Nils Petter Molvaer - Re-vision

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Ich höre so gut wie nie Radio. Eines Tages begab es sich, dass ich mit einem Mietwagen ohne CD-Player gestraft wurde und daher eben in den sauren Apfel beißen musste. In meiner Verzweiflung landete ich bei einem Live-Mitschnitt des Musikers Nils Petter Molvaer. Ich war so begeistert, dass ich mir sofort seine Alben kaufte.

Sein Debüt "Khmer" erschien bereits 1997. Die Kombination seiner Improvisationen an der Trompete mit treibenden Beats verschaffte ihm die verdiente Aufmerksamkeit. Seitdem beglückte er uns mit den Studioalben "Solid ether" (2000), "NP3" (2002) und "ER" (2005), den Remix-Alben "Recoloured" (2001) und "Remakes" (2005) und dem Live-Album "Streamer" (2004). Die Qualität des Debüts blieb aber bislang unerreicht.

Laut Laut.de gelingt NPM auch diesmal nicht der große Wurf:

Denjenigen, die die Karriere des norwegischen Trompeters halbwegs verfolgen, bietet "Re-Vision" nichts Neues. Natürlich sind es hochwertige Soundscapes für Klangfetischisten. Und natürlich sind sein klanggestalterisches Können, sein Stil, seine Detailverliebtheit und seine Soundarchitektur nach wie vor einzigartig. Das vermag jedoch über mangelnden Entwicklungswillen und festgezurrte Innovationsresistenz nicht hinweg zu täuschen.

Das Album vereint Songs dreier Soundtracks. Dass diese bereits in anderer Form veröffentlicht wurden stört nicht, da weder die Filme noch deren Soundtracks von der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wurden. Oftmals erreichen Soundtrack-Beiträge höchstens die Qualität von B-Seiten. Leider trifft das auch auf den Großteil der Songs auf "Re-vision" zu. "Arctic dub" und "Leaps and bounds" erinnern an NPMs bessere Zeiten. So erklären sich auch begeisterte Beschreibungen, z. B. bei c0t0d0s0.org:

Wie soll man die Musik beschreiben ... hmmm ... vielleicht nach der Art norwegischer Trent Reznor, der Trompete spielt und Jazz statt Industrial macht. Denn die Pfade sind ähnlich wenig ausgetreten, die Herr Molvaer beschreitet. Stellt euch Jazz vor, den man auch im Club spielen kann und zu dem man vernuenftig tanzen kann.

Ein kurzer Überblick über Molvaers Werke findet sich hier. Auf seiner Homepage werden einige Songs und Videos als Stream angeboten. Myspace kann mit dem Song "Leaps and bounds" als Download und weiteren Streams dienen. "Einsteigern" sei eher das Album "Khmer" ans Herz gelegt. Auf diesem findet sich auch der Song "Song of sand":

1 Kommentar:

Ingo hat gesagt…

Ein lauer Aufguss älterer Heldentaten. 6 Punkte