Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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Plattenvorstellungen
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  • Strand Of Oaks - Eraserland


    "Radio kids" vom Vorgängeralbum "Hard love" schaffte es auf meine Liste der besten Songs des Jahres 2017. Daher freute ich mich auf "Eraserland", Strand Of Oaks' sechstes Album (die zwischenzeitlich veröffentlichte Resteverwertung "Harder love" zähle ich nicht mit). "Visions" und "Moon landing" sind die stärksten Titel auf "Eraserland". Sie werden es nicht auf meine Jahresbestenliste schaffen, aber der Qualität des Albums tut diese Tatsache keinen Abbruch.

    Mit dem Produzenten Kevin Ratterman sowie Jim James' My Morning Jacket (ohne Jim James) als Begleitung drängt sich der Vergleich mit dieser Band auf. Strand Of Oaks-Kopf und Herz Timothy Showalter dockt auf solidem Indierock-Fundament bei den Genres Folk/Americana, Rock und Singer/Songwriter an. Zumindest diesbezüglich erfüllt er die Erwartungen. Allerdings zielt er mit seinem größeren Anteil an Rock und Hymnen mehr in die Mitte der Hörerschaft als My Morning Jacket. "Eraserland" klingt im Vergleich zu "Hard love" selbstbewusster und überzeugender, auch ohne einen Volltreffer wie "Radio kids". Die latente Bruce Springsteen-Attitüde hält mich davon ab, das Album tief in mein Herz zu schließen. Aber wer dieses Problem nicht teilt, könnte "Eraserland" richtig gut finden.

    Das Video zu "Ruby":

    "Weird ways":


    Strand Of Oaks live in Deutschland:
    • 21.05. Köln
    • 24.05. Berlin 
    In dieser Beschreibung des Album von Pitchfork sollte für jeden Richter etwas dabei sein:
    All this unfolds in sober meditations and electrified anthems where synths fuse with glistening electric guitar and ringing cymbals. Showalter’s preference for blending the celestial touchstones of British post-punk with the sinewy qualities of his American heroes has never been better executed than it is here: “Final Fires” melds the synth and guitar tones of the Cure with the upcountry jangle of Tom Petty, while the title track swirls in a haze of My Bloody Valentine’s crescendos and Joy Division's negative space.
  • The Proper Ornaments - Six Lenins


    Slumberland Records, Tough Love Records, Fortuna Pop! - in diese Liste von Indielabels, die bisher die Musik der Proper Ornamnets veröffentlichten, reiht man sich doch gern ein, dachten sich vermutlich die Macher von Tapete Records und nahmen das Quartett für ihr neues Album unter Vertrag.

    Der Vorgänger „Foxhole“ (2017) stand hier bereits vor Gericht und konnte Liebhaber des melancholisch-warmen, irgendwie aus der Zeit gefallenen Jangle Pops für sich gewinnen. Da The Proper Ornaments ein loses Projekt der Freunde James Hoare (Ultimate Painting, Veronica Falls) und Max Oscarnold (Toy) sind, war eigentlich so schnell gar nicht mit einem Nachfolger von „Foxhole“ zu rechnen. Aber direkt nach der Tour begab man sich im Herbst 2018 in das Studio von James Hoare in Finsbury Park und spielte erneut mit Danny Nellis (Bass) und Bobby Syme (Schlagzeug) zehn neue Songs ein, die sich nahtlos an „Foxhole“ anschließen. Nachdem einige Titel an Teenage Fanclub („Crepuscular Child“) oder The Jesus And Mary Chain zu „Stoned & Dethroned“-Zeiten („Bullet From A Gun“) denken lassen, dürfen im abschließenden Song „In The Garden“ die Gitarren auch etwas schräger und nach The Velvet Underground klingen. 

    „Six Lenins“ ist als CD und LP (die limitierte Auflage von 100 Stück auf clear vinyl) erschinen.




    Das irgendwo zwischen Sechzigerjahre-Folk und Achtzigerjahre-Computerspiel-Soundtrack wandelnde "Song for John Lennon" loopt und halluziniert sich geschickt ins Ohr, "Bullet from a gun" schmust auf der Engtanz-Party charmant sowohl mit Elliott Smith als auch mit The Jesus And Mary Chain und "Can't even choose your name" lässt gleich jede Ansammlung vieler Menschen hinter beziehungsweise unter sich und fliegt auf einem dichtgewebten Klandteppich glatt hinweg über die Großstadt, das Land, den Ozean, die Welt.
    Zwar liefert "6 Lenins" keine Parade an Aha-Momenten, die Stimmung des Albums fängt den Hörer jedoch von der ersten Sekunde an ein und lässt ihn so schnell nicht los. Wenn das verträumte "Old Street station" die Zielgerade einleitet, ist das, als würde man selbst müde blinzelnd morgens um halb sieben an dem besagten Londoner Bahnhof aufwachen, nach einer wilden, durchzechten Nacht mit genau jenen Freunden, die vor 15 Jahren schon mit dabei waren und auch in jeder zukünftigen Erinnerung eine Rolle spielen werden. In einer solchen noch gar nicht erlebten Erinnerung endet auch "In the garden": mit Twang und Anwandlungen von Slowcore, viel Herz und noch mehr Lebenslust, umgeben von denen, die auch in den schwersten Zeiten da sind. Es war vielleicht nicht immer alles gut – aber jetzt es ist alles so, wie es sein soll.
    (Plattentests)


    The Proper Ornaments unterwegs:

    25.04.19 Düsseldorf, Kassette
    26.04.19 Bremen, Gastfeld
    27.04.19 Bernburg (Saale), Hotel Wien
    28.04.19 Hamburg, Nachtasyl
    29.04.19 Berlin, Monarch Berlin
    30.04.19 Augsburg, Grandhotel Cosmopolis
    01.05.19 Offenbach, Hafen 2
    02.05.19 Stuttgart, Merlin Kulturzentrum
    03.05.19 Freiburg, Swamp Freiburg



  • Mine - Klebstoff


    Auch dieser Festivaljahrgang macht es mir nicht gerade einfach. Ich suche und suche, verfolge Bandwelle um Bandwelle und glücklich fündig werde ich dennoch nicht. Aktuelle inländische Festivals, die bei mir noch im Rennen sind: 

    Das Traumzeit Festival in Duisburg. Das letzte Jahr mit Slowdive, Mogwai und The Jesus And Mary Chain ist wahrlich nicht zu schlagen. Aber dies mit den Headlinern Frank Turner & The Sleeping Souls, Metronomy und Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi zu versuchen?! Zumindest Kettcar, Teenage Fanclub, Enno Bunger, The Twilight Sad und Sam Vance-Law reißen es für mich heraus und vielleicht sind deren Auftritte ja nicht über drei Tage verstreut…

    Das Golden Leaves Festival in Darmstadt hat eigentlich immer ein tolles Lineup - warum war ich bisher noch nie vor Ort? Dieses Jahr sind es auch nicht die beiden Headliner (Mighty Oaks und Mogli), die mich anlocken würden, sondern Villagers, The Slow Show, Bodi Bill und Hundreds. 

    Das A Summer’s Tale Festival in Luhmühlen habe ich in den ersten drei Auflagen besucht und es war immer großartig. Letztes Jahr musste ich es wegen des Termins außerhalb unserer Schulferien sausen lassen und nun begeistern mich Elbow, Suede, Maximo Park und The Charlatans. Leider gibt es mit ZAZ und Michael Kiwanuka zwei Wiederholungstäter, die mich in den Jahren zuvor in der Lüneburger Heide schon nicht überzeugen konnten. Kate Nash, Die Höchste Eisenbahn und Die Goldenen Zitronen würde ich mir ansehen, wenn ich schon vor Ort bin, Tina Dico, Shantel oder Faber locken mich wohl eher nicht vor die Bühne. Welcher Kategorie wird Mine angehören?

    Jasmin Stocker tritt unter dem Spitznamen aus ihrer Kindheit auf und hat letzte Woche ihr neues Album „Klebstoff“ veröffentlicht. Der eingängige Pop („90 Grad“, „Einfach so“) mit deutschen Texten und Einflüssen von Elektro („Klebstoff“) bis Hip Hop („Schwer bekömmlich“ mit Haller, Bartek und Dissy und „Spiegelbild“ mit AB Syndrom) weckt bei mir direkt Assoziationen an Balbina. Auch sie hat auf ihrem letzten Album auf Streicher und opulente Arrangements gesetzt. Den Mut, einen Dudelsack („Du kommst nicht vorbei“) einzubauen, hatte sie aber nicht. Bonuspunkt.  




    Mine schichtet bedacht Gedankenskizzen auf ein facettenreiches Instrumentarium von Autoharp bis Omnichord, angefunkte Gitarren wechseln sich mit dramatischen Streichern ab, poppige Synthies mit treibenden Percussions – schwierig, einen Song auszumachen, der repräsentativ für das Gesamtwerk stehen könnte.
    Den Wow-Moment verpasst Mine trotz all den Soundexperimenten dann zwar doch, denn allzu oft verliert sich die Sängerin in etwas zu lang geratenen, lethargischen Gesangspassagen. Ein Beweis dafür, dass Deutschpop nicht nur Kalenderspruchmusik auf Elektrobeats sein muss, ist das Album aber allemal.
    (musikexpress)




    Mit Ausnahme dieses sehr persönlichen Titels ("Vater"), so muss man das leider attestieren, bewegt sich "Klebstoff" lyrisch allerdings weitestgehend im Tal der gemeinen Belanglosigkeiten. Oder besser, wie schon gesagt: ProSieben-Vorabendserien-Style. Ist halt einfach die tausendste Wiederholung. Aber trotzdem wird's ja irgendwie nicht langweilig, deswegen soll dieser Kritikpunkt jetzt gar nicht weiter aufgeblasen werden. "Klebstoff" profiliert sich auf ganz andere Weise als mit hochphilosophischer Finesse. Es ist durch und durch ein Pop-Album, weil es gefällig ist bis zum Anschlag. Dabei merkt man dennoch jedem einzelnen Song an, was für eine großartige Produzentin Mine ist, weil der Sound trotz des poppigen Trägermediums fast nie in Billigkeiten verfällt.
    (Plattentests)




    Mine unterwegs:
    03.05. Mannheim – Alte Feuerwache
    04.05. Wiesbaden – Schlachthof
    05.05. Hannover – Musikzentrum
    07.05. Konstanz – Kulturladen
    08.05. Stuttgart – Clubcann
    09.05. Leipzig – Conne Island
    10.05. Berlin – Huxley's
    11.05. Hamburg – Mojo
    15.05. Wien – Porgy & Bess
    16.05. Nürnberg – Hirsch
    17.05. München – Ampere
    18.05. Zürich – Dynamo Zürich



  • Fontaines D.C. - Dogrel


    Das irische Quintett Fontaines D.C. wird mit seinem Debütalbum „Dogrel“ am Ende des Jahres in allen Bestenlisten auftauchen und hilft quasi nebenbei bei der Rettung des Rock and Roll. Dazu benutzen sie folgende Stilmittel: Grian Chatten proklamiert in breitem Dubliner Akzent seine Texte, als wäre Mark E. Smith das neue AutoTune. Von Sänger kann hier eigentlich keine Rede sein. Die Band erzeugt dazu einen wilden und ungestümen Strudel aus Gitarrengeschrammel und monoton treibenden Rhythmen, wie es bereits Shame oder Idles im letzten Jahr vorexerzierten. Zahlreiche Hits inklusive („Too Real“, „Liberty Bell“, „Checkless Reckless“). Der bei Joy Division entliehene Bass auf „The Lotts“, der ein oder andere Ramones-Moment, das an The Clash erinnernde "Sha Sha Sha" und der Pogues-artige Abschluss „Dublin City Sky“ belegen, dass Fontaines D.C. traditionsbewusst sind - und das war der Rock and Roll schon immer. Ach, melodiösen Indierock können sie auch noch: „Television Screens“ und „Roy’s Tune“ lassen uns wieder daran denken, was uns vor Jahren an Maximo Park oder The Strokes so begeisterte. 

    „Dogrel“ kann als CD, Kassette und LP (in der limitierten Auflage als Translucent Yellow Vinyl) gekauft werden.




    It’s these more melodic moments – no less potent for their lack of wide-eyed shouting – that really mark ‘Dogrel’ out as something special. Attention-grabbing though the likes of ‘Too Real’ and ‘Hurricane Laughter’ may be, their all-consuming noise marking Fontaines’ arrival in blindsiding style, they are but punctuation in a bigger narrative. It’s in the ‘grass is greener’ escapist sentiment of ‘Boys In The Better Land’, or the closing Irish drinking tune of ‘Dublin City Sky’, that these five Dublin lads prove their talent for painting in far more colours than just blacks and greys, and Fontaines D.C. have proved their worth as one of guitar music’s most essential new voices.
    (NME)




    For listeners not versed in the Irish punk scene, his extremely characterful voice is as bracing as Alex Turner’s was when Arctic Monkeys broke out, and he uses it to voice a boisterous cast of personae: bullish yuppie on opener Big; ranting preacher on Chequeless Reckless; fond documentarian on Liberty Belle: “You know I love that violence that you get around here / That kind of ready-steady violence.” That song and others here are fantastic ramalama surf-punk hits, but the five-piece have real range on this perfect debut.
    (The Guardian)




    Dublin in the rain belongs to Fontaines D.C., and rather than being too real this album is just right, it is a ragged delivery. The trick lies in the seemingly un-filtered rawness combined with its stark poetic reality. The three components help secure this album’s position as an example of authenticity; authenticity in its most concentrated and truest form and expression.
    (Clash Music)





    Fontaines D.C. in Deutschland:

    30.05.-01.06.19 Immergut Festival, Neustrelitz
    08.-10.08.19 Haldern Pop Festival, Haldern

    04.11.19 Köln, Gebäude 9
    05.11.19 Berlin, Bi Nuu


  • The Chemical Brothers - No Geography


    10 Fakten zum neuen Album von The Chemical Brothers:

    1. Nachdem „Born In The Echoes“ (2015) mehr als 5 Jahre nach „Further“ erschienen war, konnten sich Fans der Chemical Brothers schon gut an lange Wartezeiten gewöhnen. Diesmal dauerte es fast 4 Jahre - 1.365 Tage, um genau zu sein - bis zum nächsten Album. 

    2. Im November 2018 kündigten The Chemical Brothers bereits ihr neues Album an, nannten aber weder Titel noch Veröffentlichungsdatum. Als Vorgeschmack gab es aber im September bereits die Single „Free Yourself“ samt Video, das von dom&nic (Dominic Hawley & Nic Goffey) gedreht wurde. Es war insgesamt ihr achtes Video für The Chemical Brothers.




    3. Im großartigen Video treten Tom Rowlands und Ed Simons bei 5:11 Minuten selbst als Roboter kurz in Erscheinung.

    4. „No Georaphy“ lautet der Titel des neunten Studioalbums von The Chemical Brothers, das am 12. April über Virgin/EMI veröffentlicht wurde. Die 10 Titel laufen 46:46 Minuten. Damit ist es das kürzeste Album des Duos und neben dem Debüt „Exit Planet Dust“ ihre einzige Platte, die unter 50 Minuten dauert.

    5. Die norwegische Sängerin Aurora Aksnes ist auf gleich drei der Songs („Eve of Destruction“, „Bango“ und „The Universe Sent Me“) zu hören.




    6. Mit „MAH“ wurde im Januar eine zweite Single ausgekoppelt. Die Buchstaben stehen für „Mad As Hell“. Im Februar folgte mit „Got To Keep On“ die dritte Single. Das dazugehörige Video stammt von Michel Gondry & Olivier Gondry. Im März folgte mit „We’ve Got To Try“ eine vierte Single. Regisseur des Videos war Ninian Doff, der ebenfalls bereits mit dem Duo arbeitete.




    7. „No Geography“ ist als CD, Doppel-LP (schwarzes Vinyl) und Dreifach-LP (weißes Vinyl) erhältlich. 

    8. Das Plattencover stammt, wie hier zu sehen, aus dem Booklet von „Consequences“, einem 1977 erschienen Album von Godley & Creme.

    9. Aktuell steht „No Geography“ bei Metacritic bei 80/100 Punkten. Das ist die mit deutlichem Abstand höchste Durchschnittswertung der dort vertretenen sechs Alben („Exit Planet Dust“, „Dig Your Own Hole“ und „Surrender“ fehlen).

    Retro und ironisch ist diese Platte, Tom Rowlands und Ed Simons verzichteten auf eine lange Gästeliste, das war auf dem Vorgänger BORN IN THE ECHOES noch anders, da hatten die Featurings von Beck über St. Vincent bis Q-Tip ordentlich Wirbel erzeugt. Dieses Mal waren dem Duo die Samples wichtiger, auf einigen Stellen erinnert NO GEOGRAPHY an die frühen Schnipsel-Orgien von Pionieren wie M.A.R.S.S., The Art Of Noise oder Paul Hardcastle. Der Ansatz ist nicht übel, sorgt aber auch dafür, dass die Chemical Brothers nun endgültig ein Vintage-Act sind.
    (musikexpress)

    10. The Chemical Brothers spielen von Mai bis August auf zahlreichen Festivals. Ein Halt ist auch in Deutschland geplant, und zwar am 18.07.2019 beim Deichbrand Festival in Cuxhaven.



  • 10 Schallplatten, die wir nach dem heutigen Record Store Day gern auf unseren Plattentellern hätten


    10. The Charlatans - Everything Changed (15x clear vinyl 7"s in a deluxe box) (13.4.2019)










    9. Chapterhouse - Whirlpool: The Original Recordings (LP) (13.4.2019)










    8. Seven Mary Three - American Standard (LP) (13.4.2019)










    7. a-ha - Hunting High And Low / The Early Alternate Mixes (LP, limited to 6000 copies worldwide) (13.4.2019)










    6. Bingo Hand Job (R.E.M.) - Live At The Borderline 1991 (2 LPs) (13.4.2019)










    5. Frank Black - Frank Black (LP, orange vinyl) (13.4.2019)










    4. Editors - The Blanck Mass Sessions  (Black & White Marbled LP) (13.4.2019)










    3. Propaganda - The Eight Testaments of Propaganda (4x12" box set) (13.4.2019)










    2. Ólafur Arnalds - re:member + string quartets (LP + 7" in PVC sleeve, random bespoke artwork (5 variations available)) (13.4.2019)










    1. Frank Black - Teenager Of The Year (2 LPs, white vinyl) (13.4.2019)














  • Idlewild - Interview Music


    Die schottische Band Idlewild existiert seit mittlerweile 24 Jahren und ihren Höhepunkt erreichten sie Anfang des Jahrtausends mit den Alben „The Remote Part“ (2002) und „Warnings/Promises“ (2005), die im Vereinigten Königreich bis auf Platz 3 bzw. 9 der Charts kletterten. Damals konnten Indierock-Bands sogar noch Erfolge in den Single-Charts feiern! „You Held The World In Your Arms“ knackte die Top 10, „American English“ und „Love Steals Us From Loneliness“ erreichten die Top 20.

    Das Album „Post Electric Dreams“ (2009) leitete eine Auszeit für Idlewild ein. Nachdem rund 3000 Fans das Album über die Homepage der Band erwarben (was nicht in die offiziellen Verkäufe mit einberechnet wird), waren nicht mehr viele Käufer übrig, die das Album in die Hitlisten kaufen konnten. Das Resultat war Platz 90. Nach einer abschließenden Tournee einigte man sich darauf, Idlewild erst einmal auf Eis zu legen und sich auf andere musikalische Projekte zu konzentrieren. So veröffentlichte Sänger Roddy Woomble mittlerweile fünf Soloalben. 

    In neuer Besetzung startete man 2013 eine Reunion aus der das Album „Everything Ever Written“ (2015) resultierte. Platz 20 in Großbritannien und gut verkaufte Konzerte lieferten gute Gründe, um die Geschichte von Idlewild fortzuführen. Die Gründungsmitglieder Roddy Woomble (Gesang), Rod Jones (Gitarre), Colin Newton (Schlagzeug) sowie Andrew Mitchell (Bass) und Luciano Rossi (Keyboards) nahmen gemeinsam im Verlauf der letzten vier Jahre an unterschiedlichen Orten zwischen Los Angeles und Edinburgh und in zahlreichen Sessions „Interview Music“ auf. 

    Dave Eringa (Manic Street Preachers, Ocean Colour Scene, Northen Uproar), der bereits vier Alben von Idlewild, darunter die beiden erfolgreichsten, produziert hatte, konnte erneut als Produzent gewonnen werden. Mittlerweile veröffentlichen Idlewild auf ihrem eigenen Label „Empty Words“ und „Interview Music“ ist als CD und 2LP (in der auf 500 Stück limitierten Auflage auf rotem Vinyl) erhältlich. Und so hören wir einerseits klassisch melodiösen Idlewild-Indierock („All These Words“, „Same Things Twice“) und andererseits eine Band, die sich - fern jedes Drucks einer Plattenfirma - Freiheiten für Experimente nimmt, etwa „Dream Variations“, das sich irgendwann in einem Psychedelia-Strudel aufzulösen scheint, oder „There’s A Place For Everything“, das eine Liaison mit 80s Pop eingeht, oder „Mount Analogue“ mit seinen Bläser-Auswüchsen oder… 




    Bold, immersive, and not easy to pin down, ‘Interview Music’ affords Idlewild the space to find renewal in new ideas, a record driven by conviction, collaboration and the urge towards communication.
    (Clash Music)


    Free from commercial constraints, Idlewild are reinvigorated. ‘Interview Music’ is their best work in 17 years. They seem driven by the joy of making music great again. It won’t change the world, but record is a wonderful world all of their own.
    (NME)


    With Interview Music, Idlewild have made another beautifully crafted, memorable rock record while at the same time giving their sound space to evolve. If Everything Ever Written signaled the beginning of Idlewild MK II, then Interview Music finds them discovering just what the new Idlewild is capable of.
    (PopMatters)






  • Glen Hansard - This Wild Willing


    Da wagt sich aber jemand aus seiner Komfortzone! Mit 48 Jahren und nach zahlreichen Alben mit The Frames (7), The Swell Season (2) und als Solo-Künstler (3) überrascht Glen Hansard plötzlich mit mäandernden Liedern in Überlänge und fern jeder klassischer Songstruktur („Weight Of The World“), einem flüsternden bis raunenden Sprechgesang („Who’s Gonna Be Your Baby Now“), Ausflügen in arabische Klangwelten („Race To The Bottom“), abrupten Post-Rock-Anwandlungen („Fool’s Gold“), dezenter Elektronik neben orchestralen Arrangements („I’ll Be You, Be Mine“) und nur vereinzelt gesetzten Folk-Songs („Brother’s Keeper“).

    This Wild Willing“ bietet 12 Songs in über 64 Minuten  und wurde im Spannungsfeld zwischen Improvisationen und gegenseitiger Inspiration in in Paris mit einer Gruppe von mehr als 20 Musikern aufgenommen (u.a. die klassisch ausgebildete iranischen Brüder Khoshravesh, die Dubliner Elektronikmusiker Deasy und Dunk Murphy (Sunken Foal) und die langjährigen Hansard-Mitstreiter Joe Doyle und Romy). 
    Das Album erscheint als Doppel-LP mit Klappcover und in der limitierten Auflage auf farbigem Vinyl.




    Hansard gibt seinen Songs Zeit, sich zu entwickeln. Streicher, Pianos, Gitarre, die persischen Instrumente steigern sich immer wieder und lassen gleichzeitig auch stillen Momenten Platz. Man hört das Umgreifen auf den Gitarrenseiten, das Atmen vor einem Gesangseinsatz, den Raum, in dem das Album entstanden ist. Doch da ist noch mehr, was auf diesem Album passiert: Das Zusammenspiel zwischen den Menschen im Studio. (…)
    „This Wild Willing“ mag das Rad introspektiver Folkmusik nicht neu erfinden – aber es ist ein intimes Dokument des Zusammenspiels eines Songwriters mit seinen Mitmusikerinnen und Musikern, mit so viel Liebe und Sorgfalt eingespielt, wie man ihnen heute nur selten begegnet.
    (Deutschlandfunk)




    "Brother's keeper" bietet ein wunderschönes Zusammenspiel aus Gitarre und Piano und gefühlvolle Zeilen wie "I'm going deeper / My brother's keeper / I'm looking out for him / The best I can." In "Leave a light", einem schläfrig-schönen, melancholischen Stück heißt es "You're the one / I'll come back to find". Solche Zeilen meint man in Folk-Stücken schon oft gehört zu haben, aber Hansard kann ihnen eine ganz eigene Bedeutung einhauchen. In all seinen Ausdehnungen und sphärischen Kompositionen ist "This wild willing" ein ambitioniertes Werk, das geduldige Hörer erfordert. Während die erste Hälfte abwechslungsreiche Experimente liefert, die nicht immer aufgehen, belohnt die zweite mit neuen Schmeicheleinheiten.
    (Plattentests)




    Glen Hansard unterwegs:
    08.05.19 Köln, Philharmonie
    09.05.19 Frankfurt, Alte Oper
    16.05.19 Berlin, Admiralspalast
    17.05.19 Berlin, Admiralspalast
    19.05.19 Berlin, Admiralspalast



  • Circa Waves - What’s It Like Over There?


    Nachdem die ersten beiden Alben des Liverpooler Quartetts im Vereinigten Königreich auf Platz 10 („Young Chasers“, 2015) und 11 („Different Creatures“, 2017) kamen, soll nun ein noch größerer Wurf gelingen. Gemeinsam mit ihrem Produzenten Alan Moulder (Suede, Foals, Nine Inch Nails) greifen sie zu den ganz großen Gesten, reichern ihren Gitarrenrock mit Elementen des modernen Pop an und setzen nun auch auf Klavier, Synthesizer und wummernde Beats. Da wundert es nur wenig, dass „Sorry I’m Yours“ oder „Be Somebody Good“ nach Muse klingen.   

    In weniger bombastischen Momenten könnte man Circa Waves auch mit We Are Scientists („The Way we Say Goodbye“) oder Two Door Cinema Club („Motorcade“) verwechseln. Der Piano-Pop von „Passport“ könnte gut von Tom Odell stammen und im englischen Radio rauf und runter laufen.




    Dabei passt das neue Gewand weitaus besser zu ihren schon immer auf Ohrwurm bedachten Stücken. Wer sich gefragt hat, wie es geklungen hätte, hätten die Briten Adeles „Rolling in the Deep“ geschrieben, bekommt mit „Times Won’t Change Me Now“ die Antwort. Aber wer wollte das ernsthaft wissen? Dazu gibt es Einflüsse von Phoenix, Coldplay und in „Passport“ sogar etwas Beatles.
    Der Neustart ändert nichts daran, dass Circa Waves weiterhin ohne eigene Identität bleiben. Jeden Kniff im ebenso vorhersehbaren wie beliebigen Songwriting erahnt man bereits von Weitem. Wie sie dies dann verpacken, spielt letztlich keine Rolle.
    (musikexpress)




    Auf dem neuen, vom Szene-Veteranen Alan Moulder produzierten Werk mischen die Jungs nun ihren schnieken New Wave-Rock mit Brit-Pop-Elementen, knackigen Hooklines, elektronischen Elementen, Beats, Loops und sogar einer Prise R'n'B-Ästhetik. Eine Prise typisch britischen Größenwahns inklusive entsprechend hymnischer Grandezza, zu der man sich die korrespondierenden Stadiengesten gar nicht mal hinzuzudenken braucht und einer Prise mystischer Verquastheit runden das Ganze ab. In Sachen runderneuerter, aktualisierter BritPop-Ästhetik machen die Jungs also ganz ordentlich was her.
    (Gästeliste)




  • Lena - Only Love, L


    10 Fakten zum neuen Album von Lena:

    1. „Only Love, L“ ist das fünfte Album von Lena und der Titel ist inspiriert von der Signatur, die sie am Ende von Briefen oder Emails verwendet. „Es geht darum, alles mit einem positiven Gedanken abzuschließen“ erklärt sie die Philosophie hinter dem Plattentitel.

    2. Fast 4 Jahre vergingen zwischen „Crystal Sky“ und „Only Love, L“, um genau zu sein 1.421 Tage. So lang mussten Fans von Lena Meyer-Landrut bisher noch nicht auf ein neues Album von ihr warten.

    3. Begründet ist diese Pause, laut Plattenfirma, in einer kreative Auszeit die sich Lena genommen hat, „um den medialen Lärm um ihre Person auszublenden, tief in sich hinein zu horchen und in Ruhe ihre musikalische wie auch persönliche Mitte zu finden“. Um den medialen Lärm auszublenden, war sie u.a. Coach in „The Voice Kids“, Jurymitglied bei „Unser Song 2017“, trat in „Bauerfeind assistiert…“, „Zimmer frei!“, „Schlag den Star“, „Bullyparade - Der Film“, „Sing meinen Song - Das Tauschkonzert“ und „Sing meinen Song - Das Weihnachtskonzert“ auf, war als Synchronsprecherin („Trolls“) aktiv, veröffentlichte Singles mit Genetikk sowie Topic und gab ihr Laufstegdebüt als Model bei der Paris Fashion Week.

    4. „Only Love, L“ steht seit dem 5. April in den Plattenläden und hat in der regulären Version 13 Songs in 45:31 Minuten zu bieten. Hinzu kommt in einigen Versionen der Song „If I Wasn't Your Daughter“ in einer akustischen Fassung. „If I Wasn't Your Daughter“ wurde im Juni 2017 als Single veröffentlicht (#35) und sollte auf einem Album namens „Gemini“ eröffentlicht werden. Die Arbeiten daran wurden jedoch im Herbst 2017 eingestellt.




    5. Erste reguläre Single aus „Only Love, L“ war im November 2018 „Thank You“. Der Song erreichte Platz 40 der deutschen Charts. Die Platzierungen der vier anderen ersten Alben-Auskopplungen: „Satellite“ #1 (2010), „Taken By A Stranger“ #2 (2011), „Stardust“ #2 (2012) und „Traffic Lights“ #14 (2015).

    6. „Don’t Lie To Me“ war die zweite Single aus dem neuen Album, die im März 2019 veröffentlicht wurde und bis auf Rang 63 der Charts kam.




    7. Das Album ist als CD (Digisleeve) und als Doppel-Lp (signiert in einer limitierten Auflage) erschienen. Die imitierte Fan-Edition bietet für ca. 45 € folgendes: CD „Only Love, L“, Lena Fanbuch mit exklusiven Einblicken in den Entstehungsprozess des Albums, unveröffentlichtem Bildmaterial und spannenden Insights, Only Love Pin (Messing, 925 versilbert), 2 Poster (Größe: 56 x 38 cm, gefaltet auf 14 x 19cm), Only Love Stift in Goldfarbe und Stickerbogen A5. Hier ist ein Unboxing zu sehen.

    8. „Oly Love, L“ entstand gemeinsam mit dem Berliner Producer-Team Beatgees (Cro, Alice Merton) und Songwritern wie Joe Walter (Alma, Jennifer Rostock) oder Pasqual Reinhardt (Felix Jaehn, Alvaro Soler) und bietet, laut Plattenfirma, „exotisch-tanzbaren Sommer-Vibes („Thank You“, „Life Was A Beach“, „Don`t Lie To Me“) und nachdenklich-entschleunigten Downbeats („Private Thoughts“, „Love“, „Boundaries“).

    9. Wie kommt „Only Love, L“ bei den Plattenkritikern an? Gar nicht so schlecht:

    ONLY LOVE, L ist ein protzig poliertes Stück Pop des Berliner Produzentenkollektivs Beatgees, das zwischen R’n’B und Dancehall, Auto-Tune- und Trap-Momenten allerlei deepe Sujets verhandelt: Selbstakzeptanz, Grenzüberschreitung, Ehrlichkeit, Reue, Stärke, im Abstrakten sogar Gesellschaftskritisches. Lena hat etwas zu sagen, das leicht zu verstehen ist – man müsste ihr nur endlich zuhören.
    (musikexpress)

    Der Longplayer brilliert trotzdem: Die Melodien schillern durchweg schön. Die Dramaturgie des Albums passt genau so. Zudem sind die Texte unkompliziert, zeitlos und allgemein gültig. Auch das Anliegen der Platte ist schlüssig und erklärt sich von selbst: In einem digitalen Sound-Gewand stille Überlegungen anstellen, die sonst oft Folk und akustischem Songwriting vorbehalten sind. Hier hingegen fließen Afrobeats und Dancehall in Spurenelementen in vier Songs ein ("Thank You", "Dear L", "Stuck Inside", "Don't Lie To Me"). Neben letzterem wurde noch "Sex In The Morning feat. Ramz" von den Jugglerz produziert und steht dem Dancehall nahe. Auch musikalisch farblose Momente in "Private Thoughts" und "Scared" überbrücken die Texte einigermaßen cool. "Ok" rundet mit Future R'n'B das Album stilistisch auf der Ebene von Jessy Lanza oder The Internet ab.
    (laut)

    10. Die lang verschobene Tournee findet nun wohl endlich statt. Das sind die Termine:
    12.06.2019 LEIPZIG, Haus Auensee
    13.06.2019 NÜRNBERG, Löwensaal
    14.06.2019 KARLSRUHE, Tollhaus
    16.06.2019 BREMEN, Modernes
    17.06.2019 KÖLN, Palladium
    18.06.2019 BIELEFELD, Stadthalle
    20.06.2019 HANNOVER, Capitol
    21.06.2019 STUTTGART, Im Wizemann
    22.06.2019 ZÜRICH (CH), Plaza
    24.06.2019 MÜNCHEN, Tonhalle
    25.06.2019 RAVENSBURG, OberschwabenKlub
    27.06.2019 DRESDEN, Alter Schlachthof
    28.06.2019 WIEN (AT), WUK
    30.06.2019 BERLIN, Kesselhaus



  • Lawrence Arabia - Lawrence Arabia’s Singles Club


    Nachdem der neuseeländische Musiker James Milne bereits vier Alben unter dem Namen Lawrence Arabia auf dem traditionellen Weg veröffentlicht hatte, wählte er Anfang 2018 für sein nächstes Projekt einen alternativen Weg: Via Kickstarter sammelte er Geld, um jeden Monat eine digitale Single zu veröffentlichen, welche die Mitglieder seines Singles Clubs - es wurden letztendlich 368 - noch vor Radiosendern oder Streamingdiensten erhielten. Von Anfang an war klar, dass am Ende auch eine physische Veröffentlichung der 12 Songs stehen sollte, so dass die Unterstützer natürlich, neben T-Shirts, Handtüchern, Privatkonzerten usw., auch CD oder LP käuflich erwerben konnten. 

    Nun ist es so weit: „Lawrence Arabia’s Singles Club“ liegt in Gänze vor und könnte Liebhabern neuseeländischen Indiepops im Stile von Jonathan Bree gut gefallen. Lawrence Arabia hat sich für die Umsetzung seiner zwischen Kammer- und Psychdelic-Pop stehenden, detailverliebten Songs zahlreiche Gastmusiker ins Studio gebeten: Hollie Fullbrook (Tiny Ruins) und Heather Mansfield (The Brunettes) singen auf „Everything's Minimal“ bzw. „A Little Hate“, Ryan McPhun (The Ruby Suns) und Liam Finn musizieren u.a. mit und für das abschließende „Just Sleep (Your Shame Will Keep)“ konnte der 76-jährige Komponist und Arrangeur Van Dyke Parks gewonnen werden, der für seine Zusammenarbeit mit The Beach Boys über U2 und Randy Newman bis hin zu Joanna Newsom bekannt geworden ist.




    Now that the experiment is over and the album can be seen as a whole, it is a surprisingly cohesive piece of work. Standouts such as the Beatles-esque woodwind-and-brass-infused Meaningless Words and the bouncing indie guitars of A Little Hate show that Milne has grown beyond his proclamation, a year ago, that he’s “New Zealand’s pre-eminent chronicler of 21st-century bourgeois dilemmas” to having created what he now views as a “more multi-faceted deconstruction of the current worrying state of the world”.
    It’s no surprise that the one-time Silver Scroll winner’s lyrics are again outstanding – the rhyming of “flavoured vapes” with “racial hate” on People Are Alright is inspired. Elsewhere, cameos from artists such as Tiny Ruins, Liam Finn and fellow former Brunette Heather Mansfield, combined with the spontaneous feeling of many of the tracks, mark Lawrence Arabia’s 2018 Singles Club as a truly wonderful year’s work.
    (Noted)





  • The Drums - Brutalism


    Für das letzte Plattencover („Abysmal Thoughts“, 2017) von The Drums ließ Jonny Pierce seinen damaligen Freund an einem seiner Schuhe riechen, für „Brutalism“ schnüffelt er selbst an einem getragenen T-Shirt von Wer-weiß-schon-wem. Olfaktorisch kann weder das eine noch das andere ein Genuss gewesen sein.

    Auch die neue Plattenhülle von The Drums, die sich zu einem Soloprojekt von Pierce entwickelt haben, ist visuell erneut wenig ansprechend, aber wie sieht es auditiv mit den mittlerweile fünften Surfpop-Ausdünstungen aus? Erste Antworten geben die Lieder „Body Chemistry“, „626 Bedford Avenue“ und „Loner“ sowie Auszüge der Plattenkritiken von Tonspion und Musikblog:




    Weg vom Surf-Rock-Pop des Debüts, erinnern The Drums auf "Brutalism" nun eher an den sophisticated Pop von Saint Etienne, die schwedischen Indielabel-Bands von Labrador und auch an die frühen The Smiths oder softere Soft Cell. (…)
    Brutal ehrlich und ehrlich gut: Die neuen The-Drums-Songs tanzen auf dynamischem Electro-New-Wave-Pop und texten sich durch die Höhen und Tiefen des Lebens sowie Liebens.
    (Tonspion)




    Auch auf klanglicher Ebene gibt’s weniger pappsüße Beach-Boy-Referenzen zu Gunsten eines insgesamt trockeneren – man ist geneigt, zu sagen nüchterneren – Klangbildes:
    Rhythmisch manchmal vertrackter, mehr Synthies, hin und wieder Voice-Samples, nichtsdestotrotz ziemlich gute Pop-Songs.
    Was bleibt zu sagen? Der nostalgische Vibe, den auch die neuen The Drums-Songs transportieren, fällt ein bisschen düsterer aus, als das Ekstase-basierte Surfgitarren-Geachtel, das wir schon kennen.
    (Musikblog)






  • Karen O & Danger Mouse - Lux prima


























    Nicht als "Supergroup", aber zumindest als "Superduo" kann man Karen O und Danger Mouse zweifellos bezeichnen. Karen O heißt eigentlich Karen Lee Orzolek, bekannt ist sie jedoch vor allem als Sängerin der Yeah Yeah Yeahs. In jüngerer Zeit war sie häufig als Gastsängerin geladen und sie trug zu einigen Soundtracks bei.

    Danger Mouse ist Brian Joseph Burton. Als Musikproduzent ist er schon einige Jahre in den obersten Ligen seiner Zunft unterwegs, u. a. vertrauten ihm U2, die Gorillaz und Beck ihre Musik an. Außerdem stand er mit Cee-Lo Green hinter dem Projekt Gnarls Barkley und mit James Mercer bildete er Broken Bells.

    Für ihr gemeinsames Album "Lux prima" kombinierten die beiden ihre musikalische Vielfalt. Die Grundausrichtung ist Pop mit künstlerischem Anspruch, der teilweise in verträumte Sphären abzudriften droht, dann aber durch Rhythmen, Indierock und Trip Hop-Stimmung wieder eingefangen wird.

    Während der Opener "Lux prima" und anschließend "Ministry" auf ein verkopftes Album hindeuten, folgen mit "Turn the light" und "Woman" zwei Höhepunkte, die vor allem durch ihre funkigen bzw. souligen Rhythmen bestechen. Vervollständigt wird dieser stärkste Teil der Platte durch "Redeemer". "Drown" verschleppt das Tempo ein wenig, bevor "Leopard's tongue" den Abschluss der gefälligen Titel bildet. Mit "Reveries" und "Nox lumina" wird zum Ende hin der verkopfte Einstieg gespiegelt.

    Karen O und Danger Mouse haben vielleicht ein paar Ideen zu viel verwurstet, einen roten Faden kann ich nicht erkennen. "Lux prima" hätte ein sehr (zu?) entspanntes Art-Pop-Werk können oder eine Platte mit vielfältigen Songs. So werden alle Möglichkeiten bedient, aber keine wird ausgeschöpft. So werden mir vor allem die o. a. drei Starken Titel in Erinnerung bleiben. Und die Vermutung, dass Danger Mouse der Faktor ist, der spannende Musikprojekte (vergleiche Broken Bells) in seichte Gewässer lenkt.

    Der Musikexpress:
    Karen O und Danger Mouse machen eine große Pop-Welt auf. Zart, ohne schmelzig zu sein ist diese Musik, zeitlos, ohne gestrig zu geraten. Manchmal ist sie ein eckiger Soul für die Gegenwart, bei dem Karen O ihre Drüberness frei schwirren lässt, manchmal ein smooth gleitender Space-Pop-Entwurf. Toll aber ist sie jederzeit: Eine der schönsten Überraschungen des jungen Musikjahres.

    Das Video zum Titelsong:



  • Weyes Blood - Titanic Rising


    Auf was man sich so alles spezialisieren kann! Der australische Fotograf Brett Stanley ist tatsächlich Fachmann für Unterwasserfotografie und für die Plattenhülle des vierten Albums von Weyes Blood wurde ein komplettes Kinderzimmer geflutet und Natalie Mering musste einen Tauchgang unternehmen.

    Geht „Titanic Rising“ auch bei den Plattenkritikern baden? Ganz und gar nicht. Der entrückte und gleichzeitig opulente Art- und Dreampop der 30-jährigen US-Amerikanerin entzückt die Kritiker und steht aktuell bei Metacritic bei 95/100 Punkten! „Titanic Rising“ ragt sozusagen aus dem Meer der Plattenveröffentlichungen heraus wie die Spitze eines Eisberges. 

    Ihr neues Label Sub Pop spendiert der Künstlerin, die das Album in den ersten sechs Monaten des vergangenen Jahres aufnahm, neben einer Veröffentlichung auf CD, auch eine auf Kassette sowie Schallplatte, wahlweise auf schwarzem oder kastanienbraunem Vinyl. Und wir lassen die Videos zu „Movies“, „Everyday“ und „Andromeda“, begeisterte Plattenkritiken und zwei Konzerttermine in Deutschland springen:




    What makes Natalie Mering so much more than simply a songwriter with a good ear is the amount of her own identity she imprints on sounds you might have heard somewhere else before. Titanic Rising is a new thing, her own stamp on the world. Like all the best musicians and songwriters before her, she’s plumbed the depths of her imagination and brought forth a masterpiece from the depths.
    (The Line Of Best Fit)




    A lot will surely be said about how the palate of the album recalls the neoclassical New Age-y ethos of a lot of late-'60s and early '70s folk pop music, and of course its cinematic allusions, but the truly incredible components of these songs are within their active movement and the way that something like a Brill Building sound can be so deeply personal. Warm gallops slacken serenely and new spaces are birthed inside structures we thought we'd exhausted. That's the essence of creativity—-giving life.
    (Under The Radar)




    And each time she releases a full-length album, her destination comes a little more into focus.
    That’s especially true on her new record Titanic Rising, which finds Mering edging her peculiar psych-folk closer than ever to the sound of traditional pop music. For someone with a documented predilection for idiosyncrasy and experimentation, she sounds completely at ease in these new songs, and ready for bigger things ahead. (…)
    Titanic Rising doesn’t feel blissfully adrift. Instead, it feels like Mering knows exactly where she’s going. You can hear it in the robust string sections of album opener “A Lot’s Gonna Change” and the sturdy backbone-beat of “Andromeda” and the sentiments of “Wild Time,” a patient ambler with a ‘70s soft-rock vibe (including a hint of “Landslide”) and a plainspoken bridge: “Everyone’s broken now,” Mering sings, “And no one knows just how we could have all gotten so far from truth.”
    (Paste Magazine)

    Weyes Blood in Deutschland:
    27.04.19 Berlin, Kantine am Berghain
    28.04.19 Hamburg, Übel & Gefährlich (Turmzimmer)


  • Wintersleep - In The Land Of


    Eigentlich erstaunlich, dass Wintersleep immer noch ein ziemliches Nischendasein fristen. Zumindest in ihrer kanadischen Heimat konnten sie mit ihrem dritten Album „Welcome To The Night Sky“ (2007) den Juno Award als „New Group of the Year“ gewinnen und anschließend drei Alben in den Top 20 platzieren: „New Inheritors“ (2010, #12), „Hello Hum“ (2012, #20) und „The Great Detachment“ (2016, #19). 

    Ihr siebtes Album „In The Land Of“, wurde, wie seine vier Vorgänger, von dem Schotten Tony Doogan (Mogwai, Belle & Sebastian, Teenage Fanclub) produziert und letzte Woche über Dine Alone Records veröffentlicht. Ihrem Œuvre fügen Wintersleep mit den 10 neuen Songs stilistisch nichts Neues hinzu, auch wenn sie sich mit „Into The Shape Of Your Heart“ ein wenig in Richtung Cowboy- und Westernsong vergaloppieren. Sie bewegen sich zwischen getragenen und temporeichen Indierock-Songs und liefern mit „Beneficiary“, „Forest Fire“ oder „Free Pour“ gleich mehrere Lieder ab, die dafür sorgen könnten, dass auch außerhalb Kanadas ihre Fan-Schar endlich deutlich ansteigt.




    Drei Tracks daraus hat die Band schon veröffentlicht, vor wenigen Tagen Into The Shape Of Your Heart, ein zwar eher konventioneller, freilich herrlich melodischer Rocktrack, der mir nicht mehr aus dem Ohr geht. Das liegt nicht zuletzt an Paul Murphy, dem Sänger der Band, dessen musikalischer Zungenschlag mir einmal mehr imponiert. Der Song Beneficiary überzeugt ebenfalls, braucht vielleicht den einen oder anderen Hördurchlauf mehr. Wintersleep sind mittlerweile schon in dem Alter angekommen, in denen vielen Indie-Rock-Bands die kreative Puste ausgeht. Bei In The Land Of ist davon nichts zu bemerken. Gut so!
    (Lie in the Sound)






  • Die 10 besten Songs bei Dirks Wohnzimmerkonzerten

    10. Missingcat – Don’t let her (19.03.2016)
    9. Woodpigeon – Canada (14.06.2015)
    8. The Indelicates – I am Koresh (12.07.2014)
    7. Enno Bunger – Regen (20.10.2014)
    6. The Lake Poets – North view (08.04.2017)
    5. Jonah Matranga – Bitte ein Kuss (08.10.2015)
    4. Dirk Darmstaedter – Pop guitars (14.05.2016)
    3. Pelle Carlberg – Pamplona (24.03.2014)
    2. Loch Lomond – Violins and tea (17.03.2018)
    1. Jonah Matranga - Deafening (19.06.2014)

    (ausgewählt von Ingo)