The Strange Death Of Liberal England – Drown your heart again

cover

Das bessere Arcade Fire-Album des Jahres 2010

Ich nähere mich Musik häufig über Vergleiche. Je schneller mir das bei Alben gelingt, desto besser gefallen sie mir. Mein erstes Urteil zum Album “Drown your heart again” war:

In meinen Ohren klingt “Drown your heart again” als hätte Ian Curtis sich nicht das Leben sondern Gesangsunterricht genommen und nun tritt er mit Fanfarlo an, Arcade Fire zu zeigen, was ein wirklich gutes Album ist.

Bei weniger überzeugenden Alben benötige ich viele Durchläufe, um die überhaupt beschreiben zu können. Bei diesem genoss ich viele Durchläufe, weil es einfach eine tolle Platte ist. Nun distanziere ich mich etwas von dem Ian Curtis-Vergleich. Inzwischen erinnert mich “Drown your heart again” an eine Mischung aus Fanfarlo, Arcade Fire, Modest Mouse und guten hymnischen Mitgröhl-Songs. Ganz entfernt klingt der Gesang stellenweise nach Frank Black Francis.

Die Band The Strange Death Of Liberal England bediente sich bei der Bandnamensfindung eines Buches von George Dangerfield aus dem Jahre 1935. In diesem beschreibt der Autor den Niedergang der liberalen Partei. Aus diesem Grund und weil es einfach hörenswert ist empfehle ich “Drown your heart again” als Soundtrack zum nächsten FDP-Parteitag und außerdem wärmstens jedem Musikfreund, der Folk- und / oder Indierock mit orchestraler Note mag. Es gibt Musik, bei der kann man sich nicht auf “kleine” Dinge konzentrieren sondern man schwebt und blickt auf den Horizont. Das passiert mit bei diesem Album immer wieder. Da haben die Band und der Produzent Dave Allen (The Cure, Depeche Mode) ganze Arbeit geleistet.

Obwohl bereit seit 2005 aktiv veröffentlicht die Band mit “Drown your heart again” Ende der Woche ihr erstes “vollumfängliches” Album. Und ich freue mich bereits auf das nächste.

Der “Terrorverlag” meint zum aktuellen Werk:

Ihre räumliche Nähe zum Meer unterstreichen die Schulfreunde nicht nur mit dem Coverartwork, sondern auch mit ihren Liedern, wie etwa „Flagships“, „Rising Sea“ oder Lighthouse“. Musikalisch bietet das Debüt orchestralen Pop, der mal zurückhaltend-schwermütig erscheint, dann aber auch übermütig-hymnisch daherkommt. Im Falle von „Lighthouse“ schimmert auch ein wenig britischer Folk durch, der sich bestens mit dem bombastischen TSDOLE-Britpop verträgt.

Neben der ersten Single “Rising see” (hier als kostenloser Download / Stream) gefällt mir “Lighthouse” sehr gut.

Das Video zum Song “Rising sea”:

Die Band unterstützt Slut auf deren Tour:

  • 07.11.2010 Leipzig
  • 08.11.2010 Berlin
  • 09.11.2010 Hamburg
  • 10.11.2010 Köln
  • 11.11.2010 Stuttgart
  • 12.11.2010 Wien
  • 13.11.2010 Salzburg

Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Ein Anwärter auf mein Album des Jahres. 9 Punkte schon jetzt.

Olly Golightly hat gesagt…

Bin sehr gespannt. Hab mir das Album letzte Woche auf Empfehlung eines ehemaligen Kollegen (der mit seinen Tipps für mich immer ein gutes Händchen beweist) in England bestellt.

Olly Golightly hat gesagt…

come on you young philosophers and show me where your heart is! 9 Punkte

Christoph hat gesagt…

Den 9 kann ich mich locker anschließen.

Volker hat gesagt…

Das bessere Arcade Fire Album auf jeden Fall, auch besser als die EP, aber ganz so euphorisch wie ihr bin ich dann doch nicht.
7 Punkte

Sagt euch Runrig noch was, der sänger klingt hier manchmal verdammt ähnlich z.B. in den Strophen von "Come On You young..."

Oliver Peel hat gesagt…

Rising Sea finde ich beschissen. Viel zu bombastisch. Habe es eben auf dem Sampler des Musikexpress gefunden und laufen lassen. Dachte erst, das sei Maximo Park oder so'ne Kacke. Wenn der Rest des Albums so ist, dann würde ich wahrscheinlich nur auf 4 Punkte kommen.

Erstaunlich, daß fast alle Richter hier auf Bombast euphorisch reagieren. Und dann noch der Ian Curtis Vergleich. Joy Division war doch das genaue Gegenteil von Bombast. Karg, spröde, abstoßend. Also genauso wie es sein muss.

Oliver Peel hat gesagt…

Verdammt schade, daß mir das Album nicht vorlag. Ich hätte sicherlich wunderbar den Schnitt versaut.Wird das jetzt wirklich Album des Jahres? Hilfe! Ursula kannst du denn nicht noch das Ganze nach unten drücken??

U. hat gesagt…

Auf den Runterwerter ist (meist) Verlass: 6,5 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Auch ich muss leider ein wenig auf die Euphoriebremse treten:

8 Punkte