Get Well Soon - Séance


Konstantin, die Zweite. Klingt seltsam, ist aber so. Denn nach „Minus The Magic“ veröffentlicht Konstantin Gropper bereits das zweite Get Well Soon Album in diesem Jahr. 

„Séance“ war anfangs tatsächlich der Versuch einer spirituellen Zusammenkunft, bei der Gropper in Kontakt zu einer Art übernatürlichem Wesen gelangen wollte, um mit diesem neue Musik zu erschaffen. Doch das kreative Experiment, nennen wir es „KG trifft KI“, scheiterte und daher ist „Séance“ nun auch ein Album über Künstliche Intelligenz statt mit ihr geworden.

Wenn „Minus The Magic“ das straighte Indierock-Album von Get Well Soon war, dann ist „Séance“ das dramatische Gothic-Album. Gropper schichtet opulente Orchesterarrangements auf, croont sich durch melancholischen Dark Wave, berauscht sich an versponnenem Dreampop und reicht ein weiteres Bewerbungsschreiben für cineastische Klangwelten an der Hans-Zimmer-Universität ein. 

Bei Groppers Sitzungen im Studio hat vermutlich der ideomotorische Effekt beim Gläserrücken oder mit dem Ouija Board zu Songtiteln wie „The Wreck Of Deutschland“ oder „IBM7094 & HAL 9000 & Me“ geführt. 

Mit „Séance“ verhält es sich dabei wie bei einer gelungenen Geisterbeschwörung, zunächst braucht es ein wenig Zeit und Glauben an Groppers Kunst, doch dann ist das Ergebnis eine ganz eigene, mystische und transzendente Wirkung.    

Get Well Soon live in Deutschland:
24.01.2027 Hamburg, Mojo Club
25.01.2027 Frankfurt am Main, ZOOM
26.01.2027 Heidelberg, Karlstorbahnhof
27.01.2027 Köln, Gloria Theater
28.01.2027 Münster, Sputnikhalle
29.01.2027 Leipzig, Felsenkeller
30.01.2027 Hannover, Kulturzentrum Faust
31.01.2027 Berlin, Huxleys Neue Welt
02.02.2027 München, Ampere / Muffatwerk
05.02.2027 – Schorndorf, Club Manufaktur


  


 


Selbstredend, dass beim kino-affinen Künstler den „Séance“-Kapiteln Soundtrack-Qualität innewohnt: „Arthus & Harry“ ist eingangs mit dem Charme einer restaurierten Tonspur eines alten Edgar Wallace-Streifens unterwegs, und aus „Hallucination No. 4“ generiert sich ein so komplexes Stück Tonkunst, dass auf dessen Vorlage der Plot eines ganzen Films abgeleitet werden könnte.
Streicher, Glockenspiel, der bereichernde Gesang seiner Schwester: die ganze Schönheit des Klangmoments kostet „Khaleesi“ umfänglich aus, umgibt sich „Nothing Is Lost“ mit kathedraler Würde und warnt „The Undead Choir“ – fast ausschließlich basierend auf der Kraft der Stimmen – vor menschlichem Kontrollverlust.
„IBM7094 & HAL 9000 & Me“ bespielen die frühe Ahnung von der Macht der Maschinen, die auf einer einschmeichelnden Melodie „You Need Me“ flüstern, ob mit ihnen an Bord „The Wreck Of The Deutschland“ im Sturm ihrer Möglichkeiten besteht, bleibt offen.
„Siri, What Ruined The West“: es gibt mehr „Unanswered Questions“ als Lösungen, ein Zustand, der von Konstantin Gropper auf „Séance“ mit eleganten, semi-dystopischen Arrangements untermalt wird.


 




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