• Jarvis Cocker - Jarvis













    „This is hardcore“, mag jeder Pulp-Fan denken, wenn ihm die zahlreichen lohnenswerten Veröffentlichungen der Band aus den letzten Wochen in den Sinn kommen. „This Is Hardcore“ war 1998 auch der Titel des letzten guten Pulp Albums. „We Love Live“ klang dann 2001 nur noch wie ein langweiliges Alterswerk.
    Nach der Auflösung von Pulp war Jarvis Cocker zwar nicht untätig, die Resultate ließen den Fan aber zwischen Hoffen und Bangen pendeln: Unter dem Pseudonym „Darren Spooner“ (in einem Skelettkostüm!) gründete er das obskure Elektro-Punk Projekt Relaxed Muscle, schrieb Songs für Nancy Sinatra, arbeitete mit The Lovers zusammen, coverte für zwei Tribute-Sampler Lieder von Leonard Cohen und Serge Gainsbourg (zusammen mit Kid Loco), stellte mit Steve Mackey die Sammlung „The Trip“ zusammen, steuerte als Weird Sisters 3 Stücke für den letzten Harry Potter Soundtrack bei, drehte Videos, schauspielerte und textete für Charlotte Gainsbourg. Man musste sich schon etwas Mühe geben, um Jarvis verschlungenen Pfaden zu folgen. Dann tauchte im Frühjahr zunächst auf dessen MySpace-Seite der Song „Cunts Are Still Running The World“ auf und kurze Zeit später war plötzlich ein komplettes Solo-Album auf diversen Internetseiten zu finden. Da konnte kaum ein Fan widerstehen (ich auch nicht) und durfte sich an einem der unerwartesten und besten Alben des Jahres freuen. Jarvis is back und das in grandioser Form mit wunderbaren Songs.

    Letzte Woche konnte man dann endlich das Originalalbum in den Händen halten und sich über die aufgedruckten Hinweise zum Gebrauch des Albums amüsieren:

    You may sit if you wish - kneeling is really not necessary.

    Man muss nicht, darf und kann aber vor „Jarvis“ auf die Knie sinken.


    „Black Magic“ (MP3)
    "Fat Children" (MP3)
    "Cunts Are Still Running The World" (MP3, Video)
  • 6 Kommentare:

    oliver r. hat gesagt…

    Da ist das Ding! So würde es Olli Kahn wohl ausdrücken. Olli Reimer sagt eher, da ist sie ja endlich, die Vorstellung, auf die ich schon seit ein paar Tagen warte. Live habe ich die Lieder ja schon gehört (jeder weiß doch wohl inzwischen, wo man das lesen kann, oder?), jetzt muß ich mich mal mit dem Album beschäftigen...

    oliver r. hat gesagt…

    Als ich Jarvis vor gut zwei Wochen live gesehen habe, fragte ich mich ein wenig, ob mir das wirklich gefallen hat. Es mag mit Sicherheit eine Rolle gespielt haben, daß ich mir in meinem roten Theatersessel auf dem Balkon der Cigale ein wenig alt vorkam. Bei den anderen Bands (es handelte sich um ein Festival) war ich bezeichnenderweise unten auf den Stehplätzen vor der Bühne. Jarvis wollte ich mir aber ganz gemütlich anhören. Ich schaute um mich und sah etliche Leute in meinem Alter. Eine dickliche Engländerin, die neben mir saß und ihre Freundin schliefen sogar phasenweise während des Konzertes.Das löste seltsame Gefühle in mir aus.Gehöre ich etwa jetzt zu den alten reaktionären Säcken, die sich von Herrn Cocker anspruchsvoll-amüsant berieseln lassen? Musikalisch und auch sonst gut unterhalten, verließ ich mit häßlichen Gefühlen einer aufkommenden Midlife-Crisis den Ort des Geschehens.
    Das Album mußte ich natürlich unverzüglich am kommenden Montag im Original erwerben.Die ersten beiden Titel ließen mich aber etwas ratlos zurück. Ich fragte mich: ist das jetzt herrlich altmodisch, oder eigentlich schrecklich altbacken? Besonders der Auftakt zu "Black Magic" hatte mich verstört, denn ich sah Parallelen zu irgendeinem Lied von Bonny Tyler.
    Vielleicht sind aber auch meine Hörgewohnheiten durch diesen ganzen neuen gehypten englischen Schreihälse versaut, sagte ich mir. Also, mal sehen."Heavy wheather" mit dem schönen Gewitter zu Beginn und dem tollen Refrain, stimmten mich dann aber schon ein wenig versöhnlich.Der gute Eindruck wurde auch durch die vorzügliche Ballade "I will kill again" bestätigt.Mit dem Jamaica-Feeling von "Baby's coming back to me" habe ich zwar nach wie vor meine Probleme, aber schon das rockige "Fat Children" ist wieder brilliant. Das gleiche kann man auch von "Tonite", Big Julie und dem hidden Track "Cunts..." sagen. Insgesamt überwiegen also die gelungenen Stücke und zum Glück auch der Eindruck, daß Jarvis keine Musik für alte, abgestumpfte Säcke macht, sondern für alle, die nicht jeder Mode hinterherrennen, sondern neben guter Musik auch scharfzüngige Texte zu schätzen wissen.Die Tatsache, daß mein junger französischer Freund Jeremie ebenfalls Jarvis toll findet, bestätigt mich noch in dieser Einschätzung.Es ist also normal, Herrn Cocker cool zu finden. Stutzig macht mich allerdings die Tatsache, daß Jarvis in der aktuellen Coolnessrangliste des NME von 2006 Platz vier belegt.(Platz eins übrigens für die fette Sängerin von The Gossip). Warum finden jetzt die jungen Leute Jarvis plötzlich cool. Können die nicht auf Panic at the disco, oder Luke Pritchard von den Kooks stehen, wie es sich für ihr Alter gehört? Mist, nie hat man etwas für sich alleine, es ist zum Verzweifeln...

    -8- Punkte

    Volker hat gesagt…

    hmm gut
    und doch

    habe ich mir mehr erwartet 7

    Dirk hat gesagt…

    Keine Frage: 9 Punkte

    Oliver hat gesagt…

    ich hab ja eher weniger erwartet. 8 punkte

    E. hat gesagt…

    6,5 punkte

    Die 10 besten Alben von Prince

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    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
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    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)