Perel - Hermetica

























Das Cover ließ mich zuerst an E.T. denken. Aber von so weit her kommt Annegret Fiedler gar nicht: Sie wurde in Sachsen geboren, studierte in Halle und nun lebt sie (natürlich) in Kreuzberg. Dass sie sich dort im Berghain und auch in anderen Clubs dieser Welt als DJ einen Namen gemacht hat, war mit nicht bewusst, als ich das Album startete. Entsprechend unbeleckt und gespannt wartete ich auf das, was die nächsten neun Titel und gut 47 Minuten wohl so bringen würden.

Der erste Track "Projekt 3" lässt sich Zeit und baut einen Spannungsbogen auf, der mich auf härtere Rhythmen hoffen ließ, als letztendlich geliefert werden. Aber dieser Start zeichnet schon vor, was sich über die gesamte Spielzeit bestätigt: Vom Sumpf der oftmals belanglosen Electro- und House-Musik weiß sich Perel abzuheben. Es hat wohl seinen Grund, dass sie der erste deutsche Künstler auf dem Label DFA Records (u. a. neben LCD Soundsystem und Hot Chip) ist.

Fiedler spielt mit musikalischen Ideen der 80er Jahre und ihren House-Qualitäten. Nur wenige Titel auf "Hermetica" werden mit Worten bereichert, diese liefert Perel sparsam in ihrer Muttersprache. Aber dort wo die Worte auftauchen, sind sie sehr prägnant.

Die Highlights auf "Hermetica" sind "Si", "Alles" und "Die Dimension". Vor allem "Die Dimension" erinnert mich an Wolfsheim. Songs wie "Myalgia" lassen jedoch nicht vergessen, wie zäh manche House-Tracks sein können. 

"Die Dimension":


"Alles" gibt es für Eilige auch als "Radio edit":


Intro:
Das Album hingegen ist eine Ansammlung melancholischer Pop-Hits im House-Gewand, die eindeutig auch vom Hype um Austro- und Germano-Wave der letzten Jahre geprägt ist. DJs und Digger*innen haben gerade in den letzten Monaten immer wieder tanzbare Absurditäten und Skurriles aus den 1980ern hervorgekramt, die einen ganz eigenen Twist zum englischen Wave mit sich brachten und die gute Seite der NDW ausmachten. In dieser Tradition darf man Songs wie »Si«, »Alles« oder auch »Die Dimension« sehen. Herumschwirrende Synthie-Hooks, stabile Bassläufe und Perels naiv-sexy Gesang sind die Zutaten, die »Hermetica« zum Hit-Album machen.

1 Kommentar:

Olly Golightly hat gesagt…

Nicht schlecht.

7,5 Punkte