Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

0
Plattenvorstellungen
0
Alben des Jahres
0
Bilder im Sammelalbum
0
Likes
  • Richard Hawley - Further

    Richard Hawley - Further


    Vor zwei Jahren sahen wir zum Abschluss des von Sigur Rós organisierten Norður Og Niður Festivals in Reykjavik einen der seltenen Auftritte von Jarvis Cocker. Bei diesem Konzert überraschte uns Jarvis gleich mit sechs neuen Songs, so dass ich seit nunmehr 17 Monate vergeblich mit der Veröffentlichung seines nächsten Solo-Werkes rechne.

    Nicht ganz so lang wie „Further Complications“ (2009), das letzte Album von Jarvis Cocker, liegt „Hollow Meadows“ zurück. Dennoch lies uns Richard Hawley, der seinen Kumpel Cocker früher bei Konzerten von Pulp live unterstützte und auf deren „We Love Life“ zu hören ist, fast vier Jahre auf ein neues Album warten.

    „Further“ ist der Titel seiner achten Platte, die als CD und LP erschienen und in limitierten Auflagen auch als Kassette sowie Picture Disc Vinyl und Orange Vinyl (Indie Retail Exclusive) erhältlich ist, und erstmals nicht im Titel eines Wahrzeichens oder einer Ikone seiner Heimatstadt Sheffield trägt.

    Auch musikalisch wartet „Further“ mit Veränderungen auf, denn gleich im Opener „Off My Mind“ präsentiert sich Richard Hawley deutlich bluesrockiger als jemals zuvor. „Gallay Girl“ und „Time Is“, mit seiner prägnanten Mundharmonika, dürfen in eine ähnliche Schublade gesteckt werden. Dennoch müssen wir auf den Crooner Hawley, Streicher und zeitlose, balladeske Songs zwischen Scott Walker und Roy Orbison nicht vollkommen verzichten („My Little Treasures“, „Not Lonely“, „Doors“).




    Hawley aficionados may feel like readjusting their sets after hearing the opening stomper, Off My Mind, a concise three-minute blast of rock’n’roll that is somewhat at odds with the traditional image of the Sheffield man as one of the last great crooners. Alone, My Little Treasures, and the title track Further, are all on the more familiar ground of the gentle balladeer, who once described himself as soft as a bag of chips.
    My Little Treasures recalls drinking with his late father’s friends with a charming refrain of “cold beer in warm places, heartache and old faces”. Is There a Pill? reintroduces the noise and Marshall stacks, but Hawley is a little more restrained with this string-backed symphonic rock song that wouldn’t sound too out of a place on a Manic Street Preachers album, who collaborated with Hawley on the title track of their 2013 album, Rewind the Film.
    This is another fine Hawley record but not one that will widely appeal beyond an already devoted fanbase. Galley Girl flaffs around not really going anywhere, but there are enough songs of the calibre of Not Lonely to make this another decent Hawley album, where he taps into a rich vein that has blossomed over two decades.
    (The Irish Times)




    Further actually kicks off with the garage rocking “Off of My Mind”, where Hawley takes things by the scruff of the neck with squalling guitars and a purposeful thump and doesn’t let go until the final fade out. From there on though, things go down several gears and “Alone” sets the tone for the rest of the album with it’s sunny guitar pop, warm vocals and lush production. Gentle ballads like “My Little Treasures” follow, but it’s on “Is There a Pill?” and “Galley Girl” that the influence of the Big O particularly shines through, with their orchestral backing and Hawley’s quivering vocals. “Emilina Says” similarly tips a hat to Orbison as it skips down his well-trodden path of love, loss and betrayal. “Time Is” adds bluesy flavours and bursts of harmonica to the mix but it’s no lurch into Sonny Boy Williamson territory, and is still mellow enough to provide the soundtrack to a summer’s afternoon doing nothing in particular.
    (The Arts Desk)



  • The Amazons - Future Dust

    The Amazons - Future Dust


    Vor zwei Jahren sahen wir beim Best Kept Secret Festival am frühen nachmittag die aus Reading stammende Band The Amazons. Mit „Future Days“ veröffentlichten sie nun ihr zweites Album, nachdem das Debüt „The Amazons“ bereits Platz 8 der UK-Charts erreichen konnte, und vermutlich dürften sie sich damit sowohl erneut in die britischen Top Ten spielen als auch im Zeitplan europäischer Festivals in den frühen Abend vorarbeiten. 

    Denn mit Heavy-Riff-Monstern wie „Mother“ oder „End Of Wonder“ und schnörkellosem, energetischem Rock („Fuzzy Tree“, „Dark Visions“, „Warning Sign“) können sie dem Festival-Folk mächtig einheizen und es für die Hauptacts vorglühen. 

    Auf dem von Catherine Marks (Foals, The Killers, Wolf Alice) produzierten Album bietet „Georgia“ noch ein Led Zepplin-Gedächtnis-Gitarrensolo und überrascht das eingängige „Doubt It“ mit Falsettgesang. Somit darf „Future Fans“ Freunden von Arctic Monkeys, Queens Of The Stone Age, Royal Blood und Black Rebel Motorcycle Club empfohlen werden. 




    Opening track, and also first single, Mother possesses a distorted riff and a fierce, passionate chorus. It is a track of defiance states frontman Matthew Thomson “[Mother] challenges friends, gods and everyone in between”. Fuzzy Tree sees the band back to what they do best, producing a stunning track which is only going to sound even better live.
    Played live on their most recent tour and during their session with BBC Radio 1 at Maida Vale, 25 goes hand in hand with its acoustic counterpart 25 (reprise) making it a truly unique number, unlike anything the band has done before.
    Doubt It showcases the bands maturity, a track about a romantic encounter which encapsulates the journey that The Amazons have been on so far. A standout track upon Future Dust, Doubt It cements the groups as one of the most exciting bands of current British guitar music. (…)
    Future Dust sees Reading four piece back and better than ever. The Amazons are certainly a band to keep a close eye on this year, as they look unstoppable.
    (Indie is not a genre)




    The Amazons in Deutschland:

    11.10.19 Köln, Artheater
    15.10.19Hamburg, Molotow
    18.10.19 Berlin, Musik und Frieden
    23.10.19 München, Hansa 39


  • Hayden Thorpe - Diviner

    Hayden Thorpe - Diviner




    Die Wild Beasts waren toll... ihre Auflösung ein kleiner Schock, aber es blieb die Hoffnung auf neue Projekte der ehemaligen Mitglieder der britischen Band. Hayden Thorpe, der Sänger mit der höheren Stimme, wagt sich nun mit seinem Solo-Debüt "Diviner" aus der Deckung. 

    Und er liefert so ziemlich genau die Hälfte von dem, was ich an den Wild Beasts so richtig gut fand: Mit seinem hohen Gesang und tollen Melodien sorgte er für die heimelige Grundstimmung. Doch gerade, wenn man sich in diese Stimmung eingelullt fühlte, setzten die Wild Beasts mit einer noch tolleren Harmonie und / oder Bass-Einsatz noch einen drauf. Diese Momente fehlen "Diviner" leider, so dass Hayden Thorpe zweifellos ein hörenswertes und gutes Album abliefert, aber leider nicht die Lücke schließen kann, welche die Band hinterließ. Ich setzte noch Hoffnung, auf das restliche Dreiviertel der Band, aber vermutlich fehlt mir dann bei denen Thorpes Falsettgesang.

    "Straight lines", "Love crimes" und "Impossible object" sind meine Anspieltipps für "Diviner". "Spherical time" ist eine Beispiel für einen Song, wie ich ihn von diesem Künstler in Zukunft bitte nicht mehr hören möchte.

    Vom NME gibt es vier von fünf Punkten:
    The former Wild Beasts frontman's first solo album is a collection of muted, lovelorn piano ballads that twists and reshapes the form into fascinating new spheres.
    Pitchfork:
    Diviner is wholly rooted in stripped-down songwriting and reverent hush; its tonal range is decidedly limited. Thorpe and producer/collaborator Leo Abrahams do flesh out some of the piano pieces with muted guitar, drums, and electronics, in an attempt to break Diviner out of its two dimensions: “Straight Lines” adds an understated funk to what’s essentially an elegy for the inevitable end of all relationships. But the layering of contrasts doesn’t always work. 

    Das Video zu "Love crimes":

    Der Titelsong:
  • Phildel - Wave Your Flags

    Phildel - Wave Your Flags


    Seit der Veröffentlichung von „The Disappearence Of The Girl“, für das Phildel Hoi Yee Ng nicht die Aufmerksamkeit erhielt, die das tolle Album eigentlich verdient hatte, sind sechs Jahre vergangen. Diese Zeit nutze sie auf privater Ebene, um nach Brighton zu ziehen und die Zwillinge Dylan und Finn zur Welt zu bringen, sowie musikalisch, um eine EP zu veröffentlichen, mit der Band Delerium zusammen zu arbeiten und ihr neues Album einzuspielen. 

    „Wave Your Flags“ verlässt den eingeschlagenen Weg des entrückten „Fairytale Pops“ mit orchestralen Arrangements, der ihr berechtigte Vergleiche zu Bat For Lashes, Kate Bush oder Tori Amos einbrachte, und zeigt die 35-jährige Engländerin Phildel auf deutlich elektronischeren Pfaden. So sind Stimme, Piano und teilweise Schlagzeug die einzigen „analogen“ Bestandteile des Albums, das von Synthesizern und pluckernden Beats geprägt wird und sich somit für die zweite Seite eines Mixtapes mit Aurora geradezu aufdrängt. Auch die deutsche Band Hundreds könnte eine gute Referenz abgeben.

    „The Deep“, „Glide Dog“, „Electric Heights“ und „Oh Love“ sollen dem jetzt hoffentlich geneigten und interessierten Zuhörer einen Einstieg in „Wave Your Flags“ gewähren:




    Phildel's prodigious talent as a neo-classical composer and arranger have no doubt helped shape the sound of her current material. The songs are self assured with a cohesive production that flows throughout the eleven-track album. Her forte (No pun intended) as a contemporary pianist elevates her compositions and arrangement beyond the norm. Her understanding and use of classical techniques to enhance each score gives these songs that little something extra. There are no jarring moments, only exquisite music and angelic vocals.
    (Contact Music)




    From the opening bars of The Deep is it clear that Wave Your Flags is a near perfect album, sounds and voices are positioned and timed with a clinical precision, each syllable is sung with seeming ease and every sound fits snugly to its counterpart. With songs of fissure and healing, Wave Your Flags is powerful yet gentle, therapeutic and provoking.
    Lead single, Electric Heights is gloriously empty. A void filled with wisps of vocal accompaniment, snitches of sound and well placed echoes creating a great expanse of calm and warm feeling. Oh Love expresses her gratitude at the support from Chris after she imagined turning herself into the Thames expressed in The Great Wave. (…)
    Phildel is a huge star in the waiting, doing things her way, in her time and on her rules, make no mistake, she is an enormous talent.
    (Louder Than War)




    Each song seems to represent a different chapter or short snippet of her life and experiences, and Phildel expertly weaves this into her music not only through the lyrical content, but also in the choice of soundscapes. Every song has a different and refreshing vibe, showing us eleven different sides of the artist throughout the album.
    Wave Your Flags is just exceptional – a welcome surprise in the first half of 2019 and, for me personally, it will be tough for any releases this year to top it any time soon. If you’ve stumbled upon this article by chance and not due to Phildel fandom, do yourself a favour – introduce yourself to Wave Your Flags, it’s a hell of a journey.
    (Fortitude Magazine)





  • Erland Cooper - Sule Skerry

    Erland Cooper - Sule Skerry


    Wie konnte mir das passieren? Da hat Erland Cooper, der hier mit seinen bisherigen Bands Erland & The Carnival und The Magnetic North sowie den dazugehörigen Alben durchwegs begeistern konnte („Erland & The Carnival“ (2010, 7,083 Punkte), „Nightingale“ (2011, Platz 9 mit 8,000 Punkten), „Orkney: Symphony of the Magnetic North“ (2012, Platz 2 mit 8,300 Punkten) „Closing Time“ (2014, 7,100 Punkte), „Prospect of Skelmersdale“ (2016, Platz 40 mit 7,500 Punkten)) im letzten Jahr ein neues Album veröffentlicht - und ich habe es nicht mitbekommen! 

    „Solan Goose“ war der Titel seines ersten Soloalbums und sollte der erste Teil eines Triptychons sein, dass sich thematisch mit der Natur rund um seine Heimatinsel Orkney auseinandersetzt. Nachdem „Solan Gosse“ das Element „Luft“ behandelte, dreht sich der nun erschienene Nachfolger „Sule Skerry“ - Liedtitel wie „First Of the Tide“ oder „Lump’O Sea“ deuten es bereits an -  ums „Wasser“. Dazu Erland Cooper: 
    “It’s a record about the sea, our relationship with the outside world, forces outside of our control but it’s also about creating a nest within that, nurturing and protecting our own sea havens, those sheltered bays, those safe places. Always returning back in some form, as we step in and out daily”. 

    Musikalisch liegen die neuen Songs von „Sule Skerry“ zwischen den Veröffentlichungen mit The Magnetic North und Soundtracks, denen sich Cooper zwischen durch widmete, sowie dem Œuvre von Yann Tiersen: So gibt es Spoken Word Beiträge, Field Recordings, an- und abschwellenden Chorgesang, sanftes, Piano, aufbrausende Streicher und zwischen Folk und Ambient schwimmende, traumhafte Instrumentals zu hören.

    Vinyl-Freunde können beide Alben natürlich als LP erwerben. Für „Sule Skerry“ gilt: Manufactured using recycled vinyl, so every record will be unique, no two colours will be the same. All cardboard used is FSC certified.




    This commitment to storytelling and dovetailing details makes Sule Skerry feel like a “sonic postcard” according to Cooper, and the result is a series of idiosyncratic love letters to home. At 9 tracks long, it’s not an album that feels overwrought or overthought with Cooper getting the balance right. The tracklisting isn’t as structured as quiet-loud-quiet but where the brilliantly-titled ‘Groatie Buckies’ pushes heavy on lingering piano chords, ‘Lump O’Sea’ cuts through with a flash of tension as contrasting piano lines lean on somber strings and siren songs. Then where ‘First Of The Tide’ feels as bright and breathless as evading the waves on the beach and ‘Spoot Ebb’ dances around with a fleeting softness, ‘Flattie’ stirs as the album’s most dramatic track with Kris Dreyer’s Scottish burr adding gruff weight up front before the thunder clap of percussion shifts into the dissonance of frothing seas and storm-battered cliffs.
    It’s that delight in his slight return that makes Sule Skerry such a lovely piece of work—considered, crafted and explorative of details that only someone with a true affinity can delve into. If Cooper’s intent was to create an insular kind of magic, he does so here with the interview snippets and Orcadian dialect, peppering tracks with a sense of folklore and nautical culture. And just as the tracklisting for Solan Goose provided satisfied an inquisitive desire to discover and decipher, track titles like ‘Haar’, ‘Sillocks’ and ‘Spoot Ebb’ are further invitations that only add to the charm of Cooper’s magnified focus of home. Wish you were here?
    (Loud And Quiet)




    Sule Skerry is carefully constructed from ebbing piano motifs, airy string textures and soft synthetic drones. Field recordings seep in and out of the compositions, creating moments of temporary resonance in spaces between Orcadian landscape and Cooper’s London studio. The sub-bass rumble of thunder rolling across open water like a low-end sine wave; the hum of a passing fishing boat wavering in and out of a synth drone. (…)
    There is a precise and crystalline feel to both the compositions and the playing throughout. This is less the messy weather-world of an Orcadian landscape experienced in situ, and more the recollection of a place romantically reassembled at a distance. Sule Skerry is a sonic postcard itself: an attentive, often beautiful, work of island memory.
    (Caught By The River)






  • Ralph Pelleymounter - Dead debutante's ball

    Ralph Pelleymounter - Dead debutante's ball


    Dieser Vorstellung nähere ich mich über Referenzen: Wikipedia führt zur Beschreibung der vor zehn Jahren gegründeten Band To Kill A King gleich Hochkaräter wie The National, Grizzly Bear und Frightened Rabbit an. Und nun, zur Veröffentlichung des Solodebüts deren Sängers Ralph Pelleymounter werden zu Promotionzwecken gar Aracade Fire und Dry The River gezogen. Wie soll man da nicht neugierig werden? Der Vollständigkeit halber erwähne ich noch Mumford & Sons als weiteren Ankerpunkt und damit sollte "Dead debutante's ball" hinreichend ausführlich beschrieben sein.

    "Wild beast" und "Your pet scan (brain on drugs)" sind die frühen Höhepunkte auf diesem kurzweiligen Album und "Oh my my" ist der würdige Abschluss.

    Das Video zu "Wild beast":


    Beim Hören des Albums gerät man schnell in eine andere Welt: Die meist beruhigenden Gesangsmelodien, gepaart mit wilden musikalischen Einbrüchen, Gewittern in der Idylle, bieten eine ideale Basis für den perfekten Tagtraum. Es entsteht das Gefühl, Ralph Pelleymounter mit jedem einzelnen Song näher kennenzulernen. Eine gewisse Bereitschaft zum Nachdenken oder Grübeln vorausgesetzt, lässt uns das Album verstehen, wer dieser Mensch ist, auch wenn er sich selbst noch nicht ganz gefunden hat.
  • Morrissey - California Son

    Morrissey - California Son


    Egal, ob „California Son“ kein richtiges neues Album von Morrissey ist, da es nur Fremdkompositionen enthält. Egal, ob ich keinen der zwölf Songs aus den 60er und 70er Jahren im Original kenne. Egal ob mir teilweise sogar die Interpreten (etwa Jobriath oder Gary Puckett & The Union Gap) vollkommen fremd sind. Egal, ob sie Serie der nicht so gut gelungenen Albenhüllen bei Morrissey weitergeht. Egal, ob in „Don’t Interrupt The Sorrow“ ein Saxophon schrecklich säuselt oder „Lady Willpower“ und „Wedding Bell Blues“ nur im Rahmen eines ESC-Abends zu ertragen sind. Egal, ob Morrissey eine Riege von US-Musikern ins Studio eingeladen hat (Billie John Armstrong (Green Day), Ed Droste (Grizzly Bear), Ariel Engle (Broken Social Scene), Laura Pergolizzi (LP) usw.). Egal, ob es eine schöne hellblaue Schallplatte bei Indie-Händlern oder es für stolze $199.99 eine Box mit „California Son“ Plattenspieler gibt.

    Hauptsache Morrissey singt. Und spricht nicht. 




    So ist ein das nun veröffentlichte nostalgische Cover-Album nur ein folgerichtiger Schritt, doch die Wahl der Songs zeigt, dass man es sich so leicht mit dem querulanten Morrissey auch wieder nicht machen kann: Bei den 12 Tracks handelt es sich nämlich zum Teil um Protestsongs von Künstlern, die keineswegs eine rechte Gesinnung haben wie zum Beispiel Bob Dylan oder Joni Mitchell.
    Zudem sind Coverversionen schon immer ein wichtiger Teil in Morrisseys Musik, zuletzt überraschte er mit gelungen Versionen von The Pretenders "Last Of The Chaingang" und Lynn Andersons Schmachtfetzen "(I Never Promised You) A Rose Garden" – nun, genau das hat er wohl wirklich niemals und das schmerzt die (vielleicht auch nostalgieverfallenen) Fans, die statt nach Rosen duftenden Wilde-Zitaten momentan eher mit dornigen Polit-Statements zu kämpfen haben. Verrat und verschmähte Liebe also auf beiden Seiten - eigentlich ein zutiefst morrisseyesker Songstoff.
    (Tonspion)




    Die Auswahl der Stücke ist exquisit, Morrissey ist ein Kenner, ein Fan – auch das will er uns beweisen. Dabei sendet er Signale, die ihn politisch wieder ins richtige Licht rücken sollen: Er singt „Days Of Decision“ des linken Protest-Folkies Phil Ochs, von Dylan covert er „Only A Pawn In Their Game“, gewidmet dem 1963 ermordeten Bürgerrechtsaktivisten Medgar Evers. „Take a little drink from the liar’s cup“, heißt es in Buffy Sainte-Maries „Suffer The Little Children“, in dem sie die verfehlte Pädagogik in Schulen im Zeitalter des Kapitalismus kritisiert.
    Zeigt Morrissey Einsicht? Oder dreht er die Vorlage klammheimlich um? Schwer zu sagen. Die Zeit der Unschuld ist vorbei, er hat sie selbst beendet, man wird Morrissey nie mehr so hören, wie früher – obwohl man es gerne täte, wenn er formvollendet „It’s Over“ von Roy Orbison singt.
    (musikexpress)






  • 10 Schallplatten, die uns gut durch den Juni bringen

    10 Schallplatten, die uns gut durch den Juni bringen


    10. Silversun Pickups - Widow's Weeds (2 LPs) (7.6.2019)










    9. Cate Le Bon - Reward (LP) (24.5.2019)










    8. Madonna - Madame X (2 LPs) (14.6.2019)










    7. Tunng - This is Tunng ... Magpie Bites and Other ... (2 LPs) (28.6.2019)










    6. The Divine Comedy - Office Politics (Limited-Edition 2 LPs, Colored Vinyl) (7.6.2019)










    5. Noel Gallagher's High Flying Birds - Black Star Dancing EP (12'', Coloured Edition) (14.6.2019)











    4. Travis - The Man Who (Limited 20th Anniversary Box Set, 4 LPs) (21.6.2019)










    3. Joy Division - Unknown Pleasures (40th Anniversary Limited Edition, 180g LP, rubinrotes Vinyl) (14.6.2019)










    2. Sigur Rós - Agaetis byrjun - A Good Beginning (2 LPs) (21.6.2019)










    1. Stephen Duffy - I Love My Friends (LP+ 7'') (7.6.2019)















  • Alex Lahey - The Best Of Luck Club

    Alex Lahey - The Best Of Luck Club


    Dass große Teile des zweiten Albums von Alexandra Lahey in Nashville entstanden sind, hört man diesem glücklicherweise nicht an. Von Country-Einflüssen keine Spur, statt dessen bleibt die Australierin ihrem gitarrenlastigen Alternative Rock treu und pointiert ihn mit Keyboards, Streichern oder Piano. Dabei spielte sie nahezu alle Instrumente selbst ein und ließ sich offensichtlich auch nicht vom Einsatz eines Saxophons in „Don’t Be So Hard On Yourself“ abbringen.

    Auf den 10 Songs von „The Best Of Luck Club“ arbeitet Alex Lahey textlich die Erlebnisse im Leben einer 26-jährigen auf: Selbstzweifel, Burn-out, Trennung, psychische Gesundheit, Einzug bei ihrer Freundin und Vibratoren.

    Ihr Debütalbum „I Love You Like A Brother“ (2017) setzte zwar noch deutlicher auf Indierock und Powerpop, dafür bietet das ambitioniertere „The Best Of Luck Club“ (erhältlich auf weißem und roten Vinyl) mehr Abwechslung. Am deutlichsten lässt sich dieser Wandel bzw. Gegensatz am punkrockigen „Misery Guts“ und dem anschließenden Piano-Pop von „Isabella“ nachhören.




    Hits setzt es hier in lockerer Abfolge. „Don’t Be So Hard On Yourself“ entpuppt sich als muskulöser Rocker mit markantem Riff, packender Melodie und, ja wirklich, einem Saxophon-Solo zum Abschluss. Lahey studierte einst Jazz-Saxophon an der Universität, der Kreis schließt sich. Mindestens so stark: „I Don’t Get Invited To Parties Anymore“. Der Opener legt vergleichsweise langsam und unscheinbar los, nur um breitbeinige, souveräne Zwischensprints mit Power und Nachdruck einzuschieben. Dicke Gitarren und feinsinnige Synthi-Spielereien zum Schluss ergeben den nächsten Volltreffer.
    (Beatblogger)




    Es kommt nicht von ungefähr, dass die Kombination aus Synthies und wuchtiger Gitarre in "Am I doing it right?" an ein Liebeskind von frühen The Killers und Avril Lavigne denken lässt, ein wenig oberflächlich vielleicht, aber die Killer-Hook lässt das Herz jubeln. Es mag sich zwar bei Laheys Songs um basales Songwriting handeln, doch funktionieren sie passgenau und treffen immer den popaffinen Nerv des Hörers. Dass zum Beispiel die Abkehr von Saufen und Feiern in "I don't get invited to parties anymore" mit hedonistischem Rausch-Rock begossen wird, ist ein netter Kniff. Varianz ist übrigens trotz der "All killer no filler"-Attitüde ein wichtiger Bestandteil des Albums. Wenn "Isabella" luftig, von einem frühlingshaften Klavier motiviert, durch die Gegend hopst, könnte sich Ben Folds ein Lächeln sicher nicht verkneifen. Auch die filigrane Balladen-Kleinigkeit "Unspoken history" überzeugt durch luftige Instrumentierung, die durch ein Cello jedoch dezent dunkler geschminkt wird. Immer im Gepäck ist aber auf jeden Fall eine selbstbewusste Hook, darauf kann man zählen.
    (Plattentests)



  • Wy - Softie

    Wy - Softie


    Und in Schweden so? (6)

    Ups, da habe ich doch tatsächlich den sechsten und letzten Teil dieser Serie unterschlagen. Dabei sollte doch, neben Stockholm und Göteborg, noch zumindest eine weitere Stadt vertreten sein. Uppsala wurde es leider nicht, aber Dank Wy ist nun auch Malmö mit dabei.

    Das 2015 gegründete Duo besteht aus Ebba Ågren und Michel Gustafsson. Wy (auch die Schreibweisen WY oder wy habe ich schon gesehen) veröffentlichten 2016 eine erste EP namens „Never Was“ und vor zwei Jahren ihr Debütalbum „Okay“, der Nachfolger trägt den Titel „Softie“ und ist auf schwarzem und, in einer limitierten Auflage, blauem Vinyl erschienen. 

    Ebba ist auch als Fotografin und Regisseurin aktiv und hat u.a. das Video für „Rapture“ von Kraków Loves Adana gedreht. Eine treffende Wahl, denn musikalisch würden sich Wy auch tatsächlich recht gut für die zweite Seite eines Mixtapes mit Kraków Loves Adana eignen. Düster, verletzlich, eine Sängerin mit ungewöhnlicher Stimme und eine gelungene Mischung aus Gitarren- und Synthesizerklängen zu eingängigen Songs.

    Hier gibt es die Videos zu „Pavements“, „Softie“ und „Tired II“ zu sehen und einige lobende Worte zu lesen:




    Wy sound like what we want alternative rock’s next iteration to sound like: As catchy as HAIM but with their own raw, dark and vulnerable flavor, the pair make music so mesmerizingly special that you have to hear it to believe it. (…)
    “Softie” follows the release of Wy’s lead single “Pavements” at the top of the year, and while the latter has its share of infectious excitement, “Softie” is the sort of track that will steal our hearts forevermore. (…)
    Ebba Ågren sings her heart out in a profound assertion of vulnerability and desire, growing out of a faraway whisper in the verses to a close roar in the chorus. “Softie” is in so many ways an expression of an individual’s inner pain and self-doubt, and the hardship that goes alongside those personal experiences. Wy evoke a stirring mix of emotions through the pre-chorus’ beautiful poetry.
    (Atwood Magazine)




    Just like the rest of the project, “Softie” was inspired by the turbulence of human existence and by Ebba‘s experience of being bipolar. Thematically, it’s a logical follow-up to “Pavements” as the song was dealing with depression and starting by “who the hell made me like this?”. Sonically softer around the edges, the aptly named “Softie” remains a disconcertingly raw testimony loaded with vulnerability and a willingness of trying to become a better person.
    (High Clouds)




    The whole album feels like a celebration of being human and allowing yourself to feel, to grow, to cope, with each individual song playing a part in this journey of self-acceptance.
    The standout track for me is Twenty-two Dreaming. The twinkling guitar and atmospherical synth lend a convivial tone to the song, contrasting to the lyrics which Wy themselves say are “kind of dark”. It takes you on a journey as the guitar merges with a heavier more distorted sound as Ebba’s poignantly tender vocals gain depth as she sings “Don’t want to feel the grey of it, always”.
    What I love about Softie is that however real it is, it’s not downbeat. It has a lovely sense of hopeful optimism because guys; it’s ok to feel and talk about these things. We’re all human.
    (IMN)




  • The Get Up Kids - Problems

    The Get Up Kids - Problems


    Erinnert sich noch jemand an Emo? Was Mitte der 80er Jahre als Emotional Hardcore begann, ging in den 90ern mit Bands wie Jimmy Eat World oder Weezer in den Alternative/Indie-Rock über, um in den frühen 2000ern mit Dashboard Confessional, My Chemical Romance oder auch Fall Out Boy auch in den Mainstream und in die Charts einzuziehen.

    The Get Up Kids, ein Quintett aus Kansas City, waren zwischen 1995 und 2005 mit vier Alben involviert, auch wenn der ganz große Chart-Erfolg ausbleiben sollte („On A Wire“ (2002) und „Guilt Show“ (2004) erreichten auf dem Vagrant Label knapp die Top 60 der US-Charts).
    Nachdem man sich kurzzeitig aufgelöst hatte, fanden Matt Pryor (Gesang, Gitarre), Jim Suptic (Gitarre), Rob Pope (Bass), Ryan Pope (Schlagzeug) und James Dewees (Keyboards) Ende 2008 wieder zusammen und veröffentlichte mit „There Are Rules“ (2011) ein neues Album. Platz 124 in den USA dürfte ihr neues Label (Quality Hill) nicht zufrieden gestellt haben.
    Letztes Jahr gab es mit der „Kicker“ EP (auf Polyvinyl Records) ein erneutes Lebenszeichen der Get Up Kids und nach 8 Jahren Albumpause gibt es mit „Problems“ nun eine neue Platte der Band, die von Peter Katis (The National, Interpol) produziert wurde. Neben der hellblauen Schallplatte kann man auf der Bandcamp-Seite noch Exemplare der limitierten 180-Gram Pink/Light Blue Starburst LP käuflich erwerben.
    Bei Metacritic steht „Problems“ tatsächlich deutlich besser dar (80/100 Punkten) als die drei vorherigen Alben, die in die Charts einziehen konnten. Offensichtlich hat die Pause den Get Up Kids gut getan:


    Every song on this album is strong, starting from the compelling opener, “Satellite,” which firmly establishes the return to the classic Get Up Kids style which is as strong of an opener as “Holiday” or “Man of Conviction.” “The Problem is Me” is one of the bounciest, catchiest pop songs that The Get Up Kids have ever put out. “Lou Barlow” starts and ends as a tribute to the Dinosaur Jr. bassist, and in the middle it fills in as one of Matt Pryor’s classicly angsty emo songs. “Fairweather Friends” succeeds thanks to perhaps drummer Ryan Pope’s best performance to date, giving an absolutely electrifying performance. “The Advocate” is a welcome return to the experimental style of On a Wire rather than the over-experimentation of There are Rules. And, while the first three Get Up Kids albums were notable for their excellent closing tracks, that sort of ended with Guilt Show’s mediocre closing track, “Conversation.” On Problems, they return with another strong ballad of a closer in “Your Ghost is Gone” and, while it may not be on par with “I’ll Catch You,” it’s certainly on par with “Michele with One L” and “Hannah Hold On.”
    (Punk News)




    Problems opens with "Satellites," a headbanger that opens with soft acoustic guitar before kicking into an anthemic chorus that's reminiscent of '90s pop punk. Lyrics about feeling anxious and isolated even in a crowded room are instantly relatable.
     "Salina" and "Fairweather Friends" are absolute standouts; the guitar work is flawless, a fuzzy bass line is warm and inviting and pairs perfectly with the bright guitar riffs — the interlude is utterly magnificent. (…)
    The Get Up Kids have a talent for writing catchy and infectious hooks and choruses and it's what has kept them on the map for over two decades. Both old and newer fans will find songs they enjoy and hopefully never stop listening to on Problems.
    (Exclaim)




    Most of the record jabs and punches like a heavyweight on the comeback trail with tracks like "The Problem Is Me" or "Fairweather Friends" sounding like the work of a band with lots to prove and little time to do it. They charge through the verses with purpose and blast into the verses with a feverish glow that cuts through the noise of the day and forces the listener to take notice. The songs that dial down the energy still have a tightly wound emotional core that comes through in the aching vocal harmonies, the swell of the keys, guitar solos that threaten to tear up speakers, and Pryor's intimate, everyman tone. The band at its best never relied on speed or noise alone to get the point across, and songs like the lovely midtempo melancholy ballad "Salina" or the tightly wound "The Advocate" have the same kick as the faster songs and maybe a little more emotional impact.
    (All Music)

    The Get Up Kids in Deutschland:
    21.05.19 Wiesbaden, Schlachthof
    22.05.19 Berlin, SO36
    23.05.19 Köln, Luxor





  • The National - I Am Easy To Find

    The National - I Am Easy To Find


    10 Fakten zum neuen Album von The National:

    1. So schnell war gar nicht mit dem achten Album von The National zu rechnen, denn die Veröffentlichung von „Sleep Well Beast“ liegt erst 20 Monate zurück. Mit einem Abstand von 616 Tagen zwischen zwei Alben, verfehlte das Quintett somit seinen persönlichen Uralt-Rekord (588 Tage zwischen „Sad Songs For Dirty Lovers“ (2003) und „Alligator“ (2005)) nur knapp.

    2. Dafür bricht „I Am Easy To Find“ andere individuelle Rekorde von The National: 16 Songs? Gab es zuvor noch nicht auf einem Album (Rekordhalter bisher: „Alligator“ und „Trouble Will Find Me“ mit 13 Songs). Eine Laufzeit von 63:35 Minuten? Ebenfalls neuer „nationaler“ Rekord. (Rekordhalter bisher: „Sleep Well Beast“ mit 57:32 Minuten).

    3. Neben der CD und der Doppel-LP (black Vinyl) ist „I Am Easy To Find“ auch als limitiertes Deluxe Vinyl erhältlich: Pressed on 3x12" standard weight vinyl.  Set includes opaque red, yellow, and grey colors as featured in the imagery.  Tri-fold LP jacket with 3 x printed inner sleeves. Includes a 24 page booklet and foldout poster. Sides A - D features full album tracklist with side E featuring the "I Am Easy To Find Original Film Score" with a side F etching.    

    4. „I Am Easy To Find Original Film Score“ auf der ersten Seite der dritten Schallplatte? Was soll das denn sein? „I Am Easy To Find“ ist auch ein 24-minütiger Kurzfilm von Mike Mills (Regisseur von „Beginners“, „20th Century Women“ oder zahlreichen Videos von Air, Pulp, Mansun oder The Divine Comedy sowie Designer) mit Oscar-Gewinnerin Alicia Vikander in der Hauptrolle. Mills kontaktierte Matt Berninger 2017 und schlug eine gemeinsame Zusammenarbeit vor, aus der sich der Kurzfilm und das Album entwickelten. Hier ist der Film von Mike Mills zu sehen:




    5. Das Album wurde folgerichtig gemeinsam von Mike Mills und The National produziert. Als Hauptstudio wird Long Pond im Hudson Valley genannt, jedoch fanden die Aufnahmen auch an zahlreichen anderen Orten, zum Beispiel in Berlin, Paris, Dublin oder New York, statt. 

    6. Auch die Anzahl der Gastsängerinnen ist rekordverdächtig: Lisa Hannigan, Sharon Van Etten, Mina Tindle, Gail Ann Dorsey, Eve Owen, Diane Sorel und Kate Stables (This Is The Kit) unterstützen Matt Berninger. Dazu der Sänger: „Yes, there are a lot of women singing on this, but it wasn't because, ›Oh, let's have more women's voices‹, it was more, ›Let's have more of a fabric of people's identities.‹ It would have been better to have had other male singers, but my ego wouldn't let that happen.“

    7. Weitere Musiker, die in die Entstehung von „I Am Easy To Find“ involviert waren: Justin Vernon (Bon Iver), Thomas Bartlett (Doveman), Alexander Ridha (Boys Noize), Mélissa Laveaux, Jan St. Werner und Andi Thoma von Mouse On Mars sowie der Brooklyn Youth Chorus. Die Texte stammen aus der Feder von Matt Berninger und/oder Carin Besser, die Songs wurden von Aaron und Bryce Dessner komponiert („You Had Your Soul With You“  gemeinsam mit Thomas Bartlett). 




    8. Vorab veröffentlichten The National drei Singles aus „I Am Easy To Find“: „You Had Your Soul With You“ eröffnete den Reigen im März, blieb aber ohne eigenes Video. Im April folgte „Light Years“ (Video oben) und 3 Wochen vor der Albumveröffentlichung am 17. Mai „Hairpin Turns“ (Video unten).




    9. Metacritic listet sieben der acht Alben von The National auf. Die letzten sechs Platten kommen auf eine durchschnittliche Bewertung von über 80/100 Punkten! Hier der Überblick: „Sad Songs For Dirty Lovers“ (78/100, 2003), „Alligator“ (82/100, 2005), „Boxer“ (86/100, 2007), „High Violet“ (85/100, 2010), „Trouble Will Find Me“ (84/100, 2013), „Sleep Well Beast“ (83/100, 2017) und „I Am Easy To Find“ (81/100, 2019).

    I AM EASY TO FIND bricht gewohntes Terrain auf und bedient sich dabei zweier Strategien. Zum einem versprüht die Platte jenen Geist der Kooperative, den schon das von den Dessner-Brüdern mitkuratierte „People“-Festival im Funkhaus Berlin ausstrahlte.
    Die Songs erlauben sich Umwege, verlassen gängige Schemata. Sie tun das nicht so radikal wie beispielsweise die Stücke des letzten Bon-Iver-Albums 22, A MILLION: The National erlauben sich auch kleine, sehr analog inszenierte Songs wie „Not In Kansas“ (wobei auch dieser Song seine Brüche hat). Aber die Bereitschaft, andere musikalische Gebiete zu erforschen, sei es Gospel, sei es Klassik, sei es Neue Musik, sei es Elektronik, ist durchaus vergleichbar.
    (musikexpress)

    10. The National scheinen ständig auf Tournee zu sein. Erst wurden nur zwei Konzerte in Deutschland im Sommer angekündigt, dann kamen irgendwann sechs weitere Auftritte im Winter hinzu. Das sind die Termine:
    15.07.19 Frankfurt, Jahrhunderthalle
    16.07.19 Hamburg, Stadtpark (ausverkauft)
    26.11.19 Berlin, Columbiahalle
    27.11.19 Berlin, Columbiahalle
    01.12.19 Bochum, RuhrCongress
    02.12.19 Köln, Palladium
    04.12.19 München, Zenith
    05.12.19 Stuttgart, Porsche Arena



  • Kevin Morby - Oh My God

    Kevin Morby - Oh My God


    Der Begriff Gospel leitet sich vom Altenglischen gōdspel ab und beschreibt eine gute Nachricht. Im Christentum ist damit die Botschaft gemeint, die Gott durch Jesus Christus an die Menschen richtet und deren Verkündigung Aufgabe der Christen ist. Zudem beschreibt dieser Begriff jene christliche afroamerikanische Stilrichtung, die sich Anfang des 20. Jahrhunderts aus dem Negro Spiritual sowie Elementen des Blues und Jazz entwickelt hat.

    Kein Wunder also, dass sich Kevin Morby auf einem Konzeptalbum über Religion und Spiritualität mit dem Titel „Oh My God“ reichlich bei dieser Musikrichtung bedient. Egal, ob Rock ’n‘ Roll- oder Folksong, egal, ob Harfe, Piano, Flöte, Orgel, Saxophon oder Handclaps die Lieder begleiten, der E-Gitarre ein verzerrtes Solo entrungen oder sich im Walzertakt gewogen wird, der Gospel-Chorgesang ist allgegenwärtig.

    Kevin Morby ist ein 31-jähriger, aus Texas stammender Singer/Songwriter, der mit „Oh My God“ (Kassette, CD, 2LP auf schwarzem oder blauem Vinyl) sein fünftes Album vorgelegt hat und dafür von der Kritik, die auch vor ernst gemeinten Vergleichen mit Bob Dylan, Leonard Cohen oder Van Morrison nicht zurück schreckt, ziemlich abgefeiert wird. Hören wir uns doch drei Songs des Album, „OMG Rock n Roll“, „No Halo“ und „Nothing Sacred / All Things Wild“, an, während wir einige begeisterte Reviews lesen:




    Not a single cut on Oh My God feels out of place. Each song is effulgent in its composition and intention, from the hymnal boogie "OMG Rock n Roll," to the wholly intimate "Seven Devils" to the bashful and bluesy "Ballad Of Faye." Despite always feeling full and fleshed-out, Oh My God is comparatively and intentionally sparse when held up Morby's earlier albums. (…)
    To decree a record as an artist's "epic" is always a paradoxical accomplishment, suggesting heights that may never be reached again, and casting past works, great though they may be, into a comparative pale. But it's hard not to be awed by a record that has you saying its name to simply describe it.
    (Exlaim)




    There are rich variations in mood. On the opening “Oh My God,” the singer’s prayerful refrain (“Oh my lord / Come carry me home”) is a quiet, solitary plea that rises out of a rickety piano melody that sounds as if it’s emanating from your grandparents’ attic. Three songs later (“OMG Rock n Roll”), it’s a rollicking doomsday anthem, all bleating organs and grimy guitar fuzz as Morby combines the same lyrics with the ambient anxieties of the mass shooting age. And six songs after that, the singer is awed at the simple daily fact of being alive: “This life is a killer! / But oh, what a ride! / Just to wake up each morning! / Just to open your eyes!” goes the messy celebratory shuffle of “Congratulations.” Oh My God is full of lines that teeter on the brink of hippie-dippie inanity, and sometimes they cross over, but Morby delivers them with enough conviction and musical restlessness to make you rise from your couch and join him in wondering where the hell a baby bluebird goes when it dies.
    (Paste Magazine)




    ‘Oh My God’ is a dense listen and though there are more immediate moments (the raucous ‘OMG Rock n Roll’ and the shapeshifting ‘Hail Mary’ are two examples), you can let this album wash over you and wallow in its most intense songs, for they are the ones that will linger longest. Like the twinkling ‘Sing A Glad Song’, a cut not too dissimilar to the aura of ‘Singing Saw’, or the pensive ‘I Want To Be Clean’, a song that’d nestle in nicely into the folksy spirit of second album ‘Still Life’.
    This is a remarkable achievement, one that proves that Morby remains on top form. Let ‘Oh My God’ be your companion and guide. You won’t immediately learn the meaning of it all, but there’s more than enough here to spark some seismic internal reflection, wherever you’ve come from or are heading to next.
    (NME)



  • Vampire Weekend - Father of the bride

    Vampire Weekend - Father of the bride




    Bereits im Februar machten mir Vampire Weekend mit diesem Song richtig Lust auf deren neues Album:


    Ich nehme es vorweg: Nicht alle Titel auf "Father of the bride" spielen auf diesem Niveau, aber ein echter Ausfall ist auch nicht dabei. Und bei sage und schreibe 18 Tracks ist das eine Leistung.

    Sechs Jahre sind seit Veröffentlichung des Vorgängers "Modern vampires of the city" vergangen. Da blieb genug Zeit für eine Tour, Ezra Koenigs eigene Radiosendung, seine Netflix-Serie und die eine oder andere weitere musikalische Tätigkeit. Und Vater wurde er letztes Jahr auch noch.

    Gründungsmitglied Rostam Batmanglij hat die Band bereits vor einiger Zeit verlassen, aber zu "Father of the bride" hat er ebenso beigetragen wie viele Gäste. Besonders prägend ist Danielle Haims Gesang, welcher auf der Hälfte des Songs zu hören ist. Selbst ohne die Gäste hätten Koenigs Ideen dieses Album eindrucksvoll gefüllt. Vampire Weekend war schon seit dem Debüt schwer berechenbar und vielseitig. Doch nun auf "Father of the bride" klingen sie dazu noch souverän, erwachsen... und trotzdem nie langweilig: Das ist nahezu perfekter Indiepop.

    Neben dem bereits gelobten "Harmony hall" stechen vor allem "This life", "How long?", "Sympathy" und "Flower moon" hervor. Insgesamt kann man "Father of the bride" nur als äußerst gelungen bezeichnen und für die Jahresbestenlisten vormerken.

    "Sunflower":

    "This life":


    NME:
    Depending on your mood, there’ll be songs you’d happily lop off for a more streamlined listen, but by and large, all of these songs make the patchwork much more vibrant. If there’s another wait this long for album five, we trust that they’ll make use of the time.


  • HÆLOS - Any Random Kindness

    HÆLOS - Any Random Kindness


    Davon dass Trip Hop lebt, kann man sich auf „Any Random Kindness“, dem zweiten Album von HÆLOS überzeugen. Seit ihrem Debütalbum „Full Circle“ (2016) ist die Londoner Band zu einem Quartett angewachsen, das nun aus Lotti Benardout, Arthur Delaney, Dom Goldsmith und Neuzugang Daniel Vildosola, der ursprünglich nur als Live-Gitarrist fungierte, besteht.

    Auf „Any Random Kindness“ gibt es düsteren Trip Hop zu hören, der häufig an Massive Attack („Boy / Girl“ oder das an „Unfinished Sympathy“ erinnernde „Empty Skies“), Moby („End Of World Party“) oder Unkle („Kyoto“) gemahnt. „ARK“ hätte man sich auch gut als mit vertrackten Rhythmen unterlegte Piano-Ballade von Radiohead vorstellen können. Jedoch zielen die neuen Songs deutlicher noch als beim Vorgänger Richtung Dancefloor, da sich im Verlauf der häufig eher ruhig beginnenden Lieder zunehmend Percussion und Beats einschleichen, um den Song letztendlich zu kapern („Buried In The Sand“).

    Die Kritiker scheinen diesen Wandel zu gutieren, denn bei Metacritic wird der Wert des Vorgängers (69/100 Punkten) deutlich verbessert (80/100).
    „Any Random Kindness“ ist im Klappcover auf transparentem Vinyl erhältlich und bietet 11 Songs in knapp 58 Minuten.




    It's a thrill to experience and one that is challenged elsewhere by the hypnotic and luscious "Buried in the Sand," which whips up a trance-like frenzy of reverie, and "Empty Skies," a throwback to '90s soul/house sounds that stretches the lead pair's vocals. Likewise, "End of the World Party" maintains the nostalgia with a classic Lyn Collins/Rob Base & DJ E-Z Rock sample, connecting dancefloors across the decades through an infectious sonic wormhole. In addition to the party-starters, uplifting moments such as "So Long, Goodbye" and "Another Universe" elevate Any Random Kindness with grace, while the bluesy, piano-bar closer "Last One Out (Turn the Lights Off)" pulls everything together with a final plea for positivity and a light in the darkness. Cerebral yet soulful, Any Random Kindness strikes an ideal balance for Hælos, a significant step forward in their evolution.
    (All Music)




    The songs on Any Random Kindness take time to sink in, with hooks revealing themselves over time with the band clearly understanding the need to take risks to grow musically. The mix of the organic and synthetic is handled skillfully throughout with slowly rippling melodies suddenly enveloped by swarming crowds of busy electronics and charged live drums. The band's second album finds HÆLOS expanding on their core sound while reminding themselves and the listener of just why they are such an exciting and intriguing outfit.
    (PopMatters)




    HÆLOS in Deutschland:
    10.10.19 Berlin, Frannz Club
    11.10.19 Hamburg, Waagenbau



  • Howard Jones - Transform

    Howard Jones - Transform


    Gestern sprachen wir bereits im Rahmen der Vorstellung von „Dizzy Spells“, dem Debütalbum der ehemaligen Veronica Falls Sängerin Roxanne Clifford, über Retro-80s-Pop - da ist der Weg zu Howard Jones gar nicht so weit.  

    Seine größten Erfolge feierte der mittlerweile 64-jährige Engländer zwischen den Jahren 1983 und 1985 mit Singles wie „New Song“, „What Is Love?“, „Like To Get To Know You Well“ und „Things Can Only Get Better“ sowie den dazugehörigen Alben „Human’s Lib“ (1984) und „Dream Into Action“ (1985). Und obwohl ich in diesen Jahren die Pop-Musik für mich entdeckte und zunächst mit dem Kauf von Singles und etwas später Alben begann, steht tatsächlich keine einzige Platte von Howard Jones in meinem Plattenschrank, obwohl er wirklich im Radio und bei der TV-Sendung „Formel Eins“ allgegenwärtig war und insgesamt sechs Top Ten Singles in England feiern konnte. 

    Von den Charts ist Jones mittlerweile weit entfernt: 1998 konnte sich zuletzt seine Single „Let The People Have Their Say“ in Großbritannien (#99) und Deutschland (#85) platzieren, bei den Alben wartet er sogar seit 30 Jahren auf einen Charts-Einstieg („Cross The Line“ erreichte 1989 noch Platz 64). Nichtsdestotrotz hat er kontinuierlich Alben veröffentlicht, auch wenn die zeitlichen Abstände zuletzt etwas länger wurden. „Transform“ lautet der Titel seines 13. Studioalbums und ist, nach experimentellen Abstechern in Richtung Ambient oder Klassik, wieder ein lupenreines Synth-Pop-Album geworden, wie man es genau so von Howard Jones erwarten würde, wenn man, wie ich, zuletzt vor fast 35 Jahren Notiz von ihm genommen hat.

    Howard Jones setzt jedoch nicht nur auf Retro-Glückseligkeit und Synthesizer-Nostalgie („Hero In My Eyes“), sondern versucht mit seinen musikalischen Mitstreitern, dem Produzenten Robbie Bronnimann (Ultravox, Nicki Minaj) sowie dem US-Elektro-Musiker Brian Transeau (BT), den Zeitgeist zu integrieren, indem es mal in Richtung Funk geht („Stay With Me“), wummernde Beats in Richtung Tanzfläche ziehen („Take Us Higher“) oder der obligatorische Stimm-Verzerrer zum Einsatz kommt („Tin Man Song“). 

    „Transform“ richtet sich an Menschen, die sich im letzten Jahr die neu aufgelegten Deluxe Versionen von „Human’s Lib“ und „Dream Into Action“ geleistet haben und auch weiterhin treu neue Alben von O.M.D. kaufen.




    Transform is remarkably consistent to Jones’ lush brand of synthpop. Right from the top, “The One To Love You” feels like an unearthed ‘80s artifact in the best way, maintaining a deliciously layered complexity that is as exciting to listen to through headphones as it through dance floor speakers—even if that dance floor is your living room.
    With a crunchy drum line and throbbing bass, “Take Us Higher” is like a Depeche Mode’s relentlessly upbeat cousin. “Tin Man” has a similar grounding on the percussion, with the keyboard lines doing workman-like duty on a more traditional ballad. (…)
    “Beating Mr. Neg” is a little heavy, with a slinky, zebra-striped backbeat that sounds like the opening titles of an arcade racing game, but the firework flourish of the chorus serves as a bridge between the eras, sounding more The 1975 than Kraftwerk. The simple piano coda is a nice touch. (…)
    The bubble-pop “Be My Own Hero” is a little too light to land amongst the heavier hitters like “Take Us Higher” and “Beating Mr. Neg,” and the Windham Hill flute line on “At The Speed of Love” is a bit of a downer, even if it does conjure back to “Transform.” Every album needs a ballad, but this one falls strictly on the B-side sense of things.
    And, of course, just as it opened, the album closes with a banger, “Stay With Me,” with its sharp, right-angle beats and a chorus that sounds like the gospel choir at the First Church of Robots.
    It’s always a gamble for a musician to fall back into the orbit he’s known for. At worst, at sounds stale and lazy. But at it’s best, well, it sounds like Transform, a balance of what is familiar and innovative, new magic from old spells.
    (Paste Magazine)





  • Patience - Dizzy Spells

    Patience - Dizzy Spells


    Mit The Proper Ornaments („Six Lenins“, 2019, „Foxhole“, 2017) und Ultimate Painting („Up“, 2018) gab es in den letzten Jahren bereits zwei Bands, die aus der 2014 aufgelösten Band Veronica Falls hervorgegangen sind. Beide wurden von deren ehemaligem Gitarristen James Hoare gegründet.
    Mittlerweile ist auch Roxanne Clifford, die frühere Sängerin der Veronica Falls, bei ihrem ersten Soloalbum angelangt, das sie unter dem Pseudonym Patience veröffentlicht hat. 

    Bereits seit 2016 veröffentlichte sie mit „The Pressure“, „The Church / My Own Invention“ und „White Of An Eye“ erste Singles unter ihrem neuen Namen. Dabei schwor sie dem Jangle-Pop/Indierock von Veronica Falls gänzlich ab und orientierte sich an Retro-80s-Pop, so dass einem beim Hören von „Dizzy Spells“ Pet Shop Boys, O.M.D., The Human League und Eurythmics in den Sinn kommen. „White Of An Eye“ sorgt dafür, dass man New Oder unbedingt dieser Aufzählung hinzu fügen muss.

    Wer dieses Jahr „Ladytron“ wiederholt auf seinem Plattenteller laufen ließ, sollte auf jeden Fall auch zu „Dizzy Spells“ greifen, das in der limitierten Auflage auf clear Vinyl erhältlich ist.




    Tracks like ‘Living Things Don’t Last’ find twinkly synths clashing with forlorn lyrics sung in wistful reminiscence, and it is a measure of the strength of her writing that her full-bodied leap into the analogue synth world has seen her sacrifice none of that melancholic ecstasy.
    There is nothing revolutionary about Dizzy Spells, but it would take effort to resist its charms. ‘The Girls are Chewing Gum’, produced by UK garage lynchpin Todd Edwards, is a stomping Chicago house-inspired indie disco throwdown, equipped to rub shoulders with the best of DFA or Creation. The pristine ‘Moral Damage’ sees Clifford in a bilingual duet with former Veronica Falls bandmate Marion Herbain, while Clifford’s wit shines through on album highlight ‘The Pressure’: “My friends tell me you asked for me/ The world could end before we agree”.
    (Loud and Quiet)




    Those singles are all present on the first Patience record, Dizzy Spells, and it says a lot about the record that they aren't necessarily the best songs there. Sessions done at home in L.A. resulted in some wonderful songs, too. The Todd Edwards collaboration "The Girls Are Chewing Gum" is an infectious slice of lo-fi house, "No Roses" is a yearning ballad that sounds like baby Yaz, "Aerosol" is wonderfully melancholy '80s pop, and "Moral Damage" is a stately Europop tune that features a vocal turn by Clifford's Veronica Falls bandmate Marion Herbain. She does bring in guitars once or twice, most notably on the New Order-esque "Living Things Don’t Last." Throughout, Clifford proves as adept at pressing keys and programming synths as she was at strumming a guitar, and the different setting gives her a chance to stretch vocally in ways she might not have been able to if buried in reverb and live drums. (…)
    Fans of Veronica Falls can still lament that the band is gone for good, but Patience is a fine substitute that delivers the same great songs and deep feelings only in a different package.
    (All Music)




    White of An Eye is propelled by a bouncy undercurrent and a jangly guitar refrain, but Clifford intones: 'I haven’t seen it in a while / The light that comes from a smile'.
    Much of the album follows suit, but the likes of dextrous bilingual powerhouse Moral Damage, where Clifford is joined by fellow former Veronica Falls member Marion Herbain, and closer Silent House, with its warped choral opening and almost baroque keys, break the mould. Such moments help prevent Dizzy Spells from becoming one-note by putting a different spin on the happy-sad formula, keeping it a bright yet bittersweet full-length exploration of Clifford’s new sonic world.
    (The Skinny)






  • Jens Lekman & Annika Norlin - Correspondence

    Jens Lekman & Annika Norlin - Correspondence


    Und in Schweden so? (5)

    Mit den von Jens Lekman gesungenen Zeilen „January 1st 2018, I’m writing you now, Annika Norlin, from the remnants of a new years eve“ beginnt der Song „Who Really Needs Who“ und glücklicherweise hat Annika Norlin die letzten Zeilen des an sie gerichteten Liedes („I’ve always liked what goes on in your brain, so would you like to correspond?“) für sich mit Ja beantwortet, denn daraus entwickelte sich das Projekte „Correspondence“: 
    Im Jahr 2018 schrieben sich Jens Lekman und Annika Norlin (Hello Saferide, Säkert!) abwechselnd jeden Monat einen musikalischen Brief, den sie auf der dazugehörigen Internetseite veröffentlichten. So entstanden unter Berücksichtigung der Regel, dass in jedem Lied nur ein Instrument Verwendung finden durfte, damit sich die beiden Songwriter auf den „Brief“ und dessen Inhalt (statt dessen Produktion oder Arrangement) konzentrieren konnten,  jeweils sechs Songs von Jens bzw. Annika. 

    Mit dem bewusst gesetzten Augenmerk auf die Texte geht einerseits auch das einzige Manko von „Correspondence“ einher, denn weder Lekman noch Norlin haben, wie schon so oft in ihren Karriere, die ganz großen Melodien gefunden, die die Lieder unweigerlich in unseren Gehörgängen verankern würden. Andererseits ist es immer wieder schön zu hören, wie sie Bezug auf den Brief aus dem Vormonat nehmen („Thanks for your letter, please send a clone over, I’ll use him for garden work and harmonies“) oder Wünsche für die nächste musikalische Botschaft äußern („Last month when you came to visit, you played a set in the church in the city. For Shirin you set your voice up high and you let go. It made me cry. So when you answer in July, can you please do so in falsetto“).





    Nach Ablauf des Jahres und zwölf sehr persönlichen Liedern, die Erschöpfung, Einsamkeit, Belästigung, Freundschaft, Sekten, Angst vor dem Klimawandel oder das öffentliche Duschen thematisierten, waren Jens Lekman und Annika Norlin so zufrieden mit ihrem gemeinsamen Projekt, dass sie sich zumindest für eine digitale Veröffentlichung entschieden. Für die Hälfte der Songs schrieb Jens Lekman Streicher-Arrangements, die von Ellen Hjalmarsson (Geige) and Petra Lundin (Cello) eingespielt und nachträglich hinzugefügt wurden. 

    Beide berichten hier ausführlich über dieses außergewöhnliches wie großartige Projekt und die einzelnen Songs, die auch in ihren ursprünglichen Versionen noch gehört werden können.




    Für die verbleibenden Monate dieses Jahres wünsche ich mir, dass man doch doch noch eine Möglichkeit zur Veröffentlichung von „Correspondence“ als LP findet und dass Jens Lekman und Annika Norlin für einen langen, dreigeteilten Konzertabend gebucht werden, an denen sie jeweils allein und schließlich gemeinsam auf der Bühne stehen und ihre Lieder vortragen.




  • Agent Blå - Morning Thoughts

    Agent Blå - Morning Thoughts


    Und in Schweden so? (4)

    Nach drei Platten-Vorstellungen von in Stockholm ansässigen Bands, wird es Zeit für einen kurzen Abstecher nach Göteborg, denn nicht nur in der schwedischen Hauptstadt entstehen spannende Alben.

    Agent Blå sind ein Sextett, das aus Lucas Gustavsson (Gitarre), Emelie Alatalo (Gesang), Felix Skörvald (Gitarre), Josefine Täck (Bass, Gesang) und Arvid Christensen (Schlagzeug) sowie ihrem Neuzugang Tobias Bauer (Keyboards) besteht und von der Begeisterung für Joy Division und Slowdive zusammen geführt wurde. Da wundert es nicht, dass sie ihre Mixtur aus Postpunk und Dreampop sowie Gothic Rock und Gitarrenpop (denn The Cure bzw. Siouxsie And The Banshees und The Smiths dürfen bei den Einflüssen nicht unerwähnt bleiben) selbst Death Pop nennen. 

    2017 war ihr selbstbetiteltes Debütalbum erschienen, seit dem 10. Mai steht nun das über Luxury vertriebene „Morning Thoughts“ in den Plattenläden. In Deutschland sorgt Through Love Records für den Vertrieb und bietet das Album in zwei Versionen (orange / purple Vinyl ) an, die auf 100 bzw. 200 Stück limitiert sind. Um Versandkosten zu minimieren, sei die zusätzliche Bestellung der beiden Alben ("Last Forever", 2015, "Westkust", 2019) von Westkust empfohlen!
    „Child's Play“ und „Something Borrowed“ sollen einen ersten Eindruck des Albums vermitteln:




    De starkaste spåren är lätta att fastna för direkt, likt ”Cambion” som är en riktig fullträff och innehåller allt det som Agent blå är bäst på. Nämligen ett kraftfullt intro som följs av fina verser och tempoväxlingar. Likaså ”You’ll Get It When Your’re Older” med sina gitarrslingor och ”Defenestration” med sitt djup.
    Samtidigt finns det spår som kräver mer tid och kommer ur sitt skal först efter ett par lyssningar. Agent blå:s främsta styrka sitter inte i texterna, stundtals hör man nämligen inte riktigt vilka ord som sjungs. Styrkan ligger snarare i Alatalos röst i sig själv, och därtill den fängslande ljudbilden som på denna fullängdare också bjuder på en del nya rytmer.
    (Hymn)
    Übersetzung: Die stärksten Tracks sind leicht sofort zu finden, wie "Cambion", ein echter Hit, der alles enthält, was Agent blå am besten kann. Ein kraftvolles Intro, gefolgt von feinen Versen und Tempowechseln. Ebenso "You Get It When Your Older" mit seinen Gitarrenloops und "Defestation" mit seiner Tiefe.
    Gleichzeitig gibt es Tracks, die mehr Zeit benötigen und erst nach ein paar Hörversuchen aus ihrer Hülle kommen. Die Hauptstärke von Agent blå liegt nicht in den Texten, manchmal hört man nicht wirklich, welche Wörter gesungen werden. Die Stärke liegt vielmehr in Alatalos Stimme an sich und darüber hinaus in dem fesselnden Klangbild, das auf diesem Album in voller Länge auch einige neue Rhythmen bietet.






  • Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)