Sunflower Bean - Twentytwo In Blue




















Jedes Mal, wenn ich YouTube aufsuche, wird mir in der rechten Seitenleiste das Video zu „I Was A Fool“ von Sunflower Bean vorgeschlagen. Wirklich jedes Mal. Seit Monaten. Ist das gutes Marketing der Band aus New York? Oder sollte ich mir dieses Video ansehen, weil ich zuvor auch Videos von X oder Y angesehen habe? Und wer könnten diese X und Y sein? 




Sunflower Bean wurde von Jacob Faber (Schlagzeug) und Nick Kivlen (Gitarre, Gesang) Anfang 2013 gegründet, wenig später stieß Julia Cumming (Gesang, Bass), die auch als Model, Schauspielerin politische Aktivistin reüssiert, hinzu. Nach einer selbst veröffentlichten EP wurde das Label Fat Possum Records auf das Trio aufmerksam und 2016 erschien das Debütalbum „Human Ceremony“, das bei Metacritic einen durchschnittlichen Score von 73/100 Punkten erzielte. Deutlich besser von den Kritikern bewertet wird nun Album Nummer Zwei, das aktuell bei 82/100 Punkten steht. Der NME vergibt die Höchstpunktzahl für „Twentytwo In Blue“ und begründet dies wie folgt: 

For a trio in their early ’20s, this album possesses a strikingly sound level of judgement. Not one song feels out of place or undercooked. Even the more lighthearted tracks (like ‘Sinking Sands’, on which guitarist Nick Kivlen sings about his pal Max “thinking in comic sans”) feel like they belong, no matter how playful and whimsical the lyrics. With any justice, this’ll be the album that catapults them into being recognised as one of the most important artists in the game. But not to worry: as they croon on ‘Anyway You Like’, time is most definitely on their side. And it’s astonishing what they’ve done with it thus far.
(NME)


„Twentytwo In Blue“ arbeitet sich am soften Gitarrenpop der 70er Jahre ab und erinnert in vielen Momenten („I Was A Fool“, „Twentytwo“) an Fleetwood Mac und streut gelegentlich Glam Rock-Elemente („Puppet Strings“, „Burn It“) oder einen Hauch Psychedelic Rock zwischen The Velvet Underground und The Byrds mit ein.
Und welche Videos zeitgenössischer Bands könnte ich bei YouTube gesehen haben, so dass mir Sunflower Bean permanent als Empfehlung angezeigt werden? Vielleicht Best Coast, Warpaint oder Hinds.




Sunflower Bean vollziehen auf ihrem zweiten Album die Metamorphose von einer Gitarren-Rock- zu einer Gitarren-Popband. Heißt: Die groovy verhangene Wall of Sound von HUMAN CEREMONY (2016) lichtet sich und die Melodien treten schimmernd hervor. Der Refrain von „Sinking Sands“ lehnt sich besonders weit in diese schwebende Slickness des 70er-Pop-Rock.
Auch wenn der Sound ins 20. Jahrhundert zurückgreift, stehen die Stücke thematisch immer mindestens mit einem Fuß in der Gegenwart: In „Crisis Fest“ versuchen die drei dem Krisenjahr 2017 eine neue Antriebskraft abzuringen: „Reality’s one big sick show“, singt Cumming selbstentschlossen und dann in Richtung Trump, dem sie mit ihren Dancing Shoes auf der Nase herumtrampeln wollen: „We brought you into this place. You know, we can take you out.“
(musikexpress)




Sunflower Bean in Deutschland:
12.04.18 Hamburg, Molotow
14.04.18 Berlin, Rosis
19.04.18 Köln, Blue Shell


1 Kommentar:

Olly Golightly hat gesagt…

Wenn sie nicht nach Fleetwood Mac klingen, muss ich manchmal an The Sounds denken. Macht's aber auch nicht besser.

5,5 Punkte