„Has My Fire Really Gone Out?“ fragte Paul Weller 1993 auf seinem zweiten Soloalbum „Wild Wood“.  Bis zu diesem Zeit...

Paul Weller - True Meanings




















„Has My Fire Really Gone Out?“ fragte Paul Weller 1993 auf seinem zweiten Soloalbum „Wild Wood“.  Bis zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits 6 Alben mit The Jam veröffentlicht, 5 Platten mit The Style Council sowie ein Solowerk und die Frage konnte man getrost mit „Nein“ beantworten.

Seitdem sind 25 Jahre vergangen sowie 7 weitere Alben seiner Diskographie hinzugefügt worden und wenn man ganz ehrlich ist, dann müsste man die Frage mit „Ja, es brennt noch, aber auf ziemlich kleiner Flamme“ antworten.

Denn „True Meanings“ entsagt dem Rock und kommt, mit seinen Streicher- und Bläser-Arrangements, den getragen Rhythmen und der Fokussierung auf die akustische Gitarre, einem verträumten und entspanntem Alterswerk schon recht nahe. Das Album wurde innerhalb von drei Wochen in Wellers Black Barn Studios aufgenommen und von ihm selbst produziert. Neben Mitgliedern seiner Stammband schauten Rod Argent (The Zombies), die Folk-Legenden Martin Carthy und Danny Thompson, Little Barrie und Lucy Rose im Studio vorbei und steuerten Connor O’Brien (Villagers) und Erland Cooper (Erland & The Carnival, The Magnetic North) zahlreiche Texte bei. 

Dass „True Meanings“ in England erfolgreich sein würde (#2) war keine Überraschung, aber Paul Weller kam mit dieser Platte erstmals in Deutschland unter die Top 20 (#19). Vielleicht greifen die anderen Richter jetzt auch endlich einmal überraschend bei Paule zu höheren Wertungstafeln…




TRUE MEANINGS ist eine Meditation, der Songwriter sucht nach der Seele, durchstöbert alte Schlösser, macht sich Gedanken über die Schwerkraft und alte Bücher, wünscht ganz unironisch „May Love Travel With You“. Man denkt dabei an die tröstliche Schönheit der Verfilmungen von Shakespeare-Komödien oder Romanen von Jane Austen: Frauen in weiten Gewändern und Ehrenmänner im Frack tanzen im flotten Walzer über das satte Grün einer englischen Wiese. Kitschig, aber auch sehr tröstlich.
Das schönste Stück heißt „Bowie“, eine lyrisch raffinierte und musikalisch herausragende Hommage an den Mann, von dem wir alle dachten, er sei nicht sterblich – was er auch nicht ist, solange derart großartige Lieder über ihn geschrieben werden.
(Musikexpress)




Paul Weller hat sich als Romantiker verkleidet, der sich selbst und die Welt im Spiegel der Natur betrachtet. „True Meanings“ ist eine Feier des Pastoralen, ein mit der Akustik­gitarre eingespieltes und mit Streicher- und Bläser­-Arrangements verfeinertes Singer-­Songwriter-Album voller unaufgeregt-sorgfältig inszenierter Musik, durch die hier ein Cello („Gravity“), da ein Mellotron („White Horses“) und dort bluesige Gitarrenlicks („Old Cas­tles“) tönen und in der immer wieder das 25 Jahre alte Stück „Wild Wood“ nachzuhallen scheint, im soulig eingefärbten „Mayfly“ ebenso wie im schlurfenden „What Would He Say?“.
(Rolling Stone)





Sämtliche Stücke seines neuen Albums hat Weller mit akustischer Gitarre aufgenommen, mal angereichert mit Klavier, mal mit Bläsern, Orgel, Streichern und Laid-Back-Schlagzeug. Der mittlerweile 60-jährige „Modfather“ singt von suchenden Seelen, von der Liebe, vom Weitermachen und Ankommen. „I got love all around, don’t need nothing else“, heißt es einmal. Das mag kitschig klingen und ist es manchmal auch – hübsche, melancholische Songs kommen dabei aber trotzdem heraus. Wer den politisch bewegten, wütenden The-Jam-Weller hören will, wird allerdings weniger Freude haben. Obwohl einer Zeile wie „In a world full of pain/Why add to it?“ gerade heute ja durchaus auch eine politische Di­­mension innewohnt.
(Classic Rock)



8 Kommentare:

  1. Ich bin der Riesen Weller Fan, aber diese gediegene Platte gefällt 7,5

    AntwortenLöschen
  2. Seit Jahren denke ich, ICH wäre hier der Paul Weller Fan und nun outet sich Volker als "Riesen Weller Fan". Sachen gibt's...

    AntwortenLöschen
  3. Ich bin ja Riesen Fan von Well Pauler.

    AntwortenLöschen
  4. Ich gehe davon aus, dass ihr euer "Well Pauler (Überzeugungs-)Mixtape" noch - wie von mir verordnet - einmal täglich hört.
    Anders kann ich mir Volkers Äußerung auch gar nicht erklären!

    AntwortenLöschen
  5. Dass ich das noch erleben darf: Paul Weller ein Kandidat für unsere Top 30!

    7,5 Punkte

    AntwortenLöschen
  6. Vielleicht bin ich noch zu jung, um das richtig toll zu finden. ;-) 7 Punkte

    AntwortenLöschen