Was für eine schöne Geschichte:
Ladysmith Black Mambazo, der weltberühmte, mehrfach mit dem Grammy ausgezeichneter a cappella-Männerchor aus Südafrika, der 1986 durch seine Zusammenarbeit mit Paul Simon auf dessen legendärem Album „Graceland“ international bekannt wurden, hatte eine Zulu-Version des Stornoway-Songs „Josephine“ (vom Album „Bonxie“ (2015)) aufgeführt – völlig ohne zu wissen, von wem das Lied stammte. Der Chorleiter Sibongiseni Shabalala glaubte anhand der Melodie sogar, der Song sei ein altes, traditionelles Stück längst verstorbener Musiker.
Als Stornoway-Bassist Oli Steadman den Chor kontaktierte und eine gemeinsame Neuaufnahme des Songs sowie ihres neuen Songs „The Honeyeater's Song“ vorschlug, war die Überraschung groß: Der Chorleiter ging bis dahin davon aus, die ursprünglichen Urheber seien schon seit Jahrhunderten tot („They heard the song? They're still alive?“). Finanziert durch ein staatliches Förderprogramm nahmen beide Gruppen beide Songs schließlich im Mai 2026 nahe Durban in Südafrika gemeinsam auf. „The Honeyeater's Song“ findet sich nun als einer von insgesamt elf neuen Songs auf „Beyonder“.
Die frühesten Songs des Albums entstanden, als Frontmann Brian Briggs als freiwilliger Ranger für den National Trustauf St. Kilda arbeitete – einer abgelegenen, stürmischen Inselgruppe rund 100 Kilometer westlich der Äußeren Hebriden. Briggs lebte dort mitten in der rauen Natur zwischen Steilküsten, riesigen Seevogelkolonien und den Ruinen verlassener Siedlungen. Ein dort aufgenommenes Foto ziert auch das Cover des fünften Studioalbums, welches das Trio selbst produziert hat. Das Aufeinandertreffen von jahrhundertealten Traditionen (wie den alten Blackhouses-Steinhäusern) und moderner Infrastruktur (einer Militäranlage) inspirierte das Album inhaltlich, so dass sich Stornoway mit zentralen Gegenwartskrisen, wie der Biodiversitäts- und Klimakrise, dem Aufstieg spaltender Politik sowie der psychischen und gesellschaftlichen Belastung, die diese Entwicklungen mit sich bringen, auseinander.
Gegen die schroffe, sturmgepeitschte Kulisse St. Kildas und die düsteren gesellschaftskritischen Themen setzt Stornoway einen warmen, feingliedrigen Folk-Pop, der lichtdurchflutet und aufbauend wirkt und durch Bläser („The Book Of Time“), Streicher („Fire And Water“, „Marco Polo“, „Wild Geese“) und weiteren Chorgesang („Rivers Of Voices“) aufgehübscht wird.
„Beyonder“ ist als CD und LP (Eco Mix Vinyl) über Cooking Vinyl erschienen.

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