Garda - Odds



















Die erste Vorladung (II)

Personalien:
Garda ist ein Sextett aus Dresden, Chemnitz sowie Leipzig und besteht aus Kai Lehmann (Gesang, Gitarre), Lars Hiller (Gitarre), Frank Heim (Gitarre), Karsten Pretschner (Bass), Cornelia Mothes (Gesang, Percussion) und Ronny Wunderwald (Schlagzeug). 

Tathergang:
Teile des Sextetts kennen sich seit über 20 Jahren und sind nebenher noch in der experimentellen Folkband The Gentle Lurch aktiv. Nach „Die, Technique, Die“ (2008) und „A Heart Of A Pro“ (2012) ist „Odds“ die dritte Platte von Garda, deren Entstehung sich durch Auslandaufenthalte, Umzüge und Familienzuwächse länger als ursprünglich angedacht in die Länge gezogen hat. Aufgenommen wurde das Album in verschiedenen Dresdner Studios unter Leitung von Uwe Pasora (Woods of Birnam), gemischt von Jörg Siegeler im Bochumer Studio Kanal 24 und gemastert von Doug van Sloun (Bright Eyes, Cursive, Magnolia Electric Co.) in Omaha, Nebraska. Das Sextett erhält auf dem Album, das am 28. September über K&F Records veröffentlicht wurde, Unterstützung durch die Blechbläser von den Oederaner Blasmusikanten (aus dem Heimatort des Schlagzeugers) und durch das Dresdner Kammermusik-Ensemble Tanderas.

Plädoyer:
Es gibt auch gute Nachrichten aus Sachsen. Nämlich die, dass dort mit Garda eine Band existiert, die sich in ihren guten Momenten (und davon gibt es reichlich auf „Odds“) mit Bright Eyes („400 Pages“, „Iron“) oder The National („Are We (…)?“, „Wild / Lights“) messen kann. Emotionaler, düsterer, opulenter und teilweise epischer Folk, der sich manchmal in Richtung des komplexen und sperrigen Rock verneigt.
Es gibt auch schlechte Nachrichten aus Sachsen (neben denen, die wir fast täglich in den Nachrichten sehen oder in den Zeitungen lesen müssen). Nämlich die, dass Garda in der Öffentlichkeit oder der Wahrnehmung der Musikinteressierten noch nicht den Stellenwert erreicht haben, den sie eigentlich verdient hätten. 

Zeugen:

Der Opener "Wild / Lights" wirkt beim ersten Hördurchgang unheilschwanger und beunruhigend, eine Art Störgeräusch erklingt in regelmäßigen Abständen, und dennoch mag man kaum weghören. Die sich langsam ausbreitende Melodie ist zu einnehmend, die eigenen vier Wände werden einmal ordentlich durchgefegt, bis danach ohnehin alles anders und fremdartig wirkt. Der zwischen Hell und Dunkel schwankende Indie-Pop von "Disappear" verschwindet nicht, sondern hält fest, an uns, an Dir, an ihr, an ihm, an der Vergangenheit, der Gegenwart, der Zukunft. Manchmal gibt es kein Richtig oder Falsch, sondern nur das Bauchgefühl, die Intuition. Und auch dann läuft nicht immer alles nach Plan: Die Melancholie von "Made it here after all" weiß ein Lied davon zu singen, wie man sich manchmal durchschlagen muss, durch den Schmerz, durch das Schwarz, durch die Stille. Am Ende zählt der Überlebenswille. Wer aufgibt, hat schon verloren – egal, ob im Dorf oder in der Großstadt.
(Plattentests)

Denn Garda klingen komplexer als auf den Alben zuvor. Klang- und Soundexperiment spielen eine größere Rolle als noch zuvor. Es scheppert im Hause Garda.
Die Songs drängen nervös vorwärts wie auf Are We, nur um dann wieder abgelöst zu werden von zurückgezogener Reduziertheit und getragenen Streichern, von diesen großen Melodien, die Trost spenden können und tief berühren. Damit ist Odds das komplexeste, aber auch schönste Album der Band. Mal melancholisch in sich gekehrt, und dann wieder wunderbar unzufrieden, wenn das Singen zu einem Schreien wird und die Stimmt Kai Lehmanns sich überschlägt, mäandert das Album zwischen Hell und Dunkel. Die letzten 4 Songs des Albums scheinen dabei deutlich versöhnlicher, als wollten Garda einen nicht ganz so hoffnungslos zurücklassen in der Dunkelheit, die sie heraufbeschworen haben. kalt ist es dann eben doch nicht da draußen im Leben, sondern es geht vorwärts auch wenn es manchmal nicht so scheint. Davon scheint auch der Chor zu erzählen, der nicht nur Hunter nach Hause trägt. Odds ist hin und wieder unbequem, nur um einen dann doch versöhnlich die Hand zu reichen und wärmend den Arm um die Schulter zu legen. Nur das leichte Zwicken am Ende, das bleibt.
(Bedrommdisco)

Indizien und Beweismittel:








Ortstermine:
29.09.18 Dresden, Beatpol (mit Ensemble Tanderas)
20.10.18 Braunschweig, Staatstheater
23.10.18 Berlin, Funkhaus (mit Ensemble Tanderas)
24.10.18 Rostock, Jaz
26.10.18 Jena, Kassablanca
27.10.18 Karlsruhe, Cafe Nun
19.12.18 Hamburg, Elbphilharmonie (mit Ensemble Tanderas)
19.01.19 Erfurt, Franz Mehlhose
20.01.19 Leipzig, Die Nato
20.02.19 Nürnberg, Club Stereo
21.02.19 Ulm, Roxy
22.02.19 Esslingen, Diesselstrasse

Urteile: 
Nun sind die werten Richter gefragt…


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