Platten vor Gericht

Neue Platten bewerten

Platten vor Gericht

dient uns als Plattform, um uns über neue Alben auszutauschen, sie vorzustellen und teilweise heftig zu diskutieren. Seit 2002 bewerten wir alle Alben, die uns zu Ohren kommen, mit Noten von 1 bis 10, so dass am Ende eines Jahres das "Album des Jahres" gekürt werden kann. Auch Gäste unseres Blogs sind herzlich dazu eingeladen, ihre Meinung zu äußern und Bewertungen abzugeben.

  • 1. Vorstellen
  • Nahezu täglich öffnen sich die Pforten des Gerichts, um die Fakten eines neuen Falles darzulegen.

  • 2. Diskutieren
  • Gibt es mildernde Umstände zu beachten? Welche Platten gehören noch vor Gericht gestellt?

  • 3. Bewerten
  • Nicht immer kommen die Richter zum gleichen Urteil und benötigen daher den Beistand der Gastrichter.

  • 4. Auswerten
  • Ein faires Urteil wird mit Hilfe der Durchschnittsnote gefunden und am Jahresende verkündet.

Me

Fachgebiete

Dies sind unsere bevorzugten Betätigungsfelder:

Britpop 80%
Dreampop 50%
Folk 70%
Indiepop 75%
Indierock 90%
Pop 85%
Post-Rock 40%
Shoegaze 60%
Singer/Songwriter 80%

Mixtape

Monatlich stellt Oliver ein Mixtape zum Nachhören der Plattenvorstellungen zusammen.

Revision

Zu besonderen Anlässen werfen wir auch einen Blick auf das Gesamtwerk eines geschätzten Künstlers.

Listening Sessions

Gelegentlich treffen wir uns auf Volkers Sofa zu gemeinsamen Listening Sessions.

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  • Endstand 2015

    Endstand 2015






















    01. Yucatan - Uwch Gopa’r Mynydd (8,750)
























    02. Hail The Ghost - Forsaken (8,500)
























    03. Sufjan Stevens - Carrie & Lowell (8,452)
























    04. The Slow Show - White Water (8,357)
























    05. Noel Gallagher’s High Flying Birds - Chasing Yesterday (8,333)






















    06. The Bronze Medal - Darlings (8,167)
























    07. Life In Film - Here It Comes (8,100)
























    08. Sea + Air - Evropi (8,000)
























    09. Tocotronic - Das rote Album (7,938)
























    10. I’m From Barcelona - Growing Up Is For Trees (7,917)
























    11. Enno Bunger - Flüssiges Glück (7,900)
























    12. Desaparecidos - Payola (7,900)
























    13. Benjamin Clementine - At Least For Now (7,875)
























    14. Anna von Hausswolff - The Miraculous (7,875)
























    15. Editors - In Dream (7,857)
























    16. a-ha - Cast In Steel (7,833)
























    17. A Place To Bury Strangers - Transfixiation (7,833)


























    18. Love A - Jagd und Hund (7,800)
























    19. Belle & Sebastian - Girls In Peacetime Want To Dance (7.781)
























    20. Cheatahs - Mythologies (7,750)





  • Urteilsverkündung durch Volker (2015)

    Urteilsverkündung durch Volker (2015)

























    Es war der 21. April, an dem ich mich fragte, ob ich mein Album des Jahres schon gefunden habe. 8 Monate später kann man sagen: Ja!
    Benjamin Clementine erwischte mich dieses Jahr in der richtigen Stimmung mit seinem spannenden, wunderschön arrangierten, gesanglich herausfordernden Album.

    Dazu gesellen sich wie immer ein paar deutsch(sprachig)e Künstler, ein gute Portion Pop, dieses Mal sogar etwas französischsprachiges, ein wenig Anstrengung an der Orgel und eine Prise Altherren-Rock (wobei Mark Knopfler und Toto mit ihren neuen Alben ganz knapp an der Top 30 gescheitert sind).
    Doch wie gesagt, alles wird überstrahlt von






    1. Benjmin Clementine – At Least For Now
    2. Von Brücken – Weit Weg Von fertig
    3. a-ha – Cast In Steel
    4. The Waterboys – Modern Blues
    5. Above & Beyond – We Are All We Need
    6. Anna von Hausswolff – Miraculous
    7. Noel Gallagher's High Flying Birds – Chasing Yesterday
    8. Destroyer – Poison Season
    9. The Lake Poets – The Lake Poets
    10. Herrenmagazin – Sippenhaft

    11. The Damnwells – The Damnwells
    12. New Order – Music Complete
    13. Jason Isbell – Something More Than Free
    14. Tocotronic – Tocotronic
    15. Patrick Watson – Love Songs For Robots
    16. Du Blonde – Welcome Back To Milk
    17. Radio Havanna – Unsere Stadt Brennt
    18. Public Service Broadcasting – The Race For Space
    19. Guy Garvey – Courting The Squall
    20. Kendrick Lamar – To Pimp A Butterfly

    21. Wolf Alice – My Love Is Cool
    22. Brandon Flowers – The Desired Effect
    23. Belle & Sebastian – Girls In Peacetime Want To Dance
    24. Schmutzki – BÄM
    25. Louane – Chambre 12
    26. Glasscut – Everyone Was A Bird
    27. Corrina Repp – The Pattern Of Electricity
    28. Miley Cyrus – Miley Cyrus & Her Dead Petz
    29. Torpus & The Art Directors – The Dawn Chorus
    30. The Lilac Time – No Sad Songs

    Nicht ganz unerwähnt sollen aber auch noch drei "alte" Helden bleiben, die mich dieses Jahr (bisher) mit ihren Alben enttäuschten. Sufjan Stevens, Villagers und Joanna Newsom haben mich dieses Mal noch so gar nicht gepackt.
  • Urteilsverkündung durch Oliver (2015)

    Urteilsverkündung durch Oliver (2015)



    10 Punkte für ein Album zücke ich ja nicht so oft. Zuletzt 2013 bei Woodkid. Für eine Platte aus den Jahren zuvor müsste ich lange überlegen. Wahrscheinlich ein Album von Sigur Rós lange vor der PVG-Zeitrechnung. Daher verwundert es nicht, dass mein Album des Jahres von einer Band kommt, die gerne als "die walisischen Sigur Rós" bezeichnet werden, aber natürlich mehr sind, als "nur" das und die restlichen Veröffentlichungen des Jahres ziemlich in den Schatten stellen. Nichtsdestotrotz gibt es auch die Plätze 2 bis 30 und die lesen sich wie folgt*:



    01. Yucatan - Uwch Gopa’r Mynydd
    02. The Slow Show - White Water
    03. Hail The Ghost - Forsaken
    04. Benjamin Clementine - At Least For Now
    05. And The Golden Choir - Another Half Life
    06. Oberhofer - Chronovision
    07. Jamie xx - In Colour
    08. Ludovico Einaudi - Elements
    09. Björk - Vulnicura
    10. A Place To Bury Strangers – Transfixiation

    11. Beach Slang - The Things We Do To Find People Who Feel Like Us
    12. Ash - Kablammo!
    13. Westkust - Last Forever
    14. The Rival Bid - Night Remains
    15. Hurricane Dean - N53° E7°
    16. Les Jupes - Some Kind Of Family
    17. Life In Film - Here It Comes
    18. Nena - Oldschool
    19. a-ha - Cast In Steel
    20. The Bronze Medal – Darlings

    21. The Chills - Silver Bullets
    22. Richard Hawley - Hollow Meadows
    23. Algiers - Algiers
    24. Anna von Hausswolff - The Miraculous
    25. BADBADNOTGOOD & Ghostface Killah - Sour Soul
    26. Club 8 - Pleasure
    27. SoKo - My Dreams Dictate My Reality
    28. Nadine Shah - Fast Food
    29. Sizarr - Nurture
    30. Sóley - Ask The Deep

    *in der Annahme und unter der Voraussetzung, dass nicht doch noch in letzter Sekunde das seit Februar angekündigte Album der Chromatics erscheint



    Anhören kann man sich einzelne Songs daraus hier:


    Memories Remain 2015/ Part 1/ Albums from olly_golightly on 8tracks Radio.



    Und wer sich darüber hinaus noch für meine Lieblingssongs des Jahres interessiert - voilà:


    Memories Remain 2015/ Part 2/ Songs from olly_golightly on 8tracks Radio.


  • Urteilsverkündung durch Ingo (2015)

    Urteilsverkündung durch Ingo (2015)






















    Während Dirk überraschend viele deutsche Künsler in seinen Top 30 versammelt hat, zeigt sich bei mir ein deutsches Phänomen mehr in der Spitze denn in der Breite. Wäre mir vorhergesagt worden, dass meine zwei Top-Alben 2015 deutschsprachig sein werden und eines davon von Deichkind kommt... ich hätte 2015 keine Musik gehört. Aber so hat es sich ergeben:

    01. Tocotronic - Rotes Album
    02. Deichkind - Niveau weshalb warum
    03. Sufjan Stevens - Carrie and Lowell
    04. Love A - Jagd und Hund
    05. John Grant - Grey tickles, black pressure
    06. Hail The Ghost - Forsaken
    07. Pelzig - Medium cool world
    08. Yucatan - Uwch Gopa'r Mynydd
    09. Algiers - Algiers
    10. Wilco - Star wars

    11. Jakob Bellens - My convictions
    12. The Slow Show - White water
    13. Florence And The Machine - How big, how blue, how beautiful
    14. A Place To Bury Strangers - Transfixiation
    15. Mammut - River's end
    16. Kafka Tamura - Nothing to everyone
    17. Nadine Shah - Fast food
    18. Black Rivers - Black rivers
    19. Björk - Vulnicura
    20. Motorama - Poverty

    21. Scott Matthew - This here defeat
    22. Aloa Input - Mars etc.
    23. Lower Dens - Escape from evil
    24. Tom McRae - Did I sleep and miss the border
    25. Foals - What went down
    26. Ringo Deathstarr - Pure Mood
    27. The Bronze Medal - Darlings
    28. El Vy - Return to the moon
    29. Modest Mouse - Strangers to ourselves
    30. Editors - In dream
  • Urteilsverkündung durch Dirk (2015)

    Urteilsverkündung durch Dirk (2015)
























    Unter meinen Top 30 Alben sind Platten aus den üblichen Ländern (wie England, USA und Schweden), dazu einige ungewöhnliche (Belgien, Färöer!) und überraschend jede Menge Alben aus Deutschland: So gehen die Plätze 3, 7, 16, 17, 18, 20 , 23, 24, 26 und 29 an heimische Künstler.

    Weniger überraschen: Mein Album des Jahres stammt wieder einmal aus der Feder von Noel Gallagher. Dahinter tummeln sich - erfreulicher Weise - viele Debütanten, wie Hail The Ghost, The Bronze Medal, Yucatan oder The Slow Show. 

    Hier sind meine Lieblingsplatten 2015:















    01. Noel Gallagher - Chasing Yesterday
    02. Hail The Ghost - Forsaken
    03. And The Golden Choir - Another Half Life
    04. Sufjan Stevens - Carrie & Lowell
    05. The Bronze Medal - Darlings
    06. Yucatan - Uwch Gopa'r Mynydd
    07. Enno Bunger - Flüssiges Glück
    08. Beirut - No No No
    09. The Slow Show - White Water
    10. I'm From Barcelona - Growing Up Is For Trees

    11. CocoRosie - Heartache City
    12. Belle & Sebastian - Girls In Peacetime Want To Dance
    13. Death Cab For Cutie - Kintsugi
    14. Balthazar - Thin Walls
    15. The Indelicates - Elevator Music
    16. Prag - Kein Abschied
    17. Love A - Jagd und Hund
    18. Sizarr - Nurture
    19. Lana Del Rey - Honeymoon
    20. Ms. John Soda - Loom

    21. Final Days Society - Icebreaker
    22. Editors - In Dream
    23. Lingby - Twist And Turn
    24. Abby - Hexagon
    25. Diagrams - Chromatics
    26. Hurricane Dean - N53° E7°
    27. Summer Fiction - Himalaya

    28. Eivor - Slor 
    29. Sea + Air - Evropi
    30. The Lighthouse And The Whaler - Mont Royal


  • Schnipo Schranke - Satt

    Schnipo Schranke - Satt
























    Jetzt aber der wirklich letzte Nachtrag einer vergessenen Platte vor Weihnachten: Und was könnte unpassender zu den anstehenden besinnlichen Feiertagen, den liebevoll geschmückten Bäumen und den aufwendig zubereiteten Festmählern sein, als eine Band, die musikalisch bewusst einen äußerst limitierten Anschein erweckt, zwischen NDW und Schlager pendelt, mit komisch-anstößigen Texten aneckt und sich nach Schnitzel mit Pommes und Mayo/Ketchup benannt hat?

    Schnipo Schranke sind Daniela Reis und Friederike "Fritzi" Ernst, die sich an der Musikhochschule Frankfurt kennenlernten, dann Studium-Abbuch und Bandgründung wählten und die Aufmerksamkeit von Rocko Schamoni, Frank Spilker (Die Sterne) oder auch Ted Gaier (Goldene Zitronen) weckten, die das Duo förderten, mit auf Tournee nahmen bzw. produzierten. Ihr Lied "Pisse" wurde letztes Jahr von der intro zum Song des Jahres gewählt und landete auch beim Musikexpress in den Top Ten, über das dazugehörige Album "Satt" wurde im Herbst in allen relevanten Medien (von taz und Jungle World über Spiegel und Welt bis hin zu ARD und ZDF) berichtet und Schnipo Schranke konnten sich letztendlich sogar über eine Platzierung in den deutschen Charts (#63) freuen. 

    Top 63, da braucht es bei Platten vor Gericht am Jahresende einen Durchschnittswert von über 7,0 Punkten - ob Schnipo Schranke diesen erreichen werden?




    Nach ihrem durchschlagenden, weil drastischem Indie-Hit „Pisse“ aus dem vergangenen Jahr setzten Daniela Reis und Fritzi Ernst nun auch auf Albumlänge alles daran, zu zeigen, dass man auch völlig unpolitisch über Sex, Sackhaare, Intimhygiene, durchsoffene Nächte und peinlichen Liebeskummer singen kann. „Wir schreiben Zeile um Zeile aus purer Langeweile“, heißt es im „Schnipo Song“, der direkt auf ein kurzes Intro folgt und als eine Art Eröffnungs- oder Erklärstück die eigene Musik als „neue Schule“ abfeiert. Und weil es so viel Spaß macht für alles und gar nichts zu stehen, singen sie gleich weiter: „Wir spielen nicht aus Vergnügen. Wir wollen, dass sie uns lieben.“ Klar, „Fame“ ist das erklärte Ziel, nicht aber ohne dabei auch noch mit irrsinnigem Witz und schamloser Ironie auf die Leute loszugehen. Und so bekommt man beim Hören der munter-rotzigen Songs im eigentümlichen Spannungsfeld zwischen Schlagzeug, Keyboard, Blockflöte und ausgelassenen Wortspielen vor allem ausgesprochen gute Laune. Ohne dass man immer genau weiß, woher diese Heiterkeit rührt.
    Der Unterhaltungswert der Songs schaukelt nämlich wirklich wunderbar unentschieden zwischen „Feuchtgebiete“, Krawall-Schlager, Mädchenkram und HipHop-Protzerei. Dass dabei genauso gut verquere Liebeserklärungen herauskommen können („Ohne dich schaff’ ich es nicht mal mehr zu Aldi und danach wieder hierher“) wie trashige Sexfantasien („Selbst der Mann im Mond holt sich auf uns munter einen runter“), dass die Körperflüssigkeiten in den Texten mal müffeln und es dann wieder um Obstsalat geht und dass man über Sauereien so unaufgeregt-spröde singen kann wie über einen Topfhandschuh – in all dem zeigt sich auf erfrischende Weise, wie man sich über die Realität, die man besingt, gleichzeitig lustig machen und es trotzdem ganz ernst meinen kann: Weil das Leben die schönste Tragikomödie ist.
    (musikexpress)




    Die seltsam formalisiert wirkenden Songs aus Klavier, Schlagzeug und ein paar Tönen aus dem Synthesizer, bei denen sich jede Zeile auf die nächste reimt, sind dabei so unverwechselbar Schnipo Schranke, dass man nach dieser Band auch gleich ein eigenes Musikgenre benennen könnte.
    Die zwölf Songs handeln dabei ausschließlich von den beiden Musikerinnen selbst. Von ihrer Bocklosigkeit, ihrem Sex, ihren Beziehungen. Mit einem unverschämten Witz und einer schon brutalen Ehrlichkeit, bei der sicher nicht mehr jeder dabei sein will. Und das ist richtig so, denn provokante Kunst, die dann doch alle cool finden, ist scheiße. Die Schönheit des Drastischen, das Irritierende der Ehrlichkeit, die Erhabenheit des Kaputten und the power of real love ergeben ein Album, wie es bisher noch kein vergleichbares gegeben hat. Da kommt der Ruhm von ganz allein.
    (intro)


  • Lingby - Twist And Turn

    Lingby - Twist And Turn
























    Was haben die gestern vorgestellten Locas In Love und Lingby  gemeinsam? Beide stammen aus Köln, beide Bandnamen beginnen mit L, beide setzen auf gemeinsamen oder alternierenden Boy-/Girl-Gesang und beide haben im letzten Jahr eine empfehlenswerte Platte veröffentlicht, deren pünktliche Vorstellung ich verpasst habe. Nein, bei Locas In Love waren es ja deren zwei, also kommen wir zu den Unterschieden.

    Während das Quartett Locas In Love in seiner 15 jährigen Bandgeschichte bereits 7 Alben fertig gestellt hat, kommt das Quintett Lingby - neben dem selbst veröffentlichten "Count The Stars" (2010) - in 10 Jahren nur auf ein Album, das den Titel "Twist And Turn" trägt. Darauf sind 10 Titel enthalten, die mal düsteren, mal eingängigen Orchesterpop vereinen, der in seinen besten Momenten beide Eigenschaften vereint. Groß werden die Songs von Judith Heß, Willi Dück, Carmen Heß, Martin Steinke und Maik Vleurinck, wenn sie in Richtung Rock tendieren oder die Schwestern zu Blechblasinstrumenten greifen. "Like A Stone" und "Two" sind hierfür eindrucksvolle Belege:




    Lingby wirkte auf uns auf den ersten Blick und Höreindruck sehr hip und trendig. Der Sound, den wir durch ihre Single „Two“ zu hören bekommen ist sphärisch und in gewisser Weise minimalistisch. Wie ein typische Single klingt das allerdings nicht, was uns Lingby hier liefern. Singles sind in der Regel ja eingängig oder haben eine Hook, die schon nach ein- oder zweimaligem Hören mit summen können.
    Die Songs auf dem Album wie „Swans“ oder „Be Still“ sind durch Synthie-Klänge gesprenkelt. Doch nicht nur das, sondern es tauchen eben auch hie und da gitarrenlastige Post-Rock Passagen auf. Sehr atmosphärisch bauen Lingby das auf und versetzen uns so ein ums andere mal in Ekstase. Da schwimmen wir bei „House Of Glass“ oder „Forgiveness“ geradezu dahin. Wundervoll!
    Ein wirklicher Aufmunterer ist das Album nicht. Sehr düstere Klänge und tiefe Bässe durchdringen uns da in den 10 Tracks. Leidenschaft, Pathos, manchmal auch etwas übertrieben und überladen wirkend machen Lingby aus dem Album eine tolle emotionale Scheibe. TWIST AND TURN bewegt sich vollkommen unklasssisch in den nicht wirklich zeitgemäßen Indie-Gefilden. Lingby bedient keine Hipster-Klischees und befindet sich dennoch vollkommen an der Spitze der Zeit.
    (soundkartell)




    Die Vinyl-Version von "Twist And Turn" lässt sich für 20,- € im Shop der Band kaufen (auch digital), für etwas mehr kann die im Oktober nachgeschobene EP "Tired Eyes" auf CD direkt dazu erworben werden.

    Und auf ein höchst ungewöhnliches Konzert von Lingby sei ebenfalls noch hingewiesen:
    23.01.16 Köln, Aula der Gesamtschule Rodenkirchen


    Wie eine Big Band mit den Vorgaben eines Kammerorchesters schafft es das Quintett, von Piano bis Horn eine breite Palette an Instrumenten in seine entzückenden Lieder zu packen, den Sound aber trotzdem bescheiden zu belassen und ihn nie zu überfrachten. Zusammen mit Gitarre und Schlagzeug bildet das ein musikalisches Fundament, über das sich der so schwelgerische wie zarte und doch markante Gesang erhebt. Wenn Lingby in »If Anything« die Zeile »This could tear us apart« intonieren, zeigt das, mit was für einer Raffinesse sie ikonische Verse wie die Joy Divisions für ihre eigene nahbare und dennoch komplexe Stimmung umdeuten. Die ist auch dafür verantwortlich, dass man sich die Lieder Lingbys nur schwer auf einer großen Bühne vorstellen kann. Sie wollen kleine Clubs, ein Wohnzimmer vielleicht. In jedem Fall wollen sie deine Nähe.
    (intro)


    Und wenn, wie intro behauptet, die Lieder Lingbys doch nicht auf die große Bühne sondern in ein Wohnzimmer wollen, dann sollen sie sich einfach melden, denn in unserem Wohnzimmer ist immer ein Platz und ein Termin für ein Konzert von Lingby.


  • Locas In Love - Use Your Illusion 3 & 4

    Locas In Love - Use Your Illusion 3 & 4
























    Ups. 273 Tage vor "Kalender" veröffentlichte das Kölner Quartett Locas In Love bereits das Doppelalum "Use Your Illusion 3 & 4" und das bringt uns zu folgenden Fragen: Wie konnte uns das durchgehen? Warum ist vorher eigentlich noch niemand auf diesen Titel gekommen? Und wie oft habt ihr euch tatsächlich das zweite, rein instrumental gehaltene, deutlich in Richtung Krautrock tendierende Album gehört? 

    Im Musikexpress schrieb Björn Sonnenberg im Frühjahr äußert interessant (bis erschreckend) über die schwierige, fast dreijährige Entstehungsgeschichte von "Use Your Illusion 3 & 4" mit ihren zahlreichen professionellen und kostspieligen klanglichen Unterstützern, wie Peter Deimel (Tocotronic, Anna Calvi, The Kills), John Agnello (Sonic Youth, Dinosaur Jr, Okkervil River), Peter Katis (The National, Jonsi, Sigur Ros, Interpol) und Darryl Neudorf (Neko Case, New Pornographers, The Weakerthans), und die daraus resultierende finanzielle Schieflage. Da wundert es einen schon sehr, wie der limitierten LP-Box ein eigens von Stefanie Schrank und dem New Yorker Action Toy-Künstler Peter Kato hergestelltes Vinyl-Toy, den „Dinobot 3000“, beigelegt sein konnte. Offensichtlich haben Locas In Love also einen Hang zu teuren Produzenten und unrentablen Gimmicks. Zu unserem Glück zeigen sie sich aber auch gebefreudig in Bezug auf eingängige Indiepop-Songs ("Wer weiß", "Teile", "Durch die Dunkelheit" und vor allem die The Smiths-Reminiszenz "Da ist ein Licht") und prächtige Videos: 




    Die Gruppe aus Köln seziert Befinden, ohne befindlich zu wirken. Es geht um Freundschaft, um Hingabe, um Liebe, um die damit verbundenen Erwartungshaltungen sowie um Versuche beziehungsweise Weigerungen, all jene zu erfüllen. Was niedergeschrieben trocken klingen mag, funktioniert in der Praxis ganz hervorragend, weil sich die Locas über die Jahre ein eigenes System an Bildern, an Vorstellungen geschaffen haben, aus dem sie immer wieder schöpfen, ohne sich zu wiederholen. Auf USE YOUR ILLUSION 3 & 4 thematisieren sie diese Vorgehensweise einmal ganz konkret: „Neue Sachen“ erzählt nicht nur davon, dass das Dasein in der Band „immer ziemlich gut und immer ziemlich ähnlich“ sei, sondern verweist zudem auf „Sachen“ und „Wintersachen“, zwei der besten Songs aus dem Fundus der Kölner.
    Musikalisch pendelt das Album zunächst zwischen den altbekannten Polen Indie, Wall Of Sound und milder Psychedelia, kippt aber: Die zweite Platte des Doppelalbums ist rein instrumental und ruft weniger die eigenen Stücke als Entsprechendes aus Düsseldorf, Glasgow und Chicago in Erinnerung. Insgesamt eher schleichend, manchmal ausufernd, stets hörenswert.
    (Musikexpress)




    Locas In Love sind Meister darin, Plattitüden wie diese sinnhaft umzudeuten. So wird das von den Smiths adaptierte »Da ist ein Licht« vom Hoffnungsspender zum Blender, weil die Band den Scheinwerfer auf Charaktermerkmale dreht, die uns unangenehm an uns selbst erinnern: Karriere oder die eigene Verkrampftheit etwa. Da reckt das Album den Stinkefinger und drückt energisch in unseren Wunden herum. Weil die Texte und der Gesang auf »Use Your Illusion 3« so zentral sind, halten die Locas auf »Use Your Illusion 4«, dem zweiten Teil der Doppel-CD, einfach mal den Mund. Instrumental ist eine schöne Sprache, und es gibt genug Filme im Kopf, die untermalt werden wollen.
    (intro)




    Zwar haben Locas In Love aus Köln ihr neues Doppelalbum nach einer der theatralischsten Rockbands der vergangenen Jahrzehnte benannt, drin steckt aber genau der schluffige Indiepop, mit dem sich behütete junge Menschen rund um die Jahrtausendwende vom geisteswissenschaftlichen Studieren ablenkten. Wer Die Sterne, Tocotronic oder Blumfeld zu intellektuell fand, hörte schon damals Locas In Love.
    Dass die fast 15 Jahre nach Gründung jetzt bei einem Majorlabel gelandet sind, ist komisch und egal, weil ihr Publikum sich genauso wenig verändert hat wie die Band. Vorn singt Björn Sonnenberg possierlich ungelenke Sätze darüber, dass er sich seit 20 Jahren als Teenager fühlt, zu den Refrains kommt Stefanie Schrank dazu, und das Ruckeln und Flöten und Hauchen dahinter klingt so handgemacht wie eh. Die erwachsenen Geisteswissenschaftler wird das freuen, auch wenn nicht mal die viel mit den elf instrumentalen Stücken auf der zweiten Albumhälfte werden anfangen können.
    (Zeit)


  • Locas In Love - Kalender

    Locas In Love - Kalender
























    Das Jahr der doppelten Plattenveröffentlichungen (IV)

    273 Tage lagen zwischen der Veröffentlichung von "Use Your Illusion 3 & 4" und "Kalender". Album Nummer sechs ließ drei Jahre auf sich warten und das Zustandekommen und die Veröffentlichung waren nicht problemlos erfolgt, so dass in der Zwischenzeit bereits Album Nummer sieben fertig gestellt worden war und ohne Verzögerung erscheinen sollte. Björn Sonnenberg (Gesang Gitarre) hatte sogar so viel Zeit einen 16-seitigen "Aufsatz über das Wesen und das Messen der Zeit, Kalender, Popsongs und meine Band Locas In Love" zu verfassen und Stefanie Schrank fand die Muße einen Wandkalender zu gestalten, der der limitierten Edition der Platte beiliegt. Das Video zur aktuellen Single "Oh!" sorgt dem entsprechend zur Verschmelzung von Album, Album-Cover und Video:




    Die 12 Songs (natürlich!) von "Kalender" sind abwechslungsreich wie das Wetter eines Jahres und zirkulieren zwischen Gitarrenpop und Krautrock, Schlager und Shoegaze, brechen textlich mit Reimschemata und Metrik oder bleiben zweimal instrumental, experimentieren mit elektronischen Klängen, sind hymnenhaft, deprimierend, tanzbar, bittersüß, repetitiv oder auch vertrackt. Also typisch Locas In Love und damit eine tolle Ergänzung für den Gabentisch, so dass der Beschenkte nicht nur akustisch sondern auch optisch gut durchs Jahr 2016 geführt wird.


    In der Best-Of-Indiepop-Liste 2015 stehen Locas In Love ganz oben. Mal wieder. (taz)


    Mit Märkten hat die Band nichts am Hut. Das kommt immer wieder durch zwischen den eingängigen Stücken, den minimal schmalzigen Liebesliedern, den zartbitter besungenen Wirklichkeiten. Zum Beispiel die paar Worte „Es gibt kein richtiges Leben im Bürgerlichen“ in „Oh!“, das zwischen Resignation und Agitation auf knarzigen Synthies dahindriftet. Dieses Driften, Schweifen wohnt vielen Tracks inne, instrumentalen Songs wie dem schleichenden „We Are Cyborg!“ und dem tanzfreudigen „Abstract Machine“, auch hymnenhaften Tracks wie dem bezirzenden „Ruinen“ und dem aufrüttelnden „Ich Werde Ein Lied Für Alle Schreiben“. Zwei Stücke, die sich auf die Seele legen.
    Locas In Love sind seit Jahren Experten für etwas, wovor sich viele Bands hüten, weil die Dosierung schnell schiefgehen kann: Pathos. „Und wie jeder kennst du das Gefühl, alles gegeben zu haben und es war nicht genug. Vielleicht war es nicht alles, vielleicht nicht mal viel. Und wer legt es fest, dieses Genug?“, heißt es in „Ruinen“. Sie finden einfache Worte für Scheitern, für Wut und Trauer und spannen sie in charmante Bögen über ausgeklügelte Harmonien. Das ist die schönste, es ist die einzige Art von Schlager, die man sich vorstellen und die man mehr als ertragen kann.
    (byte.fm)




    Aber auch textlich punkten Locas in Love wie gewohnt durch Ehrlichkeit, Witz und Gesellschaftskritik. Diesmal aber nicht wie beim Vorgängeralbum verpackt in dutzende Anspielungen und Wortspiele, sondern direkter und offener. Eben in neuem “Alphabet” wie schon im zweiten Track festgestellt wird. Besonders nennenswert: Mit “Abstract Machine” und “We Are Cyborg!” haben es wieder zwei knackige Instrumentalstücke auf das Album geschafft von denen vor allem ersterer an die zweite (Instrumental-)Hälfte von “Use Your Illusion 3 & 4″ erinnert.
    Gerade solche Songs dienen als Anzeichen für die Vielfältigkeit der Band und stehen in Kontrast zu den ansonsten eher simpel arrangierten und nicht unbedingt von Variation getragenen Liedern. Stattdessen pflanzen sich Melodien und vor allem Textpassagen ganz unbewusst in den Kopf ein und klingen lange nach. “Oh!” wirkt beispielsweise so simpel und banal, doch am Ende scheint “Oh!” der einzig nachvollziehbare Ausruf zur Stimmungslage des lyrischen Ichs. Traurig aber ehrlich. Das ist dann weit entfernt vom Tanz- und Schunkel-Pop von “Lemming” oder vielen Songs der letzten Platte und kommt über seine Stimmung und Lyrics. Ähnlich bei “35 Tausend Millionen” und “Ich Bin Eine Insel”. Dass dieser Spagat beim Texten auch mal schief gehen kann, hört man in “Gebet”, das sich im fulminanten Endspurt dann aber doch noch musikalisch zu retten weiß.
    (Radio Q)


    Und weil bald Weihnachten ist, haben Locas In Love für ihre Fans noch schnell "Stay Another Day" von East 17 aufgenommen:




  • A Tale Of Golden Keys - Everything Went Down As Planned

    A Tale Of Golden Keys - Everything Went Down As Planned
























    Dank der "10 besten Alben des Jahres 2015" von Nicorola habe ich mich auch wieder an A Tale Of Golden Keys und die kontinuierlichen Bemühungen des Labels sowie des Promoters, "Everything Went Down As Planned" vor Gericht zu stellen, erinnert. Bei der Vielzahl an erscheinenden Platten und eintreffenden Anfragen wird sicherlich das ein oder andere gelungene Album übersehen - das Debütalbum des bayrischen Trios nun nicht mehr. Und das ist auch gut so.    

    A Tale Of Golden Keys sind Hannes Neunhoeffer (Gesang, Gitarre, Piano) und Florian Dziajlo (Bass, Orgel, Gesang), die in Nürnberg leben, sowie Jonas Hauselt (Schlagzeug, Gesang), der regelmäßig zwischen Würzburg und Nürnberg pendeln muss. Nach zwei EPs in den letzten Jahren, nahmen sie gemeinsam mit ihrem Freund und Produzenten Jan Kerscher in dessen Studio „Ghost City Recordings“ die 10 Songs ihrer Debütalbums größtenteils live auf. Via Trickser wurde "Everything Went Down As Planned" im Oktober veröffentlicht und anschließend auf einer von Grand Hotel Van Cleef gebuchten Tour quer durch die Republik präsentiert. Im Frühjahr machen sich  A Tale Of Golden Keys erneut auf die Reise:

    18.02.16 Würzburg, Kellerperle
    20.02.16 Leipzig, Nato
    22.02.16 Hannover, Kulturpalast Linden
    23.02.16 Oberhausen, Druckluft
    24.02.16 Ulm, Roxy
    25.02.16 Duisburg, Krümelküche
    26.02.16 Bielefeld, Bunker Ulmenwall
    27.02.16 Stuttgart, Merlin
    29.02.16 München, Kranhalle


    Fans von Yesterday Shop, The Electric Club, Miles, Slut und Readymade, sowie Freunde melancholischen bis stürmischen Gitarrenpops aus deutschen Landen sollten sich die Termine vormerken und "Everything Went Down As Planned" eine Chance geben.  




    Gleich mit dem wundervollen Opener „All Of This“ ziehen mich A Tale Of Golden Keys in ihren Kosmos. Ein dezentes Piano spielt nur einen Ton, eine wundervolle Stimme setzt ein. Nach 40 Sekunden kommt das Schlagzeug dazu, der Bass setzt wenig später ein. Auf diesem fragilen Fundament entfaltet sich der melancholische Song.
    Diese Melancholie zieht sich durch das ganze Album, aber trotzdem klingen die Songs vorsichtig optimistisch. Und so handelt es sich hier um eine wärmende Melancholie, die mal tröstend, mal treibend und mal mal tanzend daherkommt. So wirken Zeilen wie „Everything Went Down As Planned“ dann auch überhaupt nicht pessimistisch, sondern am Ende sogar euphorisch. Das Cover mit Tyrannosaurus Rex, Velociraptor und Pterodactylus passt sich wunderbar ein, denn trotz der apokalyptischen Szenerie wirkt es nicht wirklich bedrohlich.
    In ihrer eigenen Welt vertreiben A Tale of Golden Keys düstere Gedanken, zaubern wunderbare und zeitlose Melodien. Vielleicht atmen diese nicht immer den Zeitgeist, aber sie klingen super.
    (Nicorola)




    Und dieses ist, was es ist: ein grundsolides Indiepop-Album, das mehr nach 2005 als nach jetzt klingt und doch mit jedem mal Hören wächst. Und irgendwie ist es auch sehr beruhigend mal wieder vorwiegend verspielte und verzerrte Gitarren zu hören, als den hundersten Synthesizer im pluggernden Hintergrund. Ein Tasteninstrument gibt es zwar auch hier, aber das ist geschickt eingesetzt und zaubert wunderbare Klaviermelodien in die Songs. Ein Hauch von Melancholie, durchzieht das ganze Album, aber so richtig traurig scheint das alles nicht. Zwischentöne, Zwischengefühle. Der Klang ist warm und umarmend, die Songs mal melancholisch trotzig, mal treibend. Weil es eben kein nur traurig und nur fröhlich gibt. Und so sieht dann auch der Angriff der Dinosaurier auf dem Cover so gar nicht bedrohlich aus, sondern eher wie die idyllische Übernahme der Natur, gemalt wie für ein Kinderbuch – auch so ein Dazwischen. Dabei legt das Album eine angenehme Leichtigkeit an den Tag. Mit einem lässigen Schulterzucken läuft es vor sich hin, pfeift mal hier und da eine Melodie und ist dabei so unglaublich unaufgeregt.
    (bedroomdisco)





  • The Lake Poets - The Lake Poets

    The Lake Poets - The Lake Poets
























    "The Lake Poets veröffentlicht das Album, das der perfekte Nachfolger des damaligen Tom McRae Debüts gewesen wäre," sprach unsere (er)grau)t)e Eminenz Volker dieser Tage. 
    Da er ansonsten mit Musiktipps geizt, wollen wir dieser Spur folgen...

    The Lake Poets sind nicht ein aus William Wordsworth, Samuel Taylor Coleridge und Robert Southey bestehende Trio, sondern nur Martin Longstaff, der sich den Namen besagter Gruppe englischer romantischer Lyriker entlieh, die sich im 19. Jahrhundert im Lake District niederließen.
    Der 26-jährige Singer/Songwriter wuchs im im Nordosten Englands auf und veröffentlichte mit "Honest Hearts" im letzten Jahr seine erste EP, der im Herbst dieses Jahres das selbstbetitelte Debütalbum folgte, ohne Überschneidungen bei der Songauswahl in Kauf nehmen zu müssen. Die Songs auf "The Lake Poets" konzentrieren sich meistens auf Longstaffs hohen Gesang und seine Gitarre, nur gelegentlich werden sie von Streichern ("Your Face") untermalt, von einer Rhythmusgruppe voran getrieben ("See You Tonight") oder mit einem Piano-Ausklang veredelt ("Vane Tempest"). Neben Tom McRae muss ich häufig an Villagers, The Tallest Man On Earth und die Turin Brakes denken, rutschen die Songs deutlich in Richtung Folk (oder gar Country), dürfen auch The Lilac Time als Referenz herhalten. 
    Aus Sunderland stammt übrigens auch Dave Stewart (Eurythmics), der sich für das Schaffen von Martin Longstaff interessierte und die 11 Songs des Albums in Nashville aufnahm und produzierte.



    The softly powerful Black And Blue opens the album with a disquieting look at domestic violence and is typical of a forthright and often bitter lyrical approach. Woven expertly together by Ned Douglas’ samples, Martin’s songs talk to the past; often with deep-seated regret and asperity. Vane Tempest takes some of that acrimony, aims it at the the effect of the miners’ strike on North East families and employs a memorable guitar duet from Dan Dugmore and Tom Bukova. At times though, that retrospective gaze turns towards more positive memories. In Shipyards he calls out, and pays homage to, his grandfather in a beautifully sparse guitar/vocal offering.
    These intimate forays into the past include the nostalgic childhood memories of 1996 where Dave Stewart’s Fripp-like guitar adds a fifth voice to Colorado’s Holbrook sisters’ (SHEL) backing vocals. Or there’s North View; an upbeat folk/country approach and an impressive degree of fiddle versatility from Ann-Marie Culhoon delivers more wistful childhood memories.
    Martin certainly has his positive side. Your Face provides the album with an excellent single. An uplifting love song with a lighter-than-air approach and a full, rich sound. The violin provides added depth, but it’s still the reigned-back sound that pulls you into the lyrics. In a brief departure from the atmospheric, acoustic approach – See You Tonight is something to give the audience a nudge. More of a full band sound with bass, drums and guitars to the fore. The arrangement succeeds in lifting the pace but it’s as an acoustic act that Martin makes the most of his voice and his lyrical content. The finest example, and stand-out track of the album, being Edinburgh. Vocal, guitar and piano augmented by keyboard atmospheres, makes the best use of those arresting vocals and his impressive ability with a lyrical hook.
    First impressions come from Martin’s distinctive voice. It has a pitch and a purity that immediately stands out – it’s a captivating sound. Soon, though, the lyrical content of this début album makes its presence known. Martin seems to bare his soul to give a song worthwhile content, the kind of deeply personal and emotional song-writing that can all too easily take its toll. For Martin, though, this is grist for the mill, his capacity for forging a strong lyric from his own experience shines through. When combined with his distinctive vocal it’s a heady mixture that’s well worth enjoying.
    (Folk Radio)




    The album was recorded at Nashville’s legendary Blackbird studios under the guidance of friend and mentor Dave Stewart, and features a whole host of Nashville alumni session musicians. The prominent sound over these 11 tracks though, is Longstaff’s delicate guitar work and his even more delicate falsetto vocals. The album then, will stand or fall on the strength of Longstaff’s deeply personal songwriting, and there are certainly moments of tender beauty here.
    ‘Black and Blue’ is a chilling tale of domestic violence, and like the gorgeous ‘Edinburgh’ (surely a future single) and ‘1996’, is a sparse acoustic lament.
    The upbeat and country tinged ‘See You Tonight’ and the single ‘Your Face’ feature fuller productions, electric guitars and strings backing up Longstaff’s Sunderland brogue, and are all the better for it.
    Longstaff’s music has been compared to folk legends Richard Thompson and John Martyn, although it is another British songwriter – Tom McRae, that I am most reminded of. There is a touch of Paul Heaton about the vocals too.
    Album highlight ‘Vane Tempest’ really showcases Longstaff’s lyrical skills, and the story he weaves here, like much of this album, is rooted very much in the North East. It’s a touching tribute to his father, a former coalminer, and is a virtuoso piece of songwriting. When he sings ‘’There will come a time for people like me and you,’’ it’s genuinely heartfelt and affecting.
    The album closes with two further ballads. ‘Shipyards’ and ‘Orphans’ are soft and tender, Longstaff’s voice, gentle guitar and lyrics again front and centre stage.
    Personally I find that singer-songwriter albums that are as sparse as this all the way through, tend to wear a little thin by the end, unless it is something truly exceptional such as a ‘Pink Moon’ or a ‘For Emma, Forever Ago’. Whilst this record (understandably) doesn’t quite fall into that bracket, it’s an album that very rarely lets your attention drift away. The album would certainly benefit from a change of tempo or two though, and those Nashville session musicians could certainly have been put to more use.
    Nonetheless, it’s a very promising album from a very promising artist, and hopefully next time there will be a little more meat on those beautifully constructed bones.
    (NE:MM)


  • The Indelicates - Elevator Music

    The Indelicates - Elevator Music
























    Ein drittes und letztes Mal muss ich noch auf unsere Wohnzimmerkonzerte zu sprechen kommen: Der Besuch von Julia und Simon liegt mittlerweile schon einige Monate zurück. Im Sommer 2014 präsentierten uns The Indelicates nicht nur alte Songs, sondern auch zwei bisher unveröffentlichte Titel, denn Simon arbeitete damals an einem Konzeptalbum, das "Paradise Rocks" heißen sollte und Miltons berühmtes Versepos "Paradise Lost" nach Hawaii versetzt, mit Elvis als Satan. Stilecht wurden die Lieder von ihm auch mit Elvisgesang vorgetragen.

    Julia und Simon haben mittlerweile Nachwuchs bekommen und ihr fünftes Album veröffentlicht. Dieses heißt jedoch nicht "Paradise Rocks" sondern "Elevator Music" und statt Elvisgesang hören wir beide im typischen Wechselgesang und mit einer bunten Revue an unterschiedlichen Musikstilen: Nach einer instrumentalen Piano-Eröffnung, geht "The Noise" dem Namen entsprechend in die punkig-lärmenden Vollen. "Beyond The Radio Horizon" ist Musical-Pop, "The Last Man On The Moon" der beste Magnetic Fields-Song, den ich dieses Jahr hören durfte, "Love And Kindness" vielstimmiger Acapella-Folk, "The Generation That Nobody Remembered" eingängiger Art-Pop usw.

    Ein Konzept gibt es aber dennoch, auch wenn virtuelle Welten und menschliche Isolation wenig mit Hawaii, Elvis und Milton zu tun haben. Das Album lässt sich hier in zahlreichen Varianten bestellen - bei mir war es die Special Edition der Doppel-LP, der zusätzlich ein Aufnäher und ein Begleitbuch mit Texten, Hintergrundinformationen u.ä. beigefügt war, dem ich aber bisher leider zu wenig Beachtung geschenkt habe. Im Gegensatz zur tollen Musik.

    Leider finden The Indelicates und "Elevator Music" in der Presse so gut wie nicht statt, so dass ich nur einen Bericht in der Wiener Zeitung finden konnte: 


    Manierismus und Eklektizismus sind den Indelicates keine Fremdworte. Die Band aus Brighton steht für einen Popentwurf, der ein Hybrid aus Artrock, Glamfolk, Britpop und Varieté-Pathos darstellt und mit bissig-zynischen Texten meist wohltemperiert-harmonische Melodien kontrastiert. Offene Songstrukturen treffen auf überbordende Arrangement-Ideen und theatralische Ansätze. Das Ergebnis sind oft desperat-schöne Songs, die sich weder elegischen Momenten noch lodernden Emotionen verschließen.
    Der Bandkern aus dem Ex-Comedian Simon Clayton und seiner mit Falsettstimme ausgestatteten Kollegin Julia Clark-Lowes hat sich für sein fünftes Album, "Elevator Music", kongeniale Mitstreiter ins Studio geholt und mit ihnen zusammen ein Konzeptalbum über virtuelle Welten, menschliche Isolation und krude Erlösungsideen eingespielt. Den Indelicates gelingt dabei eine gewagte musikalische Burleske, der es weder an Derbheit, Schelmentum oder Ideen fehlt - da und dort aber an traditionellem Songwriting.


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  • Missincat - Wirewalker

    Missincat - Wirewalker
























    Irgendwann kann ich vielleicht einmal eine Plattenvorstellung mit dem Hinweis auf ein anstehendes Konzert in unserem Wohnzimmer versehen. Gestern schrieb ich bereits, wer sich bereits bei uns zu Hause eingefunden und jeweils tolle Konzerte gespielt hat. Fast hätte dies auch bei Missincat funktioniert. 
    Zunächst waren wir auf die verrückte Idee gekommen, Hundreds während ihrer eher akustisch gehaltenen "Tame The Noise"-Tournee anzufragen, erhielten aber leider eine Absage, obwohl die Kombination "freier Termin / Band ganz in unserer Nähe" die Anfrage nicht vollkommen illusorisch aussehen ließ. Kurze Zeit später wurde uns statt dessen ein Konzert mit Missincat, die häufig mit Hundreds tourt, in Aussicht gestellt. Ein Termin war nach einigen Emails recht schnell gefunden, alles übrige abgesprochen, doch dann änderten sich die Planungen für die Tournee hinsichtlich der Bandbesetzung und unser Konzert fiel ins Wasser. Schade.
    Aktuell befinden wir uns aber erneut in der "Ein Termin war nach einigen Emails recht schnell gefunden, alles übrige abgesprochen"-Phase und wenn alles gut geht, dürfen wir Missincat im nächsten Frühjahr bei uns begrüßen. Doch so lange soll die Plattenvorstellung von "Wirewalker" nicht mehr warten müssen.

    Wer ist also diese Missincat, von der hier schon so viel die Rede war? Die in Mailand geborene Caterina Barbieri lebt seit einigen Jahren in Berlin und hat, nach "Back On My Feet" und "Wow", im Frühjahr mit "Wirewalker" ihr drittes Album veröffentlicht. Dieses wurde von Berend Intelmann (Paula, Fotos) und Johannes Saal (Super 700) produziert und mit einem Mehr an Soundlandschaft (Streicher, Pauke, Klavier, dezente Beats) versehen. Orchestraler Pop trifft nun auf mädchenhaften Folk-Charme.  




    Dadurch, dass das Piano zeitweise mehr in den Mittelpunkt gerückt ist, erinnert MissinCat - auch stimmlich - nicht selten an die kanadische Singer-Songwriterin Coeur de Pirate. Es ist aber sicherlich ein Zufall, dass einer der stärksten Songs des Album ausgerechnet „Pirates“ heißt - eine wunderbare Pop-Perle mit berückendem Refrain und miteinander verschleiften Stimmen, die ganz große Gefühle hervorrufen. Mitreißend. Niedlich war gestern.
    „Wolf In A Sheepskin“ ist ein weiterer Höhepunkt auf „Wirewalker“. Das Zusammenspiel von verhaltenem Rhythmus, Akustikgitarre und schwebenden Violinen ruft eine melancholische Wüsten- und Westernstimmung hervor. Atmosphäre schaffen, das gelingt MissinCat durchweg in ihren zehn Songs, die voller Gefühl das Herz anrühren. Ganz große Kunst.
    (Focus)




    Die Musik wirkt reifer und weniger verspielt und kontrastiert dadurch um so stärker mit der immer noch zarten und nach wie vor oft beinahe niedlich klingenden Stimme von Barbieri. Dabei versucht sich die italienischstämmige Multiinstrumentalistin und Wahl-Berlinerin stärker als zuvor auch an Bass und Schlagzeug. Die kräftigen Rhythmen werden weiter nach vorn geschoben, doch prägend bleiben weiterhin Stimme, Klavier und Gitarre. Man hört das Neue und erkennt doch noch das Alte. Das ist es dann wohl, was man gemeinhin „Entwicklung“ nennt.
    An musikalischer Unterstützung fehlt es Barbieri nicht. Mit Berend Intelmann und Johannes Saal haben allein zwei Produzenten an dem Album mitgewirkt; Saal steuerte zudem Gitarre und Orgel bei. Überhaupt sind viele Instrumente im Einsatz: Saxophon, Flöte, Klarinette, Posaune, Geige und Bratsche ergänzen immer wieder die Standard-Rock/Pop-Besetzung. Dankenswerterweise lässt sich Barbieri von verschiedenen fähigen Musikern unter die Arme greifen und macht bei aller Vielseitigkeit doch nicht alles selbst. Das führt zu frischen Einflüssen, oder, wie Barbiere selbst es ausdrückt: „Wichtig war für mich zu lernen, die Kontrolle zu verlieren. Ich habe losgelassen, um zu sehen was passiert.“
    Und es passiert eine Menge auf Wirewalker.
    (alternativ musik)




    Ihr aktuelles Album Wirewalker hingegen macht einen großen Schritt nach vorn. Zwar haftet der Musik immer noch etwas fluffiges an, der fröhliche Sound ist immer noch präsent und doch mischt sich eine gewisse Düsternis hinzu, die man sicher nicht erwartet hätte. Die erste Singleauskopplung Pirates ist so ein Fall: Ein wirklich guter Popsong mit fröhlicher Melodie, die immer wieder von einer plötzlich aufschimmernden Melancholie durchbrochen wird. Man nehme den Pianopart des Intros, der auch im Hauptteil des Songs kurz auftaucht und es schafft, fröhlich und doch entrückt zu klingen. Darüber hinaus bleibt Pirates tagelang im Kopf hängen und verfolgt seinen Hörer. Was kann man sich als Songwriter mehr wünschen?
    MissinCat gelingt es auf Wirewalker einfache und komplexe Instrumentierungen gleichermaßen interessant zu gestalten. Ob solo an der Gitarre oder im kompletten Bandkontext: Die Instrumentierung sowie die grandios-entrückten Backingvocals begeistern wie zu wow-Zeiten.
    (die kopfhörer)




    Es gibt noch keine neuen Konzerttermine zu vermelden, aber vielleicht ist mit etwas Glück auf der nächsten Tournee unser Wohnzimmer dabei... 


  • The Bronze Medal - Darlings

    The Bronze Medal - Darlings






















    Irgendwann kann ich vielleicht einmal eine Plattenvorstellung mit dem Hinweis auf ein anstehendes Konzert in unserem Wohnzimmer versehen. Bisher haben sich Pelle Carlberg, Jonah Matranga (2x), The Indelicates, Enno Bunger und Woodpigeon bei uns zu Hause eingefunden und jeweils tolle Konzerte gespielt. Im Frühjahr hätten The Bronze Medal diese Liste beinahe ergänzt. 
    Im Grunde waren wir uns mit dem Booker schon einig, doch dann kamen uns professionelle(re) Wohnzimmerkonzertanbieter dazwischen, boten gleich drei Konzertmöglichkeiten und schnappten uns die Band vor der Nase weg. Uns blieb letztlich nur der Auftritt in der Kölner Wohngemeinschaft und die Verschiebung der Vorstelung von "Darlings", denn zumindest war eine nachträgliche Vinyl-Veröffentlichung der Platte, die bereits im Oktober 2014 in England erschienen war, angekündigt.

    Mittlerweile neigt sich 2015 dem Ende entgegen, The Bronze Medal haben u.a. das Haldern Festival bespielt und brauchen sich vermutlich nicht mehr um Konzerte in Wohnzimmern zu kümmern. "Darlings" lässt sich immer noch nicht über den Plattenspieler anhören, landete aber, so viel sei bereits verraten, in meinen persönlichen Jahres-Top Ten - ursprüngliches Veröffentlichungsdatum hin oder her. 

    Die Band besteht aus Rory O'Gorman, Chris Hillier, Daniel Rogers, Mike Barnett und Robin Southwell, wird von der Times als "Masters of indie slow-build" bezeichnet und ist Freunden von The National, The Slow Show oder Frightened Rabbit zu empfehlen. Den warmen Worten von The 405 habe ich wenig hinzuzufügen:


    Darlings was recorded and produced in Iceland with Valgeir Sigurdsson, who has previously worked with Bonnie 'Prince' Billy, Damon Albarn and Sigur Rós. It sounds gorgeous. Swelling brass arrangements reminiscent of Efterklang; crisp, bright guitar lines (particularly on standout track 'High Fever') and glittering piano flourishes all contribute to a feeling of warmth, of safety. I can't remember the last time I heard a record so comforting. Opening track 'Tunnel' segues into 'Walls' and nicely showcases two sides of the band: the gentle build and lithe chorus of the former, the busy drums and insistence of the latter.
    Influences are easy to spot, but just as easily transcended. The National, Frightened Rabbit and The Remote Part-era Idlewild all seem to be key inspirations, but crucially The Bronze Medal don't rest too heavily on them; Darlings is sonically quite busy, restless, always looking for the next ear-pleasing detail. The showpiece track 'Darlings', at six-and-a-half minutes, could be a slog, but such is the band's skill at arrangement that it never treads water, patiently introducing and removing layers before a cymbal-crashing release.
    For a band who have been criticised in the past for being a trifle too patient in their approach, Darlings delivers payoff after payoff without sacrificing the tension and build of their earlier releases. Occasionally it can feel a little too mannered, but that is a minor quibble. This is the sound of a band brimming with confidence and now entirely at ease with their sound. They have lived in it for a long time, and they believe in it. You should too.








    The Bronze Medal in Deutschland, aber nicht in unserem Wohnzimmer:

    15.02.16 Köln, Studio 672
    16.02.16 Hamburg, Kleiner Donner
    17.02.16 Berlin, Berghaim Kantine
    18.02.16 Frankfurt, Ponyhof
    06.04.16 Nürnberg, Muz
    07.04.16 Dresden, Ostpol
    08.04.16 Leipzig, Nato



  • Darren Hayman - Florence

    Darren Hayman - Florence

























    Das Jahr der doppelten Plattenveröffentlichungen (III)

    277 Tage lagen zwischen der Veröffentlichung von "Chants For Socialists" und "Florence". Nachdem Darren Hayman für Soloalbum Nummer Elf ein Konzept und zahlreiche Studiogäste hatte, entstand Soloalbum Nummer Dreizehn vollkommen allein im Urlaub zwischen dem letzten Weihnachtsfest und Neujahr in Florenz im Appartment von Elizabeth Morris (Allo Darlin') und Ola Innset (Making Marks). Das melancholische und spärlich instrumentierte (gesang, Gitarre, Ukulele, Electronica) "Florence" bietet 10 Songs in 35 Minuten und ist digital oder als LP erhältlich.

    Wer gut aufgepasst hat, dem ist aufgefallen, dass die Zählung von Haymans Platten von elf direkt auf dreizehn sprang. Album Nummer Zwölf trägt den Titel "Folk Lullabies For Children And The Childless" und versammelt 14 internationale Kinderlieder, die nur digital oder als Kassette ohne Label im Sommer schnell zwischendurch veröffentlicht wurden.




    Der Metascore steht aktuell bei 74/100 Punkten:

    As delicate as these songs are in terms of construction (simple guitar parts, barely-there percussion and Hayman’s vocals--it’s the first album he’s done as a truly solo artist) they really pack a punch. (musicOMH)

    Florence is another excellent addition to Darren Hayman’s sterling oeuvre. (...)
    For the most part Florence is fuelled by little more than Hayman’s voice, ukulele and ever-observant eye for detail as he passes a few days in The City of Lilies during “the nothing between Christmas and New Year”, as “From The Square To The Hill” has it.
    A sprinkling of enchanting rinky-dink electronica on “Break Up With Him” and “Post Office Girl” - Darren’s answer to Bruce Springsteen’s maligned “Queen of the Supermarket”, perhaps? - harks back to his undervalued post-Hefner work with The French.
    Lyrically he’s superb as ever, with an absolutely wonderful portrayal of encroaching middle-age served up with “When You're Lonely Don't Be” (“F*** getting old today, why don’t we just stay this age? A little ache, the right amount of grey...”) but grateful for the opportunity to simply “treasure the small things we know” (“On The Outside"). (The Line Of Best Fit)

    Florence isn’t Hayman’s most ambitious or thrilling work ever, but it’s not supposed to be. A moment’s rest can work wonders on a tired soul. (Drowned In Sound)




    First track Nuns Run The Apothecary turns a stream of mundane details into something inexplicably heartbreaking, with little but a softly strummed guitar as an accompaniment. This is Hayman’s gift – the ability to elevate the quotidian to heights that are almost sacred. This might also explain (if only in part) why religion has played such a distinct role in his lyrics.
    And then there is Break Up With Him. Here the dirty minutiae of relationships takes the place of gentle religious overtones of the first track – it’s the old one-two sucker punch, the bait and switch, the sacred superseded by the seedy – but it’s worked for Hayman for twenty years and it still works now. Here the effect is heightened by a tinny drum machine and a slightly distorted electric guitar.
    From The Square To The Hill is, to paraphrase EM Forster, Florence with no Baedeker, the narrator imploring his companion to ‘walk and then stop when we get bored.’ It’s like a Lonely Planet guide for the genuinely lonely, where all cities are the same, and the populations are all engaged in the same personal struggles.
    Profanity often nestles up to profundity in the space of a single track, or even a couple of lines. When You’re Lonely Don’t Be – simultaneously resigned and optimistic – is typical Hayman in this respect, while On The Outside is just the singer with a fingerpicked acoustic guitar. It is deceptively simple, and contains the heart of the album’s feeling – ‘treasuring the small things we know’
    Hayman is no virtuoso, musically speaking, and knows how to make his shortfalls into advantages. The arrangements on Florence are uncluttered compared with some of his recent work, showcasing the lyrics and the softer but no less idiosyncratic singing style he has adopted since the rawer, punkier Hefner days. In Didn’t I Say Don’t Fall In Love With Him restrained electric backing masks (or perhaps helps to create) melancholy. It builds slowly, the multi-tracked vocals of the refrain commenting on a failing relationship like the chorus in a Greek tragedy. Post Office Girl sees Hayman go all meta on our asses. You think it’s going to be one of those character songs that he does so well like The Librarian or She Can’t Sleep No More, but it does something altogether different and more personal, with the simplest and prettiest of backings, all programmed drums and twinkling keyboard.
    Safe Fall, meanwhile, is more like one of those character songs, only with the narrator at a distance. It is the saddest and most muted moment on a sad and muted record, but is nevertheless not without optimism, and leads perfectly into final track The English Church: a gentle, wordless meditation, a sigh in the form of a song. It is a surprising way to end an album from a performer who puts so much emphasis on lyrics, but Hayman has made a career out of surprising his listeners, and Florence – cutting and pretty, grubby and sexy – is one of his best surprises yet.
    (Folk Radio)






  • Die 10 besten Alben von Nick Cave And The Bad Seeds

    10. Murder Ballads (1996)
    9. Let Love In (1994)
    8. The Boatman's Call (1997)
    7. Skeleton Tree (2016)
    6. Henry's Dream (1992)
    5. Tender Prey (1988)
    4. Push The Sky Away (2013)
    3. Abattoir Blues / The Lyre Of Orpheus (2004)
    2. No More Shall We Part (2001)
    1. The Good Son (1992)

    (ausgewählt von Dirk)