Bereits 2010 gründete Lande Hekt im Alter von 17 Jahren zusammen mit Dean McMullen am Exeter College die Punk Rock / Indierock-Band Muncie Girls. 2012 stieß Luke Ellis hinzu und als Trio veröffentlichten sie mit „From Caplan To Belsize“ (2016) und „Fixed Ideals“ (2018) zwei Alben. Anschließend versuchte sich Hekt als Solokünstlerin und brachte über Get Better Records „Going To Hell“ (2021) und „House Without A View“ (2022) heraus. Im folgenden Jahr gingen die Muncie Girls noch einmal auf Tour und lösten sich anschließend auf.
Ihr drittes Soloalbum „Lucky Now“ erscheint nun über ein deutsches Label: Tapete Records, was sich auch gut zusammenfügt, da man in Hamburg den Indie- und Janglepop der 80er Jahre zu schätzen weiß. Denn Lande Hekt wütet solo weniger als mit den Muncie Girls und orientiert sich vielmehr an The Pastels und Tallulah Gosh bzw. zeitgenössischen Nachfolgern dieser Bands - jedoch ohne sich die Zuschreibung zum Label Indierock komplett zu verderben, denn beispielsweise „A Million Broken Heart“ würde auch gut auf „It’s A Shame About Ray“ von The Lemonheads oder jedes Album von Nada Surf passen. Entspanntere, folkige Klänge wie „Middle Of The Night“ könnten auch aus dem Bridgers / Baker / Dacus - Umfeld stammen.
Die 11 Songs von „Lucky Now“ entstanden in Zusammenarbeit mit dem Produzenten und Gitarristen Matthew Simms, der unter anderem Mitglied bei Wire oder Memorials ist, und sind als LP (black Vinyl, red Vinyl) erhältlich.
Dieser britischen Songschreiberin dient auf ihrem dritten Album nun das „Favourite Pair Of Shoes“ als Metapher für die kleine Auferstehung aus Ruinen. Um im Mode/Stil Bild zu bleiben: „Lucky Now“ klingt so klassisch britisch, wie ein Signature-Target-Shirt von Ben Sherman aussieht. Wobei der musikalische Bezugspunkt weniger Mod-Ekstase/-Verzweiflung als ein in den Eighties kultivierter Jingle-Jangle-Pop ist, der aber lieber den Blick frei nach vorn richtet, als auf die eigenen Schuhe zu starren.Dabei ist die Methode in Sachen Dynamik so durchschaubar wie wirkungsvoll, wenn der freundlich singende Gitarren-Sound gern noch mal ein, zwei, drei Umdrehungen anzieht, ohne ganz frei zu drehen. Das wirkt zuweilen statisch, gibt aber später in Songs wie „Submarine“ mehr Nuancen frei. Zwischendurch schmiegt sich „Middle Of The Night“ akustisch an, wenn Hekt diesen Moment feiert, den man gern mal verpasst, weil erst später klar wird, wie schön er eigentlich war.

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