Gregory Alan Isakov - Evening Machines




















Die erste Vorladung (V)

Personalien:
Der aus Südafrika stammende Singer/Songwriter Gregory Alan Isakov wuchs in Philadelphia auf und feiert in zehn Tagen (am 19. Oktober) seinen 39. Geburtstag.

Tathergang:
Obwohl Gregory Alan Isakov bis 2013 bereits mehrere Alben herausgebracht hat und seine Songs häufig in Fernsehserien (Rectify, The Blacklist, Girls, Californication) zum Einsatz kommen, ist der Musiker, der seine Alben bisher selbst oder bei kleinen Indielabels veröffentlicht hat, noch nicht wirklich im Bewusstsein der Öffentlichkeit aufgetaucht. Daran änderte auch eine vor zwei Jahren mit dem Colorado Symphony Orchester aufgenommene Best of-Zusammenstellung wenig. Aber Isakov setzt nicht aufs Musizieren allein, sondern ist Vollzeit-Farmer auf einer drei Hektar großen Farm in Colorado. 

Plädoyer:
Das Bild auf dem Cover seines neuen Albums „Evening Machines“ zeigt ihn sicherlich auf seiner eigenen Farm, denn dort befindet sich auch eine umgebaute Scheune, in der Isakov jederzeit seine Songs aufnehmen konnte. Häufig passierte dies abends oder auch spät in der Nacht, daher auch der Albumtitel. Als Produzent unterstützte ihn dabei Tucker Martine (Neko Case, The Decemberists) und für den Mix sorgte Andrew Berlin (Descendents, Rise Against).
Gregory Alan Isakov überzeugt auf den 12 Songs von „Evening Machines“ mit handgemachtem Folk sicherlich alle Fans zwischen Tom McRae, Iron & Wine, Ryan Adams und Bruce Springsteen.  

Zeugen:

Wie Alan die Energie fand, nach vollbrachtem Tagwerk dann noch diese bemerkenswerte LP zusammenzuschustern, ist zwar rätselhaft - soll uns aber nicht kümmern, denn mit diesem Werk gelang Isakov auf diese Weise vor allen Dingen ein stilistischer Befreiungsschlag, mit dem er sich aus dem etwas blassen Americana-Setting löste, das er bislang bevorzugt bearbeitete.
Es ist dann vor allen Dingen wohl die nokturnale Stimmung, die sich in Songs wie "Dark Dark Dark" oder "Wings In All Black" trefflich äußert, die Isakov zu diesem Umschwung beflügelt haben mag, denn die eher düster angelegten Songs entstanden in einer für ihn schwierigen Lebensphase. Angereichert mit bemerkenswert organischen, aber auch durchaus experimentell angelegten Arrangements, die er allesamt selbst ausarbeitete und einspielte (auch mit Keyboards), gelang ihm so eine dezidiert persönlich gehaltene Scheibe (der Titel "Berth" etwa bezieht sich auf seinen Status als aus Südafrika eingewanderter Migrant), die musikalisch viele unerwartete Überraschungen birgt.
(Gästeliste)

Isakov versucht sich von tagesaktuellen, sozialen Themen abzuwenden und bemüht sich vor allem um persönliche Texte. Und doch finden beide Welten immer wieder zusammen, wie im Opener „Berth“. In seiner Urversion über zwölf Minuten lang, beschäftigt sich der Folk-Musiker mit dem omnipräsenten Thema Immigration, schließlich kam er als Kind selbst von Südafrika in die USA. Zwischen autobiographischer Erzählung und nachdenklicher Beobachtung entwickelt sich ein herrlich losgelöster, durchaus ätherischer Song, der in seiner instrumentalen Leichtigkeit und bedrückenden Schwere ein wenig aus dem Rahmen fällt.
Natürlich widmet sich der gebürtige Südafrikaner auch verhältnismäßig klassischen Songstrukturen. Ein „Dark, Dark, Dark“ ist mit seiner Folk- und Americana-Schlagseite deutlich in der Heimat Colorado verhaftet und lebt von Isakovs angenehmer, leidenschaftlicher, durchaus aufwühlender Stimme. Ähnlich funktioniert auch das reduzierte „Southern Star“. Weitestgehend von einem sanft angeschlagenen Piano begleitet, schwillt das Arrangement immer wieder an und erinnert ein wenig an frühere Low-Platten. Mit dem forschen, von Uptempo-Drums begleiteten „Caves“ ergibt sich sogar ein melancholischer Mini-Crossover-Hit.
(Beatblogger)

Indizien und Beweismittel:








Ortstermine:
21.11.18 Hamburg, Übel & Gefährlich (mit Joe Purdy)
29.11.18 Berlin, Passionskirche Kreuzberg (mit Joe Purdy)
30.11.18 Köln, Gloria (mit Joe Purdy)

Urteile: 
Nun sind die werten Richter gefragt…


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