Gaz Coombes - World's strongest man

























Bislang war Gaz Coombes für mich vor allem der ehemalige Supergrass-Sänger. Sein zweites Solo-Album "Matador" aus dem Jahr 2015 fuhr viel Lob und auch eine Nominierung für den Mercury Prize ein. Mich überzeugte es wegen der stellenweisen zu ruhigen Titel nicht vollumfänglich. Doch schon vor einigen Wochen kam mir sein neuer Song "Walk the walk" unter und ich war sofort an Coombes' neuen Album interessiert. Nun wurde "World's strongest man" endlich veröffentlicht.

Im Vergleich zu Supergrass-Zeiten macht es der Engländer seinen Hörern nicht einfacher: "World's strongest man" benötigte bei mir einige Runden, bevor ich das Album einigermaßen fassen konnte. Das ist grundsätzlich kein schlechtes Zeichen. Von Beginn an halfen mir die gefälligeren Titel "Deep pockets" und "Walk the walk", den Lohn für die wiederholte Beschäftigung mit der Platte zu vermuten. Mit der Zeit entpuppten sich auch "Wounded egos" und "Oxygen mask" als Perlen. Vor allem die Titel der zweiten Hälfte bergen viele Radiohead-Momente in sich. Und plötzlich war für mich "The oaks" der hervorstechende Track. 

"World's strongest man" vereint Indierock und lichte Indiepop-Einwürfe mich Post-Rock-Tiefen. Die balladigen Songs bringen mir wie auch auf "Matador" wenig Mehrwert, aber irgendwas ist ja immer. Spätestens jetzt ist Gaz Coombes bei mir nicht mehr nur Supergrass-Nachlassverwalter sondern ein Kandidat für weitere starke Alben.

Was meint der NME?
Coombes’ vocal, of course, gives the whole thing a nostalgic familiarity, but musically it’s an album that, for him, explores some fresh ground. Frank Ocean’s ‘Blonde’ and ‘Channel Orange’ were both influences, not just in their production but in their approach – their pride, in not just prioritising a big pop chorus, but in the smaller sonic details. Therefore, a lot of ‘World’s Strongest Man’ is about feel, a repetitive groove or a slow build (‘Slow Motion Life’). There’s the deft influence of Black Rebel Motorcycle Club on ‘Deep Pockets’, Daft Punk on ‘Shit (I’ve Done It Again)’, Beck on ‘Walk The Walk’ and, a likeness to fellow Oxfordites Radiohead on ‘World’s Strongest Man’ and ‘In Waves’.

"Walk the walk":


Bislang sind leider keine Auftritte in Deutschland angekündigt.

Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

6,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

In der Londoner U-Bahn als sein bestes Album beworben. Das ist es tatsächlich.
7,5 Punkte