Wild Beasts - Last night all my dreams came true

 





















Um dem Titel dieses Album gerecht werden zu können, hätte ich gestern in London sein müssen, um dem letzten Konzert der Wild Beasts beizuwohnen. Die beiden letzten Studioalben "Present tense" und "Boy king" gehörten zu ihrer Zeit jeweils zu meinen Alben des Jahres. Schon mit ihrem Debüt "Limbo, panto" erschien die Band hier vor Gericht. Gerne hätte ich mich von den Live-Qualitäten der von mir hoch geschätzten britischen Band überzeugt, aber es sollte eben nicht sein.

Das Ende der Band war seit ca. einem halben Jahr angekündigt. Zum Abschied begab sich das Quartett in die Londoner RAK Studios, um innerhalb von zwei Tagen einige Songs ihrer Karriere neu aufzunehmen. Ähnliche Sessions haben in den Studios bereits Julia Holter und die Villagers ("Where have you been all my life?") abgehalten.

Der Schwerpunkt der Aufnahmen lag dabei auf dem letzten Studio-Album "Boy king". Komplett neu erfunden hat die Band ihre Songs während dieser Session nicht. Die größte Überraschung ist "The devil's palace", weil es die Kombination von "The devil's crayon" ihres Debüt-Albums und "Palace" von "Present tense" darstellt. Ansonsten zeigen viele der Titel einige neue Facetten, der ursprüngliche Charakter bleibt aber jeweils erhalten. So zeigen sich auch die Unterschiede zwischen den Songs der jeweiligen "Bandepoche" recht eindrücklich. Klanglich überzeugen mich vor allem die "Boy king"-Tracks, weil deren Gitarren und Rhythmen stellenweise noch klarer prägnanter brillieren dürfen als auf dem Original-Album. Aber jeder Fan wird seine eigenen Favoriten auf diesem Album küren. Verehrer der ersten Alben dürften ihre Vorlieben auf "Last night my dreams came true" etwas unterrepräsentiert fühlen. Ich denke diese Lücke lässt sich nur mit einem echten Live-Album der letzten Tour füllen. Man darf ja noch Träume haben...

"All the king's men" aus der Session:

Tiny Mix Tapes:

Perhaps it’s why, against the odds, Last Night All My Dreams Came True is such an unexpected success — because pressed together, it becomes apparent how pleasurably the band’s entire discography has crystallized. Capturing the quicksilver violence of youth may be beyond us now, as it is for Wild Beasts, but we still make time to celebrate the night’s dark chemistry.