• Franz Ferdinand - Always ascending























    “Neulich auf Volkers Couch beim Anhören des neuen Franz Ferdinand-Albums”

    Ingo: Kommt Volker noch?
    Dirk: Nein, er ist etwas frustriert wegen des neuen VfB Stuttgart-Trainers. Aus Trotz hört er diese Woche nur Jazz und brüllt ab und zu “Niemand außer mir versteht Pop und Fußball.”

    1. Always ascending

    Dirk: Sanfter und langgezogener Einstieg ins Album mit dem längsten Song/Titelsong der Platte.
    Ingo: Ich bin gespannt. Das letzte FF-Album liegt schon fünf Jahre zurück.
    Oliver: Das Intro ist jedenfalls gut.
    Ingo: Richtung 1:30 zieht es ganz schön an.
    Dirk: Stampfender Beat. Das war einer der vier neuen Songs, die wir beim A Summer’s Tale im letzten Sommer hören durften, Ingo.
    Ingo: Ich entsinne mich. Aber auch an Alex Kapranos’ übertriebene Show.
    Oliver: Ihr habt bestimmt viel getanzt!
    Ingo: Der Beat stört gar nicht. Du hättest Dirk sehen sollen. Er war außer sich. 
    Oliver: Sehe ich genauso mit dem Beat. Passt zu Franz Ferdinand. Andere Bands bekommen das nicht so souverän hin.
    Dirk: Ich tanze auch jetzt vor Volkers Couch. Ich war außer mir, dass ich Volker hundert Meter links von mir bei diesem Festival gesehen habe und er sich 4 Tage vor uns versteckt hat!
    Ingo: Gelungener Einstieg. Die Zusammenarbeit mit Sparks scheint nicht spurlos an Franz Ferdinand vorbeigegangen zu sein.
    Dirk: Gelungener Einstieg. Kann man gar nicht oft genug sagen. Ich mag den mehrstimmigen Gesang.





    Auch dieses Jahr kommt die Band auf Tour nach Deutschland:
    • 01.03. Hamburg
    • 05.03. Köln
    • 07.03. Berlin
    • 12.03. München
    • 22.-24-06. Hurricane & Southside Festival

    2. Lazy boy

    Ingo: Treibender Bass zu Beginn. Ansonsten recht düsterer Start.
    Dirk: “I’m a lazy boy” - naja, 5 Jahre keine neue Platte...
    Ingo: Den mehrstimmigen Gesang zelebrieren die Herren aber. Nett.
    Dirk: Ansonsten ein klassischer FF-Song.
    Oliver: Der Songtitel ist Programm: Angeblich hat Alex den Song morgens um 11 Uhr im Bett liegend geschrieben, als seine Freundin schon längst auf der Arbeit war.
    Ingo: Morrissey bleibt ja gleich den ganzen Tag im Bett. Tolle Gitarren so um die zwei Minuten-Marke.
    Dirk: Und wir tanzen einfach weiter. Schade, dass Volker nicht hier ist, um das Licht an- und auszuschalten wie in einer Indie-Disco.

    3. Paper cages

    Dirk: Laut Promo-Text wurde der Song von Tehching Hsieh inspiriert, einem Performance-Künstler aus Taiwan, der vor allem durch seine Langzeitperformances bekannt wurde. Dauert aber nur 3:41.
    Ingo: Synthie-verliebt. Bislang ein sehr homogenes Album. Und noch kein Anflug von Langweile. Ich weiß nicht, ob es an den beiden neuen Bandmitgliedern liegt, auf jeden Fall klingt das bislang alles recht frisch.
    Oliver: Ganz nett. Das meine ich durchaus positiv.
    Dirk: Wenn ich richtig informiert bin, dann hat von den beiden Neuen nur Julian Corrie am Album mitgearbeitet (und Dino Bardot nicht).
    Ingo: Ich kann mich an wenige Listening-Sessions erinnern, bei denen wir nicht spätestens ab dem dritten Song gemeckert haben.

    4. Finally

    Dirk: Ingo, du hast es ja herausgefordert… bisher der am wenigsten überzeugende Song.
    Ingo: Aber trotzdem eine schöne Stimmung. Also ich tanze weiter. Da darf ja auch mal ein Song dazwischen sein, bei dem man etwas langsamer tanzt.
    Oliver: Ich tanze mit. Dirk kann eine neue Runde Getränke holen gehen.
    Dirk: Und das habe ich auch schon gemacht, finally.
    Ingo: Und die letzten 30 Sekunden machen noch einiges gut.

    5. The academy award

    Ingo: Oh, ich glaube bei dem Song sollte man auf den Text hören.
    Dirk: Jetzt bin ich gespannt, wie ihr beiden dazu tanzt...
    Oliver: Auf den Text achten fällt nicht so schwer, da der Song recht akustisch daher kommt.
    Ingo: “The Academy Award for good times goes to you.”
    Dirk: Volker ruft, dass ihr zum Engtanz in seine Garage kommen sollt!
    Ingo: Mutiger Refrain… so ein wenig Cabaret oder so. Bislang der überraschendste Titel auf dem Album.
    Dirk: Ruhiges Ende der ersten Plattenseite, das ging echt schnell vorbei. Die LP gibt es übrigens limitiert auf weißem Vinyl und streng limitiert auf blau-weiß marmoriertem Vinyl. Guter Zeitpunkt, um auf diese Seite zu verweisen.

    6. Lois Lane

    Ingo: 80er? Volker, wir bräuchten hier mal den Pop-Versteher.
    Dirk: Für die Auf-den-Text-achter zitiere ich den Promo-Text: ...von der kaum wahrnehmbaren Hintergrundstory aus einer William Trevor-Geschichte in ‘Lois Lane’.
    Ingo: “Good choices”... bislang erscheint mir das Album als gute Wahl für Franz Ferdinand und ich mag es auch.
    Oliver: Ich mag die Keyboard-Melodie...
    Dirk: So synthie-lastig waren Franz Ferdinand doch vor ihrer Zusammenarbeit mit den Sparks doch nicht, oder?
    Ingo: Nein, also ab sofort “powered by Sparks”. Und ein Ausweg aus der “Right Thoughts, Right Words, Right Action”-Sackgasse.
    Oliver: Aber trotzdem eindeutig Franz Ferdinand. Guter Song.
    Dirk: Schön, dass es am Ende noch ein wenig anzieht. Eigentlich war noch kein schlechter Song dabei.

    7. Huck and Jim

    Ingo: Tempowechsel wie bei “Take me out”. Ich erkenne viele Facetten des Debüts wieder, ergänzt um die Synthie-Schicht.
    Dirk: Oh, das fand ich beim Konzert mit diesen Hey! Ho! Zuschauer-Animationen phasenweise ziemlich schrecklich.
    Ingo: Ich fand nur Kapranos bei dem Konzert phasenweise schrecklich.
    Oliver: Auch so ein FF-Markenzeichen, das mit dem Tempowechsel. Gar nicht schrecklich - auf Platte.
    Dirk: Aber dieser Noo-waayy-ooh-Gesang?! Oder was singen die?
    Oliver: Ah-Li-Ayo.
    Dirk: Wie bei Red Box? Dann ist es super!
    Ingo: Egal, mitsingen.

    8. Glimpse of love

    Ingo: Ui, jetzt aber 80er in Reinform. Nach einer Minute retten die Gitarren.
    Dirk: Der Tempowechsel ist wieder so typisch, dass ich lachen musste. Klingt wieder nach den Sparks, oder?
    Ingo: Ja, und der mehrstimmige Gesang ist prägend auf diesem Album.
    Dirk: Der ist auf dem Album auffallend und auffallend gut.
    Ingo: Melodieverliebt wie selten in der Vergangenheit, oder?
    Dirk: Immerhin tanzen wieder alle. Sogar Volkers Kinder. Müssten die nicht schon längst im Bett sein?
    Oliver: Sorry, war gerade zu lange auf der Tanzfläche aka Volkers Wohnzimmer.
    Ingo: Die Kids von heute können tanzen und tippen.
    Oliver: Genau, die Kids.

    9. Feel the love go

    Ingo: Starker Start. “Why don’t you come over here?” Volker, ich denke er meint Dich. Der Titel gefällt mir bislang richtig gut. Der Stampf-Beat stört nicht. Tolle Melodie, Refrain mit typischer Franz Ferdinand-Gitarre.
    Dirk: “Der Stampf-Beat stört nicht” - zum dritten Mal, oder?
    Oliver: Da hört man ein wenig den Produzenten raus, der auch schon mit Cassius zusammengearbeitet hat.
    Ingo: Hat Dir das eben jemand auf der Tanzfläche erzählt?
    Oliver: Im Tanz-Flur.
    Dirk: Ist das ein Saxofon? Schlechtester Song bisher.
    Ingo: Bläser extra für Dirk! Wundervoller Titel.
    Dirk: A sax is a waste of metal.
    Ingo: Dann weiß ich ja, was ich zum nächsten Wohnzimmerkonzert mitbringe.
    Dirk: Axel?
    Ingo: Den müssten wir ja erst anlernen. Gibt es Kurse für neue Besucher?





    10. Slow don’t kill me slow

    Ingo: Oh, schon der letzte Song.
    Dirk: Kinder, wie die Zeit vergeht. Mit euch immer am schnellsten.
    Ingo: Kreativer waren wir aber bei schlechteren Platten.
    Dirk: Okay, hören wir noch eine aus Volkers Plattenregal. Oder seinen Jahres-Charts.
    Ingo: Zum Ende des Albums fahren die Jungs mächtig zurück. Kein Beat? Aber trotzdem eine schöne Melodie. “Kill me quick”... erinnert mich irgendwie an Morrissey. Ah, der mehrstimmige Gesang ist noch da.
    Dirk: Oliver, Morrissey ist dein Stichwort.
    Ingo: Habe ich oben ja schon mal probiert. Den kriegen wir selbst bei dem Song nicht von der Tanzfläche.
    Oliver: Morrissey ist doch jedermanns Stichwort hier.
    Ingo: Der Titel entwickelt sich zum Rausschmeißer.
    Dirk: Es gab ein langes Intro beim Titelsong und jetzt ein langes Outro.

    Fazit:

    Oliver: Schönes, knackiges Album ohne Längen. Macht sehr viel Spaß, hätte ich so nicht erwartet. Und sie bleiben sich treu, das finde ich glaube ich am besten.

    Ingo: Nach “Right Thoughts, Right Words, Right Action” und dem Auftritt beim A Summer’s Tale-Festival habe ich kein ein derart homogenes Album erwartet. Ich bin sehr positiv überrascht, das klingt nach einer gelungen Verjüngungskur. Einen echten Hit habe ich bislang nicht herausgehört, “Feel the love go” ist vorerst mein Favorit. Vielleicht liegt es zum Teil wirklich an Julian Corrie.

    Dirk: Ich bin bis auf das Saxofon positiv überrascht. Zwei Songs mehr hätten nach so langer Funkstille nicht gestört. Das soll als Lob verstanden werden. Weniger Rock, mehr Sparks & Spaß.
  • 6 Kommentare:

    Volker hat gesagt…

    Leider noch schlimmer als nach dem Abgang von Nick McCarthy erwartet. 0815 Nummern aus dem FF-Baukasten und mit Lazy Boy der wohl schlechteste Franz Ferdinand Song ever.
    Ob sie live ohne McCarthy eine Macht bleiben wird sich zeigen, auf Tonträger jedenfalls enttäuschend.
    Naja, der Einstieg (hat im ersten Moment fast was Bowie-haftes) und das Saxofon sind gut.

    5

    Olly Golightly hat gesagt…

    Ich mag den FF-Baukasten.

    8 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    8 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    Nicht das beste Album von Franz Ferdinand, aber immerhin 7,5 Punkte.

    Dirk hat gesagt…

    Landet am Ende irgendwie in meinen Top 25 und daher erhöhte ich um 0,5 Punkte auf 8 Punkte.

    U. hat gesagt…

    7 Punkte.

    Die 10 besten Alben von Prince

    10. Lovesexy (1988)
    9. Diamonds And Pearls (1991)
    8. 3121 (2006)
    7. 1999 (1982)
    6. The Gold Experience (1995)
    5. Dirty Mind (1980)
    4. Sign O' The Times (1987)
    3. Parade (1986)
    2. Purple Rain (1984)
    1. Around The World In A Day (1985)

    (ausgewählt von Volker)