Weezer - Hurley

















Das wird ein teurer Herbst für Weezer Fans, denn

- am 10.09. erschien bereits das achte Album der Band, das auch gleichzeitig die dritte Platte in drei Jahren darstellt. Eigentlich sollte es deren vierte Platte sein, die den Titel "Weezer" trägt, doch Rivers Cuomos Begeisterung für "Lost" scheint obsiegt zu haben - oder wie sind Name und Cover sonst zu erklären?
Wie auf dem Vorgänger schrieb Cuomo die Songs mit wechselnden Partner, so zum Beispiel Ryan Adams ("Run Away") oder Linda Perry ("Brave New World"). Qualitativ ist "Hurley" deutlich stärker als das fürchterliche "Raditude" und viele Kritiken sehen es als das beste Weezer Album seit 2001 ("Weezer (The Green Album)") an. Dafür sprechen herrlich eingängige Powerpop-Songs wie "Memories" oder "Ruling Me" oder das (größtenenteils) akustisch gehaltene "Unspoken", dagegen peinliche Plattitüden wie "Where's My Sex" oder "Smart Girls".
Die limitierte Version kommt mit 4 zusätzlichen Songs, darunter einer Coverversion von Coldplays "Viva La Vida", daher. Also für Fans, die nicht wussten, was noch kommen wird...





"Memories" Video


- am 02.11. erscheint mit "Death To False Metal" ein Album mit Überbleibseln aus unterschiedlichen Schaffensphasen der Band, die es aber niemals auf ein Album schafften. Cuomo dazu: "songs that didn't make the first seven Weezer records because they were either too weird or too pop or too metal or too punk." Betrachtet man die Qualität vieler Albumsongs der letzten Jahre, dann muss man sich ernsthaft Sorgen machen...

- am 09.11. erscheint die Deluxe Edition von "Pinkerton", das damals wohl nicht recht verstandene, heute aber hochgelobte zweite Album von Weezer. Der erste Rohling ist zusätzlich mit 9 B-Seiten, Remixen und akustischen Versionen bestückt, der zweite beinhaltet 16 Titel (Songs des Albums größtenteils live oder in noch rohen Versionen).

- "fehlt nur noch", dass Weezer eine Tour ankündigen, die sie auch noch nach Deutschland führen wird...

Auf "Hurley" befinden sich nämlich einige der besten Stücke der jüngeren Weezer-Historie: "Unspoken" ist eine sanfte Außenseiterhymne, die sich nach und nach zu einem bratzigen Riffrocker entwickelt. Das konnten Weezer immer schon besonders gut. Auch "Run away" beginnt ruhig, bevor Cuomo die verhängnislose Frage "Is it us, making love in the milky way?" stellt und das so charmant wie nerdig rüberkommt. Weezer retten die Welt - mit phrasenschweinwürdigen Salven. Flucht aus dem Alltag ist erneut ein wichtiges Motiv in Cuomos Songs, wie damals schon bei "Island in the sun". Auch die Bonustracks wissen zu gefallen: "All my friends are insects" besticht in seinen knappen zwei Minuten mit höchst-infantilem Humor, Sixties-Flair und witzigen Einfällen. "Viva la vida" ist hingegen selbstverständlich ein todernstes Coldplay-Cover. Hier zeigt Cuomo parodistisches Talent.

Das achte Weezer-Album weist also einige Ähnlichkeiten zu Hugo Reyes auf: In das ein oder andere Fettnäpfchen - man höre das maximal öde "Brave new world" - wird mit Anlauf gesprungen. Nicht immer läuft alles glatt, doch in vielen Momenten offenbart sich der wahre, gute, schöne Kern, der so liebevoll und schief gewickelt wirkt. Mit "Hurley" knacken Weezer nicht den Jackpot, so viel steht fest. Doch dass so ein Sechser im Lotto nicht immer zu bejubeln ist, davon weiß Hugo Reyes ein Lied zu singen.
(plattentests.de)

Kommentare:

U. hat gesagt…

Ohje, hoffentlich kommt bald ein ganzer Haufen Neuvorstellungen, damit dieses Cover möglichst schnell auf Seite 2 verschwindet!

Dirk hat gesagt…

Zumindest steht es jetzt schon nicht mehr ganz oben...