Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Binoculers - There Is Not Enough Space In The Dark

    Binoculers - There Is Not Enough Space In The Dark

























    Hinter Binoculers steckt die in Hamburg lebende Nadja Rüdebusch, die die Wortneuschöpfung ihres Bandnamens wie folgt erklärt:
    Es bezeichnet keinen Gegenstand, sondern Menschen, die nicht nur die Welt wie durch Ferngläser (engl. binoculars) betrachten, sondern deren Innenleben ebenso betrachtet werden kann. Als Linsen dienen Worte und Musik. Eindrücke werden durch sie vergrößert, entrückt, gebrochen und gestreut, je nachdem, wie nah oder fern man ihnen ist und von welcher Seite man sich nähert.

    "There Is Not Enough Space In The Dark" liefert in 43 Minuten 15 Songs, für die Adjektive wie verträumt, entrückt, minimalistisch, kammerfolkig, intim, fantasievoll, entzückend oder sehnsüchtig treffend wären. Rüdebuschs Gesang lässt ein wenig an Suzanne Vega denken, hinzu kommt eine dezente Instrumentierung (Akustikgitarre, gelegentlich Piano, Glockenspiel oder perkussive Effekte).   

    "There Is Not Enough Space In The Dark" ist ihr zweites Album nach "Every Seaman’s Got A Favourite Spaceship" (2009) und erscheint am 02. November über Insular Music. Und zwar nicht nur als CD oder LP (+ Download), sondern über das Label romani ite domum auch auf Kassette.



    Die dunklen Herbsttage stehen vor der Tür. Die Tage, an denen man sich abends in seinem Bettchen verkrümelt und am liebsten für immer drin liegen bliebe. Da greift man doch auch gerne mal ins Folkregal und lässt sich beflügeln von den sanften Melodien der Sinnlichkeit. Binoculers macht eben genau so eine wunderbar verzauberte Musik voller blühender Fantasie. So auch die Wortneuschöpfung des Namens, welcher von Menschen erzählt, die die Welt nicht nur einseitig wie durch Ferngläser (engl. binoculars) betrachten, sondern durchaus auch mal das Innenleben mit Linsen vergrößern. Das Wort und die Musik sollen dabei jene Linsen darstellen.
    Binoculers verkörpert hauptsächlich das, was dabei rumkommt, wenn die gebürtige Hamburgerin Nadja Rüdebusch sich mal wieder in ihrem trauten Heim zur Ruhe setzt, zum Instrument greift und drauflos musiziert. Bewaffnet mit ihrer Akustikgitarre, dem Piano und einem Glockenspiel lädt sie in ein verwunschenes Klangerlebnis ein, welches quer über die See zu Monstern und Raumschiffen ferner Galaxien führt. 
    Die Schönheit liegt hierbei ganz klar in der Schlichtheit minimalistischer Elemente, welche mit vielseitiger Instrumentierung und fragilem, ruhigen Gesang ausgefüllt werden. Dabei singt sie ungefiltert und intuitiv mit einer rührenden Leichtigkeit und Unberührtheit. Es scheint, als malte sie lauter kleine Bilder vor dem inneren Auge, in denen durch die bildhafte Lyrik Geschichten erzählt werden, in die man sich selber nur all zu gut reinversetzen kann.
    (Zolin sagt)




    Die Tournee von Binoculers (entweder mit Band* oder als Duo° mit Nicolai Schorr) startet bereits heute:

    31.10.12 Hamburg - Freiheit & Roosen*
    01.11.12 Düsseldorf - Brause*
    02.11.12 Kassel - Karoshi*
    03.11.12 Aachen- Raststätte*
    04.11.12 Bonn - Café Fabiunke*
    05.11.12 Augsburg - Grandhotel*
    06.11.12 Darmstadt - Oetinger Villa*
    07.11.12 Karlsruhe - NUN*
    08.11.12 Strasbourg (F) - Galerie No Smoking*
    09.11.12 Mannheim - Blau*
    10.11.12 Bad Hersfeld - Buchcafé*
    11.11.12 Hamburg - Die Gesellschaft*
    15.11.12 Berlin - Gelegenheiten°
    16.11.12 Dresden - England, England°
    17.11.12 Leipzig - Dr. Seltsam°
    18.11.12 Kiel - Prinz Willy °
    19.11.12 Bremen - Bismarck 106°
    20.11.12 Dortmund - SissiKingKong°
    21.11.12 Köln - Weltempfänger°
    24.11.12 Jena - Haus auf der Mauer°

  • Belasco - Transmuting

    Belasco - Transmuting


























    Wem Muse zu theatralisch, Radiohead zu experimentell und Coldplay zu langweilig geworden sind, der sollte es einmal mit dem englischen Trio Belasco versuchen. Vier Alben haben Tim Bronlow (Gesang, Gitarren), Duff Bettye (Bass) und Bill Cartledge (Schlagzeug, Gesang) bereits veröffentlicht, wobei das letzte, "61", bereits 5 Jahre zurück liegt, ohne den ganz großen kommerziellen Erfolg zu erzielen. 

    Den Begriff "Transmutation" wird in der Alchemie häufig im Zusammenhang mit der Umwandlung von Edelmetallen zu Gold verwendet. Das gelingt Belasco auf "Transmuting" nicht. Dennoch ist dies ihre bisher abwechslungsreichste Platte geworden. Der Promozettel der Plattenfirma spricht von einer "eklektische Sammlung von Songs" und versucht dies so zu belegen:
    (...) von der atemlosen Hymne des Album-Openers und ersten Single "Moves Like Water" bis zu dem wahrhaft epischem, sechs Minuten langem "Empire"; von der Akustik des low-key "Blanket", bis zum verzerrtem Drive von "Who Do You Love" kombiniert die Band eine straffe Rhythmussektion mit erfinderischen Gitarren-Riffs und dem emotionalem Gesang von Tim Brownlow. 




    Fünf Jahre nach ihrem kraftvoll grollenden vierten Longplayer „61“ hat das Trio den Helligkeitsdimmer wieder etwas aufgedreht und sich der melodiöseren Seite zugewandt. Das bedeutet allerdings keinesfalls, dass ihnen etwas von der vorhandenen Kraft abhanden gekommen wäre. Im Gegenteil: Belaso wirken so frisch wie in ihrer ersten Phase ihres Daseins, mit dem Unterschied, dass sie nun über die Erfahrung und die professionelle Hilfe (u.a. Richie Kayvan, Tom Allom, Kevin Metcalfe) verfügen, um kompakte, in sich geschlossene Songs mit Frontalwirkung zu erzeugen und ein rockendes Album voller Emotionen und Begeisterung abzuliefern.
    (Westzeit)

    Die Platte startet sehr dynamisch. Die Richtung ist klar: Indie Rock mit Einschlag von U2's Bono in der Stimme und eine kleine Portion Melancholie à la Eels - und manche zitieren auch Coldplay, Radiohead oder Interpol. Warum sich die Band zwar weltweit eine Fangemeinde erspielen konnte und recht ansehnliche Plattenverkäufe im fünfstelligen Bereich verbuchen konnte, aber ihr letztlich der große Durchbruch zum Weltruhm, den gefüllten Arenen bislang versagt blieb, wird allerdings bald erkennbar: So energievoll, phantasievoll und professionell sie auch spielen, so schön sich auch die Melodien entwickeln, so geradlinig und abwechslungsreich auch die Songs aufgebaut sind - es fehlt irgendwie das Quentchen Persönlichkeit, das den Erkennungswert "ah, klingt wie Belasco" erweckt. Von vielem schon Bekanntem ist ein Stückchen drin und klingt auch gut, aber der große, schwere Hammer, der ausdrückt "dies ist Belasco!" will nicht fallen. 
    Aber das ändert nichts daran: Wer nach schön gespieltem Indie Rock mit klangvollen Melodien, funkigen bis dreckigen Bassparts, toller Stimme mit erheblicher Bandbreite im Ausdruck von elegisch bis kraftvoll und spannenden Gitarrenparts Ausschau hält - dies Album könnte es sein. Gut zu hören, die Stücke rollen glatt den Gehörgang runter, gut, um beim melodiösen, etwas schwermütigen, typisch britischem Abrocken zu chillen. Gegen Ende der Platte erwachen beim Gitarrenintro zu "What is it" leichte Assoziationen zu Anathema. Und der letzte Song "Eyes" wirkt durch seine entspannte, luftige, psychedelische Art fast skandinavisch; sogar die elektronische Bearbeitung des Gesangs erlaubt sich Experimente, die man bei den übrigen Liedern vermisst. So wird "Eyes" zu einem grandiosen Rausschmeisser, von dem man sich wünschen würde, er wäre der Hineinbegleiter. 
    (Stalker)

  • Dylan Mondegreen - Dylan Mondegreen

    Dylan Mondegreen - Dylan Mondegreen


























    Bisher wurden die Alben des norwegischen Singer/Songwriters Børge Sildnes nur in dessen Heimat, Japan, Korea oder auf den Philippinen veröffentlicht. Für "Dylan Mondegreen", sein drittes Album, das schlicht so betitelt ist wie sein Projekt, stehen aber auch Veröffentlichungen in Nordamerika und im Vereinigten Königreich an, so dass Freunde von Jens Lekman, Acid House Kings oder Kings Of Convenience es auch hier nicht so schwer haben dürften an die Platte (CD und 180g gatefold Vinyl) zu gelangen.

    Zusammen mit Ian Catt (Saint Etienne, The Field Mice) entstanden neun entspannte Folkpop-Songs im Geiste von Burt Bacharach oder Prefab Sprout, die auch auf Streicher und Bläser setzen und gelegentlich sogar vor Saxofon oder Steeldrums nicht zurückschrecken. Doch das mag man Herrn Sildnes ebenso verzeihen wie die "Länge" des Albums von knapp 33 Minuten.   

    Wer wissen möchte, was ein Mondegreen ist, den Verweise ich auf meine Vorstellung des Debütalbums "While I Walk You Home".



    Cast your minds back to those days (around the early 70’s for me) when everything was right with the world and you used to look forward to a sunny Sunday afternoon canoodling with your girlfriend in the local park. Well, those days can be recreated if you listen to this sumptuous recording and (I know it sounds inconceivable in this day and age) just chill out.
    BBC Radio 2 would be well served with the likes of this recording and I and my partner Glenys soaked it up like two octogenarians reminiscing whilst watching a movie featuring Doris Day and Rock Hudson.
    Hopefully you’re now in the right mood for the songs of Norwegian Borge Sildnes aka Dylan Mondegreen. Reminiscent in many ways of those recordings made by the likes of Cifford T Ward and Al Stewart the tracks featured here will bring a feeling of tranquillity and wash over you with its lush orchestration and gently cooed words. I may sound as if I’m going a bit soft but if you’re as bruised by the battles of every day living…as most of us are…then this album could help alleviate some of those problems.
    Sit back, relax and enjoy with a nice cup of Horlicks…Highly recommended.
    (UK Folk Music Magazine)



  • Sons Of Noel And Adrian - Knots

    Sons Of Noel And Adrian - Knots

























    Liebe Mumford & Sons-Fans,

    aufgepasst, denn es muss nicht bei dem einen Album bleiben, dass ihr euch bisher dieses Jahr gekauft habt! Vielleicht wären Sons Of Noel And Adrian eine Alternative, denn ihr müsstet euch noch nicht einmal beim Bandnamen sehr viel Neues merken, auch irgendwas mit Söhnen! Eigentlich ganz einfach. Und wisst ihr, mit wem das Musikerkollektiv aus Brighton befreundet ist? Richtig geraten, mit Marcus Mumford und seinen Mitstreitern. 
    Elf Musiker zählen auf "Knots" zu Sons Of Noel And Adrian und diese spielen sonst auch bei Bands wie The Miserable Rich oder The Leisure Society und unterstützen andere Künstler bei Konzerten, etwa Broken Social Scene oder Laura Marling oder - Tada! - Mumford & Sons. Genau wie eure Lieblingsband haben die Söhne von Noel und Adrian gerade ihr zweites Album veröffentlicht und deren Folk könnte euch auch ganz gut gefallen, auch wenn dieser opulenter arrangiert sowie etwas experimenteller und düsterer ausgefallen ist. 
    Der Trend zur Zweitplatte wird auch immer größer, also "Knots", das gerade über K&F Records auch mit einiger Verzögerung in Deutschland veröffentlicht wurde, bitte bei nächster Gelegenheit kaufen!

    Mit musikalischen Grüßen

    die Söhne vom PvG-Team



    A weighty listen, it is an aptly-titled one too: finger-picked classical guitars form the common backdrop to its songs; thick, knotty tapestries of sound that surge and recede with uncommon poise.
    In fact the whole thing is unapologetically grand, featuring scores of strings, percussionists and woodwind trills to often exhilarating effect. In that respect, opening song The Yard offers a decent blueprint for the eight that follow, working its way from a sweet, picked intro towards crashing great verses and multiple segments that hang together seamlessly. Its nylon strings snap and crackle with purpose, while the momentum provided by the surrounding instrumentation rarely lets up.
    Richardson’s warbling baritone dominates these compositions, a likely divisive vocal that nevertheless suits the group's sound well. Knots’ strengths, though, also play into the one criticism that could be made of it: a heavy, stifling atmosphere that persists throughout – both when the band goes for broke (such as on the caterwauling discord of Big Bad Bold) and during its quieter moments (like the sparse Leaving Mary’s Hand).
    It is clearly intentional on the band’s part, and when they key into their formula with the power and finesse of songs like Jellyfish Bloom the results are thrilling. "Shallow to the deep, shallow to the deep / Jellyfish don’t sink, jellyfish bloom," wails Richardson, all visceral urgency, in a song that must own the stage.
    But over nine (long) tracks the effect can be wearying, so much so that hearing Catherine Cardin’s vocals finally rise to the surface on album closer Heroine is akin to gasping for breath after prolonged submersion; ascending the clouds out of a storm-tossed city. As a pay-off to these taut, lingering tunes it is undeniably powerful, but it also suggests that a couple more similar instances would open the record up and grant it welcome balance.
    By and large, though, Knots is a meaty, satisfying listen, suggesting renewed confidence and greater things to come from Richardson and his cohort.
    (BBC)



    Sons Of Noel And Adrian in Deutschland:

    18.02.13 Hamburg, Kampnagel
    19.02.13 Dresden, Beatpol
    20.02.13 Nürnberg, MUZ
    21.02.13 Reutlingen, franz.K
    22.02.13 Ebensee, Kino Ebensee

  • Ringo Deathstarr - Mauve

    Ringo Deathstarr - Mauve

























    So ist das manchmal: Da hat man bei der ersten Vorstellung einer Band (Ringo Deathstarr) die Bandmitglieder genannt (Elliott Frazier (Gitarre, Gesang), Daniel Coborn (Drums) und Alex Gehring (Bass, Gesang)), ihre Entstehungsgeschichte dargelegt (gegründet 2005 in Texas, mehrere Personalwechsel, erste Singles und EPs folgten ab 2007 und 2010 erschien das erste Album "Colour Trip"), den Bandnamen erklärt (Hommage an den Beatles-Schlagzeuger Ringo Star und den Todesstern aus Star Wars) und Querverweise sowie Referenzen (My Bloody Valentine, The Jesus & Mary Chain) angeboten - und dann hat man beim zweiten Album nichts mehr zu sagen.

    Oder fast nichts mehr: Produziert wurden die 13 Titel auf "Mauve" von Elliott Frazier, aufgenommen wurden sie in Austin, Texas und Los Angeles und die LP Version (1 000 Stück) erscheint auf weißem Vinyl. Musikalisch hat sich zwischen Shoegaze und Noisepop in den letzten beiden Jahren wenig verändert (man könnte auch "in den letzten 20 Jahren" schreiben), auch wenn man den bereits genannten Vorbildern My Bloody Valentine und The Jesus & Mary Chain nun auch noch Ride und Slowdive hinzufügen möchte. 

    Heavy, full-bodied swirls of guitars envelop the listener amid the album’s slow-burning opener “Rip”, which transitions to a sea of jangles and bells, roaring with bravado, on “Wave”. Cinematic bass lines, atmospheric echoes, and distant vocals amplify both “Brightest Star” and “Slack”, transcending straightforward lyrics of lament and love into an array of reverb-drenched guitars and tight percussion from drummer Dustin Gaudet.
    It’s obvious to draw similarities between Ringo Deathstarr and the noise crescendos of The Jesus and Mary Chain, or the seductive lyricism of Slowdive. In particular “Burn” delves into gritty noise, kindled by the vocals of female-male duo Alex Gehring and Elliot Frazier, uncannily emulating My Bloody Valentine’s Bilinda Butcher and Kevin Shields. At least on a subconscious level, the Irish legends’ seminal “Feed Me With Your Kiss” resonated enough with Ringo Deathstarr to become the very apparent roots of “Waste” on Mauve. The sole flaw with Mauve — though, also one of its strengths — lies in the band’s attempt to recreate the rambling, atmospheric tension of those pivotal U.K. bands.
    (Consequence Of Sound)


    Opener and lead single 'Rip' takes its cue from Adam And The Ants' 'Feed Me To The Lions' (seriously), Gehring's distinctive yet seductive vocal taking it into more pastoral waters. It's the brutally eloquent 'Burn' and Wipers-esque 'Drain' that ably demonstrate Ringo Deathstarr's new found fervour. Neither hangs around long enough to outstay their welcome. Both aim for and penetrate the jugular to maximum effect. Similarly the Frazier-led 'Slack' could best be described as punk rock played through distortion pedals, yet fragile on the inside summed up best by its "Do you feel what I feel?" refrain.
    The dreamy 'Brightest Star' is Mauve's curveball. Processed beats collide with floaty atmospherics and Gehring's choral coos. Clocking in at just 13 seconds short of six minutes, it's a radiant interval from the full-on excess of the rest of Mauve. While the eastern-tinged 'Drag' treads a similar woozy path, the potent mix of 'Fifteen' and 'Waste' continue Mauve's fast and furious vein, each kicking and screaming where previously its creators would have laid back waiting in a state of relaxation.
    "Sometimes I know right from wrong" declares Frazier on the Dinosaur Jr meets The Wedding Present 'Do You Wanna', while the intuitive 'Please Don't Kill Yourself' is as heartfelt a plea as its title suggests. Of course there is a possibility that at 13 tracks, Mauve is maybe just a little too long to be digested in one sitting. However, with nothing masking itself as filler here, it would be difficult to trim anything off without Mauve losing any of its impetus or impact.
    Indeed there's very little negative to say about Mauve, other than Ringo Deathstarr may have created a monster - in a good way of course - for themselves. The challenging part is where they go next.
    (Drowned In Sound)

  • Loreen - Heal

    Loreen - Heal

























    ... die andere Grand-Prix-Siegerin.

    Lorine Zineb Nora Talhaoui, wie die 29-jährige Künstlerin mit vollem Namen heißt, wurde mit Hilfe der Casting Show "Idol" (dem schwedischen Äquivalent zu "DSDS") entdeckt und ihre dritte Single "Euphoria" erreichte mit 372 Punkten den ersten Rang beim Eurovision Song Contest 2012 in Baku. Der Song kletterte anschließend in achtzehn Ländern auf Platz 1 der Single-Charts. Ob Loreen auch als Titelverteidigerin beim folgenden europäischen Gesangswettbewerb antreten wird?

    "Heal" ist das erste Album von Loreen. Die 12 Titel wurden von 8 unterschiedlichen Produzenten produziert und bei 8 Titeln wird Loreen mit als Songwriterin geführt. Entstanden ist ein Album nach bester, aktueller, schwedischer Dance-Pop-Schmiede-Kunst. Lag der Reiz bei "Euphoria" noch bei den angrenzenden ruhigen bzw. temporeichen Passagen, so sind diese auf "Heal" fein säuberlich von einander getrennt, was die Songs leider sehr schnell vorhersehbar und langweilig werden lässt. (Man darf auf die Meinungen unseres Pop-Experten gespannt sein....)  
    Mit "My Heart Is Refusing Me", "Sober" und "Crying Out Your Name" liferte das Album bereits drei weitere Singles ab, die jedoch noch nicht einmal in Schweden besonders hoch in die Charts kamen (Rang 9, 26 und 42). Die wenigen Kritiken, die es bisher zum Album gibt, sind recht wohlwollend:
    It goes without saying that those dance tracks are still our favourite parts though. The first three singles, and brand new single ‘Crying Out Your Name’ don’t ever dip below being a 9.5 out of 10 moment, not even for a second (despite the two of those from 2011 – ‘My Heart Is Refusing Me’ and ‘Sober’ – having been remixed for the new album). Then there’s ‘In My Head’ which seems like the no brainer to be the next single after ‘Crying Out Your Name’ (we actually heard that Warner Music AGONISED for quite some time between two songs in particular to be the follow-up to ‘Euphoria’, so we’re guessing this was the other one). It’s big on the strings and big on the drama – two hallmarks of our heroine Loreen. Those who miss the original version of ‘My Heart Is Refusing Me’ on the album, should take a lot of solace from ‘In My Head’. The frantic piano middle eight is pure beauty. Also of note is ‘See You Again’, which is probably the most commercial thing on here aside from ‘Euphoria’ and the brand new version of ‘My Heart Is Refusing Me’. It’s on its own on here though, in that it’s the sort of song that you could imagine anyone singing, not just Loreen. It’s very good, but it’s also quite generic in comparison to the other tracks on here. But we’re the first to the dance floor when we hear a bit of generic pop, so we’re liking it probably a lot more than the Loreen purists will.
    Then there’s the more down-tempo side of the album – in places also a star in its own right. Take ‘Sidewalk’. A third-album-era-Björk-esque production (amazing) that builds and builds into an electrifying crescendo, coupled with a topline that’s on a par with the gut wrenching, classic Loreen melodies that we all know and love from her singles. If she wants to release something a little bit different (in terms of tempo) as the next single, this would be a good choice. It’s the best showcase of the other side to her sound. Other highlights from that other sound are ‘Everytime’ (foregoing a standard song structure in order to tell its story in its own way), and ‘Do We Even Matter’ (the sparsest of productions on the album, paired with one of the most captivating melodies).
    Hooray and hurrah – Loreen has genuinely delivered here. We suspected she probably would, we feared she might not – but trust us, she has.
    (Scandipop)


    Auf knapp 50 Minuten Spielzeit geht es mit zeitgemäßen Popsongs auf hohem Level weiter. Die Musik ist, wie man es aus Schweden kennt, erstklassig komponiert und produziert. Eine aktuelle Instrumentierung und poppig, eingängige Melodien sprechen eher ein junges Publikum an. Dies bekommt jedoch qualitativ gut gemachte Songs, die auf hohem, internationalem Niveau keinen Vergleich scheuen brauchen. Mit der herausragend guten Stimme stellt Loreen Sängerinnen wie Katy Perry oder Rihanna sowieso in den Schatten. Die Produktion und das Songwriting vermitteln Frische und sprechen den Zeitgeschmack an. Wer anspruchsvolle Popmusik mag, wird mit Heal von Loreen seine Freude haben. Es erreicht zwar kein Song die beeindruckende, hohe Qualität von "Euphoria", dennoch zeigen die meisten Titel eine deutlich bessere Beschaffenheit, als gewöhnliche Charttitel. Somit hat das Album sehr gute Chancen auch jenseits einer pubertierenden Zielgruppe ein Publikum zu finden und weit oben in den Hitparden zu landen. Da werden wohl noch ein paar weitere Gold- und Platinauszeichnungen hinzukommen...
    (Rock-Pop-Jazz)

  • Lena - Stardust

    Lena - Stardust

























    Die eine Grand Prix-Siegerin gegen....

    Lena Meyer-Landrut, wie die 21-jährige Künstlerin mit vollem Namen heißt, wurde mit Hilfe der Casting Show "Unser Star für Oslo" entdeckt und ihre erste Single "Satellite" erreichte mit 246 Punkten den ersten Rang beim Eurovision Song Contest 2010 in Oslo. Der Song kletterte anschließend in sechs Ländern auf Platz 1 der Single-Charts. Lena trat als Titelverteidigerin auch beim folgenden europäischen Gesangswettbewerb an und belegte mit "Taken By A Stranger" den 10. Platz.

    "Stardust" ist das mittlerweile dritte Album von Lena. Die 12 Titel wurden von Swen Meyer (Tomte, Kettcar, Olli Schulz) und Sonny Boy Gustafsson (Miss Li) produziert und bei 8 Titeln wird Lena mit als Songwriterin geführt. Entstanden ist ein nettes, unaufgeregtes (aber leider auch nicht aufregendes) Pop-Album mit Sixties-Anleihen, feinen Arrangements (Bläser, Streicher, Handclaps, Xylophon usw. an den richtigen Stellen) und - anders als bei den Platten, bei denen Stefan Raab die Hände mit im Spiel hatte - ohne nervende Ausfälle. 
    Die gleichnamige Vorab-Single erreichte wie "Taken By A Stranger" den 2. Platz der deutschen Single-Charts und auch die Kritiken zum Album sind recht wohlwollend:
    Der große Hit des Albums ist zweifelsohne die erste Single-Veröffentlichung „Stardust“, in der sich Lenas dünnes Stimmchen in den Weiten der Klanglandschaft verliert und die starke, Percussion-lastige Melodie verziert und verzerrt. In den besonders starken Momenten des Songs hört man von Lena nur ein „Ooh-oh-oh-oh-oh-oh-ooh“, was keine Kritik an Lenas Sangeswerk, sondern ein Lob der Komposition ist.
    Dafür darf sie in „ASAP“ gesanglich punkten. Kokett singend fordert sie ihren Loverboy herbei, ihre klare Stimme kommt in der Kollaboration mit der dreckiger klingenden, schwedischen Sängerin Miss Li zum Tragen. Der stark auf polyphonen, eingesungenen Elementen basierenden Melodie verleiht Lena mehr Eindringlichkeit, der Song wirkt im Zusammenspiel der beiden Sängerinnen dynamischer. Er will zwar nicht recht in die bisherige Lena-Diskographie passen, flüstert aber leise: Hier kommt sie, die künstlerische Emanzipation.
    Allerdings ist das nur ein kleiner Funken Innovation, der aus einem ansonsten sehr nach Lena klingenden Album hervorblitzt. Viele ihrer Eigenheiten werden in einer Parade präsentiert: Im letzten Refrain der lieblichen Swing-Nummer „Mr. Arrow Key“ gehen Lena im melodischen Genuschel auf einmal die harten Konsonanten aus, zugunsten des Ohrwurm-Potenzials wird der halbe Refrain von „Pink Elephant“ zahlreichen „ohoh!“s geopfert. Das hätte man besser auch bei „Neon (Lonely People)“ gemacht, dessen Refrain noch einer der höherwertigen flachen Texte ist: „As the sun goes down, / neon is all we have / and it‘s calling all the lonely people.“
    Diese Charakteristiken wirken aber eher charmant, die zwei Girlie-Songs „Day to Stay“ und „To the Moon“ sind hingegen sehr überspringenswert. „Better News“ schlägt zwar eine ähnliche Richtung ein, schafft es aber mit einem klugen Aufbau und einer flotteren Dramaturgie den rosa Plüsch- und Lollipop-Schmalz der ersten beiden Songs abzustreifen. In der ganzen Bubi-Anhimmelei ist damit auch alles an Emanzipation entschwunden.
    Irgendwie will es auch nicht recht in Lenas Selbstverständnis als mittlerweile weniger abhängige Künstlerin passen. Viele Stücke der Songs, neben „Stardust“ und „ASAP“ besonders das flotte „Bliss Bliss“ und das Florence and the Machine-ähnliche „I’m Black“, zeigen, wie sich Lena in Zukunft musikalisch entwickeln könnte. Allerdings gibt es daneben Unspektakuläres wie „Goosebumps“ bis Nerviges in „Day to Stay“, das zu ausgelutscht klingt und den Gesamteindruck doch merklich nach unten zieht.
    (Focus)


    Eigentlich habe sie erst mal ihre Ruhe haben wollen, um in Köln ein Studium anzufangen, heißt es. An der Uni war sie dann aber genau einmal, um sich einzuschreiben. Dann klopfte schon wieder die Plattenfirma Universal an und fragte, ob sie nicht doch ein neues Album aufnehmen wolle. Lena sagte ja und traf sich für zwei kurze, aber offenbar heftige Tage mit der schwedischen Sängerin Linda Carlsson (alias Miss Li). Die Session gab wohl den Ausschlag, sich selbst als Songschreiberin zu versuchen. Die Show, das wurde ihr wohl bewusst, war vorbei. Mit der Entscheidung, als Sängerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen, dürfte aber auch die Erkenntnis gekommen sein, dass endlich die Musik überzeugen muss.
    An den meisten der 12 Titel auf "Stardust" hat sie als Texterin oder Komponistin mitgewirkt, und das, ganz positiv gemeint, hört man. Die Neuerfindung der Musik findet hier natürlich nicht statt. "Stardust" ist ein Album voll gefälligem Radiopop wie die beiden Vorgänger. Doch Lena nimmt die Emanzipation zur Songwriterin mit kleinen, aber spürbaren Schritten in Angriff. Das merkt man schon allein daran, dass sie sich nicht mehr so stark wie früher hinter Manierismen wie ihrem exaltierten englischen Akzent versteckt.
    Die Nummer-sicher-Single "Stardust", die von Rosi Golan geschrieben und vorab veröffentlicht wurde, gehört zu den schwächeren Stücken des Albums, das mit der womöglich intimen Liebeserklärung "To The Moon", dem schnellen "Bliss Bliss" und der Ballade "Goosebumps" durchaus Songs von internationalem Format enthält. Weg ist die Wurstigkeit raabscher Humpta-Produktion, für das unaufdringliche musikalische Gesamtbild sorgte der Hamburger Produzent Swen Meyer, der zuvor für Tomte, Kettcar und Tim Bendzko arbeitete. Es geht um Gefühle, auch die großen, um Heimweh und Sehnsucht nach… ja, nach was eigentlich?
    (Spiegel)

    Lena auf Tour:

    02.04.13 Stuttgart, Theaterhaus
    03.04.13 München, Theaterfabrik
    04.04.13 Nürnberg, Hirsch
    06.04.13 Dresden, Schlachthof
    08.04.13 Berlin, Postbahnhof
    10.04.13 Hamburg, Grünspan
    11.04.13 Kiel, Max
    13.04.13 Münster, Jovel
    14.04.13 Dortmund, FZW
    16.04.13 Köln, Essigfabrik
    17.04.13 Saarbrücken, Garage
    19.04.13 Hannover, Capitol
    21.04.13 Frankfurt, Gibson


    Ob sie das Lied auch spielen wird?


  • Andy Burrows – Company

    Andy Burrows – Company

    cover

     

    Wer Andy Burrows sagt, muss notgedrungen auch noch immer Razorlight denken. Deren Drummer war er von 2004 bis 2009. Doch seit 2009 ist er Gastdrummer bei We Are Scientists und außerdem hat er schon mehr Alben Solo oder “Fast-Solo” veröffentlicht als mit Razorlight. Da war zuerst sein Debüt “The colour of my dreams” im Jahr 2008. Das unter dem Namen I Am Arrows 2010 veröffentlichte Werk “Sun comes up again” produzierte er in Eigenregie. Seine Zusammenarbeit mit Tom Smith von den Editors führte zu “Funny looking angels”.  Mit “Company” erweitert der Engländer seine Diskografie nun um ein recht reines  Pop Album.

    Wie bereits auf “Sun comes up again” umschifft Burrows Razorlights Pathos doch inzwischen traut er sich bereits wieder an poppige und teilweise orchestrale Arrangements heran.

    BBC.CO.UK bringt es auf den Punkt:

    What Andy Burrows does now is in his own hands: this record won’t transform him into an international star, but it will make us forget he was once just a drummer.

    Burrows beweist auf “Company” erneut, dass er Songs schreiben und erstmalig überzeugend, dass auch seine Stimme ein ganzes Album füllen kann. Anfänglich etwas unscheinbar entfalten sich einige der träumerischen Melodien nach wenigen Durchläufen. Diese fesseln nicht dauerhaft, lassen aber auf mehr hoffen. Mit “Company” hat Burrows sich von Razorlight emanzipiert und sein Freischwimmer-Abzeichen verdient. Nun stehen ihm diverse Möglichkeiten offen: Er kann ein gefühlvolles und getragenes (höre “Pet air”), ein rockiges Uptempo- (“Shaking the colour”) oder gar ein überraschend “jazziges” Album (“Maybe you”) abliefern. Die Grundzüge sind alle auf “Company” zu finden. Lassen wir uns überraschen.

    “Company”, “Keep on moving on” und “Shaking the colour” scheinen mir bislang am ehesten erinnerungswürdig.

    Eine “Secret session” mit “Because I know that I can”:

  • I Was A King - You Love It Here

    I Was A King - You Love It Here

























    Der Teenage Fanclub Fanclub namens I Was A King war wieder aktiv und noch nie so nah an seinen Vorbildern wie mit "You Love It Here". Vielleicht liegt das daran, dass die 11 Titel, die Frode Strømstad, Anne Lise Frøkedal und Ole Reidar Gudmestad im April und Mai in Egersund aufgenommen haben, von Robyn Hitchcock und Norman Blake (genau, der von Teenage Fanclub, dem sie bereits mit dem Song "Norman Bleik" huldigten) co-produziert wurden.
    Und auch für das Plattencover wurde mit Donald Milne ein Fotograf engagiert, der bereits für zahlreiche Cover von Teenage Fanclub ("Songs from Northern Britain" und die dazugehörigen Singles) verantwortlich war.

    Das dritte Album der Norweger nach "I Was A King" (2009) und "Old Friends" (2010) ist bisher deren bestes und momentan nur in Skandinavien oder über iTunes zu beziehen. 



    Three albums into their career and the group opens You Love It Here with perhaps one of their best songs, “Frozen Disease.”  The guitar has that nostalgic ring to it, distorted yet melodic.  The song itself has a down-trodden temp, but Frode’s voice has this warmth to it that somehow allows the song to avoid any sense of melancholy, even if that’s the intent of the vocals.  Then they move off into their meat-and-potatoes indie pop, blending slightly angular guitar work, emphatic drumming and harmonies that would make your mother swarm.  ”Leave” is the sort of song that originally endeared me to the group, and it’s clear that even with great producers on hand, you can’t take away a band’s songwriting sensibilities.
    You’ve only got to skip ahead a few tracks to see the progression I Was a King has made in their songwriting; it’s nice to see them holding close to certain aspects, yet still see them pushing forward.  ”Hanging On” isn’t filled with distorted guitars, rather it’s filled with vocal harmonies and light instrument strumming.  I particularly love the change in the vocal pitch that comes in right at 1:40 on your player; this is a mood affecting shift that’s been perfected by the likes of Nada Surf.  Another move that was unexpected, yet welcomed, was Anne taking the lead on “Superhero.”  For the majority of the track, there’s a hint of guitar, though it’s been cleared out in the studio to let her vocal shine through, remaining the perfect focus.  It’s striking, not only for the power in Frokedal’s voice, but in its ability to break up some of the album.  While I love power-pop and such, a little differentiation goes a really long way.
    As always though, the winner on You Love It Here seems to be the sound of the guitars.  ”Food Wheels” enters near the end of the album, and while there’s still that element of swirling guitar, a more rudimentary sound is what struck me most.  The distortion is peeled back, and I dare say that there’s a bit of a jangle to the track.  It’s similar to the earlier appearance of “Eric” on the record, though that track has more of a chugging folk guitar vibe, and a more pronounced rhythm.  All in all, these tiny additional touches demonstrate both exceptional songwriting and the band’s ability to adapt/change.
    Sometimes when I listen to a record like You Love It Here, I want to hold it close to my heart/ears.  It’s the perfect pop record that I can play any time of year, and it will always bring a smile to my face.  That’s selfish though; the whole world needs to get a chance to listen to I Was a King.  If you make one decision today, I beg you to make sure that it’s to pick up this delightful record from our friends in Norway; it’s a decision that will improve your life drastically, I swear.
    (Austin Town Hall)


  • Paul Banks - Banks

    Paul Banks - Banks


























    Sänger bekannter Band solo unterwegs (V)

    Sollte Interpol nach Julian Plenti suchen, so wird diese Fahnung vermutlich erfolglos bleiben, denn Paul Banks hat jenes Pseudonym abgelegt und veröffentlicht sein zweites Soloalbum nach "Julian Plenti Is... Skyscraper" (2009) nun unter seinem eigentlichen Namen. Auch wenn er sich von dem Thema "Wolkenkratzer" wohl noch nicht ganz lösen konnte.
    Doch wird sich "Banks", das wie sein Vorgänger in Zusammenarbeit mit dem Produzenten Peter Katis (Interpol, The National, Frightened Rabbit, The Twilight Sad) entstand, auch punktemäßig in den höchsten Höhen bewegen? Vielleicht, denn zu Beginn gibt es einige Interpol-Momente ("The Base", "Over My Shoulder") und später noch ruhigere, intimere Augenblicke zu erleben, doch aber auch einige halbgare Songs ("Another Chance" und das instrumentale "Lisbon") und Sounds (zahlreiche Sprachsamples), denen das Bemühen anders als Interpol klingen zu wollen zu deutlich anhaften. 

    Julian Plenti konnte bei unserer Endabrechnung 2009 auf Platz 19 landen. Wie wird es wohl für Paul Banks ausgehen?



    Aber bereits im Eröffnungssong „The Base“ stellt der Sänger von Interpol klar, dass er auch ganz anders kann: Zu Beginn des Songs brummt er noch, unterstützt von reichlich Hall, bedeutungsschwanger und weihevoll, wie man es so von ihm kennt. Dann aber wechselt er unvermittelt den Tonfall: Plötzlich singt da ein junger Mann mit einem recht optimistischen Blick auf die Welt.
    Dieses reizvolle Wechselspiel wird den Rest des Albums über anhalten und auch musikalisch seine Entsprechung finden. Denn zwar sind immer mal wieder jene düsteren, maschinenhaften Gitarrenriffs zu hören, mit denen Interpol berühmt geworden sind, aber Banks bricht das Erfolgskonzept seiner Stammband konsequent auf: So frohgemute, freundliche Gitarren, wie sie zum Beispiel durch das Instrumental „Lisbon“ flanieren, hätten bei Interpol niemals die Endabnahme überstanden. In „Paid For That“ kreischen die Gitarren  dann atonal und hysterisch.
    Ansonsten ist nicht nur in „Arise Awake“ zu hören, dass Paul Banks sich die Freizeit gern mal als HipHop-DJ vertreibt: Computer-Beats und Samples bestimmen das Klangbild ebenso wie die Gitarren. Geschickt erweitert Paul Banks auf seinem zweiten Solo-Album den eindimensionalen musikalischen Kosmos von Interpol, ohne ihn aber gänzlich hinter sich zu lassen.
    (Musikexpress)


    Trotz weiterhin entstofflichter Stimme treibt Banks nicht bloß im eigenen Unwohlsein dahin. "Summertime is calling for you child/ To give you a sense of reliance/ To feel at home in a crowd/ The season, the season is calling/ And all of it breathes into one day/ You get out/ So get out" singt der Solitär in "Summertime Is Coming", dem einzigen Julian-Plenti-Stück auf "Banks", ein erstaunlich stämmiges, muskulöses dazu. Mit "The Base" steht der größte Song am Anfang, es folgen das schwächliche "Arise, Awake", ein inselförmiges Instrumental ("Lisbon"), ein etwas wirres "I'll Sue You" und das lärmige "No Mistakes". Kurioserweise beginnt "Over My Shoulder" mit den aus Ryan Adams' "So Alive" bekannten Akkorden. Das kleine Problem, das ich mit "Banks" habe, sind nicht etwa die durchaus zahlreichen und irgendwie outdated wirkenden Sprachsamples, sondern das Fehlen der festlichen, begräbnishaften, erdrückenden Schwere seiner Band Interpol. Doch Paul Banks hat gelernt, und die Allerfertigsten unter unseren Lesern wissen sowieso: Dies ist ein dunkler Ort, weil er ihn dazu macht.
    (Spiegel)



    Paul Banks auf Tour:

    28.01.13 Frankfurt, Mousonturm
    29.01.13 Köln, Gloria
    06.02.13 Berlin, Kesselhaus
    09.02.13 Hamburg, Grünspan




  • Die Heiterkeit - Herz aus Gold

    Die Heiterkeit - Herz aus Gold























    Die Abgeklärtheit. Die Lässigkeit. Die Melancholie. Das Hanseatische. Der Charme. Die Trotzigkeit. Die Trockenheit. Die Pavementesqueheit. Die Neuheit und die Aufgeregtheit:





    Die Unaufgeregtheit. Die Entspanntheit. Die Wärme. Die Schwermütigkeit. Die Schnoddrigkeit. Die Verspieltheit. Die Coolness. Das Dandyhafte:





    Das Understatement. Die Gelassenheit. Der Minimalismus. Die Schrammelei. Die Sprachästhetik. Die Zurückhaltung. Die Leichtigkeit. Die Sympathie.


    Die Songs bleiben im Midtempo, entspanntes Gitarrengeschrammel begleitet den zurückhaltenden, manchmal zarten Gesang Sommers. Das eine Mal trifft so Größenwahn auf Understatement, wie im nonchalanten "Baby, Wein' Mir Keine Träne Nach" oder im tröstenden "Komm In Meine Arme". Das andere Mal speißt die Ahnung von einer Unausweichlichkeit der Zukunft eine eigentümliche Ruhe, wie in "Für Den Nächstbesten Dandy" oder in "Alle Wege". Wer der Band angesichts der simplen Arrangements und der Gleichförmigkeit des Albums aber Unvermögen und Monotonie vorwirft, irrt. Denn es geht der Heiterkeit weder um Virtuosität, noch um Abwechslungsreichtum. Es geht ihnen um Lässigkeit und Entschleunigung. Und das bringt die Platte eindeutig rüber. (laut.de)

    Die Begeisterung. Die Lemonheadsesqueität. Die Nüchternheit. Die Ironie. Die Lethargie. Die Lakonik. Die Larmoyanz.

    Natürlich blinkt und blitzt es an jeder Ecke und an jedem Ende so holzhammerhaft ironisch, dass man sich im ersten Moment beinahe schon belästigt fühlt (ich meine: Eine Band die "Die Heiterkeit" heißt und total unheitere Songs singt, hallo?), aber das ist an "Herz aus Gold" auch wirklich nicht das, auf das man sein Augenmerk legen sollte. Viel interessanter sind die Kleinigkeiten, wie der in seiner uneindeutigen Stimmung wirklich ausgesprochen hübsche Harmoniegesang und die winzigen, ganz leicht atonalen Passagen, die immer so ein bißchen den Eindruck erwecken, als mache hier jede der drei Damen das was sie will und versänke eben nicht in reiner musikalischer und textlicher Lethargie. Hier mal ein Ton daneben, dort mal eine Note verrutscht. Das macht Spaß, weil es eben so schön das Raster der phlegmatischen Vorstellung sprengt, ohne dass es jedem auffällt, denn wer sich abwinkend abwendet, verpasst es. (nillson.de)




    Termine (ohne Gewähr):

    1.11.12 Berlin – Hebbel am Ufer 2
    27.11.12 Nürnberg – Club Stereo
    28.11.12 Stuttgart – Schocken
    29.11.12 München – Feierwerk
    30.11.12 Wien, Österreich - B72
    09.12.12 Rees-Haldern – Haldern Pop Bar
    10.12.12 Frankfurt – Mousonturm
    18.01.13 Hamburg – Uebel & Gefährlich


  • Jason Lytle - Dept. Of Disappearance

    Jason Lytle - Dept. Of Disappearance


























    Sänger bekannter Band solo unterwegs (IV)

    Bevor es zur Grandaddy-Reunion kommt, veröffentlicht Jason Lytle nach "Yours Truly, The Commuter" (2009) noch schnell ein weiteres Soloalbum. Überraschend anders als zuvor fällt sein mit Hilfe von Computern, antiquiertem Equipment und Alltagsgegenständen selbst gebastelter, manchmal  psychedelischer, oft sphärischer LoFi-Pop diesmal auch nicht aus. Aber seltsamer Weise wird er in der deutschen Presse weit weniger positiv aufgenommen als in der englisch sprachigen. Bei Metacritics weist "Dept. Of Disappearance" einen Schnitt von 75 von 100 Punkten bei 10 berücksichtigten Kritiken aus, so kommt das Album im deutschen Rolling Stone zwar auf 3,5 Sterne, im Musikexpress jedoch nur auf 2. Begründet wird dies wie folgt:
    Sein Spezialgebiet scheint allerdings das Verschwindenlassen von Songs zu sein: Denn allzu viele eingängige Melodien versinken hier in einer seltsam undefinierten Flauschigkeit aus zahnlosen Gitarren, schnurrenden Synthesizern und verhallten Stimmen. Selbst, wenn ein Gong das „Matterhorn“ erschüttert, dringt das kaum durch die dicken Lagen aus Watte. Und „Get Up And Go“ wartet zwar mit einem Down-To-The-Floor-Beat und einem Bläsersatz auf, aber auch mit der Intensität eines Schlafliedes.
    Es scheint, als habe Jason Lytle Spinnweben über seine Stücke gelegt, in dem Versuch, einen klassischen Westcoast-Sound zu reproduzieren, aber im Studio ein paar Knöpfchen zu weit gedreht: Das Ergebnis klingt zwar bisweilen pittoresk, aber allzu oft auch ziemlich indifferent. Wie Softrock ohne Rock. Oder als würden Air in einem Chevy über endlose Highways cruisen. Das ist sicherlich eine interessante Idee, aber nicht jede interessante Idee führt notgedrungen auch zu großartigen Ergebnissen.



  • David Byrne & St. Vincent – Love this giant

    David Byrne & St. Vincent – Love this giant

    cover
    Es treten gemeinsam an:


    • 60 Jahre
    • Geboren in Schottland und in der Kindheit in den USA gelandet, lebt in New York City
    • Acht zum Teil wegweisende Studioalben mit den Talking Heads
    • Autor diverser Bücher
    • Labelgründer
    • Künstler, dessen Werke anscheinend deren Präsentation in Ausstellungen rechtfertigen
    • Diverse Soloalben und Soundtracks (z. B. “Here lies love”)
    • Unzählige Kollaboration
    • Schauspieler und Regisseur 
    St. Vincent:
    • Eigentlich Annie Erin Clark
    • 30 Jahre
    • Geboren in den USA, lebt inzwischen in New York City
    • Arbeitete in sehr frühen Jahren als Tourmanagerin für die Band ihres Onkels (Tuck & Patti)
    • War eine Weile Mitglied der Polyphonic Spree
    • Unterstützte anschließend Sufjan Stevens in dessen Tourband
    • Brachte es bislang auf drei Soloalben
    Das Ergebnis ist über einen Zeitraum von drei Jahren entstanden und nennt sich“Love this giant”. Ebenso kantig wie auf dem Albumcover präsentieren sich die beiden Musiker. Bringt der Hörer jedoch ein Mindestmaß an “Bläsertoleranz” mit, wird er mit “Bläser-Trip-Hop” erster Klasse belohnt. Die stellenweise betörenden Melodien sind verteilt auf die Gesangs- und Bläserparts. Üblicherweise sind Duette mit David Byrne eine schwierige Sache, weil nicht viele Stimmen mit seiner wirklich gut harmonieren. Doch St. Vincent ist offensichtlich selbstbewusst genug, neben ihm zu bestehen. Bei einigen Songs tritt sie sogar eindeutig in den Vordergrund. 
    Der “A. V. Club” beschreibt sehr passend die Aufgabenteilung zwischen den beiden:
    On Love This Giant, the album that Byrne and St. Vincent have been recording off-and-on for the past three years, Byrne largely sticks with the sound that’s served him well over the past decade or so of solo projects, drawing on complex worldbeat rhythms and pumping R&B horns to lend his quirky lyrics and jittery vocals some vigor. And St. Vincent does what she does best: mixing sketchy electronics, cinematic orchestrations, and eruptions of guitar beneath her cool, even voice. The two musicians’ styles fit neatly over each other, sounding mutually rhythmic, arty, and full of hermetic insight.
    Trotzdem war das Ergebnis dieser Kollaboration keinesfalls vorgezeichnet. Ich hätte mir auch ganz andere Auswüchse vorstellen können. “Love this giant” ist gewöhnungsbedürftig aber stellenweise einfach nur frech und “funky” und eine willkommene Abwechslung in einem bislang ansonsten wenig überraschenden Musikjahr.
    “Weekend in the dust”, “The one who broke your heart”, “Lazarus” und “I should watch TV” sind meine Lieblingssongs auf “Love this giant”. Den Opener “Who” gibt es auf der Album-Website als kostenlosen Download.

    Die Tour verschlägt die beiden Künstler bis nach Tasmanien. Deutschland-Termine sind leider noch nicht geplant.

    Und es gibt auch bislang kein Video zum Song “Who”:
  • Ian McCulloch - Pro Patria Mori

    Ian McCulloch - Pro Patria Mori


























    Sänger bekannter Band solo unterwegs (III)

    "Pro Patria Mori" steht für "Dulce et decorum est pro mori", das berühmte lateinische Zitat von Horaz, welches so viel bedeutet wie "Süß und ehrenvoll ist es, fürs Vaterland zu sterben". 

    "Pro Patria Mori" ist auch der Titel des vierten Soloalbums von Ian McCulloch, der mit 53 Jahren sicherlich nicht ans Sterben denkt. Eigentlich ist er der Sänger der Band Echo & The Bunnymen, die niemals den ganz großen kommerziellen Erfolg hatte, vielleicht noch am ehesten mit ihren Singles "The Killing Moon" (1984) und "Nothing Lasts Forever" (1997), aber zahlreiche Bands wie Interpol, Editors oder Doves mit beeinflusste. 

    "Pro Patria Mori" wurde über Pledge Music finanziert und ist wohl derzeit auch nur über diese Homepage zu beziehen. Obwohl McCulloch als Vorbilder Lou Reed, Iggy Pop und The Doors nennt, sind die 10 Titel des Albums doch deutlich poppiger geraten und mit Streichern versehen worden. Daher fallen einem zunächst eher Babybird ("Different Trees"), Leonard Cohen ("Lift Me Up") oder die Manic Street Preachers ("Empty As A House"), bei deren "Some Kind Of Nothingness" er auch zuletzt mitsang, als mögliche Vergleiche ein. Ein weitere Einflussquelle ist wohl David Bowie, die sich dann spätestens bei "Me And David Bowie" bestätigt.       

    Zeitgleich erscheint mit "Liverpool Cathedral Live" ein Live-Album mit Echo & The Bunnymen-Titeln, aber lassen wir Ian McCulloch doch selbst zu Wort kommen:
    Hello Pledgemates
    It’s Ian McCulloch here, letting you know about the new solo album project i’m currently working on. I’m in the studio and I feel it’s the same magic in the air as I felt when recording “The Killing Moon” and “Nothing Lasts Forever”, amongst others.
    The album will be available through PledgeMusic, who release records (and records,as in my lyrical and melodic records-records, are what they are) in a totally different, exciting, and personal way to anything that i’ve ever experienced before.
    I’ll let PledgeMusic tell you the details of the various and infinitely superior services they provide compared to others.
    Suffice to say, I’m thrilled about it all again. I just want to say that I can’t wait for the people – you people – to hear these songs and share your feelings about (or Heavens to Murgatroyed, your lack of), and thoughts on them. Because you already know what I think…. “Different Trees”, “Pro Patria Mori” and “Raindrops On The Sun” are the equi-greatest Holy Trinity of songs ever written.
    Sincere thanks and love for your love and belief.
    Ian McCulloch XXX


  • My Heart Belongs To Cecilia Winter - Midnight Midnight

    My Heart Belongs To Cecilia Winter - Midnight Midnight
























    Vor zwei Jahren wurde das Debüt-Album der drei Schweizer von My Heart Belongs To Cecilia Winter hier unter dem Motto "Der einzige Zeuge, noch" vorgestellt. Mit drei Richterstimmen schaffte es die Platte dann aber völlig verdient auf Platz 20 unserer Jahrescharts (bzw. 21 – je nachdem, wie man die Mumford & Sons-Problematik bewertet…). Aber damit nicht genug: 2011 spielte sich die Band trotz eines eher dürftig besuchten Kölner Blue Shells auf Platz 1 meiner Konzertcharts. Und das lag nicht nur am Glitter und an der (von Dirk eher skeptisch betrachteten) Garderobe…

    …die auch weiterhin eine große Rolle im Bandkonzept My Heart Belongs To Cecilia Winter spielt:

    Kulturplatz vom 10.10.2012
    Es ist ein rückhaltloser Folk-Pop, den My Heart Belongs to Cecilia Winter zelebrieren, es ist Musik, die mit hundertprozentigem Einsatz das Glück der Mitternacht packen will. […] Gemastert wurde «Midnight Midnight» in Island, und man meint, etwas vom schwärmerischen Wahnsinn der Sigur Rós herauszuhören. Auch die Vergleiche mit Arcade Fire, die schon länger die Runde machen, werden mit der neuen Platte nicht weniger werden. Immer wieder holt «Midnight Midnight» neuen Schwung, werden Stakkati aufgebaut, und die Celesta, das metallische Himmelsklavier, ist mit ihren Melodien wie Triumphbögen das auffälligste Instrument. (zueritipp.ch)
    In der Tat setzt gerade die Celesta den ohnehin schon tollen Songs noch ein Krönchen auf und man kann gar nicht anders, als den Tönen dieses himmlischen Instruments zu verfallen. Ich kann es zumindest nicht.
    Midnight Midnight handelt von Fluchtautos, Zwielicht, seltenen Wolkenkonstellationen, schönen Narben, dem Jahr 1997, Sex und dem bevorstehenden Weltuntergang verpackt in MHBTCW typische Lo-Fi-Balladen und Noise-Pop-Songs. Die reverb Gitarrenwände, die Paukenschläge und das Schlagzeug von Kusi Gerber, welches in einer leeren Fabrikhalle stehen könnte und die wunderbar harmonierenden Gesänge von Thom Luz und Betty Fischer vermischen sich zu einem Ohrenschmaus, welcher direkt über den Gehörgang ins Blut und kurz darauf ins Herz schiesst. Zum altbewährten kommt eine neue Experimentierfreudigkeit und diverse Tasteninstrumente, welche den Songs die Extranote geben, und das aus sich herauswachsen dieser Band widerspiegelt. (Turnin‘ Wrong)

  • Benjamin Gibbard - Former Lives

    Benjamin Gibbard - Former Lives

























    Sänger bekannter Band solo unterwegs (II)

    Der Sänger von Death Cab For Cutie hatte mit seinem Nebenprojekt The Postal Service sehr großen Erfolg: Das 2003 veröffentlichte Album "Give Up" war nicht nur stilbildend sondern auch eine der erfolgreichsten Platten des Sub Pop Labels. Weniger Beachtung erhielt im gleichen Jahr "Home", eine Split EP mit Andrew Kenny von The American Analog Set, die hierzulande über Morr Music veröffentlicht wurde und beide Musiker in akustischem Gewand zeigte.

    9 Jahre später erscheint nun das erste Soloalbum von Benjamin Gibbard, angefüllt mit 12 Songs, die sich im Verlauf der letzten acht Jahre ansammelten, drei Beziehungen sowie zwei Wohnortwechsel aufarbeiten und ansonsten bisher vermutlich aus qualitativen Gründen nicht berücksichtigt wurden ("Oh, Woe" wäre ein solcher Kandidat) oder nicht ins Konzept von Death Cab For Cutie passten.   

    Auch wenn der Power-Pop von "Teardrop Window" oder der höchst eingängige Indiepop von "Bigger Than Love" (ein Duett mit Aimee Mann) tatsächlich genau so auf einem Album von Death Cab For Cutie zu finden sein könnten und "Lily" die akustische Tradition der "Home EP" fortführt, so zeigt sich Gibbard auch experimentierfreudig: "Something's Rattling (Cowpoke)" durchweht mexikanischer Mariachi-Flair, "Duncan, Where Have You Gone?" ist eine schöne, beatleeske Ballade, "Broken Yolk In Western Sky" versucht sich in Country-Rock und "Shepherd's Bush Lullaby" eröffnet sogar acapella das Album. Nur Spuren von The Postal Service sind auf dem Album nicht zu finden. 

    "Former Lives" demonstriert vor allem seine Hinwendung zu erwachseneren Formen. In Los Angeles lernte er viel von den Altvorderen der alternativen Westcoast-Szene: Jon Brion ("Magnolia"), Michael Penn, Aimee Mann (die in "Bigger Than Love" mitsingt) standen Pate für einen Sound, der sich bewusst vom Indierock löst. Das klingt manchmal nach Jon-Brion-Einmaleins ("Dream Song"), manchmal nach Collegerock-Standards der Neunziger mit einer Prise Roy Orbison ("Teardrop Windows", "A Hard One To Know"), manchmal auch nach spätem John Lennon ("Duncan, Where Have You Gone?"). In "Something's Rattling (Cowpoke)" versucht er sich gar als Mariachi für das soignierte Publikum des "Largo"-Clubs am La Cienega Boulevard, traditionell eine Bühne für aufstrebende Barden. Aber wo bleibt Gibbards eigene Persönlichkeit in diesem lakonischen Westküsten-Zurückgelehne? Droht unterzugehen, sagen wir mal vorsichtig. Zu unscharf, zu wenig zupackend sind die Texte des sonst nicht zimperlichen Songwriters (siehe "Cath…"). Man vermisst das Verkaterte, die Verlorenheit, die langen Nächte vor dem Abgrund, den Sarkasmus und die Bitterkeit, die einem Aimee Mann auch im fröhlichsten Lied noch unterjubeln kann. "Former Lives" hingegen ist eine irritierend unbeschwerte, vielleicht sogar beliebige Sammlung hübscher Pop-Melodien geworden. Vielleicht hätte er sich, statt auf die letzten acht Jahre, auf die letzten acht Monate konzentrieren sollen.
    (Spiegel)



    Benjamin Gibbard kommt für drei Konzerte nach Deutschland:

    29.11.12 Köln, Kulturkirche
    30.11.12 Berlin, Passionskirche
    01.12.12 München - On3 Festival

  • Tim Burgess - Oh No I Love You

    Tim Burgess - Oh No I Love You


























    Bleiben wir noch ganz kurz bei aktuellen Frisurentrends (auch wenn ich nicht glaube, dass folgende Nachahmer finden wird), werfen dann einen Blick auf einige Sänger bekannter Bands, die aktuell solo unterwegs sind und nennen die Reihe:

    Sänger bekannter Band solo unterwegs (I)

    Was Tim Burgess derzeit auf dem Kopf trägt, kann nur mit dem Begriff "Haircrime" bezeichnet werden, nämlich eine Mischung aus blond gefärbtem Pilzkopf und Vogelnest. Was Tim Burgess derzeit musikalisch im Kopf hat, ist wohl das, was ihn persönlich besonders anspricht, was er mit seiner Band The Charlatans jedoch nicht umsetzen kann. 
    Mit der Umsetzung in ein Soloalbum bleibt er sich treu und setzt die Tradition von "I Believe" (2003) fort. Verzichtet hat er bei "Oh No I Love You" aber (bis auf den Song "The Economy") auf den damals etwas anstrengenden Falsettgesang. 
    Auf Anregung von Lampchop-Frontmann Kurt Wagner, dessen Musik Burgess besonders schätzt und der das Album auch mitproduzierte, zog es Charlatans-Sänger nach Nashville. Dort nahm er gemeinsam mit Mitgliedern von Lampchop, Clem Snide, My Morning Jacket oder High Llamas ein ruhiges, stimmungsvolles und intimes Singer/Songwriter-Album auf, bei dem Piano, Slide-Gitarre, Streichern, Bläsern und ein Gospelchor eine besondere Bedeutung zukommt.

    Nun gibt es die Möglichkeit den Song "A Case For Vinyl" zu hören, dazu noch Remixe von "The Doors Of Then" und "White", die auch beide (neben 5 weiteren) auf der limitierten Version des Albums zu finden sind, sowie die Single "White", für die es weiter unten auch ein Video zu einer besonderen Aufführung gibt: 


    The record launches with the vibrant bounce of ‘White,’ which has hints of Metronomy‘s buoyancy layered within the uplifting melody and rousing pulse, with Burgess playing it cool on the solemn vocals while letting the swinging arrangements do most of the work carrying the tune. ‘The Doors Of Then’ has an easy, Kinks-like vibe to it, successfully blending Burgess’ unabashedly English sound with countrified twang of the American south.
    The nostalgic yearn of ‘A Case For Vinyl’ perhaps drags on a bit too long at nearly seven minutes, but is so packed with wistful sentiment that you get carried away in Burgess’ pained look back at how things have changed around him. Things pick back up immediately with ‘The Graduate,’ a rich, vibrant pop song that mixes a churning electric guitar sound with a decidedly retro, jaunty arrangement that hearkens back to the easygoing days-gone-by suggested by ‘Vinyl.’ The first half of the record closes with the string-laden sobriety of ‘Hours,’ which has a breezy, Wings-like sound to it, but plods along a bit while being bound up in its somewhat derivative arrangements and Burgess’ rather simplistic lyrical delivery.
    The second side begins with the simmering beauty of ‘Tobacco Fields,’ which takes a bit too long to reveal itself, but that doesn’t make the grand ending of the track any less stirring. ‘Anytime Minutes’ again taps into the rustic country vibes that course through Nashville, which helps give Burgess a decidedly loose vocal style which suits the song perfectly. ‘The Great Outdoors Bitches’ is a track that is bound to get your attention before you ever even give it a listen, and the playful sonic flourishes augment the number nicely, with the repeated phrase “Everywhere I look reminds me of you” taking on a somewhat caustic feel due to “bitches” being in the title, as if Wagner didn’t want to be made to think of those lingering ghosts from his past as he looked around at the landscape.
    The record begins to draw to a close with ‘The Economy,’ which tries to tackle some weighty issues within its bouncy arrangements, with Burgess straining considerably for the high falsetto peaks that the number demands before the track floats away on the retro guitar riff that takes over at the end. The six-minute closing number ‘A Gain’ contains echoes of The Final Cut-era Pink Floyd, complete with the underlying despair. It takes a while to find its mark, but when the choir kicks in, the song has fully sunk its sombre talons into you, as the record austerely draws to a close.
    Oh No I Love You is yet another sonic left-turn from Tim Burgess, an artist who still keeps things interesting after all these years. And while the album isn’t without its missteps and obvious nods to familiar influences and styles, Burgess has once again challenged himself by trying something new: bringing a bit of Madchester with him to Nashville, and proudly taking a musical piece of Nashville away with him for good measure.
    (The Line Of Best Fit)



  • John Cale - Shifty Adventures In Nookie Wood

    John Cale - Shifty Adventures In Nookie Wood

    cover
    Grundsätzlich interessieren mich Spätwerke alter Helden nur sehr selten. Vor Musikern die in den 60er Jahren im Bereich Rockmusik tätig waren und die den automatisch unterstellten damaligen Lebensstil überlebten habe ich automatisch Respekt. Doch nun hat Cale als ein weiterer Vertreter dieser Gruppe mein Neugier auf seine Musik erweckt.
    Da The Velvet Underground definitiv lange vor meiner musikalischen Wahrnehmungszeitspanne aktiv war, hatte ich die Solowerke John Cales der vergangen 40 Jahre nicht auf dem Radar und  mir war auch egal, dass er mit Musikern wie Nick Drake, Patti Smith, den Stooges, den Happy Mondays und Brian Eno gearbeitet hat. Doch ein Podcast ließ mich kürzlich aufhorchen. Mit “Shifty adventures in Nookie Wood” brachte er vor wenigen Wochen ein zeitgemäßes Electro-/Trip-Hop-Album heraus, welches ich eher von David Bowie erwartet hätte.
    Aufmerksamkeit dürfe der Albumopener “I wanna talk to you” erhalten, weil dieser aus der Zusammenarbeit mit Danger Mouse entstand. Doch die Höhepunkte sind aus meiner Sicht “Scotland Yard”, “Hemingway” und “Nookie Wood”. In der zweiten Spielhälfte lässt die Qualität der Songs leider etwas nach und ab und zu meinte es Cale mit der elektronischen Verfremdung seiner Stimme etwas zu gut. Aber vielleicht ist er sich mit nunmehr 70 Lebensjahren seiner Stimme nicht mehr so sicher.
    Das weitgehend elektronische Werk ist nur an wenigen Stellen so steril, wie man es befürchten könnte. Die Intensität die Cale mit diesen Mitteln erzeugt macht mich neugierig auf seine älteren Platten. Wenn “Shifty adventures in Nookie Wood” die Interpretation Cales die Interpretation der aktuellen Musiklandschaft ist, freue ich mich schon auf seine Meinung in einigen Jahren.
    Die jüngere Generation wird bei dem Gesang sicherlich auch an Paul Banks von Interpol denken. Aber musikalisch verbindet hierbei lediglich der lange Schatten, Ihre dunkel-harmonischen Melodien miteinander. John Cale hinterlässt mit dem neuen Werk ‘ Shifty Adventures in Nookie Wood ‘ schlussendlich einen zufriedenen Hörer, wenngleich man dieses Mal vergeblich darauf wartet, Elemente aus Funk, Rock und Avantgarde in voller Aufrichtigkeit vereint zu sehen.
    Kein Video zu “I wanna talk 2 U”:

    John Cales Deutschland-Tour läuft gerade und der Termin am 23.10. in Hamburg steht noch aus.
  • Martha Wainwright - Come Home To Mama

    Martha Wainwright - Come Home To Mama

























    Schöne neue Frisur, Frau..., nein, das ist ja nur ein Model und nicht Frau Wainwright selbst. Aber irgendwo habe ich diese Frisur in den letzten Tagen doch schon einmal gesehen?!

    Die mittlerweile 36jährige Kanadierin ist vielleicht am ehesten durch ihre Zusammenarbeit mit Snow Patrol auf "Set The Fire To The Third Bar" oder ihren Bruder Rufus bekannt. Doch "Come Home To Mama" ist bereits - neben einem Tribut-Album an Édith Piaf - ihr drittes Album. Es wurde im New Yorker Studio von Sean Lennon aufgenommen, die Japanerin Yuka C. Honda (Cibo Matto) ersetzt Wainwrights Ehemann Brad Albetta auf dem Produzentenstuhl und neben diesen sind noch der Pianist Thomas Bartlett, Wilco-Gitarrist Nels Cline und Dirthy Three-Schlagzeuger Jim White auf dem Album zu hören.

    Highlight ist die sehr Kate Bush-artige Single "Proserpina", die von ihrer vor fast zwei Jahr verstorbenen Mutter Kate McGarrigle geschrieben wurde. Die sich anschließenden "Leave Behind" und "Four Black Sheep" könnten ebenfalls Frau Bush zugeschrieben werden, nur solch' jazzige Skip-Kandidaten wie "Some People" und "I Wanna Make An Arrest" hätte uns Kate sicherlich erspart.
    Die Kritiken sind bisher sehr wohlwollend geraten:  
    Der erste Song täuscht ein Album vor, das dann doch andere Richtungen einschlägt. Hier huscht eine Kate Bush durch plattgetretende Soundlandschaften. Erst die George Harrison-Fingerübung Can You Believe Me zeigt Marthas Talent, so vielleicht auch ihre Berufung. Sie kann sich in einen Song legen. Proserpina ist dann das Highlight. Die Coverversion zeigt Martha ganz bei sich. Nichts bläst sie auf. Sie verwischt Traditionen. Eine Meisterleistung.
    Ihre Stimme ist sehr präsent. Manches übertreibt sie. Sie schmückt zu sehr aus, so dass es etwas aufgesetzt wirkt und nicht die versprochene Intimität eintritt. Ein femininer Sound wurde angestrebt. Was soll das sein? Wenn das Album Fahrt aufnimmt, muss sich Martha immer neu positionieren. Sie ist am stärksten, wenn sie den Song im Rücken hat, wenn das Midtempo sie nicht hetzt. Die etwas theatralische Anmutung verzeiht man ihr bei Textzeilen wie I really like the make-up sex, it’s the only kind I ever get. Die an ABBA erinnernden Electro-Pop-Ausflüge sind nicht immer passend. Sie nehmen das Album auseinander. Sie teilen es in verschiedene Bereiche. Da haben es die Songs schwer, Anklang zu finden. Some People tröpfelt. Hier wurde etwas probiert. Ein Album sollte aber nicht immer ein Spielplatz sein. All Your Clothes und Everything Wrong setzen einen schönen Schlusspunkt.
    (Jahrgangsgeräusche)


    im dritten stück ‘ radio star ‘ schwächelt dann die platte das erste mal und bekommt erst gegen ende die kurve, wenn sich der rhythmus aus seiner lethargischen orientierungslosigkeit entreißt und martha wainwright mit druckvoller stimme ihre schmachtenden formulierungen in eine unaufhaltsame notwendigkeit presst. das gegenteil davon ist der nächste track ‘ proserpina ‘ mit seinen zärtlichen gesängen, den gebrechlichen klängen auf dem klaiver und den wundervollen chören. danach dauert es bis zu ‘ some people ‘, bis erneut ein träumerischer leckerbissen unsere gaumen verzaubert. aufgenommen wurde das album übrigens in new york city im sean lennon’s heimstudio und bietet durchaus seine großartigen und ausergewöhnlichen momente.
    ein weiterer wäre noch das lebhafte ‘ i wanna make an arrest ‘ mit spritzigen gitarren, konfessioneller poesie und schrulligen kleinen elektronischen effekten. ‘ everything wrong ‘ trägt das album schließlich dem ende entgegen und hinterlässt einen durchaus positiven gesamteindruck.
    (oh fancy)

    Um Geld für ihre Tournee zu generieren, greift Martha Wainwright auf Pledge Music zurück: Gegen klingende Münze gibt es wie gewohnt CDs, LPs usw. aber man kann auch Unterwäsche ($20), vermutlich nicht getragen, einen Telefonanruf von ihr ($75) oder ein persönliches Konzert irgendwo auf der Welt ($20.000) käuflich erwerben  

  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)