Deerhunter - Halcyon Digest


















Für Deerhunter wäre es endlich an der Zeit, dass eine größere Hörerschar auf sie aufmerksam wird, denn das Label Geheimtipp tragen sie bereits zu lange mit sich herum. Ihr viertes Album "Halcyon Digest", das über 4AD vertrieben wird, hat es verdient den Weg auf viele Plattenteller oder in zahlreiche iTunes Bibliotheken zu finden.
Das Quartett bezeichnet seinen Sound selbst als "Ambient Punk" - was das bedeuten soll? Keine Ahnung. Vielleicht, dass die Einflüsse von Ambient ("Earthquake") über Shoegaze ("Desire Lines") und Sixties-Pop ("Memory Boy") bis hin zu Dreampop ("Helicopter") und Indierock ("Coronado") reichen. Da werden The Beatles, The Strokes, Brian Eno, David Bowie, Sonic Youth, Slowdive und The Velvet Underground kunterbunt gemischt und heraus kommt kein ungenießbares, wildes Durcheinander, sondern ein in sich stimmiges, eigenständiges und damit empfehlenswertes Album.

Passen dazu: Es soll wohl auch wieder ein neues Album von Olivia Tremor Control geben.





"Helicopter" Video

Auf “Halcyon Digest” findet sich so ein großartiger Opener wie “Earthquake”, so ein perfekter Popsong wie “Revival”. Mal sagt die Band in knapp über 2 Minuten alles, mal findet sie kein Ende. Die Welten, die sich zwischen “Earthquake” und “He Would Have Laughed” auftun, sind einfacher ergründlich als noch auf dem Vorgänger “Microcastle”, aber auch ergreifender und mitreißender.

Das ganze Album scheint auf ein Zentrum zuzusteuern, und dass ist “Helicopter”. Dieser Song ist das Herzstück des Albums und möglicherweise der beste der Band bisher. Eine repetitive und ergreifende Hommage an einen erschlagenen russischen Prostituierten, die mit ihren Sounds nicht von ungefähr an Animal Collective erinnert. Zusammen mit dem Opener bleibt “Helicopter” allerdings eine Ausnahme. Die elektronischen Spielereien finden sich in den anderen Songs nur sehr abgeschwächt wieder, die Band bewegt sich hier viel eher im Rahmen des Indie-Rock.

Apropos Indie-Rock, “Desire Lines” beginnt ein wenig wie “Rebellion (Lies)” von Arcade Fire. Das stört aber nicht wirklich. Den einen Punkt Abzug gibt es übrigens für den Versuch bei “Coronado”, die Strokes mit einem Saxofon zu verbandeln. Ich meine: SAXOFON!
(nicorola.de)

Kommentare:

Volker hat gesagt…

Da hättest du doch drauf bieten können für deinen schönen neuen Plattenspieler. Feines weißes schweres Vinyl und billig rausgegangen ist sie auch noch.

Ansonsten okayes Album, für mich allerdings zu wenig, das wirklich hängengeblieben wäre. "Desire Lines" und "He Would Have Laughed" sind allerdings groß

6,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ich wollte doch mein ganzes Geld in deine Lucky Soul LP investieren...

Dirk hat gesagt…

Ich schließe mich Volkers Wertung an:

6,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Ich weiß nicht, soll ich mich Dirks oder Volkers Wertung anschließen? Egal... 6,5 Punkte

Ingo hat gesagt…

Vermutlich stellt Kanye West hier nemand vor. Daher SPIN's Top Albums of 2010 hier:
20 MGMT – Congratulations
19 No Age – Everything In Between
18 Superchunk – Majesty Shredding
17 Beach House – Team Dream
16 Drake – Thank Me Later
15 Titus Andronicus – The Monitor
14 Best Coast – Crazy For You
13 Big Boi – Sir Lucious Left Foot: The Song Of Chico Dusty
12 Yeasayer – Odd Blood
11 Vampire Weekend – Contra
10 Robyn – Body Talk Pt. 1
09 Kid Cudi – Man On The Moon II: The Legend Of Mr. Rager
08 M.I.A. – Maya
07 Grinderman – Grinderman 2
06 Janelle Monae – The Archandroid
05 Jamey Johnson – The Guitar Song
04 LCD Soundsystem – This Is Happening
03 Arcade Fire – The Suburbs
02 Deerhunter – Halcyon Digest
01 Kanye West- My Beautiful Dark Twisted Fantasy

Ingo hat gesagt…

Pitchfork’s Top 50 Albums Of 2010:
(Ob Kanye West die Leute erpresst?)

50 Wavves – King of the Beach
49 Wild Nothing – Gemini
48 Forest Swords – Dagger Paths
47 Women – Public Strain
46 Matthew Dear – Black City
45 Gil Scott-Heron – I’m New Here
44 Kylesa – Spiral Shadow
43 Tame Impala – Innerspeaker
42 Drake – Thank Me Later
41 Delorean – Subiza
40 Abe Vigoda – Crush
39 Best Coast – Crazy For You
38 Rick Ross – Teflon Don
37 Zola Jesus – Stridulum EP
36 Emeralds – Does It Look Like I’m Here?
35 Gorillaz – Plastic Beach
34 Crystal Castles – Crystal Castles
33 The Tallest Man on Earth – The Wild Hunt
32 Tyler, the Creator – Bastard
31 Woods – At Echo Lake
30 The-Dream – Love King
29 The Fresh & Onlys – Play It Strange
28 The National – High Violet
27 Four Tet – There Is Love in You
26 Twin Shadow – Forget
25 Sufjan Stevens – The Age of Adz
24 Hot Chip – One Life Stand
23 Das Racist – Sit Down, Man
22 Girls – Broken Dreams Club EP
21 The Walkmen – Lisbon
20 Oneohtrix Point Never – Returnal
19 How to Dress Well – Love Remains
18 Erykah Badu – New Amerykah Part Two: Return of the Ankh
17 Caribou – Swim
16 Sleigh Bells – Treats
15 Robyn – Body Talk
14 Flying Lotus – Cosmogramma
13 No Age – Everything In Between
12 Janelle Monae – The ArchAndroid
11 Arcade Fire – The Suburbs
10 Titus Andronicus – The Monitor
09 Ariel Pink’s Haunted Graffiti – Before Today
08 James Blake – The Bells Sketch EP / CMYK EP / Klavierwerke EP
07 Joanna Newsom – Have One on Me
06 Vampire Weekend – Contra
05 Beach House – Teen Dream
04 Big Boi – Sir Lucious Left Foot: The Son of Chico Dusty
03 Deerhunter – Halcyon Digest
02 LCD Soundsystem – This Is Happening
01 Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy

Oliver Peel hat gesagt…

Ich weiß nicht, soll ich mich Dirks oder Volkers oder Ingos Wertung anschließen? Egal... 6,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Nix 6,5 Punkte!

Hier die dritte Liste (SPEX), in der Deerhunter oben dabei ist, und zwar ganz oben.

1. Deerhunter
2. Mutter
3. Caribou
4. Pantha Du Prince
5. Kristof Schreuf
6. Toro Y Moi
7. Die Antwoord
8. Mount Kimbie
9. Beach House
10. Bryan Ferry
11. Arcade Fire
12. Gonjasufi
13. Hans Unstern
14. LCD Soundsystem
15. Big Boi
16. Lady gaga
17. Gil Scott-Heron
18. Bonaparte
19. Owen Pallett
20. Janelle Monáe
21. Tocotronic
22. Four Tet
23. Joanna Newsom
24. John Roberts
25. Thomas Meinecke & Move D
26. JJ
27. Darwin Deez
28. Chloé
29. Erykah Badu
30. The Drums