Cocoon - My Friends All Died In A Plane Crash




Traumhafter Folk - Pop aus Frankreich # 2

Was sagen Ästheten eigentlich zu diesem Cover? Niedlich, oder? Eine süsse Katze und eine hübsche junge Frau, wer kann da schon widerstehen?

Nun, eigentlich geht es bei dem gemischten französischen Duo Cocoon, bestehend aus dem Gitarristen Mark Dumail und der Keyboarderin Morgane Imbeaud, fast immer um ein anderes, selteneres Tier. Den Panda - Bären nämlich. Egal wo die beiden auftreten, immer wimmelt es nur so vor Stoff - Pandas. Einen regelrechten Plüschtierzoo haben die jungen Franzosen da auf der Bühne.

Aber es gibt nicht nur viele Kuschelviecher, sondern auch Instrumente en masse. Mark spielt neben der Gitarre auch noch Banjo, Ukulele, Glockenspiel und Tambourin und Morgane bedient neben klassischen Tasteninstrumenten wie dem Keyboard und dem Piano ein Spielzeugklavier und einen "Egg Shaker". Mit all diesen Hilfsmitteln kreieren sie einen originellen und leicht infantilen Folk-Pop, der gewisse Anleihen an ihr Idol Sufjan Stevens aufweist, aber immer typisch Coccon bleibt. Freak- Folk à la française sozusagen. Mit diesem Stil haben sie sogar - genau wie Syd Matters ein paar Jahre zuvor - den renommierten Nachwuchswettbewerb CQFD gewonnen und seitdem steigt ihr Stern stetig, zumindest in Frankreich. Spielten sie zunächst noch in winzigen Räumen wie der Pariser Boule Noire, ging es schnell in die grössere Maroquinerie, aber selbst die ist inzwischen viel zu klein, so dass demnächst die Cigale (in der etablierte Künstler wie Devandra Banhart oder Eels auftreten) herhalten muss.

Dabei hat das Duo eigentlich noch nicht so viel Material, was gespielt werden kann. Bisher gibt es nämlich lediglich eine EP, "From Panda Montains" (da isser wieder der Panda!), wo auch der Hit "Tell Me" drauf war. Ein unglaublich trauriger und melancholischer Song, der die Depressivität auf die Spitze treibt, wenn die Textzeile "I hate Birds" gesungen wird. Aber der Albumtitel "All My Friends Died In A Car Crash" ist ja auch schon alles andere als "happy". Wollten sie gegen Modest Mouse ("We Were Dead Before the Ship Even Sank") in der Kategorie düstester Albumtitel des Jahres gewinnen?

Wie auch immer, auf dem ersten Longplayer sind jede Menge wundervoller Lieder versteckt, wie z.B. das herrliche "Cliffhanger", bei dem Streicher wundervoll die dramatische Atmosphäre des Liedes (es geht um einen Bergsteiger, dem die Zehen beim Aufstieg abgefroren sind") unterstreichen. Und sogar an Klassiker von anderen Bands haben sie sich schon rangetraut, es gibt z.B. Coverversionen von "Hey Ya" (Outkast), oder "Rehab" ( Amy).

Spätestens 2009 sind Cocoon auch in Deutschland bekannt. Dann spielen sie in Haldern und ihr könnt sagen: "Das ist doch die Gruppe von der Oliver schon 2008 (auf unserem Blog sogar schon 2007) berichtet hat"...

Link:

- Original Video Clip zu "On My Way"
- Fotos von Cocoon von dem begnadeten Nachwuchsfotografen Oliver Peel

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Das nenne ich Solidarität! Kaum habe ich den Ehrgeiz des einen Olivers ein wenig herausgefordert, kommen gleich beide Namensvetter mit einem Doppelpack an Neuvorstellungen.
C'est magnifique!

oliver r. hat gesagt…

Meine anfängliche große Begeisterung für Coccon ist zwar zwischenzeitlich etwas abgeflacht, aber nachdem ich das Album gestern noch einmal in Ruhe gehört habe, kann ich doch feststellen, daß es sehr gelungen ist (vor allem On My Way und Tell Me). Ich denke,daß Cocoon auch in Deutschland Erfolg haben können und vielleicht sehen wir sie ja beim Haldern 2009?!

-7- Punkte

Dirk hat gesagt…

Schöner Folk aus Frankreich, der seine besten Momente hat, wenn männlicher und weiblicher Gesang aufeinander treffen, unterlegt von Streichern, gekrönt von Bläsern.

6,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Niedliches Cover, niedliche Musik und niedliche Glockenspiel-Einlagen. Aber wer mag schon "niedlich"? Trotzdem an einigen Stellen betörend. 6 Punkte