Wenn man sich die Urteile zu den letzten vier Alben von Dashboard Confessional hier ansieht, fragt man sich, warum man sich überhaupt noc...

Dashboard Confessional - All The Truth That I Can Tell

 

Wenn man sich die Urteile zu den letzten vier Alben von Dashboard Confessional hier ansieht, fragt man sich, warum man sich überhaupt noch mit dem Output von Chris Carrabba auseinander setzen sollte. „Dusk And Summer“ (2006; 5,875 Punkte), „The Shade Of Poison Trees“ (2007; 5750 Punkte), „After The Ending“ (2009; 7,250 Punkte) und „Crooked Shadows“ (2018; 6,167 Punkte) sammelten in der Regel Bewertungen mit einer 5 oder 6 vor dem Komma ein. Nur Volker zückte, in Erinnerungen an frühere Konzerte schwelgend, 2009 einmal die 8 Punkte und hob den Durchschnitt dadurch deutlich an. Aber Begeisterung kam einfach keine mehr auf.

Für „All The Truth That I Can Tell“ konzentrierte sich Chris Carrabba auf seine Anfangstage: emotionale, fast ausschließlich zur Akustikgitarre vorgetragene, persönlich geprägte Texte bilden das Grundgerüst des Albums, dessen Artwork gut gewählt ist. Nur gelegentlich („Pain Free In Three Chords“, „The Better Of Me“) hört man, dass Dashboard Confessional nicht nur eine Ein-Mann-Band ist. Während einen die schnelleren, kraftvolleren Songs wie „Burning Heart“ oder „Sunshine State“ packen können, lassen einen die ruhigeren und sanfteren Stücken, wie etwa die zu lang geratenen „Me And Mine“ und der Titelsong, etwas schulterzuckend zurück.  

Ob „All The Truth That I Can Tell“, das in Deutschland auf black oder blue/green Vinyl erhältlich ist und in den USA noch zahlreiche weitere Auflagen bietet ("Cold Night" Transparent Blue Vinyl, Baby Pink Vinyl, "Burning Heart" Black In Red Vinyl und "Sunshine State“ Gold Nugget Vinyl), wieder besser abschneiden wird als seine direkten Vorgänger? Bei Metacritic ist „All The Truth That I Can Tell“ (72/100) tatsächlich das erste Album seit „A Mark, A Mission, A Brand, A Scar“ (2003; 77/100), das einen Metascore mit einer 7 beim Zehner erreicht.  


 


Ehrlichkeit heißt für Chris Carrabba zuzugeben, dass er gescheiterten Beziehungen hinterhertrauert („Burning Heart“), dass er einige Entscheidungen bereut, die er in der Vergangenheit getroffen hat (Titelsong), dass er seine Familie liebt („Me And Mine“), dass er findet, dass man das Leben leben soll („ Here’s To Moving On“), und dass er trotzdem ziemlich sentimental wird, wenn er daran zurückdenkt, wie es war, jung zu sein: „I was young/ And you were young/ And we had young ideas/ And they were brilliant“, verrät er in „Young“.
Carrabba ist 46 Jahre alt, auf dieser Platte klingt er aber wie ein viel älterer Mann, der wehmütig sein Leben Revue passieren lässt. Und das Ehrlichste an dem Album ist eigentlich die Schlichtheit der Arrangements, die oft nicht mehr zu bieten haben als schrammelnde Akustikgitarren.





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