Mumford & Sons - Prizefighter


Mumford & Sons: Auf der Jagd nach den 70 Punkten

Wir befinden uns tief im Dschungel der Musikrezensionen. Marcus Mumford wischt sich den Schweiß von der Stirn, in der Hand eine zerfledderte Schatzkarte zum sagenumwobenen Tempel der 70 Metacritic-Punkte. Hinter ihm liegen die Ruinen fünf alter Alben, die alle unterhalb der verfluchten Zahl 70 eingefroren waren. Seit Jahren versuchen unsere Helden – Mumford und seine furchtlosen Söhne – das verlorene „Juwel der allgemeinen Begeisterung“ (auch bekannt als die 70er-Metascore-Marke) zu bergen. Doch der Weg ist gepflastert mit tückischen Fallen: bissige Pitchfork-Rezensionen, Geheimnisse ausplaudernde Produzenten sowie bandinterne Bösewichte, Treibsand aus Folk-Klischees und Wächter in Pretty Green-Kleidung, die „zu kommerziell!“ twittern.

In einer Welt, in der Banjo-Saiten gefährlicher sind als Macheten, stellen sich die Mumfords ihrem nächsten Abenteuer, haben die Hosenträger enger geschnallt und eine Elite-Truppe zusammengestellt, um den Fluch der soliden Mittelmäßigkeit endlich zu brechen. Da wäre Aaron Dessner, der Mann, der als Produzent schon Taylor Swift aus dem Pop-Sumpf rettete, der alle Rätsel knackte, um den Sound so melancholisch-intellektuell zu tarnen, dass kein Kritiker merkt, dass er eigentlich mitschunkelt. Zudem Hozier und Chris Stapleton, welche die Flanken mit so viel Stimmgewalt absichern, dass jede dauernörgelnde Kritikerstimme einfach übertönt wird. Außerdem noch Gigi Perez und Gracie Abrams, um einen frischen Wind zu bringen, der die 70er-Marke endlich in greifbare Nähe wehen soll. Zusammen wollen sie ein musikalisches Inferno entfachen und die Lunte für eine Wertungs-Explosion zünden. 

Wird „Pricefighter“ ein Schwergewicht unter den Folk-Alben sein oder bleibt am Ende nur viel heiße Luft und eine rauchige Bewertung von wieder einmal weniger als 70 Punkten? Und seid ihr Feuer und Flamme für das sechste Album von Mumford & Sons?


 




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