Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Beck - Hyperspace


    10 Fakten zum neuen Album von Beck:

    1. Der Albumtitel erschließt sich uns mit dem Blick aufs Plattencover nicht, denn dort steht „Hyperspace“ in Katanka, einer Silbenschrift der japanischen Sprache: ハイパースペース, Haipāsupēsu.

    2. „Hyperspace“ ist das mittlerweile vierzehnte Album von Beck Hansen seit 1993. Die längste Auszeit (2055 Tage) gönnte er sich zwischen „Modern Guilt“ (2008) und „Morning Phase“ (2014). Nach „Colors“ (2017) mussten seine Fans nur 771 Tage auf „Hyperspace“ warten.

    3. Mit seinen 11 Songs in 39:16 Minuten ist „Hyperspace“ eher ein kurzes Album von Beck geworden. Nur „One Foot In The Grave“ (1994; 37:05) und „Modern Guilt“ (2008; 33:33) waren kürzer.

    4. Fans denen, das zu wenig ist, können noch zu „Super Cool“ (Featuring Robyn & The Lonely Island) greifen. Der Song wurde im Februar 2019 auf dem Soundtrack zu „The LEGO Movie 2“ veröffentlicht. Einzig bekannter „Bonus Track“ ist „Saw Lightning (Freestyle Mix)“ auf der Target Version der CD.

    5. Neben der regulären CD, Kassette und LP (180 Gram Vinyl. Housed in Gatefold Sleeve. With Unique Label Artwork.) gibt es mehrere limitierte Schallplatten von „Hyperspace“ zu kaufen: „Ltd. Metallic Silver LP (180g)“ und „Ltd. Gold Clear LP (180g)“ sowie bei Rough Trade die auf 500 Exemplare limitierte „Red And Blue Splatter LP“.

    6. Neben den Langzeit-Kollaborateuren Jason Falkner, Smokey Hormel und Roger Manning Jr. sind auf dem Album Chris Martin („Star“), Terrell Hines („Hyperspace“) und Sky Ferreira („Die Waituing“) zu hören. Für die Produktion sorgten Beck, David Greenbaum und Pharrell Williams.




    7. Dass Beck Singles in den Charts positionieren konnte, liegt schon eine Weile zurück: im Vereinigten Königreich zog die Non-Album-Single „Timebomb“ 2007 in die Hitlisten ein (#154), in den USA kam „Girl“ zuletzt 2005 auf Platz 100 und in Deutschland landete bisher nur „Loser“ 1994 in den Charts (#18). Daran konnten auch die seit April 2019 ausgekoppelten „Saw Lightning“, „Uneventful Days“, „Dark Places“ und „Everlasting Nothing“ nichts ändern.

    8. Gut, dass es neben den regulären Charts noch spezielle US-Hitlisten von Billboard gibt. „Saw Lightning“ erreichte folgende Platzierungen: #19 (US Hot Rock Songs), #3 (US Adult Alternative Songs), #25 (US Alternative Songs) und #25 (US Rock Airplay). „Uneventful Days“ platzierte sich dort ebenfalls: #24 (US Hot Rock Songs), #4 (US Adult Alternative Songs), #38 (US Alternative Songs) und #36 (US Rock Airplay). 

    9. Das Video zu „Uneventful Days“ stammt vom Musiker Dev Hynes (Blood Orange, Lightspeed Champion), zitiert frühere Clips zu Devils Haircut“ und „Sexx Laws“ und zu sehen sind dort die u.a. aus „Westworld“ bekannten Evan Rachel Wood und Tessa Thompson:




    10. Aktuell steht „Hyperspace“ bei Metacritic bei 76/100 Punkten und damit etwas besser als der Vorgänger „Colors“ mit 72/100.

    Der Titeltrack zum Auftakt schleicht sich in eineinhalb Minuten auf kosmischen Synthesizern in Raum, Zeit und Album hinein. Ein bischen Flaming Lips-Alike.
    Wenn er im darauffolgenden „Uneventful Days“ dann im gechillten R’n’B-Modus von eben jenen ereignislosen Tagen und Nächten singt, die Vocoder auf Autotune-Anschlag, dann hat das zunächst den Anschein, als würde sich „Hyperspace“ als eine ruhigere Reaktion auf „Colors“ veranlagen, so wie damals „Sea Change“ auf „Midnight Vultures“, nur eben im Hyperspace statt der Singer/Songwriter-Position.
    Und prompt danach kommt er dann wieder, der Bruch mit der gerade aufgebauten Erwartungshaltung. „Saw Lightning“ könnte mit seinen akustischen Slide-Gitarren und Becks Sprechgesang aus „Odelay“ Zeiten stammen, oder gar ein Outtake von „Loser“ sein  (…).
    Der siebenfache Grammy-Gewinner hat für das Stück mit Pharrell Williams zusammengewirkt, der auch sonst an vielen Stellen der Platte seine Spuren im Beckschen Kosmos hinterlassen hat. „See Through“ etwa ist ein Song, der auf jeder Williams-Platte untergekommen wäre.
    „Chemical“ dreht dann wieder etwas runter, und ist eine wundersam schöne Synth-meets-Akustikgitarren-Ballade. Die omnipräsenten Autotune-Anteile in Becks Gesang verleiden hier und an vielen anderen Stellen aber leider auch manches Mal die geschmackvollen Arrangements.
    (Musikblog)



  • Coldplay - Everyday Life



    10 Fakten zum neuen Album von Coldplay:

    1. Das achte Studioalbum von Coldplay ist das erste Doppelalbum der Band. Die erste Hälfte trägt den Titel „Sunrise“, die zweite heißt „Sunset“ und insgesamt ist es das - wie es sich für ein Doppelalbum gehört - bisher experimentellste Album der Band: „a cinematic sonic scape that pitches everything from driven folk, gospel, wild jazz sax solos, and indie sincerity“ (The Line Of Best Fit).

    2. „Everyday Life“ bietet 16 Titel in 52:51 Minuten. Obwohl es das Coldplay Album mit den meisten Liedern ist, laufen „A Rush of Blood to the Head“ (54:08)  und „X&Y“ (62:30 plus Hidden Track) länger.

    3. Nur die japanische Version von „Everday Life“ bietet zusätzlich den Song „Flags“ (3:36) als Bonus Track an. 




    4. Einen so großen zeitlichen Abstand zwischen zwei Albumveröffentlichungen hatten Coldplay bisher noch nicht: Zwischen „ A Head Full Of Dreams“ und „Everyday Life“ liegen knapp 4 Jahre (3 Jahre, 11 Monate und 18 Tage, um genau zu sein).

    5. Das Plattencover von „Everyday Life“ basiert auf einem um 1919 aufgenommenen Foto des Urgroßvaters von Coldplay-Mitglied Jonny Buckland. Im Oktober tauchten in São Paulo, Berlin, Hong Kong und Sydney Poster des Covers auf und teaserten die Veröffentlichung der Platte am 22. November 2019. 




    6. „Orphans“ und „Arabesque“ wurden am 24. Oktober als Vorab-Singles veröffentlicht. Am 3. November folgte der Titelsong als dritte Single aus „Everyday Life“. Nur „Orphans“ bekam ein Video spendiert und kam zu relevanten Chart-Ehren, zum Beispiel Platz 27 im Vereinigten Königreich und Platz 94 in Deutschland.




    7. „Everyday Life“ ist als CD, Kassette und Doppel-LP (180g) erhältlich. Nur im offiziellen Store des Band ist die Platte als „silver double vinyl“ käuflich zu erwerben. 

    8. Der Titel des sechsten Songs lautet „بنی آدم“ oder in lateinischen Buchstaben „Bani Adam“. Der Song bezieht sich (und zitiert) das gleichnamige Gedicht des persischen Poeten Saadi Shirazi.

    "Church" is where the pulse quickens and undulating synths creep upward, it all feels like the world waking, and this is ultimately the message that Everyday Life delivers. The pieces that make up the puzzle. The most explosive of which, "Arabesque" rife with horn-laden crescendos erupt with a rattling battalion of noise.
    One of the most emotionally drawing moments; digging deep into the psyche of the trauma that can come from an absent parent, the dry, piano-led "Daddy", a ballad of a child yearning for its father.
    And then they bust out "When I Need A Friend" which goes full choral, aided by atmospheric rain as the apt Sunrise closer. (…)
    Sunset is where things fall to a quieter timbre, but the humanitarian exploration is far from flat. On "Champion Of The World"; a vast sounding, nineties drawn-out cut, Coldplay touches upon romance. (…)
    Coldplay are a band who explore. Be it the origins of their emotional landscape, or the shallow depths of the mainstream world or even the actual vibrancy; every effort has been made to create an audible spectacle. And gaze on as a band who've evolved into an unstoppable entity carry on their organic exploration.
    (The Line Of Best Fit)

    9. Das Album wurde von The Dream Team produziert, damit sind wohl Daniel Green, Max Martin, Bill Rahko und Rik Simpson gemeint. Als Gäste sind u.a. Stromae, Femi Kuti, Tiwa Savage und Jacob Collier auf dem Album zu hören.

    10. Bisher sind nur zwei Konzerte von Coldplay angekündigt: Am 22. November, dem Tag der Veröffentlichung, präsentieren Coldplay live die zwei Teile des Albums in Jordanien. Der Auftritt wird als Livestream bei YouTube zu sehen sein. Zudem werden Coldplay am 25. November im Natural History Museum in London live auftreten. 


  • Kate Davis - Trophy


    Wer aufmerksam das Booklet von Sharon van Ettens „Remind Me Tomorrow“ durchgelesen hat, dem ist vielleicht aufgefallen, dass sie ihre (Hit-)Single „Seventeen“ gemeinsam mit einer gewissen Kate Davis komponiert hat. 

    Die 28-jährige Singer/Songwriterin lernte Geige und Bass, spielt aber auch Gitarre, Keyboards und Piano, wurde bereits als Komponistin mit Preisen ausgezeichnet, hat sich im Jazz bereits einen Namen gemacht, hat nun mit „Trophy“ ihren ersten Albumausflug in die Gefilde des Alternative Rocks unternommen und die Arrangements für Streicher und Bläser auch gleich selbst übernommen.

    Das aktuelle Urteil für „Remind Me Tomorrow“ von Sharon van Ettens steht bei 7,5 Punkten - ob Kate Davis dies übertreffen und für „Trophy“ den Siegespokal bei Platten vor Gericht einheimsen kann?  




    Trophy is much more than a humble re-introduction to the unending layers of tone and texture Kate Davis can achieve as a musician with years of experience paying close attention to the language of sound. This is a masterclass in waking up on fire after a deep sleep — this is Kate looking back and looking towards, ready to take on the world after realizing she’s already been doing exactly that for years. Trophy is a feat of sonic wonder, leaving us quiet and contemplative as we go back, hungry for more, itching for Kate to make sense of the exhausted mess she’s made of our minds with an album so stirring, so gritty, so entirely itself.
    (The Music Mermaid)




    Davis’s songs often start languorously, wading into gentle, lapping folk before plunging into noisier grunge-rock. She has a pleasant, lilting voice to listen to while resting your head against a window. But these slow-moving repetitions—a few plucked strings, a murmured confession—leave you hungry for grittier self-scrutiny. Romantic metaphors of open heart surgery and stars aligning can come off saccharine, as do melodramatic declarations to a lover to “meet me in the morning, indigo skyline twilight.”
    (Pitchfork)




    Kate Davis in Deutschland:
    05.02.20 Berlin, Monarch



  • Low Roar - ross.


    Auf Computerspiele vor Gericht, einem unserer anderen Blogs, sprechen wir heute über „Death Stranding“, die neueste Schöpfung von Hideo Kojima. Unterlegt ist das Spiel sowohl durch ältere als auch neue sphärisch-atmosphärische Musik von Low Roar, auf die Kojima in Reykjavik aufmerksam wurde. Dort ist die Keimzelle der Band, der der US-Amerikaner Ryan Karazija vorsteht, der mittlerweile nach Polen weitergezogen ist.

    „ross.“ ist das intimste und akustischste der bisher vier Alben von Low Roar geworden („Low Roar“, 2011, „O“, 2014, „Once In A Long, Long While“, 2017). Passend dazu ist der Sänger aktuell solo unter dem Bandnamen auf Europatournee. Minimalistische Arrangemnets aus Gesang, Piano und akustischer Gitarre dominieren den Klang von „ross.“ und nur dezent erweitern Blechbläser, Synthesizer oder elektronische Klänge und Rhythmen den Songkosmos zwischen pastoralem Indiefolk und melancholischem  Dreampop. 

    „ross.“ ist am 8. November über Tonequake Records digital und als CD erschienen, eine Veröffentlichung als LP soll einen Monat später erfolgen.

    It will make you want to sail the ocean at sunset, go stargazing from a city rooftop, or embark upon a long walk on a foggy morning. Low Roar has always maintained those very natural, earthy undercurrents in their music, and it’s a motif that continues in plenty on their fourth full-length endeavor. If Low Roar is a product of life’s most beautiful moments, then each album they've created is a series of snapshots taken along the way. With ross., prepare to have your breath taken away - again.
    (Sputnikmusic)





  • The Wonder Stuff - Better Being Lucky


    Ob Miles Hunt in seiner Zeit bei MTVs „120 Minutes“ auch Videos seiner eigenen Band anmoderiert hat? Zwar hatten sich The Wonder Stuff gerade aufgelöst, aber mit „If The Beatles Had Read Hunter...The Singles“ erschien Ende 1994 noch eine Best of-Compilation (#8 UK) und die neu aufgelegte Single „Unbearable“ kam noch einmal in die Top 20 des Vereinigten Königreiches. 

    Nach einigen Solo- und Bandprojekten wagten Hunt und Kollegen nach der Jahrtausendwende ein Comeback, das jedoch nicht an frühere Erfolge anknüpfen konnte. „Escape From Rubbish Island“ (2004), „Suspendes By Stars“ (2006) und „Oh No It’s… The Wonder Stuff“ (2012) verfehlten die Charts, erst „30 Goes Around The Sun“ konnte 2016 diese Serie brechen (#38 UK). Zwischenzeitlich pflegten The Wonder Stuff ihr Vermächtnis  durch Jubiläums-, Live- oder Demo-Auflagen ihrer erfolgreichen Alben vor der Bandtrennung („The Eight Legged Groove Machine“, „HUP“, „Never Loved Elvis“ und „Construction for The Modern Idiot“). 

    Mittlerweile gibt es mit „Better Being Lucky“ das neunte Album der Band und wieder einmal ein verändertes Lineup: Miles Hunt (Gesang, Gitarre) ist die einzige durchgehende Konstante bei The Wonder Stuff, seine Frau Erica Nockalls (Geige) ist seit längerem (2005) dabei, mit Malcolm Treece (Gitarre) kehrt ein Gründungsmitglied zurück und Mark Thwaite (Gitarre, zuvor bereits u.a. bei The Misssion oder Spear Of Destiny), Pete Howard (Schlagzeug, war von 1983 bis ’86 bei The Clash, später bei EAT) und Tim Sewell (Bass, früher ebenfalls bei Eat) stießen erstmals hinzu.

    Besonders gelungen sind die Stücke, bei denen Erica Nockalls’ Geige eine herausragende Stellung inne hat („Feet To The Flames“, „Don’t Anyone Dare Give A Damn“, „It’s The Little Things“). Diese stellen eher klassische Rock-Songs wie „No Thieves Among Us“ deutlich in den Schatten, so dass Freunde von Levellers oder New Model Army durchaus wieder Gefallen an The Wonder Stuff finden könnten. 

    „Better Being Lucky“ ist als CD und farbige 3fach LP (Pale Blue, Fuchsia, Custard) erschienen.

    With eleven songs and no obvious filler, this is a very confident record, especially for a band so far into their career. Often with a push and pull between uplifting tunes and world weary lyrics, ‘Better Being Lucky’ has all the hallmarks of the Stuffies’ past, but still feels totally relevant to the time of its release. A near perfect adult pop-rock disc that shows absolutely no signs of a band merely coasting along, ‘Better Being Lucky’ is the strongest addition to The Wonder Stuff catalogue since ‘Construction For The Modern Idiot’ all the way back in 1993.
    (Real Gone)




    It’s not long into this album before you realise how little has changed sonically for the band in the intervening years. If the guitar sound doesn’t do it (original guitarist Malcolm Treece back in the fold), the plaintive violin will. It’s not Martin “Fiddly” Bell at the bow these days, of course, it’s Hunt’s long term collaborator and partner Erica Nockalls, but its place in the musical palette is the same – folking up the jangly indie guitar. (…)
    Hunt, it seems, still knows how to craft a pop song and tracklist an album. What would be side two’s opener, Bound also plays to the band’s strengths, with its martial beat, fast strummed chorus, and wistful middle eight. (…)
    The band’s moodier side is represented here by Lay Down Your Cards, recalling some of the uglier, darker moments on pre-split album Construction For The Modern Idiot. No Thieves Among Us is a chuggy rocker in the mould of the Stereophonics and is a weak spot. It’s The Little Things also crunches a bit harder than your normal Stuffies track, but more in the vein of New Model Army. Nockalls’ sky-rocketing violin solo is its main selling point.
    (The Wee Review)



  • Box And The Twins - Zerfall


    Vorhang auf, Nebelmaschine an: Box And The Twins betreten mit ihrem zweiten Album „Zerfall“ die Bühne / den Gerichtssaal, um ähnlich wie mit ihrem Debüt „Everywhere I Go Is Silence“ (2016 Platz 24 bei Platten vor Gericht mit 7,700 Punkten) zu überzeugen. 

    Der Albumtitel deutet bereits zweierlei an: Erstmals wird nun auch deutsch gesungen („Dein Herz schlägt noch“ und teilweise auch im Titelsong) und die Kölner Band ist zu einem Duo geschrumpft. Box und Mike wandeln ohne Carolin auf „10 Songs Of Pain And Boredom“, so der Untertitel der Platte, und zwischen unterkühltem Darkwave und verhalltem Dreampop, der das ein oder andere mal an Siouxsie And The Bandshees oder The Cure denken lässt.

    „Zerfall“ kann über die Bandcamp-Seite von Box And The Twins als CD (gategold digipack, with a 12 page lyric booklet) oder LP in zwei unterschiedlichen, auf 250 Exemplare limitierten Farben (Transparent/ Purple Vinyl; Blue/ Transparent Vinyl) erworben werden.




    Zum träumerischen Gesang von Sängerin Box von Dü gesellen sich immer wieder tieftraurige, sphärische Klanggebilde von Klangmagier Mike, die zum Teil – wie bei der ersten Single The First Dream – an frühere Zeiten der Altehrwürdigen The Cure erinnern. Und eine Premiere gibt es ebenfalls zu feiern, denn mit Dein Herz Schlägt Noch haben die Kölner ihren ersten deutschsprachigen Song veröffentlicht, der zu keinem Zeitpunkt peinlich oder kitschig klingt, sondern sich vielmehr bestens ins Gesamtkonzept einfügt. Noch mehr als beim Debüt sollte man sich die Zeit nehmen, das Album ganz auf sich wirken zu lassen, denn es ist noch atmosphärischer und verträumter geworden, beschwört sogar ein ums andere Mal den Geist alter 4AD-Zeiten und besitzt im Titeltrack ein weiteres Highlight.
    (Monkeypress)




    Dancefloor Highlight dürfte das düster, minimal arrangierte „ashes“ sein, das obendrein eine bestechende Gesangsmelodie hat. „frozen in time“ vermischt einen Flangerbass mit einer „Slowdive“-Leadgitarre und einmal Minimal-Pling-Pling-Keyboard – eine Mischung, die ausgesprochen gut funktioniert. Es geht weiter mit geschichtetem Gesang, einer Art Indie Pop Song in dreamy und dann der Titelsong: Düster, anklagend und kalt baut er sich langsam auf und scheint sich in kreisendem Gesang zu verlieren.
    mit „zerfall“ haben uns „box and the twins“ einen wirklich hervorragenden Zweitling beschert, der sicher eines DER Alben des Jahres sein dürfte!
    (Outeredspace)

    Box And The Twins unterwegs:
    15.11.19 Köln, Gebäude 9 (mit Lebanon Hanover und Winter Severity Index)
    16.11.19 Siegen, Beautiful Noise Festival
    30.11.19 München, White Noise Harvest 2019
    07.12.19 Hamburg, Molotow




  • Faber - I Fucking Love My Life


    Ein Plattenrichter weilte im Urlaub (vermutlich in Frankreich) und reichte keine Liste ein, ein anderer wählte „I Fucking Love My Life“ auf Platz 1 seiner liebsten November-Alben, die übrigen beiden Plattenrichter rieben sich daraufhin verwundert die Augen, denn nun hatten wir den Salat und Faber in unseren „10 Schallplatten, die uns gut durch den November bringen“. Auf Platz 5. 

    Noch besser erging es dem Schweizer Liedermacher in den deutschen Charts: Nachdem sein Debütalbum „Sei ein Faber im Wind“ vor zwei Jahren bereits die Top 20 entern konnte (#17), kletterte „I Fucking Love My Life“ bis auf Rang 3. Und auch die Plattenkritiken für den tanzbaren bis schwermütigen Balkan-Pop mit seinen wahlweise anzüglichen / sozialkritischen / pointierten / doppeldeutigen Texten fallen überraschend und durchgehend positiv aus: 

    Die wütende antirassistische Vorabsingle „Das Boot ist voll“ zum Beispiel ist auch ohne die nachträglich rausgestrichene Vergewaltigungsfantasie viel zu (d)oller Holzhammer. Während Stücke wie „Generation YouPorn“ oder „Das Leben sei nur eine Zahl“ das (junge) Verlorengehen in dieser digital-globalen Welt so deutlich begreifbar machen, dass sie noch lange in einem nachhallen.
    Bleibt die Musik: Es gibt wieder viel balkaneskes Zeltfestival-Gewirbel hier, feurig gespielt, sind diese alten Schuhe aber eben doch durchtanzt. Vielleicht braucht man das aber ja zum Ausgleich, denn wenn Faber sich auch noch zum weinenden Orchester selbstentflammt wie in „Sag mir wie du heißt (Pt.2)“, ist das Melodrama kaum noch auszuhalten.
    (musikexpress)




    "I fucking love my life" ist ein unbequemes Album voll bitterem Humor geworden. Viele Textzeilen erschließen sich erst beim erneuten Hördurchgang, zumal sich Faber gleich an mehreren Stellen auf Album Nummer Eins bezieht. Überhaupt weiß der Kerl schon lange, sich zu stilisieren: Auf dem Cover ist er abgebildet wie auf einem Paparazzi-Schnappschuss, weiß-goldener Stoff, Goldkettchen und Kippchen in der Hand, die Album-Lettern gleichen der Typographie einer Boulevard-Zeitschrift. Sarkasmus und Überhöhung lautet die Devise. Man muss ihn nicht mögen, aber sein neues Album ist ein gewaltiger Arschtritt für den Gefälligkeits-Pop, der hierzulande produziert wird.
    (laut)




    Musikalisch bleibt meist alles beim Alten. Fabers Begleitband, die Goran Koč y Vocalist Orkestar Band, verleiht dem Folk-Pop-Balkan-Chanson den nötigen Druck, um dem Hörer Fabers Auslassungen und Phantasmagorien regelrecht aufzudrängen. Wie schon auf "Sei ein Faber im Wind" begeistern vor allem die Bläser-Einwürfe und treibenden Stücke ("Vivaldi"), während es dem Sänger mit seiner bassigen, kratzigen Stimme in den ruhigen Songs wie "Sag mir wie du heisst (Pt. 2)" gelingt, den Hörer zur Aufmerksamkeit zu disziplinieren. Der vermeintliche Pomp und die scheinbare Arroganz, der die Aufmachung des Albums durchzieht, blitzt auch in der Trackliste durch. Ganz wie bei einer Oper gönnt sich Faber eine Ouvertüre, ein Intermezzo und eine Coda. Und ganz wie bei einer Oper ist die Musik nur eine Komponente des Gesamtkunstwerkes. Wer sich bisher von Zeilen wie "Wem du's heute kannst besorgen, dem besorgst du's morgen auch" hat abschrecken lassen, dem sei noch mal in aller Deutlichkeit gesagt: Der Mann hat viel zu sagen – und Zuhören lohnt sich.
    (Plattentests)




    Faber zeigt auf seinem, nach „Ein Faber im Wind“ zweiten Album „I Fucking Love My Life“ Haltung und Kante, schlüpft in Rollenprosa und entpuppt sich nicht nur als politischer Provokateur, sondern auch als genauer und kluger Beobachter unserer Zeit. Vor dem Faber ist niemand sicher, besonders nicht die „Generation YouPorn“, die im gleichnamigen Song die volle Breitseite abbekommt („Und mit dem Auto ins Fitnessstudio, um da Rad zu fahren / Mit dem Auto im Bioladen kaufst du regional“). Faber macht nicht mal vor sich selbst Halt und zeigt selbstironische Züge in der sonst bitterbösen Schwulen-Sex-Affären-Abrechnung „Vivaldi“. (…)
    Manche mögen ihn auf seine provokanten Texte reduzieren, aber Faber ist halt auch ein ziemlich guter Liedermacher und das beweist er mit seinem neuen Album.
    (Sounds and Books)




    Faber unterwegs in Deutschland:

    28.02.20 Hannover
    29.02.20 Leipzig
    01.03.20 Hamburg
    03.03.20 Berlin
    05.03.20 Köln
    06.03.20 Wiesbaden
    07.03.20 Stuttgart
    11.03.20 München


  • Spearmint - Are You From The Future?


    Apropos Night Flowers: Die Macher des Cologne Popfest haben uns in den bisherigen zwei Ausgaben ihres liebevollen Festivals bereits zudem solche Wünsche wir Comet Gain, Throw That Beat In The Garbagecan! oder The Frank And Walters erfüllt. Die nächste Auflage findet am 20. und 21. März 2020 statt und bisher sind Even As We Speak und Pale Lights bestätigt. Hoffentlich haben sie auch mitbekommen, dass Spearmint ein neues Album veröffentlicht haben!

    „Are You From The Future?“ führt uns auf den Tanzboden der Indie-Disco („St. Thomas In The Darkness“, „Thomas“), schwelgt in Streichern („Fireflies“, „I Don’t Sleep Well With You“), flirtet mit Disco („24 Hours In A&E“, „Senseless“), exponiert Gitarren („I Met A Boy“) und wird Fans von Lightning Seeds, Belle & Sebastian, Pet Shop Boys und The Go-Betweens verzücken.

    Das Einzige, was man Shirley Lee (Gesang, Gitarre), Simon Calnan (Keyboards), James Parsons (Bass) und Ronan Larvor (Schlagzeug) bei „Are You From The Future?“ vorwerfen kann, ist - weil ich sie nämlich verpasst habe - die nur auf 100 Exemplare limitierte LP-Veröffentlichung.


    Every song on ‘Are You from The Future?’ is a melodious pop delight: wry observations on politics, love, longing and loss wrapped in glorious cloak of strings and rhythm. Spearmint are a revelation and an institution. I have a sense of regret that I have only now come across this band, and yet a sense of excitement and anticipation at the prospect of discovering their back catalog.
    (Backseat Mafia)




    So sure, they still seem to be a (frustratingly) well kept secret. But as someone who receives more albums to review than can possibly be heard or written about, this is one that got played frequently in the runup to writing the review. I’m likely to continue doing so, as it’s one of the best albums of the year…
    (God is in the TV)




    This is an album that thematically takes in middle age worries, as late stage concerns permeate the no-getting-away-from-fate accompli of ‘It won’t happen to me’ and ‘I don’t sleep well without you’ love songs with a twist.
    Wry, spry and arch in all the right ways, always ahead of the curve when it comes to touching a nerve, forever top of the game when amour is the name. Spearmint are back to reclaim the present.
    (music-news)



  • Kafka Tamura - Berlin


    Anders als die gestern vorgestellten Night Flowers scheinen Kafka Tamura nach dem Motto „Eile mit Weile“ zu arbeiten. Denn während das Londoner Quintett nach nur rund 18 Montane ein neues Album präsentiert, mussten wir bei dem dem deutsch-englischen Duo über vier Jahre auf neue Musik warten. Und wenn „Fortune Teller“ mit seinen 8 Songs in knapp 27 Minuten eher in die Rubrik Mini-Album fällt, dann müssen wir für „Berlin“ die Regeln bei Platten vor Gericht schon sehr weit dehnen: Die EP ist mit ihren 6 Liedern in weniger als 22 Minuten bestenfalls ein mini Mini-Album. 
    Aber immerhin endlich neue Musik von Kafka Tamura!

    Bereits zwischen ihrer ersten Single „Somewhere Else“ und dem Debütalbum „Nothing To Everyone“ ließen sich Kafka Tamura zwei Jahre Zeit und seitdem haben Emma Dawkins und Gabriel Hauser den Ausstieg von Patrick Bongers sowie einen Label-Wechsel zu vermelden: Statt dem Kasseler Indie-Labels Lichtdicht Records ist nun AdP Records aus Kulmbach die neue Heimat von Kafka Tamura. 

    Die neuen Songs wurden im JRS Studio in Berlin aufgenommen und dort liegt mittlerweile auch der Wohnsitz der immer noch erst 22-jährigen Emma, die im ersten Song „Berlin“ auch die Auswirkungen ihres Umzugs vom beschaulichen englischen Southampton in die deutsche Millionen-Metropole thematisiert. Stilistisch sind sich Kafka Tamura treu geblieben: der Indiepop des Duos klingt vielleicht noch eine Spur zeitgemäßer und opulenter, verbindet weiterhin intime Momente mit Melodien für Millionen und erhält durch Emmas melancholische Stimme das besondere Etwas. 

    Auf ein neues Album von Kafka Tamura müssen wir also weiter warten, aber zumindest gibt 5 neue Songs sowie eine Coverversion von Britney Spears „Toxic“:  











  • Night Flowers - Fortune Teller


    Erst im letzten Sommer begeisterten uns die Night Flowers mit ihrem Debütalbum  - für „Wild Notion“ sprang am Ende des Jahres immerhin Platz 38 in unserer Gesamtwertung heraus - und nun sind sie bereits mit ihrem Nachfolger am Start.

    Viel Zeit gelassen haben sich Paul Beal, Zebedee Budworth, Chris Hardy, Sophia Pettit und Greg Ullyart also nicht für „Fortune Teller“ und das merkt man dem Album auch an, z.B. bei einem Blick auf die Anzahl der Songs (nur deren 8) und die Spielzeit (knapp 27 Minuten) oder beim Hören von „Perfect Storm“, einer akustischen Miniatur, die auch gut als Demo-Version durchgehen könnte.

    Fortune Teller“ bietet weniger Shoegaze-Klänge als der Vorgänger, tendiert häufiger Richtung 80iger (Gitarren-)Pop und wäre in dieser Dekade ein Muss für John Hughes-Filme gewesen („I’ve Loved You (Such A Long Time)“), bedient sich ungeniert bei „Lullaby“ von The Cure („Lotta Love“) und verführt zu Vergleichen, die von Fleetwood Mac über The Pains Of Being Pure At Heart und Stars bis hin zu Belinda Carlisle reichen. 




    Fortune Teller may not be the band’s intended second album proper, but it’s a very strong statement and a powerful document of where Night Flowers are right now.
    (God Is In The TV)

    Perhaps the one criticism for the album is that it is not one that takes many risks. It is easy listening; there is nothing experimental about it. But there’s no mistaking the band’s hazy signature sound, made even better with its distinctive nod to 80s rock. And the sweet, delicate vocals of Pettit, which come through raw and emotionally charged, ensure that the band never lose their authenticity.
    (the wee review)








  • Angel Olsen - All Mirrors


    Zugegeben, Platz 74 ist nicht wirklich berauschend, aber immerhin gelang Angel Olsen mit ihrem vierten Album „All Mirrors“ erstmals der Einzug in die deutschen Charts. In anderen Ländern ist die 32-jährige US-Amerikanerin seit ihrem Wechsel zu Jagjaguwar und somit nach ihrem Debütalbum Gast in den Charts und konnte im Vereinigten Königreich bis auf Platz 28 und in ihrer Heimat bis auf Rang 52 klettern. 

    Aber noch viel mehr dürfte sich Angel Olsen über eine andere Zahl freuen, denn „All Mirrors“ steht aktuell mit 89/100 Punkten bei Metacritic gelistet, was bedeutet, dass dieses Jahr bisher erst sieben Alben (mit „Ghosteen“ von Nick Cave And The Bad Seeds und seinen 97/100 Punkten an der Spitze) bessere Durchschnittsbewertungen erzielen konnten.

    Für den orchestralen Artpop von „All Mirrors“ hat sich Angel Olsen die Zusammenarbeit mit drei Männern gesichert: Gemeinsam mit dem Komponisten und Künstler Ben Babbitt, der auch zahlreiche Instrumente einspielte, entstanden die 11 Songs des Albums, der Musiker und Arrangeur Jherek Bischoff schrieb die teilweise opulenten Streicher-Arrangements und John Congleton (St. Vincent, Amanda Palmer, Goldfrapp, Franz Ferdinand) sorgte gemeinsam mit ihr für die Produktion.

    Wo wird „All Mirrors“ am Ende bei Platten vor Gericht landen, eher auf Rang 74 oder ist Angel Olsens Werk auch hier ein Kandidat für die Top Ten? 




    Der orchestrale Klangraum erinnert an ein europäisches Konservatorium, dennoch ist ALL MIRRORS eine sehr amerikanische Platte geworden.  (…)
    Olsen schwebt manchmal in den Streicherauftrieben, einmal stürzen die Streicher auch krachend über ihr ein, aus ihrem Kopf kommt sie scheinbar nicht raus („Impasse“). In „Tonight“ vernehmen wir die Flüsterstimme der Angel Olsen, so nah und doch fern dieser Welt, Violinen und Celli ziehen eine kräftig gefärbte Leinwand hinter ihr auf.
    (musikexpress)




    „All Mirrors“ drückt einem ihre Ambitionen sofort in die Gehörgänge. Damit gar nicht erst Zweifel daran aufkommen, dass sich diese Künstlerin auf dem Zenit ihrer Kunst befindet. „Lark“, das erste und längste Stück der Platte, stellt die Weichen auf Bombast. Olsen hat ihre Hausaufgaben in avantgardistischer Pop-Kunst gemacht, die Lerche scheint direkt aus Julia Holters Voliere entflogen zu sein. (…)
    Das Titelstück zündet ein hymnisches Feuer irgendwo zwischen U2, ­Tame Impala und Arcade Fire. „Too Easy“ bringt nach diesen beiden Brocken etwas Entspannung. Die Intensität bleibt hoch. Das magisch schwebende „New Love Cas­sette“ erinnert an Sharon Van Ettens Synth-Pop-Werdung auf „Remind Me Tomorrow“. „Spring“ steigt mit einem Ringo-Starr-Gedächtnis-­Break ein, dämmert zu Unterwasser­piano, Olsen taumelt zwischen Apathie und Wehleid.
    (Rolling Stone)

    Angel Olsen in Deutschland:

    20.01.20 München, Kammerspiele
    30.01.20 Berlin, Huxleys Neue Welt
    05.02.20 Hamburg, Gruenspan





  • Das Platten vor Gericht Oktober Mixtape



    Hören worüber wir schreiben: Das Platten vor Gericht-Mixtape mit Musik aus unseren Oktober-Vorstellungen.

    1. Amber Run – Worship
    2. Chromatics – You’re No Good
    3. Red Box – This Is What We Came For
    4. Future Pilot AKA – The Art Of Good Breathing
    5. Metronomy – Lately
    6. New Model Army – Never Arriving
    7. Nick Cave & The Bad Seeds – Bright Horses
    8. Temples – Hot Motion
    9. Tegan And Sara – I’ll Be Back Someday
    10. we had to leave. – Get Well Soon
    11. Ilgen-Nur – In My Head
    12. Stefanie Schrank – People Are Strange
    13. Kirchner Hochtief – 28 Grad
    14. Lilly Among Clouds – Boy
    15. Elbow – Empires
    16. Pencey Slow – Lust Of The Dead
    17. The Lilac Time – The Hills Of Cinnamon
    18. Hollow Coves – When We Were Young
    19. Moddi – New Dawn
    20. Foals – Like Lightning
    21. DIIV – Skin Game
    22. Allah-Las – Star
    23. Jimmy Eat World – Delivery
    24. Ra Ra Riot – A Check For Daniel
    25. Swim Deep – Top Of The Pops
    26. Mando Diao – Long Long Way
    27. Cigarettes After Sex – Heavenly
    28. Wolf & Moon – Garden Of Potential
    29. The New Pornographers – Falling Down The Stairs Of Your Smile





  • Kristín Anna - I Must Be The Devil


    Nach der Vorstellung von Efterklangs „Altid Sammen“ muss zwingend auch Kristín Anna nachgereicht werden, denn die Isländerin wird die Dänen auf ihrer Tournee im kommenden Frühjahr als Support begleiten. 

    Die Stimme von Kristín Anna Valtýsdóttir kennt man vermutlich von den ersten drei  múm-Alben, ihr Gesicht (und das ihres Zwillings Gyða) von der Plattenhülle von Belle & Sebastians „Fold Your hands Child, You Walk Like A Peasant“. 

    Ich sah Kristín Anna im Dezember 2017 beim von Sigur Rós kuratierten Norður Og Niður-Festival in Reykjaviks Harpa an zwei Tagen live. Damals trug sie sehr getragene Lieder aus dem noch unveröffentlichten Songsyklus „I Must Be The Devil“ am Piano vor und wurde dabei sehr spärlich und dezent von Trompete, Gitarre und Cello begleitet.

    Mittlerweile ist „I Must Be The Devil“ auch als Album erschienen und unterscheidet sich nur wenig von der Live-Darbietung. Der kindlich-hohe und teilweise geflüsterte Gesang von Kristín Anna ist unverkennbar, das Piano-Spiel in den schlichten Arrangements dominant, ein paar Liedtitel haben sich etwas verändert, damals wurden 8 Songs live gespielt und auf dem Album befinden sich nun deren 9. Das Cello wird - wie beim Festival - von ihrer Zwillingsschwester Gyða gespielt und mit dem Produzenten Birgir Jón Birgisson, der gefühlt irgendwie in alle isländischen Alben der letzten Jahre involviert war (Útidúr, Björk, The Album Leaf, Amiina, Sigur Rós, Ólafur Arnalds, Seabear und Sóley), sowie dem ehemaligen Sigur Rós-Mitglied Kjartan Sveinsson (Bass, Orgel, Piano, Gesang, Produktion) gibt es weitere prominente Unterstützung auf diesem sehr intimen Kleinod. Kjartan Sveinsson merkt zu der Platte, dessen Hülle sehr schön auf „Electric Ladyland“ von Jimi Hendrix anspielt, an:

    “Kristín Anna is an artist like no other. Kristín roams the earth weaving a thread of her life, her loves, her dreams into this confessional gem of an album. The music is a reflection of life lived away from the norms, banging old pianos and celebrating a conflicted lust for life. This is a big record full of deep truths, suffering, irony and beauty. Unique songs by a unique artist. Yes this is real, this is good old mysterious talent. The record was produced and financed by her friends in the music and visual art scene. She is an artist’s artist.”






  • Efterklang - Altid Sammen


    Tatsächlich liegt „Piramida“, das letzte reguläre Album von Efterklang, bereits sieben Jahre zurück. Zeit, die Casper Clausen (Gesang), Mads Brauer (Synthies) und Rasmus Stolberg (Bass) nutzen, um das Nebenprojekt Liima zu betreiben, sich in Kooperationen auszutoben und für „Altid Sammen“ erstmals zu ihrer dänischen Muttersprache zu finden. Die Erfahrungen der letzten Jahren bündeln die Dänen nun in ihrem fünften Album, das unter anderem die Zusammenarbeit mit dem barock instrumentierten, belgischen Ensemble B.O.X. aufleben lässt.

    „Altid Sammen“ ist ambitionierter, wohlklingender, atmosphärischer und entrückter Artpop, der aber, je nach Betrachtungsweise, auch mit pathetisch, lieblich, pastoral und kitschig umschrieben werden könnte, so dass die Plattenkritiken auch sehr zwiespältig ausfallen. Bauen wir also zwischen die Videos zu „I dine øjne“, „Vi er uendelig“ und „Uden ansigt“ zunächst zwei wohlwollenden und dann zwei weniger freundliche Reviews ein und sind gespannt zu welchem Urteil die Plattenrichter hier kommen werden. Vielleicht ist es bei „Altid Sammen“ von Vorteil, wenn man sowohl das Spätwerk von Talk Talk als auch die Musik von Enya zu schätzen weiß. 




    „Altid Sammen“ ist ein sehr intimes Werk, auf dem die Musiker viel Nähe zulassen und sich nicht verstecken. Songs werden behutsam entwickelt und nie überfrachtet. Clausen erreicht mitunter eine sakrale Ernsthaftigkeit und Erhabenheit („Hænder Der Åbner Sig“). Während man früher teils noch mit der Tür ins Haus fiel und munter Ideen übereinander stapelte, werden „I Dine Øjne“ oder „Under Broen Der Ligger Du“ konsequent und stetig aufgebaut. „Supertanker“ oder „Uden Ansigt“ kommen dem gewohnten Band-Sound noch am Nächsten, „Supertanker“ gar mit einem Anflug von Pink-Floyd-haftiger Spacigkeit. Lediglich in diesen Stücken finden sich direkt zu Beginn rhythmische Drums, wo sonst Ruhe herrscht. Über die gesamte Albumlänge wird nie der Versuchung nachgegeben, zeitgenössischen Trends hinterzulaufen. In der Schlichtheit der Instrumentierung glänzt hingegen zeitloses Songwriting und wunderschöne Melodien bekommen den Raum, der ihnen zusteht.
    (éclat-mag)

    Clausen, Mads Brauer und Rasmus Stolberg gehen auch bei weitem nicht ambitionslos zu Werke. Mit Synth-Arpeggios und sprödem Disco-Glanz würdigt etwa "I dine øyne" das skandinavische Electropop-Vermächtnis, ohne die Intimität und Wärme der restlichen Platte zu missen. Auch die beiden Sieben-Minüter funktionieren: Die Klimax von "Under broen der ligger du" mündet in eine verspielte zweite Hälfte mit vertrackter Rhythmik und markanter Trompete, die sich letztlich im choralen Äther auflöst. "Hold mine hænder" ergeht sich fast fünf Minuten lang in ergreifender instrumentaler Harmonie, bis Clausen und Chor den Deckel auf den besten Efterklang-Closer bisher setzen.
    (Plattentests)




    Allerdings wirkt das Art-Pop-Konzept der Dänen nach sieben Jahren Pause nicht mehr mutig und erst recht nicht innovativ, sondern ALTID SAMMEN eher wie der weitgehend untaugliche Versuch, sehr verspätet die Ehre des Alan Parsons Project retten zu wollen.
    Das alles ist immer noch wahnsinnig schön orchestriert, geschmackvoll arrangiert und spielt ganz versiert mit Stimmungen im Spektrum von weihevoll bis pathetisch. Nur leider Charme hat das keinen mehr.
    (musikexpress)

    Das Rückbesinnen auf alte Stärken, auf Quintessenzen, die einen als Kollektiv ausgemacht haben, ist schön und ehrenvoll.
    Aber die hier, gefühlt einmal aller drei Songs, leise plätschernden Akzente, mal eine unendlich weit zurückgedrängte E-Gitarre, mal zart pluckernde Synthie-Beats, erheben die Stücke nicht mehr in große Gefühlswelten.
    Dominant bleibt die verschlafene Gesangsarbeit von Casper Clausen und die ist auf „Altid Sammen“ einfach nicht einnehmend und überzeugend genug, dass man hier die großen zeitlosen Gefühlsmomente erleben würde.
    Efterklang im Jahre 2019 klingen leider mehr und mehr nach einer Band, die sich überlebt hat.
    (Musikblog)




    Efterklang live:

    10.2.20 Berlin, Admiralspalast
    11.2.20 Leipzig, Werk 2
    12.2.20 Frankfurt, Mousonturm
    13.2.20 München, Muffathalle
    14.2.20 Wien, Gasometer
    25.2.20 Hannover, Pavillon
    27.2.20 Köln, Gloria



  • Neue Gerichtstermine: November / Dezember


    November

    01.11.
    Faber - I Fucking Love My Life

    08.11.
    Kele - 2042
    Pumarosa - Devastation
    Low Roar - ross
    Blaue Blume - Bell Of Wool
    Girl Ray - Girl
    Lucy Dacus - 2019
    Nick Cave & The Bad Seeds - Ghosteen

    15.11.
    Juliana Hatfield - Juliana Hatfield Sings Police
    Tindersticks - No Treasure But Hope
    Bonnie 'Prince' Billy - I Made A Place
    Maria Taylor - Maria Taylor
    TOY - Songs Of Consumption

    22.11.
    Leonard Cohen - Thanks For The Dance
    The Who - Who
    Beck - Hyperspace
    Dead Horse One - West Is The Best
    Coldplay - Everyday Life

    29.11.
    Anyway Gang - Anyway Gang
    Jack Penate - After You


    Dezember

    06.12.
    Yann Tiersen - Portrait




  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)