Beck - Ride Lonesome


10 Fakten zum neuen Album von Beck:

1. Fans von Beck wurden in den letzten Jahren etwas auf die Folter gespannt, denn sein letztes Album „Hyperspace“ war Ende 2019 erschienen. Doch Anfang 2026 gab es erste gute nachrichten: Mit „Everybody's Gotta Learn Sometime“ wurde zum Valentinstag ein Cover-Album mit Liebesliedern von Elvis Presley („Can’t Helb Falling In Love“) oder John Lennon („Love“) veröffentlicht. Neben den sieben Fremdkompositionen tauchte auch der Beck-Song „Ramona“ aus dem Soundtrack von „Scott Pilgrim vs. the World“ hier auf.

2. Danach ging es Schlag auf Schlag, denn im April folgte mit „Ride Lonesome“ der Titelsong seines neuen Albums als Single. Im Juli erschien mit „In The Night“ die zweite Single und das Album wurde offiziell für den 18. September 2026 angekündigt. Die Wartezeit wurde durch „Disappearing Act“, die dritte Single des Albums, die im August heraus kam, noch weiter verkürzt.


 


3. Apropos Wartezeit: Mit 6 Jahren, 9 Monaten und 27 Tagen ist die Zeitspanne zwischen „Hyperspace“ und „Ride Lonesome“ die längste zwischen zwei Alben in der Historie von Beck. Auch zwischen „Modern Guilt“ (2008) und „Morning Phase“ (2014) hatte er sich schon recht viel Zeit genommen (5 Jahre, 7 Monate und 14 Tage), aber nicht so viel wie aktuell. 

4. „Morning Phase“ ist ein gutes Stichwort, denn „Ride Lonesome“ führt seine akustischen und emotionalen Alben „Sea Change“ (2008) und „Morning Phase“ (2014) fort. Dazu brachte Beck die an diesen beiden Alben beteiligten Musiker zurück ins Studio, u.a. waren dies Justin Meldal-Johnsen (Bass), Joey Waronker (Schlagzeug), Roger Joseph Manning Jr. (Keyboards, Piano) sowie Smokey Hormel (Gitarre).

5. In dieser Tradition steht auch, dass die Streicherarrangements, die von einem vielköpfigen Ensemble eingespielt wurden, von David Campbell stammen. Der mittlerweile 78-jährige Kanadier arbeitete bereits an über 450 mit Gold oder Platin ausgezeichneten Alben mit u.a. von Radiohead, Metallica, Muse, The Rolling Stones oder Beck, seinem Sohn. 


  


6. Nachdem Beck zuletzt auf „Colors“ und „Hyperspace“ auch Produzenten wie Greg Kurstin oder Paul Epworth hinzu gezogen hatte, übernahm er diese Aufgabe für „Ride Lonesome“ wieder vollkommen allein. Nigel Godrich (Radiohead, Travis, R.E.M., Paul McCartney), der zuvor bereits in die Entstehung von Becks „Mutations“, „Sea Change“, „Guero“ und „The Information“ involviert war, kehrt als Mixer ins Team zurück.

7. Das fünfzehnte Studioalbum von Beck ist als CD und LP (Black Vinyl) über Capitol Records erschienen. Zudem gibt es limitierte Auflagen der Schallplatte auf Jungle Green Vinyl, Cloud White Vinyl und Vintage Green Vinyl. 
Die schönste Farbvariante kommt wieder einmal von Blood Records: die auf 1000 Exemplare limitierte Burnt Metallic Golf Effect LP.



8. „Ride Lonesome“ bietet 12 Songs, die von Beck allein komponiert wurden. lediglich bei „If You Don't Know What Love Is“ wird mit dem US-amerikanisch-australischen Musikproduzenten Songwriter und Multiinstrumentalisten Eli Reuben Hirsch ein Co-Autor gelistet. Insgesamt laufen die zwölf Lieder, die im Room B der United Studios in Hollywood aufgenommen wurden, 47:25 Minuten. 

9. Becks Mutter Bibbe Hansen war Künstlerin, Musikerin und Teil von Andy Warhols Factory-Szene, während sein Großvater Al Hansen eine der prägenden Figuren der Fluxus-Kunstbewegung der 1960er-Jahre war, daher darf man davon ausgehen, dass der 56-Jährige, der selbst auch als visueller und bildender Künstler aktiv ist, bei der Covergestaltung nicht zufällig Parallelen zum Werk des Barockmalers Johannes Vermeer zog. Vermutlich soll diese besondere Ästhetik die intime, häusliche und melancholische Stimmung der Musik visuell widerzuspiegeln.

10. Die bereits angesprochene Fortführung von „Sea Change“ und „Morning Phase“ zeigt sich auch bei Metacritic, denn dort haben keine Alben von Beck einen höheren Metascore als deren 89 bzw. 81/100 Punkten. Auch „Ride Lonesome“ ist dort aktuell mit einer Wertung von 89/100 gelistet. 

(…) Was neue Nuancen im cineastischen Cowboy-Kammer-Pop allerdings nicht ausschließt. So kann „Disappearing Act“ seine leichte Folk-Grunge-Tendenz genauso wenig verleugnen wie „Bleed“ den unterschwelligen Pink-Floyd-Faktor.

„Slow Canyon“ indes klingt mit leichtfüßiger Drum-Dramaturgie und einem durch das Brian-Wilson-Byrds-Zeitlupen-Kontinuum navigierenden Beck traumhaft psychedelisch. „Falling Through My Hands“ vereint wiederum spieluhrhafte Melodik und eine spartanisch spanische Akustikgitarren-Solo-Miniatur mit ausleitender Mundharmonika. Und zu guter Letzt demonstrieren „If You Don’t Know What Love Is“ und „Beyond The Light“ einfach nur noch zeitlose Meisterklasse.



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