Isolation Berlin - Vergifte dich




















Deutschland-Woche bei Platten vor Gericht, Tag 12

Wer?
Tobias Bamborschke (Gesang, Gitarre), Max Bauer (Gitarre, Orgel), David Specht (Bass) und Simeon Cöster (Schlagzeug) sind zusammen Isolation Berlin.

Woher?
Bei dem Bandnamen…

Wie viel?
„Vergifte dich“ ist das zweite Studioalbum von Isolation Berlin und wird über Blue Staatsakt / Caroline International veröffentlicht.

Wann?
„Vergifte dich“ steht seit dem 23. Februar in den deutschen Plattenläden.

Welche?
„Vergifte dich“ ist in folgenden Formaten erhältlich: Download, CD und LP (180g schweres Vinyl mit 24-seitigem LP-großem Booklet).

Wie lang?
Die 11 Songs auf „Vergifte dich“ laufen 43:21 Minuten.

Wie hoch?
Nachdem „Und aus den Wolken tropft die Zeit“ vor zwei Jahren bis auf Platz 69 der deutschen Charts kam, erreichte „Vergifte dich“ sogar Rang 30. Verweildauer in der Hitliste: jeweils eine Woche.

Wie?
„Vergifte dich“ klingt wie Rio Reiser trifft Die Nerven trifft Element Of Crime trifft DAF  trifft Jansen. 

Was?
Als erste Single wurden bereits im letzten Jahr „Kicks“ ausgekoppelt, „Marie“ wurde anschließend ausgewählt:






Warum?
Darum soll man, falls noch nicht geschehen, „Vergifte dich“ kaufen:

Die Lieder von „Vergifte dich“ sind beängstigend nah am Leben. Oder besser: Sie trotzen dem oft grauen Alltag eine Würde ab, verleihen dem Unbehagen an der Gesellschaft einen nihilistischen Glanz. Musikalisch oszilliert das Album zwischen berauschtem Kneipenlied und pessimistisch nachtretendem Post-Punk. Aber wie zart ist „Vergeben heißt nicht vergessen“! Dafür kann man sie gar nicht genug lieben.
(Rolling Stone)

„Ich war schon überall, ich hab alles schon erlebt“, nölt Bamborschke in der ersten Single „Kicks“, taumelnd zwischen Apathie und Angriffslust. Hallo DAF, hallo Selbstverschwendung. Körperlicher, zwingender als bislang brechen sich No Wave und Postpunk hier Bahn; in den Nachtmomenten der Platte hingegen klingt die Gitarre sacht und traurig wie Neuschnee auf dreckigem Asphalt.
Sicher, Bamborschke schreibt noch immer schönste Alltagslyrik, die erahnen lässt, wie sich die frühen Element of Crime angehört hätten, wären sie nicht schon immer alte Seelen gewesen. Zu ungekannter Größe aber finden Isolation Berlin, wenn sie das Abstraktionslevel erhöhen, etwa bei „Melchiors Traum“, dem bisher wohl komplexesten Song der Band. All das fügt sich zu einem Album, das versucht, uns auf Distanz zu halten. Und uns Romantiker, Schnösel, Hedonisten genau deshalb umso heftiger packt.
(musikexpress)

Wenn das nun Spelunken-Pop (»In deinen Armen«) oder gar Berliner Schule ist, dann passt das entweder besser nach Hamburg oder hat schon jetzt die meisten Klassenbucheinträge. Aufmüpfiger Noise (»Vergifte dich«), melodiöse Piano-Liebelei (»In deinen Armen«) und schlaftrunkene Synthies kippen dem Imperativ des Albumtitels schizophrene, aber immerhin klare Sounddestillate ins Schnapsglas. Von schwelgerischer Melancholie bleibt eigentlich nur Tristesse übrig, die Traditionslinie tagebuchtauglicher Poesie findet dennoch ihr Plätzchen. Für »Marie« trotzdem blöd: Sie ist mit Sicherheit die letzte Germanistik-Kommilitonin, die auf den romantischen Nihilismus Bamborschkes reinfällt. Mit »Die Leute«, ganz sicher aber mit »Kicks«, einer Ode irgendwo zwischen Electro-Punk und selbstzerstörerischer Individualitätstheorie, gelingt Isolation Berlin dann auch noch der Hit, den diese bewusstseinsströmenden Notizen nicht mal gebraucht hätten.
(intro)

Wann?
Kein Konzert von Isolation Berlin in den letzten beiden Monaten besucht? Pech, gestern war das letzte von rund 30 Konzerten!


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