Get Cape. Wear Cape. Fly. - Get Cape. Wear Cape. Fly.


















Bandname = Albumtitel (II)

Sam Duckworth, der seinen Bandnamen aus der Lösungshilfe zu einem Batman-Computerspiel entliehen hat, versucht es nach 2006 ("The Chronicles of a Bohemian Teenager") und 2008 ("Searching for the Hows and Whys") bereits zum dritten Mal bei Platten vor Gericht. Würde er "nur" Folkmusik mit engagierten und sozial-kritischen Texten machen, würde ich nicht jedes Mal aufs Neue versuchen, seine Platten anzupreisen und an den Mann zu bringen. Doch Duckworth versteht es, seine Songs durch elektronische Spielereien, satte Beats und Bläser interessant und vor allem anders klingen zu lassen. Auf "Get Cape. Wear Cape. Fly." hören wir also neben rein akustisch gehaltenen Songs, wie der Opener "Hand Me Downs" oder später "The Plot", auch Ausflüge in Big Beat, Drum'n'Bass ("All Falls Down", "Stitch By Stitch") und Hip Hop ("Collapsing Cities"), die sicherlich keinen ruhig sitzen lassen. Den Fuß, der da nicht mitwippt, möchte ich sehen.





"The Uprising" Video


Crazewire kann dem Album nicht viel abgewinnen:
Nun steht er mit seinem dritten, selbstbetitelten Album in den Startlöchern. Man durfte im Vorfeld gespannt sein, wie lange seine Mischung aus Gitarre und Labtop-Beats noch funktionieren würde. Und um es vorwegzunehmen, es funktioniert bereits beim aktuellen Album nicht mehr. Vor allem die erste Single-Auskopplung „Collapsing Cities“ tönt erschreckend schwachbrüstig aus den Boxen. Natürlich hat Duckworth immer noch ein feines Händchen für Melodien und schöne Gesangslinien, aber die Beats klingen zuweilen zu billig und die Arrangements zu beliebig – da helfen dann auch keine Kooperationen mit anderen Musikern (Shy FX und Baaba Maal) mehr. Und so kann eigentlich nur die Uptempo-Nummer „The Uprising“ wirklich überzeugen. Der Rest wird ziemlich schnell wieder in Vergessenheit geraten.





"Collapsing Cities" Video


Plattentests sieht es deutlich positiver:
Ein knackiger Beat, eine starke Melodie, ein paar Elektrofrickeleien und ein gehöriger Ohrwurm. Passt. Darf es zur Abwechslung etwas ruhiger sein? Gerne. Mit "All of this is yours" schaltet Duckworth einen Gang zurück und streut in Person von Baaba Maal ein wenig Worldmusic in das bunte Treiben ein. Klingt unpassend? Ist aber nicht so.

In diesem Genrekauderwelsch fügen sich darüber hinaus knackige Lo-Fi-Rocker ("Queen for a day"), weltumarmende, nach vorne gehende Emonummern ("The uprising"), Lagerfeuerromantik ("The plot"), ein wenig Achtziger, jede Menge Breaks und Beats ("All falls down", "Stitch by stitch") sowie Synthesizerspielereien ("Morning light") wohltuend ein. So unterhaltsam und kurzweilig kann man sich mit Anfang zwanzig also durch eine Platte werkeln. Respekt. Fast jeder Schuss ein Treffer.


Get Cape. Wear Cape. Fly in Deutschland:
02.11.10 Köln, MTC
03.11.10 Berlin, Comet
04.11.10 Hamburg, Moltow

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Von mir kommen:

7 Punkte

Ingo hat gesagt…

Spannend. 7,5 Punkte