Seht ihr, Mumfords, so wird das gemacht! Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Folk-Sounds durch vorsichtiges Einflechten e...

Bear’s Den - So That You Might Hear Me


Seht ihr, Mumfords, so wird das gemacht! Eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Folk-Sounds durch vorsichtiges Einflechten elektronischer Sounds - nicht Brechstange, nicht Fähnchen im Zeitgeist-Wind wie „Delta“, die letze Platte von Mumford & Sons. 

„So That You Might Hear Me“ heißt nach „Islands“ (2014) und „Red Earth & Pouring Rain“ (2016) das dritte Album von Bear’s Den. Nach dem Ausstieg von Schlagzeuger Joey Haynes setzen Andrew Davie und Kevin Jones ihren eingeschlagenen Weg konsequent fort und werden die ansteigende Anzahl ihrer Fans vollkommen zufrieden stellen können. „Fuel On The Fire“ und „Not Every River“ stehen stellvertretend für ihr Klang-Update. Aber krachender Uptempo-Rock („Hiding Bottles“), Dramatisches fürs Stadion („Fossils“), akustischer, melancholischer Folk („Breaker Keeper“) und Piano-Ballade („Blankets Of Sorrow“) stehen weiterhin auf ihrer To-Do-Liste, die sie im Studio mit dem Produzenten Phil Ek (The Shins, Fleet Foxes, Father John Misty, Band of Horses, Built To Spill) abgearbeitet haben.




„Evangeline“ ist, zumindest für mich persönlich, die größte Überraschung des Albums. Über 4 1/2 Minuten Länge, umgeben von musikalischen Dominanzwechseln und unvorhersehbaren Bestandteilen. Was mit einem angetäuschten Beatgefrikel beginnt, geht mit der Zeit über in ein souveränes Bläserkonstrukt, das man in dieser Art eher bei Beirut als auf einer Bear’s Den-Platte vermuten würde.
Melodisch vertrauter ist da „Crow„, der allerdings mit seinen nackten Gefühlen überrumpelt, ja vielleicht den ein oder anderen auch von den Füßen holt.  Es ist der Song auf „So That You Might Hear Me„, der mir bei jedem Hören Tränen in die Augen treibt. Weil er trifft. Mittenrein.
Bear’s Den bleiben sich treu, ohne auf der Stelle stehen zu bleiben. Gehen neue Wege, ohne von ihrem Ziel abzukommen. sind mutig, ohne übermütig zu sein. Zeigen, wie Kreativität und Intimität zusammen etwas Großartiges schaffen können.
(The Mellow Music)




Da nützen auch die melancholischen Trompeten in "Evangeline", die vom Aufbruch innerhalb der Vergebung künden, nichts. Ebenso wenig das warmherzige Piano und der ausgreifende Gesang Andrew Davies in "Fossils" mit seiner Trennungserzählung. Auch die Single "Fuel on the fire" handelt vom Auseinandergehen, ihr elektropoppiger Unterbau ist allenfalls nett.
Apropos Singles: Neben erwähnter wurden auch noch die relativ klassische Piano-Gitarren-Ballade "Blankets of sorrow" und die synthieunterfütterte Einsamkeits-Hymne "Laurel wreath" vorveröffentlicht. Letztere liefert mit "December in my eyes" immerhin ein schönes Bild, aber dennoch – keine Hits auf "So that you might hear me". Höchstens das als Alkoholismusgeständnis aufzufassende "Hiding bottles" mit seiner herzschlagenden Percussion und reißerischen Gitarre passt in diese Kategorie.
(Plattentests)






3 Kommentare:

  1. Gediegen, gepflegte Langeweile, eintönig, man findet sicher einige negative Umschreibungen für diese Art Musik. Ich sag: schön

    8 Punkte

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  2. Deutlich besser als zuletzt Mumford & Sons. 7 Punkte

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