Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Gemma Ray - Lights Out Zoltar!

    Gemma Ray - Lights Out Zoltar!















    Die erste Vorladung (III)

    Personalien:
    Gemma Ray stammt aus Essex, musiziert seit ihrem 14. Lebensjahr, versuchte es kurzzeitig als Azubi in einem Reisebüro mit dem bürgerlichen Leben, bevor sie sich dann vollkommen auf die Musik konzentrierte.

    Tathergang:
    Aufgrund einer mysteriösen Krankheit als Folge einer Blutvergiftung, verbrachte sie die Jahre 2005 und 2006 unter starkem Einfluss unterschiedlicher Medikamente größtenteils in Krankenhäusern. Im Anschluss daran entstand ihr düsteres Debüt „The Leader", das hier leider übersehen wurde.
    Auch den Nachfolger gibt es bereits seit einigen Monaten - es ist also dringend an der zeit der Dame eine Vorladung zu überstellen.
    Lights Out Zolter!" wurde erneut von Michael J. Sheedy produziert und größtenteils von Gemma Ray und ihm allein eingespielt. Ausnahmen stellen nur die Streicher-Arrangements, einige Schlagzeugspuren und das Duett mit Joe Gideon („1952") dar.

    Plädoyer:
    Im Vorprogramm von Maximilan Hecker hinterließ Gemma Ray bei mir folgende bleibende Eindrücke: Sixties-Affinität (sowohl in den Songs, als auch in Frisur und Kleid zu erkennen), schöne Frau (auf den Bildern von Olivers Konzerterlebnissen zu sehen), mit Blumenranken dekorierte Bühne und tätowierter Fuß (auf Olivers Fotos leider nicht zu sehen), Musik irgendwo zwischen PJ Harvey und Nancy Sinatra, in einen Quentin Tarantino oder Jim Jarmusch Film passend, immer mal wieder in Richtung Soul, Blues und Country abbiegend, aber ohne dabei in eine Sackgasse geratend.

    Zeugen:

    Dunkelgrauen Pop nannte ein Kritiker mal das, was Songwriterin Gemma Ray auf ihrem Debüt "The Leader" gemacht hatte. So unrecht hatte er nicht, und auch über dem Nachfolger "Lights out Zoltar!" hängen dunkle Wolken. Es ist jedoch eher der Geruch eines nahenden Sommergewitters, der Rays Songs anhaftet, als der eines Herbststurms. Warm und süffig ist ihre Melancholie; zusammengeschwitzt aus Folk und Blues klingt sie wie der Soundtrack für die Reise eines Cowboys, der unausweichlich in den Untergang reitet.
    (kulturnews.de)

    Toll verzerrte Gitarren finden sich trotzdem auf dem Album. Wenn diese wie in "Dig Me A River" in einen spannungsreichen Dialog mit der fragilen Stimme der Sängerin treten, dann macht das Spaß. Weitere Highlights: "Fist Of A Flower" und "No Water".

    Dass Gemma Ray zudem gerne mit Streichern und mehrspurigen Gesängen arbeitet, kommt der Dynamik zugute. Nach ihrem Debüt "The Leader" erkannte die britische Presse ihr gar ein wenig Nina Simone. Was dann doch etwas zu hoch gegriffen erscheint.

    In eine Retrowolke bleibt "Lights Out Zoltar!" aber dann sehr wohl gehüllt. Die eine oder andere Sixties-Scheibe dürfte sich bei Gemma Ray im Plattenschrank finden. Wenn nicht gar ältere Sachen, wie "1952" andeutet.
    (laut.de)


    Indizien und Beweismittel:





    „Dig A River" Video





    „I'd Rather Go Blind" Video (Etta James Cover)





    „Goody Hoo" Live Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Girls - Album

    Girls - Album
















    Die erste Vorladung (II)

    Personalien:
    Girls sind keine Mädchen, sondern zwei Jungs aus San Francisco: Christopher Owens und Chet „JR" White.

    Tathergang:
    Christopher Owens wuchs bei den Children of God auf, die sich in den 60er Jahren aus der Hippie-Bewegung heraus entwickelten. Aber von Flower-Power keine Spur, denn Musik, die ihren Ursprung außerhalb der Gruppe hatte, war verboten. Kein Wunder, dass Owens später alles von Queen bis Guns 'n' Roses aufsaugte und mit Hilfe von Freunden und Drogen zu musizieren begann.
    Nach einer auf 500 Kopien limitierten Single („Lust For Life"/ „Morning Light") entdeckte das Fantasytrashcan Label die Mädchen, äh Jungs und veröffentlichte 3 Singles und das Album „Album".

    Plädoyer:
    Wolltet ihr schon immer einmal hören, wie Elvis Costello Songs der Beach Boys interpretiert? Dann müsst ihr nicht länger warten, könnt euch „Album" von Girls anhören, denn genau so würde es klingen.
    Was bietet dieses bunte Pop-Potpourri noch? Derzeit angesagte Künstler der Gegenwart (MGMT) und Vergangenheit (My Bloody Valentine) werden zitiert, „Bell Bottomed Tear" von The Beautiful South wird uns als Eigenkomposition verkauft („Ghost Mouth") und mit „Big Bad Mean Motherfucker" gibt es eine stupide Rock 'n' Roll-Nummer, die aber glücklicherweise bereits nach 2 Minuten abgewürgt wird.
    Vielleicht sollte man direkt nach der japanischen Version des Albums suchen, denn diese hat einen Mehrwert von 4 Titeln („Solitude", „Oh Boy!", „Life In San Francisco" und „End Of The World").

    Zeugen:

    Man muss das alles nicht wissen, um die Girls mit größtem Genuss zu hören, schließlich ist Album ein Instant-Klassiker, der an die besten Platten erinnert, die zwischen 1977 und 1980, zur Hochzeit von Punk und New Wave, erschienen sind. Es finden sich darauf zwölf superduperwundervolle Indie-Pop- und Indie-Rock-Kracher, über deren Gefahren und Nebenwirkungen weder Arzt noch Apotheker oder Beipackzettel informieren. Es gibt nämlich keine, nur Glücksmomente sonder Zahl. Wenn man diese Songs als Pillen pressen könnte, man würde Millionen damit scheffeln.
    (now-on.at)



    Indizien und Beweismittel:





    „Lust For Life" Video





    „Morning Light" Video





    „Hellhole Ratrace" Video


    Ortstermine:
    08.03.10 Hamburg, Molotow
    13.03.10 Berlin, bang Bang Club
    14.03.10 Köln, Werkstatt

    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Biffy Clyro – Only revolutions

    Biffy Clyro – Only revolutions

    cover

    Obwohl mir das Biffy Clyros Vorgänger-Album “Puzzle” 2007 gut gefiel, hat es keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Somit muss das nunmehr fünfte Album der Schotten “Only revolutions” erneut antreten, die Welt und meine Aufmerksamkeit zu erobern.

     

    Noch offensichtlicher als auf dem Major-Debüt “Puzzle” wird der Erfolg angesteuert. Erneut produzierte Gggarth. Schon die Vorab-Singles “Mountains” und “That golden rule” landeten in den Top Ten der Heimatinsel.

     

    Die aktuelle Single ist “The captain”:

    Auf den ersten Alben der Band konnte man stellenweise Prog-Anleihen finden. Inzwischen wurden die Songs kürzer aber nicht zwangsläufig “schlanker”. Da werden auch mal einige Ideen “übereinandergelegt”. Entsprechend dicht sind die Songs.

     

    I talk to God as much

    as I talk to Satan

    ‘cause I want to hear both sides

    Die Zeilen stammen aus dem Song “God & Satan” und beschreiben m. E. das Extrakt des Albums: Die Songs schwanken ständig zwischen “flott” und “balladesk”. Erstere gefallen mir besser, aber das ist Geschmackssache. Trotz dieser Dualität ist “Only revolutions” eine runde Sache, die sich im “Durchschnitt” nach College-Rock anhört. Über die Langzeitwirkung werde ich noch berichten.

     

    Übringens: Workaholic Josh Homme durfte seine Gitarre für den Song “Bubbles” umhängen. Gibt es eigentlich aktuell Alben ohne seine Beteiligung?

     

    Die Bonus-DVD der “was-auch-immer” Edition liefert 45 Minuten “Behind the scenes”-Kram und ist entbehrlich. 

  • Emmy The Great - First Love

    Emmy The Great - First Love
















    Die erste Vorladung (I)

    Personalien:
    Emma-Lee Moss wurde 1984 in Hong Kong geboren, emigrierte im Alter von 12 Jahren zusammen mit ihren Eltern nach England und lebt heute in London.

    Tathergang:
    Nach einigen Singles landet Emma-Lee Moss, die sich als Künstlerin Emmy The Great nennt, 2007 bei Close Harbour. Hier veröffentlicht sie zwei Singles („We Almost Had A Baby", „First Love"), zwei EPs („Chriss Moss", Edward") und im Februar diesen Jahres ihr Soloalbum „First Love".
    Sie war bereits mit so bekannten Künstlern wie Tilly and the Wall und Martha Wainwright auf Tour und arbeitete mit Lightspeed Champion und Fatboy Slim (als Teil des Brighton Port Authority Projektes) zusammen.

    Plädoyer:
    Wer gerne das Album von Laura Marling hört oder auch zu Platten von Künstlerinnen greift, die dem Anti-Folk Umfeld zugerechnet werden (Regina Spektor, Joanna Newsom, Lavender Diamond), der sollte auch zu „First Love" von Emmy The Great greifen.
    Abwechslungsreich instumentierter Folk mit tagebuchartigen Texten, die mit popkulturellen Anspielungen nur so gespickt sind (24, Bob Dylan, Leonard Cohen, M.I.A., William Blake) und mehr oder minder gut versteckten musikalischen Referenzen: „Kyrie Eleision" in „Absentee", „Gloria in Excelsis" in „The Easter Parade" und Leonard Cohens „Hallelujah" in „First Love".
    Zu ihren Lieblingsalben zählt sie „Baby I'm Bored" von Evan Dando und das grüne Album von Weezer - so jemand kann keine schlechte Musik machen, oder?

    Zeugen:

    So anyhow, this is an undoubted Nine out of Ten album. If you want to know what a (comparable) Ten out of Ten debut might be, look to Patrick Wolf's Lycanthropy (2002) for its production genius and deranged polyvocality, but this stands up alongside the confessional folk-rock of Dar Williams' The Honesty Room (1993), or Belle & Sebastian's Tigermilk (1995). Can you imagine what her second or third album will be like, when she's the same age Leonard Cohen made his first record?
    (Drowned in Sound)


    Indizien und Beweismittel:





    „First Love" Video





    „We Almost Had A Baby" Video


    Urteile:
    Nun sind die werten Richter gefragt...
  • Weezer - Raditude

    Weezer - Raditude
















    10 Fakten über das neue Album von Weezer

    1. „Raditude" ist das siebte Album des amerikanischen Quartetts, das zu meiner Überraschung bereits seit 17 Jahren besteht.

    2. Der Titel stammt von Schauspieler Rainn Wilson (The Office, Six Feet Under) und setzt sich aus den Begriffen „rad" und „attitude" zusammen.

    3. Der Coverstar heißt Sidney, ist ein dreijähriger Mischling und Hauptdarsteller einer Fotoserie namens „Sidney likes to fly". Sein Herrchen Jason Neely fotografierte den sprunggewaltigen Hund, setzte die Fotos auf flickr.com, wo sie von Rivers Cuomo entdeckt wurden.
    Eigentlich ein schwer hässliches Cover. Betrachtet man aber die Innenseite des Covers und sieht die Band in klassischer Weezer-Manier in roten Trainingsanzügen vor grell-gelben Hintergrund aufgestellt, so ist man froh, dass „Raditude" nicht „Das gelbe Album" und Sidney doch Coverheld geworden ist.

    4. Im Gegensatz zum Vorgänger „Weezer", dem roten Album, ist Rivers Cuomo wieder alleiniger Sänger, auch wenn Patrick Wilson den Song „In the Mall" beisteuerte. Wilson griff während der Aufnahmen häufiger zur Gitarre, so dass dessen Posten hinter dem Schlagzeug für Sessionmusiker Josh Freese frei wurde.

    5. Rivers Cuomo suchte beim Songwriting erstmals Unterstützung und fand diese bei Tyson Ritter und Nick Wheeler von den All-American Rejects („Put Me Back Together") und dem Hip-Hop Produzenten Jermaine Dupri, der den Text für „Let It All Hang Out" lieferte.

    6. An „Raditude" legten so unterschiedliche Produzenten wie Dr. Luke (Pink, Britney Spears, Avril Lavigne), Jacknife Lee (Bloc Party, Snow Patrol, Editors, R.E.M.) und Polow da Don (50 Cent, Kelis, Pussycat Dolls) Hand an.

    7. Als erste Single wurde „(If You're Wondering If I Want You To) I Want You To" ausgewählt. Im Video ist die 24jährige amerikanische Schauspielerin Odette Yustman (Cloverfield, Transformers) zu sehen.
    Regisseur war Marc Webb, der auch schon für Green Day und Regina Spektor tätig war, und dessen Filmdebüt derzeit im Kino zu sehen ist: (500) Days Of Summer.





    „(If You're Wondering If I Want You To) I Want You To" Video


    8. Was ist mit den Charts los? „Raditude" erreichte in Deutschland nur Rang 94, in England Platz 80. Mit Abstand die schlechtesten Platzierungen für ein Weezer Album bisher. Nur in ihrem Heimatland reichte es für die Top Ten (#7).

    Auch die Kritiken sind bestenfalls „durchwachsen" zu nennen:

    Nur eineinhalb Jahre nach dem durchwachsenen „roten Album" kommt Raditude, das nach dem Prinzip „Ist der Ruf erst ruiniert..." aufgenommen wurde. „Wenn ihr uns schon blöd wollt", scheint sich Cuomo gedacht zu haben, „dann bekommt ihr uns jetzt richtig blöd." Das Resultat: Eine Liste mit Songtiteln wie „I'm Your Daddy", „The Girl Got Hot", „Let It All Hang Out" oder „Can't Stop Partying". Der letzte Song klingt wie eine Weezer-Parodie des Disco-Sounds von Lady Gaga und bringt einen Gastauftritt von Lil' Wayne. Die Texte spiegeln das „harte" College-Leben von jungen Erwachsenen der oberen US-Mittelschicht wider, die Melodien sind einfach gestrickt, aber teilweise verdammt eingängig. Raditude ist Pop-Art, die sich extra nicht anstrengt und, im richtigen Moment gehört, enorm gute Laune macht. Nur, bitte: Trinken Sie nicht zuviel davon!
    (now-on.at)


    "The girl got hot" und "Tripping down the freeway" sind von selben Jahrgang Powerpop, der auch die letzten Alben von The All-American Rejects oder Fall Out Boy kaum im Wert gesteigert hätte. Die Refrains sind reine Formsache, der Sitar-Einsatz in "Love is the answer" im Vergleich zur Rachel-Haden-Einwechslung auf der letzten Ozma-Platte der klare Verlierer. Vor allem in "Can't stop partying" schieben Weezer eine üble Nummer rund um Filmriss, Beats und Dosenbier, die selbst bei einer WG-Sause von Bloodhound Gang, Paris Hilton und Jackie Treehorn maximal backstage gelaufen wäre. Wer auch immer hier zuließ, dass sich Cuomo vor seinem Treffen mit Lil Wayne genug Mut angesoffen hat, um das durchzuziehen, soll sich bitte gar nicht erst bei uns melden. Für den Scheiß sind nämlich auch wir zu alt. "The girl got hot" und "Tripping down the freeway" sind von selben Jahrgang Powerpop, der auch die letzten Alben von The All-American Rejects oder Fall Out Boy kaum im Wert gesteigert hätte. Die Refrains sind reine Formsache, der Sitar-Einsatz in "Love is the answer" im Vergleich zur Rachel-Haden-Einwechslung auf der letzten Ozma-Platte der klare Verlierer. Vor allem in "Can't stop partying" schieben Weezer eine üble Nummer rund um Filmriss, Beats und Dosenbier, die selbst bei einer WG-Sause von Bloodhound Gang, Paris Hilton und Jackie Treehorn maximal backstage gelaufen wäre. Wer auch immer hier zuließ, dass sich Cuomo vor seinem Treffen mit Lil Wayne genug Mut angesoffen hat, um das durchzuziehen, soll sich bitte gar nicht erst bei uns melden. Für den Scheiß sind nämlich auch wir zu alt.
    (plattentests.de)


    9. Das Album beinhaltet 10 Titel (ca. 33 Minuten), kommt aber in der Deluxe Edition mit 4 weiteren Songs auf einem separaten Silberling daher.
    Es existieren aber noch weitere Bonus-Titel, die man an den entsprechenden Stellen suchen muss: Turn Me Round", „I Woke Up In Love This Morning", „The Story Of My Live" und vermutlich noch so einige mehr. Gut, dass im nächsten Jahr ein B-Seiten Album von Weezer erscheinen soll.

    10. Noch mehr Zukünftiges: Weezer werden gemeinsam mit den Muppets den Song „Rainbow Connection" aufnehmen. Ein entsprechendes Album steht für 2010 an.
    Aber nur, wenn sich die Band aus ihren warmen und bequemen Snuggies lösen kann.



  • Dashboard Confessional - Alter The Ending

    Dashboard Confessional - Alter The Ending
















    Wer mit den letzten (schwachen) Alben von Dahboard Confessional nicht zufrieden war, wird vermutlich auch mit „Alter The Ending" nicht glücklich werden.
    Wer sich nach den Zeiten von „The Swiss Army Romance" (2000) und „The Places You Have Come To Fear The Most" (2001) zurücksehnt, lieber nach „MTV Unplugged" greift, als aktuellere Veröffentlichungen aus dem Plattenschrank zu ziehen, sollte es zumindest mit der limitierten Version von „Alter The Ending" versuchen, denn ihr liegt ein zweiter Rohling bei, der alle Songs in akustischen Versionen bereit hält.


    Over the past decade, Chris Carrabba has turned his penchant for angsty soul-baring into a career, a quasi-religious practice and a genre. The emo godfather's sixth album proves he's also gotten better in that span. Ending is a return to full-bore rock after the mellow Shade of Poison Trees (2007), and songs like the raucous "New Morning" ooze craft. The surprise is the mood of uplift, songs that see good fortune looming. A hopeful emo album - alter the ending, indeed.
    (Rolling Stone)



    Kein wirkliches Video von der ersten Single „Belle Of The Boulevard", aber zumindest die Möglichkeit zum Reinhören:





    Und so (oder so ähnlich) hört sich „Belle Of the Boulevard" dann auf der Bonus-CD an:





    On the band's latest album, Carrabba plays it both ways. Produced by power-pop whiz Butch Walker and Fountains of Wayne's Adam Schlesinger, Alter the Ending contains no shortage of high-gloss thrills: In "Blame It on the Changes," tolling church bells underscore the regretful lyric, while the jangly "I Know About You" might be the best song the Gin Blossoms never recorded; later, "The Motions" opens with a synth trill straight out of "Stacy's Mom."

    Yet there are also plenty of folky, intimate moments here, such as "Hell on the Throat" and "Even Now," the latter of which openly echoes Dashboard's signature tune, "Screaming Infidelities." (Carrabba even revisits the intoxicating smell of laundry.) Which Chris represents the real deal? He's still not sure himself.
    (spin.com)
  • Kent - Röd

    Kent - Röd
















    Das ist mir dann doch zu teuer: So sehr ich die schwedische Band Kent auch schätze, rund 90 Euro für die limitierte Version von „Röd" muss ich nicht ausgeben. Ich verpasse eine schlichte Verpackung, ein opulentes Buch (118 Seiten), CD, USB-Stick und 3fach Vinyl.

    Röd" überrascht zunächst, denn anstatt der gewohnten Klänge gibt es zunächst Kirchenglocken und zu pastoralen Orgelklängen einen gemischten Chor zu hören, doch nahezu fließend ist der Übergang in „Taxmannen", das einige Minuten später in „Krossa Allt" gleitet, an das sich das großartige „Hjärta" fließend anschließt. Bereits hier ist auffallend, dass Kent mehr als jemals zuvor auf stampfende elektronische Beats und Synthie-Sounds setzen. Da war der Vorgänger „Tillbaka Till Samtiden" (2007) nichts dagegen!
    Ich weiß nicht, ob Kent in die schwedischen Großraumdiskos (wenn es denn dort so etwas gibt) Einzug halten wollen ("Ensamheten" zitiert frech den Beat von "Two Tribes") oder als größte schwedische Band den Weg von U2 (über „Zooropa" hin zu „Pop") nachvollziehen möchten, der Erfolg in Deutschland wird schon aufgrund der Sprache ein kleiner sein. Auch wenn die Kritiken, die ich bisher gelesen habe, eher bescheiden waren: Mir gefällt das Album und wenn am Ende „Det Finns Inga Ord" erklingt, werden Erinnerungen an ihr bisher bestes Album „Isola" und das abschließende „747" geweckt. Perfekt wäre es gewesen, wenn sie die Laufzeit des Songs noch um wenige Sekunden auf 7:47 Minuten (wie auch schon bei „Whistle Song" auf „Hagnesta Hill" geschehen) verlängert hätten.


    Das Prinzip der Songs ist eindeutig: In den Strophen eskalieren, im Refrain sanieren. Zunächst muss man aber am eigenen Leib erfahren, dass Rot nicht nur die Farbe der Liebe, sondern auch die Farbe der Hiebe ist: "Vals för satan (Din vän pessimisten)" stampft einen Beat ins Trommelfell, mit dem normalerweise Filmrisse besoundtrackt werden, in "Krossa allt" und "Idioter" klingt Schwedens erfolgreichste Band dann auch noch wie The Rasmus für Erwachsene. Und dann scheint es wieder so, als müsste Frontmann Joakim Berg sich erst durch die etwas zähen Strophen arbeiten, um im Refrain zum Befreiungsschlag ausholen zu können - wie in "Hjärta". Ansonsten setzen Kent sehr gerne auf die hypnotische Wirkung des Repetitiven, "Svarta linjer" umkreist immer wieder ein und dasselbe Motiv. Ganz am Schluss, wenn man schon nicht mehr damit rechnet, läuft "Röd" jedoch zur Hochform auf: Das großartige "Det finns inga ord" erreicht die Klasse, die man zuletzt auf "Hagnesta Hill" gehört hat. Und jetzt machen wir uns zum Finale auch mal die Mühe zu übersetzen: Es gibt keine Worte.
    (plattentests.de)





    „Töntarna" Video


    Da Kent sicherlich nicht nach Deutschland kommen werden: Hat irgendjemand Interesse mit nach Stockholm (Ende Februar) oder Göteborg (Ende März) zu fahren? Wäre jeweils an einem Wochenende... Norwegen wäre auch im Angebot...





    „Svarta Linjer" (TV-Auftritt) Video
  • Susanna And The Magical Orchestra - 3

    Susanna And The Magical Orchestra - 3

    cover

    Erstmals kamen mir Susanna And The Magical Orchestra unter, als deren AC/DC-Coverversion “It’s a long way to the top” das Fury-Abschiedskonzert eröffnete. Anscheinend wurden auch schon zwei ihrer Songs für “Grey's Anatomy” missbraucht.

     

    Nicht überraschend, handelt es sich bei “3” um das dritte Album der Band aus Norwegen. Das erste Album “List of lights and buoys” fiel vor allem wegen “Jolene” (im Original von Dolly Parton) auf und so wurde der Nachfolger “Melody mountain” eine Sammlung von Cover-Versionen. Mit “3” gewannen nun wieder die Eigenkompositionen die Oberhand. Und daher kann man sich auch auf die tatsächlichen Stärken der beiden Musiker konzentrieren, anstatt sich nur über unterhaltsame Cover-Versionen zu freuen: Susanna Karolina Wallumrøds Stimme ist klar wie ein Bach, der sich seinen Weg in einen Fjord bahnt. Morten Qvenild liefert dafür den Unterbau. Dieser ist meist so sparsam wie die norwegische Regierung mit den Geldern aus dem Verkauf der Ölreserven des Landes. Manchmal benötigt Susanna nur ein flaches Flussbett, welches der Stimme den notwendigen Raum verschafft und manchmal sind da eben auch die Hindernisse und “Durchflussverengungen” (“Stromschnellen” wäre übertrieben), welche Spannung und Abwechslung ins Spiel bringen. Das Ergebnis schwankt zwischen Nina Persson, Tori Amos, Kate Bush und Bat For Lashes.

     

    “3” entführt den Hörer stellenweise in die Schwerelosigkeit. Mit etwas mehr Selbstbewusstsein könnte die Band durchaus komplett fesselnde Alben produzieren und eine angemessene Hörerschaft gewinnen. Ich drücke die Daumen.

     

    Mein Lieblingssong auf “3” ist “Palpatine’s dream”:

  • The Mary Onettes - Islands

    The Mary Onettes - Islands
















    Labrador Records hat dieses Jahr noch nicht viele relevante Alben veröffentlicht (Gegenargumente werden dankend entgegen genommen), da trifft es sich gut, dass sie noch eines ihrer besten Pferde ins Rennen schicken können: The Mary Onettes haben bisher 3 EPs und 1 Longplayer veröffentlicht, voll an 80er-Jahre-Gitarrenpop mit einer leichten Priese New Wave und Gothic Rock.
    Dabei stehen sie auf "Islands" a-ha deutlich näher als The Cure oder The Jesus & Mary Chain, setzten mehr auf Synthies als auf Gitarren: „Dare" und „Century" könnte einem der ersten Alben der drei Norweger entstammen, „Once I Was Pretty" baut Streicher dezent ein und „The Disappearance Of Youth" setzt auf einen Kinderchor. Single-Kandidaten gibt es einige, wenn auch nicht in der Qualität von "Lost" oder "Void".


    Auf "Islands" wartet die Formation mit einem deutlich von den glorreichen Achtzigern inspirierten, melancholisch träumerischen Indie-Pop auf. Während Bands wie Interpol oder White Lies kräftig auf die Rock-Karte setzen, bestimmen bei The Mary Onettes zarte Streicher- und Synthie-Klänge, elegische Vocals und verspielte Gitarrenlinien das musikalische Geschehen. In Kombination mit persönlich gehaltenen Lyrics über die Vergänglichkeit des Seins zelebrieren die vier Schweden berührenden Indiepop fernab jeglicher hektischer Aufgeregtheit, zeitgenössischer Moden oder Trends.
    (darkerradio.com)






    „Puzzles" Video


    Das Quartett aus Jönköping ist diese Woche in Deutschland unterwegs. Wir gehen hin und werden berichten...

    18.11.09 Berlin, bang Bang Club
    19.11.09 Bielefeld, Bunker Ulmenwall
    20.11.09 Regensburg, Gloria
    21.11.09 Hamburg, Silber
  • The Fine Arts Showcase - Dolophine Smile

    The Fine Arts Showcase - Dolophine Smile
















    Normalerweise werden Alben schwedischer Künstler hier und bei mir persönlich sehr hoch gehandelt. Betrachtet man sich aber die 23 Alben aus Schweden, die dieses Jahr vorgestellt wurden, so ragen nur wenige über das Mittelmaß hinaus: Loney, Dear (natürlich), Lacrosse, The Legends, Jeniferever und - wenn ich den anderen Kritikern glauben darf - Fever Ray.
    Aber gut, dass das Jahr noch nicht zu Ende ist, denn hier kommen drei schwedische Platten in Folge, die ebenfalls in die obige Aufzählung gehören und sich vielleicht nach der Endabrechnung in unseren Top 20 wiederfinden könnten.

    „Dolophine Smile" ist bereits das vierte Album der Band aus Malmö. Um den Singer/Songwriter Gustaf Kjellvander (Gesang, Gitarre, Mellotron) scharen sich Dan Englund (Gitarre, Piano, Keyboards), Joachim Leksell (Bass, Gesang) und Fabian Ris Lundblad (Schlagzeug).

    Auf „Dolophine Smile" geht es düsterer und melancholischer zu als auf dem Vorgänger „Radiola", das belegt gleich zu Beginn der sechsminütige Opener „Friday On My Knees" mit seinem ausgiebigen, an „The Loyal" (Tiger Lou) gemahnenden Instrumentalteil, der auf einen hypnotischen Basslauf und polternde Drums aufbaut. Grund für diese sinistere Stimmung dürfte die Trennung Gustafs von seiner Freundin Hanna sein, die ihn auch von London zurück nach Malmö führte.
    Sein tiefer Bariton und rockigere als die bislang von The Fine Arts Showcase gehörten Töne („Lovesick", „Looking For Your Love") dürften auch Vergleiche zu Interpol aufkommen lassen.
    Auch Kjellvanders Begeisterung für den Westküsten-Pop der 60er Jahre scheint immer wieder durch, so zum Beispiel bei „The Teenage Order", das durchaus auch von The Byrds oder Teenage Fanclub stammen könnte.

    Auch wenn die Kollegen von Crazewire nicht begeistert sind und aus dem Albumtitel „Dolophine Smile" (Dolophine ist ein Opiat, das zu den Methadonen zu zählen ist) das Lächeln des Delphins machen, soll hier ihre Kritik zitiert werden:

    Dabei machen Songs wie „Friday On My Knees" oder „The Teenage Order" eine durchaus souveräne Figur und schaffen es schnell zu packen. Diese Herren sind hoffnungslose Romantiker und sie machen keinen Hehl daraus. Teilweise arg opulenten Nummern wie „Lovesick" künden davon und auch die sehr getragene, instrumentale Piano-Ballade „Blue Perfume" versucht auf die großformatige Tränendrüse zu drücken. Nachdem ferner in „I'm Sorry" dann A-ha nicht weit sind, freut man sich um so mehr, dass man anschließend beim eingängigen „London, My Town" endlich wieder an Morrissey denken darf.

    The Fine Arts Showcase erfinden mit „Dolphine Smile" ganz sicher keine Richtung neu. Dennoch steckt in manchen Lieder einiges mehr an Tiefe, als man zunächst auf den ersten Blick vermuten mag. Wenn der Pop richtig dosiert ist, schmeckt er besser als Vanille-Pudding und so wünscht man Kjellvander und Konsorten für die Zukunft mehr große Momente. Im Augenblick reicht es leider nur zum ausbaufähigen Mittelmaß.
    (crazewire.de)






    „The Teenage Order" Live Video





    „London, My Town" Live Video


    Bitte auch nach Frankfurt oder Köln kommen!

    30.01.10 Münster, Gleis 22
    04.02.10 Hamburg, Molotow
    05.02.10 Dresden, BeatPol
    06.02.10 Berlin, Bang Bang Club
  • Brett Anderson - Slow Attack

    Brett Anderson - Slow Attack
















    10 Fakten über das neue Album von Brett Anderson:

    1. Nach seiner Zeit bei Suede und dem kurzzeitigen Intermezzo mit The Tears ist die Zeit für Brett Andersons drittes Soloalbum angebrochen: „Slow Attack".

    2. „Slow Attack" bietet 11 Songs in einer dreiviertel Stunde und erschien am 02. November.

    3. Mit Leo Abrahams hat Brett Anderson einen neuen musikalischen Partner an seiner Seite.


    Anderson ignored this advice, and on Slow Attack he continues to pursue a more pastoral sound. All credit to him: he's nailed it. By bringing in a richer, more varied backing, dialling back on the rock-star vocal tics, working a little harder on the lyrics and, crucially, by teaming up with the guitarist Leo Abrahams (probably Anderson's best collaborator since Bernard Butler left Suede), he has found his new niche. With Wheatfields, Pretty Widows, Ashes of Us and The Swans, he's writing his best songs in more than a decade.
    (The Times)


    4. Bis auf die Songs „Wheatfields" und „Leave Me Sleeping" sind alle weiteren auf „Slow Attack" Ergebnisse dieser Zusammenarbeit.

    5. Von „Attack" keine Spur, wird „Slow"groß geschrieben: ausschließlich ruhige Songs, inspiriert von Filmmusik, Mark Hollis (Talk Talk) und mit großem Orchester-Sound:


    this is by far his best solo effort, the collaboration with producer/arranger Leo Abrahams prompting Anderson's most interesting output since his alliance with Bernard Butler. Abrahams has created a chamber-folk palette, similar to that employed by Sting on his Christmas album, using piano, cello, hurdy-gurdy and plenty of reedy woodwind to conjure up Anderson's bucolic imagery. It's not entirely successful, but discreet touches such as the thumb-piano-like marxophone in "Ashes Of Us" and the keening, discordant angularity of the reeds in "The Hunter" help Anderson map out his most promising new direction in over a decade.
    (The Independent)



    6. „The Hunted" ist die erste Single, die es jedoch, genau wie bei „A Different Place" aus dem Album „Wilderness" (2008), nur als digitalen Download geben wird. Dafür aber mit dem Bonus-Song „With You Within You".





    „The Hunted" Video


    7. Das Albumcover entstand in Zusammenarbeit von Brett Anderson mit dem Fotografen Paul Khera.

    8. Erneut präsentierte er seine neuen Songs zuerst als schlichte Rehearsals über You Tube:





    „Frozen Roads" Video





    „Ashes Of Us" Video


    9. Eine traurige Nachricht für alle Suede-Fans: Auf seinen zukünftigen Konzerten wird Brett Anderson auf die Songs seiner ehemaligen Band vollkommen verzichten:
    "This is my third solo album and I think it's time to move away from that... I still love those songs, they mean a lot to me, but I need some space from them."

    10. Ohne Suede Songs auf deutschen Bühnen:

    25.01.10 Köln, Luxor
    26.01.10 Hamburg, Knust
    01.02.10 Berlin, Lido
    02.02.10 München, Atomic Café
  • Julian Casablancas - Phrazes For The Young

    Julian Casablancas - Phrazes For The Young
















    10 Fakten über das neue Album von Julian Casablancas:

    1. Der Sänger und Haupt-Songwriter von The Strokes, veröffentlicht sein erstes Soloalbum nicht wie Paul Banks von Interpol unter einem Pseudonym (Julian Plenti), sondern unter seinem wirklichen Namen.

    2. Nach den beiden Soloalben von Alber Hammond Jr., sowie Nickel Eye und Little Joy, den Projekten von Nikolai Fraiture und Fabrizio Moretti, gibt es nun bereits den vierten Ableger der Strokes. Steht also nur noch der Alleingang von Nick Valensi aus. Oder ein neues Strokes-Album...

    3. „Phrazes For The Young" wir über Rough Trade bzw. Cult Records/RCA vertrieben, und beinhaltet nur 8 Songs (knapp 40 Minuten). Julian Casablancas steht hier Rede und Antwort:





    4. Weitere Titel gibt es exlusiv als iTunes Bonus Track: „Old Hollywood", „30 Minute Boyfriend" und „I Wish It Was Christmas Today".

    5. Der Albumtitel ist eine Anlehnung an „Phrases and Philosophies for the Young" von Oscar Wilde.

    6. „Phrazes For The Young" wurde in Los Angeles, Nebraska und New York unter Mithilfe der Produzenten Jason Ladder und Mike Mogis (Bright Eyes) aufgenommen.

    7. „11th Dimension" war Mitte September in der Zane Low Show (Radio 1) der erste Vorgeschmack aus dem Album und wurde auch die erste Single:





    „11th Dimension" Video


    8. Auch hier gibt es natürlich ein Deluxe Set, inklusive B-Seiten, Home Recordings, Vinyl-Version, DVD, Poster, Storybook, signiert und verpackt in einer besonderen Box.

    9. Der Erfolg ist hinsichtlich der Chart-Positionen recht beschaulich: Platz 46 in England und Platz 35 in USA.


    As this lovely album reminds you, the Strokes were only ever as good as (and bearable because of) the songs. Phrazes finds a newly sober and apparently chastened Casablancas fizzing with the things, chucking out a succession of insouciant gems as if his muse had never been away. With his wonderfully lugubrious vocals and delicious, born-tunesmith melodies to the fore, songs such as Out of the Blue and 11th Dimension teem with analogue/electro sunlight and shade, while Ludlow Street laments a lost New York with a stuttering country waltz. As an advert for further Strokes albums, Phrazes is scarcely enticing; as a showcase for their singer's innate, almost casual gift for pop songwriting, this album is a stunner. More, please.
    (The Times)


    10. Zusammen mit The Sick Six wird Casablancas auf Europatournee gehen. Der einzige Deutschlandauftritt wird in Berlin (03.12.09) stattfinden.





    „River Of Breaklights" Video


    It may not have the sugar rush immediacy of the Strokes, and at times it's downright indulgent, but Phrazes for the Young shows that Casablancas has more than enough ideas for several albums on his own and with his band -- and perhaps most importantly, he sounds more enthused about making music on it than he has since Is This It.
    (allmusic.com)
  • Tegan And Sara - Sainthood

    Tegan And Sara - Sainthood
















    10 Fakten über das neue Album von Tegan And Sara:

    1. Tegan And Sara sind die aus Calgary, Alberta (Kanada) stammenden Zwillinge Tegan Rain Quin und Sara Keirsten Quin. Tegan ist 8 Minuten älter als Sara.

    2. „Sainthood" ist ihr sechstes Album (13 Titel, 36:55 Minuten), das am 27. Oktober veröffentlicht wurde.

    3. An den Reglern saßen alte Bekannte: Howard Redekopp (The Organ, You Say Partie! We Say Die!, The New Pornographers), der bereits zweimal mit an Bord war, und, wie bereits beim Vorgänger „The Con" (2007), Chris Walla von Death Cab For Cutie. Den abschließenden Mix übernahm Dave Sardy (Oasis, Supergrass, Hot Hot Heat).

    4. „Sainthood" erreichte in Kanada Platz 4 der Charts, in den USA reichte es zu Platz 21.

    5. Erste Single ist der Song „Hell":




    „Hell" Video


    6. „Sainthood" wird von „On, In, At", einem dreiteiligen Buchset begleitet:





    7. Tegan And Sara wurden beim Songwriting von Hunter Burgan (AFI) bei 3 Titeln („Don't Rush", „Hell" und „The Cure") unterstützt.

    8. Der Titelsong ist auch der erste Song, den die beiden jemals zusammen geschrieben haben. Den Titel haben sie "Came So Far For Beauty" von Leonard Cohen entliehen (I practiced all my sainthood / I gave to one and all / But the rumours of my virtue / They moved her not at all).

    9. Die aktuellste Kollaboration zwischen den beiden Schwestern und anderen Musikern stellt „Feel It In My Bones" mit DJ Tiësto dar, für dessen Album „Kaleidoscope" auch Kele Okereke, Jónsi (Sigur Rós), Nelly Furtado und Emily Haines hinters Mikrofon traten.


    This Canadian sister duo's music has always been marked by introspection and darkness. But Tegan & Sara's sixth album brightens things up markedly. This is a set of power pop with hooky choruses and chiming harmonies to go along with splashes of synths mixed in for throwback '80s flavor (especially "Red Belt''). It makes for a 40-minute blast of smart songcraft. (...)
    Some older fans might think that the production by Death Cab for Cutie's Chris Walla should be grittier, but that would betray the tenor of the songs.
    (The Boston Globe)


    10. Tegan And Sara stellen ihre neuen Songs auch live in Deutschland vor:

    25.11.09 Hamburg, Grünspan
    26.11.09 Berlin, Astra
    27.11.09 München, Theaterfabrik
    28.11.09 Köln, E-Werk
  • The Flaming Lips - Embryonic

    The Flaming Lips - Embryonic
















    10 Fakten über das neue Album von The Flaming Lips:

    1. Das Jahr 2009 begann gut für The Flaming Lips: Im März wurde „Do You Realize??" zum offiziellen Rock Song ihrer Heimatstadt Oklahoma gewählt.

    2. „Embryonic" ist das zwölfte Studioalbum der Band und wurde am 13. Oktober veröffentlicht. Es ist das erste Doppelalbum der Band, beinhaltet 18 Titel mit einer Spielzeit von über 70 Minuten und wurde von Scott Booker, Dave Fridmann und den Flaming Lips selbst produziert.

    3. In der limitierten Fassung erscheint das Album dann als Doppel-CD mit zusätzlicher DVD, fellummanteltem, buchartigem, 24seitigem Booklet und einer Lithographie des Covers.

    4. Auch Vinyl-Fans können sich freuen: neben der normalen Version gibt es das Album auch in farbigem Vinyl (transparentes Gelb bzw. Blau) mit zusätzlicher Bonus-CD.

    Andere, die die Flaming Lips besonders aufgrund der poppigen Stücke auf den Platten „Yoshimi battles the Pink Robots" und „At War with the Mystics" schätzen lernten, werden mit dem durchaus schwierigen neuen Album „Embryonic" erst einmal wenig anfangen können. Denn dieses ist ein siebzig Minuten langer und schwer verdaulicher Brocken, der konsequent jede Leichtigkeit negiert. Also kaum einen echten Popsong beinhaltet. „Embryonic" ist eine Mischung aus Velvet Underground, Pink Floyd und Krautrock, irgendwie so etwas in der Art. Kann aber auch ganz anders sein.

    Man muss diese Platte öfter hören als nur einmal. Dann entfalten Stücke wie „Convinced of the Hex", „The Sparrow looks up a the Machine" und „Watching the Planets" einen Sog, dem man sich schwer entziehen kann. Früher haben sich die Flaming Lips Hasenkostüme angezogen, mit künstlichem Blut hantiert und Konfetti geworfen. Süß schmeckte dieser Kitsch, ihre Songs blubberten und waren der perfekte iPod-Soundtrack für Alices Ausflüge im Wunderland. Anno 2009 rutscht ihnen ein verzaubertes-verzauberndes Stück wie „I can be a Frog" nur noch ausnahmsweise heraus. Ganz reizend übrigens die Geräusche, mit denen Yeah-Yeah-Yeahs-Sängerin Karen O diesen tollen Song bereichert.
    (abendblatt.de)


    5. Fast kein Album ohne Bonustracks - diesmal über Amazon und iTunes: „UFOs Over Baghdad", „What Does It Mean?", „Just Above Love" und „Anything You Say Now, I Belive You".

    6. In den USA erzielten sie mit Platz 8 ihre bisher beste Chartplatzierung.

    7. Gäste gibt es auf „Embryonic" ebenfalls zu finden: Der deutsche Mathematiker Dr. Thorsten Wörmann ist auf „Gemini Syringes" zu hören und MGMT liefern einen Beitrag zu „Worm Mouth" ab.

    8. Karen O von den Yeah Yeah Yeahs verdient eine eigene Erwähnung, denn sie steuert gleich 3 Beiträge bei (auf „I Can Be A Frog",„Gemini Syringes" und „Watching The Planets"), die von Wayne Coyne per Telefon aufgezeichnet wurden.





    „I Can Be A Frog" Video


    9. Auch das nächste Album ist schon geplant: Zusammen mit Henry Rollins, Peaches u.a. spielen The Flaming Lips den Klassiker „The Dark Side Of The Moon" komplett neu ein. Veröffentlicht wird es exklusiv über iTunes.

    10. The Flaming Lips sind immer wieder für überraschende Coverversionen gut: Dieses Jahr erschien auf dem Album „Covered: A Revolution In Sound" ihre Version von Madonnas „Borderline":





  • Robbie Williams - Reality Killed The Video Star

    Robbie Williams - Reality Killed The Video Star

















    10 Fakten über das neue Album von Robbie Williams:

    1. „Reality Killed The Video Star" ist das achte Studioalbum von Robbie Williams und es würde mich sehr wundern, wenn trotz sinkender Verkaufszahlen mehr Einheiten abgesetzt werden als vom Vorgänger/Ladenhüter „Rudebox" (4,5 Mil.).

    2. Produziert wurde das Album von Trevor Horn (Frankie Goes To Hollywood, Yes) und soll laut Robbie aus diesem Grund so klingen: "buzzing, it sounds big. Very, very big".
    Von Bescheidenheit mal wieder keine Spur ("My album's a killer: old Robbie, new Robbie and a Robbie that neither of us have met...") und es wird viel versprochen:
    "I want people to feel elated, I want them to dance, I want them to forget about who they are and where they are for 50 minutes - and, within those 50 minutes of forgetting who they are, I also hope people relate to the songs. This is a record that I'm very proud of - I think it's fucking brilliant. I want it to be the record that, if people think of Robbie Williams, they go, Yeah, Reality Killed The Video Star."


    3. Der Albumtitel ist eine Anspielung auf „Video Killed The Radio Star", der bekanntesten Single von The Buggles, Trevor Horns ehemaliger Band.

    4. Ursprünglich sollte das Album „Il Protagonista" heißen, die Plattenfirma hielt diesen Titel aber für unpassend.

    Die musikalische Bandbreite, mit der Williams sich diesmal präsentiert, gestaltet das Hörerlebnis äußerst abwechslungsreich. Den Pfad des Pop verlässt der Mainstream-Künstler in dem mit Streichern übersäten Album natürlich trotzdem nicht. Im Nummer-eins-Hit „Bodies" klingen die Strophen nach Madchester-Rave-Gott Ian Brown, der Refrain schön eingängig. Mit der zweiten Single „You Know Me", die am 4. Dezember erscheinen wird, lädt Robbie uns zum Tanztee ein. Gemacht ist das Stück wie eine 50er-Jahre-Schnulze: Shubabab-Chöre, Trompeten und Herzschmerz inklusive. Für einen amüsanten Aha-Moment sorgt „Do You Mind": Das Stück beginnt mit einem Hardrock-Riff à la AC/DC. Vor unserem geistigen Auge sehen wir Williams dazu bei Live-Shows seine Faxen machen.

    Sowieso wird die Musikgeschichte von Produzentenlegende Horn durchweg ordentlich geplündert: „Starstruck" offeriert engelsgleiche Gesänge zur Einstimmung. Dann erinnert das Stück stark an George Michaels „Fast Love" und mündet in einen galaktischen Refrain.„I talk to the devil but I have a deal with god", spielt der geläuterte Williams auf seinen einst so hedonistischen Lifestyle an. Mit House-Rhythmen bei „Difficult For Weirdos" entführt er uns schließlich in den Club. Es ist seine längst überfällige Hommage an alle schrägen Typen und die Gay-Kultur.

    Als Einheit hört sich das Album großartig an, und es macht viel Spaß, Williams derzeitigen Seelenzustandsbeschreibungen zuzuhören. Doch Singles von der Güte eines Hits wie „Angels" gibt es auch diesmal nicht.
    (focus.de)


    5. Die Gerüchte, dass Guy Chambers und Mark Ronson zusammen mit Williams an Songs arbeiten würden, konnten nicht wirklich bestätigt werden. Allein „Blashpemy" führt Chambers als Ko-Autor mit auf. Von Stephen Duffy (The Lilac Time) keine Spur mehr, dafür 13 (!) weitere Autoren.

    6. Guy Chambers arbeitete auch am neuen Album von Tokio Hotel mit. Der Mann ist sich wohl für nichts zu schade.

    7. Nur die schwachen Singles von Robbie Williams schaffen es in Deutschland auf Platz 1. Beweise? „Tripping", „Rudebox" und „Bodies".
    Die zweite Single-Auskopplung wird „You Know Me" sein und am 05.12. erscheinen.





    „Bodies" Video


    8. Zur Promotion gab Robbie Williams ein Konzert in London, das in 200 Kinos (davon 37 in Deutschland) in 200 Ländern übertragen wurde. Ich kenne niemanden, der es gesehen hat, und habe auch keinerlei Berichte über diese ungewöhnliche Aktion gesehen.

    9. Das kann man vom Konzert in Berlin am 23. Oktober nicht behaupten. Viel Tamtam um fast nichts, denn Robbie spielte gerade einmal 7 Songs, darunter „Feel", „Come Undone" und „Angels".

    10. „Reality Killed The Video Star" wird wohl sein letztes Album für EMI sein, dauert 50 Minuten und beinhaltet mit „Arizona" einen weiteren Song, den es jedoch nur als Download gibt.
  • Monsters Of Folk - Monsters Of Folk

    Monsters Of Folk - Monsters Of Folk
















    Und schon wieder eine neue Platte von und mit Conor Oberst! Langsam aber sicher drängt sich mir der Eindruck auf, dass das Verhältnis zwischen Qualität und Quantität seines Outputs nicht mehr stimmt. Nach dem Soloalbum und der Platte mit der Mystic Valley Band steht er nun mit einer wahren Supergroup im Rampenlicht: Jim James (My Morning Jacket), Mike Mogis (Bright Eyes) und M. Ward vervollständigen (im Uhrzeigersinn) das Quartett. Monsters Of Folk sind also eine Art Crosby, Stills, Nash and Young unserer Tage.

    Das soulige „Dear God (Sincerely M.O.F.)" lässt zunächst denken, dass man das falsche Album aufgelegt hat, erinnern die schleppenden Trip-Hop-Beats doch eher an Massive Attack, doch ab dem zweiten Song geht es stark in Richting vorhersehbarer Rock („Say Please", „Whole Lotta Losin'", „Losin Yo Head"), schlichter Folk („Man Named Truth", „Magic Marker") und klassischer Country („The Right Place", „Goodway"). Alles so, wie man es erwarten durfte, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Gelegentlich blitzen immer wieder Mal Perlen auf („Temazcal"), zumeist aus Conor Oberst Hand/Kehle.
    Americana-Freunde mit einem Faible für mehrstimmigen Gesang sollten "Monsters Of Folk" ohne Zögern zugreifen.

    2010 soll wohl wieder ein Bright Eyes Album erscheinen - das letzte.





    „Temazcal" Video


    Monsters of Folk geben sich auf ihrem Debüt durchwegs als gleichberechtigtes Bandkonstrukt. Immer wieder legen die drei Sänger ihre Stimmen zusammen. Als Solist sticht Oberst am ehesten heraus, weil er bei den überzeugendsten Songs dieser Platte den Lead-Gesang übernimmt. Oberst klingt bisweilen fast dringlicher als auf seinen letzten Alben, während die Songs, bei denen die Stimme von M. Ward im Mittelpunkt steht, etwas belangloser daherkommen als dessen Solo-Werke. Die 15 Stücke wirken allesamt locker aus dem Ärmel geschüttelt, wobei ein gutes Drittel davon nicht wirklich zwingend ist - weniger wäre mehr gewesen.
    (78s.ch)





    „The Right Place" Video
  • Wave Machines - Wave If You’re Really There

    Wave Machines - Wave If You’re Really There















    Hat man sich erst einmal an den Rhythmus von einer Neuvorstellung pro Tag gewöhnt, dann ist schwer, wieder damit aufzuhören.

    Nehmt ihr das Debütalbum von Miike Snow auf die eine Seite eines Tapes auf, dann ist „Wave If You're Really There" von Wave Machine vielleicht etwas für die andere. Die verbindenden Elemente sind der moderne, eingängige Elektro-Pop der Marke Hot Chip oder Junior Boys und Timothy Bruzons Falsettgesang. Und das Geweih auf dem Cover nicht zu vergessen!
    Zumeist knistert und knirscht es an allen Ecken und Enden und zu den bereits veröffentlichten vier, sehr unterschiedlichen Singles gibt es folgendes zu sagen: „I Go I Go I Go" entfaltet seine volle Pracht und Catchyness erst gegen Ende durch das Einsetzen eines Sing-A-Longs, von Gitarren und Handclaps, „Keep The Lights On" kommt als langsamer, vom Basslauf dominierter Funk daher, der Freunden von Prince gefallen dürfte, „Punk Spirit" ist der erste (und einzige) gitarrige, leicht aggressive Song des Albums, der ohne Laptop-Gefrickel auskommt und den man eher auf dem Album einer aufstrebenden Indierock-Kapelle erwartet hätte, und „The Greatest Escape We Ever Made" lässt Thompson Twins und Beta Band zu 80er Jahre Sounds kollidieren.
    Auf dem Album finden sich sechs weitere Songs, die zwar an „Punk Spirit" nicht heran reichen können, mir persönlich aber besser gefallen als „Keep The Lights On" und „The Greatest Escape We Ever Made".

    Anhand der vier Singles des Liverpooler Quartetts kann man hier schon einmal einen ersten Eindruck gewinnen:





    „Punk Spirit" Video





    „The Greatest Escape We Ever Made" Video





    „I Go I Go I Go" Video





    „Keep The Lights On" (Fan-)Video



    Some will doubtless peg Wave Machines as zeitgeist-chasing tryhards, and at times it does all feel a little calculated. But they win you over with their sheer inventiveness, their laptop-licking love of creating sounds for their own sake, and do it with such gusto and élan that, most of the time at least, they get away with it.

    You won't be listening to this album a year from now. Like most highly stimulating consumables, you'll most likely gorge on it 'til you're sick and wake up never wanting one again. But for a few marvellous summer weeks these songs will stick to your brainpan like egg white.
    (popmatters.com)
  • Terry Hoax – Band of the day

    Terry Hoax – Band of the day

    cover

    1996 verpasste ich wegen eines zögerlichen Kumpels Terry Hoax’ Abschiedstour. Der Auftritt als Support Act auf dem Abschiedskonzert von Fury In The Slaughterhouse linderte den Schmerz und die Ankündigung, dass 2009 ein neues Album folgen sollte ließ mich voller Vorfreude zurück.

     

    Bislang weitgehend unbeworben erschien die CD nun letzten Monat und natürlich hat sie es schwer, meine Erwartungen zu erfüllen. Der erste Durchlauf erlaubte mir noch kein Urteil, einen roten Faden konnte ich nicht erkennen. Es gibt auch keinen: “Band of the day” wandelt im Dreiländereck Rock/Rockpop/Pop und über allem thront Oliver Peraus Stimme. Auch die Gitarrenfraktion scheint nicht eingerostet zu sein und liefert eine mehr als solide Leistung ab.

     

    Den in der ersten Hälfte der 90er Jahre verdienten und leider nie erreichten großen Erfolg wird auch “Band of the day” nicht bringen. Aber darum geht es den Herren auch nicht mehr. Und diese entspannte Haltung tut ihnen und ihrer Musik gut. Ich mag Oliver Perau weiter lieber in dieser Band als in Form seines Alter Egos Juliano Rossi.

     

    “Where does all that anger come from”, “Shake your head”, “Love madness” und der Titelsong (mit Referenz zu “Freedom circus”) zeigen die Energie, die in der Band steckt. Die andere Hälfte der Songs stammt eher aus dem Rockpop/Pop-Umfeld. Und dann gibt es noch die Ballade “Aubrey”. Eine Ballade halt.

     

    Ohne die alten Platten noch einmal studiert zu haben, fühle ich mich am ehesten an das Debütalbum “Life in times of…” erinnert. Ein Album für alle, die Terry Hoax in den letzten zehn Jahren vermisst haben.

     

    Songs aller Alben wird man auf der Tour erleben können:

    24.11. Frankfurt
    25.11. Köln
    26.11. Osnabrück Saturn Markt - EINTRITT FREI!    
    26.11. Osnabrück
    27.11. Recklinghausen
    28.11. Bestwig
    29.11. Stuttgart
    01.12. München
    02.12. Berlin
    03.12. Hamburg
    04.12. Hannover

     

    Bislang gibt es noch kein Video. Erst Mitte des Monats soll eines  zur ersten Single (“Band of the day”) gedreht werden.

  • Miike Snow - Miike Snow

    Miike Snow - Miike Snow
















    #24 Miike Snow

    Meinen kleinen vorweihnachtlichen Adventskalender beschließe ich bezüglich des Covers und des Bandnamens recht passend.





    „Black & Blue" Video


    Hinter dem Bandnamen Miike Snow, einem kleinen Häschen mit Geweih („Jackalopee") und weißen Masken bei Auftritten verbergen sich Christian Karlsson und Pontus Winnberg, zwei Produzenten, die als Bloodshy & Avant bereits für Madonna, Kylie Minogue, Britney Spears und die Sugababes arbeiteten. Das Wortspiel, das die beiden also wissen, woher der Hase läuft, kann ich mir gerade noch verkneifen. Nicht aufgrund seiner literarischen Fähigkeiten, sondern als kompetenter Singer/Songwriter (mit hohem Falsettgesang) komplettiert Andrew Wyatt das schwedische Trio.

    Beschreitet man bereits bestehende Pfade, so läuft man nicht Gefahr sich zu, äh, verlaufen, erhält aber auch nicht die Lorbeeren eines Entdeckers oder Pioneers. Genau so verhält es sich bei Miike Snow, die den musikalischen Fußspuren von Hot Chip und MGMT folgen, sich aber nicht auf den Titelblättern der Zeitschriften wieder finden.
    Der Opener „Animal" steht mit seiner prägnanten Hookline einem „Boy From School" oder „Time To Pretend" kaum nach, „Silvia" ist eben so simpel wie eingängig, „Song For No One" bietet eine schön quengelige Gitarre, wie sie Herman Düne nicht besser hätte spielen können, und zeigt wie das letzte Album von Peter, Björn & John hätte klingen können. Jeder Song wird durch die Knöpfchendreher so veredelt, dass es niemals langweilig wird. Indiepop für Tanzflächen und Jahresbestenlisten!





    „Animal" Video


    Der Opener 'Animal', der gleichzeitig die erste Single darstellt (und im Nu von Crookers, Treasure Fingers, Fake Blood und sogar von Produzent/DJ Mark Ronson in einen Re-Mix überführt wurde) hat alles, was einen schlank-produzierten, zeitgeistig-schicken Hit auszeichnet: Popcorn-Schlagzeug, eine angenehm-warme Coming-Of-Age-Gesangsstimme und eine dicke Lage Tanzflächen-Zuckerguss. Karlsson und Winnberg strickten noch weitere zehn Songs für ihr Debüt, die alle mit Sicherheit gesunden Underground-Fame einfahren werden, aber den Charts, in denen sie sich sonst hinter den Kulissen tummeln, vorbehalten bleiben.

    Es spielt geschickt mit chartstauglichem Elektrosound, überzeugenden Melodien und passendem Instrumentarium zwischen niedlich und verzerrt, das wahlweise aus Orgeln, Synthis oder ganz ordinärem Klimperkram aus der Kinderspielzeugabteilung zu stammen scheinen. Gleichzeitig hält Miike Snow aber auch so eine Schlauberger-Mentalität bereit, die weit über eindimensionale Tanzhits hinausgeht und auch durch Wyatts poetisch-reflektierende Texte erneut Fragezeichen aufsetzt. Rock-Mechanismen werden in die klanglichen Gestaltungsmöglichkeiten des neuen Jahrtausends übertragen, sauber und nicht ohne Spitzfindigkeit zusammengezirkelt muss das eigentlich jeden irgendwie berühren können.
    (monstersandcritics.de)


    Miike Snow in Deutschland:

    16.11.09 München, Atomic Café
    17.11.09 Berlin, Lido
    18.11.09 Hamburg, Übel & Gefährlich
  • Richard Hawley - Truelove's Gutter

    Richard Hawley - Truelove's Gutter
















    #23 Richard Hawley

    Losgelöst von allen Zwängen musiziert Richard Hawley für das Label Mute Records und croont sich in 51 Minuten durch 8 zeitlose, düstere Titel, bei denen man sich auch Dean Martin oder Frank Sinatra hinter dem Mikrofon vorstellen könnte. Da das Album als absolut unkommerziell zu bezeichnen ist, wäre es wünschenswert, dass Robbie Williams, wenn er denn noch einmal ein zweites Swing-Album aufnehmen sollte, einen Song aus „Truelove's Gutter" covert, damit ein paar Euro in die Kassen von Mute und Hawley kommen.

    Zum dritten Mal nach „Coles Corner" (2005) und „Lady's Bridge" (2007) bezieht sich der Albumtitel auf eine örtliche Begebenheit, nämlich eine Gasse, in Sheffield. Auf „Truelove's Gutter" wird der Bass nur dezent gezupft, der Gitarre entfleuchen Töne in Zeitlupe und das Schlagzeug verdient seinen Namen nicht, denn die Felle werden hier nur sanft gestreichelt. Man kann das langweilig und monoton finden, muss sich aber dann den Vorwurf gefallen lassen, nicht genau hingehört zu haben, bei den schwelgenden Streichern in „Open Up The Door", der singenden Säge in „Don't Get Hung Up In Your Soul" oder der Lautstärke-Eruption in „Soldier On".


    Die acht balladesken, epischen Songs handeln von bitterer Liebe, zerbrochenen Leben und selbstzerstörerischen Freunden. "Einige der Songs sind persönlich, aber viele basieren auf der Beobachtung von Freunden und Menschen, die ich kenne. Nicht auf eine gemeine, grausame Weise. Ich versuche lieber, die Menschen zu verstehen als sie zu verurteilen. Das war es, was ich mit diesem Album erreichen wollte: einfach ehrlich zu sein über den Zustand meines Herzens", so der ehemalige Pulp-Tour-Gitarrist.

    Die fließende, meditative Grundstimmung von "Truelove`s Gutter" fordert dem Hörer ab, sich in Ruhe auf die Songs, die zwischen fünf und 10 Minuten lang sind, einzulassen. Richard Hawley, der düstere Crooner aus Sheffield, bietet dafür sanfte Seelenmassage und entwirft Soundlandschaften von ozeanischer Größe. Es gibt aber auch einige Obskuritäten zu entdecken. So kommen ungewöhnliche Instrumente wie Cristal Baschet, Waterphone, Ondes Martenot, Lyra oder eine Glasharmonika zum Einsatz. Instrumente von denen Richards, der die Grenzen seiner Klangpalette ausloten wollte, vor den Aufnahmen selbst noch nie gehört hatte.

    Im Mittelpunkt der sparsamen, altmodischen Produktion steht aber Hawleys samtene Stimme, die sich sanft auf die schwelgerischen Melodien legt. Auch wenn man mitunter die dynamischen Songs der bisherigen Platten vermisst, überzeugt Hawley auch auf seinem sechsten Studioalbum auf ganzer Linie.
    (pop100.com)


    Dieses Jahr legt Richard Hawley auf jeden Fall ein stärkeres Soloalbum hin als Jarvis Cocker, sein ehemaliger Weggefährte aus Pulp-Tagen.





    „For Your Lover Give Some Time" Video
  • Zoot Woman – Things Are What They Used To Be

    Zoot Woman – Things Are What They Used To Be















    #22 Zoot Woman

    Mein Bruder verdiente sich früher ein paar Mark als Kreiskirmesinspektor dazu. Daher kennt er bestens alle 80er-Einflüsse, die Stuart Price zu seiner Musik inspirierten. Nachdem uns der Macher von Zoot Woman als Produzent von Madonna, Keane, Frankmusik und The Killers bereits Musik für Autoscooter, Kinderkarussell , und Riesenrad bescherte, folgt nun das dritte Album seiner eigenen Band und genau so wie die zuvor genannten Künstler eignet sich „Things Are What They Used To Be“ ideal zur Beschallung von Fahrgeschäften.

    Nicht nur die intro zieht es auf Rummelplätze:

    Jedes einzelne Stück dieser Platte hätte allemal das Zeug zur Single. Hymnischer und rauschhafter war Popmusik selten. Und elektronischer, technoider als auf diesem Album klangen Zoot Woman bislang auch noch nicht. Zoot Woman haben die weißen Anzüge ausgezogen, die Pferde in den Stall gebracht und sich aufgemacht in eine raue, Bass-getriebene Clubnacht. Besonders das Titelstück ist eine tiefe Verbeugung vor der Rave-Culture, vor Exzess, heulenden Sirenen und durchfeierten Nächten. Oder "Lonely By Your Side", das einzige Stück des Albums, das nicht von Blake/Blake/Price geschrieben wurde, sondern Ergebnis einer Kooperation des Sängers Johnny Blake mit dem Hamburger Houseproduzenten Azzido Da Bass ist: sehnsuchtsvoller Electropop, der berührt und euphorisiert.
    (intro.de)




    “It’s Automatic” Video
  • Múm - Sing Along To Songs You Don't Know

    Múm - Sing Along To Songs You Don't Know















    #21 Múm

    Mit ihrem neuen Album sind Múm zurückgekehrt zu Morr Music. Ein gutes Zeichen nach dem (für mich) enttäuschenden „Go Go Smear the Poison Ivy" (2007) und der damit verbundenen Abwehr von Elektropop und Hinwendung bzu Folk?
    Zunächst war vom isländischen Kollektiv um Örvan Dóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynesdie der Song „Húllabbalabbalúú" zu vernehmen und wie beim Vorgänger wurde der nervigste Song (damals „They Made Frogs Smoke ’Til They Explode") ausgekoppelt. Dachte ich zunächst, doch je häufiger man den Chorus „Húllabbalabbalúú, in these words we drown, in these words we drown (...), deep, deep, deep down, deep, deep, deep down (...)" hört, desto wahrer wird er, versinkt man in dieser Melodie, bekommt man sie stundenlang nicht mehr aus den Gehörgängen.
    Sing Along To Songs You Don't Know" ist tatsächlich keine Rückkehr zu elektronischen Sounds und Computerfrickeleien, sondern bleibt der handgemachten Musik (Klavier, Hackbrett, Streicherquartett, Marimba, Gitarren, Ukulelen und und und), den skurrilen Instrumenten (Maultrommel in „Prophecies And Reversed Memories" und Kinderkeyboard in „The Smell Of Today Is Sweet Like Breastmilk In The Wind"), den experimentellen Sounds und Songstrukturen treu und liefert einige Songs ab, die zum Besten gehören, was Múm bisher veröffentlicht haben.

    Verglichen damit ist "Sing Along To Songs You Don't Know" fast konventionell zu nennen. Homogener, ruhiger und vor allem melancholischer klingen Múm nun. Mit Hilfe eines gefühlten Dutzends Gastmusiker und eines estnischen Chores entstand ein unfassbares, fast hippieeskes Mosaik aus Samples, Fieldrecordings und analogen Instrumenten - spannend, manchmal auch anstrengend, vor allem aber wohl einzigartig!
    (sallys.net)






    „Sing Along To Songs You Don't Know" Video
  • Die 10 besten Alben von Stephen Duffy

    10. Stephen Duffy - The Ups And Downs (1985)
    9. The Lilac Time - lilac6 (2001)
    8. The Lilac Time - Paradise Circus (1989)
    7. Stephen Duffy and The Lilac Time - Keep Going (2003)
    6. The Lilac Time - The Lilac Time (1987)
    5. Stephen Duffy - Duffy (1995)
    4. The Lilac Time - And Love For All (1990)
    3. Stephen Duffy featuring Nigel Kennedy - Music In Colours (1993)
    2. The Lilac Time - Astronauts (1991)
    1. Stephen Duffy - I Love My Friends (1998)

    (ausgewählt von Dirk)