Courtney Barnett - Tell me how you really feel

























Aktuell setzt Courtney Barnetts Website auf interaktive Besucher. Gemäß dem Motto ihres aktuellen Albums wird diese Maske eingeblendet:

Offensichtlich sind einige der Besucher tatsächlich mitteilsam. Zumindest laufen viele Meldungen über den Screen und nicht wenige davon sind sogar lesenswert. Sie reichen von oberflächlichen Stellungnahmen wie "A little bored but otherwise pretty good" bis zu wirklich ehrlich anmutenden Äußerungen wie "I feel lost, like a piece of driftwood floating in the ocean...". Da hatte jemand eine nette Idee. Barnett könnte aus diesen Mitteilungen für einige neue Songs ziehen. Doch es scheint nicht, als würde es ihr an Inspirationen mangeln.

Ihr Debüt "Sometimes I sit and think, and sometimes I just sit" erschien vor drei Jahren. Damit erspielte sich die Australierin einige Lorbeeren in Form von Musikpreisen und Nominierungen (u. a. auch für Grammy und Brit Awards). Seit 2012 und aktuell mit Jen Cloher gemeinsam betreibt sie Milk! Records. 2017 veröffentlichte sie gemeinsam mit Kurt Vile die Platte "Lotta sea lice". Nun folgt mit "Tell me how you really feel" ihr zweites Solo-Werk und es drängt sich quasi als "Konsens-Album" auf, weil es gleichzeitig viele Aspekte abdeckt:
  • Es ist ein starkes Statement einer Frau, die einiges zu sagen und einiges zu beklagen hat (ohne zu jammern)
  • Es erinnert stellenweise an Alternative Rock der 90er Jahre
  • Barnett deckt ein breites Spektrum ab: Sie kann wie eine wütende PJ Harvey und wenig später relaxt und abgeklärt klingen.
  • Die erwähnenswerten Titel auf "Tell me how you really feel" sind zahlreich und vielseitig: Gleich hintereinander wissen "Charity", "Need a little time" und "Nameless, faceless" zu begeistern um dann an ein wütendes "I'm not your mother, I'm not your bitch" zu übergeben. "Sunday roast" bildet ein starkes Ende eines starken Albums. 
  • Und zwischendurch kapern noch die beiden The Breeders-Schwestern als hochkaratäige Gäste "Crippling self doubt and a general lack of self confidence".
"Sunday roast":

"Nameless, faceless":

"Need a little time":

Having lived with the album on repeat for over a month now, each subsequent listen has uncovered fresh riches and increasing nuance and depth. A slump this is not. Tell Me How You Really Feel is instead an intentionally muted triumph and an emotional recalibration. Lyrically, anger and sadness dominate the record until some light breaks through on its final track. Musically, though, hope brims throughout.

1 Kommentar:

Olly Golightly hat gesagt…

Besser als ihr Debüt.

7 Punkte