Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

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Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Kate Nash - My Best Friend Is You

    Kate Nash - My Best Friend Is You

















    Der beste Freund von Kate Nash scheint Oliver R., die französische Dependance des Konzerttagebuchs, nicht zu sein. Da erzähle ich nichts Neues. Oder doch? Dann hier ein paar Zitate:

    Kate Nash (würg, röchel!)
    scheußlich und zwar in jeder Hinsicht
    Das "ever ever ever ever" aus "Mariella" war wohl einer der schlimmsten Konzertmomente des Jahres und störte mit einem Schlag die Idylle und Harmonie Halderns, für die wir das Festival so lieben. Wäre ich ein kleines Haldern-Pony, ich hätte mich auf der Stelle übergeben. Stattdessen stand ich nur da und ließ es über mich ergehen, wie die junge Britin verschanzt hinter ihrem Piano einen Song nach dem anderen runterleierte.
    "Ever ever ever". Sie kläffte wie ein Hund.
    Wäre sie doch Model für pummelige Frauen geblieben! Vielleicht sollte sich die Käthe einmal bei einem dieser Shopping Sender bewerben, die immer diese umwerfend heiße Mode für Frauen ab Kleidergröße 46 präsentieren! Oder aber sie wird Hundetrainerin. Kleffen wie ein Dackel kann sie nämlich schon!


    Auch Kate scheint sich der angespannten Beziehung bewusst zu sein, hat, wenn man sich aktuelle Fotos so anschaut, entweder einen guten Fotografen, jemanden, der sich mit Photoshop auskennt, oder ein paar Pfunde abgespeckt. 'Nichts mehr mit "pummelig" oder "Hefeteig", Oliver!' meint man Kate über die Landesgrenzen hinweg rufen zu hören. Auch "Paris", den ersten Song ihres zweiten Albums, adressiert sie direkt an Herrn R. und stellt frustriert fest: “You'll never listen to me, no you'll never listen to me".
    Damit sich das ändert, hat sie Bernard Butler (ehemals Suede) engagiert, damit er ihr das gleiche Soundgewand schneidert, wie zuvor Duffy. Nachzuhören auf "Kiss That Grrrl". Beide Songs sind sichere Single-Kandidaten. Als erste Veröffentlichung wurde jedoch "Do-Wah-Doo" ausgewählt, ein Song, den Lena Meyer-Landrut sicherlich begeistert unter der Dusche trällert.
    Was hat "My Best Friend Is You" noch zu bieten? Auf jeden Fall musikalische Vielfalt: "Don't You Want To Share The Guilt?" könnte auch von Belle & Sebastian oder Hello Saferide stammen, "I Just Love You More" taucht tief in die Welt der Pixies ab, kommt mit der titelgebenden Textzeile und nur Black Francis könnte sie hysterischer schreien und kreischen. "Take Me To A Higher Plane" ist ein punkiger Folksong und gegen Ende mit "Pickpocket", "You Were So far Away" und "I Hate Seagulls" einige von Piano oder akustischer Gitarre getragene Balladen.
    Oliver R., bitte bis zum Ende hören, denn im Hidden Track bestätigt dir Kate noch einmal: "My Best Friend Is You".




    "Do-Wah-Doo" Video
  • Monster Movie - Everyone Is A Ghost

    Monster Movie - Everyone Is A Ghost

















    Christian Savill und Sean Hewson hatten 1999 einen Bürojob - und hassten ihn. Sie hörten aktuelle Musik - und hassten sie. Also beschlossen sie, noch einmal gemeinsam die Musik zu machen, die sie wirklich mochten, wie sie es bereits 10 Jahre zuvor als Eternal versucht hatten. Zwischenzeitlich war Savill Gitarrist in einer Band namens Slowdive - und zu deren musikalischen Anfängen sollte die Reise auch wieder gehen. Mittlerweile wurden von Savill & Hewson vier Alben und 2 EPs zwischen Shoegaze und Dreampop veröffentlicht, alle unter dem Bandnamen Monster Movie, den sich die beiden von einem Can Album entliehen, das sie nie gehört hatten.

    Zum zehnjährigen Geburtstag von Monster Movie (oder dem zwanzigjährigen des Duos) nahmen die Beiden "Everyone Is A Ghost" auf. Mit Hilfe einiger Gastmusiker, darunter ihr Labelchef Ryan Graveface, entstanden 10 entspannte Popsongs, zumeist elektronisch (richtiger Synthie-Pop in "Down, Down, Down" oder "Everyone Is A Ghost"), mal akustisch (im Folk-Song "A Place In A Mountain" oder dem von Glöckchen, Ukulele und Handclaps veredelten "In The Morning") und nur noch selten gitarrig (My Bloody Valentine-Anleihen in "Bored Beyond Oblivion" und noch dezenter in "Silver Knife").

    Die Vinylversion von "Everyone Is A Ghost" beinhaltet zwei zusätzliche Songs und einen weiteren als Download.
    Das Cover wurde von Will Schaff gestaltet, der auch schon für Okkervil River, Godspeed! You Black Emporer oder Songs: Ohia arbeitete.


    Dipped from the same well as Grandaddy, M83 and so many other nostalgia-miners, the album’s dreamy synths, drum machines and guitars provide an ideal downcast sheen.
    That said, the songs themselves are where things get sticky. Underneath the shimmering atmosphere, all that’s left are overly melodramatic melodies, stupendously sappy lyrics and soap-opera schmaltz. Getting down to brass tacks, Monster Movie skates a fine line between passionate ’80s pop and Brian Eno-produced Coldplay. In other words, an ear-pleasing soundtrack if you’re in need of a cry and able to ignore the cheese.
    (ffwdweekly.com)






    "Bored Beyond Oblivion" Video
  • Rufus Wainwright - All Days Are Nights: Songs For Lulu

    Rufus Wainwright - All Days Are Nights: Songs For Lulu

















    Zwei Dumme, ein Gedanke (II)

    Nach dem Tod seiner Mutter und einiger Projekte, wie dem Judy Garland-Tribute Konzerten oder der Oper Prima Donna, beschloss der 36jährige Rufus Wainwright vor den Aufnahmen zu seinem sechsten Album allen überflüssigen Bombast über Bord zu werfen bzw. bis auf das Piano alle Instrumente aus dem Studio zu verbannen. So entstanden 12 ruhige Titel, nur getragen von Wainwrights nasalem Gesang und dem geliebten Tasteninstrument. Aber bereits Elton John und Billy Joel wussten, dass ein solch spärlich instrumentiertes Album schnell langweilig werden kann, wenn die Melodien nicht greifen und fesseln.
    So überzeugen hier leider nur wenige Songs ("Who Are You New York?", "Zebulon"), der Rest plätschert und klimpert einfach an einem vorbei oder nervt im schlimmsten Fall. Der kulturelle Überbau (die Adaptionen dreier Sonette von Shakespear) stimmt natürlich wieder. Vielleicht wäre es für das nächste Album eine gute Idee, sich wieder auf den Bombast-Pop von "Want One" und "Want Two" zu konzentrieren, denn die liegen mittlerweile 7 bzw. 6 Jahre zurück und seitdem konnte mich keine Veröffentlichung Wainwrights überzeugen.





    "Zebulon"

    The move from functional singer-songwriter to modern renaissance man seems complete, too: dropped in with the more conventional compositions like Who Are You New York? there are wonderful arrangements of three of Shakespeare's sonnets (43, 20 and 10) all sung in Wainwright's elegiac husky timbre plus a song from his opera Prima Donna (the aria Les Feux d'Artifice T'Appellant). Gracefully, though, it all hangs together as one piece. Splendid.
    (Guardian)

    Much of it sounds not unlike material from his triumphant Want One and Want Two sets: the elegant fluid opener Who Are You New York?, the playful cantering of Give Me What I Want and Give It to Me Now. However, with the three sonnets (written for a Shakespeare production in Berlin), the graceful Les feux d'artifice t'appellant (the final aria from his Prima Donna opera), and opulent closer Zebulon, we’re in culture supplement territory. That said, pop does shine through: Martha is a continuation of the Wainwright clan’s tradition of airing their dirty laundry in public, with Rufus berating his sister for not answering the phone, while The Dream is begging for a big orchestra to perk up behind it.
    All Days Are Nights may not be the first album you’d pop on if you were in a chipper mood, but it certainly has its place on either a wet afternoon or long candlelit nights of soul searching.
    (BBC)




    EPK zum Album


    Der Piano Man in Deutschland:
    Im ersten Teil der Show spielt Wainwright das Album komplett als Songzyklus (Applaus zwischendurch untersagt) und im zweiten Teil greift er dann auf ältere Titel zurück.

    17.05.10 München, Muffathalle
    19.05.10 Berlin, Volksbühne
    31.05.10 Hamburg, Kampnagel
    02.06.10 Köln, Theater am Tanzbrunnen
  • Maximilian Hecker - I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son

    Maximilian Hecker - I Am Nothing But Emotion, No Human Being, No Son, Never Again Son

















    Zwei Dumme, ein Gedanke (I)

    Als Resultat einer Sinnkrise beschloss der 32jährige Berliner Maximilian Hecker vor den Aufnahmen zu seinem sechsten Album allen überflüssigen Bombast über Bord zu werfen bzw. bis auf das Piano alle Instrumente aus dem Studio zu verbannen. So entstanden 13 emotionale Titel, nur getragen von Heckers hauchendem Gesang und dem geliebten Tasteninstrument. Aber bereits Elton John und Billy Joel wussten, dass ein solch spärlich instrumentiertes Album schnell langweilig werden kann, wenn die Melodien nicht greifen und fesseln.
    So überzeugen hier leider nur wenige Songs, wie "Nana" oder "Messed-Up Girl" (das es in 2 Versionen bereits auf dem Vorgänger gab), der Rest plätschert und klimpert einfach an einem vorbei. Vielleicht wäre ein Griff ins vorhandene Repertoire an tollen Songs und deren Umsetzung in puristische Pianoversionen eine bessere Idee gewesen. Gerne auch, wie bei "Once I Was" bereits von Hecker vorexerziert, mit Interpretationen bekannter Songs anderer Interpreten angereichert, und nicht nur "Sad Eyed Lady Of The Lowlands" (Bob Dylan) als Hidden Track.

    Wer auf der Sinnsuche ist, verzichtet natürlich auf elektrische Unterstützung, spielt alles rein akustisch ein und singt ohne Effektverzerrung, konzentriert sich also vollkommen auf das eigene Gefühl. Das bringt sehr viel Persönlichkeit mit auf das Album, was sich in solch großartigen Balladen wie "Greatest love of all" oder der Hymne an die Straßenprostituierte "Nana" wiederspiegelt. Die 13 Titel sind auf Albumlänge aber arg lethargisch, was an der monotonen, säuselnden Gesangsstimme liegt, welche stets den Eindruck erweckt gerade das Schlafzimmer verlassen zu haben. Es scheint fast so, als hätte Maximilian Hecker das Album für sich - und nur für sich - eingespielt, zu selten will man an seinen sehnsuchtserweckenden, liebevollen Texten teilhaben. Ein Selbstfindungstrip also, an welchem man nicht teilhaben muss....
    (triggerfish.de)





    "Nana" Video


    Der Piano Man in Deutschland:

    20.05.10. Berlin, Heimathafen
    22.05.10 Gotha, The Londoner
    23.05.10 Hannover, Ballhof 1
    25.05.10 Stuttgart, Theaterhaus T2
    26.05.10 Nürnberg, Muz
    27.05.10 Frankfurt, Das Bett
    28.05.10 Köln, Studio 672
    29.05.10 Bielefeld, Bunker Ulmenwall
    03.06.10 Leipzig, Horns Erben
    04.06.10 Braunschweig, Café Riptide
    05.06.10 Weinheim, Café Central
    06.06.10 München, Feierwerk
  • Melissa Auf der Maur – Out Of Our Minds

    Melissa Auf der Maur – Out Of Our Minds











    Obwohl bereits in Banden (u. a. Hole und Smashing Pumkins) als auch als Einzeltäterin auffällig geworden, blieb eine Vorladung für PvG bislang aus. Melissa Auf der Maur nahm sich nach ihrem Solo-Debüt im Jahr 2004 viel Zeit und sorgt mit “Out of our minds” dafür, dass sie nun gehört werden muss. Nicht im Detail werden an dieser Stelle die mit dem Album in Verbindung stehenden Beweismittel “Kurzfilm (OOOM)” und “Comic” beleuchtet. In diesen finden in einer Fantasiewelt drei Zeitlinien über den kleinen gemeinsamen Nenner “Blut” zueinander.

    Zur Produktion des Albums wurden gleich vier Produzenten angeheuert: Jordan Zadorozny, Chris Goss (u. a. Queens of the Stone Age), Alan Moulder (u. a. Depeche Mode, The Jesus and Mary Chain, My Bloody Valentine, Placebo, Nine Inch Nails, A Perfect Circle, The Smashing Pumpkins) und Mike Fraser (u. a. AC/DC und Franz Ferdinand). Aber zwischen diesen Polen wurde nichts zerrissen, durch den Druck von vier Seiten entstand nicht nur ein künstlicher Diamant, sondern auch ein erstaunlich eigenständiges Werk.

    Während man über den aktuellen Zustand der Bands der Lehrjahre der Bassistin nicht weiter reden muss, weist Melissa Auf der Maur mit “Ouf of our minds” dem Alternative Rock der 90er Jahre einen Weg ins nicht mehr gar so neue Jahrtausend. Auf düsterer und Bass-betonter Basis werden Melodien und Energie verwoben. Besonders gut gelingt das mit den Songs “Isis speaks”, dem Highlight “Meet me on the darkside” und “1000 years”. Für die großartige Ballade “Father’s grave” wurde gar Glenn Danzig ausgegraben. Melissa Auf der Maur hat mit “Out of our minds” zumindest zwischenzeitlich PJ Harvey den Titel “First Lady Of Rock” entrissen.

    In Melissas Shop wird das Album in diversen Varianten zwischen “New OOOM” (das Album als Download für 10 €) und “Full OOOM” (CD + DVD + LP + Comic + Kram für 85 €) vertrieben. Die beste Wahl stellt aus meiner Sicht “Crescent OOOM” (CD + DVD + Comic + etwas Kleinkram für 30 €) dar.

    Einen Eindruck des Film vermittelt das Video zum Titelsong:

  • Minotaurs - Eat Yr Hate

    Minotaurs - Eat Yr Hate

















    Die erste Vorladung (VIII)

    Personalien:
    Aus South Shields, England stammen Sarah Farrell, Andrew Forster, Peter Hall, Daniel Rose-Troup und Michael Ross. Zusammen sind sie Minotaurs - haben jedoch keine Stierköpfe.

    Tathergang:
    Ihr Debütalbum vollendete die Band erst im dritten Anlauf zusammen mit dem kanadischen Produzenten Arran Fisher (Woodpigeon). „Eat Yr Hate“ erscheint am 01. Juli über das bandeigene Label Cottage Industries. Man kann es aber bereits jetzt in einer auf 500 Exemplare limitierten CD-Version als Digipack vorbestellen und erhält direkt einen Download-Link für das komplette Album.

    Plädoyer:
    Den bisher schönsten Indiepop-Song des Jahres präsentieren uns Minotaurs mit „Anyone Who Had a Heart“. Ein wundervoller Refrain, der nicht mehr aus dem Kopf zu bekommen ist, dezenter Streichereinsatz, der sich im Verlauf der fast 4 Minuten immer weiter steigert, und der schöne Harmoniegesang von Sarah Farrell und Andrew Forster. Ganz nah am perfekten Popsong, es fehlen nur die Handclaps. Hier muss man wohl von einem „outstanding Track“ sprechen, denn da können die übrigen 9 Titel von „Eat Yr Hate“ natürlich nicht mithalten.
    Der Wechselgesang von Sarah und Andrew erinnert mich ein wenig an The Indelicates, ansonsten hat muss man an Camera Obscura, Belle & Sebastian oder The Delgados denken - ob es daran liegt, dass es nur wenige Kilometer von South Shields bis zur schottischen Grenze sind?

    Zeugen:
    Despite being preoccupied by the darker side of human nature, Minotaurs are far from cynical gloom peddlers. Their music is loaded with two things rare in contemporary British guitar music; sincerity and substance. They find the lust behind sentiment, the worm in the apple, shards of glass in the glitter and make lifes ugly truths both beautiful and haunting. Old Hollywood images of red-dress clad women being carried into the sun are contrasted with the uncomfortable reality of relationships red in tooth and claw. Intricate arrangements and striking melodies take the edge away from lyrics dealing with loss, co-dependence, the stifling and occasionally recuperative nature of home.

    Each song on 'Eat Yr Hate' is like a contemporary ghost story loaded with snapshots of regret, stagnation and missed opportunity but amongst there lies one important quality, hope. That hope is achieved through escapism and tenderness. While Sarah's pitch-perfect vocals soar, Andrew's crack and falter striking a heartbreaking dichotomy. While Belle and Sebastian, Fairport Convention and even Prefrab Sprout have been used as reference points Minotaurs are that rare thing; a band that sound more like themselves than anyone else. In an age dominated by cynicism, careerism, imitation and artifice they're something to cling to.'
    (Andrew Richardson)


    Indizien und Beweismittel:



    „Anyone Who Had A Heart“ Video




    Soundcloud „Eat Yr Hate“

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Dum Dum Girls - I Will Be

    Dum Dum Girls - I Will Be

















    Die erste Vorladung (VII)

    Personalien:
    Die Dum Dum Girls sind eine reine Mädchenband aus Los Angeles. Zunächst als Soloprojekt gedacht, mussten doch Mitstreiterinnen her, als Dee Dee (eigentlich Kristin Gundred) ihre Songs auch außerhalb ihres Wohnzimmers präsentieren wollte. Schnell waren Jules, Bambi und Frankie Rose gefunden.
    Der Bandname ist eine Verbeugung vor „Dum-Dum“, einem Album der Vaselines, und „Dum Dum Boys“, einem Song von Iggy Pop.

    Tathergang:
    Nach einer ersten selbst hergestellten CDR, einer Single und einer EP auf zwei unterschiedlichen kleinen Labels, wurde Sup Pop auf die Dum Dum Girls aufmerksam. „I Will Be“ konnte daher in Zusammenarbeit mit Richard Gottehrer, der auch schon bereits die artverwandten Blondie, The Go-Gos oder The Raveonettes produziert hatte, entstehen. Als Gastgitarristen sind Nick Zinner (Yeah Yah Yeahs) und Brandon Welchez (Crocodiles) auf „Yours Alone“ bzw. dem Duett „Blank Girl“ zu hören.

    Plädoyer:
    Ein Tipp zum Plattenkauf am heutigen Record Store Day: Irgendwo zwischen dem minimalistisch-monotonen Punkrock der Ramones, den schrammelnd-verzerrten Gitarrenwände von Jesus & Mary Chain, dem Pop-Appeal der Raveonettes, dem Charme der 60er Jahre Girlgroups (Shangri-Las) und Blondie ohne Disco-Einflüsse sind die Dum Dum Girls zu verorten. Mit Talk Talk hat „I Will Be“ nichts zu tun.
    Die Mädchen rumpeln und poltern in weniger als einer halben Stunde durch 11 Titel und überraschen bei „Oh mein M“ mit einem deutschsprachigen Titel und mit ruhigeren Tönen in der abschließenden Ballade „Baby Don’t Go“.
    "I Will Be" ist kurzweilig und unterhaltsam für den Moment, ob es auch gehaltvoll ist und über Monate hinaus zu fesseln weiß, das muss sich erst zeigen...

    Zeugen:
    Zum kurzen, rasanten Hit "Jail la la" und der kleinen Nonsens-Deutschstunde "Oh mein me" gesellen sich aber auch schwerfällig davontragende Dreampop-Momente wie in "Rest of our lives" oder dem potentiellen Abschlussball-Schlusssong "Blank girl", an dem der kitschbegeisterte John Waters sicher seine helle Freude hätte. Und auch ein gewisser Riot-Grrrl-Vibe ist bei so vielen Kanten nicht zu leugnen, schließlich tauft der Bandname einen Song von Männlichkeitsikone Iggy Pop kurzerhand emanzipatorisch um. Doch ganz so bedrohlich für das Patriarchat sind die Damen dann wieder auch nicht, wie romantische Teenagerträume in "Yours alone" oder die schmachtende Bettelei "Baby don't go" zeigen.

    Tempo und Lärm können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass einige wenige Songs über ein kurzes Aufblitzen von anstrengend scheppernden Drums und eher beliebig säuselnden Passagen nicht hinauskommen. Da wünscht man sich manchmal lieber ein paar dieser leckeren amerikanischen Küchlein von anno dazumal statt eine weitere Retro-Band - cooler Hüftschwung und kurzer Petticoat hin oder her. In der Hauptsache bleibt "I will be" aber ein leckerer Happen. Auch wenn der ein oder andere Biß nur schwer verdaulich ist.
    (plattentests.de)

    Indizien und Beweismittel:





    „Jail La La“ Video

    Ortstermine:
    21.05.10 Hamburg, Molotow
    22.05.10 Berlin, West Germany
    23.05.10 München, Theatron Festival

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Butterfly Explosion - Lost Trails

    Butterfly Explosion - Lost Trails

















    Die erste Vorladung (VI)

    Personalien:
    Gazz Carr (Gesang, Gitarre) musizierte zunächst für sich allein zu Hause, doch dann entwickelte sich aus dem Solo-Projekt Butterfly Explosion mit John Coman (Schlagzeug), Conor Garry (Bass), Jay Carty (Gitarre) und Laura (Keyboards, Gesang), deren Nachname uns verschwiegen wird, eine vollständige Band.

    Tathergang:
    Die fünf Iren veröffentlichten zwei EPs, waren mit Bands wie Howling Bells, God Is An Astronaut, Film School oder Amusement Parks On Fire in Nordamerika, Irland und England auf Tour und erspielten sich aufgrund ihrer epischen Liveshow den Rang einer talentierten Band mit großem Potential.
    Die Arbeiten am Debütalbum "Lost Trails" begannen Ende 2008 zusammen mit dem Produzenten Torsten Kinsella (Sänger/Gitarrist von God Is An Astronaut), so dass es im März diesen Jahres über Revive Records veröffentlicht werden konnte.

    Plädoyer:
    Bitte vom schrecklichen Plattencover und dem fürchterlichen Bandnamen nicht verschrecken lassen, denn "Lost Trails" ist das bisher beste Postrock/Shoegaze-Album des Jahres. "Tracing Stars" klingt wie Ride in ihren Anfangstagen, "Sophia" verharrt im Slowdive-Hall, "Automatic" durchläuft  mogwaische Soundwellen und "Insulate Dreams" driftet in die M83-Soundgalaxie ab. Kaufen!

    Zeugen:
    "Lost Trails, the Butterfly Explosion’s full length debut, feels like a dream from which you never want to wake"
    (www.thesilvertongueonline.com)

    "Ride. Slowdive. Lush. Swervedriver. They all added to the fuzzed out, rock 'n' roll glory of shoegaze greats My Bloody Valentine and The Jesus And Mary Chain. Now Ireland's Butterfly Exposion are about to take their place amongst the elite with their debut album, Lost Trails"
    (Inde Music Examiner)

    “from shoegazer alt-rock (Ride and My Bloody Valentine are immediate comparisons) to epic post-rock instrumental pieces (here the comparison is to bands like Sigur Ros, Tortise and Explosions in the Sky)…this is the sort of disc that you are going to want to listen to from start-to-finish.”
    (Brooklyn Rocks blog)


    Indizien und Beweismittel:



    Sophia



    Closer

    Ortstermine:
    10.05.10 Hamburg, Grünspan
    11.05.10 Stuttgart, Universum
    12.05.10 Oberhausen, Zentrum Altenburg
    13.05.10 Köln, Gebäude 9
    14.05.10 Dresden, Beatpol
    17.05.10 Berlin, Magnet
    18.05.10 Wiesbaden, Schlachthof
    19.05.10 München, Feierwerk

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Scuba - Triangulation

    Scuba - Triangulation



    Mit Triangulation legt Paul Rose alias Scuba nach A Mutual Antipathy aus dem Jahr 2008 sein zweites Album vor. Seit 2007 lebt und wirkt der ursprünglich aus Großbritannien stammende Rose in Berlin und regelmäßige Berghain-Besucher werden ihn von der dortigen Sub:Stance-Party kennen. Diese feierte vor kurzem einjährigen Geburtstag, was mit einer von Rose zusammengestellten Compilation gefeiert wurde, „die wie kaum eine andere geschickt die verschiedenen aktuellen Strömungen von Dubstep in Richtung Techno, Ambient und Pop zu fassen“ weiß. (Spex)

    Dubstep ist dann auch das Zauberwort für das neue Scuba-Album Triangulation, welches auf seinem eigenen Label Hotflush Recordings erscheint:

    When the numerous permutations of dubstep are discussed, Paul Rose (Scuba) is usually credited with steering the genre toward softer, more musical arrangements. Scuba has done this both through his own work and through his stewardship of the almost bulletproof Hotflush label, home to 2009's nominally dubstep breakouts by Mount Kimbie and Joy Orbison. On Triangulation, Scuba continues his label's thrilling run with a proper full-length of fluid, melodic dubstep that sounds beautiful and aggressive in equal measure. […] "Before" sounds like Boards of Canada covering modern R&B, and it leads into "Tracers", a pounding, industrial-strength romp. "So You Think You're Special" plasters an echoing, hopeful loop ("Here you'll find the one/ Here in the sun") over ominous, pulsing bass. It's not a comedown so much as club music for those who never make it out of the apartment. (pitchfork)




    Mit seinem zweiten Album "Triangulation" veröffentlicht [Scuba] jetzt ein Meisterwerk voll dunkler Intensität und gibt eine Kostprobe davon, wie sich elektronische Musik aus ihrem strengen Korsett befreien könnte. [...] Mit dem post-apokalyptischen Flair seiner Tracks führt der Engländer eine Entwicklung fort, die in den 90er Jahren Detroit-Produzenten wie The Martian, Jeff Mills und Octave One maßgeblich geprägt haben. [...] Scuba bringt die Freude an neuen Klängen, unerwarteten Konstellationen und intensiven Gefühlen zurück in die elektronische Musik. Vielleicht ist er der neue Heilsbringer, den das Genre so dringend braucht. (laut.de)




    MySpace
  • A Weather - Everyday Balloons

    A Weather - Everyday Balloons

















    Die erste Vorladung (V)

    Personalien:
    Aus Portland, Oregon stammen Aaron Gerber (Gesang, Gitarre), Sarah Handley Winchester (Gesang, Schlagzeug), Louis Thomas (Bass) und Aaron Krenkel (Gitarre). Zusammen sind sie A Weather.

    Tathergang:
    Everyday Balloon“ wurde, wie bereits der Vorgänger „Cove“ (2008) in den Type Foundry Studios in Portland von Adam Selzer (M. Ward, The Decemberists) aufgenommen und über Team Love Records vertrieben.

    Plädoyer:
    Soll man dazu Slowcore sagen oder Dreampop oder einfach nur erwähnen, dass zu viel Entspannung schnell zu Tiefschlaf führt? Wer auf jeden Fall gerne atmosphärischen, ruhigen, aber nicht deprimierenden US-Indierock hört, sollte es einmal mit „Everyday Balloon“ versuchen. Das Album lebt vor allem vom harmonischen Zusammenspiel der Stimmen von Aaron Gerber und Sarah Winchester. Piano, Orgel, Glöckchen und Streicher werden gelegentlich eingesetzt, Gitarren und Drums dürfen meistens nur dezent angeschlagen werden.

    Zeugen:
    For a band that leaves so much open space in their songs (and therefore creates room for listeners to pay attention to and place emphasis on their lyrics), A Weather have carved out an unusual lyrical landscape. Yes, there is an overarching sadness to their work, but their painstakingly constructed songs never seem personal or confessional. As a result-- rather than feel like hangdog character studies-- they manage to capture both minutely imagined details and suggestive, opaque poetry.

    Despite the strong melodies and arrangements of LP highlights "Ducks in a Row" and "No Big Hope", Everyday Balloons falls short of the high watermark set by Cove. Perhaps that's because it is a plugged-in collection, and the band's anesthetized grief is a better match for its acoustic predecessor, or perhaps it's because these more ambitious compositions require swells and segues that the band hasn't quite mastered yet. But despite these faults, the album is still laudably subtle and sadly pretty. And patient listeners will be rewarded.
    (pitchfork.com)

    Indizien und Beweismittel:



    „It’s Good To Know“ Video (2008)


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Iko - Ludo Says Hi

    Iko - Ludo Says Hi

















    Die erste Vorladung (IV)

    Personalien und Vorstrafen:
    Erinnert sich noch irgendwer an die Band Buffseeds aus Exeter, Denon? Das Quartett um Sänger und Gitarrist Kieran Scragg konnte mit den Songs „Casino Girl“ und „Sparkle Me“ einige Freunde gewinnen, doch nach einem Album war bereits wieder Schluss.
    Sein aktuelles Projekt nennt sich Iko (ein altes japanisches Wort für Waise), seine Mitstreiter heißen Neil Reed (ebenfalls ehemaliges Buffseeds-Mitglied), Rob Maxwell und John Barwood.

    Tathergang:
    Nach dem Debüt „I Am Zero“ (2006) schrieb Scragg, der in den Texten eine zerbrochene Beziehung, Depressionen und Angstzustände verarbeitete, zwei Jahre an den Songs, ein weiteres Jahr dauerte die Produktion von „Ludo Says Hi“. Aufgenommen wurde das Album zusammen mit Sean Genockey (Manic Street Preachers, Suede, Tom McRae) in dessen Blackdog Studio und in Peter Gabriels Real World Studios.

    Plädoyer:
    Als Einflüsse nennt Kieran Scragg selbst Jeff Buckles und Radiohead, daher verwundert es nicht, dass „Ludo Says Hi“ mit emotionalem Indierock aufwartet, der eine Spur Post-Rock in sich trägt. Hinzu kommen Einschläge von The Smashing Pumpkins („Daytime Catapult“), The Cure und Placebo („Ludo Says Hi“). Die ruhigeren Töne sind im Vergleich zu Buffseed-Zeiten seltener geworden, aber noch vorhanden: so ist „Look What You’ve Done To Me“ eine streichergetränkte Piano-Ballade geworden. Das Markenzeichen der Buffseeds, Scraggs hohe, schon feminin anmutende hohe Stimme ist selbstverständlich nicht zu überhören.
    „Ludo Says Hi“ und „I Am Zero“ sind für 15 Pfund über die Homepage der Band, die ihr eigenes Label betreibt, zu beziehen. Legt man noch 5 Pfund drauf, erhält man zudem ein T-Shirt.

    Zeugen:
    When approaching this new long player, recorded with Sean Genockey at Peter Gabriel's Real World Studios and at the producer's own Blackdog Studio, Kieran says they wanted to return to their roots – influences from earlier years like Smashing Pumpkins, The Cure and Nirvana – and aimed for a bigger, heavier, guitar-heavy sound. (...)
    Ludo Says Hi is a compelling and accomplished collection that works blasting out on maximum power or dancing gently in the background.
    Its cover – bearing on the front a simple black graphic of a girl with antlers – is a poignant reminder of an incident that shook the band on their drive home from the studio through a dark Devon night.
    They came across a deer dying in the road, presumably the victim of a hit and run accident.
    (Jackie Butler)


    Indizien und Beweismittel:




    Look What You’ve Done To Me




    Soundcloud

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Air Formation - Nothing To Wish For (Nothing To Lose)

    Air Formation - Nothing To Wish For (Nothing To Lose)

















    Die erste Vorladung (III)

    Personalien:
    In Sussex, England sind Air Formation, die seit 12 Jahren gemeinsam musizieren, beheimatet: Matt Bartram (Gesang, Gitarre), Ben Pierce (Bass), Richard Parks (Keyboards), James Harrison (Schlagzeug) und Ian Sheridan (Gitarre).

    Tathergang:
    In diesen 12 Jahren waren die Jungs nicht untätig: ein Namenswechsel (früher: "b.e.a.b Approved“), drei Plattenfirmen (aktuell: Club AC30), drei Singles (dazu zwei, die im Eigenvertrieb in kleinster Auflage erschienen), zwei EPs und 4 Alben.
    Das aktuelle trägt den Titel „Nothing To Wish For (Nothing To Lose)“ und wurde von Pat Collier (Adorable, House Of Love, My Life Story, The Wonderstuff) produziert.

    Plädoyer:
    Shoegaze oder Nugaze? Ist doch egal! Air Formation huldigen ihren 90er-Idolen und kommen den Originalen schon recht nah, seien es My Bloody Valentine, Ride, Slowdive oder The Verve.
    Amazon möchte richtig Geld für die CD haben, daher entweder den Download wählen (7 €) oder selbst importieren.

    Zeugen:
    Across Nothing To Wish For...'s 11 pieces there are still plenty of moments that highlight just why Air Formation are held in such regard within their own genre. The smooth orchestral landing that follows the guitar-heavy intro to opener 'Three Years Pass' and Cure-like dark pop of 'Stars & Knives' both stand out as two of the band's most delectable compositions to date. 'Meltdown' meanwhile is very similar in structure to Daylight Storms standout 'Adrift', its tribal drums offering to pick up where Ride left off on 'Dreams Burn Down' when whimsy seemed a more saleable option. Alternatively, the patient build-up of 'Until Today' and maudlin envelop of 'Outro' possibly hints at Air Formation's future intentions as more plaintive orators of shoegaze's often fantasy orientated veneer, the former eerily reminiscent of Bauhaus' 'Hollow Hills' to boot.
    What is starkly recognisable, Matt Bartram's largely whispered vocal delivery apart, comes courtesy of Air Formation's unerring quest to make music as disturbingly uncommercial and disproportionate as possible without diluting their sound or integrity, and even though Nothing To Wish For (Nothing To Lose) is unlikely to challenge Glee's domination of the album charts any time soon, it's a welcome - if customary - return for one of the nation's most consistent outfits.
    (drownedinsound.com)

    nur wenige neue bands haben so fein die sound-geheimnisse welche helden wie ride und slowdive umwehen verinnerlicht wie air formation. mit „low december sun“ haben sie zudem eine neue single am start, die auf jeder stilvollen indiepop-party beachtung finden dürfte. „nothing to wish for“ lässt jeden alten und jungen shoegazerfan dankbar mit den armen wedeln, sich in soundcollagen verlieren und in eine wohlige verwunschene klangwelt abtauchen. der große „hit“, mit dem man vielleicht auch genre-ferne leute hätte verzaubern können wurde zwar auch diesmal nicht wirklich geschrieben, aber solange post-shoegazerbands wie air formation solche feinfühligen alben machen, ist mir um die kleine globale szene gar nicht bange.
    (revolver-club.de)


    Indizien und Beweismittel:



    „Low December Sun“ Video

    Ortstermine:
    30.06.10 München, Kranhalle
    01.07.10 Berlin, Bang Bang Club
    02.07.10 Hamburg, Tba.

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • The Morning Benders - Big Echo

    The Morning Benders - Big Echo



    In der Freelance Whales-Vorstellung habe ich sie ja schon erwähnt: The Morning Benders aus Berkley / Kalifornien sind Christopher Chu (vocals, guitar), Jonathan Chu (guitar, keyboards), Timothy Or (bass) und Julian Harmon (drums). Nach diversen EPs und kostenlosen Downloads erschien 2008 das erste Album ‚Talking Through Tin Cans’ auf +1 Records. Im März diesen Jahres erblickte ‚Big Echo’ bei Rough Trade US das Licht der Welt.

    The title to the Benders' sophomore effort and Rough Trade debut, Big Echo, appropriately evokes their sonic shift in the past two years. The album is a homecoming of sorts, as it finds the Morning Benders correcting their PacNW indie pop identity crisis in favor of a more coastal, kaleidoscopic California haze. It also finds them embracing the cavernous experimental rock sound of Grizzly Bear, whose Chris Taylor shares a co-production credit with Benders singer/guitarist Christopher Chu. […] Giving too much credit to Taylor's influence and direction, however, undermines the Morning Benders' stylistic transition, one any band would envy and many listeners will love. Many bands spend entire careers trying (and failing) to even nail down the one thing they're good at. The Morning Benders have already found a handful. Here's hoping they continue down the path illustrated on Big Echo's gorgeous oil-painted album cover: into the unsure seas, and away from the relative safety of stable terrain. (pitchfork.com)




    The Big Echo makes me want to become a better reviewer of music. The Morning Benders shine a bright light on my shortcomings as I struggle for words to describe the brilliance of Big Echo. […] The standout tracks for me include […] Excuses, Cold War (Nice Clean Fight) and Stitches. The piano on Stitches dances right up my spine as the Grizzly Bear influenced harmonies lull me into a state of bliss before the piano gives way to shimmery guitars as the song fades out. It was just so fucking brilliant that there is no way my words can do it justice. (hearya.com)


    Video: ‚Excuses’ (Yours Truly Session)



    Als CD und Vinyl erhältlich.

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  • Freelance Whales - Weathervanes

    Freelance Whales - Weathervanes



    Die Freelance Whales aus New York, genauer gesagt aus Queens, sind vier Jungs und ein Mädel, die allein schon durch den Einsatz von (unter anderem) Streichern, Glockenspiel, Banjo und Akkordeon neugierig machen dürften. Wenn die entsprechende last.fm-Bandseite dann auch noch (unter anderem) Fanfarlo und The Morning Benders als ‚Similar Artists’ anführt sollte man getrost mal ein Ohr riskieren und sich die Band anhören.

    Vergleiche sind ja immer so eine Sache, aber beim Hören des Albums, das ursprünglich schon im September 2009 ohne Label erschien und jetzt über French Kiss herauskommt (in den USA versteht sich), fallen einem dann noch Arcade Fire ein. Und The Postal Service. The Folk Postal Service wohl eher. Bei 78s.ch waren sie im November letzten Jahres „Temporär beste Band der Welt“ und Neon Gold schrieb: „ Freelance Whales are like Arcade Fire for your little sister, only your little sister is in college now and she’s actually pretty cool and has tons of hot friends.”

    The album settles comfortably in what people will refer to as “neo-folk” or “indie-pop-folk” or “post-everything,” and none of these labels will come close to what the Freelance Whales have given us. Supposedly the band name is both a description of the music and the band’s lifestyle outside of music. And, for once, it’s pretty perfect. These boys have a lot of talent in a lot of different areas. It’s jittery, downplayed, catchy, dreamlike, and imperfect, but it’s all presented in true New Yorker “freelance life” form. […] If the name of the album is any sort of indicator, Weathervanes will certainly point you in the direction of where music should be moving toward. (heavemedia.com)


    Freelance Whales - Generator 2nd Floor

    Freelance Whales | MySpace Music Videos




    Als CD und Vinyl erhältlich.

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  • Alcoholic Faith Mission - Let This Be The Last Night We Care

    Alcoholic Faith Mission - Let This Be The Last Night We Care

















    Die erste Vorladung (II)

    Personalien:
    Ursprünglich bestanden Alcoholic Faith Mission nur aus den beiden in die USA emigrierten Dänen Sune Sølund und Thorben Seierø Jensen, doch im Verlauf der letzten Jahre ist aus dem Duo dank Kristine Permild, Gustav Rasmussen und Laurids Smedegaard ein Quintett geworden.

    Tathergang:
    Es waren Sølund und Jensen, die 2006 in Brooklyn, New York von einem Neonschild der Apostolic Faith Mission beleuchtet und in alkoholisiertem Zustand zur Bandgründung und Namensgebung inspiriert wurden.
    Let This Be The Last Night We Care“ ist nach dem letztjährigen „421 Wythe Avenue“ und „Misery Loves Company“ bereits das dritte Album der Dänen, die es in schöner Regelmäßigkeit auch durch deutsche Landen führt.

    Plädoyer:
    Alcoholic Faith Mission scheuen nicht vor Handclaps und Chorgesang zurück, werfen und spielen Posaunen, Gitarre, Bass, Samples, Schlagzeug, Streicher und Synthies wild durcheinander, so dass 12 kleine, manchmal quirlige, meist besonnene Popsongs zwischen Indiegefrickel, Post-Rock und Freak-Folk entstanden sind. So verschroben musizieren sonst nur The Most Serene Republic, Arcade Fire oder Architecture in Helsinki.

    Zeugen:
    Gemeinsam bringen sie auf „Let This Be The Last Night We Care" Synthesizer, Samples und Streicherfetzen, Posaunen, Gitarren und Chöre auf eine ganz unaufdringliche und dezente Art zusammen. Keiner der zwölf Songs ist trotz seiner Mehrschichtigkeit überladen, keiner dieser Tracks ist trotz seiner Unterspanntheit unspannend. Es fließt hier vor sich hin, schleicht en passant vorbei und hält kurz inne, um dann weiter zum nächsten schönen Moment dieser Entdeckungsreise zu führen. Doch zugegeben, es geht in diesem Indie-Folk-Kommunen-Pop eher schattig bis düster zu. Aber trotz des permanent melancholischen Untertons hat dieses Album etwas Aufbauendes, ja fast Sommerliches in sich. Das sollte man entdecken.
    (tonspion.de)

    Ein Song wie das behutsam Radioheads "No surprises" nachbauende "Snuck in to ride it" könnte im richtigen Moment sogar zum guten Vorsatz verleiten, die Sauferei endgültig an den Nagel zu hängen. Heute mal nicht blau. Morgen auch nicht. Aber vielleicht übermorgen wieder. Es kann schließlich niemand genau sagen, was in den nächsten Nächten passiert und ob man sich danach nicht dringend einen zur Brust nehmen muss. Und falls es so sein sollte, sind Alcoholic Faith Mission sicher zur Stelle, um mit einem anzustoßen. Auf das seltsame Leben, die trügerische Liebe und diese wunderbaren zwölf Songs. Auch wenn sie zuweilen an ihrer eigenen Schönheit zu zerbrechen drohen.
    (plattentests.de)


    Indizien und Beweismittel:




    „Nut In Your Eye“ Video (2009)

    Ortstermine:
    23.05.10 Hamburg, Astra Stube
    24.05.10 Berlin, Bang Bang Club
    25.05.10 Dresden, Scheune
    27.05.10 Bayreuth, Glashaus
    29.05.10 München, Südstadt
    30.05.10 Regensburg, Heimat
    03.06.10 Hannover, Feinkost Lampe
    04.06.10 Leipzig, NaTo

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • David Byrne & Fatboy Slim – Here lies love

    David Byrne & Fatboy Slim – Here lies love

    cover_

    Kreative Köpfe mit zum Teil versponnenen Ideen kommen nicht nur aus Island, sonst ließe sich diese Gleichung

    x + Fatboy Slim + hochkarätige Gastsänger/-innen = ein Liederzyklus über Imelda Marcos und ihr Kindermädchen Estrella Cumpas

    nicht mit x = David Byrne lösen. Da neben David Byrne und Fatboy Slim mehr als 20 Gäste an “Here lies love” beteiligt waren, dürfte die Aufarbeitung der Tat den werten Richtern eine gehörige Portion Aufmerksamkeit abverlangen.

    Byrne las vor einigen Jahren ein Buch über den äthiopischen Herrscher Haile Selassie und später einen Artikel über Imelda Marcos, in dem u. a. ihre Vorliebe für Discobesuche in den späten 70er und frühen 80er Jahren erwähnt wurde. Während Selassie und Marcos eine zum Teil menschenverachtende Dekadenz verband, hatte Byrne mit Marcos die Vorliebe für Discomusik gemein. Diesen Anknüpfungspunkt nutzte er um Marcos’ Leben untermalt von freundlicher Musik in das Konzept eines Theaterstücks zu pressen. Idealerweise sollte dieses mit vergleichsweise geringem Aufwand in Clubs aufzuführen sein. Musikalische Unterstützung erfuhr er von Norman Cook aka Fatboy Slim. Die Basis der Songs entstand über einen Zeitraum von mehreren Jahren.

    Ach ja, da fehlte noch etwas: Texte. Byrne sah in der simplen Aneinanderreihung unterhaltsamer Tatsachen (z. B. die ca. 3.000 Paar Schuhe der Dame) keinen tragenden roten Faden für ein Gesamtwerk, welches als solches den üblichen Problemen der Musikbranche trotzen sollte. Er fand statt dessen viele Zitate von Marcos und aus ihrem Umfeld, die jeweils die Grundlage für die 22 Songs des Albums bildeten. So wollte er nebenbei auch noch die Beweggründe für die hin und wieder seltsamen Verhaltensweisen mächtiger Menschen  beleuchten.

    Und dann ließ er seine Kontakte spielen und gewann für die Gesangsparts Gäste wie: Florence Welch, Tori Amos, Martha Wainwright, Cyndi Lauper, Rósín Murphy, Natalie Merchant und Santigold.

    Musikalisch lebt dieses Gesamtkunstwerk von der Genialität der beiden Initiatoren und der Vielfalt der Gäste. Selten haben mich Disco-Rhythmen und Soul-Einschläge derart mitgerissen. Fatboy Slim und David Byrne scheinen gemeinsam hervorragend zu funktionieren und gediegene Grooves recht locker aus den Ärmeln zu schütteln.

    Meine aktuellen Lieblingssongs sind “Don’t you agree” mit Rósín Murphy, “Men will do anything” mit Alice Russell und “The whole man” mit Kate Pierson (klingt natürlich wie Song der B-52’s).

    Hier das Video zum Song “Please don’t” mit Santigold:

    Die empfehlenswerte Deluxe-Edition kommt als schickes Buch mit 120 Seiten, zwei CDs und einer DVD.

  • Jónsi - Go

    Jónsi - Go

















    Die erste Vorladung (I)

    Personalien und Vorstrafen:
    Rattern wir die hinlänglich bekannten Tatsachen über Jónsi einmal schnell herunter: geboren als Jón Þór Birgisson am 23.04.75 in Island, Sänger unserer Blog-Lieblinge Sigur Rós, homosexuell, Vegetarier und auf einem Auge blind.

    Tathergang:
    Da in den Familien seiner Bandmitglieder gerade der große Kinderboom eingesetzt hat, pausieren Sigur Rós und Jónsi verwirklicht zusammen mit seinem Freund Alex Somers unterschiedliche Projekte, darunter ein vegetarisches Kochbuch, eine gemeinsame instrumentale Platte (Jónsi & Alex „Riceboy Sleeps“) und nun das erste Soloalbum mit folgender Tour.
    In Jónsi Haus in Reykjavik und im Tarquin Studio in Connecticut wurde „Go“ im Sommer letzten Jahres aufgenommen, an den Reglern saß neben Jónsi & Alex noch Peter Katis (Interpol, Julian Plenti, The National), für die Streicherarrangements war der Komponist und Musiker Nico Muhly verantwortlich.

    Plädoyer:
    Kein depressiver, introvertierter Prog-Rock, sondern ein klassisches, phantastisches und fröhliches Pop-Album ist „Go“ geworden. Zunächst komponierte und konzipierte Jónsi alle Songs im Stile des klassischen Singer/Songwriters auf der Gitarre, doch durch die Zusammenarbeit mit Nico Muhly verwarf er diese Ideen recht schnell und schichtete eine Soundebene auf die andere. Der Hörer steht staunend davor, muss sich dann aufgrund des Bombasts sich auftürmender Streicher, Bläser, Flöten, Chöre und immer wieder energetischer Percussions erst einmal setzen und darf noch lange Zeit immer wieder neues entdecken.
    Wenn ich es nicht gelesen hätte, wäre mir nicht aufgefallen, dass Jónsi nun (größtenteils) englisch singt und nicht mehr seine Fantasiesprache benutzt.
    Auf die vorbestellte limitierte Version von „Go“ (schöne Box, mit zusätzlicher DVD und weiteren Überraschungen) warte ich leider immer noch, der Download-Link kam rechtzeitig zur Veröffentlichung.

    Zeugen:
    Wer Sigur Rós kennt, hat diese Momente der Überreizung schon selber erlebt. Und doch lernt man den Sänger bei seinem Solodebüt nochmals von einer neuen Seite kennen. Nie hat man ihn so beschwingt und so fröhlich gehört. Nie stand es ihm besser. Wenn sich der perfekte Frühling in Melodien fassen liesse, er würde genau so klingen. Jónsi lässt die Schmetterlinge, die der Frühling im Bauch weckt, fliegen.
    Das Timing also könnte nicht besser sein für beschwingte Uptempo-Nummern wie Animal Arithmetic, Around Us und die Vorabsingle Go Do. Etwas gemächlicher, aber nicht weniger Endorphin-anregend, präsentiert sich das heimliche Highlight des Albums, das klassisch inspirierte Kolnidur. (...)
    Mit all diesen Ideen hätte Jónsi drei Alben machen können. Machen müssen, meinte eine Freundin zu mir. Die grosse Kreativität gehe verloren, weil zu viel in jeden einzelnen Song gepackt sei. Das Ding ist: Jónsi hat seine Kreativität bereits auf drei Alben verteilt: Dasjenige von Riceboy Sleeps ist letzten Sommer erschienen, nun folgt das Soloalbum und das nächste Album seiner Stammband ist ebenfalls bereits am Entstehen. Ganz offensichtlich hat dieser Isländer so viele Ideen in sich, dass er ein Album damit überladen muss.
    Ich kann darin nichts Negatives erkennen. Diese kreative Explosion versetzt einen beim Zuhören geradezu in einen Rausch. Sie überfordert, wenn man zu genau hinhört. Doch das sollte man gar nicht. Man soll sich einlullen lassen, hinweg tragen, und diese ganze Welt abertausender Klänge in vollen Zügen einatmen. So wie man den Frühling aufsaugt und dabei pures Glück verspürt.
    Wem bei dieser Musik nicht das Herz aufgeht, sollte einen Arzt aufsuchen. Das Herz ist vermutlich noch im Winterschlaf.
    (78s.ch)


    Indizien und Beweismittel:













    „Go Do“ Video

    Und jede Menge weitere Videoclips:












    „Go“ komplett hören:













    Ortstermine:
    31.05.10 Köln, Live Music Hall
    05.06.10 Berlin, Columbiahalle

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Hafdis Huld - Synchronised Swimmers

    Hafdis Huld - Synchronised Swimmers

















    Ich freu’ mich! Noch härter als gestern, denn nur ganz selten bekommt man im Jahr die Gelegenheit für einen so passenden Doppelpost. Also gut aufgepasst...

    Hafdis Huld wuchs in Kópavogur in Island auf, gründete im Alter von 10 Jahren einen eigenen Zirkus, der ihr einen Sommer voll ausverkaufter Auftritte in der Garage eines Nachbars einbrachte. Mit 15 gründete sie zusammen mit einigen Jungs die Band GusGus, mit der sie zwei Platten veröffentlichte. 2006 folgte, nachdem sie zwischenzeitlich auch auf Alben von FC Kahuna und Tricky zu hören war, ihr erstes Soloalbum „Dirty Paper Cup“, das uns Oliver R. hier dankenswerter Weise vorstellte.
    Dies schien irgendwem so gut gefallen zu haben, dass Hafdis, mittlerweile von schwarzer zu blonder Haarfarbe gewechselt, 2008 in einem TV-Spot für Mercedes-Benz zu sehen war, in dem seine akustische Version von Sam Browns „Stop“ zum Besten gab.
    2009 erschien in Island ihr zweites Album „Synchronised Swimmers“, dessen erste beiden Singles dort jeweils den Weg an die Spitze der Charts fanden. Highlights sind, auch wenn ich noch nicht so begeistert bin wie vom Debüt, der Opener „Action Man“, der auch mit dem Gütesiegel "Hello Saferide" versehen sein könnte, „Kónguló“, eine Hommage an den französischen Spinnenmann Alain Robert, die klingt, als würde das Hotel California auf la Isla bonita stehen, und das leicht schmalzige Duett "Vampires".
    In Deutschland muss man noch bis zum 19. Mai auf die Platte warten.




    „Kónguló“ Video
  • Laura Marling - I Speak Because I Can

    Laura Marling - I Speak Because I Can

















    Die schönste Indie-Soap-Opera der letzten Jahre zeigte und, dass es unterschiedliche Wege gibt eine Trennung zu verarbeiten: Er stürzt sich in Arbeit, nimmt ein schwülstiges, jammerndes und so tolles Album auf, dass es bei PVG zum Album des Jahres wird. Sie legt sich eine neue Frisur zu, färbt die Haare von blond zu schwarz, stürzt sich in Arbeit und nimmt ebenfalls ein neues Album auf. Erstmals ohne ihn. Er ist Charlie Fink, Kopf von Noah And The Whale, sie ist Laura Marling und „I Speak Because I Can“ ist ihre zweite Platte, den den Folk bei seinen Wurzeln packt. "Devil's Spoke" zeigt, dass auch noch andere vom Banjo besessen sind, das rein akustische „Made By Maids“ flüstert den Namen Nick Drakes und „Rambling Man“ könnte von Joni Mitchell stammen.
    Produziert wurde das Album von Ethan Johns (Kings Of Leon, Ryan Adams, Rufus Wainwright, musikalische Unterstützung erhielt Marling von Marcus Mumford und dessen Kumpanen, die ihrem eigenen „Sigh No More“ nun selbst Konkurrenz machen. Obwohl mir der Vorgänger besser gefallen hat, erwarte ich hohe Punktwertungen vom Konzerttagebuch-Team.





    „Rambling Man“ Video

    Die knapp 40 Minuten CD-Dauer ist viel zu kurz, vergeht aber bei durchgängig so hochqualitativer, abwechslungsreicher und unvergleichbarer Musik mindestens doppelt so schnell. Die Raffinesse der Arrangements und Texte und die wohlige Stimme Marlings erwärmen müde Winterkörper sicherlich schneller als der Frühlingsanfang.
    (laxmag.de)


    Das bietet die limitierte Version des Albums, so dass man die 5 Euro mehr guten Gewissens investieren kann:




    So wirkt das gesamte "I speak because I can" unglaublich spannungs- und deshalb nie überladen. Die Versuchung, eine Patina aus unnötigem Luxus über ihre Songs zu klatschen, kontert Marling, indem sie deren Verläufe und Stimmungen gleich mit umarrangiert. Und so eben Substanz und Verzierungen gleichermaßen im Blick hat. Die Frage, ob von einer gerade mal 20-Jährigen ein derart tiefes Verständnis für die Bedürfnisse der eigenen Musik überhaupt erwartbar ist, muss gar nicht weiter aufhalten: "We applause because we must."
    (plattentests.de)
  • James Levy - Blood Red Rose

    James Levy - Blood Red Rose

















    James Levy, der Frontmann der US-Band Levy, die hier bereits mit „Rotten Love“ (2006) und „Glorious“ (2007) überzeugen konnte (Platz 7 bzw. 6 in der Jahresabrechnung), veröffentlichte bereits vor geraumer Zeit, und ohne dass ich es mitbekommen hätte, sein erstes Soloalbum.
    Dabei konzentriert sich Levy mehr auf ruhigere, introspektivere Songs und experimentiert mit unterschiedlichen Instrumenten (zahlreiche Streicher, Hörner und Trompeten, Vibrafon, Hawaii-Gitarren und eine Harfe), Sounds und Musikrichtungen: „Reputante“ lehnt sich mit seinem Gefidel an Folk und Country an, „End Of The Line“ bietet mit Liza Feldkamp eine Gastsängerin auf, so dass einem der Song durch die Bläser doch sehr mexikanisch vorkommt, „Statue“ möchte gern „Under the Milky Way“ sein und „Blood Red Rose“ versucht sich im Soul-Pop mit Falsettgesang und würde eher zu einem Hochglanzvideo von Lenny Kravitz passen. „Oh Leicester“ und „Oh Rochelle“, hätten mit ihrer Kombination aus Akustikgitarre und Streichern auch einen schönen Kammerpop-artigen Abschluss für die eingangs erwähnten Levy-Alben bilden können. „Walk Not Run“ ist ein Gospel-Song mit entsprechendem Chor zu (Kirchen-)Orgel-Klängen und „Holy Water“ ist eine im Tempo gezügelte, akustische und mit Streichern veredelte Version des bereits aus dem Album „Glorious“ bekannten Songs.





    „Oh Leciester“ Live-Video


    Levy scheint es demnach leider nicht mehr zu geben, „Blood Red Rose“ ist eine kurzweilige Überraschung und wird über Township Records vertrieben, und das nächste Projekt von James Levy scheint Promising Young Talent zu heißen. Wir werden berichten...





    Levy „On The Dance Floor“ Video
  • Tom McRae - The Alphabet Of Hurricanes

    Tom McRae - The Alphabet Of Hurricanes

















    Der mittlerweile 41jährige Engländer Jeremy Thomas McRae Blackall veröffentlicht als Tom McRae sein fünftes Studioalbum „The Alphabet Of Hurricanes“. Ein Großteil der Songs wurde in seinem eigenen Studio Gunpoint in London aufgenommen, andere in Sheffield bzw. in Los Angeles, was man einzelnen Songs auch anzuhören glaubt, denn neben den textlichen Bezügen („Summer Of John Wayne“, „American Spirit“) flirtet McRae heftig mit dem Blues („Told My Troubles To The River“, „Me & Stetson“). Insgesamt wirkt das Album im Bemühen neue musikalische Wege zu beschreiten ein wenig unausgegoren und man fragt sich zum Beispiel, warum „A Is For...“, ein kurzes Klarinetten-Instrumental, nicht noch viel kürzer ausgefallen ist (also 0 Sekunden), warum dieses schreckliche Instrument auch noch mit ins anschließende „Won’t Lie“ übernommen werden musste und warum sich „Please“ mit all seinem Getrommel, Geklatsche und Hintergrundgesinge bloß so „They Don’t Care About Us“-mäßig entwickeln muss.
    „Summer Of John Wayne“, „Out Of The Walls“ oder „Can’t Find You“ bringen dem geneigten Hörer aber dann den Tom McRae, den er sich wünscht, also den emotionalen, leidenden Singer/Songwriter.
    Wenig geneigt waren ihm und seinem neuen Album viele Rezensenten:

    The most surprising thing about Alphabet is that McRae shows promise but seems to continually lose focus, often within the confines of a single song. When he isn’t attempting to appeal to the AOR crowd, McRae seems be stuck in an Americana-folk groove that with a little more exploration could’ve yielded the same, promising results demonstrated on the album’s opener. Unfortunately, these results never repeat but are hinted at by the refreshingly sparse but incomplete “Can’t Find You” and the simple, upbeat “Best Winter” found on the last, second-half of the record.

    Ironically, if Alphabet proves anything, it is that McRae is very much a product of the ‘90s. This makes sense since those were the years that marked McRae’s 20s—even if he never released an album until the 2K’s. It also is a good reason for why McRae isn’t a household name despite his initial, critical praise. Unfortunately, nearly ten years after his debut, McRae seems unable to move forward. For fans of those unabashedly earnest and heartfelt records that was filling up the charts between grunge singles nearly 15 to 20 years ago, Alphabet might come as a needed relief from today’s bearded, lo-fidelity folk stars spewing abstract poetics. For the rest of us, McRae’s release is just too dated and inflated to take seriously.
    (popmatters.com)





    „Summer Of John Wayne“ Live-Video
  • Tunng - ...And Then We Saw Land

    Tunng - ...And Then We Saw Land


















    Ich freu' mich so hart! Nicht, weil Lena Meyer-Landrut die erste ist, die in Deutschland gleichzeitig 3 Songs in den Top 5 platzieren konnte, sondern weil vor einiger Zeit der Postbote gleichzeitig 3 Alben in meinem Briefkasten platzieren konnte, von denen ich mir sehr viel erwartet hatte.
    Aber der Reihe nach...

    Bei Tunng hat sich aufgrund des Ausstiegs von Gründungsmitglied Sam Genders einiges getan. Mike Lindsay, der „...And Then We Saw Land“ auch produziert hat, bezog die übrigen Mitglieder des Kollektivs vermehrt ins Songwriting mit ein, vor allem Ben Brickerton und Betty Jacobs, die zudem viele Gesangparts übernommen hat. Zudem setzte man im Studio verstärkt auf analoge Instrumente und reduzierte die elektronischen Spielereien, die Tunng zu einer der Speerspitzen der Folktronica-Bewegung werden ließen, deutlich.
    Veränderungen, mit denen ich mich anfangs ein wenig schwer tat, aber die Qualitäten der einzelnen Songs überzeugen einfach: „Hustle“ und „It Breaks“, die deutlich Rhythmus orientierter sind als früher Stücke von Tunng und sich dabei dauerhaft im Gehörgang festsetzen können, „Don’t Look Down Or Back“, das mit ungewohnt verzerrten Gitarren und dem Einsatz des Mega Choirs, einer Ansammlung von 15 singfreudigen Kumpels, erfreut, „With Whiskey“, das mit seinen gezupften Gitarren und dem Harmoniegesang purer Folk ist...
    So ließen sich - mit Ausnahme des überflüssigen Instrumentals „By Dusk They Were In The City“ und der albernen Keyboards in „Santiago“ - beliebig lang die Vorzüge der einzelnen Songs herunterbeten und jeder, der sich „...And Then We Saw Land“ anhört, könnte sicherlich weitere hinzufügen.

    That changes might be afoot in the world of Tunng is apparent from Hustle, the opening track of … And Then We Saw Land. Hustle shoots out of the traps, a pop melody borne along on upper-¬register piano notes, acoustic ¬guitars and banjos, the slight, breathy voices of Mike Lindsay and Becky Jacobs blending in a way that is wistful and charming rather than wimpy and indefinite. It's a fine start to Tunng's fourth album, and one they build on. They haven't suddenly become a pop band – It Breaks, October and These Wind employ ¬melodies from the English folk tradition – but there's a real oomph and purpose here that, perhaps, Tunng never quite managed before. Those who feel it all sounds uncomfortably commercial should rest assured: this is a step ¬forward, and closer Weekend Away ¬offers a multi-sectioned eight minute track that will appeal to anyone for whom a whistleable chorus is an object of suspicion.
    (guardian.co.uk)





    „Hustle“ Video


    Tunng live:
    19.04.10 Heidelberg, Karlstorbahnhof
    22.04.10 Köln, Gebäude 9
    23.04.10 Berlin, Festsaal
    26.04.10 Hamburg, Knust
  • Die 10 besten Platten von Creation Records

    10. Teenage Fanclub "Thirteen"
    9. Primal Scream "Screamadelica"
    8. Slowdive "Souvlaki"
    7. The Boo Radleys "Giant Steps"
    6. Adorable "Against Perfection"
    5. Ride "Going Blank Again"
    4. My Bloody Valentine "Loveless"
    3. The House Of Love "The House Of Love"
    2. Oasis "Definitely Maybe"
    1. Oasis "(What's The Story) Morning Glory"

    (ausgewählt von Dirk)