Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Joanna Newsom - Have On On Me

    Joanna Newsom - Have On On Me

















    Platten vor Gericht fragt - du antwortest (III)
    Heute mit: Volker, zweifacher Familienvater und heute nicht ganz so kurz angebunden


    Es hat nicht sollen sein, Volker, „Ys“ ist trotz deiner Fürsprache nicht in unsere Top 50 gekommen. Wie kannst du dir das erklären?

    Indie-Kids rule the world.


    Damit „Have One On Me“ hier nicht ebenso untergeht - bitte ein kurzes Plädoyer.

    Ich würde jetzt gerne, wie so manche Zeitschrift, sagen, Joanna ist die Zukunft des Pop, dieses Dreifach-Album ist so viel zugänglicher als alles vorher etcpp. Leider muss ich sagen, wer schon „Ys“ nicht mochte, wird auch mit „Have One On Me“ nur bedingt was anfangen können. Aber ihr könnt es ja trotzdem probieren.


    Aber muss es gleich ein Dreifach-Album mit 18, teilweise epischen langen Songs und über 2 Stunden Spielzeit sein?

    Stand heute: Nein. Auch mir hätte eine Doppel-LP gereicht.


    Angenommen, du würdest den Job übernehmen, für den Frau Newsom wohl leider keinen finden konnte, die 3 Platten auf eine reduzieren zu müssen. Welche 6 Songs würdest du auswählen?

    6 Songs sind zu wenig, da gibt es keine Diskussion, aber das Einstampfen auf ein Doppel-Album kann ich versuchen.

    Easy

    '81

    Good Intentions Paving Company

    No Provenance

    Baby Birch

    In California


    On A Good Day

    You And Me, Bess

    Jackrabbits

    Soft As Chalk

    Esme

    Ribbon Bows

    Does Not Suffice


    Hab jetzt mal an einer Stelle die Reihenfolge geändert, damit dramaturgisch „In California“ und das das Refrainmotiv aufnehmende „Does Not Suffice“ die jeweilige LP abrunden. Für CD-Hörer natürlich relativ irrelevant, aber die kriegen eh weiterhin alle 18 Songs, die können ja skippen ;-).


    Früher klang Joanna Newsom stimmlich ein wenig nach Minnie Maus oder Björk auf Helium. Das hat sich jetzt geändert und Kate Bush wird häufig als Vergleich herangezogen. Stimmst du zu und siehst du noch weitere Parallelen?

    Also zum einen bin ich scheinbar einer der wenigen, die dieses Quäken immer noch mehrmals vernehmen (man höre nur '81), zum andren stimmt der Kate Bush-Vergleich mittlerweile ziemlich eindeutig, vor allem Kate Bush zu ihrer Anfangszeit, also „Lionheart“, kann man deutlich wiedererkennen.





    „'81“ Fan-Video


    Volker, welche weiteren Veränderungen gibt es, wenn man „Ys“ und „Have On On Me“ vergleicht?

    Hauptveränderung, die natürlich offensichtlich ist, es fehlen die Arrangements eines van Dyke Parks. Leider wie ich sagen muss, da diese nicht unwesentlich zur Klasse des Vorgängers beigetragen haben. Ansonsten ist es sicherlich, wie oben schon erwähnt diskutabel, ob es so viel des Guten hätte sein müssen. An meiner Track-Liste erkennt man schon, dass ich LP1 nahezu komplett übernommen hätte. Ein paar, von mir an anderer Stelle geschriebene Eindrücke zu dieser LP1, zitiere ich dann mal hier.

    Die erste Platte ist ganz ganz großartig.
    Vom dramaturgisch wunderbaren "Easy", in dem sich nach und nach immer weitere wunderbare Instrumente zum Piano gesellen, beginnend, dem immer noch völlig verwinkelten "Have One On Me", dem (Achtung es klingt fürchterlich, ist es aber nicht, man schließe mal die Augen, stelle sich Joanna in einem langen weißen Kleid vor, evtl wisst ihr dann was ich meine) Mittelalterfilmtauglichen elfenhaften "'81", über meinen derzeitigen Favoriten, dem wunderbar groovig dahin hoppelenden "Good Intentions Paving Co.", dem tollen eingängigen "No Provenance" mit seinem engelsgleichen "...in your arms, in your arms", bis zu dem angenehm reduzierten, doch immer mit kleinen schrägen Sprengseln garnierten und mich erfreulich ans erste Laura Gibson Album erinnernden "Baby Birch", ist da nichts was mich auch nur eine Minute vom Genuss dieser Platte abschweifen ließe.
    Besonders positiv überrascht bin ich, der ich einen nicht unwesentlichen Reiz von "Ys" auch an van Dyke Parks Arrangements festgemacht habe, über die wirklich ganz hervorragende Instrumentierung. Da sitzt jeder Ton, kein Instrument ist zu viel oder zu wenig und bei all der überbordenden Vielfalt, wirkt es dennoch nicht eine Sekunde wie Effekthascherei. Toll.


    Auf alle drei Alben betrachtet fehlt mir dann van Dyke Parks eben doch ein bisschen.


    Volker, klär’ uns doch bitte einmal auf: Was ist eigentlich so besonders an Joannas Ohren?

    Ohren? Ohren! Habt ihr nicht die Bilder in der Spex gesehen, wen interessieren da die Ohren (egal, ob man sie nun im Bereich der Feen oder bei den Vulkaniern verortet)?





    „Good Intentions Paving Company“ Fan-Video


    Man stellt sich vor, wie diese junge, zarte Fee von einer Frau nachts an einem großen Panoramafenster in den Hills über Hollywood steht. Da unten glitzern die Lichter von Los Angeles, kalt und zu weit weg, um sie zu begreifen. Vielleicht hat sie ein Glas Wein in der Hand, vielleicht ist sie einsam, vielleicht träumt sie von den warmen Maisfeldern des Mittelwestens. Oder vom zauberhaften Land Oz. Vielleicht auch nur von dem einen, den sie liebt und der ihr fehlt. Und dann setzt sie sich an ihre Harfe und erschafft einen weiteren dieser wundersamen, wunderschön traurigen Songs, die nun auf ihrem neuen Album versammelt sind. Joanna Newsom, vor zwei Jahren mit ihrem Album "Ys" zur neuen Ikone weiblicher Singer/Songwriterkunst erhoben, ist zurück mit neuen Einblicken in ihr Gemütsleben. "I am no longer afraid of anything, save the life that, here, awaits. I don't belong to anyone. My heart is heavy as an oil drum", singt sie in "In California" mit ihrer hohen, manchmal schneidenden, oft verletzlich wirkenden Stimme über Harfe, Violinen und Piano. Etwas über zwei Stunden lang ist "Have One On Me". 18 Songs, einige bis zu elf Minuten lang, sind auf drei CDs verteilt - ein monumentaler Kraftakt von einem Album, das trotzdem so unbeschwert und kurzweilig wirkt, als bliebe die Zeit einfach stehen, wenn man Joanna Newsom in ihr musikalisches Reich folgt, in dem die Konventionen von Pop außer Kraft gesetzt sind. Sicher, man kann ihre Musik zum Appalachian Folk zurückverfolgen, zu Joni Mitchells frühen Alben, zu Kate Bush und zu Tori Amos, aber keine Analyse ihrer Einflüsse erklärt die Magie, die Joanna Newsoms Gesang und ihre behutsam aufgebauten Lieder entfalten. Wir wagen mal eine Prognose: Mehr Musikalität und Gefühl wird dieses Jahr kaum ein anderer Künstler bieten können.
    (spiegel.de)
  • Lowood - Close To Violence

    Lowood - Close To Violence

















    Platten vor Gericht fragt - du antwortest (II)
    Heute mit: Christoph vom Konzerttagebuch


    Wie bist du auf Lowood aufmerksam geworden, Christoph?

    Ich hatte gehofft, das irgendwann mal anbringen zu können! Im Deutschlandfunk im Autoradio. Es war Liebe auf den ersten Ton! Vor allem die Gitarren haben es mir angetan, deren roher Sound begeistert mich immer wieder.


    Welche Informationen kannst du uns über die Band mitteilen?

    Wenige leider. Die Band kommt aus Stockholm, ist bei einem kleinen schwedischen Label und hat im Januar ihre Debüt-CD auch in Deutschland veröffentlicht. Der kreative Kopf hinter Lowood ist Sängerin und Gitarristin Therese Johansson. Dazu kommt Keyboarderin Kicki Halmos.


    Wenn ich The Cardigans, Eurythmics und Mazzy Star als Referenzen ins Rennen schicken - mit welchen drei Namen konterst du?

    Das gilt aber nur für den Gesang! Für die Melodien kontere ich mit The Cure, Elastica und Lovers Love Haters. Ansonsten die Delgados vielleicht, Dean & Britta?
    Ganz sicher aber auch Nina Kinert, mit der Lowood schon auf Tour waren.


    Die Schweden helfen sich gegenseitig, denn neben Matthias Friberg (Logh) oder Karl Rasmus Kellerman (Tiger Lou) ist auf dem Song „It’s A Mess“ auch...

    …Kristofer Åström zu hören.


    Christoph, welche Songs würdest du als Anspieltipps empfehlen?

    Ebendieses „It’s a mess!“ Das ist wundervoll! Dann „You’re no different“ und „Crash“, vielleicht dann noch „Walking dead“.
    Und die dazwischen…






    „Crash“ Video


    Warum sind Lowood eigentlich noch nicht im Konzerttagebuch verewigt?

    Weil ich leider aus Angst, mich schrecklich zu langweilen, nicht zu Kristofer Åström im Dezember in Köln gegangen bin und damit leider Lowood als Vorgruppe verpasst habe. Denn da wären sie mir aufgefallen!


    Auch wenn das Album stellenweise die Spannung verliert, enthält es genügend magische Momente, die süchtig machen können. Diese sind allein zahlreich in A Flickering Light enthalten, dass mit seinem Rhythmus an Kate Bush erinnert und dessen Gesangsmelodie zu einer famosen Melange ineinander fließt. Und so hat Schweden einen neuen, vielverprechenden Act in ihren Reihen, dessen Debüt Close To Violence für Liebhaber düsterem Singer/Songwriter-Pops ein willkommenes Fressen sein wird.
    (alternativenation.de)
  • Los Campesinos! - Romance Is Boring

    Los Campesinos! - Romance Is Boring

















    Platten vor Gericht fragt - du antwortest (I)
    Heute mit: Oliver von Nimm mein Mixtape Babe


    Romance Is Boring“, zweimal gehört, dann Staub angesetzt. Ging es bei dir auch so, Oliver?

    Bei mir waren es immerhin vier Durchgänge.


    Also: „Romance Is Boring“ is boring?

    Nein, absolut nicht! Die gewohnten Zutaten aus vielstimmigen Gesang, Songtexten wie "i think we need more post-coital and less post-rock" und der Einsatz unzähliger Instrumente (neben dem stets präsenten Glockenspiel haben es mir die Bläser in "In Medias Res" und "A Heat Rash In The Shape Of The Show Me State; Or, Letters From Me To Charlotte" sehr angetan) machen das Album wieder äußerst abwechslungsreich und hörenswert.


    Das dritte Album in 24 Monaten mit insgesamt 38 Songs - ist man der Los Campesinos! schon überdrüssig geworden?

    Auch hier ein klares Nein! Wäre mir nicht was Wichtiges dazwischen gekommen, hätte ich mir die Los Campesinos! auf jeden Fall wieder live angehört und -gesehen. Hier kann man nachlesen, wie toll es war. Ich hatte aber auch einen sehr schönen Abend!


    Sucht man nach einem Prädikat für die neue Los Campesinos! macht sich das Anfangsgefühl wieder breit, dass ein Album kompakter sein muss, als es hier scheint. Die Damen und Herren aus Cardiff haben es wieder einmal geschafft, den Hörer durch und durch zu begeistern, ohne wirklich was neues zu bringen. Schließlich kann man nur sagen: „Prädikat: sehr sehr gut.“
    (crazewire.de)


    Angenommen, eine Seite eines Mixtapes wäre ausschließlich für Songs der Los Campesinos! reserviert. Welche aus dem neuen Album schaffen es auf das Tape?

    "Romance Is Boring", "A Heat Rash In The Shape Of The Show Me State; Or, Letters From Me To Charlotte", "The Sea Is A Good Place To Think Of The Future", "There Are Listed Buildings", "We've Got Your Back (Documented Minor Emotional Breakdown #2)" und "I Just Sighed. I Just Sighed, Just So You Know".





    „There Are Listed Buildings“ Video


    Wer wäre denn auf der B-Seite, Oliver?

    Wenn ich es jetzt zusammenstellen würde, wäre es ein The Delgados Mix und der erste Song wäre "M. Emulator".


    Apropos Tape: Wann gibt es denn mal wieder ein neues Mixtape? Sind euch die Ideen ausgegangen?

    Ideen gibt's genug. Wir stecken gerade im "Wochenend und Sonnenschein"-Mixtape und warten auf einen Beitrag von Volker.


    Erstaunlich beschaulich und ziemlich träge starten Los Campesinos "Romance Is Boring", und spätestens beim Titeltrack ihres dritten Albums ist klar - Hyperaktivität, collagenhafte Songs und emotionale wie instrumentale Übersteuerung kurz vorm Kollaps haben die sieben Waliser nahezu wegstrukturiert. Mit "Plan A" beweisen sie zwar guten Willen zum Chaos und mit "Straight At 101" sogar alte Stärke, doch der Rest des Albums droht ein die Belanglosigkeit abzudriften. Eddie Argos hat das mit dem Sprech-Gesang einfach besser drauf als Gareth Campesinos, und mediokre Indie-Pop-Songs liefert inzwischen fast jede Band.
    (sallys.net)

  • The Courteeners - Falcon

    The Courteeners - Falcon

















    Wenn Morrissey sich einmal für eine Band begeistert, ist das zumeist ein sicherer Hinweis darauf, dass sich kein Erfolg einstellen wird. Aktuell sind es Doll & The Kicks, die Moz protegiert, die dennoch weiterhin ohne Plattenvertrag da stehen, davor waren es The Courteeners.
    Bei dem Quartett aus Manchester läuft es jedoch entschieden besser, denn nach „St. Jude“ (2008) wird mit „Falcon“ nun bereits das zweite Album über Polydor veröffentlicht und zumindest in ihrer Heimat haben sie einigen Erfolg. Die Singles platzieren sich regelmäßig in den Top 40 und für die Alben wurden als höchste Platzierungen die Ränge 4 und 6 verzeichnet.
    „Falcon“ wurde von Ed Buller (Pulp, Suede) produziert und dürfte in England Käufer gefunden haben, die sich auch die letzten Platten von White Lies und Glasvegas gegönnt haben.

    Der NME vergab 8 von 10 Punkten für „Falcon“:

    ‘Falcon’’s shortcomings are roughly the same as its predecessor. Similarly, then, your tolerance will depend on which side of the age-old Britpop divide your heart and mind reside. What’s different this time is that not only has the ratio of glories to mishaps been virtually turned on its head, it’s that The Courteeners have developed the ability to, at points, blow away tribal allegiances with hooks forged from pure indie gold. As Kasabian have become the thinking fan’s guilty pleasure via an arty makeover, The Courteeners opt for unabashed hands-aloft hits. At this album’s best it’d be impossible to sneer without feeling suicidally snobbish. The question of whether there’s enough anthemia here to take that next stride up to mega-band status isn’t even worth asking. When The Courteeners fly on ‘Falcon’ – just like them to do what they say on the tin – they really do soar.




    “You Overdid It Doll” Video


    The Courteeners landen auch in Deutschland:
    17.05.10 Köln, Luxor
    10.05.10 Berlin, Magnet
    20.05.10 München, Atomic Café
  • Nervous Nellie - Why Dawn Is Called Mourning

    Nervous Nellie - Why Dawn Is Called Mourning

















    Bevor es Montag zu den Shout Out Louds geht, noch schnell ein Blick auf die Band im Vorprogramm:
    Nervous Nellie sind die beiden Brüderpaare Johnson und Johannson. Während Henrik und Magnus in Chicago geboren wurden und später nach Schweden zogen, stammen Andy und Sebastian bereits ursprünglich aus Falkenberg. Mittlerweile leben die vier im hippen Stockholmer Stadtteil Södermalm und veröffentlichen nach "Don't Think Feel" (2006) und "Ego And The Id" (2008) nun ihren dritten Longplayer auf Hazelwood Vinyl Plastics.
    Wer "Why Dawn Is Called Mourning" hört, wird sofort Parallelen zu Friska Viljor ziehen, nicht nur weil sie Landsleute sind oder eine ähnlichen Mixtur aus warmherzig-gefühlvollen Folk und melodiös-eingängigen Rock spielen, sondern vor allem, weil Sänger Henrik Johnsons Stimme ähnlich hoch und nasal jammert und leidet. Ungewöhnlich, dass meine Lieblingstitel erst am Ende des Albums anzutreffen sind: "Be Asleep", ein Wiegenlied mit Glöckchen und "West Is The Best", das klingt als würde ein verschnupfter David Byrne einen Song von "Dark Side Of The Moon" covern.
    Die Platte ist definitiv besser als es der Bandname vermuten lässt.





    "Bee Hive" Video

    Die Songs gehen ins Ohr, ohne zu langweilen, sie bewegen und vermitteln eine gelungene Mischung aus Melancholie und Ansätzen von purer Musik- und Lebensfreude. Die erste Singleauskoppelung Long As Can Be ist ein perfektes Beispiel dafür. Dieser Song geht unter die Haut; er ist gleichermaßen Liebeslied und der Soundtrack für einen trüben Wintertag. Das darauf folgende Bee Hive schlägt andere Töne an und eignet sich sowohl zum Mitsingen als auch zum Mitleiden. Nur wenige Alben vermögen es, sich den möglichen Stimmungen ihrer Hörer auf so geschickte Weise anzupassen und sich damit einen festen Platz in vielen Playlists zu sichern. Wer es gern traurig hat, findet in praktisch jeden Song auf Why Dawn is Called Mourning etwas, das ihn berührt, und gleichzeitig sorgen Titel wie Much To Young und Ol’ Seminole dafür, dass man sich auch an Frühlingstagen nicht von den Johnsons und Johanssons trennen muss.

    Wieder hat es eine schwedische Band geschafft, ein wundervolles, charmantes Album zu produzieren und den Rest der Welt in Verzückung zu versetzen. Es muss wirklich etwas Besonderes in der Södermalmer Luft sein, und während die Welt gespannt auf weitere Offenbarungen wartet, sorgen Nervous Nellie für den Soundtrack dieses Frühjahrs.
    (alternativmusik.de)




    "Long As Can Be" Video
  • They Might Be Giants - Here Comes Science

    They Might Be Giants - Here Comes Science

















    Für die Kinder in uns muss ich heute auf ein Album aus dem letzten Jahr zurückgreifen, um gleich mehrere Videoclips anzupreisen.
    Hierbei handelt es sich um "Here Comes Science", das vierzehnte Studioalbum von They Might Be Giants und das mittlerweile dritte, das sich speziell an Kinder richtet. Nach "Here Come The ABCs" (2005) und "Here Comes The 123s" (2008), für das John Flansburgh und John Linnell mit dem Grammy ausgezeichnet wurden, dreht sich bei diesem Konzeptalbum alles um das Thema Naturwissenschaft. Großartige Texte über Photosynthese, Regenbogenfarben, die Elemente, elektrische Autos oder Paläontologie kombiniert mit dem für They Might Be Giants so typischen musikalischen Genre-Hopping. Großartige Melodien inklusive.

    Mit der CD kommt auch eine DVD, die alle 19 Videoclips beinhaltet: Sesamstraße für coole, Englisch sprechende Indiekids. Unbedingt kaufen!
    Einen Ausflug verdient auch das bandeigene Wikipedia "This Might Be A Wiki", mit allen vorstellbaren und unvorstellbaren Infos über die zwei Johns.

    Fazit: They Are Giants.

    The contrast from those two previous kids’ albums to this one is like hearing the band go from enjoying themselves to flat-out having a blast. It helps that this album is smack-dab in They Might Be Giants’ wheelhouse, which lends it an aura of effortlessness. This is the kind of record that parents won’t get sick of their kids playing nonstop. It’s also something worth hearing for lapsed fans who haven’t been keeping up with TMBG in recent years or for anyone who loves well-written power-pop with a side of nerdiness.
    (popmatters.com)





    "Why Does The Sun Shine?" Video





    "Electric Car" Video





    "I Am A Paleontologist" Video





    "Meet The Elements" Video





    "Roy G. Biv" Video
  • Natalie Imbruglia - Come To Life

    Natalie Imbruglia - Come To Life

















    Für die Männer unter uns muss ich heute auf ein Album aus dem letzten Jahr zurückgreifen, um einen Videoclip vorzuführen.
    Hierbei handelt es sich um "Want", die erste Single-Auskopplung aus Natalie Imbruglias viertem Studioalbum. Vor den Aufnahmen des Videos vergaß die hübsche Natalie dankenswerter Weise ein Oberteil anzuziehen und so räkelt sie sich leicht bekleidet auf einem Bett. Vielleicht hat die Arme aber auch einfach nichts mehr zum Anziehen - oder warum weint sie gegen Ende des Clips?
    "Want", komponiert u.a. von Chris Martin, ist ein netter und eingängiger Popsong in der Tradition von Texas' "Summer Son", der eine solche Promotion eigentlich gar nicht nötig hätte. Das kann man von den restlichen neun Songs auf "Come To Life" nicht behaupten und so verwundert es nicht sehr, dass es sich um ihr Album mit dem bisher geringsten Erfolg handelt: Platz 67 in Imbruglias Heimat Australien, 2wöchige Verweildauer in den Charts und nur 740 verkaufte Einheiten in der erfolgreichsten Woche. Vielleicht wäre auch ein anderes Coverfoto empfehlenswert gewesen...
    Es half auch wenig, dass mit Brian Eno (U2, Coldplay, James), Ben Hillier (Depeche Mode, Doves, Elbow, Blur), Imbruglias Ehemann und Silverchair-Sänger Daniel Johns und einige weitere renommierte Produzenten an den Reglern saßen und die Songs "Fun" und "Lukas" aus der Feder von Coldplay stammen (was man auch hört).
    Aber ganz so schlecht wollen wir "Come To Life" auch nicht reden: Die erste Hälfte kommt verhalten und ungewohnt düster daher und ist von akustischen Gitarren und Streichern geprägt, während die zweite vollkommen anders klingt und Dance-Pop mit Synthie-Sounds liefert, wie man ihn eher von Lady Gaga oder Shakira erwartet hätte.





    "Want" Video


    Overall, though, Imbruglia has every right to be very pleased with Come To Life. This may be her strongest set of songs yet and, even if not every one of its experiments quite comes off, at least these are indicative of an artist who's not content to cruise on auto-pilot. She should, however, be much less happy with her record label, whose dithering over the album's release date just might have scuppered its commercial chances.
    (musicomh.com)


    That’s not to say that Come To Life is an awful record. There are some splendid moments, but alas they are surrounded by the musical equivalent of yawns. (...)
    The overriding effect of all these magpie moments is that Imbruglia never quite sounds herself on the album, and even when she does the results are a little lacklustre. Despite some stellar potential hits – ‘Want’, ‘Lukas’ and ‘Fun’ – that should maintain her celebrity profile for some time yet, there’s a sense that the clock is ticking and that people may soon tire of her seemingly noncommittal attitude to music.
    (wearsthetrousers.com)
  • Musée Mécanique - Hold This Ghost

    Musée Mécanique - Hold This Ghost




    Regelmäßige Leser des Konzerttagebuchs werden schon öfter über diesen Namen gestolpert sein: Musée Mécanique. Diese haben nämlich beispielsweise am 12. Dezember letzten Jahres Laura Gibson bei der 14. Oliver Peel Session als Begleitband unterstützen dürfen. Des Weiteren durfte Oliver R. Sean Ogilvie und Micah Rabwin auch schon als Support von Get Well Soon erleben. Zum erweiterten Kreis der Band gehören außerdem Matt Berger (Drums), Jeff Boyd (Bass) und Brian Perez (Keyboards, Lap Steel). laut.de weiß folgendes über die Band zu berichten:

    Namensgeber dieses US-amerikanischen Quintetts ist das gleichnamige, am Hafen von San Francisco gelegene Museum, das eine außerordentliche Sammlung an uralten, mechanisch betriebenen Musikinstrumenten und diversen Glücksspielgeräten beherbergt. Eine treffliche Wahl für das in Portland, Oregan beheimatete Ensemble, setzt es doch mit seinem kunstfertigen Vintage-Folk auf entsprechend nostalgisches Instrumentarium und schafft verträumte Klangwelten aus Akustikgitarren, weichem Schlagwerk, musealen Keyboardklängen, Akkordeon, Glockenspielen und singender Säge. In dieses entrückte Ambiente legen Sean Ogilvie und Micah Rabwin mit poetischen Texten und melancholischen Melodien ihre warmen Stimmen.
    Apropos Stimmen: Oliver R. fühlt sich an Sufjan Stevens (Sean) bzw. Guy Garvey (Micah) erinnert, ich muss des Öfteren (vermutlich bei Sean) an Pelle Carlberg denken.



    Though almost every song is built on a foundation of gentle guitars, it is the baroque orchestrations of poignant strings, weeping accordions, and flickering organs that give this collection its hazy soul and hypnotic core. Album closer "Our Changing Skins" adds flourishes of the singing saw to its dulcet chamber orchestra and chirping-bird samples to temper its sweetness, tinting the tune with a nostalgic sepia tone. (pitchfork)
    Links:
    MySpace
    Daytrotter Session
  • Gorillaz – Plastic beach

    Gorillaz – Plastic beach

    cover

    Gorillaz-Alben werden in meiner Musikwelt in der Kategorie “Spoiler statt Hubraum” eingeordnet. Für ein bis zwei Hits pro Album ist das Projekt immer gut. Grundsätzlich finde ich die Idee und die Umsetzung um die Musik herum nett und sympathisch. Leider konnte mich die Musik selbst nie fesseln.

    “Plastik beach” ist das dritte reguläre Album der Gorillaz. Viele Gastmusiker (unter ihnen Mark E. Smith, Lou Reed, Bobby Womack, Snoop Dogg, Mick Jones und Mos Def) und vornehmlich elektronische Musik wurden von Damon Albarn gefällig zusammengefügt. Dabei gab er sich wirklich Mühe, aber das Gesamtwerk ist nicht wesentlich gehaltvoller als die Summe der Zutaten. Ich erkenne eine Analogie zum Konzept hinter “Plastic beach”: Die besagte Insel besteht aus Plastikmüll. “Mehr Plastik als Bach Beach” ist auch das Motto des Albums.

    Neben der ersten Single “Stylo” sind die relaxten Songs (vor allem “Rhinestone eyes”) die Highlights auf “Plastic beach”. Soul- und Hip Hop-Elemente stören eher den Gesamteindruck, als dass sie ihn bereichern.

    Das Video zu “Stylo”:

    Der Song “Superfast jellyfish” preist zu Beginn ein “drei-Minuten-Mikrowelle-Frühstück” an. Dazu liefert “Plastic beach” den Soundtrack. Für ein gehaltvolles Abendessen fehlt die Substanz. Irgendwie ist diese Rezension negativer geraten, als sie sollte. Das Album tut nicht weh und kann einige relaxte Momente untermalen. Und besser als die Charts der letzten 15 Jahre ist es allemal.

  • The Irrepressibles - Mirror Mirror

    The Irrepressibles - Mirror Mirror

















    Oliver R. & The Irrepressibles:
    Oliver R. empfindet die Bühnenshow der Band als albern und die Musik, eine schwüle, barock anmutende Kacke, nur schwer erträglich und als schwachen Abklatsch von Antony und den Johnsons. Eine seiner größten Konzert-Enttäuschungen im letzten Jahr.
    Klingt so, als ob man mit der Band viel Spaß haben kann.

    Oliver & The Irrepressibles:
    Oliver kommentierte die Vorstellung von "From The Circus To The Sea", der ersten EP der Band, mit So! So! So! Gut! und seine Last.fm-Seite weist die Irrepressibles derzeit als Führende vor Owen Pallett in seinen persönlichen 3-Monats-Charts aus (268 Mal gespielt).

    Dirk & The Irrepressibles:
    Dirk hat die erste EP bereits im Mai 2009 hier vorgestellt und die Entstehung des Longplayers mit 15 Pfund unterstützt. Das macht er natürlich nicht für "schwüle, barock anmutende Kacke", sondern für ein 10-köpfiges Orchester, das epischen bis dramatischen Barock-Pop, der einen hohen Antony-Faktor in sich trägt, spielt und sowohl fürs stille Kämmerlein als auch für prachtvolle Opernbühnen geeignet ist.

    Die Presse & The Irrepressibles:
    To say that The Irrepressibles come across as anything less than decadent would be a grave understatement. However, this is not to say that Mirror Mirror is filled with self-indulgence. There’s true cunning to the work as burlesque, art, theatre, classical and pop music blurs around McDermotts impossibly delicate falsetto voice.

    Heavenly in sound and texture the songs sound as though they could have been dregged up from either an early Walt Disney animation or the latest Danny Elfman / Tim Burton collaboration. This album has twelve macabre tomes to lift most souls and manages to find that difficult balance of holding something for almost all music fans to enjoy. There’s wit, bitching and tenderness in the lyrics and tracks such as ‘My Friend Jo’ ‘Knife Song’ and ‘Splish! Splash! Sploo!’ are just top, top tunes.

    Conceptual? Perhaps. High art? Maybe. Who cares though for this is damn fine craftsmanship, a true pageantry of the fantastically weird and wonderful. (8/10)
    (drownedinsound.com)





    "In This Shirt" Video

    Not that their debút album doesn't hold plenty of spectacle on its own. The mood switches between triumphant and withdrawn, almost as scenes in a play, as Jamie guides the band through infinite complexities of emotion and instrumentation. 'My Friend Jo' draws the curtains with pomp and splendour; Jamie's full-bodied falsetto bends from lulls to shrieks between staccato strings and expansive percussion, painting a ghost image of Jeff Buckley's billowing sermons on top of the grandeur of a Shakespearean play.

    Its aggression and vigour caste a shadow on the next couplet, the meandering balladry 'I'll Maybe Let You' and 'In Your Eyes', slightly masking their naked beauty with an expectancy of more immediate delights. After several listens however they begin to blossom out and unravel their charm, before 'Anvil' picks up the pace with its Final Fantasy (Owen Pallett)-meets-amateur choir histrionics. (...)

    'Mirror Mirror' may only be half the story, but it offers enough wonder and genius to entice and entrance, and throughout carries a weight that allows for interpretations and allusions, and of course for reading between the lines. (9/10)
    (contactmusic.com)






    "Ill Maybe Let You" Video

    Ihr & The Irrepressibles:
    09.05.10 Frankfurt, Batschkapp
    10.05.10 Berlin, Huxley's Neue Welt
    11.05.10 Köln, Kulturkirche
    12.05.10 München, Freiheizhalle
  • Yeasayer - Odd Blood

    Yeasayer - Odd Blood
















    Jetzt ist es also an der Zeit, dass die Kritikerlieblinge des Jahrgangs '08, die alle mit ihren Debütalben aufhorchen ließen (Fleet Foxes, MGMT & Co.), zeigen, was wirklich in ihnen steckt. Nach Vampire Weekend sind Yeasayer an der Reihe, die in ihr selbst produziertes Zweitlingswerk weniger Weltmusik, Freak Folk und Psychedelic Rock steckten als noch zuvor in "All Hour Cymbals". Wer jetzt gleich bei "Odd Blood" von Pop spricht, darf die Adjektive verdreht, verquirlt und verschroben aber nicht vergessen. Verrückte Samples, vielschichtige Soundebenen und verdammt eingängige Melodien.
    "Odd Blood" ist eine Entdeckungsreise wert (auch wenn man dabei in tiefe 80er Jahre Schluchten blicken muss) und man darf gespannt sein, ob MGMT in einigen Tagen mit "Congratulations" nachziehen können.





    "O.N.E." Video


    Frei nach dem Motto "four to the floor" fordern Yeasayer zum Tanzen auf. Da müsste wahrscheinlich auch Justin Timberlake mitwippen, den sie laut eigener Angabe bei "Love Me Girl" absichtlich heraufbeschwören. Aber Yeasayer halten nichts von stupidem 4/4-House. Diverse Rhythmuswechsel und die Tatsache, dass jeder Song seinen eigenen Klang hat, sorgen dafür, dass uns auf "Odd Blood" kein städtisch-graues Einerlei erwartet. Mit "Odd Blood" bewegen sich Yeasayer vielmehr auf dem goldenen Schnitt zwischen weirdem Indie-Folk und Elektro-Pop. Wie schön, wenn eine Band noch einmal alles neu macht, ohne sich zu verdrehen.
    (on3-radio.de)





    "Ambling Alp" Video
  • The Miserable Rich - Of Flight And Fury

    The Miserable Rich - Of Flight And Fury
















    Die Idee: ungewöhnliche/akustische/moderne Musik zu machen.

    Der Bandname: entstanden nach einem Auftritt auf einer Hochzeitsfeier zweier super-reicher Aristokraten in Rom.

    Die Musiker: Will Calderbank (Cello) und James de Malplaquet (Gesang) nehmen, nachdem sie in unterschiedlichen Bands bereits Laptop-Elektronika und Folk ausprobierten, Mike Siddell (Violine), Jeff Briffett (Gitarre) und Rhys Lovell (Bass) in ihre neu gegründete Band auf.

    Das Debüt: "Twelve Ways To Count" erschien Ende 2008, erhielt gute Kritiken, vor allem in England und Deutschlend, ging an mir total vorbei und führte sie zum Beispiel ins Vorprogramm von Isobel Campbell und Mark Lanegan.

    Die EP: Im November 2009 erschien ihre "Covers EP", auf der sie vier 80er Jahre Songs neu interpretierten: "Golden Brown" (The Stranglers), "Gigantic" (Pixies), "Shades" (Iggy Pop) und "Sweet Dreams" (Eurythmics).

    Das neue Album: "Of Flight And Fury" wird am 9. April über Hazelwood Vinyl Plastics veröffentlicht werden und sollte bei allen auf dem Zettel stehen, die schönen/eingängigen ("Sommerhill"), teilweise anspruchsvollen/schrägen ("For A Day") Kammerpop zu schätzen wissen und ruhige/melancholische, mit hoher Stimmlage vorgetragene Musik bevorzugen. Highlight sind - und das wird zwei Richter besonders freuen - der Song "Oliver", der mit heftiger angeschlagenen Gitarren deutlich druckvoller daher kommt als der Rest der Platte und "Let Me Fade" mit stimmungsvollem Chorgesang.
    "Of Flight And Fury" sollte die Zeit zwischen dem aktuellen Album von Lightspeed Champion und dem nächsten von Bon Iver oder Scott Matthew überbrücken helfen.

    Das Video: Leider gibt es noch keinen aktuellen Clip, daher "The Time That's Mine" aus dem ersten Album von The Miserable Rich:





    Die Tour:
    20.04. Hamburg, Knust
    21.04. Berlin, Tbc.
    22.04. Dresden, Beatpol
    23.04. Halle, Objekt 5
    24.04. Hannover, Ballklang Junges Schauspiel
    25.04. Köln, Gebäude 9
    27.04. Würzburg, Cairo
    28.04. Nürnberg, MUZ Club
    29.04. München, Rote Sonne
    07.05. Stuttgart, Wagenhallen
    08.05. Frankfurt, Brotfabrik
  • Babybird - Ex-Maniac

    Babybird - Ex-Maniac


















    Heute eine weitere Folge aus der beliebten Reihe "Was Johnny Depp und ich gemeinsam haben": Wir sind beide seit Jahren Fans von Stephen Jones aka Babybird.

    "He's a national treasure, if you're British. For everyone else, he's a diamond waiting to be found. Lyrically, he's black as night, brilliant and sharp as a razor."
    Johnny Depp

    Vermutlich hat es bei ihm, genau so wie bei mir, mit "You're Gorgeous" und dem tollen Album "Ugly Beautiful" (1996) angefangen. Seitdem bringt Jones entweder unter seinem eigenen Namen oder als Babybird (früher Baby Bird) in schöner Regelmäßigkeit und innerhalb kurzer Zeitabstände Alben heraus, die zwar nicht an sein Opus Magnus heran reichen oder voll überzeugen können, aber immer zumindest den ein oder anderen tollen Popsong beinhalten. Das ist ihm auch wieder auf "Ex-Maniac" gelungen und so kann man sich auf die rockigeren "Like Them" und "Drug Time" oder das sich langsam aufbauende "Unloveable" mit schönem, für Babybird typischen Sha La La - Chorus freuen. Leider verflacht der Spannungsbogen des Albums mit zunehmendem Verlauf und man hätte sich gewünscht, dass Jones auch gegen Ende noch mit schnelleren, schrägeren oder experimentierfreudigeren Klängen aufgewartet hätte.

    Länger ist natürlich die Reihe "Was Johnny Depp mir voraus hat", und da hat er mit dem Erscheinen von "Ex-Maniac" gleich drei weitere Punkte hinzu gefügt, denn Depp stellte Jones die Produzenten Bruce Witkin und Ryan Dorn vor, spielte auf dem Song "Unloveable" Gitarre und war gleichzeitig Regisseur des dazugehörigen Videos nach einer Kurzgeschichte von Ambrose Bierce:





    "Even as a devoted fan of Eels, I rarely come across an album as stuffed with fear, loathing and self-disgust as this one. It opens with Like Them, a miserable state-of-the-nation address in which a parent tries to find the balance between behaviour that might keep a child safe in today’s Britain and uncontrolled paranoia. Then it’s on to Drug Time (“In my whole life, I’ve never been clean”) and Failed Suicide Club. When we reach track four, Unloveable (“You can’t love me — I’m unloveable”), the fact that Johnny Depp plays guitar on it seems less important than the urge to google Babybird’s Stephen Jones to make sure he’s still alive. The rest of the album continues the theme; but, oddly, it combines the negative lyrics with the most uplifting, chart-friendly music Jones has created since You’re Gorgeous. The combination is captivating."
    (The Times)
  • Good Shoes - No Hope, No Future

    Good Shoes - No Hope, No Future

















    Genug der Rückblicke, es wird Zeit, wieder einmal einen Blick auf die vielen, vielen neuen Platten zu werfen, die der Frühling uns beschert...

    Denkt man daran, dass es bei den Good Shoes einen Wechsel auf der Position des Bassspielers gab und dass das Label gewechselt wurde und die Aufnahmen zu "No Hope, No Future" selbst finanziert werden mussten, könnte man dem Quartett über den Titel sicherlich voreilig alles andere als eine rosige Perspektive prognostizieren. Mit einem Blick auf das Plattencover könnte man auch leicht schreiben, dass die Jungs aus Morden mit ihrem zweiten Album baden gehen werden. Doch die 10 Songs belehren einen schnell (in 30 Minuten) eines Besseren: nach vorne drängelnder Indiepop mit quengelnder Gitarre zu Rhys Jones hoher Stimme und eingängigen Melodien über munter hüpfenden Beats. Wer Art Brut ("I Know"), Arctic Monkeys ("Under Control") oder Maximo Park ("The Way My Heart Beats") schätzt, sollte es einmal mit den Good Shoes versuchen.





    "The Way My Heart Beats" Video


    lauscht man den neuen stücken, dann wird schnell die vorstellung von vielen hüpfenden und gut gelaunten menschen geweckt, die schwitzend zur musik dicht an dicht die energie und den spaß aufsaugen, die beide über den größten teil des albums hinweg von der band zelebriert werden. ungezügelter spieldrang trifft auf einprägsame melodien am laufen band und auf den unverwechselbaren, sympathischen britischen akzent. im tanzbaren format werden geschichten aus dem leben so verpackt, dass selbst das bekümmerte herz wie in der ersten single "the way my heart beats" wieder frohen mut schöpfen kann. dynamische umbrüche und vorwärts eilende akkorde liefern sich ein rennen, bei dem aber auch getragenere und dunklere momente wie in "everything you do", our loving mother in a pink diamond" oder dem abschließenden "city by the sea" ihren platz behaupten können. "no hope, no future" macht weiterhin laune auf gitarren-rock von der britischen insel. von wegen keine hoffnung oder zukunft - die gibt es für die good shoes allemal.
    (roteraupe.de)




    "Under Control" Video
  • Platten vor Gericht hat gewählt: Die besten Alben von 2000 - 2009

    Platten vor Gericht hat gewählt: Die besten Alben von 2000 - 2009

    Die Wahlkabinen sind geschlossen, die Auszählung ist beendet. Vielen Dank an alle, die ihre Stimme abgegeben haben.
    Folgende 50 Alben konnten die Gunst der Wähler erringen:

















    1. Morrissey - You Are The Quarry (2004)















    2. Interpol - Antics (2004)















    3. Bloc Party - Silent Alarm (2005)















    4. Editors - The Back Room (2005)















    5. Interpol - Turn On The Bright Lights (2002)















    6. Franz Ferdinand - Franz Ferdinand (2004)















    7. Arcade Fire - Funeral (2004)















    8. Coldplay - A Rush Of Blood To The Head (2002)















    9. Sigur Rós - Agaetis Byrjun (2000)















    10. The Strokes - Is This It (2001)















    11. Portishead - Third (2008)















    12. The Notwist - Neon Golden (2003)















    13. Editors - An End Has A Start (2007)















    14. Maximo Park - A Certain Trigger (2005)















    15. Kettcar - Du und wieviel von deinen Freunden (2002)















    16. The National - Boxer (2007)















    17. Sigur Rós - () (2002)















    18. Coldplay - Parachutes (2000)















    19. Tomte - Hinter all diesen Fenstern (2003)















    20. Morrissey - Ringleader Of The Tormentors (2006)















    21. Radiohead - Kid A (2000)















    22. Arcade Fire - Neon Bible (2007)















    23. Muse - Origin Of The Symmetry (2001)















    24. Arctic Monkeys - Whatever People Say I Am, That's What I Am Not (2006)















    25. The National - Alligator (2005)















    26. Belle & Sebastian - The Life Pursuit (2006)















    27. The Killers - Hot Fuss (2004)















    28. The Libertines - Up The Bracket (2002)















    29. Tomte - Buchstaben über der Stadt (2006)















    30. Placebo - Black Market Music (2000)















    31. Keane - Hopes And Fears (2004)















    32. Damien Rice - O (2002)















    33. Sigur Rós - Takk (2005)















    34. Oasis - Dig Out Your Soul (2008)















    35. The Postal Service - Give Up (2003)















    36. Wir sind Helden - Die Reklamation (2003)















    37. Get Well Soon - Rest Now Weary Head, You Will Get Well Soon! (2008)















    38. PeterLicht - Melancholie und Gesellschaft (2008)















    39. Hot Chip - The Warning (2006)















    40. Bloc Party - A Weekend In The City (2007)















    41. Kaiser Chiefs - Employment (2005)















    42. Radiohead - In Rainbows (2007)















    43. Travis - The Invisible Band (2001)















    44. The Organ - Grab That Gun (2006)















    45. New Order - Get Ready (2001)















    46. Polarkreis 18 - Polarkreis 18 (2007)















    47. Pelle Carlberg - Everything. Now! (2006)















    48. Fleet Foxes - Fleet Foxes (2008)















    49. Tunng - Comments Of The Inner Chorus (2006)














    50. Loney, Dear - Sologne (2006)
  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)