• Adrianne Lenker - Abysskiss




















    Die erste Vorladung (VIII)

    Personalien:
    Aus Minneapolis stammt die mittlerweile 27-jährige Adrianne Lenker, die man vielleicht als Sängerin der Band Big Thief kennt.

    Tathergang:
    Adrianne Lenker schreibt Songs, seit sie 10 Jahre alt ist, aber erst seit 2016 sind ihre Lieder einem größeren Publikum bekannt geworden. Saddle Creek, das Label von Conor Oberst, veröffentlichte das Debütalbum von Big Thief, das selbstbewusst „Masterpiece“ genannt wurde. Bereits im folgenden Jahr stand „Capacity“ in den Plattenläden. Lenker fallen die Songs regelrecht in den Schoß, auf Überlandfahrt, während Soundchecks, in Umkleideräumen, Hotel-Treppenhäusern, Gärten oder Küchen. Da wundert es nicht, dass nun 10 Lieder als ihr erstes Soloalbum veröffentlicht wurden und eine neue Platte von Big Thief 2019 kommen soll.

    Plädoyer:
    Abysskiss“ setzt, anders als die Alben von Big Thief, allein auf Lenkers Stimme, die akustische Gitarre und teilweise dezenten Bass-Einsatz bzw. Syntheziser-Untermalung. Die schlichten und intimen Folk-Songs wurden vom Musiker Luke Temple produziert, der dies auch bereits bei „Dandelion“, der ersten Single von Big Thief, getan hatte. Im besten Fall, wie zum Beispiel bei „Symbol“, fühlt man sich überraschenderweise an eine Ballade von Radiohead erinnert.

    Zeugen:

    Der Sängerin der New Yorker Band „Big Thief“ gelingt mit Ihrem Solo-Debüt ein wahres Glanzstück an Trauermusik.
    Schon der Opener „Terminal Paradise“ erinnert mit einem zarten Fingerpicking-Intro an der Gitarre und der mäandernden, zeternden Stimme der Mittzwanzigerin an die große Simone White. Die beklemmende Atmosphäre und düstere Tiefe setzt sich über alle zehn Songs des Albums fort, eine kleine Ausnahme bilden hierbei vielleicht „Womb“, welches fast schon in einem Uptempo-Beat endet und „Out Of Your Mind“. Das Stück wird getragen von einer scheppernden Lo-Fi-Gitarre und einem äußerst grungesken Arrangement. Der, sagen wir mal, recht avantgardistische Gesang lässt auf die eventuelle Zuneigung Lenkers zu Bands wie „Hole“ oder „Sonic Youth“ schließen. (…)
    „What Can You Say“ beweist eindrucksvoll, über welche Bandbreite hinweg Adrianne Lenker in der Lage ist, Lieder zu schreiben. Ein kleines Chanson Noir, welches in das stimmungsvolle Finale „Miles“ übergeht.
    Am Ende bleibt die Erinnerung an ein tolles, nicht wirklich eingängiges Album. Reinhören ist hierbei Pflicht und macht das Werk zu einem wertigen Kontrastprogramm zu vielen der aktuellen Singer-Songwriter-Projekte.
    (Life On Stage)

    Wo die Musik von Big Thief auch mal in hymnenhaften E-Gitarren-Indie-Rock abdriften kann, ist „Cradle“ zwar auch ein sehr intensives, aber ebenso introvertiertes Stück Kammerfolk. Mit leichtem Zittern in der Stimme singt Lenker über sanft gezupfte Akustikgitarren und ein mit Samthandschuhen angeschlagenes Piano. „Maybe you‘re still too hurt to heal“, heißt es im Refrain und man fühlt sich, als wäre man Zeuge von etwas, das man nicht hätte sehen dürfen.
    (Byte.fm)

    Indizien und Beweismittel:








    Ortstermine:
    23.01.19 Berlin, Baumhaus-Bar

    Urteile: 
    Nun sind die werten Richter gefragt…

  • 3 Kommentare:

    Volker hat gesagt…

    brrrr

    5,5

    Olly Golightly hat gesagt…

    4 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Ich stimme ein in den Chor der Wenigbegeisterten. 5 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)