Nils Frahm - All Melody



















Deutschland-Woche bei Platten vor Gericht, Tag 4

Wer?
Nils Frahm, 35 Jahre alt, arbeitete als Produzent, Komponist und Pianist bereits mit Ólafur Arnalds, F.S. Blumm oder Woodkid zusammen.

Woher?
Frahm lebt in Berlin und hat sich im dortigen, denkmalgeschützen Funkhaus ein eigenes Studio eingerichtet.

Wie viel?
Nils Frahm veröffentlichte 2005 sein erstes Album „Streichelfisch“ auf AtelierMusik, seit „Wintermusik“ (2009) erscheinen seine Alben über Ersaed Tapes. „All Melody“ ist, neben zahlreichen EPs, Soundtracks und Aufnahmen mit anderen Musikern, sein siebtes Soloalbum.

Wann?
„All Melody“ steht seit dem 26. Januar in den Plattenläden.

Welche?
„All Melody“ ist in folgenden Formaten erhältlich: Download, CD (tip-on sleeve with photograph including 12-page photo booklet) und LP (double 12’’, tip-on sleeve with photograph including 12-page photo booklet).

Wie lang?
Die 12 Songs auf „All Melody“ laufen 74:09 Minuten. 

Wie hoch?
„All Melody“ ist das erste Album, mit dem Nils Frahm die deutschen Charts erreichen konnte. Für 4 Wochen stand das Album in den Top 100, höchste Platzierung war Rang 15.

Wie?
„All Melody“ klingt wie Ólafur Arnalds trifft Tangerine Dream trifft Max Richter trifft Hans Zimmer.

Was?
Instrumentale Neo-Klassik-Elektronik-Kombination, die gern die 9-Minuten-Marke übertrifft - daher wurden keine Singles aus „All Melody“ ausgewählt.








Warum?
Darum soll man, wenn noch nicht geschehen, „All Melody“ kaufen:

Alte Röhrenverstärker, historische Effektgeräte, eine Hallkammer und Nils Frahms große Instrumentensammlung von Klavierraritäten, Orgeln und analogen Synthesizern. "All Melody" sollte eine Produktion werden, wie es sie im heutigen Musikbetrieb eigentlich nicht mehr geben kann, so zeitraubend und so aufwendig wie die Musik es eben erfordert.
Ursprünglich hätten aus Nils Frahms aktuellen Ideen drei Alben werden sollen: Eines mit größer angelegten Kompositionen für Ensemble, eines mit elektronischen Tracks und ein Klavier-Soloalbum. Aus den drei Grundrichtungen ist ein großes Ganzes geworden. Ein vielseitiges Mammutalbum, mal minimalistisch, mal bombastisch, oft mit langem ruhigem Atem, manchmal auch beatbetont und tanzbar.
(NDR)


Dass sich Frahm mit echtem Schweiß und Blut eine Art persönliches Sanctum des Klangs geschaffen hat, hört man All Melody an. Die Körperlichkeit ist der Platte eingeschrieben, alles klingt organisch, warm, pulsierend. Hinter jedem idiosynkratrischen Sound vermutet man ein eigens dafür angefertigtes Instrument – von einem, der bereits mit Toilettenbürsten auf Klaviersaiten trommelte und gewaltige Hybride aus Harfen und Pianos zusammenschmolz, darf man schließlich alles erwarten. Und dieser Erwartungsraum löst die Schnittstelle zwischen Analogem und Digitalem in der Imagination des Hörenden nun gänzlich auf.
Wenn etwa in „Sunson“ bizarre Melodien gurgeln und zu Ratespielen anregen – Ist es eine Panflöte? Ist es ein Synthesizer? – oder in „Human Range“ zwischen dräuenden Schichten und düsteren Dubs ein einsames Blasinstrument krächzt, dann verschmilzt das Spiel von Mensch und Technologie. Inmitten dieser synthetisierten Muster von Melodie und Rhythmik steht die Leerstelle – und schafft Gelegenheiten für Unschärfen.
(SPEX)


Selten ist elektronischer Minimalismus und zeitgenössische klassische Musik so scheinbar mühelos zu einem melodienreichen Impressionismus fusioniert worden. Auf ALL MELODY sind die Hierarchien auf angenehme Weise verschoben. Es sind nicht zwangsläufig die „klassischen“ Instrumente für die Melodien zuständig und die Electronics für die Beats, es kann auch umgekehrt sein. Zum Beispiel „Sunson“, das nach einem sakra­len Orgelvorspiel zu einem astreinen unelektronischen Techno-Track wird. Oder die dezenten Abstraktionen in „A Place“, die eine elektronische Wirkung entfalten, ohne explizit elektronisch zu sein.
(musikexpress)


Wann?
Das sind die Konzerttermine für Nils Frahm:

15.06.18 Maifeld Derby Festival, Mannheim
10.08.18 Haldern Pop Festival, Haldern
24.11.18 Halle 622, Zürich
01.12.18 Philharmonie im Gasteig, München


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