Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • The Smashing Pumpkins - Oceania

    The Smashing Pumpkins - Oceania



























    10 Fakten zum neuen Album von The Smashing Pumpkins:

    1. Veröffentlichen The Smashing Pumpkins ein neues Album, so muss man erst einmal einen Blick auf die Liste von Billy Corgans (Gesang, Gitarre) momentanen Mitstreitern werfen. Aktuell sind dies: Mike Byrne, der Jimmy Chamberlin am Schlagzeug ersetzt, Nicole Fiorentino in der Rolle der weiblichen Bassistin und Jeff Schroeder (Gitarre), der bereits 2007 nach den Aufnahmen zu „Zeitgeist“ zu Corgan stieß.

    2. „Oceania“ ist das siebte Album der Smashing Pumpkins und die erste Veröffentlichung seit „Zeitgeist“ vor 5 Jahren.

    3. Die „erste Veröffentlichung“ seit 2007 ist so eigentlich nicht richtig. Denn Corgan betreibt das ambitionierte Projekt „Teargarden By Kaleidyscope“, in dem häppchenweise 44 Titel umsonst übers Internet angeboten werden. „Oceania“ ist Teil dieses Projektes und somit ein „Album im Album“. 

    4. Die 13 Titel laufen 60 Minuten und wurden in Corgans eigenem Studio in Chicago aufgenommen. Als Produzent fungierte neben Billy Corgan noch Bjorn Thorsrud. Für den Mix sorgte David Bottrill.

    5. Für das Coverfoto sorgte Richard Shay, Sohn  des Künstlers Art Shay.

    „Oceania“ ist ein fantastisches Album geworden. Die mit Abstand beste Arbeit Corgans in Jahren (vielleicht auch Jahrzehnten). Vor allem aber auch eines der weitaus spannenderen Rockalben der Zeit. Ein Befreiungsschlag für eine Szene, die drohte, sich im musikalischen H&M-Habitus vieler der aktuellen schwedischen und britischen Protagonisten zu bagatellisieren. Es ist episch und gigantisch (vielleicht auch gigantomanisch) angelegt, dennoch aber in nahezu jedem Moment so wundervoll porös arrangiert, dass Leben, Leid und Liebe es durchfluten. Ob die Gitarren sich in Songs wie „Glissandra“ oder „The Chimera“ zu verzerrten Orchesterwänden anstauen oder im Titelsong vom akustischen Hauch zum zickigen Zwiegespräch steigern, stets gelingt Corgan der Balanceakt zwischen seinem getrieben egomanen Wahnsinn, seinem verschachtelten Anspruch an seine Kunst, und der einfach wunderschönen, pointierten Klangwerdung der wichtigsten Gefühle....
    Es ist damit eine verwirrende Vielschichtigkeit, die „Oceanina“ bestimmt: Scheu und doch in großem Ausdruck badend, verspielt und dabei immer konzentriert, vertrackt, verkopft und doch hochgradig emotional. Bei „Violet Rays“ und auch beim wundervoll zerbrechlich pompösen „My Love Is Winter“ wagt Corgan nicht nur für seine Verhältnisse viel Pop (und überzeugt), allenthalben pluckert und schwirrt etwas Elektronik durch die Szenerie. Die janusköpfige Schönheit funktioniert nur durch die inzwischen seltene künstlerische Einheit aus Komponist, Arrangeur und Interpret. Durch Corgans Besessenheit, durch seinen in fast jedem Ton zu spürenden Drang, sich beim Musizieren selbst noch in der Heftigkeit der Gefühle mit anderen zu messen. „I‘ll piss on fucking Radiohead“ sagte er erst jüngst wieder. Die Briten seien ihm zu grußspurig....
    (Focus)

    6. Als erste Single wurde der Song „The Celestials“ ausgekoppelt. 




    7. Hier oder hier hat man die Möglichkeit alle Songs von „Oceania“ vor einer möglichen Kaufentscheidung Probe zu hören. Metacritic weist bei 22 berücksichtigten Kritiken einen Schnitt von 70 / 100 Punkten aus.

    The year's most outstanding rock album.
    (Boston Phoenix)

    Several of those tracks anchor Oceania, which adds up to Corgan's best work since the '90s.
    (Chicago Tribune)

    Although the band has put an emphasis on slowly releasing single songs, the album feels like its own focused piece, and not just 13 different studio tracks, and Oceania very much sees Corgan and company settling into album, not single, territory.
    (Paste Magazine)

    8. Zunächst sollte das Album bereits im September 2011 veröffentlicht werden, wurde dann aber auf Juni 2012 verschoben und erscheint nun als CD oder 2LP. Anders als bei „Zeitgeist“ gibt es nicht zahlreiche Versionen mit unterschiedlichen Bonustracks.

    9. Billy Corgan möchte nicht nur seine Musik über das Internet verteilen, sondern auch seine Fans in den kreativen Prozess involvieren: Seit Mai läuft eine Aktion für die Fans, in der sie unter dem Titel „Imagine Oceania“ aufgefordert sind eigene Bilder für die einzelnen Songs machen und ins Netz zu stellen. Alles weitere kann man hier erfahren und auch Links zu den entstandenen Kunstwerken finden.




    10. Auf ihrer anstehenden Tournee (auch wenn noch keine Deutschland-Termine feststehen) werden The Smashing Pumpkins zunächst „Oceania“ komplett spielen und in einem zweiten Teil ein Best of-Set.


  • God Bless The Monkey Astronaut - God Bless The Monkey Astronaut

    God Bless The Monkey Astronaut - God Bless The Monkey Astronaut
























    "Hast Du Karneval schon was vor?" Auf diese Frage reagiere ich in der Regel leicht brummig. Karneval ist für mich ähnlich spannend wie eine Snooker-Übertragung auf Eurosport. Zu meinem Glück hatte ich eine Antwort parat, die keinen Widerspruch zuließ: "Ich muss noch Altglas wegbringen…" BÄM! "…wieso?" "Och, wir suchen noch Chorsänger für einen Song, der auf's Album soll." Zum Glück (diesmal für die Band) war ich am bewussten Tag dann tatsächlich ziemlich weit weg (akute Karnevalsflucht – wer kann denn wissen, dass man selbst in Dunkerque nicht vor Narren sicher ist…) und mein Nicht-Gesang wurde kein Teil des nun vorliegenden Debüts der fünf Kölner.

    Zwei Gitarren, ein Bass, ein Schlagzeug und ein Gesang – ja, die Story kennen wir und sie wird ständig wiederholt. Keine auf Boxen tanzenden Mädels, keine Partykostüme, keine Justin Bieber Frisuren, keine rhythmisch wummernde Autobässe. Aber Musik. Und Leidenschaft. Mitten in den Karnevalstagen 2012 schließen sich die fünf Jungs am Kölner Eigelstein im Propeller Studio ein – inmitten von genau dem, was sie nicht sind: tanzende Mädels, Partykostüme, wilde Frisuren, wummernde Autos – um ihr Debütalbum aufzunehmen. Ohne viel Trara und Töröö konzentriert man sich auf die wesentlichen Dinge und beschließt keine Overdubs zu machen, alles soll so klingen, wie es auch live funktioniert. […] Und vielleicht kann man auch die Chöre der Straße, die singenden Betrunkenen, die bunten Farben und tanzenden Menschen, die rollenden Wagen, die quengelnden Kinder, die schmutzigen Kamellen und rauchenden Wirte […] vor der Tür hören.

    God Bless The Monkey Astronaut könnte die Rock-Lieblingsband für Pop-Fans werden, die sich auf Konzerten von The National, The Gaslight Anthem und den Weakerthans blicken lassen. […] Die sich freuen, wenn nach dem Break die Sonne aufgeht und die Hände nach oben wollen.

    Und die Hände wollen oft nach oben. Neun Indierockperlen bietet das Album, die vor allem eins sind: Indiepopperlen. Ohne Ausnahme Ohrwürmer bei denen man sicher sein kann: Live wird noch ne Schippe draufgelegt. Wer da nicht schwitzt ist selber schuld. Ein Augenzeuge berichtet vom Cursive Konzert:

    Ich kannte euch vorher nicht und wollte schon mit den Augen rollen, als eine Vorband auf die Bühne kam, aber ihr habt die Hütte gerockt!

    Wer sich selbst ein Bild davon machen möchte: Record Release Party am 29.06. im Tsunami Köln.





    Das Album erscheint am 29.06. als CD und als Vinyl inklusive CD.
  • Kishi Bashi - 151a

    Kishi Bashi - 151a

    cover
    Lust auf einen Sommerhit?

    Wäre ich auf der Suche nach einem Sommerhit, hätte ich mit Kishis Bashis “Bright whites” einen Anwärter identifiziert. K. Ishibashi ist der Kopf und Körper des Projekts und damit für den zuckersüßen Song verantwortlich. Mit Violine, Loops und Texten in englischer und japanischer Sprache liefert er mit “151a” ein rundum hörenswertes Album ab. Sein Können stellte er bereits in den Dienst von Of Montreal, Sondre Lerche und Regina Spektor. Vergleiche ordnen seine eigene Musik ziemlich treffend zwischen Andrew Bird und Owen Pallett ein. Auch Mercury Rev und die Flaming Lips werden in diesem Zusammenhang genannt. Mit seiner Band Jupiter One verfolgt er andere Pfade.
    Seine Solo-Debüt “Room for dream” veröffentlichte er vor gut einem Jahr. Mit “151a” folgte vor einigen Woche sein erster Longplayer. Der Albumtitel lehnt sich an einen japanischen Ausdruck an und K. Ishibashi erläutert die Bedeutung folgendermaßen:
    It's a play on words that translates as a performance aesthetic of having a unique performance in time, with imperfections, and enjoying it while you can," Ishibashi says. "The saying reminds me to embrace my mistakes and move forward.
    “Fehler” fallen mir auf “151a” nicht auf. Statt dessen lasse ich mich gerne von der weitgehend erbaulichen Stimmung des Albums durch den ein oder anderen tragen. Und genau das empfehle ich auch allen Indiepop-Fans.
    Sobald man sich an “Bright whites” satt gehört hat, empfehle ich “Manchester”, “Atticus, in the desert” und “I am the anrichrist to you”.
    No Ripcord missfallen die vielfältigen “Echos” anderer Bands auf dem Album:
    It is difficult to disagree how rich it sounds, but the problem is how obvious Ishibashi’s influences are. It’s impossible to describe music this elaborate and expansive as derivative, but there are echoes of Arcade Fire, Sufjan Stevens, Sigur Rós, Beirut, M83, and indeed just about every comparably epic indie chamber-pop darling, at every corner.
    The Wild Honey Pie hingegen ist einfach nur begeistert:
    Kishi Bashi’s debut 151a is a ten. It’s a ten because even at a scant 9 tracks, it feels epic. Ishibashi, also violinist in of Montreal, uses a mixture of electronic sounds and orchestral swirl to create lush pop. The album seems to expand into a joyously large explosion of whizzing, whirring noise for one track, then contract into restraint on the next. It’s a ten because it’s entirely new, yet comfortably familiar. 151a recalls of Montreal in its brilliant excess, Andrew Bird in its perfect alt-pop construction, Jonsi in its wild beauty, but always stays a singular experience.
    Ein Tiny desk concert des Künstlers:

    NPR.org scheint ein Fan des Künstlers zu sein und bietet noch mehr. Das Album gibt es für faire $ 8 im Bandcamp.
  • Billie The Vision & The Dancers – While You Were Asleep

    Billie The Vision & The Dancers – While You Were Asleep
























    Die Latte hängt hoch: Das letzte Album der sympathischen Schweden Bille The Vision And The Dancers "From Burning Hell to Smile and Laughter" aus dem Jahre 2010 erreichte bei Platten vor Gericht einen hervorragenden fünften Platz. Eine Top 10 Platzierung konnte auch das 2007er Album "Where The Ocean Meets My Hand" vorweisen. Ich bin gespannt, ob die Platten vor Gericht-Lieblinge dies mit ihrem neusten Werk "While You Were Asleep" wiederholen können.

    Die schwedische Presse jedenfalls ist begeistert:

    Detta är deras bästa album hittills. (kulturbloggen.com)

    Musikalisch sind die sieben Schweden in gewohnten Gewässern unterwegs: Indiepop angereichert mit viel Akkordeon, Trompete, Glockenspiel und natürlich Geigen, die passenderweise besonders bei der Single "Queen Of The Dancefloor" nahezu phillysoundesque klingen.



    Auch der Opener "I Seek A Stronger Word" kann mich überzeugen…



    …aber nach bisher drei Durchläufen zweifle ich ein wenig an einer diesjährigen Top 10-Beteiligung der Platte. Ihr könnt mich aber gerne eines Besseren belehren.

    Auf Tour kommen dürfen die Billies aber gerne mal wieder. An anderer Stelle habe ich mir mal The Michael J. Epstein Memorial Library als gleichberechtigten Tourpartner gewünscht. Das wiederhole ich hier gerne und empfehle jedem, da mal rein zu hören. Es lohnt sich! Wirklich!
  • BirdPen - Global Lows

    BirdPen - Global Lows


























    Die erste Vorladung (XIII)


    Personalien:
    Der Bandname BirdPen setzt sich aus den Nachnamen von Mike Bird und David Pen zusammen. Unterstützt werden die beiden von Steve "Smiley" Bernard, Tim Slade, Mike Breach und James "The Seagull" Livingston. Die Engländer entstammen dem erfundenen Örtchen "The Village", genauere Angaben möchten sie nicht machen.
    David Pen ist seit 2004 auch Mitglied der Band Archive.
      
    Tathergang:
    Für die Aufnahmen zum Nachfolger ihres Debütalbums "On/Off/Safety/Danger" zog es BirdPen mit dem Produzenten Jim Spencer (The Horrors, New Order, The Charlatans) nach Manchester. Im Verlauf von 12 Monaten wurde in vier Sessions in den EVE Studios in Stockport letzte Hand an "Global Lows" gelegt.
    Näheres ist der Dokumentation "The Making Of Global Lows" unter Indizien und Beweismittel zu entnehmen.

    Plädoyer:
    Düsterer und melancholischer Indierock, der - und da sollte man sich vom sehens- und hörenswerten Video zu "Nature Regulate" (siehe Indizien und Beweismittel) mit seinen Piano- und Streicher-Klängen nicht in täuschen und in Richtung Radiohead schicken lassen - von Gitarren dominiert wird und die Nähe von Doves, Elbow oder I Like Trains sucht. Die Verwandtschaft zu Archive ist selbstverständlich nicht zu überhören und ab dem ersten Song "No Escape" vorhanden. Am deutlichsten vielleicht in "Only The Names Change", einem sich langsam aufbauenden und nach über sieben Minuten kulminierenden Monster.     

    Zeugen:
    Global Lows is an album of songs inspired from issues from within our sub consciousness. Songs about how easily manipulated the human spirit can be, following false profits onto paths of destruction, the loneliness of war, corrupted presidents and politicians, beauty queens who become world famous drug barons, science fiction and heartbreak, The fear of claustrophobia, paranoia, corruption, love, loss, lies, facing the truth and eyes wide open observations of a world of which it sometimes seems we can do nothing to help but sit with remote controls and watch it all unfold.
    (Facebook)

    Indizien und Beweismittel:





    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • Poliça - Give You The Ghost

    Poliça - Give You The Ghost



























    Die erste Vorladung (XII)


    Personalien:
    Channy Leaneagh und Ryan Olson gründeten 2011 gemeinsam in Minneapolis die Band Poliça
        
    Tathergang:
    Olson holte die Sängerin zunächst zu dem von ihm gegründeten Soft-Rock-Kollektiv Gayngs, das u.a mit Mitgliedern von Bon Iver, Megafaun und The Rosebuds bestückt ist, hinzu. Dann trennte sich Channy Leaneagh von ihrem Ehemann Alexei Casselle sowie der gemeinsamen Folk-Rock Band Roma di Luna und fand in der musikalischen Zusammenarbeit mit Olson ein neues Betätigungsfeld. Alte, von Olson noch nicht verwendete Beats und Grooves zwischen HipHop und R&B, und Leaneaghs Folksongs, in deren düsteren Texten auch die ihre Trennung verarbeitet wurden, lieferten die Elemente, aus denen nun die die 11 Titel des Debütalbums "Give You The Ghost" bestehen.   

    Plädoyer:
    Eine Mischung aus Elektro-Pop und R&B mit einer Sängerin, deren Stimme nahezu permanent mit Autotune verzerrt wird - und Justin Vernon (Bon Iver) hat dazu nichts anderes zu sagen als: "They’re the best band I’ve ever heard." 
    Seltsam.

    Zeugen:
    Their debut LP, though, is a shyly introspective listen that, much like The xx’s first album, sits awkwardly with the industry furore surrounding it. Over its welling synths, slick R&B rhythms and mechanical Auto-Tune displaced to a spatial expanse, ‘Give You The Ghost’ concerns the fall-out from vocalist Channy Leaneagh’s split from her husband and long-term musical collaborator. The result is a confused mess of emotions separate from the solid strut of her aural surroundings. Her delivery ranges from defiance on ‘Dark Star’ to loneliness on ‘The Maker,’ but burns constantly with a bright hurt that attempts to burst forth from the record’s withdrawn nature. It’s a fascinating struggle that provides the pivot on which this beautifully poignant record turns. 
    (NME)
    Polica succeeds because they cover a lot of ground with few moving parts. On “Form”, the bass marches to a salsa rhythm that intensifies Leneagh’s pleas for forgiveness: “It’s a brand-new day and I’m sorry/I will never take her away.” A staccato version of that bass line strengthens the backbone of “I See My Mother”, haunted by ghostly saxophone peals. Similar instrumental sleights of hand, in the form of lush violins, soften sharp snare rim hits that punctuate Leneagh’s desolate echoes like gunshots on “Wandering Star”. With backing vocals courtesy of Bon Iver’s Mike Noyce, it’s arguably the most affecting track on the album.
    Even though the album addresses death—especially the hair-raising “The Maker”, in which Leneagh directly addresses “a boss who draws the gun”—not all of Give You the Ghost makes you want to “swallow whiskey” and “take to powder.” In fact, some of it is rather worldly: “Violent Games” incorporates Algerian pop rai, revving angry synths like Rachid Taha’s “Barra Barra” before Polica’s dueling drums intensify to machine gun-like levels. Album closer “Leading to Death” opens with post-bop synthesizers and a resonant bass line with elements of funk pioneers like Herbie Hancock. And “Lay Your Cards Out” undulates on a Gayngs-like beat and buzzing bedroom synths behind Leneagh’s challenge, “Get your cards out, I am waiting.” So are the rest of us, eagerly awaiting more surprises from this rising star.
    (Consequence Of Sound)

    Indizien und Beweismittel:






    Ortstermine:
    02.07.12 Frankfurt, Zoom
    05.07.12 Heidelberg, Karlstorbahnhof
    06.07.12 München, Atomic Cafe
    08.07.12 Hamburg, Stadtpark (mit Bon Iver)
    09.07.012 Köln, Tanzbrunnen (mit Bon Iver)

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...


  • A Silent Film - Sand & Snow

    A Silent Film - Sand & Snow


























    Die erste Vorladung (XI)


    Personalien:
    A Silent Film gründeten sich 2005 in Oxford aus den Resten einer Formation namens Shouting Myke. Zur Band gehören Robert Stevenson (Gesang, Piano), Karl Bareham (Gitarre), Ali Hussain (Bass) und Spencer Walker (Schlagzeug). 
      
    Tathergang:
    A Silent Film wählten diesen Bandnamen als Referenz an die vielen Stummfilme von Charlie Chaplin, nachdem Sänger Stevenson sich in einem solchen eine Melodie für einen Song entliehen hatte.
    2008 wurde mit "The City That Sleeps" das Debütalbum veröffentlicht, das ihnen berechtigte Vergleiche zu Coldplay, Snow Patrol oder The Killers einbrachte. Zwei Jahre später erfolgte eine Wiederveröffentlichung mit leicht veränderter Songliste in den USA.
    In Arizona, Texas und London wurden die 11 Titel aufgenommen, die gemeinsam das zweite Album "Sand & Snow" ergeben. Erstmals übernahm die Band selbst die Produktion, für den finalen Mix sorgte Alan Moulder (The Killers, Death Cab For Cutie).

    Plädoyer:
    Nicht nur die stimmliche Nähe von Robert Stevenson zu Tom Chaplin, sondern auch die Mischung aus symphonischem Piano-Pop und epischem Stadion-Rock lässt A Silent Film zu einem weiteren Anwärter (nach Barcelona) in der Rubrik "Bestes Keane Album des Jahres" (für die Keane nicht nominiert sind) werden.      

    Zeugen:
    English four-piece alternative rock band A Silent Film follow up their debut album, The City That Sleeps, with the strongest contender for best new rock record of the year thus far. Sand & Snow showcases some of the boys’ finest songwriting yet, from the explosive ‘Anastasia’ to somber ‘Rustle of the Stars,’ hitting every emotion in between. Listen through the album on their Last.fm page, and be sure to share with your friends — treat this like Parachutes and say you loved ASF before they played stadiums.
    (Street Radio)

    Oxford, UK's A Silent Film are bringing their cinematic sounds to the states with their sophomore album, Sand & Snow. From the electro hues and dreamy vibe of "Danny, Dakota & The Wishing Well" to the hushed, lovesick acoustics of "Rustle of the Stars," these eleven tracks build the narratives of colorful characters with the help of sweeping instrumentals and ambient moods. It's a deeply-felt offering that will have you soaring through an alternate world of mixed emotions and vibrant ideas, and we think you're going to like the view from its peaks.
    (Purevolume)

    Indizien und Beweismittel:

    Sand & Snow from A Silent Film on Vimeo.


    Driven By Their Beating Hearts from A Silent Film on Vimeo.



    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • Friends - Manifest!

    Friends - Manifest!


























    Die erste Vorladung (X)


    Personalien:
    Aus Brooklyn, New York, kommen die Sängerin Samantha Urbani, die Multi-Instrumentalisten Lesley Hann, Matthew Molnar und Nikki Shapiro, sowie der Schlagzeuger Oliver Duncan, die sich zusammen Friends nennen. Und der Schädlingsbefall einer WG soll sie wohl zusammengeführt haben. 
      
    Tathergang:
    Zusammen mit Daniel Schlett nahmen die fünf Freunde im Strange Weather Studio in Brooklyn im letzten Sommer und im Frühjahr die 12 Titel ihres Debütalbums "Manifest!" (Fat Possum / Rough Trade) auf. Diesem gingen bereits die Singles "Friend Crush" und "I'm His Girl" voraus, die für reichlich Aufsehen in den Blogs sorgten.

    Plädoyer:
    80er Jahre Synthie-Pop, verhallter oder gedoppelter Sirenen-Gesang, funkiger Bass der Disco-Ära und New Wave Gitarren, unterlegt von Bongo-Getrommel und Kuhglockengebimmel, sollen mal wieder der tanzbare, heiße Scheiß aus Brooklyn sein. Ausflüge in RnB und Hip Hop gibt es noch obendrauf! Allen zu empfehlen, die schon immer Duran Duran, LCD Soundsystem, Yeah Yeah Yeahs, ESG, Paula Abdul, Metronomy und The Jackson 5 auf einem Tonträger versammelt wissen wollten.     

    Zeugen:
    das debüt der viel-gehypten brooklyn-band friends, "manifest!" bietet mit einer schweißtreibenden melange aus funk, rnb und zeitgenössischem pop viele eingängige, rhythmisch ansprechende tracks, die sich, sobald sich ein sommerliches klima einstellt, noch besser klingen werden. vorab gab es die singles i'm his girl und friend crush zu hören, erstere eine treibende hymne an freiheit und selbstbestimmung innerhalb von beziehungen - dem songtitel also auf den ersten blick zum trotz. und obwohl die typischen buzzbands ja nach den ersten singleauskopplungen nicht mehr viel zu bieten haben, weiß das manifest dieser fünfköpfigen truppe zu überzeugen - zum beispiel mit dem letzten lied des albums, mind control - von bbc1-dj zane lowe bereits zum "hottest record in the world" ernannt. wirklich heraus sticht aber der brillante popsong ideas on ghosts, der weniger fokus auf perkussion legt, diese aber durch verführerische synth-melodien ersetzt und dadurch das wahre highlight der platte erzeugt. 
    ansonsten findet sich auf manifest! das, was man von den singles ausgehend erwarten konnte - rhythmen, bongos, gruppengesänge wie im triftigen "va fan gar du" - einem weiteren glanzstück der lp. samantha urbani und ihre vier bandkollegen haben es also geschafft, ihr versprechen auf ein strahlendes popalbum einzulösen.
    (Rote Raupe)

    Indizien und Beweismittel:

    Friends - Mind Control from Lucky Number Music on Vimeo.


    Friends - I'm His Girl from Lucky Number Music on Vimeo.


    Friends - Friend Crush from Lucky Number Music on Vimeo.


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • A Place To Bury Strangers - Worship

    A Place To Bury Strangers - Worship


























    Und auch A Place To Bury Strangers präsentieren diesen Monat mit "Worship" ihr drittes Album. Im Gegensatz zu den Crocodiles ist aber ein Schwinden des Noise-Faktors und ein Abflauen der Verzerrungen und Rückkopplungen nicht zu vernehmen. 
    "Worship" ist die konsequente Fortführung von "Exploding Head" und versteckt unter dem lauten, aggressiven und brachialen Gitarrenkrach Anklänge von Shoegaze, Krautrock und Gothic. Die New Yorker Oliver Ackermann (Gesang, Gitarre), Dion Lunadon (Bass) und Jay Space (Schlagzeug) malträtieren die Gehörgänge, als ob The Jesus & Mary Chain schlecht gelaunt wären, richtig schlecht gelaunt.    



    Bereits die ersten Töne des Openers “Alone” betäuben sämtliche Sinne. Unheimlich laut und beißend produziert, schneidet der Song durch die Boxen mit allerlei Soundeffekten, einem manischen Basslauf und Oliver Ackermanns herrlich egal vorgetragenen Vocals. Die potentiellen Hits, wenn man das denn sagen kann, sind schnell gefunden: “You Are The One”, ebenso als Single erhältlich, übt sich in Zurückhaltung, lässt jedoch im Refrain Cure-artige Distortion aufmarschieren, während die Grundstimmung an Interpol auf Industrial erinnert. In “Fear” üben sich die New Yorker über weite Strecken in betontem Minimalismus, lassen sogar eine gewisse musikalische Seele, ein sanftmütiges Äußeres durchscheinen, während “And I’m Up” klassischem Garage- und College-Rock überraschend nahe kommt.
    Einfacher sind A Place To Bury Strangers auch auf ihrem dritten Album nicht geworden, auch wenn das Inspirationsfeld merklich verkleinert wurde. “Dissolved” als klassischer Post Punk-Track und das schwer greifbare Noise-Bombardement “Why I Can’t Cry Anymore” sprechen, Rücken an Rücken, Bände für die Komplexität von “Worship”. Die New Yorker verstärken ihren Drahtseilakt, leisten sich im Titeltrack und dem planlos vor sich hin plätschernden “Slide” sogar ungewohnte Aussetzer, bewegen sich ins Nirgendwo. Freilich meckert man hier immer noch auf hohem Niveau, denn selbst wenn die beiden Vorgänger besser gewesen sein mögen, wirken die verstärkte Düsternis und die gelegentlichen Ansätze von echten Pop-Momenten wie eine echte Bereicherung für den Sound von A Place To Bury Strangers. Man muss nur noch das optimale Mischungsverhältnis austüfteln.
    (Beatblogger)



  • Crocodiles - Endless Flowers

    Crocodiles - Endless Flowers


























    Vielleicht darf das Cover des dritten Crocodiles Albums als eine Reminiszenz an Gerhard Richters Gemälde "Ema - Akt auf einer Treppe" verstanden werden. Die Musik auf "Endless Flower" ist aber sicherlich erneut eine Huldigung vor Spacemen 3, The Jesus & Mary Chain, Ramones und Echo & The Bunnymen. 

    Nicht viel neues also bei den Crocodiles, bis auf die Tatsache, dass Charles Rowell (Gitarre) und Brandon Welchez (Gesang, Gitarre) mittlerweile von Anna Schulte (Schlagzeug), Marco Gonzales (Bass) und Robin Eisenberg (Keyboards) unterstützt werden, dass ihr in Berlin aufgenommenes Album erstmals die 40 Minuten-Marke knackt und dass mit "No Black Clouds For Dee Dee" ein Liebeslied (für Welchez' Ehefrau und Dum Dum Girls-Frontfrau Dee Dee) den noisigen Gitarren-Surf-Pop auflockert. 

    Nachdem "Summer Of Hate" (2009) und "Sleep Forever" (2010) nur als Import erhältlich waren, steht "Endless Flower" nun Dank Souterrain Transmissions regulär in unseren Läden.


    Crocodiles - Sunday (Psychic Conversation #9) from Souterrain Transmissions on Vimeo.


    Das neue Album der Band aus San Diego jedenfalls profitiert von dieser Fügung: die Selbstfindungs- und Aufnahmephase in Berlin, eh ein Klassiker im Milieu, hat deutliche Spuren auf Endless Flowers hinterlassen. Nicht nur in den gespenstischen deutschen Satzfetzen und dem „1, 2, 3, 4“ -Anzählkommando von Drummerin Anna Schulte (Randnotiz: Reunion-Mitglied der Slits) – die Entfernung von den vernebelten Küsten Kaliforniens hat den Blick geschärft. Wie eine sanfte Schicht Patina hüllen sich Hall und Verzerrung um zuckersüße Girl-Group-Backings und simple Surf-Pop-Harmonien. Den Platz ganz vorn nimmt jetzt nicht mehr der Lärm, sondern Welchez’ Stimme ein. Auf ihr lastet das Gewicht von zehn Songs Nostalgie, Romantik und Melancholie, mit ihr umgarnt er sein Dum Dum Girl in der Liebesschnulze „No Black Clouds for Dee Dee“ und in ihr klingt das alte, glamouröse Kalifornien wider. „My Surfing Lucifer“ ist das siebenminütige Kernstück des Albums und huldigt dem Surfer und L.A.-Rich-Kid Bunker Spreckels. Kultregisseur Kenneth Anger widmete dem Stiefsohn von Clark Gable ein gleichnamiges Mini-Bio-Pic, Spreckels starb mit 27. Es hatte wohl ein gutes Leben: konsequent, berauscht und fröhlich, so wie Endless Flowers.
    (Musikexpress)

  • Exitmusic - Passage

    Exitmusic - Passage


























    Das New Yorker Duo Exitmusic besteht aus Aleksa Palladino und Devon Church. Bereits letztes Jahr haben die beiden mit ihrer Debüt-EP “From silence” für Aufmerksamkeit gesorgt. Mit “Passage” legen sie nun ihren ersten Longplayer vor.
    Church ließ sich nach seiner eigenen Aussage während des Entstehungsprozesses von “Passage” durch “Radiohead's Kid A, that second Sigur Ros album, Godspeed You Black Emperor, Warp Records electronic stuff” beeinflussen. Einfach lässt sich Ergebnis keinem Musikgenre zuordnen. “Dreampop” ließt man in einigen Rückmeldungen zum Album. Doch dieses Label wird der Musik nicht gerecht. “Dreampop” ist nach meiner Definition wesentlich harmloser und langweiliger als das, was Exitmusic bedeutet. Um in der Begriffswelt zu bleiben, wäre “Nightmarepop” eher eine treffende Bezeichnung. Zarte Melodien treffen auf einen sphärisch wabernden Unterbau. Die Nähe zu Zola Jesus ist kaum zu leugnen, kurioserweise fühle ich mich stellenweise (vor allem während des Titelsongs) an JJ 72 erinnert. Damit ist Palladinos eindrucksvolles Gesangsspektrum auch schon beschrieben.
    Besonders hörenswert sind der Titelsong (eben wegen der JJ 72-Erinnerung), “The modern age” (war bereits auf der Debüt-EP gut) und das bedrohliche “The city”.
    “Passage” ist nicht stark genug, um gleich das Musikgenre “Nightmarepop” ins Leben zu rufen. Aber das Album ist zu gut, um es im Nebel des “Dreampop” verschwinden zu lassen.
    Eindrücklicher ließt sich das auf Beatblogger.de:
    Angefangen mit dem Titelsong taucht „Passage“ ein in eine Welt, die das Licht der Dämmerung ihr Eigen nennt. So kurz der Moment in natura ist, so schöpferisch findet er Vertonung. Verheißungsvoll lässt Palladino ihre tiefe, klare Stimme erschallen, die sich über den kontinuierlich anschwellenden Soundwall legt, bis zum Beben. Einbruch der Nacht – Break. Bis sachte vorbereitet ein neuerlicher Zerriss so schmerzlich durchs Mark dringt, wie ein greller Feuerschein blendet. Dessen Asche zerfällt im Morgengrauen des ruhigen Ausklangs.
    Das Video zum Titelsong:
  • Metric - Synthetica

    Metric - Synthetica



























    10 Fakten zum neuen Album von Metric:

    1. "Synthetica" ist das fünfte Studioalbum der kanadischen Band Metric und ab dem 22. Juni erhältlich.

    2. Emily Haines (Gesang, Synthies), James Shaw (Gitarre), Joshua Winstead (Bass) und Joules Scott-Key (Schlagzeug) gründeten zum Vertrieb ihres letzten Albums "Fantasies" das Label Metric Music International, das auch "Synthetica" ohne Unterstützung einer großen Plattenfirma weltweit vertreiben wird.

    3. Als erste Single wurde Anfang Mai der Glam Rock-artige Song "Youth Without Youth" ausgekoppelt. Sie erreichte Platz 1 der alternativen Single Charts in Kanada.  Dies gelang Metric zuvor bereits mit der Single "Gold Guns Girls" aus dem Album "Fantasies". In den regulären Single-Charts reichte es für Platz 63.


    Metric - Youth Without Youth from Metric on Vimeo.


    4. Auf einem der elf Songs, nämlich "The Wanderlust", ist als Gastsänger Lou Reed zu hören.

    The record’s first half is dominated by the haunting sonic landscapes that define the band’s catalogue; doomsday anthem “Speed The Collapse,” for example, pulses with creeping guitar, driving percussion, and icy vocals—like most of Metric’s new wave-inspired output, it’s simultaneously foreboding and catchy.
    The quiet tension of “Dreams So Real,” with its minimalist execution and themes of artistic futility (“Our parents, daughters, and sons / believed in the power of songs / What if those days are gone? … I’ll shut up and carry on / The scream becomes a yawn”), brings this brief retrospective respite to its cynical conclusion. The unusually playful-sounding “Lost Kitten” follows, which indicates a shift is taking place.  The record’s second half is a noticeably poppy and slick affair, which is a cautious progression from Fantasies’ glam experiments.
    Kicking off this run of lush melodies, the title track reconfigures the band’s normally shadowy synths to add bouncy, energetic contrast to heavy punk riffs. By the close of “Clone,” spaced-out electronics bubble and sparkle on everything from slinky midtempo hooks to garish Eurodance. That’s not to say the group is only an album away from soundtracking dance clubs—Haines’ angst-laden lyrics demonstrate a strong resistance to pop stardom. On Synthetica, Metric isn’t necessarily making a transition; they’re simply taking stock of where they’ve been before figuring out where they’re going.
    (A.V.Club)

    5. Die CD kommt im Digipack mit 20seitigem Booklet und (eben so wie die digitale Version) mit 5 "Reflections" Tracks. Alle spiegelverkehrt gedruckten Texte können jedoch nur mit Hilfe einer beiliegenden, spiegelnden Folie gelesen werden.


    METRIC - Synthetica Reflection #006 from Metric on Vimeo.


    METRIC - Synthetica Reflection #041 from Metric on Vimeo.


    6. Zudem gibt es eine limitierte Vinyl-Version (2 x 12" 200g White Vinyl Discs, Machine Numbered, Gatefold Package).
    Außerdem gab es eine von Andrés Guerberoff entworfene "Sythetica Stereobox", deren 500 Exemplare allerdings bereits ausverkauft sind. Hier kann man sich selbst ein Bild von dem Ding machen. 

    7. Eine Art "Schnitzeljagd" führte die Fans durchs Netz, um vorab das Album hören zu können. Mittlerweile ist dies allen möglich:


    8. Metacritics weist eine Durchschnittsbewertung von 72 von 100 möglichen Punkten bei 20 berücksichtigten Kritiken aus.

    Less polished than its predecessor, 2009's Fantasies, Synthetica brings all the varied influences and styles together in perfect synchronization.
    (The Boston Phoenix)

    Synthetica manufactures dependable, big-hearted joy straight through, whether it's slightly gloomy or coquettish or just flat-out pop fun.
    (Spin)

    Their combination of new wave coldness and glam rock glitter is a formula that works well, and Haines has a genuine talent for walking the line between tough-girl swagger and fragility.
    (NOW Magazine)

    9. Gemeinsam mit dem Komponisten Howard Shore, den sie bei der Zusammenarbeit für den Soundtrack zu "The Twilight Saga: Eclipse" kennenlernten, arbeiteten sie an der Filmmusik für "Cosmopolis", den neuen Film von David Cronenberg. Die entsprechende Platte wurde nahezu zeitgleich zu "Synthetica" veröffentlicht.




    10. Ein Deutschland Konzert ist bisher geplant: Am 26. Juni 2012 spielen Metric im Berliner Postbahnhof.

  • Ash - Little Infinity EP

    Ash - Little Infinity EP


























    Happy Birthday, Ash! Zum 20. Band-Geburtstag beschenken sich (und ihre Fans) Tim Wheeler, Mark Hamilton und Rick McMurray heute selbst. 

    Die "Little Infinity" EP beinhaltet 7 Coverversionen und ist entweder für 3 Pfund als Download über die üblichen Portale oder hier als limitiertes Vinyl käuflich zu erwerben. 
    Zu hören gibt es Klassiker, die wohl jeder kennt, wie etwa "Hello Goodbye" von The Beatles oder ABBAs "Lay All Your Love On Me" in typischer Ash-Marnier. Hinzu kommen, um die Liste zu vervollständigen, mit "Do You Wanna Dance?" und "Pledging My Love" zwei Songs, die durch die Interpretation von The Beach Boys bzw. Percy Sledge in den 60er Jahren zu Berühmtheit gelangten, aus den 80ern "Coming Around Again" (Carly Simon) und "Teenage Wildlife" (David Bowie), sowie "What Ever Happened?" von The Strokes, das den aktuellsten Song darstellt und bei dem das Trio von Tim Wheelers Freundin Emmy the Great stimmlich unterstützt wird. 















  • Raymond & Maria - Jobs Where They Don't Know Our Names

    Raymond & Maria - Jobs Where They Don't Know Our Names



























    Die erste Vorladung (IX)


    Personalien:
    Die schwedische Band wurde 2002 von ihren männlichen Mitgliedern gegründet: Johann (Bass), Staffan (Gitarre), Per (Gitarre) und Anders (Schlagzeug), der wohl aktuell nicht mehr dabei ist. Als Sängerinnen konnten Maria und ihre Schwester Camilla gewonnen werden. Die Nachnamen der Bandmitglieder werden konsequent verschwiegen, der Bandname stammt jedoch wohl von einem Stockholmer Swingerclub.

    Tathergang:
    Gleich mit ihrer ersten Single "Ingen vill veta var du köpt din tröja" ("No one notices your brand new T-shirt", siehe Indizien und Beweismittel) erreichten Raymond & Maria Platz 1 der schwedischen Charts, erhielten den schwedischen Grammy in der Kategorie "Bester schwedischer Song 2004". Es folgten weitere Singles und zwei Alben: "Vi ska bara leva klart" (2004) und "Hur Mycket Jag Än Tar Finns Alltid Lite Kvar" (2006). 

    Danach wurde es still um die Schweden, bis 2011 zusammen mit James Iha, dem ehemaligen Gitarristen der Smashing Pumpkins, in dessen Stratosphere Studio in New York und dem Ocean Sound in Norwegen das dritte, diesmal in englischer Sprache gesungene, Album "Jobs Where They Don't Know Our Names" aufgenommen wurde. Das (Mini-)Album erschien zunächst in Japan und Korea, dann als 3-Song-EP in den USA und schließlich in Skandinavien (daher stößt man auch auf unterschiedliche Cover und die aktuellste Veröffentlichung trägt auch ein "(1)" hinter dem Titel, auf die ich aber verzichte). 

    Plädoyer:
    Gitarrenpop, wie man ihn sich aus Schweden erhofft! Puristen werden über die Hinwendung zur englischen Sprache klagen, alle anderen können sich an 6 eingängigen, fröhlichen Popsongs erfreuen, mitklatschen und -wippen sowie in die Nananas ("The Fish Are Swimming Slower Every Year"), Laa-lalas ("Nora Wellington Jones") und Dap-dada-dadas ("Do't Say When You Leave") einstimmen.

    Zeugen:
    "....Raymond & Maria's songs and sound might be described as a mix between Simon & Garfunkel, The Smiths, early Dylan, ABBA and little bit of Blondie. A successful mix! They have topped the Swedish charts, sold platinum and won a Swedish Grammy. Their setting is basic and simple. Two girls singing, two acoustic guitars, bass and drums. But don't be fooled by their well-crafted melodies and beautiful harmony singing. They are actually quite angry. Their poetic but subversive lyrics definitely gets to you. They are - you could say - political on an individual level. And their underlying message is maybe best conjured in their anthemic hit "No". Don't accept the world as it is presented to you. Say no! You have the right to. And you should. For your own sake and for the sake of the world."
    (Facebook)

    Indizien und Beweismittel:










    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • The Magnetic North - Orkney: Symphony Of The Magnetic North

    The Magnetic North - Orkney: Symphony Of The Magnetic North


























    Die erste Vorladung (VIII)


    Personalien:
    Gawain Erland Cooper stammt aus Orkney, einer Inselgruppe im Norden Schottlands, und ist Frontmann von Erland And The Carnival.
    Simon Tong stammt aus Wigan in England, war bei The Verve und The Good, The Bad & The Queen, begleitete Blur und die Gorillaz auf Tour und spielt derzeit ebenfalls bei Erland And The Carnival.
    Hannah Mary Peel stammt aus Craigavon ind Nordirland und 2011 veröffentlichte die Singer/Songwriterin mit "The Broken Wave" ihr Debütalbum.

    Tathergang:
    Im Januar 2011 gründeten Cooper, Tong und Peel die Band The Magnetic North, um ein Konzeptalbum über die Orkney Inseln und Betty Corrigall, die dort 1770 Selbstmord beginn, aufzunehmen. Dazu wurde in Erlands Elternhaus direkt am Hafen ein kleines Studio eingerichtet. Aufgenommen wurde in der Holy Kirk, der Kirche des Ortes, gemeinsam mit dem Stromabank Pub Choir, der fast die Hälte der Bevölkerung der Isle Of Hoy umfasst.
    "Orkney: Symphony Of The Magnetic North" erschien über Full Time Hobby bereits vor geraumer Zeit, der Veröffentlichungstermin in Deutschland wurde jedoch leider ständig verschoben.   

    Plädoyer:
    Hätte Betty Corrigall diese Platte doch noch hören können!

    Zeugen:
    vorsichtig und behutsam schlängeln sich the magnetic north durch ihre songs - nichts wird erzwungen, alles geht entweder leicht oder gar nicht. kindliche orgeln, kleine elektronik-spielereien, sanfte geigen, akustikgitarre und mann/frau-gesang erzählen von liebe, geborgenheit und schönheit. manchmal unterbrechen dramatische streicher glockenspiele in ihrer lieblichkeit, entfernte chöre wehen leise im hintergrund, die instrumente mischen sich luftig mit den stimmen. oft klingen die gestrichenen saiten und leisen worte wie sigur rós, die ihr drama abgelegt haben und lieber am küchentisch musizieren, lebensnah und unaffektiert. wo so viel harmonie herrscht, verweilt man gerne; 
    die kreativen geister haben auf diesem album viel platz und bewegungsfreiheit, es macht spaß, der fantasievollen musik von the magnetic north zuzuhören. das album läuft wunderbar fließend dahin und hat nur einen seltsamen tiefpunkt: was sie sich bei der verunstaltung des syd matters-klassikers "hi life" gedacht haben, soll ein geheimnis bleiben und sei bei der überdurchschnittlichen qualität ihrer restlichen songs in jedem fall verziehen. ein interessantes und myteriöses album, das man gerne empfiehlt.
    (Rote Raupe)

    herausgekommen ist dabei ein sehr eigen klingender langspieler, der fernab aktueller trends (sofern es die in heterogenen multipluralen internetzeiten überhaupt noch gibt?) eine intensiv-romantische atmosphäre entfaltet. um diese zu erzeugen kommen neben akustikgitarre auch synthieflächen, glockenspiel, streicher und sanfte leicht verhallte gedoppelte male-female gesänge zum einsatz. songs wie das schwebende "bay of skaill" oder die fast schon indiepoppige auskopplung "rackwick" verdeutlichen, welch potential in dieser besonderen rezeptur steckt. schade nur, dass magnetic north dieses hohe niveau auf albumlänge nicht halten können und in schlechteren momenten in der gefahr stehen, wie eine verkopfte esofolkband zu klingen... dem trio kommt leider mehrmals der besondere einprägsame moment, die eine einprägsame songidee abhanden. bedauerlich, denn da wäre mehr drin gewesen!
    (Revolver Club)

    Indizien und Beweismittel:





    Ortstermine:
    ... fanden bereits im März statt, als The Magnetic North zu 3 Konzerten in Deutschland weilten. Christoph und ich besuchten das Konzert in der Frankfurter Brotfabrik, als abschließend noch die "Nachband" Other Lives auftrat. Hier ist sein Bericht. 

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • Lower Dens - Nootropics

    Lower Dens - Nootropics



























    Die erste Vorladung (VII)


    Personalien:
    Die aus Baltimore stammende Jana Hunter steht den Lower Dens, zu denen auch noch William Adams (Gitarre), Geoffrey Graham (Bass), Nate Nelson (Schlagzeug) und neuerdings Carter Tanton (Keyboards) zählen, vor.

    Tathergang:
    2005 veröffentlichte sie ihr Soloalbum "Blank Unstaring Heirs Of Doom" auf Gnomonsong, dem Label von Devendra Banhart und Andy Cabic (Vetiver). Dort erschien 2010 auch "Twin-Hand Movement", das Debüt der Lower Dens.
    Der Nachfolger "Nootropics" erscheint nun über Domino Records (Ribbon Music). Der Albumtitel ist ein nicht eindeutig definierter Begriff (Nootropikum), der unterschiedliche Substanzen beschreibt, die eine vorteilhafte Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben sollen und auch als "Gehirndoping-Mittel" oder "intelligente Drogen" ("smart drugs") bezeichnet werden. 

    Plädoyer:
    "Nootropics" liefert monotone Instrumentierung, entschleunigte Rhythmen, repetitive Strukturen und Jana Hunters androgynenen Gesang in krautrockigem Dreampop oder sphärisch-psychedelischem Drone-Pop für Freunde von Beach House, Wild Nothings und Deerhunter. "Gehirndoping-Mittel" braucht man nicht, damit sich die hypnotische Wirkung dieser Platte entfalten kann, aber reichlich Zeit.

    Zeugen:

    Der monolithische Opener »Alphabet Song« spinnt die Traumwolken in Richtung Transhumanismus – es geht um die Veränderung der menschlichen Sinne durch den Einsatz von Technik, um die Erweiterung des Intellektuellen, Psychischen und Physischen. Drums, Synthesizer und Bass setzen nacheinander ein, während die sich hinter einer sachte aufbauenden Wall-Of-Sound-Mauer körperlos versteckende Stimme von Sängerin Jana Hunter schwer rezitierbare Prosa singt. Es ist, als ob man Musik dabei zuhört, wie sie versucht, ein Bild zu sein. Der Track erreicht eine Klimax, ohne dass sich das Ohr merken würde, welche Melodien es vernommen hat.
    Schwer zugänglich gibt sich auch die Single »Brains«: Keine Hooks und kein Vers-Chorus-Vers Schema belästigen die Hörgewohnheiten mit Dingen wie Songstruktur oder Radio-Airplay-Tauglichkeit. Stattdessen führen uns Lower Dens mit geometrisch wirkenden, elektrisch verzerrten Drumcomputer-Rhythmen in die Disco des Todes. Die Demontage von Pop-Konstruktionen setzt sich in den Tracks »Stem« und »Propagation« konsequent fort, während »Lamb« einen kleinen Schritt in die Sonne wagt. Hier klingt das Quartett gar nicht mehr so kalt und abstrakt. Teils erinnert »Nootropics« mit seinen langgezogenen, schwelgerischen Melodiebögen an jene Art von Transzendenz-Pop, wie ihn Gruppen wie Beachhouse, Best Coast oder Wild Nothing schon länger zelebrieren – eine Fassade, die auch Lower Dens sehr gut steht.
    (The Gap)

    How Hunter reconciles this with licensing a song to Exxon isn’t clear lyrically. Her voice is too far away in the mix – a mood-maker rather than a point-maker. Maybe, though, it encouraged the self-flagellation that bruises much of Nootropics. Lower Dens have a sound that places them in the same dreamy but bleak hinterland inhabited by ghoul-chasers Deerhunter and Timber Timbre – only Hunter swaps Badalamenti’s twang and dreadheart blues for an icy, near-derelict soundscape of skeletal indie-rock and, this time out, the Autobahn chug of Krautrock.
    The hallucinatory effect prevails. The instrumental Lion in Winter, Pt. 1 is a disquieting passage of frosty drones; the groovesome Lion in Winter Pt. 2 is a lo-fi Kraftwerk wreathed in star-bright guitars and minor keys; In the End is the Beginning isn’t so much a curtain-closer as a grimly foreboding fade-out. Adding electronics to an already complex equation might suggest angular songs but these are sleek soothing balms sombrely and meticulously crafted to usher the listener in.
    And this come-hither intimacy perhaps tells us that the band’s painful line-up changes inspired the record more than grand ideas of transhumanism. The everyday is just fine when it sounds this strange.
    (BBC)


    Indizien und Beweismittel:





    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • alt-J - An Awesome Wave

    alt-J - An Awesome Wave


























    Die erste Vorladung (VI)


    Personalien:
    Zunächst eine Erklärung zum Bandnamen, denn drückt man auf einem Mac mit UK-Tastaturbelegung die Kombination aus "alt"-Taste und "J", so erscheint das Delta-Symbol (∆), das daher teilweise auch häufiger direkt hinter dem Bandnamen steht.
    alt-J oder alt-J (∆) sind Gwil Sainsbury (Gitarre, Bass), Joe Newman (Gitarre, Gesang), Gus Unger-Hamilton (Keyboards) und Thom Green (Schlagzeug).
      
    Tathergang:
    Die vier jungen Engländer trafen sich 2007 an der Leeds University, Joe spielte Gwil seine Demos vor, der war begeistert und beide fingen zusammen an daran weiterzuarbeiten. Thom und Gus kamen nach und nach hinzu und fertig war die Band, die sich zunächst Daljit Dhaliwal und dann Films nannte. Über Soundcloud wurden Fans, Radiostationen und letztendlich auch eine Plattenfirma (Infectious) auf alt-J aufmerksam, so dass nun mit "An Awesome Wave" deren Debüt veröffentlicht wurde.

    Plädoyer:
    alt-J präsentieren uns mit ihren 10 Songs und den 3 kleinen Zwischenspielen eine ungewöhnliche und innovative Mischung, die die Presse schon zu Umschreibungen wie „Nick Drake trifft Gangsta Rap“ oder Schubladenbeschriftungen wie "Folk-Step" veranlasste. Tatsächlich läuft es auf Folk-Musik hinaus, jedoch finden sich Beats und Rhythmen, wie sie Radiohead zum Beispiel auf "In Rainbows" nutzten oder James Blake zu Everybody's Darling werden ließen. Hinzu kommen schöner Harmoniegesang, der zur Nennung der Fleet Foxes als Referenz verlocken könnte, und Joe Newmans Falsett, der Parallelen zu den Wild Beasts aufweist. Die Rap-Einlagen halten sich glücklicher Weise in Grenzen. Am Ende des Jahres wird man "An Awesome Wave" in vielen Bestenlisten 2012 wiederfinden.    

    Zeugen:
    Nun folgt mit "An Awesome Wave" das Debüt des Quartetts, das sich in seiner musikalischen Vielfalt nicht limitieren will – zum Glück! Bands die immer nur den einen gleichen Song aufnehmen gibt es immerhin schon zur Genüge. Zwischen Indie, Pop, Rock, Folk oder Hip-Hop sind die eingängigen Stücke dieser sympathischen Nerds angesiedelt. alt-J brillieren mit ihrem frischen und melodischen Sound irgendwo zwischen Radiohead, Other Lives, Fleet Foxes oder Why?, und legen ein wunderschönes, innovatives Debütalbum vor, das mit einer lebhaften Eigenständigkeit pulsiert.
    (Tonspion)

    "Sophisticated!", wie der Engländer zu sagen pflegt. Vielleicht würde er es im Falle Alt-Js sogar rufen. Damit würde er so manche Träumereien, die durch etwaige Lagerfeuer-Stimmungen von An Awesome Wave entstehen, wie eine Blase platzen lassen, aber es wäre nur allzu verständlich. Denn so fließend und irritierend das Intro und das folgende ❦ (Ripe & Ruin) sind, wird erst Tessellate das Album fulminant beginnen. Ein wenig R'n'B bitte? Genau das hält es bereit. Sanft, mit einem unruhigen Beat unterlegt, inklusive Chören im Hintergrund und der gebrechlichen Stimme Gwils wird es zum ersten Aushängeschild des Albums. Ein Song, der direkten Eindruck hinterlässt und der von Breezeblocks nicht minder fulminant abgelöst wird. Oder ist doch lieber die Romantik gewünscht? Bitte sehr. Die gibt es ebenso reichlich: Something Good, Ms und Taro halten ganz individuell die ruhigen Momente im Album für sich reserviert. Doch allen steht die Single Mathilda voran, die nicht umsonst von diversen Stationen zur Single der Woche gekürt wurde.
    Das Debüt scheint voller Highlights zu sein. Und so fehlt nur noch der Song Dissolve in der langen Liste der aufgeführten Songs. Und auch hier gibt es nur ein Wort: Chapeau! Das letzte Highlight des Albums springt zwischen Leichtigkeit und nachdenklicher Ruhe und ist die Idealbesetzung für die Mitte des Albums, scheint es die Merkmale Alt-Js auf den Punkt zu bringen. Und die sind beachtlich. Denn wer mit einem solchen Debüt und einem so geschickten Songwriting aufwarten kann, der wird sich schnell in die erste Indie-Liga spielen können.
    (Alternative Nation)

    Indizien und Beweismittel:


    Alt-J "Breezeblocks" from Project Fathom on Vimeo.






    Ortstermine:
    20.06.12 Berlin, Festsaal Kreuzberg
    23.06.12 Neuhausen, Southside Festival
    24.06.12 Scheeßel, Hurricaen Festival

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • Maximo Park - The National Health

    Maximo Park - The National Health



























    "Do I really need to give an introduction?" fragt Paul Smith zu Beginn des vierten Albums von Maximo Park. Eigentlich nicht, denn der Sound des Quintetts ist ziemlich fest zementiert (schmissiger Gitarrenrock mit einem Gespür für gute Hooklines, der seine Nähe zu The Jam, Buzzcocks, The Smiths, The Undertones und The Who nicht verbergen mag) und wird hier auch wieder reichlich unterfüttert ("Hips And Lips", "The National Health", "Wolf Among Men"). 




    Doch der Opener "When I Was Wild" stellt eine lupenreine Piano-Ballade dar,  die mit Streichern angereichert wurde und auch auf "This Is What Becomes Of The Broken Hearted" dominiert das Piano, so dass man den Song eher Coldplay als Maximo Park zuschreiben würde. Das ruhige, zur akustischen Gitarre vorgetragene "Unfamiliar Places" vervollständigt die Liste der unerwarteten und ungewöhnlichen Titel. 
    Darüber hinaus finden auf "The National Health" vermehrt Stücke, bei denen Keyboards und Elektronik an Bedeutung gewinnen ("Reluctant Love").

    Vorstellen muss die Band also niemand, aber auf eine willkommene Weiterentwicklung hinweisen.     



    "Das Land ist außer Kontrolle, und das Album soll dem Kontrollverlust entgegenwirken", ließ Smith die Öffentlichkeit vorab wissen. Wer nun allerdings vermutet, Maximo Park würden mit "The Natio-nal Health" einem politisch motivierten Meisterwerk wie PJ Harveys "Let England Shake" nacheifern, sieht sich enttäuscht.
    Zur Lage der Nation ist hier nichts Substanzielles zu erfahren, zumindest nichts, was über diffuse Stimmungsbilder oder Ottonormaldenkerverlautbarungen hinausginge. Da ist es dann doch besser, wenn sich die Band auf ihre Stärken besinnt und mit zackigen Gitarren, eingängigen Refrains und butterweichen Melodien vom alltäglichen Klimbim erzählt. An ihrem schlackefreien Sound hat sich – abgesehen vom leicht verstärkten Einsatz der Elektronik – nichts geändert. Das Tempo wird mit schmissigen Songs wie "Hips And Lips" oder "Wolf Among Men" hochgehalten, während "This Is What Becomes Of The Brokenhearted" als lupenreine Klavierballade der Gefühligkeit freien Lauf lässt. Fragt sich nur, ob die Zeit für derart mediokren Gitarrenpop nicht endgültig abgelaufen ist.
    An den Erfolg von "A Certain Trigger", der auch schon wieder sieben Jahre zurückliegt, werden die fünf Briten so jedenfalls kaum anknüpfen können.
    (Rolling Stone)

    Die Limited Deluxe Edition erscheint im Digipack und enthält auf einer zusätzlichen CD vier Akustik-Versionen von "The Undercurrents", "Hips And Lips", "Reluctant Love" und "Until The Earth Would Open".


    Maximo Park in Deutschland:

    24.06.12 Frankfurt, Lüften Festival
    20.07.12 Karlsruhe, Das Fest
    21.07.12 Schloß Holte-Stukenbrock, Serengeti
    28.07.12 Großefehn, Omas Teich Festival
    10.08.12 Hamburg, Dockville Festival
    08.09.12 München, Energy In The Park

    16.10.12 Erlangen, E-Werk
    19.10.12 Berlin, Astra
    20.10.12 Leipzig, Werk 2
    21.10.12 Hamburg, Große Freiheit 36
    23.10.12 Frankfurt, Gibson
    27.10.12 Köln, Live Music Hall

  • Altmodisch - Watches Fall Asleep

    Altmodisch - Watches Fall Asleep

























    Die erste Vorladung (V)


    Personalien:
    Aus Kopenhagen stammen Hans-Christian Pommergaard, Kristoffer Lyhne, Mathias Lyhne, Christoffer Nejrup sowie Thomas Fænø Mondrup und für ihren Bandnamen haben sie sich den deutschen Begriff "altmodisch" ausgewählt.

    Tathergang:
    Nachdem Altmodisch 2009 bereits zwei EPs veröffentlicht hatten, folgte 2010 ihr selbstbetiteltes Debütalbum. Mit "Watches Fall Asleep" steht nun dessen Nachfolger in den Länden, zumindest in den dänischen.

    Plädoyer:
    Daraus, dass sie die Weilheimer Indietronic-Szene mögen, machen die fünf Dänen kein Geheimnis. Kein Wunder also, dass immer wieder The Notwist oder Lali Puna als Vergleiche heran gezogen werden. Auch das erste Album von Polarkreis 18 kommt mir mehrmals in den Sinn. Der Gesang führt ein wenig auf die Spur von Ben Gibbard und die elektronischen Beats, Samples und Loops lassen "Watches Fall Asleep" näher an The Postal Service als an Death Cab For Cutie stehen. Weil Altmodisch aber auch verstärkt auf Cello, Geige, Banjo, Akkordeon und Trompete setzen, müssen hier auch ihre Landsleute von Efterklang als Referenz herangezogen werden.  

    Zeugen:
    Das Quintett aus Kopenhagen wandelt hörbar auf den Spuren von Schlau-Indiertronikern wie The Notwist, Lali Puna oder Wheat, aber tut dies auf eine angenehm zurückgenommene und sehr leichtfüßige Art. Eine verhaltene Melancholie haftet den Songs des selbst betitelten Debütalbums an wie Staubflocken den ausgetretenen Altbaudielen. Die ruhigen Fünf zeigen mit sanftem Nachdruck, dass Nachdenklichkeit durchaus tanzbar sein kann. (...)
    Derzeit werkeln die Dänen an ihrem zweiten Allbum, in dem die elektronischen Spielereien hörbar nach der Übermacht schreien, die Lo-fi-Vocals aber tapfer dagegenhalten. Dar grundlegenden Traumverlorenheit der Songs tut dies ohnehin keinen Abbruch. Nur kommen mitunter auch Trompete und Akkordeon mit ins Spiel. Altmodisch müssen den Gedanken nicht despektierlich finden, aber sie spielen die perfekte Musik für einen Sonntagabend, wenn man die Gedanken schweifen lässt, dies und jenes kramt oder einfach nur entspannt vor sich hin trödelt.
    (Polarblog)

    Indizien und Beweismittel:






    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...

  • Die 10 besten Songs bei Dirks Wohnzimmerkonzerten

    10. Missingcat – Don’t let her (19.03.2016)
    9. Woodpigeon – Canada (14.06.2015)
    8. The Indelicates – I am Koresh (12.07.2014)
    7. Enno Bunger – Regen (20.10.2014)
    6. The Lake Poets – North view (08.04.2017)
    5. Jonah Matranga – Bitte ein Kuss (08.10.2015)
    4. Dirk Darmstaedter – Pop guitars (14.05.2016)
    3. Pelle Carlberg – Pamplona (24.03.2014)
    2. Loch Lomond – Violins and tea (17.03.2018)
    1. Jonah Matranga - Deafening (19.06.2014)

    (ausgewählt von Ingo)