abgespeichert hat, und das Wunder als sehr erdverbunden. Ein Verdienst vor allem von Produzent Nikolai Potthoff: Auch wenn er sicherlich Carmels "The Drum Is Everything" in seinem Plattenschrank stehen hat, in den 80er-Jahren eine Art Blueprint für Blue-Eyed Soul und das begleitende Jazz-Revival, versuchte er nicht, "Gladys" krampfhaft auf "Retro" zu trimmen. Der hauptberufliche Bassist von Tomte trug dafür Sorge, dass die Arrangements nicht zu geschmäcklerisch gerieten, dass sich neue und alte Sounds organisch zusammenfügten und der Pop-Appeal nie verloren ging. Sein Navigationssystem geriet nur in Ausnahmefällen leicht ins Stottern – dann ängstigt man sich kurz vor möglichen Vaya-Con-Dios-Anleihen in Form von IKEA-Musterwohnzimmer-Swing. Das Kalkül aber steckt hier im Nicht-Kalkül. Sieht man sie demnächst in Londons legendärem Jazz-Club Ronnie Scott’s? Die Qualifikationsrunde für einen Auftritt hat die Wesensverwandte von Duffy jedenfalls lässig geschafft. Und nach oben ist auch noch ein wenig Luft.
    (Rolling Stone)

    Leslie Clio auf Tour:

    18.04.13 Stuttgart, Keller Klub
    20.04.13 Frankfurt, Zoom
    21.04.13 Köln, Die Werkstatt
    22.04.13 Dortmund, FZW
    23.04.13 Münster, Gleis 22
    25.04.13 Leipzig, Moritzbastei
    26.04.13 Hamburg, Molotow
    27.04.13 Berlin, Festsaal Kreuzberg

  • The Flaming Lips - Chocolate Human Heart

    The Flaming Lips - Chocolate Human Heart


















    Glücklich schätzen durfte sich heute, wer von seiner/seinem Liebsten zum Valentinstag das "neue Album" von The Flaming Lips geschenkt bekam. Denn die kuriose Veröffentlichungspolitik der Band von Wayne Coyne geht weiter: "Chocolate Human Heart" steckt in Form eines USB-Sticks in einem anatomisch korrekten Schokoladenherz. Die limitierte Box entstand in Zusammenarbeit mit einem texanischen Schokolatier namens Dude, Sweet Chocolate (“72% South American dark chocolate studded with hazelnut mini whoppers and waffle cone crunch”), wurden von Wayne Coyne und Steven Drozd signiert, kosteten 60 Dollar und ist natürlich mittlerweile ausverkauft.

    "Neues Album" steht in Anführungszeichen, denn die 15 Songs versammeln, wie uns Coyne zu Beginn in seinen Valentinstag-Grüßen verrät, sowohl ältere Lieder in unterschiedlichen Versionen (etwa "Sunship Ballons" von der "Ego Tripping At The gates Of Hell" EP oder "Pompeii Am Götterdämmerung"), rare Titel (zum Beispiel "Let Me Be It", ein Bonustrack der LP-Wiederveröffentlichung von "In A Priest Driven Ambulance") und auch neuere Songs of Love, darunter zum Beispiel eine Coverversion von "All You Need Is Love", die zusammen mit Alex und Jade von Edward Sharpe and the Magnetic Zeros entstand. 




    Das reguläre neue Studioalbum der Flaming Lips, "The Terror", erscheint übrigens Anfang April. Und Gerüchte sagen, dass sie nach ihrem "Dark Side Of The Moon"-Coveralbum nun am Debütalbum von The Stone Roses arbeiten! 



  • I Am Kloot – Let It All In

    I Am Kloot – Let It All In

    cover
    I Am Kloot aus Manchester ist für mich der Inbegriff musikalischen Understatements. Die Herren John Bramwell, Peter Jobson und Andy Hargreaves machen einfach ihr Ding. Noch im letzten Jahrtausend gegründet, stellten sich erst mit dem fünften Album “Sky at night” im Jahr 2010 erste wirklich erwähnenswerte Erfolge ein. Mit ihrem unaufgeregten Indierock mit viel Singer/Songwriter-Charme haben sie sich diese mehr als redlich verdient. Wie das Vorgängeralbum und das Debüt wurde auch “Let it all in” von Guy Garvey und Craig Potter produziert. Diese Tatsache liefert eine plausible Erklärung für ein paar Elbow-Momente und Orchester-Einwürfe, welche die intime Stimmung der Songs nicht wesentlich stören oder aufwerten und im Vergleich zu “Sky at night” auch zurückhaltender ausfallen.
    Eigentlich machen I Am Kloot auf “Let it all in” das, was sie schon auf ihren ersten Alben taten und am besten können: Melancholische und reduzierte Songperlen für die Ewigkeit produzieren. Nur erhalten sie nun mehr Aufmerksamkeit. Und das ist gut so. Mit gefallen die Songs “Bullets”, “Let them all in”, “Masquerade” und “Some better days” besonders gut.
    I am Kloot sind mit "Let It All In" grosso modo einen Schritt zurück und zwei nach vorne gegangen, denn man verzichtet zwar auf Experimente, liefert aber das ab, was man einfach seit jeher saugut draufhat: Reduziertes, in sich gekehrtes Liedgut mit sublimen Melodien und geistvollen Befunden zu Daseins-Stimmungen zwischen breit und dicht wie ein U-Boot, einsam und verlassen und natürlich Liebe und Desaster.
    Leider kann ich nur mit einem mäßigen Live-Video zu “These days are mine” dienen:
    I Am Kloot auf Tour:
    • 13.03. Köln
    • 14.03. Hamburg
    • 15.03. Dresden
    • 17.03. Berlin
    • 18.03. München
    • 19.03. Wien
    • 20.03. Dornbirn (Österreich)
  • Sin Fang - Flowers

    Sin Fang - Flowers

















    Auf dem Plattencover von "Clangour" kleben Sindri Már Sigfússon Papierstreifen im Gesicht, auf "Summer Echoes" ist es von Omas Spitzendeckchen verhangen und auf der letztjährigen "Half Dreams" EP wachsen dem Isländer Äste aus dem Mund. Was läge bei einem Albumtitel wie "Flowers" also näher als ein Blumenbart?!

    Prachtvoll erblüht ist auch der Indiepop auf "Flowers", dem bisher eingängigsten ("Young Boys", "Not Enough"), verspieltesten ("Feel See"), temporeichsten ("Sunbeam", "See Ribs") und experimentellsten ("Everything Alright") Album von Sin Fang. Das von Alex Somers (Sigur Rós, Jónsi) produzierte Album ähnelt Jónsis "Go" (und das war hier 2010 Platte des Jahres!) und überrascht wie dieses zunächst durch seine unglaubliche Poppigkeit. 

    Der zweite große Wurf von Morr Music in diesem Jahr und noch besser als seine Vorgänger "Summer Echoes" (2011) und "Clangour" (2009)!  

    Dazu auch ein bisschen verschwurbelt, experimentierfreudig, verspielt und kindlich – also genau so, wie man das von vielen isländischen Bands und Musikern wie Amiina, Múm oder den wunderbaren Of Monsters And Men kennt. Die rätselhafte Sóley gehört auch dazu, mit ihr spielt Sin Fang bei den von ihm gegründeten Seabear. Indie-Pop, Folk und Elektronik bilden auch auf FLOWERS die Eckpfeiler, zwischen denen sich Sigfússon jedoch mit einer so nie gekannten Euphorie und Leichtigkeit tummelt, als sei in ihm der Frühling explodiert.

    Oder als habe er gerade Sufjan Stevens, Fleet Foxes, Elliott Smith, Animal Collective, Grizzly Bear und Mercury Rev auf einmal für sich entdeckt, und weiß nun gar nicht mehr wohin mit all den frischen Eindrücken. So quellen die insgesamt zehn stets kurzweiligen Songs über vor digitalen und analogen Soundspielereien, Samples, akustischem Folk, Chorgesängen, Streichern und vor allem hinreißenden Melodien. 
    (Musikexpress)


    Among jangling bells, lush keys and playroom electronica, Sin Fang’s Sindri Már Sigfússon begins his third album with a “ooohaaaah” chanted chorus and the most straight-down-the-line pop chorus he’s ever attempted; “We were young boys / Smoking in the woods / I showed you how.” Having worked with Sigur Ros and Jonsi producer Alex Somers, his time round the sound is bigger, almost bombastic, yet retaining a whimsical, bright outlook. ‘Flowers’ is easily the Icelandic singer’s most accessible, prettiest record to date.
    (Clash)

  • Naked Lunch - All Is Fever

    Naked Lunch - All Is Fever

















    Sollte mich jemand nach meinen österreichischen Top 5 Künstlern fragen, müsste ich wohl oder übel, um die Liste zu vervollständigen, spontan Falco und Opus mit aufnehmen.
    Ganz oben thront jedoch eine Band aus Klagenfurt, bei der ich bis vor einigen Wochen gar nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob sie noch existiert, denn irgendwie waren Naked Lunch von meinem Radar verschwunden.

    Nachdem das Quartett 2004 mit "Songs For The Exhausted" für mich debütierte - es waren aber bereits 3 eher rockige Alben vorangegangen -, musste ich 3 Jahre auf "This Atom Heart Of Ours" warten. Auszeiten, Krankheiten, Wechsel im Bandgefüge, Probleme mit Plattenfirmen und ein abgebranntes Studio verhinderten möglicherweise einen größeren Bekanntheitsgrad von Naked Lunch, deren Mischung aus Indierock und Indietronic in den letzten Jahren immer wieder Vergleiche zu The Notwist herauf beschwor und gute Kritiken folgen ließ. 

    Mit "Universalove" veröffentlichten Oliver Welter, Herwig Zamernik, Stefan Deisenberger und Alex Jezdinsky 2009 einen Soundtrack und 2011 erarbeiteten sie in Zusammenarbeit mit dem Autor und Regisseur Bernd Liepold-Mosser die Musik für eine Inszenierung von Franz Kafkas "Amerika". Das gleichnamige Album wurde jedoch nur in einer Auflage von 2000 Stück veröffentlicht. Beide Alben gingen an mir vorbei, doch mittlerweile gibt es mit "All Is Fever" wieder ein neues, reguläres Studioalbum  - und dieses ist toll (vielleicht sogar ihr bestes) und absolut empfehlenswert.

    Am Anfang steht "Keep It Hardcore“, ein Fünfeinhalbminutenepos aus Britpop und Wave Rock, das sich aus einem dunklen Riff in den Himmel erhebt. "Keep it hardcore/ Keep it real/ (…) Like a hammer/ Like a bullet/ Like a bomb“, singt Oliver Welter und bringt damit wohl das Selbstverständnis der Band auf den Punkt. Das folgende "The Sun" ist gleichzeitig britische Tristesse und Spaghettiwesternmusik mit Röhren glocken, Pauken und barmenden Geigen. Große Gefühle, die "At The Lovecourt“ weiterführt: Das langsam trottende, in Goth und Indie-Rock getauchte Lied klingt wie das feierliche Ende eines bewegenden Films. Dann ist man mittendrin im Album. Der dunkle Schunkler "Shine On“ führt in die Tiefe, Naked Lunch evozieren Blur und die Beatles und was nicht alles. Ab hier geht es weiter hinein in die Stille – mit drei, vier Liedern, die allein für ihre abenteuerlustigen Klänge und ungewöhnlichen Arrangements Applaus verdienen. Am Ende steht "The Funeral“, bei dem Welters zu Harmonium und Geigen sonderbar beiläufig ein Lied vom Tod singt. Synthies auf Kristallbergen, Schlagzeuge in Tropfsteinhöhlen, Lieder wie schöne Fieberträume: Die Integrität dieser Kompositionen und die souveräne Produktion von Bassist Herwig Zamernik sind außerordentlich.
    (Rolling Stone)


    Das Genre Indie wäre zu weit-, und Indie-Pop zu enggefasst um die Musik zu beschreiben. Vom Notwist inspiriertem Alternative-Rock hat sich Naked Lunch wegbewegt, und ihren musikalischen Reifungsprozess bringen sie auf dem neuen Album auf den Punkt. „All Is Fever“ ist gespickt mir Chorgesang, der aber komplett verschiedene Stimmungen hervorrufen kann. Mal ist er folkig und erinnert an Grizzly Bear und Fleet Foxes, mal hört es sich nach einem sanften Kirchenchor an. Und auch in der Musik spiegeln sich diese Strömungen wieder. Der Kirchenchor bekommt ein verstärkendes Echo und langatmige Instrumentierungen. Die Folk-Sänger werden mit starken Drums und kreativen Melodien unterstützt. 

    Und immer wieder lassen sich Musical Anspielungen heraushören. Keine bestimmten, sondern das Gefühl „Musical“ wird mit großen Melodien hervorgerufen. Vor allem „The Sun“ hat mit der üppigen Instrumentierung mit Pauken, Streichern und Glockenspiel nicht nur Weihnachtslied-Qualitäten, sondern auch Soundtrack-Potenzial. Ebenso ist es bei „At the Lovecourt“, das neben „Shine On“, bestens geeignet wäre, eine Hochzeitsszene in einem Indie-Film zu untermalen. „Shine On“ hat auch ein bisschen Beatles-Charakter ab Minute zwei, wenn zum repetitiven Refrain gerasselt wird und die E-Gitarren harmonisch mit den Drums verschmelzen. 

    Einen besonderen Ohrwurm beschert „41“. Die Melodie ist so ausgeklügelt, das sie beim ersten Hören richtig glücklich erscheint, und die unterschwellige Verzweiflung erst langsam durchsickert. Den Köder wirft dieser Song aber ganz anders aus. Um beim Filmmusik Vergleich zu bleiben: Willy Wonka hätte sich keinen schöneren Chorgesang für seine große Einweihung der Schokoladenfabrik wünschen können. Leider kommt dieser Hook nur noch im Hintergrund vor, aber dieser Song hat ohnedies immens viel Power, so dass er, wenn er langsam von einem elektronischen Flimmern überlagert wird, klingt als würden den Jungs die Batterien ausgehen. Ein schönes Ende, vor allem wenn man bedenkt, dass es zurzeit eher ein harscher Schluss, dem Fade-Out vorgezogen wird.

    Ein vielseitiges Album wie dieses gibt aber auch weniger powervollen Liedern Raum sich zu entfalten. Trauer beherrscht Naked Lunch besonders. Deswegen machen auch „Dreaming Hiroshima“ und „The Funeral“ ziemlich unglücklich, vor allem wenn man auf den Text hört. Denn obwohl der Wille da ist, das Positive an einer schlechten Situation zu sehen, ist der Sachverhalt einfach zu frustrierend um so leicht überwunden zu werden. 

    „The Funeral“ hat eine ziemlich zurückhaltende Melodie, mit einem Klatschen, das als Beat verwendet wird. Der Text hat es aber in sich, so dass man diesen Song nur öfter hören kann, wenn man hart im nehmen ist. Wie der Titel schon sagt geht es um das Begräbnis der Frau der Protagonisten, die sich das Leben genommen hat. Zwar gibt es einen Refrain, doch die Songstruktur ist eher eine Schilderung des Alltags, vom Tod der Person bis zum Tag des Begräbnisses. Natürlich wird die Frage nach einem Jenseits aufgeworfen, und so machten einem die Zeilen „Will I meet you again? Is it the start or is it just the end?“ nicht unbedingt Hoffnung.

    „All is Fever“ vollzieht einen harmonischen Bogen. Angefangen mit einem perfekten Opener „Keep It Hardcore“ mit langem Intro und jugendlichem Größenwahn in den Lyrics und der Attitüde. Bis hin zu „The Funeral“, dass einen beim ersten Mal Hören vielleicht niederschmettert. Harmonisch ist das Album wegen dem zielstrebigen und sehr überdachten Stil der Band. Nicht zu erwähnen, dass es auch angenehm zu hören ist, also sollte nichts gegen ein Probehören sprechen!
    (music austria)

    Naked Lunch in Deutschland:

    07.04.13 München, Feierwerk
    08.04.13 Stuttgart, Zwölfzehn
    09.04.13 Köln, Studio 672
    10.04.13 Hamburg, Übel & Gefährlich
    11.04.13 Berlin, Privatclub
    12.04.13 Leipzig, NaTo

  • Nosaj Thing - Home

    Nosaj Thing - Home

















    Schon Februar. Höchste Zeit für die eine obligatorische Platte aus dem Genre Elektronik, die wir hier pro Jahr vorstellen.

    Nosaj Thing heißt eigentlich Jason Chung, stammt aus Los Angeles und agierte bisher hauptsächlich als Produzent (u.a. Kendrick Lamar) und Remixer (u.a. The xx).



    Home ist bereits Nosaj Things zweites Album. Der Vorgänger, das aus dem Jahr 2009 stammende…

    Drift, […] was an icy chasm, a shifting cave of sound that seemed as if it could have originated in the coldest reaches of space. But his new album, Home, serves as a kind of twilight to Drift's midnight, elaborating on his sound while taking a welcome turn towards the light. The change is particularly obvious when Chung employs vocalists. Blonde Redhead's frontwoman Kazu Makino transforms the plaintive "Eclipse/Blue" into a particularly pillowy affair, a torrent of the kind of grey and blue sounds that are described in the lyrics. (pitchfork)



    The Toro Y Moi-featuring "Try" and its accompanying "Prelude" are downright lovely; a slow tapestry of summoning synths soon gives way to epic fireworks reminiscent of the intro to M83's Hurry Up We're Dreaming. When Chaz Bundick's voice comes in about halfway through "Try", his wispy voice blows beautifully through the music, sounding aloft within the mix. (pitchfork)



    Whether you call this post-dubstep, electronica, ambient, downbeat or any other form – Home is a ride into the heart of darkness. Into the middle of the night. And Chung creates this sound very unintrusive. It’s not all-over-hyped electronc sound structures you have to listen a dozen times before finally understanding them. It happens in an instant. If you’re willing to let yourself fall into these sounds and songs, NOSAJ THING and Home will carry you into a place of comfortness. (Nothing but hope and passion)

    Nosaj Thing hat sich mit dem Song Eclipse/Blue jedenfalls schon jetzt einen Platz weit vorne auf meinem Jahrestape gesichert. Mal schauen, wo das Album landen wird.

  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)