• Mass Gothic - I’ve Tortured You Long Enough



















    Es ist jetzt nicht so, dass man nach knapp 40 Minuten und 9 Songs den Eindruck hätte, von Noel Heroux gefoltert worden zu sein. Okay, auf „Call Me“ schneiden die Gitarren ganz schön ein, der Refrain von „J.Z.O.K“ bohrt sich ziemlich tief in die Gehörgänge ein und das Vorhandensein bzw. Nebeneinander von Synth-Pop („I’ve Tortured You Long Enough“), Gitarrenballade („How I Love You“) und monotonen Stampfbeats („Keep On Dying“) können einem schon ein wenig Kopfzerbrechen bereiten. Aber Folter? Nein.

    I’ve Tortured You Long Enough“ nahm Noel Heroux erstmals mit seiner Frau Jessica Zambri auf und gemeinsam strebt das Duo Mass Gothic damit eine höhere Wertung an, als die für sein Solo-Debüt „Mass Gothic“ vor zwei Jahren hier verbuchten 6,833 Punkte. Das Album (CD, Cassette, LP (limitiert auch farbig)) kann Fans von The Kills empfohlen werden, die sich auch gern mal überraschen lassen wollen.




    Mass Gothic suchen in ihren Songs viel mehr die Hoffnung und finden diese zumeist im Gegenüber. Der kreative Input Zambris ist folglich deutlich höher als noch auf dem fiebrigen Debüt von 2016. Die dunklen und die hellen Momente halten sich die Waage, sind noch intensiver als zuvor. Ihre Kompositionen sind unberechenbar und vor allem dadurch so reizvoll – nie weiß man, in welche Richtung sich ein Song entwickeln wird, welche Finte das Duo nun schon wieder ausheckt. Entsprechend auf Trab halten einen intensive Nummern wie "New work": Krach und Melodieseligkeit gehen eine zartbittere Liaison ein, die wahlweise mit dem Tod oder der Hochzeit endet. Mehr dazu erfahren wir dann sicherlich auf dem dritten Album.
    (Plattentests)




    So konsequent und zugleich hypnotisierend kann gemeinsamer Wahnsinn klingen. Mass Gothic sprengen die Grenzen des bereits anspruchsvollen ersten Albums und stellen mit ihrer romantisch-sarkastischen Kollaboration selbst LUH in den Schatten. „I’ve Tortured You Long Enough“ wächst immer weiter und weiter, getragen von dicken Gitarrenwänden, feinsinnigen Pop-Momenten und kratzbürstig-eingängiger Elektronik. Wirklich entscheiden, wo es hingehen soll, will sich diese Platte nicht, aber vielleicht macht auch gerade das den Charme von Mass Gothic aus. In dieser Form will man unbedingt – und möglichst bald – mehr von Zambri und Heroux hören.
    (beatblogger)




  • 4 Kommentare:

    Volker hat gesagt…

    Kein Vergleich zum Vorgänger

    6,5

    Dirk hat gesagt…

    Keine Tortur, aber auch nicht mehr als 6,5 Punkte.

    Olly Golightly hat gesagt…

    Da mache ich mit: 6,5 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    7 Punkte

    Die 10 besten Alben von Stephen Duffy

    10. Stephen Duffy - The Ups And Downs (1985)
    9. The Lilac Time - lilac6 (2001)
    8. The Lilac Time - Paradise Circus (1989)
    7. Stephen Duffy and The Lilac Time - Keep Going (2003)
    6. The Lilac Time - The Lilac Time (1987)
    5. Stephen Duffy - Duffy (1995)
    4. The Lilac Time - And Love For All (1990)
    3. Stephen Duffy featuring Nigel Kennedy - Music In Colours (1993)
    2. The Lilac Time - Astronauts (1991)
    1. Stephen Duffy - I Love My Friends (1998)

    (ausgewählt von Dirk)