Arctic Monkeys - Tranquility Base Hotel & Casino




















Nutzen wir erneut die Weisheit des Schwarms, in diesem Falle die der Amazon-Kunden, für das neue Album der Arctic Monkeys. „Tranquility Base Hotel & Casino“…

Television Iron Face: …ist leider nicht für eine mehrfache Übernachtung zu empfehlen.

Florian Kränzle: Soundtechnisch passiert sehr vieles auf diesem Album, was TBH&C zu einem zeitlosen Klassiker avancieren lassen kann.


Ruhig Blut! Wir wollen doch keinen Fan-Streit.

SeLa: Ich kann voll verstehen, dass man als Fan grundsätzlich erstmal etwas vor den Kopf gestoßen ist. 

Lucas: Jetzt heist es sicherlich das richtige Fans jedes Album mögen, aber ich kann nicht etwas mögen was ich nicht gern höre! 

Television Iron Face: Anscheinend haben sich die Arctic Monkeys mittlerweile das Ziel gesetzt, sich völlig neu zu erfinden und das auf Kosten der gesamten Fanbase. (…) Da blutet das Fanherz. 

Verfizierter Käufer: …man muss sich eben darauf einlassen, aber das scheinen viele AM-Fans (noch) nicht zu können. 

T.Stoegbauer: Als Radiohead-Fan tue ich mich mit diesem cineastischen Sound etwas leichter. (…) Aber vielleicht packen wir nächstes Mal zumindest zeitweise wieder die Stromgitarren aus? Bis dahin - in 4-5 Jahren - gibt es ja noch einige andere alte "strange" verstromte AM-Platten.


Strange verstromte Platten? Soll das heißen, die Arctic Monkeys rocken nicht mehr?

Phoneme: Wir haben es hier mit einem Album zu tun, das so rein gar nichts mit dem gemein hat, was Arctic-Monkeys-Musik bislang auszeichnet hat: Kein Rock, kein Punk, kein Tempo.

Alexander Onasch: Dem Album fehlt es komplett an Energie, Leidenschaft, Punk und Rock’n’Roll. Einfach nur enttäuschend. 

M.W.: Ich höre es als Konsument, unvoreingenommen, in der Erwartung, dass es ein Rockalbum wohl sein wird. Das ist es eher weniger, trotz Gitarrenriffs und Schlagzeug. Aber: hier wird eben nicht der klassische Mainstream Rock Shit à la Editors oder ähnliches abgeliefert.

T.Mittmann: Meine stille Hoffnung ist es, dass dieses Album nur ein schnelles Experiment war und dass es nicht wieder so lange dauert, bis ein Nachfolge-Album parat steht > das dann wieder richtig rockt.

Glow: Veränderungen sind bei den Arctic Monkeys nichts neues aber dieses Album klingt nur noch bedingt nach seinen Vorgängern.

Television Iron Face: Was man ganz klar beschreiben kann, ist die völlige Abstinenz echter, rockiger Klänge. 


Wir können wohl festhalten: Kein Rock mehr. Was denn dann?

Television Iron Face: "Four Out Of Five" präsentiert dann Country- und Folkklänge, garniert mit etwas Southern-Rock-Feeling. Das restliche Album serviert teilweise leichte Soul- und/oder Jazzklänge mit Einflüssen der psychedelischen 70er und selbst Kirchenrockatmosphäre keimt auf, wenn Alex Turner einem Kultanführer gleich, ins Mikro säuselt... 

Phloneme: Bisweilen kommen einem Rhythmen unter, die stark an deutschen Schlager erinnern. 

Amazon Kunde: Diese grandiose Band hat sich weiterentwickelt und musste einfach mal etwas anderes als typischen Indierock spielen, da sich sonst alle beschwert hätten es sei doch das selbe wie beim letzten Album.


Versuchen wir doch einmal dieser Weiterentwicklung auf den Grund zu gehen…

Jon-Paul Kaiser: Es ist eine absolute Zertrümmerung dessen, was die Arctic Monkeys eigentlich auszeichnet.

M.W. Der Stil bleibt AM. 

Jon-Paul Kaiser (noch einmal): All diese Elemente führen zu einer Platte, die zweifellos vertraut, neu, unerwartet und konzeptionell interessant ist. Es gibt wirklich brillante Momente und Facetten, die in "Tranquility Base Hotel & Casino" verstreut wurden.

noname: Es klingt so , als wenn AM bewusst alles anders machen wollte. Für viele vielleicht eine "Weiterentwicklung" für mich aber ehr ein Identitätsverlust.

Verfizierter Käufer: Mir gefällt es, die Arctic Monkeys werden erwachsen, das lässt sich nunmal nicht aufhalten.

Rob Doherty: Weiterentwicklung ist ja schön und gut, aber das hat nix mehr mit ihnen zu tun. Eher ein schlechtes Bowie feat. Doors album... schade.

Television Iron Face: Das neue Album ist alles und dabei absolut gar nichts. Ein wildes Potpourri aus allem, was die Monkeys nicht sind und nie waren. 


Sehr meta, lieber Television Iron Face. Was hältst du denn von dem David Bowie-Vergleich?

Television Iron Face: Es passt nicht, es klingt einfach nicht. Harmonisch wirkt hier nur der Schnarchgesang, der mit allen Mitteln versucht, an Ecken und Kanten vorbeizurauschen. Da helfen auch teilweise gepresste Reibeisenstimme oder die Anlehnung an Meister wie David Bowie nicht.

Vinylfan: In vielen Details erinnert es an Bowie Alben oder die Beatles ab der LP Revolver. 


Ist das Album denn so abwechslungsreich geraten wie die hier vertretenen Meinungen?

Glow: Ruhige Töne, alles klingt von Anfang bis zum Ende ähnlich. Aber es ist durchaus ein gutes Album, ein Album mit dem man sich beschäftigen sollte.

noname: Es tut mir weh es sagen zu müssen, aber die Platte ist sehr eintönig.

T.Mittman: Zu Monoton wird mir der Klangteppich und vor allem auch die Art des Gesangs. (…) Viel schwülstiger Gesang, ein schüchternes Schlagzeug und ein halbwegs cooler Bass im Hintergrund.

A24: Das gesamte Album plätschert ohne große Höhepunkte vor sich hin.

Lucas: Keines der Songs hat irgendwie was eigenes. Alle hören sich gleich an und man wartet bis bei einem Song was cooles noch kommt, schon kommt der nächste Song.

Jon-Paul Kaiser: Es gibt wenig Veränderung im Tempo und wenige Hacken zwischen dem aufgehübschten Glamour. Für eine Band, die einige der größten Ohrwürmer des letzten Jahrzehnts geschrieben hat, gibt es verwirrend wenig, an dem man sich hier festhalten könnte.


Dann müssen wir das Album wohl abhacken, äh, abhaken, Jon-Paul. Oder kann jemand etwas Positives berichten?

Ms_GreenPingu: Die Lieder ähneln sich stark und sind schwups, ohne dass auch nur etwas spannendes passiert ist, schon wieder vorbei. Man! Schade! Würde man diese Art der Musik mit einigen Ideen vom letzten Album oder gar vom ersten kombinierten wäre bestimmt etwas tolles entstanden! So ist und bleibt es aber boooring!


Man! Schade! Ms_GreenPingu! Aber ich wollte doch etwas Gutes über die Platte hören! Und  auch einmal so viele Ausrufezeichen setzen!

Frederick Heck: Wer für einen etwas anderen, ruhigeren, atmosphärischeren Arctic Monkeys-Sound bereit ist, dem wird dieses Album sehr gut gefallen.

Florian Kränzle: Arctic Monkeys haben etwas Mutiges und Hochinteressantes geschaffen, das den Konventionen und vor allem dem Zeitgeist trotzt.

M.W.: Für meinen Geschmack ein gutes Album, harmonisch abgestimmt, ein Album, das man man wirklich als Album hören kann, und nicht nur Singles rauspicken muss und das einen definitiv nicht nach den ersten 3 Songs nervt, weil alles voller Gitarren und Schlagzeug seit 15 Minuten auf den Schädel einschlägt.


Geht doch. Das ist echt ein Auf und Ab hier.

Edtrs2801: Fahrstuhlmusik, die einem hilft, interessantere Musik wieder zu schätzen. 

Schicker.lotte: ....aber das hier ist echt nur nette Fahrstuhlmusik. 

Television Iron Face: Musikalischer Output, der im namensgebenden Hotel gespielt werden könnte. Fahrstuhlmusik. Passt ja doch irgendwie.

Frederick Heck: …dem kann ich zustimmen, wobei ich mit der Platte im Hintergrund ausnahmsweise mal sehr gerne Fahrstuhl fahren würde.




Aber der ein oder andere Single-Kandidat muss doch zu finden sein, oder?

A24: Das gesamte Album plätschert ohne große Höhepunkte vor sich hin. Das erklärt warum es keine Single Auskopplung geben soll!

Frederick Heck: In einer Welt, in der die neue Generation (zu der ich auch gehöre) nach 30 Sekunden entscheidet, ob ihnen ein Lied gefällt, wäre eine Auskopplung der neuen Platte einfach nicht gerecht geworden. Keines der Lieder ist einprägsam genug, viel mehr wird über die 11 Tracks ein einheitlicher, zusammenhängender, in sich stimmiger Klangteppich gespannt. Tranquility Base ist eines der Alben, bei denen es sich wirklich noch lohnt, es an einem Stück zu hören. 

T.Mittman: …"Four out of Five". Wenn dieses Album ansatzweise etwas wie eine Vorab-Single hatte, dann war es dieser Song. 

Jon-Paul Kaiser: Für eine Band, die einige der größten Ohrwürmer des letzten Jahrzehnts geschrieben hat, gibt es verwirrend wenig, an dem man sich hier festhalten könnte. Vielleicht benötigt es dieses Mal auch einfach nur echtes Engangement vom Hörer - als Test getarnt - wie groß die Hingabe der eigenen Anhänger wirklich ist.


Eine Platte als getarnten Test für die eigenen Fans… Andere Nutzungsvorschläge?

Glow: Kein Album für jeden Anlass sondern mehr für ruhige genussvolle Momente.

Florian Kränzle: TBH&C ist ein Konzeptalbum und verdient es, mehrere Durchläufe auf GUTEN Kopfhörern oder bestenfalls einer Anlage zu bekommen. (…) Wenn man mit offenem Ohr und Herz herangeht, wird dieses Album ein Geschenk. 

T.Mittman: Eventuell kann man es ganz gut als Hintergrundmusik bei der Pokerrunde verwenden.

Alexander Onasch: Zum Abwaschen in der Küche ganz nett. Aber zum leidenschaftlichen Musik hören ungeeignet.


Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Tolle Vorstellung! Also die Vorstellung, nicht das Album... ;-)

Olly Golightly hat gesagt…

Das Album ist aber schon ganz gut. Natürlich nicht so gut wie Dirks Vorstellung, aber schon überraschend gut.

Volker hat gesagt…

Dreimal gehört und es packt mich nicht, also gar nicht. Ich weiß, ich werde damit (wenn man die Rezensionen so liest) ziemlich allein stehen, aber ich finde es schwach, fast anstrengend zu hören.

4

Olly Golightly hat gesagt…

8 Punkte