Bayuk - Rage Tapes




















Deutschland-Woche bei Platten vor Gericht, Tag 6

Wer?
Der Wahl-Berliner Magnus Hesse, 27 Jahre, steckt hinter dem Bandnamen Bayuk. Sein Album wurde von Tobias Siebert (And The Golden Choir, Klez.e) produziert.

Woher?
Der Nachname leitet in die Irre, denn Hesse stammt aus dem Schwabenland.

Wie viel?
„Rage Tapes“ ist sein Debütalbum, das über Rage Tapes/Believe Digital veröffentlicht wird.

Wann?
„Rage Tapes“ steht seit dem 04. Mai in den Plattenläden.

Welche?
„Rage Tapes“ ist in folgenden Formaten erhältlich: Download, CD und LP (Gatefold Cover).

Wie lang?
Die 9 Songs auf „Rage Tapes“ laufen 44:00 Minuten, wobei sie im Verlauf der Platte, startend bei „The Scales (Weight Two)“ (2:20) und endend bei der Soundcollage „Phantom Track“ (8:30), zunehmend länger und experimenteller werden.

Wie hoch?
Während Linda Hesse mit „Mach ma laut“ Platz 9 der Albumcharts erreichen konnte, fand „Rage Tapes“ von Magnus Hesse leider nicht genug Käufer, um die deutschen Charts zu erreichen.

Wie?
Bayuk sieht aus wie Thomas Anders als Hipster, findet Christian Lehner von radio FM4.
„Rage Tapes“ klingt wie And The Golden Choir trifft Radiohead trifft David Lynch. 

Was?
Als erste Singles wurden „Old June“, „Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz“ und „The Beasts Have Arrived“ ausgewählt:








Warum?
Darum soll man „Rage Tapes“ kaufen:

Bayuk pflanzt dabei noch viele zusätzliche musikalische Samen in die Erde, so dass zarte Streicher sowie Soundcollagen erblühen und daraus kleine strahlende Hits entstehen: "Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz" beispielsweise, ein selten lässiger Track, der als Home-Recording anfängt, dann abbricht und in Studioqualität seine volle Kraft entfaltet.
Solch kleine Details und Spielereien machen "Rage Tapes" zu einem experimentellen Abenteuer zwischen The Notwist, Arcade Fire und Bonnie 'Prince' Billy. Das Album wirkt insgesamt wie ein Gemälde, das mit einer Skizze beginnt, über die nach und nach immer mehr Farbe aufgetragen und aufgetupft wird. Genau so klingt auch die Produktion. Über Bayuks Akustikaufnahmen legte Siebert im Studio viele Effekte, Handclaps, Xylophone, Streicher und Samples.
Vielleicht entsteht deshalb dieser merkwürdig anachronistische Rückwärtseffekt, den die Songs ausstrahlen, verstärkt von Bayuks schillernder Stimme, die abwechselnd an eine Soul-Sängerin und den rückwärts sprechenden Zwerg aus dem Lynch-Universum erinnert.
(laut)


So wandelt Bayuk zwischen einem dreamigen Pop und experimentellen Folk. Strukturen werden unterbrochen oder in langen Eben hinausgezögert, es wird geklatscht und die Drums mit einem Hall überzogen, Synthesizer Sounds zerstückelt und Sprechgesang hinterlegt. Paradebeisipel für ein vollgepacktes Szenario dieser Art bietet der knapp 6 Minuten lange Song Plastic Moon. Auf diesem Album gibt es wahrlich viel zu entdecken. Weitere Experimente in Form der Tracks Lions In Our Bedroom und dem achteinhalb minütgen Phantom Track lassen in der Nachbetrachtung des Albums dann auch Thom Yorke/Radiohead Vergleiche zu. Das klingt mutig, chaotisch, einsam und mystisch. Und wenn dann wieder der mehrstimmige, hallende Gesang im Refrain von If I’d Ever ertönt, ist das ganze auch erhaben und majestätisch. Bei den auf Rage Tapes enthaltenen 9 Songs fällt lediglich der Track Haaappiiiiiiiiiiiiinneeeeezz durch den Geschmacksfilter. Neben der skurrilen Schreibweise des Liedes, erinnert der Song zu sehr an Auld Lang Syne (Nehmt Abschied Brüder), was einfach nicht in das durch die anderen Tracks vermittelte Bild Bayuks passt.
(ICG)


Wann?
Das sind die bisherigen Konzerttermine für Bayuk:
15.05. Berlin - Barkett

23.05. Köln, Theater der Wohngemeinschaft
24.05. Chemnitz, Altra

06.06. Leipzig, Horns Erben

20.06. Stuttgart, Café Galao



Kommentare:

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Gegen Ende unnötig anstrengend. Das ist vielleicht was für den Jazz-Fan in der Runde? 6 Punkte