Belly - Dove




















Im Sommer 1995 fand an einem Badesee bei Düren ein eintägiges Festival statt, dessen Lineup wie für mich gemalt war: Belly stellten ihr zweites Album „King“ vor, Oasis standen noch vor der Veröffentlichung von „(What’s The Story) Morning Glory?“, The Cranberries hatten mit „Zombie“ kürzlich eine Nummer Eins-Single in Deutschland und R.E.M. konnten als Headliner auf Songs von „Monster“, „Automatic For The People“ und „Out Of Time“ zurückgreifen. 

Im Jahr zuvor fand an gleicher Stelle das Superbang Festival (mit Red Hot Chilli Pppers, Soundgarden, Midnight Oil, Primal Scream u.v.m.) statt, im folgenden Jahr traten dort ZZ Top und Neil Young gemeinsam auf, danach war der Festivalort am Badesee Geschichte. Auch für die Bands des Jahres 1995 war nach und nach Schluss: Seitdem haben sich Belly (1996), Oasis (2009) und R.E.M. (2011) aufgelöst und auch The Cranberries werden nach dem überraschenden Tod von Sängerin Dolores O’Riordan Anfang dieses Jahres niemals mehr auftreten. 

Die Chancen auf eine Reunion und/oder neue Platte dürfte bei den drei verbliebenen Bands höchst gering sein. Dachte man zumindest, bis Belly es Michael Stipe und Co. sowie den Gallaghers vor machten: In der Besetzung Tanya Donelly (Gesang, Gitarre), Thomas Gorman (Gitarre, Keyboards, Gesang), Gail Greenwood (Bass, Gesang) und Chris Gorman (Schlagzeug) raufte man sich 2016, also 20 Jahre nach dem Ende der Band, wieder zusammen, ging auf Tournee und letztendlich wieder ins Studio. 

Das Ergebnis ist 11 Songs stark, trägt den Titel „Dove“ und knüpft stilistisch da an, wo Belly nach „Star“ (1993) und „King“ (1995) aufhörten. Ganz so, als wäre es 1998 und nicht 2018. Zwar gibt es mit „Artifact“ eine etwas überraschende Stippvisite im Country, der Rest ist aber so, als wären Belly nie fort gewesen. Aber Halt! Eine Einschränkung muss man machen, denn leider gelingt dem Quartett kein Song wie „Gepetto“, „Feed The Tree“, „Super-Connected“ oder „Seal My Fate“, um aus jeder Platte zwei tolle Singles zu nennen, dessen Melodie sich festbeißt so dass man diese auch in zwei Jahrzehnten noch vor sich hinsummen kann. Zumindest an diesem Aspekt der Reunion sollten sich R.E.M. und Oasis kein Beispiel nehmen.

In den oberen Gefilden unserer Jahrescharts wird „Dove“ sicherlich keine Rolle spielen, so dass wir vor allem auf das direkte Duell mit „All Nerve“, dem dem Comeback-Album von The Breeders, bei denen Tanya Donelly anfangs Mitglied war, achten und hoffen, dass Belly nicht nur USA und Großbritannien bereisen werden.





These are songs that take their sweet time, with a handful even running longer than five minutes. The hooks are less immediate, and with the possible exception of “Army of Clay,” the arrangements are looser than those on the band's previous albums.
With a listless intro followed by a burst of fuzzy electric guitar, “Faceless” hints at the giddy, meter-shifting style of King, but the track quickly settles into a reliably measured rhythm. With a few exceptions, the guitar flanger effects that were de rigueur in Belly's heyday are less prominent here; instead, the band favors live strings on tracks like “Girl” and twangy, acoustic guitar on “Artifact” and “Heartstrings.” Many of these songs are, in fact, closer in style and tone to Donelly's solo work than Belly's past output, while “Starryeyed” recalls the wistful folk of Donelly's stepsister, Kristen Hersh.
(Slant Magazine)