Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Urteilsverkündung durch Volker (2018)

    Urteilsverkündung durch Volker (2018)








    Mir geht es ein wenig wie Ingo, es stehen noch einige Platten ungehört hier, bei denen ich mir durchaus vorstellen kann, dass sie es in die diesjährige Liste schaffen können.
    Gehört wurde natürlich trotzdem genug und meist allein auf Volkers Sofa ohne die geschätzten Mit-Richter. (Besonders erfreulich, dass es dieses Jahr mit Lo Moon und P.A. Hülsenbeck zwei Künstler in die Liste schaffen, die ziemlich eindeutig Bezug auf einen meiner All-Time-Faves Talk Talk nehmen.


    01. Max Prosa – Heimkehr
    02. James – Living In Extraordinary Times
    03. Emily Kinney – Oh Jonathan
    04. Glen Hansard – Between Two Shores
    05. Kitty MacFarlane – Namer Of Clouds
    06. Jonathan Wilson – Rare Birds
    07. Razorlight – Olympus Sleeping
    08. Tom Liwa – Ganz Normale Songs
    09. Lo Moon – Lo Moon
    10. Dawes – Passwords

    11. Oh Pep! – I Wasn’t Only Thinking About You…
    12. American Aquarium – Things Change
    13. Grace Petrie – Queer As Folk
    14. Greta Van Fleet – Anthem Of the Peacful Army
    15. Clara Luciani – Sainte-Victoire
    16. Kacey Musgraves – Golden Hour
    17. Trevor Moss & Hannah Lou – Fair Lady London
    18. The Jayhawks – Back Roads And Abandoned Motels
    19. David Byrne – American Utopia
    20. Ashley McBryde – Girl Going Nowhere

    21. Daniel Blumberg - Minus
    22. Pinegrove - Skylight
    23. P.A. Hülsenbeck - Garden Of Stone
    24. Embrace - Love Is A Basic Need
    25. Janelle Monáe - Dirty Computer
    26. Hannes Wittmer - Das Große Spektakel
    27. Godsmack - When Legends Rise
    28. Alela Diane - Cusp
    29. Echo Bloom - Green
    30, Steiner & Madlaina - Cheers




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  • Urteilsverkündung durch Oliver (2018)

    Urteilsverkündung durch Oliver (2018)



    Wie soll ich eigentlich meine jährlichen Urteilsverkündungen beginnen, wenn tatsächlich mal das seit Langem angekündigte Chromatics-Album erscheint, das ich nun schon seit 2015 hier an dieser Stelle so gerne erwähne? Und wird es dann überhaupt in meiner Top 30 landen? Meine Top 30 aus dem Jahr 2018 klingen jedenfalls wie folgt…

    1. Soap&Skin – From Gas To Solid / You Are My Friend
    2. Fishbach – À ta merci
    3. Typhoon – Offerings
    4. Gruff Rhys – Babelsberg
    5. Get Well Soon – The Horror
    6. Anna von Hausswolff – Dead Magic
    7. Kathryn Joseph – From When I Wake The Want Is
    8. Suede – The Blue Hour
    9. Jonathan Bree – Sleepwalking
    10. The Limiñanas – Shadow People

    11. Whyte Horses – Empty Words
    12. Trentemøller - Harbour Boat Trips Vol. 2 Copenhagen
    13. RVG – A Quality Of Mery
    14. Bodega – Endless Scroll
    15. En Attendant Ana – Lost And Found
    16. Idles - Joy As An Act Of Resistance
    17. Shame – Songs Of Praise
    18. The Smashing Pumpkins - Shiny And Oh So Bright, Vol. 1 / LP: No Past. No Future. No Sun.
    19. Neneh Cherry – Broken Politics
    20. Johnny Marr – Call The Comet

    21. Das Paradies – Goldene Zukunft
    22. Drangsal - Zores
    23. Boy Azooga – 1, 2, Kung Fu!
    24. Lowtide – Southern Mind
    25. Honig – The Last Thing The World Needs
    26. Ash – Islands
    27. The Chills – Snow Bound
    28. Arctic Monkeys – Tranquility Base Hotel
    29. The Prids – Do I Like I’m In Love?
    30. Mastersystem – Dance Music

    Das dazugehörige Mixtape, das auch einige meiner Lieblingssongs des Jahres enthält, ist hier zu finden:


  • Urteilsverkündung durch Ingo (2018)

    Urteilsverkündung durch Ingo (2018)


























    Mit der Musik dieses Jahres bin ich noch nicht durch. Eines oder gar mehrere echte Hammer-Alben habe ich nicht gehört, daher tue ich mich vor allem mit der Top 10 schwer. Aktuell stellen sich meine persönlichen Lieblingsalben des Jahres 2018 so auf:

    1.   William Fitzsimmons - Mission bell
    2.   Jonathan Bree - Sleepwalking
    3.   Tocotronic - Die Unendlichkeit
    4.   Embrace - Love is a basic need  
    5.   Tunng - Songs you make at night
    6.   Lump - Lump
    7.   Alice In Chains - Rainier fog
    8.   Judas Priest - Firepower
    9.   A Perfect Circle - Eat the elephant
    10. Johnny Marr - Call the comet

    11. Black Rebel Motorcycle Club - Wrong creatures
    12. Franz Ferdinand - Always ascending
    13. Honig - The last thing the world needs
    14. Garda - Odds
    15. Jonathan Wilson - Rare birgd
    16. The Decemberists - I'll be your girl
    17. Abay - Love & extortion
    18. Kathryn Joseph  - From when I wake the want is
    19. The Low Anthem - The salt doll went to measure the depth of the sea
    20. Sarah Nixey - Night walks

    21. Sam Vance-Law - Homotopia
    22. James - Living in extraordinary times
    23. And The Golden Choir - Breaking with habits
    24. Mount Eerie - Now only
    25. Muse - Simulation theory
    26. The Smashing Pumpkins - Shiny and oh so bright, Vol. 1 / LP: No past. No future. No sun.
    27. Let's Eat Grandma - I'm all ears
    28. David Byrne - American utopia
    29. Eels - The deconstruction
    30. Neneh Cherry - Broken politics

  • Urteilsverkündung durch Dirk (2018)

    Urteilsverkündung durch Dirk (2018)



















    Letztes Jahr beschwerte ich mich noch über zu wenig Debütalben in meinen Top 30, dieses Jahr gelingt Sam Vance-Law mit seinem ersten Album sogar der Sprung auf Platz 1.

    Neben den üblichen Verdächtigen (Tunng, And The Golden Choir, James, Suede usw.) gibt es einige Künstler, die mich mit ihren aktuellen Alben noch einmal (Ólafur Arnalds, Franz Ferdinand, Villagers, Muse, Ash) bzw. erstmals wirklich überzeugen konnten (Low, The Decembrists, Soap&Skin), dazu einige Neuentdeckungen (The Prids, The Spook School, Jonathan Bree) und weitere Debütanten (Lowtide, Fenne Lily, Night Flowers).

    Hier sind meine 30 persönlichen Lieblingsalben 2018:










    1. Sam Vance-Law - Homotopia
    2. Tunng - Songs You Make At Night
    3. And The Golden Choir - Breaking With Habits
    4. Low - Double Negative
    5. James - Living In Extraordinary Times
    6. Gruff Rhys - Babelsberg
    7. Kraków Loves Adana - Songs After The Blue
    8. The Decemberists - I'll Be Your Girl
    9. Suede - The Blue Hour
    10. The Prids - Do I Look Like I'm In Love?

    11. Air Formation - Near Miss
    12. Ólafur Arnalds - re:member
    13. Lowtide - Southern Mind
    14. Fenne Lily - On Hold
    15. Belle & Sebastian - How To Solve Our Human Problems
    16. Abay - Love & Distortion
    17. Villagers - The Art Of Pretending To Swim
    18. The Spook School - Could It Be Different?
    19. Soap&Skin - From Gas To Solid / You Are My Friend
    20. Franz Ferdinand - Always Ascending

    21. Night Flowers - Wild Notion
    22. Honig - The Last Thing The World Needs
    23. Jonathan Bree - Sleepwalking
    24. Muse - Simulation Theory
    25. Hannes Wittmer - Das große Spektakel
    26. Chris Garneau - Yours 
    27. Ash - Islands
    28. Metric - Art Of Doubt
    29. David Kitt - Yous
    30. Kathryn Joseph - From When I Wake The Want Is

  • Idles - Joy as an act of resistance

    Idles - Joy as an act of resistance

     

























    Dirk:
    Gibt es denn noch Geheimtipps / Lieblingsalben / übersehene Platten, die in den letzten beiden Wochen vorgestellt werden sollten / müssten / könnten?
    Oliver:
    Idles und Shame.

    Zu diesem Zeitpunkt lief das Album der Idles schon eine Weile bei mir, da es mich ab dem zweiten Durchlauf zunehmend angesprochen hatte. Nur beschreiben konnte ich es noch nicht. Inzwischen bin ich einen Schritt weiter. Die Band aus Bristol macht im Kern (Post-)Punk, auch wenn Sänger Joe Talbot gerade dies bestreitet. Er bringt mit seinem Gesang sowohl Wut als auch eine typisch englische Sauflied- bzw. Fußballfan-Attitüde mit. Und dazu gelingt es ihm, während einiger Passagen nach Nick Cave zu klingen.

    Die politischen Aussagen sind eindeutig und nicht minder laut wie die Musik der Band. Das Engangement der Idles spürt man in jedem Moment des Albums. Ich gehe davon aus, dass die Konzerte ebenso energiegeladen sein werden:
    • 13.04. Schorndorf
    • 15.04. Köln
    • 16.04. Bielefeld
    • 17.04. Erlangen
    "Joy as an act of resistance" ist nach "Brutalism" aus dem letzten Jahr das zweite Album der Band und es wirkt, als würde das nächste Werk nicht lange auf sich warten lassen. Ich würde mich darüber freuen. 

    "Colossus", "Love song" und "Samaritans" sind meine Empfehlungen für den schnellen Einstieg in "Joy as an act of resistance".

    Das Video zu "Great":


    Und das zu "Colossus":


    "Danny Nedelko":


    Der BR zum Album:
    Die viel diskutierte "toxische Männlichkeit" ist eines der Themen auf "Joy as an Act of Resistance", dem neuen Album der IDLES. Aber alle kriegen sie ihr Fett ab: Homophobe, Vollidioten und Brexit-Befürworter. Nicht von oben herab, sondern mitten in die Magengegend. Die Mitglieder der IDLES hatten und haben selbst auch mit genügend Problemen zu kämpfen: Drogen, Alkohol, Wut und Schmerz. Aber sie schaffen es, das alles durch ihre Musik in etwas Positives, Kathartisches und am Ende auch Lebensbejahendes umzuwandeln. So traurig auch die Umstände sind.
  • Shame - Songs Of Praise

    Shame - Songs Of Praise



















    Die (bisher) Übersehenen (IV)

    Immer wieder erhalten wir Leserbriefe, in denen Dinge gefragt werden wie „Habt ihr als Richter auch solche Roben?“, „Hat euer Gerichtssaal auch ein Hinterzimmer, in dem das hohe Gericht tagt?“ oder „Unternehmt ihr auch so etwas wie Firmenausflüge und gibt es für euer Amt auch Fortbildungen?“.

    Heute nehme ich mir einmal die Zeit, um einige der Fragen zu beantworten: 
    - Roben tragen die Richter keine, auch wenn wir es einmal mit den Kutten von The Polyphonic Spree versucht haben. Die Idee konnte sich leider nicht durchsetzen und Volker hat seine weiße Robe beim Waschen wegen des roten Saums auch rosa gefärbt.
    - Wir haben so etwas wie ein Hinterzimmer und zwar ist dies Volkers Wohnzimmer, in das er uns regelmäßig zum Anhören neuer Platten einlädt. Leider nimmt der Gastgeber nie mit uns auf seinem Sofa Platz. Sein Sohn sagt immer: „Papa hat heute keine Zeit.“
    - Im letzten Jahr haben wir mit den „Firmenausflügen“ begonnen: 2017 ging es nach Luxemburg zu einem Konzert von Tori Amos, dieses Jahr sahen wir uns in Wiesbaden Noel Gallagher an. Leider konnte Volker bei beiden Terminen nicht. Fortbildungen finden im Rahmen von intimen Konzerten in unserem Wohnzimmer statt. Volkers Teilnahme-Quote liegt hier übrigens bei 1 von 10.

    Warum hier so oft der Name Volker fällt? Weil sich dieser Richter so rar macht, ihn zahlreiche Mysterien umgeben und sich die meisten Leserfragen tatsächlich um ihn drehen! Beispiele gefällig?  „Hört er, wie in einem Interview mit Inka Bause auf RTL zu sehen war, wirklich so viel Jazz?“, „War er nicht Mitglied der Kult-Band 100 Meter links?“, „Kann er nicht häufiger seine zahlreichen tollen Geheimtipps hier vorstellen?“ oder „Wird er uns mit seinen persönlichen Jahres-Charts wieder komplett überraschen?“. 

    Zumindest die letzte Frage war Volker bereit hier und heute zu beantworten und seine Antwort treibt die Erwartungen hinsichtlich der Verkündung seiner Top 20 Alben noch einmal deutlich in die Höhe:
    Ich sag mal so, in meiner Top 20 sind momentan 15 nicht vorgestellte Alben.

    Weitere Geheimnisse wollte er sich nicht entlocken lassen, nur noch dieses:
    Shame könnt ihr gerne noch vorstellen, die brauche ich wenigstens nicht noch mal zu hören, um sie abzuwatschen.




    Also kommen wir heute noch schnell zu Shame, einem Quintett aus dem Süden Londons, dessen Post-Punk / Alternative Rock-Debütalbum „Songs Of Praise“ bereits im Januar veröffentlicht wurde und im Vereinigten Königreich bis auf Platz 32 der Charts klettern konnte und vom NME auf Platz 6 der besten Alben 2018 gewählt wurde:

    Like lice from the grimy undercrackers of Fat White Family dropped the next generation of South London gristle rockers. Shame: sweaty, gnarled and chronically allergic to shirts. Yet the airy, amphetamine indie rock of debut album ‘Songs Of Praise’ allowed listeners a (slightly) less slimy passage into the scene, with glistening tracks like ‘Dust On Trial’ and ‘Tasteless’ counteracting the grot rock gore of ‘The Lick’ and the like. Imagine if The Bunnymen ended up as roadkill, crushed beneath the wheels of Idles’ tourbus.
    (NME)




    Schieben wir noch die 6 Sterne-Bewertung des Musikexpress hinterher:

    Sänger und Songwriter Charlie Steen scheut sich nicht davor in grollendem Spoken-Word-Duktus seiner Generation und ihrer Fixierung auf Konsum und Hedonismus ans Bein zu pissen („The Lick“). In diesen Momenten reicht er dem großen Punk-Poeten John Cooper Clark spielerisch das Wasser, in anderen lässt er mit überbordender Aggressivität in der Stimme seinen inneren Hooligan heraus und kotzt Wahrheiten aus („I’d rather be fucked than sad“), während seine Band ihn mit melancholischen Buzzcocks-Melodien unterstützt („One Rizla“).
    Shame entzünden einen überfälligen Hoffnungsfunken im UK-Punk. Mit Bands wie dieser wird der Glaube an musikalische Rebellion niemals enden.
    (Musikexpress)





  • Verkündungstermin 2018

    Verkündungstermin 2018



















    Wie gewohnt wird auch 2018 unser Endstand und damit auch das Album des Jahres am 31. Dezember verkündet. 

    Abgabetermin für die letzten Bewertungen ist dieses Jahr der 30. Dezember, 24 Uhr, damit noch Zeit für die große Auswertung bleibt. 

    Also: Welches Album soll die Nachfolge von "Slowdive" antreten? Lasst eure Bewertungen über die Kommentarfunktion mit ins Gesamturteil einfließen!



  • Tokyo Police Club - TPC

    Tokyo Police Club - TPC



















    Die (bisher) Übersehenen (III)

    Nach einer vierjährigen Album-Auszeit war der Tokyo Police Club Anfang Oktober mit einem neuen, schlicht „TPC“ betitelten Album zurück und wir haben es nicht zur Notiz genommen. Dabei sagt die Band selbst: „TPC is a rock record with tons of guitars. We're extremely proud of it.“ Das sind doch gute Voraussetzungen.

    Jedoch war der Start gar nicht gelungen, da das Quartett, mittlerweile nicht nur in Kanada sondern auch New York und Los Angeles lebend, zunächst per E-Mail versuchte gemeinsam Songs zu komponieren. Fast wäre der Tokyo Police Club an diesem Ansatz zerbrochen, aber auf Initiative des Sängers richtete man sich in einer Kirche im ländlichen Ontario ein und fand wieder zusammen. Simpler, energetischer Indierock war das Ergebnis. Das lang gezogene Ambient-Outro von „Outtatime“ hätten sie sich sparen können (vielleicht sogar den ganzen Song), „Ready To Win“ ist eine akustische startende Ode ans Vermasseln, „Hercules“ der eingängige Hit des Albums und „Daisy Chain“ die das Album abschließende Ballade.

    Das kanadische Quartett besteht seit 2005 in der Besetzung David Monks (Gesang, Bass), Graham Wright (Keyboards), Josh Hook (Gitarre) und Greg Alsop (Schlagzeug) und hatte bisher vier EPs, ein Cover-Album und drei LPs („Elephant Shell“, 2008, „Champ“, 2010, und „Forcefield“, 2014) veröffentlicht. Für die 12 Songs von „TPC“ arbeiteten sie erneut - wie bei „Champ“ - mit dem Produzenten Rob Schnapf (Elliott Smith, The Vines) zusammen.  




    On this almost self-titled LP, the simple rock rhythms are well-played with an honest raw energy and quick-paced, straightforward chord progressions. But just when you think the songs are simply a peppy three-chord ditty, they take an expected turn with either a shift in tempo, a chord change, or a nifty guitar riff to make things interesting.
    The tracks are uncluttered with sharp driving rhythms that are catchy and upbeat. The buzzy guitars are crisply played and the well-placed synths provide a contrasting backdrop. It's a sound that could be described as a faster-paced, less-nuanced version of Spoon with a little less charm.
    The singing is unique and a little rough around the edges and may take some time to get used to. But like most good records, TPC requires a few good spins before the goodness sinks in.
    (Under The Radar)




    The opening track, “New Blues”, is one of the four possible singles from the album and is a great example of their excellent guitar playing by Josh Hook. Throughout the album, he has many highlights including his well-timed and structured riffs and solos. “Pigs” and “Ready to Win” show the bands range of influence. The powerful riff and speed of “Pigs” sets it apart from the other tracks. On “Ready to Win”, the extended acoustic intro sets up the feeling and message behind the lyrics. The other singles, “DLTFWYH”, “Simple Dude”, and “Hercules” have all the aspects of the band’s ability on display. The song “One of These Days” is one of their best lyrical outputs yet. The line, “I don’t want to go down unless it’s down in history”, sets the tone for the song.
    (Glide Magazine)


  • Bill Ryder-Jones - Yawn

    Bill Ryder-Jones - Yawn




















    Die (bisher) Übersehenen (II)

    Die ehemalige Band von Bill Ryder-Jones, The Coral, steht mit ihrem neuen Album „Move Through The Dawn“ momentan bei Platten vor Gericht bei 6,75 Punkten. Das von ihm produzierte „Stranger Today“ liegt mit 6,25 Punkten etwas dahinter. Da er von den drei Damen zum Ehren-Mitglied von Our Girl ernannt wurde, schickte Bill Ryder-Jones im November mit „Yawn“ sein viertes Soloalbum ins Rennen, damit zumindest dieses im PvG-Endstand 2018 vor seinen Ex-Kollegen, von denen er sich wohl nicht ganz einvernehmlich trennte, landet.

    In den Charts des Vereinigten Königreiches konnte Bill Ryder-Jones zwar einen Erfolg verbuchen („Yawn“ platzierte sich auf Rang 57 und damit deutlich besser als sein bis dato erfolgreichstes Soloalbum „West Kirby Country Primary“, das 2015 auf Rang 110 kam), jedoch schnitten The Coral mit dem 14. Platz für „Move Through The Dawn“ deutlich besser ab.

    Auf den 10 Songs von „Yawn“ lässt sich Ryder-Jones zuweilen etwas zu viel Zeit, so dass man sich tatsächlich gelegentlich beim Gähnen erwischt. Gleich 6 Lieder überschreiten locker die 5-Minuten-Marke, das Tempo kann durchgängig als gemäßigt beschrieben werden, die Refrains sind selten griffig, Gitarrenausbrüche (wie bei „Mither“) rar gesät und beim Hinzufügen des Labels „Indierock“ habe ich mir etwas schwer getan. Aber J Mascis musizierte zuletzt auf „Elastic Days“ auch eher stoisch vor sich hin und gefällt mir persönlich als Referenz auch besser als die häufig genannten Idlewild oder Richard Hawley oder Frightened Rabbit. Etwas Abwechslung kommt auf, wenn Ryder-Jones nicht komplett allein im Studio sitzt, sondern Rod Skip zum Cello greift oder The Orielles und Our Girl (war ja klar) mitsingen. 




    Sincere, moving and musically ambitious, if there ever was a record that deserved to elicit a Midas-like process of transferring sadness to widespread success, it's this one.
    (The Line Of Best Fit)




    The ex-Coral songwriter is unafraid to experiment on Yawn, and – aside from a few songs that lose a little of their immediacy due to similar tempos and an abundance of shoegaze guitar – the likes of Mither ('Is that your key in the door / Nothing else would mean more') showcase Ryder-Jones as one of the most distinctive, comforting and essential voices we have.
    (The Skinny)




    However, Ryder-Jones’ ability to dig deep and his vision for a clear-headed, heart-wrenching record frequently connects. Though the LP would benefit from some instrumental and vocal variation as his faint vocals, acoustic and electric guitar and cello feel a bit tired after 40 minutes or so. The album title alludes to its sleep-inducing quality and nine times out of 10, that soothing nature works to his advantage. He’s a humble, thoughtful character and an even more engaging guitar player—drawing dense textures and perhaps even more sulking anguish from his guitar than his confessional lyrics. Ryder-Jones is trying to put himself back together throughout the lines of Yawn, but his affecting songs, nostalgia-swathed observations and unabashed vulnerability will inadvertently help you heal too.
    (Paste Magazine)


  • John Grant - Love Is Magic

    John Grant - Love Is Magic



















    Die (bisher) Übersehenen (I)

    John William Grant feierte diesen Sommer seinen 50. Geburtstag und beschenkte sich selbst mit der Veröffentlichung seines vierten Soloalbums (hinzu kommen sechs Platten mit The Czars). 

    Jedoch konnte „Love Is Magic“ nicht an die Erfolge seines Vorgängers anknüpfen: „Grey Tickles, Black Pressure“ war vor drei Jahren sein erstes Album, das sich in den deutschen Charts platzierte (#89) und im Vereinigten Königreich konnte es sogar bis auf Platz 5 klettern. „Love Is Magic“ verfehlte nun in Deutschland die Hitlisten und im UK war nicht mehr als Rang 17 drin. Auch bei den Plattenkritikern (hier zusammengetragen von Metacritic) blieb das Album mit einer Durchschnittsbewertung von 78/100 etwas hinter „Grey Tickles, Black Pressure“ (2015) und „Pale Green Ghosts“ (2013), die beide auf 82/100 Punkten kamen, zurück.

    Einen erdrutschartigen Abstieg musste John Grant leider zuletzt bei Platten vor Gericht hinnehmen: Während „Pale Green Ghosts2013 mit 8,250 Punkten auf unser Siegertreppchen kam (3. Platz), müssen die Bestenlisten sehr lang durchforstet werden, um auf „Grey Tickles, Black Pressure“ zu stoßen. 6,643 Punkte und Rang 175 standen am Ende des Jahres 2015 als ernüchterndes Endergebnis für John Grant fest. 

    Schlimmer kann der Absturz doch für das im Vergleich zu seinen Vorgängern deutlich elektronischere „Love Is Magic“ nicht weitergehen, oder? Vor eurer Urteilsbildung gibt es noch die Kritiken des Musikexpress (4 von 6 Sternen) und des Rolling Stone (3,5 von 5 Sternen) zu lesen sowie die Videos zu „Love Is Magic“ und „He’s Got His Mother’s Hips“ zu sehen:




    „Metamorphosis“ be­ginnt zum Auftakt wie ein fehlgeleitetes Soft-Cell-Stück, Grant schauspielt sich als Sänger durch die erste Minute, es ist mehr eine Performance als eine Pop-Darbietung. Im Mittelteil bricht das Stück ab, bildet eine Fläche – die Melancholie hält Einzug. Dann übernimmt wieder Gaga-Grant, knapp sechs Minuten läuft das Ding, es kommt einem nur halb so lang vor. Noch besser ist das Titelstück, auf dem John Grant Beach-Boys-Harmonien und schleppenden Synthie-Pop zusammenführt und davon singt, dass die Liebe oberflächlich betrachtet mehr Arbeit macht als ein Hausputz – aber wenn dann alles glänzt: wie großartig die Liebe dann doch ist!
    (musikexpress)




    Der Sänger erweitert sein Arsenal von Geschichten über gedemütigte Liebende („He’s Got His Mothers Hips“) und wird in der harschen Amerika-­unter-Trump-Abrechnung „Smug Cunt“ auch politisch deutlich. Hin und wieder übertreibt er es mit seinen (Selbst-)Hass-­Erklärungen – wie im plumpen „Diet Gum“. Der überbordende, gehässige Humor steht bei Grant eigentlich in produktivem Kontrast zu den melancholie­­getränkten Melodien.
    Doch die kalkulierte Konzentration auf Elektro-Brimborium sorgt hier zuweilen für eine gewisse Betäubung. Zum Glück versöhnen das mit Kraftwerk betriebene „Tempest“ und das zartbittere Schlusslied, „Touch And Go“, mit echter Magie.
    (Rolling Stone)


  • Chris Garneau - Yours

    Chris Garneau - Yours



















    Zwei Jahre Auszeit nahm sich der Singer/Songwriter Chris Garneau, dessen letzte Veröffentlichung („Winter Games“) aus dem Jahr 2013 stammt, bevor er im Oktober 2016 mit den Arbeiten an seinem vierten Studioalbum begann. In Lyon starteten die Aufnahmen der 9 Songs, die nun zusammen „Yours“ bilden. 

    Chris Garneau teilte sich die Aufgabe des Produzenten mit Maxime Vavasseur sowie Benoit Bel und vielleicht waren es deren Einflüsse, die dazu führten, dass wir nicht mehr nur als den romantischen, in sich gekehrten und zerbrechlichen Künstler hören, sondern „Yours“ zu seinem bisher vielschichtigsten Album wurde.

    Auf der dramatisch-explosiven Single „Torpedo“ erklingen ungewohnt elektronische Klänge sowie die Stimme von Shannon Funchess (Light Asylum), bricht das experimentelle „Family“ ungefähr nach der Hälfte in sich zusammen, um einer fast weihnachtlichen Stimmung im Stile von Low zu weichen, spielt „Yours“ mit Gospel- und Spoken Word-Elementen, lässt es „No Lord“ gewaltig scheppern und nimmt sich das faszinierende „No Universe“ fast 9 Minuten Zeit, um ein wenig Sigur Rós-Atmosphäre zu verbreiten.

    Bei einem so guten Album,  muss man sich gar nicht hinter seiner Federboa verstecken!




  • Ewert And The Two Dragons - Hands Around The Moon

    Ewert And The Two Dragons - Hands Around The Moon



















    Aus dem Baltikum haben bisher erst zwei estnische Bands eine Vorladung von uns erhalten. Den besten Punktedurchschnitt erreichten dabei Pia Fraus im letzten Jahr mit „Field Ceremony“ (7,300 Punkte und Platz 53).
    Ewert And The Two Dragons standen bereits zweimal hier vor Gericht und müssen sich nun einer sinkenden Tendenz erwehren: „Good Man Down“ kam 2012 (mit etwas Verspätung) auf 7,2 Punkte und „Circles“ (2015) auf 6,7 Punkte. 




    Für ihr insgesamt viertes Album („The Hills Behind The Hills“ hieß 2009 ihr Debütalbum) ließen sich Ewert Sundja (Gesang, Gitarre),  Erki Pärnoja (Gitarre), Kristjan Kallas (Schlagzeug) und Ivo Etti (Bass) erneut drei Jahre Zeit. „Hands Around The Moon“ lautet der Titel der Platte, die 11 neue Songs offeriert und an unterschiedlichen Orten in Tallinn mit dem Produzenten Sander Mölder aufgenommen wurde.




    „It’s still a Dragons record but we were searching for a new approach and a way to step out of our comfort zone“, erklärt der Sänger und Namensgeber der Band und meint damit  mehr elektronische Klänge und einen Schritt in Richtung unauffälliger, vor sich hin plätschernder Radiopop. „Little Love“ und „Follow Me“ sind die abschreckendsten Beispiele und zeigen, dass man nicht immer zwanghaft die eigene Komfortzone verlassen muss. Ich befürchte, dass die Drachen mit „Hands Around The Moon“ nicht gegen den abfallenden Punkte-Trend ansteuern können.



  • Chorusgirl - Shimmer And Spin

    Chorusgirl - Shimmer And Spin



















    Nach dem Ende von Fortuna Pop! mussten sich auch Chorusgirl, deren selbst betiteltes Debütalbum 2015 vom Londoner Indielabel veröffentlicht worden war, eine neue Plattenfirma suchen. Da „Chorusgirl“ zahlreiche gute Kritiken erhalten hatte, wurde die Band von Reckless Yes Records unter Vertrag genommen. Neben der Suche nach einem neuen Label standen auch personelle Umbesetzungen bei Chorusgirl an, so dass die Band von der in Deutschland geborenen Silvi Wersing (Gesang, Gitarre) nun von Udo Westhoff (Bass), Michael Boyle (Schlagzeug) und Faith Taylor (Gitarre) vervollständigt wird.

    Shimmer And Spin“ bietet 9 Songs im Geiste des unterkühlten 80er Indiepops („Demon Baby“), für den gern The Cure und die Cocteau Twins als Referenzen herangezogen werden, mit gelegentlichen Ausflügen in Richtung Surfpop („No Goodbye“) oder Indierock („Stuck“) und dürfte somit Fans zwischen Dum Dum Girls, The Long Blondes und The Raveonettes gefallen.  


    Their occasionally poppy, optimistic sound acts as an effective juxtaposition to the undercurrent of darker lyrical themes, too. Chorusgirl have always shown a predilection for melodies that gnaw away at your subconscious – see the infallible ‘Oh, To Be A Defector’ for conviction – but here the emphasis is less on the frivolity of pop music and more about the lyrical content.
    You could still easily dismiss Chrousgirl as a band too caught up in ’80s post-punk revisionism (those chiming, reverb-laced guitar lines of The Cure, in particular) but there’s a fine line between outright derision and using your influences as a tool to make something of its time. In that instance, one thing that makes a record sound like it belongs to now is whether or not it reflects the mood of its listener via the society we live in. I have a feeling that a lot of us can relate to the issues Chorusgirl confronts here.
    (Loud And Quiet)




  • My Brightest Diamond - A Million And One

    My Brightest Diamond - A Million And One



















    „It’s Me On The Dancefloor“ lautet der erste Titel (und offensichtlich auch das übergeordnete Motto) auf dem fünften Album von My Brightest Diamond. Die Singer/Songwriterin und Multi-Instrumentalistin Shara Nova verschiebt ihren Artpop deutlich in Richtung Dance, so dass der Diamant, der hier glitzert, eher einer Discokugel gleicht und My Brightest Mirrorball auf der Plattenhülle Dank „Champagne“ oder „You Wanna See My Teeth“ auch gerechtfertigt wäre. 

    Dass My Brightest Diamond nicht erst jetzt durch die Zusammenarbeit mit dem Produzenten Anthony „The Twilight Tone“ Khan (Gorillaz, Common, Kanye West) ihren Hang zu Beats und Elektronik entdeckt hat, belegen ein Remix Album sowie zahlreiche EPs mit überarbeiteten Versionen ihrer Songs. So deutlich wie auf „A Million And One“ ist dieser auf ihren regulären Alben aber noch nicht ausformuliert worden.   


    Im Eröffnungssong „It‘s Me On The Dancefloor“ findet Nova sich zwar auf einer Tanzfläche wieder, fühlt sich dort aber trotz der sie umgebenden schwitzenden Menschenmenge einsam. Im Abschlusssong „White Noise“ wechselt sich ein direkt auf die Hüfte zielender Funk-Bass mit einem bedrohlich knurrenden Synth-Bass ab – bis im Outro alles im Chaos des titelgebenden weißen Rauschens weggewaschen wird.
    „Champagne“ klingt oberflächlich wie eine hedonistische Party-Hymne, ist aber eigentlich pure Selbstermächtigung mit einem starken Mantra: „I will not cry.“ Aggression, Katharsis und Schönheit gehen auf „A Million And One“ Hand in Hand, manchmal in Sekundenbruchteilen. Das Ergebnis ist vielleicht nicht ganz rund, vielleicht ein bisschen schrullig – strahlt aber vom Anfang bis zum Ende ein faszinierendes Glänzen aus.
    (byte.fm)




    Bereits im Opener „It’s Me On The Dancefloor“ vermählt sie die ätherische Note ihrer Ausnahmestimme mit einem trocken pumpenden Beat und funkigen Gitarren-Stakkati, um dann mit Stücken wie dem bratzigen „Champagne“ oder dem geschliffen nach vorn strebenden „Supernova“ (musikalisch sicher keine Oasis-Verweise) zu einer Tanzbarkeit zu finden, die auch technoide Überwältigungsmittel wie den Drop nicht ausschließt. Steht ihr ausgezeichnet!
    (musikexpress)




    Sperrig und eingängig zugleich mischt sie Elektronik mit analogen Instrumenten. Tanzbarer Pop trifft auf Avantgarde. Folk trifft auf Alternative. Immer dominierend die immense Bandbreite der Stimme. (…)
    Abwechslung ist bei My Brightest Diamond Designprinzip. Das Limit wird noch ausgelotet. Stimmungswechsel innerhalb von Sekunden. Lieblich harmonisch, tanzbar motivierend, dramatisch getragen, düster drohend. Ein schönes Wechselbad, die gute Laune überwiegt.
    (Musikblog)

  • LP - Heart To Mouth

    LP - Heart To Mouth



















    Vor zwei Jahren eröffneten wir den jährlichen Gerichtssaal stilgerecht mit einem neuen Album von Rachel Platten und schlossen ihn mit der Vorstellung des vierten Werkes von LP. Unserem Richter Volker waren beide Alben 7 Punkte wert, bei mir reichte es nur für für 3 bzw. 6 Punkte, so dass die junge Frau mit dem großartigen Namen nicht mehr vorgeladen wurde. Ihre etwas ältere Kollegin mit den tollen Initialen erhält nun aber eine zweite Chance.

    Laura Pergollizzi gelang mit „Lost On You“ in vielen unserer Nachbarländer der Durchbruch (Top Ten in Belgien, Frankreich, Polen, Schweiz), nur in deutschen Charts versandete das Album der US-Amerikanerin auf Platz 50. Der dazugehörige Titelsong kommt auf 137 Millionen Spotify-Klicks und 226 Millionen You Tube-Aufrufe.

    Mit „Heart To Mouth“ veröffentlicht LP, die bereits Songs für Christina Aguilera, Cher, Rihanna oder Rita Ora komponierte, nun ihr persönlichstes Album. Äußerlich denkt man bei Laura Pergollizzi, dass sie auch gut in den 70er Jahren mit den Ramones, Johnny Thunders oder Patti Smith im New Yorker CBGB hätte abhängen können. Musikalisch geht ihr Output leider vielmehr in Richtung der zuvor erwähnten Künstlerinnen, wobei nicht verheimlicht werde soll, dass Songs wie „Dreamcatcher“, „Shaken“, „Dreamer“ oder die beiden Singles „Recovery“ und „Girls Go Wild“ extrem zugänglich sind, überall eine gute Rolle im Formatradio spielen würden und von Katy Perry, Taylor Swift oder Lady Gaga gesungen zu großen Hits avancieren würden. Pergollizzis ungewöhnliche Stimme, vom Guardian als Mischung aus Gwen Stefani und Cyndi Lauper beschrieben, verhindert, dass „Heart To Mouth“ allzu glatt daher kommt. Nur der Latin-Pop von „House On Fire“ (bei dem auch noch gepfiffen wird!) ist schwer zu ertragen. 




    Der Opener “Dreamcatcher” könnte so auch aus einem anderen Jahrzehnt stammen und öffnet den Sound für dramatische Töne, nur damit der folgende Song “When I’m Over You” vor einem Pop-Beat R’n’B-Klänge und Sprechgesang verarbeitet. Zwar konzentriert sich der absolute Großteil des Albums auf ruhigere Töne, aber wie “House on Fire” mit einem sehr aufregenden Sound, der südländisch anmutet, und dem Country-Song “Hey Nice to Know Ya” beweisen, kann LP auch ganz anders. Der große Übertrack “Shaken” kommt als vorletzter und erinnert an eine grandiose Mischung aus Robyns “Dancing On my Own” und Amy Winehouse bei ihrer Zusammenarbeit mit Mark Ronson. Wer auf der Suche nach dem nächsten großen Hit der Sängerin ist, könnte genau hier fündig werden. Überhaupt zeigt sich auch beim fünften Album, dass die Sängerin noch über viel mehr Kreativität und Virtuosität verfügt, als so einige bei ihrem Karrierebeginn. Zwar strauchelt das Album im Mittelteil, aber gerade die experimentierfreudigen Stücke können die einzigartige Stimme der Sängerin wunderbar zur Schau stellen und zeigen, dass das nicht nur ein reines One-Hit-Wonder ist! Nicht nur ein Hingucker, sondern auch ein Hinhörer!
    (Minutenmusik)




    Die zwölf Panorama-Kompositionen balancieren stets zwischen Stadion-Hymne und Proberaum-Folk - anspruchsvoll und eingängig zugleich. Der Pathos von LPs Liedern wird durchbrochen von Abgründen aus Scheitern, Alkoholmissbrauch und Einsamkeit, wenn sie etwa die Reparatur ihres gebrochenen Herzens mit Zeilen wie "It took me months to loose the pain / Now I only take the train" verarbeitet ("Hey Nice To Know Ya"). LP wirkt da eher geläutert als gestärkt und tut sich hervor als pompöser Gegenentwurf zur Dance-Floor-Gleichförmigkeit im Radio, die immer noch Tankbarzeit vor Tiefgründe stellt. Beats küssen das anspruchsvolle Liedermachen, doch die Discokugel zerschellt grandios am Gitarrenhals.
    (Mittelbayerische)

  • Ex:Re - Ex:Re

    Ex:Re - Ex:Re



















    Nahezu ohne Vorwarnung (und definitiv ohne Vorladung) gibt es seit Freitag ein Soloalbum von Elena Tonra, der Sängerin, Gitarristin und Songwriterin von Daughter. Das Pseudonym Ex:Re leitet sie von den Begriffen „regarding ex“ und „X-Ray“ ab und steht symbolisch für einen Blick in ihr Innerstes nach einer gescheiterten Beziehung. Eine Abkehr vom melancholischen Sound von Daughter muss man hier also nicht erwarten. 

    „Ex:Re“ ist über 4AD erschienen, aber leider bisher nur digital. Das Komponieren zog sich über den Zeitraum eines Jahres hin, während die Aufnahmen, an denen der Haus- und Hof-Produzent von 4AD, Fabian Prynn, am Schlagzeug und der Cellistin Josephine Stephenson beteiligt waren, nur einige Monate dauerten. 

    Als erste Single wurde „Romance“ ausgewählt, eine sanfte, schwermütige Ballade im Stil von Daughter, die mit elektronischen, tanzbaren Beats kombiniert wurde: 




    Das macht Ex:Res Musik zwar zu einem Fall für nur gewisse, hier melancholische, Stunden, an der Umsetzung dieser Herbstmusik gibt es aber ganz und gar nichts zu meckern.
    Im Gegenteil, „Ex:Re“ geht stellenweise gelungener unter die Haut als Tonra mit ihrer Hauptband, wo ich manchmal den Jammer-Bogen als zu überspannt empfinde. Hier nämlich hat alles seinen richtigen Platz.
    Vor allem die Instrumentierung sorgt in unaufdringlicher, gleichzeitig abwechslungsreicher Manier für einen spannenden Boden, auf dem sich Tonra stimmlich überzeugend auszutoben versteht.
    Es ist das richtige Maß an Empfindsamkeit, das Ex:Res Debüt gelungen macht – und wahrscheinlich auch ein wenig das Timing: Es ist die beste Jahreszeit für sensible Musik.
    (Musigblog)

  • The 1975 - A Brief Inquiry Into Online Relationships

    The 1975 - A Brief Inquiry Into Online Relationships



















    10 Fakten zum neuen Album von The 1975:

    1. 2017 nannten Matt Healy noch „Music For Cars“ als wahrscheinlichen Titel für Album Nummer Drei. Wer aber den Vorgänger mit „I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful yet So Unaware of It“ betitelt, kann damit eigentlich nicht richtig zufrieden sein und so wurde „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ als Titel des neuen Albums ausgewählt und „Music For Cars“ steht nun stellvertretend für eine Epoche in der Bandgeschichte von The 1975.

    2. Diese Epoche scheint recht produktiv zu sein, denn kaum ist „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ erschienen, wird schon der Nachfolger, „Notes on a Conditional Form“, für Mai 2019 angekündigt.

    3. Der Neon-Schriftzug des Bandnamens, der auf den ersten beiden Albumhüllen Verwendung fand, fehlt auf „A Brief Inquiry Into Online Relationships“. Jedoch tauchen unten links in der Ecke die Buchstaben „MFC“ für „Music For Cars“ auf. 

    4. „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ bietet 15 Songs in 58:35 Minuten und ist als CD und Doppel-LP käuflich zu erwerben. In limitierter Auflage gibt es das Album als „180g Double Heavyweight Gatefold Clear Vinyl“ und Kassette. 

    5. Nachdem „The 1975“ und „I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful yet So Unaware of It“ mit Mike Crossey (Wolf Alice, Jake Bugg) produziert wurde, übernahmen George Daniel und Matty Healy von The 1975 diesen Job nun allein.




    6. Ende Mai wurde mit „Give Yourself A Try“ eine erste Single aus dem Album veröffentlicht. Der Song bedient sich der Interpolation des Gitarrenriffs aus „Disorder“ von Joy Division. „Give Yourself A Try“ erreichte Platz 22 der Charts im Vereinigten Königreich. Somit bleibt es bei drei Top 20 Hits für The 1975: „Chocolate“ (#19, 2013), „Love Me“ (#20, 2015) und „The Sound“ (#15, 2016).




    7. Die vier weiteren Singles aus „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ konnten sich zwar jeweils in den britischen Charts platzieren, den Erfolg von „Give Yourself A Try“ jedoch nicht übertreffen: „Love It If We Made It“ (#33), „TooTimeTooTimeTooTime“ (#26), „Sincerity Is Scary“ (#57) und „It's Not Living (If It's Not with You)“ (#46).

    8. Auf drei der Singles („Love It If We Made It“, „Sincerity Is Scary“ und „It's Not Living (If It's Not with You)“) ist der London Community Gospel Choir zu hören. Auf „Sincerity Is Scary“ hören wir den US-amerikanischen Jazz Trompeter Roy Anthony Hargrove.




    9. The 1975 werden immer besser. Das lässt sich zumindest aus den Bewertungen bei Metacritic schlussfolgern: „The 1975“ (2013) erreichte im Durchschnitt 67/100, „I Like It When You Sleep, for You Are So Beautiful yet So Unaware of It“ (2016) kam auf 75/100 Punkten und „A Brief Inquiry Into Online Relationships“ steht aktuell bei einer Wertung von 88/100 Punkten.

    Am Anfang ärgert man sich fast ein bisschen: So gewollt gegenwärtig wie diese umständlich betitelte Platte begann ein Album selten, The 1975 pausen da eigentlich Bon Iver eins zu eins ab. Andererseits ist genau das ja eine ganz schöne Botschaft, weil es Ambitionen verrät: Der Gruppe um Matthew Healy geht es längst nicht mehr darum, irgendein Genre zu pflegen, die Ambitionen scheinen endlos zu sein. (…)
    Woran es indes krankt, ist an der Zusammenführung dieser einzelnen Elemente.
    Was die Band selbst abwechslungsreich oder gar gewagt finden mag, wirkt bisweilen sprunghaft; Songs wie „TOOTIMETOOTIMETOOTIME“ hinterlassen wenig Eindruck, das folgende „How To Draw/Petrichor“ hingegen stolpert aus einem erneuten Bon-Iver-Pastiche in durchaus interessant angelegte Broken Beats. (…)
    Die Arrangements sind immer smart, immer klug gesetzt, die Songs bleiben im Ohr. Am Ende denkt man sich: The 1975 sind immer dann am besten, wenn sie es sich nicht so kompliziert machen.  
    (musikexpress)

    In einigen Songs meint man im Hintergrund noch den Emo-Rock zu erkennen, der die Band in den frühen Nullerjahren schulte. Dazu kommen aber auch recht harsch anmutende Autotune-Übungen, Boyband-Pop, R&B- Skizzen, Akustik-Balladen und ein von einem Roboter gesprochenes Spoken-Word-Interlude.
    (Spiegel)

    10. Bisher sind Tourneestationen in Großbritannien, USA, Mexiko, Australien und Neuseeland bestätigt. Europa muss bisher mit 5 Festivalauftritten von The 1975 auskommen, zwei davon in Deutschland bei Rock am Ring bzw. Rock im Park im Juni 2019.

  • Das Platten vor Gericht November Mixtape

    Das Platten vor Gericht November Mixtape



    Hören worüber wir schreiben: Das Platten vor Gericht-Mixtape mit Musik aus unseren November-Vorstellungen.

    1. Tracyanne & Danny – Alabama
    2. Razorlight – Razorchild
    3. Elvis Costello & The Imposters – Don’t Look Now
    4. The Beths – You Wouldn’t Like Me
    5. Vera Sola – Small Minds
    6. City Kids Feel The Beat – Rewrite
    7. Dead Can Dance – Act I: Dance Of The Bacchantes
    8. Muse – Pressure
    9. Dan Mangan – Fool For Waiting
    10. Paul Smith – Around And Around
    11. Papercuts – Sing To Me Candy
    12. Jens Friebe – Tränen eines Hundes
    13. Bosse – Augen zu Musik an
    14. Soap&Skin – Italy
    15. Dean Wareham And Cheval Sombre – Wayfaring Stranger
    16. PeterLicht – Menschen
    17. Styrofoam – Fully Present
    18. Esben And The Witch – Golden Purifier
    19. Mumford & Sons – Guiding Light
    20. ClickClickDecker – Läuft es eher daneben
    21. The Smashing Pumpkins – Silvery Sometimes (Ghosts)
    22. Julia Holter – Whether
    23. The Good, The Bad And The Queen – Gun To The Head




  • Art Brut - Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out

    Art Brut - Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out



















    10 Fakten zum neuen Album von Art Brut:

    1. 7 Jahre und 6 Monate (das entspricht 2 742 Tagen) sind seit „Brilliant! Tragic!“, dem letzten Studioalbum von art Brut vergangen. Ihr fünftes Album trägt den Titel „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out“ und wurde am 23. November veröffentlicht.

    2. Wie das Debütalbum „Bang Bang Rock & Roll“ (2005) trägt es das Wörtchen „Bang“ im Titel. Nur diese beiden Platten sind mit 12 Songs ausgestattet, alle anderen mussten mit weniger Liedern auskommen. 

    3. Zur aktuellen Besetzung von Art Brut gehören: die Gründungsmitglieder Eddie Argos (Gesang), Ian Catskilkin  (Gitarre) und Freddy Feedback (Bass) - die auf aktuellen Bandfotos wegen einer Elternzeit fehlt - sowie die Neuzugänge Toby Macfarlaine (Gitarre) und Charlie Layton von The Wedding Present am Schlagzeug.

    4. Das Plattencover stammt vom Künstler Jim Avignon, der wie Eddie Argos zeitweise in Berlin lebt, und ist eine Reminiszenz an „Days of Future Passed“ von The Moody Blues. 

    5. Über Fierce Panda („Bang Bang Rock & Roll“), Mute („It’s A Bit Complicated“) und Cooking Vinyl („Art Brut Vs. Satan“ und „Brilliant! Tragic!“) sind Art Brut nun bei Alcopop! Records gelandet, was recht passend erscheint, da beide der Hang zum Ausrufezeichen verbindet. Das Album ist als CD oder LP erhältlich. Zudem spendiert das Label ein (unterschriebenes und limitiertes) Bundle mit T-Shirt und Tasse, die von der Catch-Phrase des Titelsongs („I Don’t Want to Go Home Yet“) geziert werden.




    6. Als erste Single wurde der Titelsong auswählt. „Hospital“ folgte als zweite Single. Die Titelrolle im Video des persönlichen Songs, dazu gleich eine Erklärung von Eddie Argos, übernimmt „Eggy Argos“:




    “I didn't realise quite how ill I was at the time. I was in a German hospital und mein Deutsche is nicht sehr gut. I had a big operation, bigger than they were expecting when they started operating on me, and there were a few complications. They kept me in for nearly a month. It was the most undignified month of my life and although I was very grateful to the surgeons for saving my life and also to the nurses for taking care of me, I despised every fucking minute of time I spent there.
    The only thing that kept me sane was the mantra that eventually became this song. Every single lyric was written and repeated over and over again as I suffered numerous indignities. Songwriting is something I've always used to alleviate stress and on this occasion I really tested it to its limits. What I am most impressed by is that even when I'm at death’s door and pumped full of morphine, staggering around and collapsing all the time, I can still write a comical call-and-response backing vocal to amuse myself.
    I'm very glad not to be in hospital anymore—of course, as this was three years ago, I've broken all the promises I make to myself in this song.”
    (Eddie Argos)

    7. „Mein Deutsche is nicht sehr gut“, sagt Eddie Argos im obigen Kommentar. Es reicht aber aus, um in „Good Morning Berlin“ die deutsche Textzeile „Kannst du bitte die Luft aus dem Glas lassen?“ einzubauen und zwei Songs deutsche Titel („Schwarzfahrer“, „Kultfigur“) zu geben.

    8. „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out“ wurde vom englischen Folk Musiker Jim Moray produziert. 

    9. Was sagt die Platttenkritik zu „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out“? Bei Metacritic schneidet das Album aktuell etwas besser ab als der Vorgänger. Dieser war laut Metacritic aber auch der bisherige Tiefpunkt im Schaffen von Art Brut. 
    Art Brut en Detail: „Bang Bang Rock & Roll“ (83/100 Punkten),„It’s A Bit Complicated“ (76/100), „Art Brut Vs. Satan“ (75/100), „Brilliant! Tragic!“ (67/100) und „Wham! Bang! Pow! Let’s Rock Out“ (68/100).

    „It’s not a game over. It’s an extra life. I’m born again in a pure white light“, sprechsingt Eddie Argos denn auch zum euphorisch voranpreschenden Opener „Hooray!“, und so aufgekratzt wie er das kundtut, nimmt man ihm das gerne ab. Was folgt, sind mal powerpoppig mit Bläsern aufgepimpte, mal dreckig angeschrammelte, immer aber durchaus griffige Songs zwischen augenzwinkernder Selbstreflexion („Kultfigur“) und einem stoischen Selbstbehauptungswillen, der sich vor allem in der angebahnten Fun-Punk-Energie des Titelsongs Bahn bricht.
    Art Brut mögen längst zum Indie-Anachronismus mutiert sein – Mühe geben sie sich hier allemal.
    (musikexpress)

    Man ahnt bereits beim zweiten Stück "I hope you're very happy together" nichts Gutes, wenn die erste Zeile mit "I know it's a cliché..." eingeleitet wird und ein klassischer Breakup-Song folgt, der außer Missgunst für den ehemaligen Liebespartner nichts zu berichten hat und dessen stromernde Gitarren und das nach Vorschrift agierende Schlagzeug auch nicht für gesteigertes Interesse sorgen. Unangenehm selbstreferentiell die berauschende Wirkung eines Kusses mit einem Auftritt bei "Top of the Pops" gleichzusetzen, zeugt dann auch nicht von kreativen Ausbrüchen. Es passt vielleicht ins Bild, dass sich Art Brut in "Kultfigur" als wenig kommerzielle Outsider-Band inszenieren, dazu würde aber auch gehören, keinen alten Erfolgen nachzurennen, das strengt nämlich nur an und ist gar nicht Rock & Roll.
    (Plattentests)

    10. Trotz des Wohnortes Berlin, sind keine Konzert in Deutschland geplant. 12 Konzerte im Vereinigten Königreich sind zwischen Januar und März 2019 bekannt, anschließend soll eine US Tournee folgen.


  • J Mascis - Elastic days

    J Mascis - Elastic days

























    Auf dern Spuren der Dinosaurier (II)


    Mit Heims "WS" habe ich für mich die fränkische Dinosaur Jr.-Variante entdeckt, daher muss J Mascis sich ja gar nicht erst die Mühe machen, seiner Hauptband auf seinem dritten Solo-Album nachzueifern. Wie bereits auf "Several shades of why" und "Tied to a star" klingen seine Songs angenehm entspannt und folgen häufig dem Muster "Singer/Songwriter/Indiefolk-Start mit lässigem Gitarrensolo gegen Ende". Auf "Elastic days" schenkt Mascis seiner eigenen Stimme mehr Vertrauen und Raum. Das erscheint mir als die nennenswerteste Weiterentwicklung. Ansonsten liefert Mascis ein entspanntes und solides Album unter dem Motto "in Würde altern" ab.

    "See you at the movies", "Sky is all we had", "Give it off" und vor allem "Cut stranger" sind meine Anspieltipps auf "Elastic days".

    Das Video zum Titelsong:

    "See you at the movies":


    Spex:
    Dass er nun auf seine alten Tage auch noch Gesangsunterricht genommen hat, lässt sich am ehesten bei Stücken wie „Cut Stranger“ und „Wanted You Around“ erahnen. Hier entwickelt Mascis einen eigenständigen, an Blues und Americana andockenden Stil weiter, der sich vom typischen Schema seiner Hauptband entfernt. In diesen Momenten wird deutlich: Dieser Mann ist gerade dabei, sich zu einem begnadeten Songwriter alten Schlags zu transformieren – meilenweit entfernt vom fäustereckenden Jugendlichen.

  • Die 10 besten Platten der 80er Jahre

    10. Propaganda - A Secret Wish
    9. Prince - Purple Rain
    8. R.E.M. - Lifes Rich Pageant
    7. The Smiths - The Queen Is Dead
    6. Deacon Blue - Raintown
    5. The Stone Roses - The Stone Roses
    4. The Dream Academy - The Dream Academy
    3. Frankie Goes To Hollywood - Welcome To The Pleasure Dome
    2. Talk Talk - It's My Life
    1. Marillion - Misplaced Childhood

    (ausgewählt von Volker)