Jens Friebe - Fuck Penetration



















10 Fuck..., Entschuldigung, Fakten zum neuen Album von Jens Friebe:

1. Das sechste Album von Jens Friebe erschien etwas mehr als 4 Jahre nach „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“. Das entspricht 1505 Tagen. Damit wurde der Rekord der bislang längsten Wartezeit (zwischen „Abändern“ und „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“ lagen 1442 Tage) knapp gebrochen.   

2. Erstmals greift Friebe beim Albumtitel („Fuck Penetration“) auf die englische Sprache zurück: „Vorher Nachher Bilder“ (2004), „In Hypnose“ (2005), „Das mit dem Auto ist egal, Hauptsache dir ist nichts passiert“ (2007), „Abändern“ (2010) und „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“ (2014).

3. Bei Liedtexten kam schon früher gelegentlich das Englische zum Einsatz („(I Am Not Born For) Plot Driven Porn“ oder „Guess Which Celebrity Partied Too Hard On Their 18th (Or Not)“), aber noch nicht in dieser Häufigkeit: rund 55% der Lieder werden nicht auf deutsch gesungen. 

4. Insgesamt gibt es auf „Fuck Penetration“ 11 Lieder zu hören, die 42:39 Minuten laufen. Jedoch gibt es nach „Argonaut“ (11:31 Minuten) einen Hidden Track, so dass die „Wartezeit“ mit minutenlanger Geräuschkulisse überbrückt wird.

5. „Fuck Penetration“ ist nach „Nackte Angst zieh dich an wir gehen aus“ das zweite Album von Jens Friebe, das bei Staatsakt erscheint. Die anderen vier Platten waren bei Zickzack erschienen. Das Album ist als CD oder LP erhältlich, limitierte Auflagen oder Bonus-Tacks gibt es nicht. 

6. Gemeinsam mit dem Autor und Musikjournalist Linus Volkman wurde der Song „Es leben die Drogen“ geschrieben/vorgetragen. „Tränen des Hundes“ wird von der Jodel-Expertin Doreen Kutzke gesungen. Chris Imler (Die Türen) schnappt sich im Song „Herr der Ringe“ das Mikrofon.

7. Das Plattencover wurde von Stefan Papst von der Gruppe Ja, Panik gestaltet und zeigt eine Kupferstichcollage mit dem Motiv der Lomonossow-Universität Moskau, die eigentlich selbst ein "10 Fakten über..." verdient hätte. Heute hier nur: Der Asteroid (6355) Univermoscow ist nach ihr benannt. 




8. Als Singles wurden „Only Beacause You're Jelous Doesn't Mean You're In Love“ und „Fuck Penetration“ ausgewählt. Letzteres erhielt sogar ein Video:




9. „Fuck Penetration“ konnte sich nicht in den Top 100 der deutschen Album Charts platzieren und  wird von der Kritik durchaus zwiespältig gesehen - zitieren werden wir aber nur wohlwollende Reviews:

Thematisch wechselt Friebe zwischen ernsten, unterhaltenden und abgedrehten Sujets. Er vermengt Hoch- und Populärkultur, singt über Drogen, Nerds und Argonauten. Auch komplexe Themen geht er lässig an. Musikalisch hat sich Friebe von seinem Schepper-Synthiepop der Anfangstage verabschiedet, auch Gitarren erklingen nur selten. Stattdessen bestimmen Klavier, Bass und das experimentierfreudige Schlagzeugspiel seines langjährigen Weggefährten Chris Imler nun den Sound.
Viele Songs sind tanzbar, Friebe verarbeitet darin Elemente von Pop, Soul und Chanson. (…)
Aus der Fülle an tollen Songs sei noch „Charity/Therapy“ hervorgehoben. Friebe entwirft darin die Utopie einer Gesellschaft, in der die Bedürfnisse aller befriedigt werden, die Maschinen den Menschen dienen.
(TAZ)

Das Schönste an diesem an Schönheit nicht armen Album sind die drei Klavierballaden. Zu ihnen stellt man sich Jens Friebe im weißen Anzug am Flügel vor, vielleicht auf einer Benefiz-Gala für die nun verarmte Bourgeoisie, ein paar Jahre nach der Revolution. "Fuck Penetration", die sechste Solo-Veröffentlichung des in Berlin lebenden Musikers und Pop-Kritikers, beginnt mit "Worthless" einem der geglücktesten Liebeslieder seit Monaten. (…)
"Körperfresser oder Das Vergessen" und "Es leben die Drogen" sind zwei weitere, euphorisierende Abgesänge auf dieser Platte, gleichfalls wunderbar.
Die flotteren Lieder des Albums sind dann nicht dermaßen bezaubernd, aber immer wieder von einer strahlenden Intelligenz. Es ist, wie oft bei Friebe, ein bunter Strauß an Möglichkeiten, der einem hier in die Arme geworfen wird. Manche sind realisiert, andere verweisen auf eine sehr gute Idee oder interessante Haltung, verpuffen dann aber als Songs. "Tränen eines Hundes" und "Herr der Ringe" beispielsweise lassen einen ratlos zurück. Was ja aber auch nicht unbedingt schlecht ist.
"Fuck Penetration" ist eine schillernde Mischung aus tanzbarem, thesenverliebten Pop, Sprachwitz, mondäner Wehmut und einer befreit schwebenden, absichtlich ungreifbar gehaltenen Meta-Ebene.
(Spiegel)

10. Jens Friebe wird sein Album auch live vorstellen und dabei von Pola Schulten (Zucker) an Gitarre und Synths, Chris Imler (Die Türen, Der Mann, Chris Imler) am Schlagzeug und Andi Hudl (Mondo Fumatore) am Bass unterstützt werden. Das sind die Termine im kommenden Januar:
11.01.2019 Nürnberg, Club Stereo
12.01.2019 Schorndorf, Club Manufaktur
13.01.2019 München, Kranhalle
15.01.2019 Wiesbaden, Schlachthof
16.01.2019 Köln, Subway
17.01.2019 Hamburg, Hafenklang
21.01.2019 Ulm, Hudson Bar
22.01.2019 Wien, Chelsea
23.01.2019 Dresden, Ostpol
24.01.2019 Leipzig, Ilses Erika
25.01.2019 Berlin, Festsaal Kreuzberg


Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ich wünsche mir den Schepper-Synthiepop der Anfangstage zurück, das hier ist ja größtenteils grauenhaft.
Immerhin habe ich es durch die Vorstellung hier, beim zweiten Versuch immerhin zu den beiden akzeptablen Songs am Ende des Albums geschafft. Beim ersten Versuch habe ich nach der Hälfte abgebrochen.

5,5

Olly Golightly hat gesagt…

6,5 Punkte