• And The Golden Choir - Breaking With Habits



















    Wenn ich du wäre, Tobias Siebert, dann würde ich bei Platten vor Gericht nicht mehr vorbei schauen. Einfach diesen Blog ignorieren! 

    Warum? Weil zwar „Another Half Life“, das erste Album Deines Projekts And The Golden Choir hier mit stolzen 7,688 Punkten bedacht wurde, was Dir einen 26. Platz in den Jahres-Charts 2015 einbrachte - aber damit landetest Du 15 Positionen hinter Deinem Kumpel Enno Bunger, der sich von Dir „Flüssiges Gold“ produzieren ließ und Dir am Ende eine lange Nase drehte. Hat er mir zumindest so gesagt. Ehrlich.
    Und dann war da letztes Jahr noch diese unglaubliche Sache mit „Desintegration“, dem Album deiner anderen Band Klez.e. Ich sage nur: 9,5 Punkte, nochmals 9,5 Punkte und noch einmal 9,5 Punkte. Bis in den November sah es so aus, als ob Slowdive und Du den Spitzenplatz bei Platten vor Gericht unter Euch ausmachen würden. Doch dann war von „Cure-Rip-Off mit Jammergesang“ die Rede und „Desintegration“ wurde trotz dieser unglaublichen hohen Bewertungen bis auf Rang 84 durchgereicht. Unfassbar. Das mit dem Wohnzimmerkonzert können die bei Platten vor Gericht sich auch in die Haare schmieren!

    Apropos: Auf dem Cover von „Breaking With Habits“, dem zweiten Album von And The Golden Choir, hast Du zwar eine neue Frisur und dezenten Lidschatten aufgetragen, aber so ganz hast du mit den Gewohnheiten nicht gebrochen, denn zu sehen ist weiterhin Dein ständiger Begleiter, der schwarze Rollkragenpullover, und zu hören gibt es erneut vielschichtig und detailbesessen produzierten sowie reichhaltig instrumentierten Indiepop, der mir nur noch 10 Monate Zeit lässt, um zu überlegen, welcher der großartigen Songs den Weg auf meine persönliche Jahres-CD finden wird. Denn dass „Breaking With Habits“ unter meinen 10 Lieblingsplatten 2018 zu finden sein wird, ist jetzt schon klar. Und wenn der Rolling Stone (auch boykottieren!) von „mäßigem Songwriting“ spricht, dann scheint er „My Lies“, „Clocks“, „How To Conquer A Land“ oder „The Rain“ nicht gehört zu haben.

    Vielleicht sehen wir uns im Juni zur großen Geburtstagsfeier von Robert Smith in London (mit Interpol, Editors, Goldfrapp, Slowdive und Ride), wenn er sicherlich auch einige Songs aus „Disintegration“ spielen wird oder zuvor schon auf Deiner „Breaking With Habits Tour“ in Köln oder Frankfurt, auch wenn Du uns auf Deiner Homepage etwas im Unklaren über das Datum lässt, oder aber auch irgendwann in unserem, ach, Du-weißt-schon-wo…




    Verändert aber hat sich nicht wirklich viel, ein sanfter Beat tröpfelt gelegentlich durchs Bild, der eine oder andere Sound wirkt nicht mehr ganz so organisch, ansonsten aber fügt sich die Elektronik widerspruchslos ins bereits bekannte Klangbild. Und das ist ein großes Glück, denn schließlich war ANOTHER HALF LIFE, das vor drei Jahren erschienene Debüt des egomanischen Projekts des Berliner Musikers (Klez.e, Delbo u.a.) und Produzenten (Phillip Boa, Me And My Drummer, Kettcar u.v.a), ein nahezu perfektes Stück Musik.
    Wie auf diesem ersten Album gelingt es Siebert auch auf BREAKING WITH HABITS, den Chor aus vielen eigenen Stimmen einzubetten in ein pastöses Gebilde aus engelsgleichen Melodien, federleichten Harmonien und himmlischen Arrangements. Das Erstaunliche – und da mögen Siebert seine vergangenen, musikalisch nahezu diametralen Erfahrungen in Postrock- und Diskurs-Bands helfen – war und ist auch auf BREAKING WITH HABITS wieder, dass dermaßen unerhörter Wohlklang nicht direkt im Kitsch versinkt.
    (musikexpress)




    Laufend zaubert Siebert neue Spielgeräte aus dem Hut, gibt neue Rhythmen vor, entwickelt magische Sprachbilder und scheint sich dabei an nichts gebunden zu fühlen. So sorgt »The Jewelry« für einen unerwartet orientalischen Auftakt, in »Air Fire Water« knödelt plötzlich die Elektronik los, und »Joker« schleppt sich dann wieder so wehklagend über die Klaviatur, dass man seufzen möchte. Dennoch klingt And The Golden Choir niemals aufgebläht oder gar überkandidelt, sondern immer maßvoll, schlank und elegant.
    (intro)




    And The Golden Choir unterwegs:

    10.03. Magdeburg, Moritzhof
    11.03. Leipzig, UT Connewitz
    12.03. Hannover, Lux
    13.03. Dresden, Societätstheater
    14.03. Hamburg, Nochtspeicher
    15.03. Berlin, Lido
    17.03. München, Milla
    18.03. Heidelberg, Halle02
    19.03. Köln, Stadtgarten
    20.03. Frankfurt, Brotfabrik
    24.04. Nürnberg, Club Stereo
    26.04. Bremen, Lila Eule
    03.05. CH-Luzern, Konzerthaus Schüür

  • 9 Kommentare:

    Olly Golightly hat gesagt…

    Die Vorstellung bekommt Höchstpunktzahl!

    Olly Golightly hat gesagt…

    8 Punkte

    Ingo hat gesagt…

    Starke Vorstellung, starkes Album. "How to conquer a land" wird es wohl in meiner Bestenliste.

    Volker hat gesagt…

    Auch schön (wenn auch nicht so gut wie das letztjährige Klez.e Werk)

    7

    Dirk hat gesagt…

    Zwar nicht in unserem Wohnzimmer, aber dennoch live toll.

    Ingo hat gesagt…

    8 Punkte.

    aXel hat gesagt…

    8

    U. hat gesagt…

    8 Punkte

    Dirk hat gesagt…

    So gut wie das Debüt und damit Platz 3 meiner Jahres-Charts. 8,5 Punkte

    Die 10 besten Alben von The Beatles

    10. Beatles For Sale (1964)
    9. Let It Be (1970)
    8. A Hard Day’s Night (1964)
    7. Help! (1965)
    6. The Beatles (The White Album) (1968)
    5. Magical Mystery Tour (1967)
    4. Rubber Soul (1965)
    3. Abbey Road (1969)
    2. Revolver (1966)
    1. Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (1967)

    (ausgewählt von Dirk)